Dr. No
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Description
Book Information
Author Description
Percival Everett, geboren 1956 in Fort Gordon/Georgia, ist Schriftsteller und Professor für Englisch an der University of Southern California in Los Angeles. Er hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Lyrikbände veröffentlicht. Dafür wurde er vielfach ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen zuletzt die Romane »Erschütterung« (2022), »Die Bäume« (2023) sein Roman »James« (2024), für den er den National Book Award und den Pulitzer-Preis für Belletristik erhielt, sowie seine brillante Satire »Dr. No« (2025). Im Hanser-Taschenbuch ist »Ausradiert« (2026) erschienen.
Posts
Philosophische Gaunergeschichte
Bisher mochte ich die Bücher von Percival Everett total gern. Für dieses hier reicht mein philosophischen Interesse und mathematisches Wissen wohl nicht aus. Man kann der turbulenten Story um den großen Coup mit dem Nichts trotzdem folgen, aber so richtig abgeholt hat sie mich dann nicht. Teilweise ist es richtig witzig und ich habe laut gelacht, dann wieder aberwitzig und grotesk. Everett schreibt großartig, aber das war wohl nicht mein Thema.
Dr. No von Percival Everett Selten hat mich ein Buch so gleichzeitig lachen, staunen und nachdenken lassen wie Dr. No von Percival Everett. Everett nimmt das Konzept des Bösen, zieht es durch den Kakao und formt daraus eine clevere, ironische und völlig absurde Geschichte über Macht, Reichtum, Rassismus, Moral und menschliche Dummheit. Statt eines klassischen Bösewichts oder Helden bekommt man Figuren, die so schräg und zugleich so menschlich sind, dass man gar nicht anders kann, als sich in diesem Chaos wiederzuerkennen. Die Geschichte dreht sich um den Mathematikprofessor Wala Kitu, einem Experten für das Nichts, der seine Welt auf Logik und Strukturen gründet. Kitu ist Autist, brillant und herrlich eigen. Zusammen mit seinem einbeinigen Hund wird er in ein völlig absurdes Abenteuer verwickelt, als ein Milliardär beschließt, das Nichts besitzen zu wollen. Ich habe selten so laut gelacht und gleichzeitig so viel gedacht - jedes Gespräch, jede scheinbar sinnlose Bemerkung hat eine zweite Ebene. Der Humor ist schwarz, trocken und manchmal so subtil, dass man ihn erst Sekunden später versteht. Dr. No ist ein Buch über das Nichts, das alles hat: Tiefe, Witz, Intelligenz und der Frage: Was macht eigentlich das Böse aus und wo beginnt es in uns selbst? Dieses Buch ist ein Ritt zwischen Satire, Philosophie und Wahnsinn, und ich habe jede Seite genossen. Es ist eines dieser Werke, die man beim Lesen immer wieder aus der Hand legt, um über die Welt zu lachen und dann ein bisschen weniger über sie lachen kann. ★★★★★ (5 von 5 Sternen)

Sternebewertung fiktiv
Percival Everett ist ein literarisches Genie. Es gibt sehr wenig Autoren, die Geschichten schreiben, die so gut Realität und Fiktion verbinden. So gut Fantasie schaffen, so gut eine Parallelwelt erschaffen, der dem Leser nicht nur neue Perspektiven aufzeigt, sondern auch das Prädikat erfüllt, *abwesend* sein zu können. Ich hab das Buch an einem Tag gelesen. Nach dem Aufwachen beim ersten Kaffee begonnen und bis abends zum Zähneputzen beendet. Also wenn Marvel oder D.C. diesen Roman nicht als Drehbuch nutzen weiß ich auch nicht. Marvel ist nicht nur bekannt für Superschurken, Superhelden und Antihelden, nein die Filme zeigen zum Ende eine Moral. So auch hier. Percival Everett erzählt uns die Geschichte von Wala Kuti, einem Mathematikprofessor an der Brown University. Er beschäftigt sich mit *nichts*, ja genau, richtig gelesen, er beschäftigt sich mit dem *nichts* Seine Kollegin die Typologin Eigen Vector (große Freude, dass mein Name auch mal irgendwo, irgendwann auftaucht und hier ein mathematischer Begriff eigentlich ist) eine verwirrte Frau, die urkomisch im Verhalten ist und dann hätten wir da noch den 1 Beinigen Hund Trigo, der im Traum von Wala Kuti sogar sprechen kann. Dann ist da noch Sill. Der klassische Schurke. Everett zieht zudem Vergleiche und parodiert zu klassischen Bond Filmen angefangen bei *Goldfinger* dem Haifischbecken aus *Leben und sterben lassen*. Ich hab als Kind alle Bond Filme gesehen. *Goldfinger* war mein Lieblingsfilm. Sill ist einflussreich, auch im politischen Bereich. Er will die volle Macht. Er hat genug von Amerika und dem Land. Er will die volle Herrschaft über Amerika und das Universum. Wala Kuti der Nerd und Professor soll ihm dabei helfen, Eigen Vector wird mitinstrumentalisiert und dient daneben noch als Sexobjekt. Trigo, der Hund, der verrückteste Charakter in dieser Geschichte. Dieses Buch greift alles auf. Rassismus, Sexismus und Ausgrenzung. Machtmissbrauch und die Gefährdung der Demokratie. Wie macht der Autor das? Er hat einfach O alles bedacht. Er hat ein verrücktes Setting geschaffen und einen Film im Kopf entstehen lassen. Beginnen wir nun von Anfang: Wala Kuti ist schwarz. Sein Name bedeutet im Tongolischen *Nichts* und das passt ja auch zu seinem mathematischen Schwerpunkt. Sill möchte in Fort Knox einbrechen. Wer Fort Knox nicht kennt. Dies ist ein US Stutzpunkt der Army im Bundesstaat Kentucky. Hier werden die größten Goldreserven der Welt gelagert. Aber nicht nur Gold wird dort gelagert, sondern auch eine kleine Box, so groß wie ein Schuhkarton. In diesem Karton ist die Macht der Weltherrschaft. Nämlich das *nichts* wenn man diese Box öffnet, ist das *nichts* draußen und man hat die Macht alles zu verändern. Es ist also ein Behältnis ohne Inhalt, aber mit viel Macht. Dieser Roman ist angereichert mit Wortspielen, Metahumor, Philosophie und Witz. Er thematisiert rassistisches Systemversagen. Billionäre mit Macht und dem Machtmissbrauch durch Geldeinfluss, bspw. „Flüge ins All", hier ein Uboot, historischer Verschwörungen, wie das Attentat auf Martin Luther King. Percival Everett ist ein Meister von Genre und Erzählkunst. Niemand schafft die Verbindung zwischen Realismus und Fiktion so grandios. Seine Geschichte ist intelligent aufgebaut, was zu Beginn unstrukturiert und wild klingt, hat einen roten Faden und führt am Ende zur Aufklärung. Er setzt auf Tiefe, gepaart mit Humor und Gesellschaftskritik. Ein Roman, der nicht einem linearen Ablauf folgt. Keine Ahnung, wie Everett das erneut geschafft hat. Bisher hat mich neben „Die Bäume" und „James" nun auch dieser Roman restlos begeistert.
