Striker

Striker

Hardback
3.646

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Description

»Striker« ist ein elektrisierender Roman über eine Gegenwart, in der die Grenzen zwischen Verschwörungsmythen, Klassenkampf und roher Gewalt zunehmend verschwimmen. Mit Wucht und Tempo erzählt Helene Hegemann von Kampfsport und Obdachlosigkeit, von Reichtum und Verdrängung. Von dem Moment, in dem die Angst vor Unterdrückung zu Gewalt führt, und der Schwäche, die man zulassen muss, um diese Gewalt zu verhindern.

N wohnt an einer Bahnlinie, die einen Problembezirk mit dem Villenviertel am anderen Ende der Stadt verbindet. Zwei Welten. N kennt beide. Und eine dritte in der Mitte: die Kampfsportschule, in der sie unterrichtet, sich auf Wettkämpfe vorbereitet und eine Affäre mit einer Politikerin aus dem Verteidigungsausschuss beginnt. Gegensätze prägen ihre Existenz: Arm und Reich, Ohnmacht und Muskelaufbau, größte Disziplin und maßlose Aggression gegen sich selbst.

Eines Morgens entdeckt N rätselhafte Zeichen an der Brandmauer gegenüber ihrer Wohnung. Keine Buchstaben, keine Hieroglyphen, keine Bilder. Doch, dass sie etwas bedeuten, spürt sie sofort. Es treibt sie um.

Und dann stehen plötzlich Koffer und Tüten vor ihrer Tür. Sie gehören einer jungen Frau, die im Treppenhaus übernachtet und behauptet, mit den Zeichen in Verbindung zu stehen. Wer ist sie? Was will sie von ihr? Und warum beschleicht N bei jeder ihrer Begegnungen das kaum zu bewältigende Gefühl, sich selbst gegenüberzustehen?

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
192
Price
23.70 €

Author Description

Helene Hegemann, 1992 geboren, lebt in Berlin. 2008 gewann sie mit ihrem ersten Film »Torpedo« den Max-Ophüls-Preis. 2010 debütierte sie als Autorin mit dem Roman »Axolotl Roadkill«, der in 20 Sprachen übersetzt wurde. Die Verfilmung, bei der sie selbst Regie führte, wurde beim Sundance Festival 2017 mit dem World Cinema Dramatic Special Jury Award for Cinematography ausgezeichnet. 2013 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman »Jage zwei Tiger«, 2018 folgte »Bungalow«, für den sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war. 2021 schrieb sie in der KiWi Musikbibliothek über Patti Smith und Christoph Schlingensief, 2022 erschien ihr Kurzgeschichtenband »Schlachtensee«. Sie inszeniert für Oper, Theater und Film.

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„Und doch hat der Schmerz dieser Erkenntnis keine Wucht, überhaupt nicht, er hat kein bisschen was mit einem Faustschlag zu tun oder der Gewalt, die einen bei einer niederschmetternden Nachricht zusammenbrechen lässt, es ist eher, als hätte sie sich längst an diesen Schmerz gewöhnt.“ N. kämpft. Sie kämpft in einer Kampfsportschule, gibt selbst Unterricht. Manchmal kämpft sie auch gegen sich selbst. Sie trainiert bis zur Ohnmacht und übt richtig viel aushalten zu können. Das kann sie in der Kampfsportschule und auch im Leben. N. ist einsam, hat eine Affäre mit einer Politikerin, richtig glücklich ist sie nicht. Sie wohnt nah an einem Problembezirk und plötzlich tauchen rätselhafte Zeichen an der Brandmauer gegenüber ihrer Wohnung auf, später stehen Taschen vor ihrer Tür, dann taucht eine junge Frau im Treppenhaus auf. N. will helfen, hat Angst aber das merkwürdigste ist, dass sie das Gefühl hat, sich selbst gegenüber zu stehen. Ein harter, rauer, Roman über Obdachlosigkeit, sich selbst zu sabotieren, die Unterschiede zwischen Arm und Reich und unterdrückter Gewalt. N. traut den Menschen nicht, wurde sie doch schon im Kinderwagen komisch angeschaut. Eine OP hat sie optisch in den Augen anderer Menschen aufgewertet, doch die Schmerzen wird sie nie vergessen. Auch den Verlust eines Teiles von ihr nicht. Ständig angriffsbereit ist sie, um sich zu verteidigen. Der Roman war oft sehr hart aber weglegen konnte ich ihn nicht mehr. Die Angst und Zerrissenheit von N. waren so deutlich spürbar, da hab ich Gänsehaut bekommen. Mal leise, mal laut, düster und voller Kraft und Wut über eine Realität, die es eigentlich nicht geben sollte. Ich leg euch den Roman sehr ans Herz, vor allem denen, die nicht vor harter Realität zurückschrecken.

