Let’s Talk About Feelings
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Description
Ein optimistisches Buch über traurige Abschiede: Leif Randt erfindet das Coming-of-Middleage.
Marian Flanders, 41, verkauft in seiner Westberliner Boutique die vielleicht schönste Kleidung der Welt, aber finanziell erfolgreich ist der Kenting-Beach-Store nur selten. Als seine Mutter Carolina — ein einst ikonisches Fotomodell — nach langer Krankheit verstirbt, richtet Marian eine alternative Trauerfeier für ausgewählte Gäste aus. Auf dem ehemaligen Partyboot seines Vaters hält er eine entwaffnende Rede, co-formuliert von seinem besten Freund, und streut die Asche seiner Mutter auf den Wannsee. Marian glaubt, dass mit diesem Ereignis die freudlosere Hälfte des Lebens beginnt. Doch es folgt ein Jahr der Verwandlung. Erfolgreiche Halbgeschwister und ambivalente Flirts führen Marian u.a. an den Plaza Konami, nach Sapporo, Neu-Delhi und Wolfsburg. Aus falscher Freundlichkeit wird warmherziger Trotz, aus unterkühlter Traurigkeit erwächst stille Euphorie — Let’s talk about feelings .
Book Information
Author Description
Leif Randt, geboren 1983 in Frankfurt am Main, ist der Autor von fünf Romanen und einem Kinofilm. Bisher erschienen sind die Utopien »Planet Magnon« (2015) und »Schimmernder Dunst über CobyCounty« (2011), der London-Roman »Leuchtspielhaus« (2009) sowie die Lovestory »Allegro Pastell« (2020). Seine Prosa wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2023). Seit 2017 co-kuratiert er das Onlineverlags-Label tegelmedia.net.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Bitte nicht zu viel Gefühl
Marian steht mit 41 Jahren auf dem umgebauten Partyboot seines Vaters und richtet eine „alternative“ Beerdigung für seine Mutter Carolina aus. Carolina war einst ein weltberühmtes Fotomodell und enger Teil von Marians Leben. Doch was kommt nun? Wir lernen Marian an einem Punkt kennen, als er beginnt sein Leben zu hinterfragen. Bislang drehte sich alles um seine Westberliner Mode-Boutique, in der er teure und besondere Kleidung handverlesener Labels verkauft. Was nun folgt, ist eine Reise bei der Marian sich selbst neu erfindet. Mit Hilfe seines besten Freundes, seiner Halbgeschwister und verschiedenster Bekanntschaften begleiten wir Marian u.a. nach Sapporo, Neu-Delhi und Wolfsburg. Wir erfahren viel über Mode und mir bis dato völlig unbekannter Labels, über Drogen, die teilweise wir Bonbons konsumiert werden und über eine Generation zwischen Jugend und Nichtwissen wo sie stehen. Marian erscheint mir mitunter wie ein Zwanzigjähriger, der seinen Platz sucht, wie ein Ertrinkender in einer Welt voller Möglichkeiten und ein stets auf der Suche befindlicher oft unsicherer und trauriger Mann im schillernden Schlaraffenland, das das oberflächliche Leben in einer Großstadt so bietet. Ob er am Ende echte Beziehungen und seinen Platz findet, das solltet ihr selbst lesen. Wenn ich nicht mit der lieben @leselausch bei einer Lesung von Leif Randt in Frankfurt gewesen wäre, dann hätte ich sicherlich nicht zu dem Roman gegriffen. So fern meiner Welt und überhaupt nicht zur Zielgruppe zugehörig fühlend, so hat er mich doch richtig gut unterhalten und ich habe zwischen Augenrollen und Kopfschütteln viel über die Gefühle und das Leben einer Generation gelesen, das mich auch nachdenklich gestimmt hat. Also von mir gibt es eine Empfehlung, auch wenn ich bis heute nicht sicher bin, wie viel Realität darin steckt. Unterhaltsam, melancholisch, ironisch und nachdenklich machend.
Leif Randt hat wieder einmal das richtige Buch zur richtigen Zeit geschrieben. Vielleicht haben die Welten seiner Romane aber auch einfach eine solche Sogkraft, dass ich mich ihnen nie verwehren kann. Marian Flanders ist 41 Jahre alt, hat gerade seine Mutter verloren, steht sonst aber ganz gut im Leben. Der Roman erzählt herrlich unprätentiös von seinem Jahr danach: von Flirts und Verliebtsein, von Beziehungen zu Freund*innen und Familie, von ekstatischem Eskapismus und leisen Momenten allein. Randt erzählt mit einem scharfen Blick für die Details des Alltags von Situationen, die man so oder so ähnlich kennt, und gibt einem damit das Gefühl, dass wir alle ein bisschen dasselbe erleben. Ein rührendes, fast schon utopisches Szenario einer Welt, an der man gern Teil hätte.
