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Die Geschichte der amerikanischen, intellektuellen Familie Winslows nimmt den Lesenden durch eine lange Zeit des 19. Jahrhunderts mit. Man erfährt viel über das Denken, die Einstellungen der Menschen zu vielen damals aktuellen Problemen, wie Abtreibung, Krieg, Judentum, die Rolle der Frau in der Gesellschaft. An Hand der vielen Familienmitglieder wird dies verdeutlicht. Besonders Esther, die als Waise in die Familie aufgenommen wird, steht mit ihrer Stärke und ihrem Selbstbewusstsein im Mittelpunkt. Doch auch die Eltern stehen für eine moderne und atheistische Lebensweise. Später begleiten wir ihren Sohn u.a. ins Wien der Nachkriegszeit. Der Schriftsteller befasst sich ausführlich mit der theoretische Problematik der Abtreibung. Dadurch wurde zunächst auch von der eigentliche Geschichte abgelenkt. Manchmal hatte ich das Gefühl, ein älterer Mensch bemüht sich, mir etwas zu erklären. Über eine sehr lange Strecke des Buches fragte ich mich, wo führt das hin, was hat das mit der Geschichte der biblischen Königin Esther zu tun, was will uns John Irwin eigentlich erzählen. Oder habe ich unaufmerksam gelesen, etwas verpasst? Ich war nahr dran abzubrechen. Mir lag dieses mal die Geschichte nicht. Die Sprünge, die verschiedenen Protagonisten, auch die geschichtlichen Ausschweifungen haben mich nicht erreicht. Ich hätte mir weniger drumherum gewünscht und wäre gern konstanter an einzelnen Protagonisten geblieben. Mir fehlte oft die Begründung für deren Handlungen und die Erkenntnis, welche Gefühle sie bewegten, auch konnte ich nicht erkennen, woher Honors Angst kam, dass James in den Krieg ziehen könnte und sie lange nach einem Ausweg, in Form einer Verletzung o.a. für ihn suchte. Den Schreibstil empfand ich als ausschweifend, ausführlich, teils ermüdend und auch schwerfällig. Vieles fand ich auch ziemlich wirr. Die Zeit des jungen James in Wien dagegen war leichter und interessanter zu lesen. In diesem Stil hätte ich mir mehr gewünscht. Bisher hatte ich von John Irvin "Gottes Wort und Teufels Beitrag" gelesen. Dies war flüssiger zu lesen und auch von der Story interessanter. Zudem fehlte die Leichtigkeit in der Erzählweise, die das Lesen zum Vergnügen macht. Zu viel Gesellschaftskritik, Politik, geschichtliche und kulturelle Ausflüge haben mir das Buch schwerfällig und mühsam gemacht. Schade.
Jan 4, 2026
Die Geschichte der amerikanischen, intellektuellen Familie Winslows nimmt den Lesenden durch eine lange Zeit des 19. Jahrhunderts mit. Man erfährt viel über das Denken, die Einstellungen der Menschen zu vielen damals aktuellen Problemen, wie Abtreibung, Krieg, Judentum, die Rolle der Frau in der Gesellschaft. An Hand der vielen Familienmitglieder wird dies verdeutlicht. Besonders Esther, die als Waise in die Familie aufgenommen wird, steht mit ihrer Stärke und ihrem Selbstbewusstsein im Mittelpunkt. Doch auch die Eltern stehen für eine moderne und atheistische Lebensweise. Später begleiten wir ihren Sohn u.a. ins Wien der Nachkriegszeit. Der Schriftsteller befasst sich ausführlich mit der theoretische Problematik der Abtreibung. Dadurch wurde zunächst auch von der eigentliche Geschichte abgelenkt. Manchmal hatte ich das Gefühl, ein älterer Mensch bemüht sich, mir etwas zu erklären. Über eine sehr lange Strecke des Buches fragte ich mich, wo führt das hin, was hat das mit der Geschichte der biblischen Königin Esther zu tun, was will uns John Irwin eigentlich erzählen. Oder habe ich unaufmerksam gelesen, etwas verpasst? Ich war nahr dran abzubrechen. Mir lag dieses mal die Geschichte nicht. Die Sprünge, die verschiedenen Protagonisten, auch die geschichtlichen Ausschweifungen haben mich nicht erreicht. Ich hätte mir weniger drumherum gewünscht und wäre gern konstanter an einzelnen Protagonisten geblieben. Mir fehlte oft die Begründung für deren Handlungen und die Erkenntnis, welche Gefühle sie bewegten, auch konnte ich nicht erkennen, woher Honors Angst kam, dass James in den Krieg ziehen könnte und sie lange nach einem Ausweg, in Form einer Verletzung o.a. für ihn suchte. Den Schreibstil empfand ich als ausschweifend, ausführlich, teils ermüdend und auch schwerfällig. Vieles fand ich auch ziemlich wirr. Die Zeit des jungen James in Wien dagegen war leichter und interessanter zu lesen. In diesem Stil hätte ich mir mehr gewünscht. Bisher hatte ich von John Irvin "Gottes Wort und Teufels Beitrag" gelesen. Dies war flüssiger zu lesen und auch von der Story interessanter. Zudem fehlte die Leichtigkeit in der Erzählweise, die das Lesen zum Vergnügen macht. Zu viel Gesellschaftskritik, Politik, geschichtliche und kulturelle Ausflüge haben mir das Buch schwerfällig und mühsam gemacht. Schade.
Jan 4, 2026






