Was wir wissen können

Was wir wissen können

Hardback
3.8118

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Description

Im Jahr 2119: Die Welt ist überschwemmt, Europa eine Insellandschaft, Freiheit und Reichtum unserer Gegenwart – ein ferner Traum. Der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe sucht ein verschollenes Gedicht von Weltrang. Der Dichter Francis Blundy hat es 2014 seiner Frau Vivien gewidmet und nur ein einziges Mal vorgetragen. In all den Spuren, die das berühmte Paar hinterlassen hat, stößt Thomas auf eine geheime Liebe, aber auch auf ein Verbrechen. Ian McEwan entwirft meisterhaft eine zukünftige Welt, in der nicht alles verloren ist.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
480
Price
28.80 €

Author Description

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seit seinem Welterfolg ›Abbitte‹ ist jeder seiner Romane ein Bestseller, viele sind verfilmt, zuletzt ›Am Strand‹ (mit Saoirse Ronan) und ›Kindeswohl‹ (mit Emma Thompson). Ian McEwan ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts, der American Academy of Arts and Sciences und Träger der Goethe-Medaille.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
25%
10%
N/A
5%
55%
99%
45%
65%
65%
20%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
65%
60%
70%
70%

Pace

Fast0%
Slow100%
Moderate0%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex0%
Moderate100%
Bildhaft (100%)

Posts

28
All
1.5

Das war eine Qual. Hätte ich nicht die Besprechung im Literaturclub und etliche Rezensionen dazu gelesen, hätte ich spätestens nach 70 Seiten abgebrochen. Sprunghaft, undurchsichtig, langweilig ist der erste Teil. Doch überall hiess es, dass der zweite Teil des Buches dafür entlöhne. Na gut, nach über 280 Seiten beginnt zum Glück endlich der 2. Teil und ja, der war lesbar, unterhaltend, spannend. Das hätte aber auch ein eigenes Buch sein können. Zu wenig Bezug zum ersten Teil (oder umgekehrt, da wir von der Zukunft in die Vergangenheit springen) und fehlende Charaktertiefe. Um Weiten besser als der erste Teil. Die vielen Lobeshymnen auf das Buch kann ich trotzdem nicht nachvollziehen.

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4

Ein Blick zurück aus der Zukunft.

Ian McEwans „Was wir wissen können“ ist ein irritierendes, stellenweise durchaus auch sperriges Buch, das weniger unterhält als beunruhigt. Ich habe locker 120-150 Seiten gebraucht, um „reinzukommen“. Die Geschichte wird zunächst aus der Perspektive des Literaturwissenschaftlers Tom Jahr 2120 erzählt: er ist spezialisiert auf die Literatur unserer heutigen Zeit und blickt auf unsere Gegenwart zurück, rekonstruiert das Leben der damals handelnden Literaten und Figuren aus Fragmenten und Quellen – und macht dabei deutlich, wie sehr Geschichte immer Konstruktion und manchmal auch Verklärung ist (Florian Illies macht übrigens genau dasselbe nur von uns aus gesehen zurückblickend…). In der zweiten Hälfte des Buches kommt „die Gegenwart“ (Vivian Blundy - die Frau eines Lyrikers und Toms fiktiver „Schwarm“) zu Wort und es wird noch deutlicher, was es bedeutet Geschichte zu erforschen, zu interpretieren und nachzuvollziehen. Die entworfene Zukunft wirkt dabei aber erschreckend „vertraut“, beziehungsweise deutlich zu antizipieren und realistisch. Politische Macht bleibt elitär und teils autokratisch, Krisen eskalier(t)en, doch echtes Handeln wurde immer wieder aufgeschoben. Die Alzheimer-Krankheit spielt in der Erzählung eine große Rolle und steht meines Erachtens als Metapher für unseren Umgang mit dem Klimawandel. Alzheimer und Vergessen stehen dabei für die menschliche Bequemlichkeit: wir wissen, was zu tun wäre, nehmen es uns vor – und vergessen es wieder, weil wir am Gewohnten und Bequemen hängen - und darin gefangen sind. Die Figuren spiegeln diese Spannung wieder. Vivian bleibt trotz Einsicht passiv und vermeintlich leicht lenkbar, bzw. gibt sich Ihren Leidenschaften hin, umsorgt aber ebenso liebevoll ihren Partner; Francis (Lyriker und Forschungsgebiet von Tom) handelt – radikal, aber vielleicht notwendig und zum richtigen Zeitpunkt? Ist er Sinnbild für Protest und (ein)-geforderte Konsequenz, etwas in Bezug auf den Klimawandel? Die Parallelen zwischen Tom und Rose sowie Francis und Vivian zeigen, wie Ideen gesät, Menschen benutzt und dadurch Geschichte geformt wird. Ein besonderes, kühles Buch, das nicht viel Identifikation mit den Protagonisten zulässt, dafür aber durchaus zum Nachdenken anregt - allein schon aufgrund der ungewöhnlich konstruierten Erzählungsweise mit Blick aus der Zukunft in unsere Gegenwart. Sicher aber keine Alltags-Lektüre.