Ich dachte nach „Allegro Pastell“, das immerhin auch schon fünf Jahre alt ist, ist vielleicht der Sound auch etwas durch. Aber Quatsch, es ist wieder so ein geiler ambivalenter Sound, der mich auch dieses Mal total abholt. Bei Instagram meinte irgendwo jemand „schön geschrieben, aber banal.“ Leider ziemlich am Kern vorbeigelesen. So liest man den Text viel zu unkritisch. Der Text ist viel eher geprägt von einem sanften Eskapismus (sagt Randt so selber) und einer geilen Post Ironie. Kaum jemand nimmt seine Figuren so ernst und verarscht sie gleichzeitig so sehr. Es ist ein großer Spaß, deren Ambivalenz sich schneller dreht als der Teilchenbeschleuniger in CERN.
Bloß keine Gefühle
„Let´s talk about feelings“ von Leif Randt Marian steht mit 41 Jahren auf dem umgebauten Partyboot seines Vaters und richtet eine „alternative“ Beerdigung für seine Mutter Carolina aus. Carolina war einst ein weltberühmtes Fotomodell und enger Teil von Marians Leben. Doch was kommt nun? Wir lernen Marian an einem Punkt kennen, als er beginnt sein Leben zu hinterfragen. Bislang drehte sich alles um seine Westberliner Mode-Boutique, in der er teure und besondere Kleidung handverlesener Labels verkauft. Was nun folgt, ist eine Reise bei der Marian sich selbst neu erfindet. Mit Hilfe seines besten Freundes, seiner Halbgeschwister und verschiedenster Bekanntschaften begleiten wir Marian u.a. nach Sapporo, Neu-Delhi und Wolfsburg. Wir erfahren viel über Mode und mir bis dato völlig unbekannter Labels, über Drogen, die teilweise wir Bonbons konsumiert werden und über eine Generation zwischen Jugend und Nichtwissen wo sie stehen. Marian erscheint mir mitunter wie ein Zwanzigjähriger, der seinen Platz sucht, wie ein Ertrinkender in einer Welt voller Möglichkeiten und ein stets auf der Suche befindlicher oft unsicherer und trauriger Mann im schillernden Schlaraffenland, das das oberflächliche Leben in einer Großstadt so bietet. Ob er am Ende echte Beziehungen und seinen Platz findet, das solltet ihr selbst lesen. Wenn ich nicht mit der lieben @leselausch bei einer Lesung von Leif Randt in Frankfurt gewesen wäre, dann hätte ich sicherlich nicht zu dem Roman gegriffen. So fern meiner Welt und überhaupt nicht zur Zielgruppe zugehörig fühlend, so hat er mich doch richtig gut unterhalten und ich habe zwischen Augenrollen und Kopfschütteln viel über die Gefühle und das Leben einer Generation gelesen, das mich auch nachdenklich gestimmt hat. Also von mir gibt es eine Empfehlung, auch wenn ich bis heute nicht sicher bin, wie viel Realität darin steckt. Unterhaltsam, melancholisch, ironisch und nachdenklich machend.
In Let’s Talk About Feelings von Leif Randt begleitet man Marian, einen 41-jährigen Boutique-Betreiber in Berlin, durch ein Jahr von Veränderungen nach dem Tod seiner Mutter. Zwischen Trauer, Beziehungen, Reisen und selbstironischer Selbstwahrneh-mung lotet der Roman aus, wie Gefühle das Erwachsenwerden bestimmen. Wirkt wie ein Coming-of-Age Roman für Millenials.
