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Air

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About the book

Paul, a Swiss interior designer living alone in the remote Orkney Islands, receives an unusual commission from Kuki, a prestigious design magazine: travel to a massive data center in Norway and coat its cavernous interior in the "perfect white." But after a solar storm disrupts the facility, Paul mysteriously vanishes into space and time.Ildr, a young girl living in another realm, mistakes an oddly dressed stranger for a deer and shoots him with an arrow. Nursing the stranger back to health, she begins to suspect he is not of her world. Soon, the two are fleeing the Duke of Tviot's murderous soldiers through a myth-haunted landscape, heading toward a subterranean city carved into a cliff above the Frozen Sea-a place rumored to lie beyond the duke's reach.Air is Christian Kracht's most seductively disorienting work yet: a haunting journey through a world that may be a dream, the afterlife, or reality's inverted twin.

Editions (1)

ISBN9781324094586
PublisherNorton & Company
Publication Date07/14/26
Pages208

Reviews & Ratings

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52 reviews

3.7

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  • tante_tanja
    tante_tanja

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    4.0

    Pauls Geheimnis seines erfolgreichen Einrichtens auf Zeit war, daß er den Menschen ihre eigene herrliche Zukunft aufzeigen konnte, eine Zukunft, die in der jeweiligen Immobilie schon enthalten war, aufschimmerte, dann aber wieder verschwand. Als ob er es möglich machen könnte, den Menschen die Kulissen eines nur kurz inszenierten, aber besonders gelungenen schauspielerlosen Theaterstücks zu zeigen, und sie sich infolgedessen wünschten, ihr Leben könne immerfort so sein, ohne ungeordnete Stapel von noch nicht bezahlten Rechnungen in der Ecke, ohne leere Milchtüten, ohne Toilettenrollenhalter, Energiesparbirnen und Wäschekörbe voller gebrauchter Unterhosen und einzelner Socken. Paul war in den Augen seiner Kunden, obwohl sie und er das niemals so formulieren konnten, ein Magier, der ihnen half, den entropischen, furchtbar deprimierenden Zustand des Lebens zu überlisten. -Zitat, Seiten 44,45 Nicht ohne Grund hat Christian Kracht seinem Roman das titelgebende "Lied des Wanderers Aengus" vorangestellt, ein Gedicht von William Butler Yeats, welches im Jahre 1897 auch unter dem Titel "A mad song" veröffentlicht wurde. Das Gedicht voller mystischer Sehnsucht und tiefem Verlangen veranschaulicht, wie -in diesem Fall- unerwiderte Liebe, aber auch generell, unerfüllbare Träume, die sowohl die Energiereserven eines Menschen erschöpfen und gleichzeitig dessen Fantasie beflügeln können. Fasziniert von dem "schimmernden Mädchen", welches in eine Art Zwischenraum entschwindet, welcher gleichzeitig das Reich der Träume und die reale Welt zu berühren scheint, ist der rastlose Wanderer bestrebt, auf seiner Suche nach der unerreichbaren Schönheit diese Welten zusammen zu bringen, was ihm selbst eine Aura von Leid, aber auch Schönheit verleiht. Mit diesem Ausflug in die mystische und melancholische Poesie im Sinn, starten wir nun in diese Geschichte, die zunächst auf zwei Ebenen stattfindet. Da