Ein Blick zurück aus der Zukunft.
3

Mein erster McEwan. Muss gestehen er war interessant jedoch hat er auch etwas zu langatmige Sequenzen. Es gibt mehrere Teile in diesem Buch und der letzte muss ich sagen war mit Abstand der beste. Für Fans von ihm sicher ein muss. Für solche die seine Bücher nicht kennen weiss ich nicht ob genau dieses das Beste zum starten ist. Da er ja sehr beliebt ist, will ich gerne noch ein anderes von ihm lesen und vergleichen.

4.5

Absolute Leseempfehlung! Der Roman wirft interessante Fragen auf, die Charaktere sind gut gezeichnet und der Plot ust spannend und hatte mich gepackt.

4

Verlust im Allgemeinen. Etwas Reines. Wenn du es irgendwann findest (was vermutlich nie der Fall sein wird), entspricht es nicht deinen Erwartungen. Auf immer unerreichbar, so lautet das Prinzip. So beginnen Religionen, mit der Suche nach dem Unbeschreiblichen, und dauern an, während die Götter verloren gehen. McEwans Roman „Was wir wissen können (engl. What We Can Know) zeigt eine mögliche dystopische Zukunft im Jahre 2119, in welcher die uns bekannte Welt von einer globalen Überschwemmung, evoziert durch die unaufhaltsame Erderwärmung, gezeichnet ist. Großbritannien ist dessentwillen zu einer Archipel-Republik geschrumpft, die geprägt von den rudimentären Überresten der Vergangenheit ist. Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe forscht zum Zeitpunkt der Erzählung über die Werke des frühen 21. Jahrhunderts.
 Im Fokus seiner Arbeit steht das Œuvre des fiktiven Dichters Francis Blundy; insbesondere der „Sonettenkranz für Vivien“, welchen er seiner Frau zu ihrem Geburtstag widmete und 2014, bei einem Abendessen in Gesellschaft gemeinsamer Freunde, salbadernd vortrug. Jedoch verschwand das Gedicht auf geheimnisvolle Art und Weise - der explizite Inhalt bleibt unbekannt. Metcalfes Recherchen führen ihn auf einen mäandrierenden Pfad durch die Leben des besagten Poeten und Vivien Blundy. Am Ende dekuvriert er eine tragische Liebesgeschichte, sowie ein infames Verbrechen, so dass alle bisher bekannten Informationen entweder gänzlich negiert - oder einem Palimpsest gleich-, überschrieben werden.