Verrückt und voller Satire
Dr. No ist ein bekannter Professor für Mathematik in der Stadt Providence, Rhode Island. Er heißt eigentlich Ralph Townsend und ist Experte für das Nichts. Das macht ihn zum perfekten Partner für den Milliardär John Will, der Amerika schaden möchte und in Fort Knox dem Land das Nichts wegnehmen möchte. Denn wer das Nichts kontrolliert, hat die Weltherrschaft an sich. Begleitet wird Dr. No von seinem einbeinigen Hund Trigo und seiner Mathematik-Kollegin Eigen. „Es stimmt: Wenn es eins gibt, womit ich mich auskenne, dann ist es nichts.“ Einfach nur voll gut. Eine Mischung aus Spionageroman, verrückter Professor und ganz viel Satire. Dr. No ist ein Nerd, so wie er im Buche steht. Er lebt für sich, verdient sein Geld mit „Nichts“ und findet sich in der Gesellschaft nicht immer so zurecht. Er ist total ehrlich und direkt, was ihn total liebenswert macht. Ich mochte die Geschichte total. Auch seine Beziehung zu seinem einbeinigen Hund, die philosophische Gespräche mit einander führen und seine Wahrnehmung zu seinen liebevollen und beschützenden Gefühlen, die schrittweise für seine Kollegen Eigen, entstehen, machen Dr. No zu einem tollen Typ. Ein bisschen verrückt und witzig erzählt Everett wie Macht in Amerika funktioniert. „Nichts ist überall und nirgends. Es existiert zu jeder Zeit und zu keiner Zeit. Es verändert oder bewegt sich nicht, und es erfährt oder zeigt keinerlei Veränderung, also ist die Zeit, wenn man über es nachdenkt, unbegreiflich.“
Ich habe Dr. No gerade beendet – oder besser gesagt: es hat mich beendet. Everett spielt wieder mit allem, was sicher scheint. Nach James hatte ich nicht erwartet, dass er so einen Sprung macht. Hier geht es um Agenten und Schurken, um Logik und Wahnsinn – und am Ende um das Nichts selbst. Eine Jagd nach dem Nichts, die zugleich absurd und erschreckend aktuell ist. Wie schon in James steckt auch hier so viel über Diskriminierung, Gewalt, Macht und Identität, aber diesmal versteckt unter einer schrägen, fast komischen Oberfläche. Ich schwanke ständig zwischen Lachen und Nachdenken, zwischen „was für ein Unsinn“ und „wie bitter wahr“. Es ist wirklich umfangreich – und dicht. Ich werde es sicher noch einmal lesen müssen, um wirklich zu verstehen, was Everett da alles ineinander verschachtelt hat. Jedenfalls versuchen werde ich es. Ganz anders als James, aber auf seine eigene, verwirrende Art genauso stark.

Nichts.
Percival Everett hat bei mir extrem dicke Vorschusslorbeeren im Körbchen (sagt ma das so 🤣) Bäume und James haben mich derart überzeugt, dass ich auch direkt zu Dr. No gegriffen habe. Ich kann nicht sagen, dass es ein Fehlgriff war aber so richtig verstanden habe ich nichts in diesem Buch. Also was haben wir hier: Einen Roman, der zugleich Parodie, Mathematikvorlesung und Spionagethriller ist – eine wirklich massiv seltsame Mixtur, und trotzdem hat’s nicht schlecht geschmeckt. Zum Inhalt: Es geht um Wala Kitu – Mathematikprofessor, Experte für das Nichts, introvertiert, auf dem Autismus-Spektrum, ohne sexuelle Erfahrung – der anti-Bond: kein Frauenheld, keine Lizenz zum Töten (oder zum Auto fahren), keine Ahnung von zwischenmenschlichen Beziehungen oder Ironie. Trotzdem irgendwie liebenswert, wenn er zum einschlafen mit seinem einbeinigen Hund Trigo Zwiesprache hält. Der “James Bond-eske” John Sill strebt danach, ein Superschurke zu sein: großspurige Villen, ein Schiff, U-Boote, Flugzeuge, sogar ein Pool mit Haien. Doch all das ist überschattet vom Nichts – er will ein Behältnis für nichts bei Fort Knox erlangen, nicht aus Gier nach Gold, sondern wegen einer symbolischen Rache gegenüber einem System, das ihm nichts gegeben hat. Es ist eine Kritik an Macht, Rasse, Statusstatus und an der Idee, dass Schurken durch äußeres Spektakel definiert werden. Sprachlich und strukturell ist das Buch voller Wortspiele, mathematischer Exkurse und Kritik an Polizeigewalt, der Sklaverei, der Vorherrschaft der weißen “Rasse” und sicher weiteren Dingen, die ich ebenfalls nicht verstanden habe. Manchmal wird’s dadurch sperrig: Wer nicht gewillt ist, zwischen den Zeilen (oder Formeln) zu lesen, könnte sich verloren fühlen. Und das habe ich, wie gesagt, ich habe nichts verstanden und ich meine, Nichts! Trotzdem war es irgendwie originell und auch konsequent, hier und da sogar witzig aber boar auch hart nerdy. x*x=Fazit Dr. No ist nicht wirklich ein Agentenroman – es sicher so ein literarisches Meisterwerk und grau deshalb hab ich es vielleicht auch nicht verstanden 😅🤣Nunja, wer Spaß an absurdem Humor, gesellschaftlicher Kritik und an der Dekonstruktion von Genreklischees hat, Leute, greift zu. Ich würde allerdings per se keine Empfehlung für Dr. No aussprechen, weil es einfach zu speziell ist ich es auch nur in kleine Dosen vertragen habe. Trotzdem hat es mich irgendwie unterhalten. Ich weiss einfach nicht was ich abschliessend dazu sagen soll, deshalb sage ich. Nichts.

Dieses Buch macht so viel Spaß. Man stelle sich jedes Wortspiel mit „Nichts“ vor, nur in gut erzählt. Hier passiert es. Bzw. Es passiert nicht. Eine klar handungsgetriebene Heist-Story darf man hier nicht erwarten. Aber tolle bizarr-skurrile Charaktere und einiges an schlauer Unterhaltung. Am Ende geht ein klein wenig die Luft aus, aber das Finale ist wirklich NICHT zu verachten.