Zwischen Asche und Aperol – ein Gefühlsrausch der besonderen Art
Gefühle. Ein Wort, das in meinem Kopf immer ein bisschen klingt wie ein ironischer Ratgeber-Podcast, den keiner hören will – und dann kommt Leif Randt daher und macht daraus ein literarisches Feuerwerk. Da läuft ein Typ namens Marian Flanders durch Berlin und die halbe Welt, und während er mit Designerklamotten jongliert, Halbgeschwister bestaunt und Flirts auslotet, stolpere ich als Leser in eine Zwischenwelt aus Trauer, Sehnsucht, absurdem Alltag und einem unfassbar trockenen Humor. Es fängt mit einem Abschied an, und man denkt: okay, jetzt kommt die große Melancholie-Keule. Pustekuchen. Stattdessen wird auf einem Partyboot die Asche verstreut, es gibt eine Rede, die so entwaffnend ehrlich ist, dass man gleichzeitig weinen und schmunzeln will. Und genau so geht’s weiter: Randt schafft es, das Leben in all seiner bittersüßen Schrägheit einzufangen, ohne jemals kitschig zu werden. Ich schwöre, manchmal hatte ich das Gefühl, er beschreibt den inneren Monolog von jemandem, der gerade im Späti überlegt, ob er Club-Mate oder Bier kaufen soll – nur auf 200 Seiten verdichtet und mit mehr Stil. Was mich komplett gekriegt hat: diese Mischung aus Optimismus und Trotz. Marian lässt sich nicht in die klassische Midlife-Crisis-Schublade stecken, er erfindet seine eigene Version davon. Zwischen Wolfsburg und Sapporo, zwischen modischer Sinnkrise und echter Nähe passiert etwas, das man schwer benennen kann, aber umso mehr spürt. Und genau dafür lese ich Bücher: nicht, um perfekte Antworten zu bekommen, sondern um das Chaos des Lebens in Worte gefasst zu sehen. Leif Randt hat hier kein klassisches Drama, keinen schnulzigen Roman und auch keine seichte Comedy geschrieben. Er hat einen Spiegel aufgestellt, in dem man sich selbst ertappt – mit einem schiefen Grinsen und ein bisschen Herzklopfen. Ganz ehrlich: selten so viel Spaß beim Mitfühlen gehabt.

Leise Worte, große Emotionen 💛
Dieses Buch hat mich auf eine ganz besondere Art erwischt. 🫣💬 Leif Randt schreibt so ruhig, so klar, so präzise, dass ich manchmal das Gefühl hatte, jemand schaut mir beim Denken zu. Seine Figuren reden ununterbrochen über ihre Gefühle – und trotzdem wirkt alles unglaublich zurückhaltend. Dieses Spannungsfeld fand ich richtig faszinierend. 💛 Ich liebe Geschichten, in denen die großen Dramen im Kleinen liegen. In winzigen Blicken, vorsichtigen Sätzen, mikrofeinen Stimmungsschwankungen. Genau da spielt Randt seine ganze Stärke aus. Sein Humor ist so trocken, dass man ihn fast übersieht – und gerade deshalb musste ich oft schmunzeln. 😌✨ Das Buch hat mich daran erinnert, wie schwierig echtes „Gefühle zeigen“ manchmal ist – und wie sehr wir uns doch danach sehnen. Ein stilles, kluges, wunderschön melancholisches Leseerlebnis. 🌙🤍 ⭐️ 4/5 Für alle, die leise Bücher lieben, introspektive Vibes mögen und gerne zwischen den Zeilen lesen. 📖💫
Obwohl ich im gleichen Alter des Autors bin, schreibt er aus einer mir völlig fernen Lebensrealität, die ich anfangs nicht einordnen konnte. Die Wortwahl in den Dialogen erscheint mir "zu jung". Der Protagonist, Sohn eines ehemaligen Fotomodells und einem Tagesschausprechers, zelebriert Parties im Rausch von Drogen, deren Namen mir teilweise unbekannt waren. Es wird mit Klischees gespielt, es ist übertrieben woke, Kleidung wird detaillierter beschrieben als die Menschen an sich. In wiefern hier über Gefühle gesprochen wird, bleibt unklar. Zusammenfassend fand ich es auf skurrile Art unterhaltsam, allerdings ist die Handlung so fernab meiner Realität, dass ich sie maximal als Gesellschaftskritik verstehen kann.
Das Buch spielt in gar nicht allzu ferner Zukunft in 2026. Die beschriebene politische und gesellschaftliche Situation hat gerade die Corona-Pandemie hinter sich und wirkt trotzdem sehr weit weg von uns, fast wie eine Parallelwelt. Dieser Eindruck wird verstärkt durch Designer-Marken, DJs, Filme, Social Media, die ich zumindest nicht. Trotzdem kämpft Marian mit ähnlichen Problemen wie wir alle in 2025 in diesem Deutschland. Es konnte für mich leider nicht an Allegro Pastell anknüpfen, war aber nice to read. Länger drüber nachdenken werde ich vermutlich nicht…
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Ein optimistisches Buch über traurige Abschiede: Leif Randt erfindet das Coming-of-Middleage.
