Blick ins Buch

Romane

Königin Esther

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Über das Buch

Jimmy Winslow hat zwei Mütter. Honor, die ihn aufgezogen hat, schickt ihn als Studenten von New Hampshire nach Wien, wo er Vater werden soll. Das Wien der Sechzigerjahre ist ein Ort voller Geheimnisse und Versuchungen, und Jimmy springt kopfüber hinein und ist dabei immer auch auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter Esther Nacht. Was er erlebt, ist eine spektakuläre Achterbahnfahrt, wie sie nur das Leben in John Irvings Büchern schreiben kann – voller großer Gefühle, unglaublicher Wendungen und Figuren, die uns nicht mehr loslassen.

Editionen (2)

ISBN9783257615944
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum19.11.25
Seitenzahl560

Rezensionen & Bewertungen

60 Bewertungen

19 Rezensionen

3,6

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  • theagri
    theagri

    777 Follower

    2,5

    Die Geschichte der amerikanischen, intellektuellen Familie Winslows nimmt den Lesenden durch eine lange Zeit des 19. Jahrhunderts mit. Man erfährt viel über das Denken, die Einstellungen der Menschen zu vielen damals aktuellen Problemen, wie Abtreibung, Krieg, Judentum, die Rolle der Frau in der Gesellschaft. An Hand der vielen Familienmitglieder wird dies verdeutlicht. Besonders Esther, die als Waise in die Familie aufgenommen wird, steht mit ihrer Stärke und ihrem Selbstbewusstsein im Mittelpunkt. Doch auch die Eltern stehen für eine moderne und atheistische Lebensweise. Später begleiten wir ihren Sohn u.a. ins Wien der Nachkriegszeit. Der Schriftsteller befasst sich ausführlich mit der theoretische Problematik der Abtreibung. Dadurch wurde zunächst auch von der eigentliche Geschichte abgelenkt. Manchmal hatte ich das Gefühl, ein älterer Mensch bemüht sich, mir etwas zu erklären. Über eine sehr lange Strecke des Buches fragte ich mich, wo führt das hin, was hat das mit der Geschichte der biblischen Königin Esther zu tun, was will uns John Irwin eigentlich erzählen. Oder habe ich unaufmerksam gelesen, etwas verpasst? Ich war nahr dran abzubrechen. Mir lag dieses mal die Geschichte nicht. Die Sprünge, die verschiedenen Protagonisten, auch die geschichtlichen Ausschweifungen haben mich nicht erreicht. Ich hätte mir weniger drumherum gewünscht und wäre gern konstanter an einzelnen Protagonisten geblieben. Mir fehlte oft die Begründung für deren Handlungen und die Erkenntnis, welche Gefühle sie bewegten, auch konnte ich nicht erkennen, woher Honors Angst kam, dass James in den Krieg ziehen könnte und sie lange nach einem Ausweg, in Form einer Verletzung o.a. für ihn suchte. Den Schreibstil empfand ich als ausschweifend, ausführlich, teils ermüdend und auch schwerfällig. Vieles fand ich auch ziemlich wirr. Die Zeit des jungen James in Wien dagegen war leichter und interessanter zu lesen. In diesem Stil hätte ich mir mehr gewünscht. Bisher hatte ich von John Irvin "Gottes Wort und Teufels Beitrag" gelesen. Dies war flüssiger zu lesen und auch von der Story interessanter. Zudem fehlte die Leichtigkeit in der Erzählweise, die das Lesen zum Vergnügen macht. Zu viel Gesellschaftskritik, Politik, geschichtliche und kulturelle Ausflüge haben mir das Buch schwerfällig und mühsam gemacht. Schade.

    4. Jan. 2026

  • missesther
    missesther

    84 Follower

    1,5

    Was genau ist dieses Buch…?

    Ein Familienportrait? Ein geschichtliches Sachbuch? Eine Unterrichtsstunde über englische Literatur? Eine Abhandlung über Antisemitismus? Oder nur eine Aneinanderreihung von Spoilern über große Film- und Literaturklassiker (was mich wirklich geärgert hat beim Lesen)?! Als wäre John Irving einen langen Flur entlang gegangen und hätte auf dem Weg jede Tür geöffnet, an der er vorbei gekommen ist. Wo er am Ende aber eigentlich hin wollte, hat sich vielleicht anderen Lesern erschlossen, mir aber leider nicht.

    21. Apr. 2026

  • marzipanhirsch
    marzipanhirsch

    122 Follower

    4,0

    New Hampshire, 1920. Die Familie Winslow lebt ein unkonventionelles Leben, Hauptaugenmerk in der Erziehung ihrer Töchter ist Literatur, Bildung ganz allgemein und Toleranz. Auch die Kindermädchen, die allesamt aus Waisenhäusern stammen, sind davon nicht ausgenommen. So auch die 14- jährige jüdische Esther, titelgebende Hauptfigur dieses Romans. Esther schließt mit Honor, einer der Winslow-Töchter, einen Leihmutterschaftspakt, aus dem Jimmy hervorgeht. Jimmy wächst mit diesen beiden Müttern auf und als er alt genug ist, geht er zum Studium nach Wien. Dort soll er außerdem Vater werden, um nicht in den Vietnamkrieg eingezogen zu werden. Und tatsächlich findet er ein lesbisches Paar, das zu diesem Schritt bereit ist. Von seiner Mutter Esther erfahren wir mittlerweile, dass sie nach Israel ausgewandert und sich dem Mossad angeschlossen hat. Wie immer in Irvings Romanen geht es um eigenwillige Charaktere, LGBTQ, sexuelle Erfahrungen, Toleranz, Absurdität und ganz viel Liebe. In "Queen Esther" Kommt noch das Thema Geschichte des Antisemitismus und des Israel-Palästina- Konflikts hinzu. Insgesamt war das nicht Irvings bestes Buch. Es hat einige Längen und teilweise verirrt es sich in Nebenschauplätzen. Aber wer Irving und seine eigenwilligen Charaktere liebt, sollte auch hier nicht enttäuscht werden, ich habe mich streckenweise köstlich amüsiert, viel gelernt und bin froh, das Buch gelesen bzw in meinem Fall: gehört zu haben.

    10. März 2026

3 von 19 Rezensionen

Autorin / Autor

Über John Irving

John Irving, geboren 1942 in Exeter, New Hampshire, lebt in Toronto und ist einer der begnadetsten Autoren Nordamerikas. Seine bisher 16 Romane wurden alle Weltbestseller, vier davon verfilmt. 2000 erhielt er einen Oscar für die beste Drehbuchadaption für die Verfilmung seines Romans ›Gottes Werk und Teufels Beitrag‹.

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