Zeigt mir mal wieder, dass Parodien schwer zu lesen sind. Die ersten 100 Seiten sind noch recht unterhaltsam, ja stellenweise sogar komisch. Danach wird es sehr schnell sehr repetitiv mit immer gleichen Diskussionen um "nichts" und philosophischen Diskursen mit einem einbeinigen Hund. Es ist kein langer Roman, aber leider dennoch zu lang.
»Würden wir uns an alles erinnern, hätten wir keine Sprache für das Erinnern und Vergessen.«
Professor Wala Kitus Forschungsgebiet ist das Nichts. Klingt absurd, aber genau das ist gewissermaßen auch das Buch. Als der Milliardär John Sill auf ihn aufmerksam wird, bietet er ihm drei Millionen Dollar, damit er ihn unterstützt und über nichts berät. Schließlich möchte Sill ein richtiger Schurke sein und sein Plan ist kein anderes als das Fort Knox ausrauben, denn er ist davon überzeugt, dass sich dort nichts befindet. Und wer das nichts besitzt, von dem kann die Weltherrschaft nicht mehr weit entfernt sein. So beginnt eine atemberaubende, urkomische und gesellschaftskritische Verfolgungsjagd par excellence. Mehr will ich gar nicht verraten, weil ich sonst bereits zu viel vorwegnehmen würde. Nicht nur nebenbei, sondern sehr ausdrücklich, kritisiert Percival Everetts neuer Roman u.a. Geldgier und Machtausnutzung von Milliardären sowie strukturellen Rassismus und auch gewissermaßen die gesamte amerikanische Gesellschaft als Persiflage. Auch wenn die Story zu Beginn manchmal etwas ausschweifend gerät und mich aufgrund der Absurdität teils ratlos zurückließ, konnte mich der Roman vollends überzeugen, was insbesondere an Everetts faszinierender Sprache – wie brilliant ist diese wieder?! – lag, die mich komplett in die Geschichte eintauchen ließ und mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistere. Auch die Kuriosität der Handlung sowie teils humoristische Schilderungen machten diesen Roman des Autors zu einer ganz besonderen Lektüre mit Sogwirkung, den man sich, sofern man sich auf eine verrückte Handlung einlassen kann und will, nicht entgehen lassen sollte. Obwohl ich bisher erst zwei Bücher von ihm gelesen habe zählt er meiner Meinung nach, zu den bedeutendsten und besten und originellsten Schriftsteller*innen unserer Zeit.

Die fesselnde Logik der Leere
In „Dr. No“ lässt der Autor einen Experten für das „Nichts“ auf einen Möchtegern-Bond-Bösewicht treffen. Was folgt, ist eine herrlich schräge Satire: Mathematische Präzision trifft auf absurden Agententhriller, während unter der Oberfläche scharfe Gesellschaftskritik am US-Rassismus brodelt.
Ein Werk kabarettistischer Art
Mit Respekt ging ich an dieses Buch ran. Das Nichts erklären? Wie soll das funktionieren? Wie soll man über etwas, was nicht greifbar ist, schreiben? Wie wissenschaftlich wird es werden? Die Fragen hätte ich mir wohl sparen können, denn diese zu stellen beantwortet die Frage bereits: Das Thema ist klug und aberwitzig zu gleich. Die ersten Seiten gilt es mit völliger Konzentration zu lesen, um zu entschlüsseln, was für den Protagonisten Nichts ist. Nichts ist nichts. Nichts ist aber nicht nichts. Sich diese Denkweise anzueignen hat erstaunlich schnell funktioniert. Der Knoten im Kopf wird immer dicker und regelmäßig musste ich über die Definitionen schmunzeln und verzweifelt den Kopf schütteln. Dies lockerte das Buch ungemein auf. An der Spitze der Welt sitzen die Milliardäre. Und diesen kann bekanntlich schonmal so langweilig werden, dass sie absurden Tätigkeiten nachgehen. So möchte Milliardär John Sill gerne die Macht über Nichts haben. Er vermutet diesen mächtigen Schatz in Fort Knox und bezieht die Hilfe des Professors Dr. No ein. Er gab sich den Namen Wala Kitu. Übersetzt: Nichts nichts. Der Leser erkennt, was sich wie ein roter Faden durch den Roman zieht. Dr. No merkt schnell, dass er und eine Kollegin in üble Machenschaften verwickelt wurde und versucht daraufhin die Welt zu retten. Wovor? Vor dem Nichts. Hier bekommt der Roman seine Wendung zum Kriminalroman, der wirklich einem James Bond-Abenteuer gleicht. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Der Autor ist gewieft. Die Wortwitze on point. Die Verwirrung in einer perfekten Dosis. Nach der anfänglichen Einarbeitung liest sich das Buch sehr angenehm. Hier mischt sich Wahn und Genie, wie wir es aus dem Sprichwort kennen. Der Roman unterscheidet sich stark von anderen. Der Inhalt kam sehr unerwartet, was mich fasziniert zurück lässt. Ein Kabarettstück der Extraklasse und eine klare Empfehlung.
Jo, da fällst du zufällig zu deinem Urlaubsbeginn beim Stadtbummel in einer fremden Stadt in eine kleine Buchhandlung und entdeckst dieses Buch. Klappentext sagt dir zu und du denkst "Ey, cool, ein Buch über das Nichts. Wird bestimmt eine coole Urlaubslektüre!"
Joar, dachte ich - bis ich zu lesen begonnen habe. Da stellte ich nämlich schnell fest: "Okay, war wohl nichts mit leichter Lesekost für den Urlaub" 🤷♀️ Wer jetzt allerdings denkt, das Buch wäre erstmal zur Seite gelegt worden, der irrt. Denn ... Sprache und Inhalt haben so einen Sog entwickelt - ich konnte nicht aufhören zu lesen! Und ich dachte immer wieder: "WOW! Was für eine Leistung des Übersetzers (Nikolaus Stingl)!" Als Leser kann man zwischen den Abschnitten kaum Luft holen, denn fast jeder Satz und Abschnitt fordert die Gehirnwindungen extrem. Mich hat es begeistert, auch wenn es sehr fordernd war. Wer Bücher mag, die einen fordern, auch mal ins Philosophische abgleitet, dazu noch Sprache und Witz mag, ist bei diesem Buch genau richtig. Ich kann aber auch jeden verstehen, der sich denkt "Was soll das??" Hätte mir genauso gehen können, wenn mich das Buch nicht in einer entspannten Lebenslage gefunden hätte. Von mir daher 5 Sterne - ein, zwei oder drei Sterne kann ich aber ebenso nachvollziehen.