Marian Flanders, 41, verkauft in seiner Westberliner Boutique die vielleicht schönste Kleidung der Welt, aber finanziell erfolgreich ist der Kenting-Beach-Store nur selten. Als seine Mutter Carolina — ein einst ikonisches Fotomodell — nach langer Krankheit verstirbt, richtet Marian eine alternative Trauerfeier für ausgewählte Gäste aus. Auf dem ehemaligen Partyboot seines Vaters hält er eine entwaffnende Rede, co-formuliert von seinem besten Freund, und streut die Asche seiner Mutter auf den Wannsee. Marian glaubt, dass mit diesem Ereignis die freudlosere Hälfte des Lebens beginnt. Doch es folgt ein Jahr der Verwandlung. Erfolgreiche Halbgeschwister und ambivalente Flirts führen Marian u.a. an den Plaza Konami, nach Sapporo, Neu-Delhi und Wolfsburg. Aus falscher Freundlichkeit wird warmherziger Trotz, aus unterkühlter Traurigkeit erwächst stille Euphorie — Let’s talk about feelings .
Book Information
Author Description
Leif Randt, geboren 1983 in Frankfurt am Main, ist der Autor von fünf Romanen und einem Kinofilm. Bisher erschienen sind die Utopien »Planet Magnon« (2015) und »Schimmernder Dunst über CobyCounty« (2011), der London-Roman »Leuchtspielhaus« (2009) sowie die Lovestory »Allegro Pastell« (2020). Seine Prosa wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2023). Seit 2017 co-kuratiert er das Onlineverlags-Label tegelmedia.net.
Posts
Bitte nicht zu viel Gefühl
Marian steht mit 41 Jahren auf dem umgebauten Partyboot seines Vaters und richtet eine „alternative“ Beerdigung für seine Mutter Carolina aus. Carolina war einst ein weltberühmtes Fotomodell und enger Teil von Marians Leben. Doch was kommt nun? Wir lernen Marian an einem Punkt kennen, als er beginnt sein Leben zu hinterfragen. Bislang drehte sich alles um seine Westberliner Mode-Boutique, in der er teure und besondere Kleidung handverlesener Labels verkauft. Was nun folgt, ist eine Reise bei der Marian sich selbst neu erfindet. Mit Hilfe seines besten Freundes, seiner Halbgeschwister und verschiedenster Bekanntschaften begleiten wir Marian u.a. nach Sapporo, Neu-Delhi und Wolfsburg. Wir erfahren viel über Mode und mir bis dato völlig unbekannter Labels, über Drogen, die teilweise wir Bonbons konsumiert werden und über eine Generation zwischen Jugend und Nichtwissen wo sie stehen. Marian erscheint mir mitunter wie ein Zwanzigjähriger, der seinen Platz sucht, wie ein Ertrinkender in einer Welt voller Möglichkeiten und ein stets auf der Suche befindlicher oft unsicherer und trauriger Mann im schillernden Schlaraffenland, das das oberflächliche Leben in einer Großstadt so bietet. Ob er am Ende echte Beziehungen und seinen Platz findet, das solltet ihr selbst lesen. Wenn ich nicht mit der lieben @leselausch bei einer Lesung von Leif Randt in Frankfurt gewesen wäre, dann hätte ich sicherlich nicht zu dem Roman gegriffen. So fern meiner Welt und überhaupt nicht zur Zielgruppe zugehörig fühlend, so hat er mich doch richtig gut unterhalten und ich habe zwischen Augenrollen und Kopfschütteln viel über die Gefühle und das Leben einer Generation gelesen, das mich auch nachdenklich gestimmt hat. Also von mir gibt es eine Empfehlung, auch wenn ich bis heute nicht sicher bin, wie viel Realität darin steckt. Unterhaltsam, melancholisch, ironisch und nachdenklich machend.
Leif Randt hat wieder einmal das richtige Buch zur richtigen Zeit geschrieben. Vielleicht haben die Welten seiner Romane aber auch einfach eine solche Sogkraft, dass ich mich ihnen nie verwehren kann. Marian Flanders ist 41 Jahre alt, hat gerade seine Mutter verloren, steht sonst aber ganz gut im Leben. Der Roman erzählt herrlich unprätentiös von seinem Jahr danach: von Flirts und Verliebtsein, von Beziehungen zu Freund*innen und Familie, von ekstatischem Eskapismus und leisen Momenten allein. Randt erzählt mit einem scharfen Blick für die Details des Alltags von Situationen, die man so oder so ähnlich kennt, und gibt einem damit das Gefühl, dass wir alle ein bisschen dasselbe erleben. Ein rührendes, fast schon utopisches Szenario einer Welt, an der man gern Teil hätte.