5

N. ist vorbereitet. Sie kennt alle Kampftechniken um sich zu verteidigen. Ihr Leben findet größtenteils im Kampfsportstudio statt. Doch das hilft ihr nicht bei ihren Ängsten, ihren Unsicherheiten und ihrer Einsamkeit. Es hilft ihr nicht gegen das Gefühl, von ihren Eltern als nicht hübsch genug empfunden worden zu sein, es hilft ihr nicht gegen die grausame Erinnerung an eine Gesichts-OP im Kleinkindalter. Eines Tages sieht N sich einer Obdachlosen gegenüber, die nicht mehr weg geht, sondern sich vor Ns Wohnung einzurichten scheint und auf einmal fühlt N sich noch nicht einmal mehr in ihrer eigenen Wohnung sicher. Ein harter Roman, der mich sehr berührt hat, Hegemann gelingt es sehr gut, uns die Persönlichkeit und die Ängste ihrer Protagonistin nahe zu bringen. Empfehlenswert!

5

Außergewöhnliche Leseerfahrung, die mit Tabus bricht, vorschnelle Rückschlüsse ausräumt und Klassenunterschiede deplatziert. Große Empfehlung!

I can’t get no sleep Je länger sie in der U-Bahn sitzt, desto mehr verändern sich Ns Mitfahrende - von reich zu arm oder umgekehrt innerhalb von fünf Stadtteilen, je nachdem, in welche Richtung sie fährt. N ist Kampfsportlerin und Trainerin, knapp unter 30 und bereitet sich auf einen Kampf gegen ihre Angstgegnerin vor. Erst verwaschen, dann immer klarer kritzelt sich Striker mit gigantischen Zeichen an der Hausfassade in ihr Leben - gefolgt von Ivy, die mit ihrem Hab und Gut beinahe Ns Tür einrennt. Wie und ob das alles zusammenhängt, erfahren wir in Helene Hegemanns neuem Roman. 💤 But there′s no release, no peace Eine so große Angst im Inneren zu fühlen, dass die Welt mitten in der Nacht in Berlins Problembezirk sicherer erscheint. Das klingt zunächst absurd, doch wenn wir ganz tief in uns hineinhorchen, in die dunkelsten Nischen lauschen, dann ging es uns vielleicht selbst schon einmal so. Auf eine drängende und umklammernde Weise können wir spüren, wie es N ergeht, wenn sie die Schritte vom Dachboden hört, wenn sie das Geheimnis der Zeichen lüftet, wenn sie sich davor fürchtet, dass Ivy in ihre Wohnung eindringt, wenn sie den Schrecken im Flur zurücklässt und stattdessen in ihr eigenes Spiegelbild blickt und wenn sie ihren Schlaf gegen die kalte Nacht auf der Straße eintauscht. Insomnia „Striker“ ist auf eine sehr körperliche Weise emotional geschrieben und spielt ganz bewusst mit Ekel, Grenzerfahrungen und deren Überschreitung. Während der Lektüre fühlt man sich selbst irgendwie gehetzt und verfolgt. Zwischen den Zeilen lichtet sich mit der Zeit das ein oder andere Geheimnis, aber manches bleibt verborgen. Für mich war es eine geniale und außergewöhnliche Leseerfahrung, die mit Tabus bricht, vorschnelle Rückschlüsse ausräumt und Klassenunterschiede deplatziert. Große Empfehlung!

Außergewöhnliche Leseerfahrung, die mit Tabus bricht, vorschnelle Rückschlüsse ausräumt und Klassenunterschiede deplatziert. Große Empfehlung!
3

Striker konnte mich leider gar nicht in seinen Bann ziehen, emotional involvieren und zum weiterlesen motivieren. Vielleicht etwas zu viel high level Literatur für mich 🫠

3

„Die Menschen steckten in einer Matrix fest, seien zu Gespenstern geworden, zu Zombies, die sich etwas unterwerfen würden, das sie nicht sehen könnten, weil ihr Blick von Arschlöchern vernebelt werde.“ Mir gefiel die toughe Protagonistin in diesem düsteren Roman.