Ich bin mir noch nicht so sicher, was ich von dem Buch halte. Ein Wissenschaftler der sich mit dem Nichts beschäftigt, gerät in die Fänge eines Superschurken. Also, eigentlich schließen die beiden einen Vertrag und als Wala Kitu klar wird in was er hineingeraten ist, möchte er nur noch weg. Aber ohne seinen einbeinigen Hund der Mathematikerin Eigen Vector, mag er nicht gehen. Es geht zwischen den Seiten Gut und Böse immer hin und her und Wala und Eigen mittendrin. Dies ist mein erstes Buch von Percival Everett. Ich mochte die Sprache und teilweise auch die Schnelligkeit dieser sowie das vorankommen der Geschichte. Das Thema passte evtl. nicht so ganz zu mir, war aber dennoch ein Spaß es zu lesen.
Schwer in Worte zu fassen
Ich habe dem Buch letztendlich nur 3 Sterne geben, was vor allem daran liegt, dass ich wahrscheinlich die falsche Zielgruppe bin. Zu beginn war ich neugierig auf das Buch; es schien mir ungewöhnlich, neu, einzigartig. Schnell hatte ich mit dem Schreibstil zu kämpfen, welcher sehr durchwoben ist und für mich etwas hin und her springt in den Gedankengängen (was gleichzeitig wieder Sinn ergibt). Dadurch habe ich das Buch öfters weggelegt, da ich es nicht flüssig lesen konnte. Die Personen, allen voran Wala Kitu, in dem Buch sind sehr vielschichtig und einzigartig. Ich war sehr angetan von der Tiefe, die ein jeder erhalten hat und denke noch immer gerne an sie zurück. Deren miteinander teils sehr witzig ist. Nicht zu vergessen, dass es sich hierbei um einen Agentenfilm handelt und alles auf ein Ziel hinfürt. Das ganze wird mit viel Mathematik und philosophischen Touch vollzogen. Die Abstrusität mancher Situationen (welche bewusst und meisterhaft gemacht wurde) waren mir oft viel zu weit weg und wenig nahbar. Dadurch konnte ich in das Geschehen weniger Einblicken und dieses nach verfolgen. Vielleicht gebe ich dem Buch ein andere Mal nochmal eine Chance mich mehr zu überzeugen.
Das große Nichts
Es gibt mindestens genauso viele Parodien auf Agentenfilme, wie es richtige James Bond-Filme gibt. Viele davon haben ein paar gute Ideen, können diese aber nicht bis zum Schluss durchhalten. Parodien in Romanform sind noch einmal etwas anderes: Schriftlich wirkt vieles ganz anders als in Bildern. Damit hier tatsächlich alles funktioniert, bedarf es schon meisterhaften Könnens. Dieses zeigt Percival Everett einmal wieder. Wala Kitu ist Professor an der Brown University. Sein Name bedeutet genau das, was sein Spezielgebiet ist: Nichts. Dieses für uns unvorstellbare Nichts, dass es gab, bevor das Universum entstand, das durch Schwarze Löcher entsteht. Durch dieses Spezialgebiet wird der Milliardär John Sill auf ihn aufmerksam, selbsternannter Oberschurke. Mit Wala Kitu möchte er einen Karton aus Fort Knox stehlen, der genau dieses nichts enthalten soll, und mit dem er (man ahnt es), die Weltherrschaft erreichen möchte. Mit Wala Kitu erschafft Percival Everett einen klischeehaft absurden Mathematiker mit Asperger-Syndrom und Autismus-Spektrum-Störung, der durch diese Mischung aus messerscharfem Verstand und unglaublicher Naivität äußerst liebenswürdig wirkt, ein bisschen wie eine Mischung aus Don Tillman und Sheldon Cooper. Klar, dass dies zu aberwitzigen Konstellationen und Situationen führt. Gepaart ist das Ganze mit jeder Menge Mathematik und Philosophie, wobei man manchmal nichts versteht (zwinker zwonker). Percival Everett wird dabei nie geschmacklos und ist stilistisch wie immer perfekt. Ihm gelingt eine großartige Satire, die nebenbei genauestens Rassismus und Machtgefüge durchleuchtet. Humor ist oft ein schwieriges Thema und so wird Dr No mit Sicherheit nicht allen gefallen. Ich fand es toll geschrieben und habe mich sehr amüsiert. Und der letzte Satz des Buches ist der perfekte Abschluss.
Nichts in nicht Nichts
Percival Everett veranschaulicht in seinem Schurkenroman aus meiner Sichtweise viele Theorien speziell im mathematischen Bereich. Das nichts stellt dabei eine unlösbare Aufgabe da, die nur mit nichts zu begreifen ist. Löse alle deine Gedanken von etwas und Nichts wird dir vollkommen klar. Die Hauptpersonen Wala, Eigen und Bösewicht Soll werden mit ihren Persönlichkeitsstrukturen fast liebevoll dargestellt und auch ein bisschen für den Leser treudoof. :) Für mich definitiv eine gute Herbstlektüre ... Ich sag nur "Fettgesicht" ;)
Wala Kitu ist ein Mathematikprofessor an der Brown University und Experte für nichts. Der selbsternannte Schurke John Sill weiht ihn für mehrere Millionen Dollar in seinen Plan ein, Fort Knox auszurauben. Sill geht es nicht um Gold, sondern er will nichts stehlen. Denn wer nichts besitzt, ist der mächtigste Mensch der Welt. Dieses Buch ist eine Satire auf James Bond und auf Klischee-Hollywood-Action. Auf stilistischer Ebene ist es ein Wagnis, mathematische Überlegungen (ohne die dieses Buch zweifelsohne seinen Sinn verlieren würde) in verständliche Sätze zu packen. Mathematik und Philosophie nähern sich vor allem dort an, wo es um Unendlichkeit oder um nichts geht. An diesen Grenzen wird es schnell absurd bis unmöglich, passende Sätze zu bilden, die nicht in sich widersprüchlich sind. Damit experimentiert Percival Everett hier. Die Figuren in "Dr. No" sind herrlich überzeichnet. Wala Kitu, aspergisch veranlagt und wissentlich sozial inkompetent, der in seinen Träumen mit seinem Hund kommuniziert. Trigo, der Hund, der lediglich ein Bein besitzt. John Sill, der selbsternannte Schurke, der deshalb ein U-Boot besitzt, weil er eben ein Schurke ist, etc. Wer sich auf einen Fiebertraum in Buchform einlassen will, wird mit "Dr. No" viel Freude haben. Das Ende hat mich ratlos zurückgelassen, aber ich würde auf keinen Fall sagen, dass ich nichts verstanden habe.