Ich dachte nach „Allegro Pastell“, das immerhin auch schon fünf Jahre alt ist, ist vielleicht der Sound auch etwas durch. Aber Quatsch, es ist wieder so ein geiler ambivalenter Sound, der mich auch dieses Mal total abholt. Bei Instagram meinte irgendwo jemand „schön geschrieben, aber banal.“ Leider ziemlich am Kern vorbeigelesen. So liest man den Text viel zu unkritisch. Der Text ist viel eher geprägt von einem sanften Eskapismus (sagt Randt so selber) und einer geilen Post Ironie. Kaum jemand nimmt seine Figuren so ernst und verarscht sie gleichzeitig so sehr. Es ist ein großer Spaß, deren Ambivalenz sich schneller dreht als der Teilchenbeschleuniger in CERN.
Bloß keine Gefühle
„Let´s talk about feelings“ von Leif Randt Marian steht mit 41 Jahren auf dem umgebauten Partyboot seines Vaters und richtet eine „alternative“ Beerdigung für seine Mutter Carolina aus. Carolina war einst ein weltberühmtes Fotomodell und enger Teil von Marians Leben. Doch was kommt nun? Wir lernen Marian an einem Punkt kennen, als er beginnt sein Leben zu hinterfragen. Bislang drehte sich alles um seine Westberliner Mode-Boutique, in der er teure und besondere Kleidung handverlesener Labels verkauft. Was nun folgt, ist eine Reise bei der Marian sich selbst neu erfindet. Mit Hilfe seines besten Freundes, seiner Halbgeschwister und verschiedenster Bekanntschaften begleiten wir Marian u.a. nach Sapporo, Neu-Delhi und Wolfsburg. Wir erfahren viel über Mode und mir bis dato völlig unbekannter Labels, über Drogen, die teilweise wir Bonbons konsumiert werden und über eine Generation zwischen Jugend und Nichtwissen wo sie stehen. Marian erscheint mir mitunter wie ein Zwanzigjähriger, der seinen Platz sucht, wie ein Ertrinkender in einer Welt voller Möglichkeiten und ein stets auf der Suche befindlicher oft unsicherer und trauriger Mann im schillernden Schlaraffenland, das das oberflächliche Leben in einer Großstadt so bietet. Ob er am Ende echte Beziehungen und seinen Platz findet, das solltet ihr selbst lesen. Wenn ich nicht mit der lieben @leselausch bei einer Lesung von Leif Randt in Frankfurt gewesen wäre, dann hätte ich sicherlich nicht zu dem Roman gegriffen. So fern meiner Welt und überhaupt nicht zur Zielgruppe zugehörig fühlend, so hat er mich doch richtig gut unterhalten und ich habe zwischen Augenrollen und Kopfschütteln viel über die Gefühle und das Leben einer Generation gelesen, das mich auch nachdenklich gestimmt hat. Also von mir gibt es eine Empfehlung, auch wenn ich bis heute nicht sicher bin, wie viel Realität darin steckt. Unterhaltsam, melancholisch, ironisch und nachdenklich machend.
In Let’s Talk About Feelings von Leif Randt begleitet man Marian, einen 41-jährigen Boutique-Betreiber in Berlin, durch ein Jahr von Veränderungen nach dem Tod seiner Mutter. Zwischen Trauer, Beziehungen, Reisen und selbstironischer Selbstwahrneh-mung lotet der Roman aus, wie Gefühle das Erwachsenwerden bestimmen. Wirkt wie ein Coming-of-Age Roman für Millenials.
