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Wackelkontakt

4.0(1.4K)
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About the book

Funkenschlagend und spannend bis zum finalen Kurzschluss – »der neue Wolf Haas ist ein Wunder. Bitte ganz unbedingt lesen.« Adam Soboczynski, Die Zeit. Nominiert für den österreichischen Buchpreis 2025 Franz Escher wartet auf den Elektriker. Seine Steckdose hat einen Wackelkontakt. Um sich die Zeit zu vertreiben, liest er ein Buch über den Mafia-Kronzeugen Elio Russo. Elio sitzt im Gefängnis und wartet auf die Entlassung. Er hat so viele Leute verraten, dass er um sein Leben fürchtet. Aus Angst liegt er nachts wach und liest ein Buch. Es handelt von Franz Escher. Der wartet auf den Elektriker. Seine Steckdose hat einen Wackelkontakt. Wolf Haas' neuer Roman zündet ein erzählerisches Feuerwerk: Was beginnt wie zwei halbwegs übersichtliche Lebensgeschichten, verwirbelt sich zu einem schwindelerregenden Tanz - mit einem toten Handwerker, familiären Verstrickungen und vielen ungelösten Geheimnissen, funkenschlagend und spannend bis zum finalen Kurzschluss.

Editions (2)

ISBN9783446282728
PublisherHanser, Carl
Publication Date01/09/25

Characteristics

29 reviews

UnusualModerateExcitingModerateMultifacetedCredible

Reviews & Ratings

1.4K ratings

239 reviews

4.0

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  • fabulousfeather
    fabulousfeather

    898 Followers

    4.0

    Vielleicht nicht unbedingt ein Buch, das ich selbst spontan ausgewählt hätte, aber genau dafür ist ein Buchclub ja perfekt: um Geschichten zu entdecken, die man sonst vielleicht verpasst hätte. 📖💬

    Manchmal liest man ein Buch, das man sich selbst wahrscheinlich gar nicht ausgesucht hätte und wird dann positiv überrascht. Genau so ging es mir mit Wackelkontakt von Wolf Haas. 📚✨Ich lese das Buch aktuell im Buchclub, und ehrlich gesagt wäre es sonst vermutlich nicht auf meiner Leseliste gelandet. Umso spannender war es, sich einfach darauf einzulassen. Dieses Buch ist wirklich schwer in wenigen Worten zu beschreiben, denn es ist auf die bestmögliche Weise ziemlich ungewöhnlich und ein bisschen verrückt. Im Grunde liest man eine Geschichte, in der mehrere Erzählebenen ineinander verschachtelt sind, fast wie ein Roman im Roman im Roman. Klingt kompliziert, funktioniert beim Lesen aber erstaunlich gut. 🧩 Am Anfang brauchte ich etwas Zeit, um richtig in die Handlung hineinzufinden. Die Übergänge zwischen den verschiedenen Erzählsträngen sind sehr fließend und es gibt keine klassischen Kapitel, was zunächst etwas ungewohnt ist. Doch genau dieser Aufbau macht das Buch auch so interessant. Man fragt sich ständig, wie der Autor all diese verschiedenen Fäden am Ende miteinander verbinden wird. In der Geschichte begegnet man mehreren sehr unterschiedlichen Figuren, unter anderem einem Trauerredner, einem Elektriker und einem Mafioso. Ausgangspunkt ist ein Ereignis rund um ein Zeugenschutzprogramm, das zunächst wie geplant funktioniert. Doch nach dem unerwarteten Tod eines Elektrikers entwickelt sich die Handlung immer weiter und führt in ein immer komplexeres Geflecht aus Ereignissen und Zusammenhängen. Spätestens nach dem überraschenden Plottwist gegen Ende des ersten Aktes konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. 😳📖 Ab diesem Moment wollte ich unbedingt wissen, wie all diese Puzzleteile zusammenpassen. Besonders gefallen hat mir auch die Sprache des Romans. Wolf Haas spielt immer wieder mit Worten, Mehrdeutigkeiten und kleinen sprachlichen Tricks. Dadurch wirkt der Text gleichzeitig leicht, humorvoll und dennoch erstaunlich tiefgründig. Immer wieder tauchen Gedanken und Beobachtungen auf, die einen kurz innehalten lassen, ohne dass die Geschichte dabei schwer oder kompliziert wirkt. Auch die Figuren tragen viel zum Charme der Geschichte bei. Sie sind teilweise etwas schrullig und ungewöhnlich, wirken aber gerade deshalb sehr lebendig und authentisch. Inhaltlich muss ich allerdings sagen, dass für mich nicht jede Entwicklung vollkommen logisch war. Einige Aspekte, besonders gegen Ende, haben bei mir noch Fragen offen gelassen. Es ist gut möglich, dass ich nicht jedes Detail vollständig erfasst habe, denn dieses Buch steckt voller kleiner Hinweise und Zusammenhänge. Vielleicht wäre es tatsächlich ein Kandidat für einen zweiten Durchgang. Trotzdem hat mir das Lesen sehr viel Spaß gemacht. Die Geschichte ist originell, sprachlich verspielt und definitiv anders als vieles, was man sonst liest.

    Vielleicht nicht unbedingt ein Buch, das ich selbst spontan ausgewählt hätte, aber genau dafür ist ein Buchclub ja perfekt: um Geschichten zu entdecken, die man sonst vielleicht verpasst hätte. 📖💬

    Mar 7, 2026

  • readingjane
    readingjane

    380 Followers

    4.0

    Ineinander übergehend werden die Geschichten von Escher und Marko erzählt, die in einem Buch die Geschichte des jeweils anderen lesen. Gut gemacht mit scharfsinnig gezeichneten Figuren und immer wieder sehr witzig. Gut, dass sich der Autor kurz gehalten hat. Bei mehr Seiten wäre der Witz irgendwann raus gewesen.