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Percival Everett, geboren 1956 in Fort Gordon/Georgia, ist Schriftsteller und Professor für Englisch an der University of Southern California in Los Angeles. Er hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Lyrikbände veröffentlicht. Dafür wurde er vielfach ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen zuletzt die Romane »Erschütterung« (2022), »Die Bäume« (2023) sein Roman »James« (2024), für den er den National Book Award und den Pulitzer-Preis für Belletristik erhielt, sowie seine brillante Satire »Dr. No« (2025). Im Hanser-Taschenbuch ist »Ausradiert« (2026) erschienen.
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Philosophische Gaunergeschichte
Bisher mochte ich die Bücher von Percival Everett total gern. Für dieses hier reicht mein philosophischen Interesse und mathematisches Wissen wohl nicht aus. Man kann der turbulenten Story um den großen Coup mit dem Nichts trotzdem folgen, aber so richtig abgeholt hat sie mich dann nicht. Teilweise ist es richtig witzig und ich habe laut gelacht, dann wieder aberwitzig und grotesk. Everett schreibt großartig, aber das war wohl nicht mein Thema.
Dr. No von Percival Everett Selten hat mich ein Buch so gleichzeitig lachen, staunen und nachdenken lassen wie Dr. No von Percival Everett. Everett nimmt das Konzept des Bösen, zieht es durch den Kakao und formt daraus eine clevere, ironische und völlig absurde Geschichte über Macht, Reichtum, Rassismus, Moral und menschliche Dummheit. Statt eines klassischen Bösewichts oder Helden bekommt man Figuren, die so schräg und zugleich so menschlich sind, dass man gar nicht anders kann, als sich in diesem Chaos wiederzuerkennen. Die Geschichte dreht sich um den Mathematikprofessor Wala Kitu, einem Experten für das Nichts, der seine Welt auf Logik und Strukturen gründet. Kitu ist Autist, brillant und herrlich eigen. Zusammen mit seinem einbeinigen Hund wird er in ein völlig absurdes Abenteuer verwickelt, als ein Milliardär beschließt, das Nichts besitzen zu wollen. Ich habe selten so laut gelacht und gleichzeitig so viel gedacht - jedes Gespräch, jede scheinbar sinnlose Bemerkung hat eine zweite Ebene. Der Humor ist schwarz, trocken und manchmal so subtil, dass man ihn erst Sekunden später versteht. Dr. No ist ein Buch über das Nichts, das alles hat: Tiefe, Witz, Intelligenz und der Frage: Was macht eigentlich das Böse aus und wo beginnt es in uns selbst? Dieses Buch ist ein Ritt zwischen Satire, Philosophie und Wahnsinn, und ich habe jede Seite genossen. Es ist eines dieser Werke, die man beim Lesen immer wieder aus der Hand legt, um über die Welt zu lachen und dann ein bisschen weniger über sie lachen kann. ★★★★★ (5 von 5 Sternen)

Sternebewertung fiktiv
Percival Everett ist ein literarisches Genie. Es gibt sehr wenig Autoren, die Geschichten schreiben, die so gut Realität und Fiktion verbinden. So gut Fantasie schaffen, so gut eine Parallelwelt erschaffen, der dem Leser nicht nur neue Perspektiven aufzeigt, sondern auch das Prädikat erfüllt, *abwesend* sein zu können. Ich hab das Buch an einem Tag gelesen. Nach dem Aufwachen beim ersten Kaffee begonnen und bis abends zum Zähneputzen beendet. Also wenn Marvel oder D.C. diesen Roman nicht als Drehbuch nutzen weiß ich auch nicht. Marvel ist nicht nur bekannt für Superschurken, Superhelden und Antihelden, nein die Filme zeigen zum Ende eine Moral. So auch hier. Percival Everett erzählt uns die Geschichte von Wala Kuti, einem Mathematikprofessor an der Brown University. Er beschäftigt sich mit *nichts*, ja genau, richtig gelesen, er beschäftigt sich mit dem *nichts* Seine Kollegin die Typologin Eigen Vector (große Freude, dass mein Name auch mal irgendwo, irgendwann auftaucht und hier ein mathematischer Begriff eigentlich ist) eine verwirrte Frau, die urkomisch im Verhalten ist und dann hätten wir da noch den 1 Beinigen Hund Trigo, der im Traum von Wala Kuti sogar sprechen kann. Dann ist da noch Sill. Der klassische Schurke. Everett zieht zudem Vergleiche und parodiert zu klassischen Bond Filmen angefangen bei *Goldfinger* dem Haifischbecken aus *Leben und sterben lassen*. Ich hab als Kind alle Bond Filme gesehen. *Goldfinger* war mein Lieblingsfilm. Sill ist einflussreich, auch im politischen Bereich. Er will die volle Macht. Er hat genug von Amerika und dem Land. Er will die volle Herrschaft über Amerika und das Universum. Wala Kuti der Nerd und Professor soll ihm dabei helfen, Eigen Vector wird mitinstrumentalisiert und dient daneben noch als Sexobjekt. Trigo, der Hund, der verrückteste Charakter in dieser Geschichte. Dieses Buch greift alles auf. Rassismus, Sexismus und Ausgrenzung. Machtmissbrauch und die Gefährdung der Demokratie. Wie macht der Autor das? Er hat einfach O alles bedacht. Er hat ein verrücktes Setting geschaffen und einen Film im Kopf entstehen lassen. Beginnen wir nun von Anfang: Wala Kuti ist schwarz. Sein Name bedeutet im Tongolischen *Nichts* und das passt ja auch zu seinem mathematischen Schwerpunkt. Sill möchte in Fort Knox einbrechen. Wer Fort Knox nicht kennt. Dies ist ein US Stutzpunkt der Army im Bundesstaat Kentucky. Hier werden die größten Goldreserven der Welt gelagert. Aber nicht nur Gold wird dort gelagert, sondern auch eine kleine Box, so groß wie ein Schuhkarton. In diesem Karton ist die Macht der Weltherrschaft. Nämlich das *nichts* wenn man diese Box öffnet, ist das *nichts* draußen und man hat die Macht alles zu verändern. Es ist also ein Behältnis ohne Inhalt, aber mit viel Macht. Dieser Roman ist angereichert mit Wortspielen, Metahumor, Philosophie und Witz. Er thematisiert rassistisches Systemversagen. Billionäre mit Macht und dem Machtmissbrauch durch Geldeinfluss, bspw. „Flüge ins All", hier ein Uboot, historischer Verschwörungen, wie das Attentat auf Martin Luther King. Percival Everett ist ein Meister von Genre und Erzählkunst. Niemand schafft die Verbindung zwischen Realismus und Fiktion so grandios. Seine Geschichte ist intelligent aufgebaut, was zu Beginn unstrukturiert und wild klingt, hat einen roten Faden und führt am Ende zur Aufklärung. Er setzt auf Tiefe, gepaart mit Humor und Gesellschaftskritik. Ein Roman, der nicht einem linearen Ablauf folgt. Keine Ahnung, wie Everett das erneut geschafft hat. Bisher hat mich neben „Die Bäume" und „James" nun auch dieser Roman restlos begeistert.