Zwischen Asche und Aperol – ein Gefühlsrausch der besonderen Art
Gefühle. Ein Wort, das in meinem Kopf immer ein bisschen klingt wie ein ironischer Ratgeber-Podcast, den keiner hören will – und dann kommt Leif Randt daher und macht daraus ein literarisches Feuerwerk. Da läuft ein Typ namens Marian Flanders durch Berlin und die halbe Welt, und während er mit Designerklamotten jongliert, Halbgeschwister bestaunt und Flirts auslotet, stolpere ich als Leser in eine Zwischenwelt aus Trauer, Sehnsucht, absurdem Alltag und einem unfassbar trockenen Humor. Es fängt mit einem Abschied an, und man denkt: okay, jetzt kommt die große Melancholie-Keule. Pustekuchen. Stattdessen wird auf einem Partyboot die Asche verstreut, es gibt eine Rede, die so entwaffnend ehrlich ist, dass man gleichzeitig weinen und schmunzeln will. Und genau so geht’s weiter: Randt schafft es, das Leben in all seiner bittersüßen Schrägheit einzufangen, ohne jemals kitschig zu werden. Ich schwöre, manchmal hatte ich das Gefühl, er beschreibt den inneren Monolog von jemandem, der gerade im Späti überlegt, ob er Club-Mate oder Bier kaufen soll – nur auf 200 Seiten verdichtet und mit mehr Stil. Was mich komplett gekriegt hat: diese Mischung aus Optimismus und Trotz. Marian lässt sich nicht in die klassische Midlife-Crisis-Schublade stecken, er erfindet seine eigene Version davon. Zwischen Wolfsburg und Sapporo, zwischen modischer Sinnkrise und echter Nähe passiert etwas, das man schwer benennen kann, aber umso mehr spürt. Und genau dafür lese ich Bücher: nicht, um perfekte Antworten zu bekommen, sondern um das Chaos des Lebens in Worte gefasst zu sehen. Leif Randt hat hier kein klassisches Drama, keinen schnulzigen Roman und auch keine seichte Comedy geschrieben. Er hat einen Spiegel aufgestellt, in dem man sich selbst ertappt – mit einem schiefen Grinsen und ein bisschen Herzklopfen. Ganz ehrlich: selten so viel Spaß beim Mitfühlen gehabt.

Leise Worte, große Emotionen 💛
Dieses Buch hat mich auf eine ganz besondere Art erwischt. 🫣💬 Leif Randt schreibt so ruhig, so klar, so präzise, dass ich manchmal das Gefühl hatte, jemand schaut mir beim Denken zu. Seine Figuren reden ununterbrochen über ihre Gefühle – und trotzdem wirkt alles unglaublich zurückhaltend. Dieses Spannungsfeld fand ich richtig faszinierend. 💛 Ich liebe Geschichten, in denen die großen Dramen im Kleinen liegen. In winzigen Blicken, vorsichtigen Sätzen, mikrofeinen Stimmungsschwankungen. Genau da spielt Randt seine ganze Stärke aus. Sein Humor ist so trocken, dass man ihn fast übersieht – und gerade deshalb musste ich oft schmunzeln. 😌✨ Das Buch hat mich daran erinnert, wie schwierig echtes „Gefühle zeigen“ manchmal ist – und wie sehr wir uns doch danach sehnen. Ein stilles, kluges, wunderschön melancholisches Leseerlebnis. 🌙🤍 ⭐️ 4/5 Für alle, die leise Bücher lieben, introspektive Vibes mögen und gerne zwischen den Zeilen lesen. 📖💫
Obwohl ich im gleichen Alter des Autors bin, schreibt er aus einer mir völlig fernen Lebensrealität, die ich anfangs nicht einordnen konnte. Die Wortwahl in den Dialogen erscheint mir "zu jung". Der Protagonist, Sohn eines ehemaligen Fotomodells und einem Tagesschausprechers, zelebriert Parties im Rausch von Drogen, deren Namen mir teilweise unbekannt waren. Es wird mit Klischees gespielt, es ist übertrieben woke, Kleidung wird detaillierter beschrieben als die Menschen an sich. In wiefern hier über Gefühle gesprochen wird, bleibt unklar. Zusammenfassend fand ich es auf skurrile Art unterhaltsam, allerdings ist die Handlung so fernab meiner Realität, dass ich sie maximal als Gesellschaftskritik verstehen kann.
Das Buch spielt in gar nicht allzu ferner Zukunft in 2026. Die beschriebene politische und gesellschaftliche Situation hat gerade die Corona-Pandemie hinter sich und wirkt trotzdem sehr weit weg von uns, fast wie eine Parallelwelt. Dieser Eindruck wird verstärkt durch Designer-Marken, DJs, Filme, Social Media, die ich zumindest nicht. Trotzdem kämpft Marian mit ähnlichen Problemen wie wir alle in 2025 in diesem Deutschland. Es konnte für mich leider nicht an Allegro Pastell anknüpfen, war aber nice to read. Länger drüber nachdenken werde ich vermutlich nicht…

