    Jan 26, 2026

  • tante_tanja
    tante_tanja

    542 Followers

    4.0

    Selbst über die Fahrlässigkeit ließ sich diskutieren. Gehörte nicht auch zur Fahrlässigkeit eine Art Entschluss zumindest zur Risikobereitschaft? So wie der Autofahrer zu schnell fährt, auch wenn er niemanden totfahren will? Escher aber hatte versehentlich gehandelt, seine Tat war wesentlich näher an einem Unfall als an einer Fahrlässigkeit. Es war einfach Pech gewesen! Eher mit einem Stolpern zu vergleichen, das einen anderen in den Abgrund reißt. Während der ersten Zeilen war Eschers Gehirn noch mit diesem Gedanken beschäftigt, bevor es ihm gelang, sich in dem Buch zu verlieren. Vom Lernen seiner neuen Muttersprache und vom Vergessen der alten war Marko Steiners Kopf so schwer, dass er sich Laufschuhe kaufte und anfing, stundenlang joggen zu gehen. Beim Laufen kam man unter Leute, ohne mit ihnen Kontakt aufzunehmen, und die Sprache übte sich von selbst. Man konnte nicht nur die Dinge, an denen man vorbeikam, innerlich bezeichnen und kommentieren, in die Zukunft und die Vergangenheit versetzen. Man konnte auch Autofahrer, die den Weg kreuzten, mit neuen Schimpfwörter bezeichnen. - Zitat, Seiten 47, 48 Zu den "100 besten Büchern des Jahres" zählt die ZEIT in ihrer Sonderausgabe Nr. 51 vom 29. November 2025 diesen Roman des österreichischen Schriftstellers Wolf Haas. Das Cover indes könnte so manchem Kopfschmerzen verursachen, aber der Inhalt des Buches regt eher die grauen Zellen an, welches tatsächlich mit einem "Wackelkontakt" beginnt. Franz Escher, der leidenschaftlich gerne Puzzle mit klassischen Motiven der Kunstgeschichte legt, wartet an diesem Morgen auf den Elektriker. Weil er nach Beendigung des Puzzles "Die große Welle vor Karnagawa" immer noch wartet, greift er zu seiner aktuellen Lektüre - einem Buch über die Mafia. Im Buch kann der junge Häftling Elio nachts nicht schlafen. Zum Glück hat er ebenfalls Lektüre, wenn auch auf deutsch, weshalb er den Inhalt mit einem Wörterbuch von Falcone mühsam entziffern muss. "Es handelte von einem Typen, der Escher hieß wie irgendein anderer Typ, der ebenfalls Escher hieß. Escher wartete schon den halben Tag auf den Elektriker" (Seite 15). Nicht nur die Struktur der Geschichte ist experimentell, lebendig und ein wenig abgefahren, auch die Sprache hat etwas Frisches und bringt spielerisch, aber auch mit Raffinesse viele Elemente zusammen, die ein verblüffend harmonisches Ganzes ergeben. Vom Alltäglichen kommen wir zum Ästhetischen, aus einer Kriminalgeschichte wird ein Road Trip und getrennte Lebensläufen entpuppen sich als Teile eines Ganzen im Kreislauf des Lebens. Das hat Wolf Haas wirklich sehr fein eingefädelt. Er präsentiert uns eine intelligent erzählte Geschichte, die uns auch gerne mal herzhaft auflachen lässt. FAZIT "..., wenn sich alles in Kreisen bewegt, ..." Bei der Lektüre dieses Romans hatte ich einen starken Ohrwurm und hörte ständig "Kreise" von Johannes Oering in meinem Kopf. Das hat meine Lesefreude aber eher befeuert und ich habe mich insgesamt sehr gut unterhalten gefühlt. Im letzten Teil des Romans wurde dann noch eine jugendliche Protagonistin eingeführt die ich nicht ganz so stark gezeichnet fand wie die übrigen Figuren - aber das Ende war wunderbar harmonisch. Wolf Haas ist für mich ein feinhumoriger Schriftsteller, dessen Werk ich sehr schätze. Eine Leseempfehlung.

    Dec 6, 2025

3 of 239 reviews

SocialReads

Page-based comments

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musul
musulFeb 2, 2025

Tolles Buch! Am Anfang 2 getrennte Geschichten, die mehr oder weniger dahinplätschern. Ich war sehr überrascht über die Zusammenführung. Das Ende habe ich nicht mehr gesagt zu 100 % kapiert. Aber da werde ich mich bemühen das nochmals nachzuarbeiten. Meines Erachtens absolut zu empfehlen, da ich diese bislang noch nicht kannte.

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Author

About Wolf Haas

Wolf Haas wurde 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer geboren. Für sein Werk erhielt er u. a. den Bremer Literaturpreis, den Wilhelm-Raabe-Preis und den Jonathan-Swift-Preis. Er veröffentlichte die Romane »Das Wetter vor 15 Jahren« (2006), »Verteidigung der Missionarsstellung« (2012) und »Junger Mann« (2017) sowie neun Brenner-Krimis, zuletzt »Müll« (2022). Bei Hanser erschien zuletzt der Roman »Eigentum (2023), der mit dem Erich-Kästner-Preis 2024 ausgezeichnet wurde, und sein Roman »Wackelkontakt« (2025). Wolf Haas lebt in Wien.

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