ist einmal der Magier der Inneneinrichtung namens Paul, der nach einem Auftrag für einen Herzog, ein Gemälde von James Archer geschickt bekommt, auf dem die schwer angeschlagenen Helden Merlin und Lancelot abgebildet sind. Nachdem der Protagonist dieses Bild sein eigen nennt, kann er sich vor Aufträgen kaum retten, und genießt schließlich gewisse Extravaganzen, zu dem sein Domizil auf einer steinigen schottischen Insel zählt. Doch dann erhält er eine Anfrage von einer norwegischen Zeitschrift, die er abonniert hat und die in mehr als einer Hinsicht reizvoll erscheint. Auf der zweiten Erzählebene begegnen wir dem Mädchen Idlr, die gerade ihre Mutter an die "gelbe Seuche" verloren hat und in einer Umgebung lebt, die einem Gemälde von Henri Rousseau entspricht. Sie hat großen Hunger und versucht, ein Waldtier zu erjagen. Doch ihre Pfeile durchbohren einen rätselhaften Fremden, der aus einer anderen Welt stammt. Liebevoll pflegt sie den Verletzten, doch es tauchen Soldaten auf und der Fremde scheint nicht überrascht, dass der Herzog ihn sucht. Auch scheint er eine geheimnisvolle Waffe in seinem Beutel zu tragen - ist er vielleicht ein Magier und werden seine Fähigkeiten den beiden auf der Flucht helfen? Bald wird dem Lesenden die Verbindung der zunächst getrennten Handlungsstränge klar, aber eine Geschichte zum Rätselraten zu erzählen, das ist nicht der Stil von Christian Kracht. Vielleicht hat er sich ja tatsächlich mal das Gemälde von James Archer intensiver angeschaut und sich überlegt, wie er die Darstellung zum Leben erwecken und mit einer modernen Geschichte verbinden kann. Vielleicht war es aber auch ganz anders, und überhaupt ist es wohl die Stärke des Autoren, so viele Variablen in seinem Werk anzubieten, dass jeder was zum Interpretieren hat. Daher sind diese ganzen Worte am Ende nur Gedankenspiele, aber Christian Kracht macht das sehr gut. Persönlich hätte er auf die computerspielartigen Szenen, bei denen gefühlt ein Bodycounter mitläuft und auf das eisige Fantasy Utopia verzichten können. Aber wie Anfang und Ende des Romans in Harmonie stehen, ist sehr gelungen. Und am Ende steht vielleicht die Frage, was ist mein persönlicher Sehnsuchtsort? Und vielleicht bringt die Geschichte auch mehr Gelassenheit, denn verlassene Orte werden Teil des gleichmütigen Rythmus der Natur - die einfach so funktioniert, ohne Strom und ohne die unermüdliche Schaffenskraft des Menschen. FAZIT Der Auftakt mit der Beschreibung des Wohnzimmers von Paul war wunderbar plastisch und die Geschichte um den Protagonisten auch sehr humorvoll verfasst. Die zweite Handlungsebene hat mich sehr stark an "Das letzte Einhorn" erinnert. Manchmal war mir die Handlung und die Ausarbeitung der Schauplätze etwas zu flach, gerade zum Ende hin hatte ich manchmal das Gefühl, dass nicht mehr so viel kreative Energie im Schreiben steckt. Ich habe es geliebt, wie Motive und bestimmte Phrasen wiederholt eingebaut wurden, auch wenn ich vermute, dass der Autor auch falsche Fährten legt. Und ich vermute, dass er sich mit der Morgenstern Reihe von Karl Ove Knausgård beschäftigt hat, es liegen auch dessen Bücher im Schaufenster der norwegischen Buchhandlung. Ob modernes Märchen oder reines Gedankenspiel, die Reise des Airman hat mich abgeholt. Wer will auch mit auf die große Suche?