Verrückt und voller Satire
Dr. No ist ein bekannter Professor für Mathematik in der Stadt Providence, Rhode Island. Er heißt eigentlich Ralph Townsend und ist Experte für das Nichts. Das macht ihn zum perfekten Partner für den Milliardär John Will, der Amerika schaden möchte und in Fort Knox dem Land das Nichts wegnehmen möchte. Denn wer das Nichts kontrolliert, hat die Weltherrschaft an sich. Begleitet wird Dr. No von seinem einbeinigen Hund Trigo und seiner Mathematik-Kollegin Eigen. „Es stimmt: Wenn es eins gibt, womit ich mich auskenne, dann ist es nichts.“ Einfach nur voll gut. Eine Mischung aus Spionageroman, verrückter Professor und ganz viel Satire. Dr. No ist ein Nerd, so wie er im Buche steht. Er lebt für sich, verdient sein Geld mit „Nichts“ und findet sich in der Gesellschaft nicht immer so zurecht. Er ist total ehrlich und direkt, was ihn total liebenswert macht. Ich mochte die Geschichte total. Auch seine Beziehung zu seinem einbeinigen Hund, die philosophische Gespräche mit einander führen und seine Wahrnehmung zu seinen liebevollen und beschützenden Gefühlen, die schrittweise für seine Kollegen Eigen, entstehen, machen Dr. No zu einem tollen Typ. Ein bisschen verrückt und witzig erzählt Everett wie Macht in Amerika funktioniert. „Nichts ist überall und nirgends. Es existiert zu jeder Zeit und zu keiner Zeit. Es verändert oder bewegt sich nicht, und es erfährt oder zeigt keinerlei Veränderung, also ist die Zeit, wenn man über es nachdenkt, unbegreiflich.“
Ich habe Dr. No gerade beendet – oder besser gesagt: es hat mich beendet. Everett spielt wieder mit allem, was sicher scheint. Nach James hatte ich nicht erwartet, dass er so einen Sprung macht. Hier geht es um Agenten und Schurken, um Logik und Wahnsinn – und am Ende um das Nichts selbst. Eine Jagd nach dem Nichts, die zugleich absurd und erschreckend aktuell ist. Wie schon in James steckt auch hier so viel über Diskriminierung, Gewalt, Macht und Identität, aber diesmal versteckt unter einer schrägen, fast komischen Oberfläche. Ich schwanke ständig zwischen Lachen und Nachdenken, zwischen „was für ein Unsinn“ und „wie bitter wahr“. Es ist wirklich umfangreich – und dicht. Ich werde es sicher noch einmal lesen müssen, um wirklich zu verstehen, was Everett da alles ineinander verschachtelt hat. Jedenfalls versuchen werde ich es. Ganz anders als James, aber auf seine eigene, verwirrende Art genauso stark.

Nichts.
Percival Everett hat bei mir extrem dicke Vorschusslorbeeren im Körbchen (sagt ma das so 🤣) Bäume und James haben mich derart überzeugt, dass ich auch direkt zu Dr. No gegriffen habe. Ich kann nicht sagen, dass es ein Fehlgriff war aber so richtig verstanden habe ich nichts in diesem Buch. Also was haben wir hier: Einen Roman, der zugleich Parodie, Mathematikvorlesung und Spionagethriller ist – eine wirklich massiv seltsame Mixtur, und trotzdem hat’s nicht schlecht geschmeckt. Zum Inhalt: Es geht um Wala Kitu – Mathematikprofessor, Experte für das Nichts, introvertiert, auf dem Autismus-Spektrum, ohne sexuelle Erfahrung – der anti-Bond: kein Frauenheld, keine Lizenz zum Töten (oder zum Auto fahren), keine Ahnung von zwischenmenschlichen Beziehungen oder Ironie. Trotzdem irgendwie liebenswert, wenn er zum einschlafen mit seinem einbeinigen Hund Trigo Zwiesprache hält. Der “James Bond-eske” John Sill strebt danach, ein Superschurke zu sein: großspurige Villen, ein Schiff, U-Boote, Flugzeuge, sogar ein Pool mit Haien. Doch all das ist überschattet vom Nichts – er will ein Behältnis für nichts bei Fort Knox erlangen, nicht aus Gier nach Gold, sondern wegen einer symbolischen Rache gegenüber einem System, das ihm nichts gegeben hat. Es ist eine Kritik an Macht, Rasse, Statusstatus und an der Idee, dass Schurken durch äußeres Spektakel definiert werden. Sprachlich und strukturell ist das Buch voller Wortspiele, mathematischer Exkurse und Kritik an Polizeigewalt, der Sklaverei, der Vorherrschaft der weißen “Rasse” und sicher weiteren Dingen, die ich ebenfalls nicht verstanden habe. Manchmal wird’s dadurch sperrig: Wer nicht gewillt ist, zwischen den Zeilen (oder Formeln) zu lesen, könnte sich verloren fühlen. Und das habe ich, wie gesagt, ich habe nichts verstanden und ich meine, Nichts! Trotzdem war es irgendwie originell und auch konsequent, hier und da sogar witzig aber boar auch hart nerdy. x*x=Fazit Dr. No ist nicht wirklich ein Agentenroman – es sicher so ein literarisches Meisterwerk und grau deshalb hab ich es vielleicht auch nicht verstanden 😅🤣Nunja, wer Spaß an absurdem Humor, gesellschaftlicher Kritik und an der Dekonstruktion von Genreklischees hat, Leute, greift zu. Ich würde allerdings per se keine Empfehlung für Dr. No aussprechen, weil es einfach zu speziell ist ich es auch nur in kleine Dosen vertragen habe. Trotzdem hat es mich irgendwie unterhalten. Ich weiss einfach nicht was ich abschliessend dazu sagen soll, deshalb sage ich. Nichts.

Dieses Buch macht so viel Spaß. Man stelle sich jedes Wortspiel mit „Nichts“ vor, nur in gut erzählt. Hier passiert es. Bzw. Es passiert nicht. Eine klar handungsgetriebene Heist-Story darf man hier nicht erwarten. Aber tolle bizarr-skurrile Charaktere und einiges an schlauer Unterhaltung. Am Ende geht ein klein wenig die Luft aus, aber das Finale ist wirklich NICHT zu verachten.