McEwan beschäftigt sich hauptsächlich mit der Frage, wie zuverlässig rein menschliches Wissen ist und durch welche Faktoren dies beeinflusst oder korrumpiert wird.
Er schlüpft in die Rolle eines Advokaten, der die Wissenschaft als die beste verfügbare Methode, um Wissen über die Welt zu erhalten und zu transmittieren. Es liegt in der Verantwortung des Menschen: da es uns obliegt zu „wissen“, sind wir die alleinige verantwortliche Exekutive in Bezug auf unser Handeln. De facto ein Plädoyer für Humanität und pragmatischen Rationalismus.

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4

9/2026 Rückblickend hat es sich gelohnt. Auch wenn es viel Zeit und Geduld gekostet hat.

Ich habe ewig für dieses Buch gebraucht. Bin nach ca. 1/3 vom Buch aufs Hörbuch gewechselt. Manchmal kann ich da besser "dran bleiben". Es war schon etwas zäh, aber gleichwohl mochte ich die klare Sprache und die Idee. Man bzw., in diesem Fall, Tom denkt man kann die Vergangenheit genau einschätzen und beurteilen. Gerade, wenn sie durch Briefe, E-Mails un Social Media "offen vor einem liegt". Und doch... Ist manchmal vieles anders als man denkt. Lange wußte ich nicht worauf das Buch eigentlich hinaus wollte bis dann der 2. Teil begann. Rückblickend hat es sich gelohnt. Auch wenn es viel Zeit und Geduld gekostet hat. eBook (Onleihe )+ Hörbuch (bookbeat)

2

Leider nein: 👍👍

Der Klappentext des neusten McEwans lässt etwas Grosses vermuten: «[…] 2119: Ein Grossteil der westlichen Welt ist überflutet, England nur noch Archipel. Der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe forscht über das frühe 21. Jahrhundert […].» Die Klimakatastrophe hat zur Überflutung eines Grossteils der bewohnten Gebiete geführt, die multipolare Welt erlitt einen Backlash und Nigeria ist die mächtigste Nation einer Welt, die in den letzten hundert Jahren mehrere grosse Kriege, einige Pandemien und einen nuklearen Schlagabtausch erlebt hat. Das spannende Gedankenexperiment (oder vielmehr: die bedrohliche Zukunftsvision …) könnte als ausgezeichnete Grundlage dienen für die Beantwortung der Frage, was in Zukunft vom Paradies, das wir heute bewohnen, übrig sein wird. Leider geht der Autor auf diese Frage zugunsten einer eher seltsamen und wenig romantischen Liebesgeschichte nicht ein. Zu den Highlights zählen die Ausführungen über zwei wunderbare Bettgefährten (Seite 311: Warum ist mir das nicht selber in den Sinn gekommen?) und zu den beiden Voyager-Sonden mit ihren Botschaften der Menschheit für allfällige extraterrestrische Finder (Seite 425). Das ist in meinen Augen etwas gar wenig für ein 480-Seiten-Werk eines (ernsthaften …) Nobelpreisanwärters. Nicht unbedingt lesenswert.