5

Sternebewertung fiktiv

Kennt ihr dieses Gefühl beim Lesen, wenn sich alles irgendwie eng anfühlt, fast körperlich? So, als würde jede Seite einen Schritt näher an etwas bringen, das unausweichlich scheint? Genau so war „Striker“ von Helene Hegemann für mich. 190 Seiten, die sich nicht wie ein Roman anfühlen, sondern wie eine einzige gespannte Boxrunde. Kein Verschnaufen. Kein Rückzug. Nur Vorwärts. Im Mittelpunkt steht N., eine junge Frau, durchtrainiert, kontrolliert, innerlich brodelnd. Sie lebt in Berlin oder vielleicht besser gesagt: Sie überlebt dort. Zwischen Boxtraining, Obdachlosen, Junkies und einer lieblosen Affäre mit einer kühlen Politikerin versucht sie, sich irgendwie zu behaupten. Ihre Tage sind hart, ihre Nächte gefühllos. Alles ist getaktet, funktional, beinahe seelenlos. Und dann trifft sie auf Ivy, eine junge Frau mit einem großen Rucksack und noch größerer Unsicherheit. Einfach so im Treppenhaus. Und plötzlich entsteht da etwas. Eine Form von Nähe, die N. nicht greifen kann. Ivy bringt Unruhe. Sie wirft Fragen auf. Und da ist noch dieser geheimnisvolle Sprayer „Striker“, der Ivy nahesteht, den aber niemand je gesehen hat. Das Buch hat mich gefordert, sprachlich, emotional, gedanklich. Ich war mittendrin, wollte wissen, wohin das alles führt. Diese ständige Anspannung, das Gefühl, dass jeden Moment etwas kippt… Und genau das war mein kleiner persönlicher Konflikt mit dem Buch: So viel Druck, so viel Dichte und am Ende hat mir der eine Moment gefehlt, der alles sprengt. Ich habe auf ein emotionales Beben gewartet, das für mich nicht kam. Das macht das Buch nicht weniger intensiv. Vielleicht ist genau das die Stärke, dass es einen nicht erlöst. Es bleibt etwas zurück. Eine Art Nachbeben. Mich würde sehr interessieren, wie es euch mit „Striker“ ging, hat es euch berührt, überfordert, begeistert oder kaltgelassen? Lasst uns gerne darüber sprechen. Bücher dürfen auch mal unbequem sein.

4.5

Düsterer Berlin-Roman mit spannungsvoller Atmo

Vor der Wohnungstüre einer professionellen Wettkampfboxerin im 5. Stock des Hinterhauses taucht eine junge Frau mit ihren in Plastiktüten verpackten Habseligkeiten auf. Kurz zuvor hat einer der berühmtesten Sprayer der Stadt sich an der Brandschutzmauer gegenüber verewigt. Die junge Frau, Ivy, behauptet, seine Freundin zu sein. Doch die Nachbarn aus dem Vorderhaus kennen sie bereits. Wer ist Ivy wirklich, und was will sie von N, der Boxerin? Ein düsterer Berlin-Roman mit bedrohlich-spannungsvoller Atmosphäre über urbane Anonymität und den kleinen und großen Aggressionen, die unsere Gegenwart produziert.

Düsterer Berlin-Roman mit spannungsvoller Atmo
4

Spannend bis auf den Titelgeber

Der Roman hat mich mit seinen tief gehenden Charakterstudien, der schnellen Handlung und dem tollen Humor in seinen Bann gezogen. Gerade der Sprachstil war einzigartig - der teilweise wilde Mix aus Fremdwörtern und Umgangssprache hat mir gut gefallen. Ein echter Wermutstropfen ist für mich der Titel, benannt nach der am wenigsten ausdifferenzierten und stereotypischen Figuren...

Spannend bis auf den Titelgeber
2.5

Irgendwie hat mich das Buch nicht so überzeugt, wie ich aufgrund des Klapptextes gehofft habe. Es war beklemmend den Text zu lesen. Die Autorin schafft es zwar, dass man ständig das Gefühl hat, dass etwas passiert - was dann leider nicht eintrifft. Ich habe den Zugang zum Buch nicht gefunden und es lässt mich ein wenig ratlos zurück.

4

Also hier und da waren die Figuren und die Story doch auch etwas hermetisch. Aber wofür es einen extra haben Stern gibt ist das World Building. Das hab ich zuletzt selten in der Mainstream Gegenwartsliteratur gelesen. Zumindest in der deutschsprachigen. Dieser Roman ist wirklich ein ganz eigener Blick auf Berlin und Milieu.

3.5

Was für ein Trip. Ich hatte das Gefühl, man kann dieses Buch nicht in Ruhe lesen. Man fängt an und liest immer schneller und kann nicht aufhören. Es ist wie ein Sog, der einen mit sich reißt. Und am Ende fragt man sich: Was habe ich da gerade gelesen? Aber das ist nichts schlechtes. Man kommt ins Denken und möchte mehr erfahren, mehr spüren und fühlen, so wie die Protagonistin dieser Geschichte. Mich hat weniger das erzählte interessiert, als vielmehr die brutale Art wie es erzählt wurde. Man fühlt sich selbst über lange Strecken des Buches wie in einem Schlagabtausch und wie ein Getriebener. Absolut lesenswert.

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