Zeigt mir mal wieder, dass Parodien schwer zu lesen sind. Die ersten 100 Seiten sind noch recht unterhaltsam, ja stellenweise sogar komisch. Danach wird es sehr schnell sehr repetitiv mit immer gleichen Diskussionen um "nichts" und philosophischen Diskursen mit einem einbeinigen Hund. Es ist kein langer Roman, aber leider dennoch zu lang.
»Würden wir uns an alles erinnern, hätten wir keine Sprache für das Erinnern und Vergessen.«
Professor Wala Kitus Forschungsgebiet ist das Nichts. Klingt absurd, aber genau das ist gewissermaßen auch das Buch. Als der Milliardär John Sill auf ihn aufmerksam wird, bietet er ihm drei Millionen Dollar, damit er ihn unterstützt und über nichts berät. Schließlich möchte Sill ein richtiger Schurke sein und sein Plan ist kein anderes als das Fort Knox ausrauben, denn er ist davon überzeugt, dass sich dort nichts befindet. Und wer das nichts besitzt, von dem kann die Weltherrschaft nicht mehr weit entfernt sein. So beginnt eine atemberaubende, urkomische und gesellschaftskritische Verfolgungsjagd par excellence. Mehr will ich gar nicht verraten, weil ich sonst bereits zu viel vorwegnehmen würde. Nicht nur nebenbei, sondern sehr ausdrücklich, kritisiert Percival Everetts neuer Roman u.a. Geldgier und Machtausnutzung von Milliardären sowie strukturellen Rassismus und auch gewissermaßen die gesamte amerikanische Gesellschaft als Persiflage. Auch wenn die Story zu Beginn manchmal etwas ausschweifend gerät und mich aufgrund der Absurdität teils ratlos zurückließ, konnte mich der Roman vollends überzeugen, was insbesondere an Everetts faszinierender Sprache – wie brilliant ist diese wieder?! – lag, die mich komplett in die Geschichte eintauchen ließ und mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistere. Auch die Kuriosität der Handlung sowie teils humoristische Schilderungen machten diesen Roman des Autors zu einer ganz besonderen Lektüre mit Sogwirkung, den man sich, sofern man sich auf eine verrückte Handlung einlassen kann und will, nicht entgehen lassen sollte. Obwohl ich bisher erst zwei Bücher von ihm gelesen habe zählt er meiner Meinung nach, zu den bedeutendsten und besten und originellsten Schriftsteller*innen unserer Zeit.

Die fesselnde Logik der Leere
In „Dr. No“ lässt der Autor einen Experten für das „Nichts“ auf einen Möchtegern-Bond-Bösewicht treffen. Was folgt, ist eine herrlich schräge Satire: Mathematische Präzision trifft auf absurden Agententhriller, während unter der Oberfläche scharfe Gesellschaftskritik am US-Rassismus brodelt.
Ein Werk kabarettistischer Art
Mit Respekt ging ich an dieses Buch ran. Das Nichts erklären? Wie soll das funktionieren? Wie soll man über etwas, was nicht greifbar ist, schreiben? Wie wissenschaftlich wird es werden? Die Fragen hätte ich mir wohl sparen können, denn diese zu stellen beantwortet die Frage bereits: Das Thema ist klug und aberwitzig zu gleich. Die ersten Seiten gilt es mit völliger Konzentration zu lesen, um zu entschlüsseln, was für den Protagonisten Nichts ist. Nichts ist nichts. Nichts ist aber nicht nichts. Sich diese Denkweise anzueignen hat erstaunlich schnell funktioniert. Der Knoten im Kopf wird immer dicker und regelmäßig musste ich über die Definitionen schmunzeln und verzweifelt den Kopf schütteln. Dies lockerte das Buch ungemein auf. An der Spitze der Welt sitzen die Milliardäre. Und diesen kann bekanntlich schonmal so langweilig werden, dass sie absurden Tätigkeiten nachgehen. So möchte Milliardär John Sill gerne die Macht über Nichts haben. Er vermutet diesen mächtigen Schatz in Fort Knox und bezieht die Hilfe des Professors Dr. No ein. Er gab sich den Namen Wala Kitu. Übersetzt: Nichts nichts. Der Leser erkennt, was sich wie ein roter Faden durch den Roman zieht. Dr. No merkt schnell, dass er und eine Kollegin in üble Machenschaften verwickelt wurde und versucht daraufhin die Welt zu retten. Wovor? Vor dem Nichts. Hier bekommt der Roman seine Wendung zum Kriminalroman, der wirklich einem James Bond-Abenteuer gleicht. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Der Autor ist gewieft. Die Wortwitze on point. Die Verwirrung in einer perfekten Dosis. Nach der anfänglichen Einarbeitung liest sich das Buch sehr angenehm. Hier mischt sich Wahn und Genie, wie wir es aus dem Sprichwort kennen. Der Roman unterscheidet sich stark von anderen. Der Inhalt kam sehr unerwartet, was mich fasziniert zurück lässt. Ein Kabarettstück der Extraklasse und eine klare Empfehlung.
Jo, da fällst du zufällig zu deinem Urlaubsbeginn beim Stadtbummel in einer fremden Stadt in eine kleine Buchhandlung und entdeckst dieses Buch. Klappentext sagt dir zu und du denkst "Ey, cool, ein Buch über das Nichts. Wird bestimmt eine coole Urlaubslektüre!"
Joar, dachte ich - bis ich zu lesen begonnen habe. Da stellte ich nämlich schnell fest: "Okay, war wohl nichts mit leichter Lesekost für den Urlaub" 🤷♀️ Wer jetzt allerdings denkt, das Buch wäre erstmal zur Seite gelegt worden, der irrt. Denn ... Sprache und Inhalt haben so einen Sog entwickelt - ich konnte nicht aufhören zu lesen! Und ich dachte immer wieder: "WOW! Was für eine Leistung des Übersetzers (Nikolaus Stingl)!" Als Leser kann man zwischen den Abschnitten kaum Luft holen, denn fast jeder Satz und Abschnitt fordert die Gehirnwindungen extrem. Mich hat es begeistert, auch wenn es sehr fordernd war. Wer Bücher mag, die einen fordern, auch mal ins Philosophische abgleitet, dazu noch Sprache und Witz mag, ist bei diesem Buch genau richtig. Ich kann aber auch jeden verstehen, der sich denkt "Was soll das??" Hätte mir genauso gehen können, wenn mich das Buch nicht in einer entspannten Lebenslage gefunden hätte. Von mir daher 5 Sterne - ein, zwei oder drei Sterne kann ich aber ebenso nachvollziehen.