    Jun 8, 2025

  • das.lesende.ich
    das.lesende.ich

    209 Followers

    3.0

    Für alle, die sich auf ein literarisches Abenteuer einlassen möchten, das zwischen Realität und Mythos pendelt, ist 𝘈𝘪𝘳 eine empfehlenswerte Lektüre.

    ☄️ 𝘞𝘦𝘪𝘴𝘴𝘵 𝘥𝘶, 𝘸𝘦𝘳 𝘢𝘭𝘭𝘦 𝘋𝘪𝘯𝘨𝘦 𝘪𝘯 𝘴𝘦𝘪𝘯𝘦𝘮 𝘦𝘪𝘨𝘦𝘯𝘦𝘯 𝘚𝘦𝘭𝘣𝘴𝘵 𝘴𝘪𝘦𝘩𝘵, 𝘶𝘯𝘥 𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘦𝘪𝘨𝘦𝘯𝘦𝘴 𝘚𝘦𝘭𝘣𝘴𝘵 𝘪𝘯 𝘢𝘭𝘭𝘦𝘯 𝘋𝘪𝘯𝘨𝘦𝘯, 𝘥𝘦𝘳 𝘷𝘦𝘳𝘭𝘪𝘦𝘳𝘵 𝘢𝘭𝘭𝘦 𝘍𝘶𝘳𝘤𝘩𝘵. ⁽ᵁᴺᴮᴱᶻᴬᴴᴸᵀᴱ ᵂᴱᴿᴮᵁᴺᴳ ⁻ ˢᴱᴸᴮˢᵀᴷᴬᵁᶠ⁾ 💭 𝘈𝘪𝘳 war mein erster Roman von Christian Kracht, und ich war gespannt, was mich – und den Protagonisten Paul – erwarten würde. Die Geschichte beginnt auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart begleiteten wir Paul, einen Innenarchitekten, der den Auftrag erhält, ein Rechenzentrum in Stavanger, Norwegen, mit dem perfekten Weiß zu streichen. In der zweiten Zeitebene finden wir uns in einer keltisch anmutenden, vorchristlichen Welt wieder – ein Übergang, der mich zunächst verwirrte. Die ersten Seiten sind atmosphärisch dicht und szenisch geschrieben, besonders seine Hütte in der kleinen schottischen Stadt Stromness und die Zeit in Stavanger haben mir gefallen. Doch dann ereignet sich eine Sonneneruption, die Pauls Realität erschüttert. Obwohl der Schreibstil flüssig bleibt und viele spannende Ideen präsentiert werden, fühlte ich mich in Stavanger hängen geblieben und in dieser neuen Welt etwas verloren. Die Verbindung zwischen den beiden Ebenen ist zwar vorhanden, doch einige Fäden bleiben für mich lose. 𝘈𝘪𝘳 ist kein Roman für diejenigen, die eine geradlinige Geschichte erwarten. Es ist vielmehr ein literarisches Rätsel, das zum Interpretieren und Diskutieren einlädt. Die Charaktere sind faszinierend, das Setting ungewöhnlich, und die Fragen, die der Roman aufwirft, begleiten mich vor allem auch nach der Lektüre. Ich hätte gerne mehr Zeit mit Paul in Stavanger verbracht, doch die Reise, die Kracht hier anbietet, ist einzigartig und herausfordernd zugleich. Für alle, die sich auf ein literarisches Abenteuer einlassen möchten, das zwischen Realität und Mythos pendelt, ist 𝘈𝘪𝘳 eine empfehlenswerte Lektüre. ⭐️⭐️⭐️

    Für alle, die sich auf ein literarisches Abenteuer einlassen möchten, das zwischen Realität und Mythos pendelt, ist 𝘈𝘪𝘳 eine empfehlenswerte Lektüre.

    May 7, 2025

  • annejnr
    annejnr

    64 Followers

    5.0

    Unfassbare Schreibkunst, erneut.

    „AIR“ ist Magie und seziert unseren Zeitgeist. Mich erinnerte es am ehesten an Krachts „1979“, etwas weniger hektisch, etwas stringenter erzählt. Jedes Detail scheint bestens durchdacht. Oder vielleicht sogar zu symbolhaft eingefügt? Da ist zum einen Paul, wohnhaft in Schottland, und unterwegs zu einem Auftrag nach Norwegen für sein liebstes und äußerst exklusives Independent-Einrichtungsmagazin Kūki (japanisch für „Luft“). Und da ist die 9-Jährige Waise Ildr, die auf der Jagd im Wald ausversehen einen Fremden mit Pfeil und Bogen durchbohrt. Beide müssen vor dem Gelben Tod und dem Herzog Richtung Eismeer fliehen. Und dann kommt wieder eine halbe Seite Beschreibung, wie der Protagonist Paul seiner einäugigen Katze das leere Auge vorsichtig ausputzt. Ab einem bestimmten Punkt in der Erzählung verweben sich die zwei Handlungsstränge zu einem und das Puzzle wird mehrmals neu zusammengesetzt. Das Schlussbild hat mich überrascht und doch wurde ab Kapitel 1 offensiv darauf hingearbeitet. Etwas sprachlos blätterte ich dann erneut die Seiten durch und fand die vielen Andeutungen. Ähnlich den bekannten Bildern von M.C. Escher kann man zwar sehen, aber nicht komplett verstehen, wo genau der Gegenstand in die unmögliche Dimension gezogen wurde. Auf den ersten Blick sieht alles richtig aus. Bleibt nur zu staunen angesichts dieser Kühnheit, Präzision und Brillanz.

    Jul 24, 2025

3 of 52 reviews

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kallepech87
kallepech87Apr 3, 2025

Regenwasser ist das Wasser des Lebens, es heilt Wunden, läßt verstümmelte Körperteile nachwachsen, verjüngt die Alten und läßt die Toten wiederauferstehen. Paul erschrak. Das hatte er doch neulich irgendwo ge-hört. Nur wo bloß. In Stromness, auf der Straße. Ja. Nein. Doch. Er hatte es geträumt. Wortwörtlich, genauso. Es war ein Alptraum gewesen, erinnerte er sich. Vom Rodismus hörte er hier jetzt zum ersten Mal. Was war das gewesen mit dem Wasser des Lebens.

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