Ich bin mir noch nicht so sicher, was ich von dem Buch halte. Ein Wissenschaftler der sich mit dem Nichts beschäftigt, gerät in die Fänge eines Superschurken. Also, eigentlich schließen die beiden einen Vertrag und als Wala Kitu klar wird in was er hineingeraten ist, möchte er nur noch weg. Aber ohne seinen einbeinigen Hund der Mathematikerin Eigen Vector, mag er nicht gehen. Es geht zwischen den Seiten Gut und Böse immer hin und her und Wala und Eigen mittendrin. Dies ist mein erstes Buch von Percival Everett. Ich mochte die Sprache und teilweise auch die Schnelligkeit dieser sowie das vorankommen der Geschichte. Das Thema passte evtl. nicht so ganz zu mir, war aber dennoch ein Spaß es zu lesen.
Schwer in Worte zu fassen
Ich habe dem Buch letztendlich nur 3 Sterne geben, was vor allem daran liegt, dass ich wahrscheinlich die falsche Zielgruppe bin. Zu beginn war ich neugierig auf das Buch; es schien mir ungewöhnlich, neu, einzigartig. Schnell hatte ich mit dem Schreibstil zu kämpfen, welcher sehr durchwoben ist und für mich etwas hin und her springt in den Gedankengängen (was gleichzeitig wieder Sinn ergibt). Dadurch habe ich das Buch öfters weggelegt, da ich es nicht flüssig lesen konnte. Die Personen, allen voran Wala Kitu, in dem Buch sind sehr vielschichtig und einzigartig. Ich war sehr angetan von der Tiefe, die ein jeder erhalten hat und denke noch immer gerne an sie zurück. Deren miteinander teils sehr witzig ist. Nicht zu vergessen, dass es sich hierbei um einen Agentenfilm handelt und alles auf ein Ziel hinfürt. Das ganze wird mit viel Mathematik und philosophischen Touch vollzogen. Die Abstrusität mancher Situationen (welche bewusst und meisterhaft gemacht wurde) waren mir oft viel zu weit weg und wenig nahbar. Dadurch konnte ich in das Geschehen weniger Einblicken und dieses nach verfolgen. Vielleicht gebe ich dem Buch ein andere Mal nochmal eine Chance mich mehr zu überzeugen.
Das große Nichts
Es gibt mindestens genauso viele Parodien auf Agentenfilme, wie es richtige James Bond-Filme gibt. Viele davon haben ein paar gute Ideen, können diese aber nicht bis zum Schluss durchhalten. Parodien in Romanform sind noch einmal etwas anderes: Schriftlich wirkt vieles ganz anders als in Bildern. Damit hier tatsächlich alles funktioniert, bedarf es schon meisterhaften Könnens. Dieses zeigt Percival Everett einmal wieder. Wala Kitu ist Professor an der Brown University. Sein Name bedeutet genau das, was sein Spezielgebiet ist: Nichts. Dieses für uns unvorstellbare Nichts, dass es gab, bevor das Universum entstand, das durch Schwarze Löcher entsteht. Durch dieses Spezialgebiet wird der Milliardär John Sill auf ihn aufmerksam, selbsternannter Oberschurke. Mit Wala Kitu möchte er einen Karton aus Fort Knox stehlen, der genau dieses nichts enthalten soll, und mit dem er (man ahnt es), die Weltherrschaft erreichen möchte. Mit Wala Kitu erschafft Percival Everett einen klischeehaft absurden Mathematiker mit Asperger-Syndrom und Autismus-Spektrum-Störung, der durch diese Mischung aus messerscharfem Verstand und unglaublicher Naivität äußerst liebenswürdig wirkt, ein bisschen wie eine Mischung aus Don Tillman und Sheldon Cooper. Klar, dass dies zu aberwitzigen Konstellationen und Situationen führt. Gepaart ist das Ganze mit jeder Menge Mathematik und Philosophie, wobei man manchmal nichts versteht (zwinker zwonker). Percival Everett wird dabei nie geschmacklos und ist stilistisch wie immer perfekt. Ihm gelingt eine großartige Satire, die nebenbei genauestens Rassismus und Machtgefüge durchleuchtet. Humor ist oft ein schwieriges Thema und so wird Dr No mit Sicherheit nicht allen gefallen. Ich fand es toll geschrieben und habe mich sehr amüsiert. Und der letzte Satz des Buches ist der perfekte Abschluss.
Nichts in nicht Nichts
Percival Everett veranschaulicht in seinem Schurkenroman aus meiner Sichtweise viele Theorien speziell im mathematischen Bereich. Das nichts stellt dabei eine unlösbare Aufgabe da, die nur mit nichts zu begreifen ist. Löse alle deine Gedanken von etwas und Nichts wird dir vollkommen klar. Die Hauptpersonen Wala, Eigen und Bösewicht Soll werden mit ihren Persönlichkeitsstrukturen fast liebevoll dargestellt und auch ein bisschen für den Leser treudoof. :) Für mich definitiv eine gute Herbstlektüre ... Ich sag nur "Fettgesicht" ;)
Wala Kitu ist ein Mathematikprofessor an der Brown University und Experte für nichts. Der selbsternannte Schurke John Sill weiht ihn für mehrere Millionen Dollar in seinen Plan ein, Fort Knox auszurauben. Sill geht es nicht um Gold, sondern er will nichts stehlen. Denn wer nichts besitzt, ist der mächtigste Mensch der Welt. Dieses Buch ist eine Satire auf James Bond und auf Klischee-Hollywood-Action. Auf stilistischer Ebene ist es ein Wagnis, mathematische Überlegungen (ohne die dieses Buch zweifelsohne seinen Sinn verlieren würde) in verständliche Sätze zu packen. Mathematik und Philosophie nähern sich vor allem dort an, wo es um Unendlichkeit oder um nichts geht. An diesen Grenzen wird es schnell absurd bis unmöglich, passende Sätze zu bilden, die nicht in sich widersprüchlich sind. Damit experimentiert Percival Everett hier. Die Figuren in "Dr. No" sind herrlich überzeichnet. Wala Kitu, aspergisch veranlagt und wissentlich sozial inkompetent, der in seinen Träumen mit seinem Hund kommuniziert. Trigo, der Hund, der lediglich ein Bein besitzt. John Sill, der selbsternannte Schurke, der deshalb ein U-Boot besitzt, weil er eben ein Schurke ist, etc. Wer sich auf einen Fiebertraum in Buchform einlassen will, wird mit "Dr. No" viel Freude haben. Das Ende hat mich ratlos zurückgelassen, aber ich würde auf keinen Fall sagen, dass ich nichts verstanden habe.

