Leider nein: 👍👍
3

Rückblick aus der Zukunft – klug, aber distanziert

**** Mein Eindruck **** Der Titel des Buches ist geschickt gewählt, denn die Protagonisten leben in der Zukunft und beschäftigen sich mit den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts. Aus dieser rückblickenden Perspektive betrachten sie unseren heutigen Status quo, was neue Einsichten eröffnet und zugleich den Blick für das schärft, was wir wissen könnten – oder vielleicht hätten wissen sollen. Das Buch ist philosophisch, zeitgenössisch, pointiert und reflektiert; eine Dystopie ganz nach meinem Geschmack. Besonders anregend ist der Diskurs zwischen den Protagonisten, der dazu motiviert, eigene Gedanken zu den verhandelten Themen zu entwickeln und neugierig macht auf den weiteren Verlauf der Handlung. Im Zentrum steht ein Gedicht, das Perfektionismus verkörpert und dessen Herkunft vollkommen unklar ist. Dieses geheimnisvolle Element verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe. Insgesamt steckt das Buch voller Details und entfaltet eine faszinierende Geschichte mit einer aussagestarken Perspektive. Auch Themen wie Künstliche Intelligenz und politische Entwicklungen finden hier ihren Platz. Die Aussagen wirken fundiert und gut recherchiert, wodurch das Fiktive umso realer erscheint. Trotz dieser vielen Stärken empfand ich das Buch insgesamt als etwas fahrig. Beim Lesen hatte ich häufig den Eindruck, dass bestimmte Passagen weniger der Handlung dienten, sondern vor allem dazu, die Bildungsschicht der Figuren sowie ihre Leidenschaft für Kultur zu unterstreichen. Es fehlte mir an erzählerischem Fortschritt und an einer klaren, zielgerichteten Zukunftspoetik. Immer wieder schweiften meine Gedanken beim Lesen ab. So ist das Buch zwar interessant erzählt, aber nicht durchgehend fesselnd. Schade, denn lange blieb ich den Figuren emotional fern, und ab einem gewissen Punkt konnte selbst der Twist meine Ungeduld nicht mehr besänftigen. Es ist kein schlechtes Buch – aber eben auch kein herausragendes. **** Empfehlung? **** Für Leser*innen, die philosophische Dystopien mit gesellschaftlichem und technologischem Tiefgang schätzen und Freude an reflektierenden Diskursen haben. Wer jedoch eine stringente Handlung und starke emotionale Bindung zu den Figuren sucht, könnte hier enttäuscht zurückbleiben.

4

Im Jahr 2119 sucht der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe in einer überschwemmten Welt nach einem Gedicht, das Francis Blundy 2014 seiner Frau Vivien widmete und nur einmal vortrug.

Im Jahr 2119 ist die Welt nach verheerenden Überschwemmungen zu einer Insellandschaft geworden, und die einstige Freiheit und der Wohlstand sind nur noch Erinnerungen. Der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe sucht in dieser dystopischen Zukunft nach einem verschollenen Gedicht von Weltrang. Es stammt von dem berühmten Dichter Francis Blundy, der es 2014 seiner Frau Vivien widmete und nur einmal öffentlich vortrug. Bei seinen Nachforschungen stößt Thomas auf Spuren einer geheimen Liebe und eines Verbrechens, das die Geschichte des Paares überschattet. Ian McEwan entwirft dabei eine Welt, in der trotz Verlust Hoffnung und die Macht der Kunst bestehen bleiben. »Die Legalisierung von Zigaretten.« »Von Nikotin? Im Ernst?« »Ist ab nächstem Jahr erlaubt. Wo lebst du denn, Thomas? Im gesetzlosen Südwesten wird Tabak unter Glas angebaut.“ Mir ist es lange schon nicht mehr so schwer gefallen, in eine Geschichte hinein zu kommen. Und so war ich im ersten Drittel versucht, abzubrechen. Doch sowohl der Autor als auch der Verlag sind eigentlich Garanten für Qualität - und es gab immer wieder Sätze, die bemerkenswert waren. „Francis empfand keine Liebe für die Dinge, die sein Gedicht zu lieben schien. „ Und so habe ich durchgehalten. Und mein Durchhalten wurde belohnt. Plätscherte die Geschichte zunächst dahin, ja war fast langweilig, da sie sich (so schien es mir) im Kreis drehte, so erreichte sie plötzlich einen Punkt, in der sie mit einer unerwarteten Wendung nicht nur spannender wurde, sondern den ersten Teil maßgeblich änderte. Mit dem zweiten Teil wechselt der Erzähler von Thomas zu Vivian. Und die Geschichte, die vorher auf Recherchen und Tagebuchsichtungen basierte, erfährt einen Ruck in Richtung Realität - und stellt plötzlich eine andere überraschende Wahrheit dar. Ein - wie ich finde - vom Autoren meisterlicher Griff in die Trickkiste, der zudem einen erschreckenden Aspekt mit einführt! „Am schlimmsten jedoch war, dass er vergessen hatte, dass er mich liebte.“ Eine Geschichte über Klimawandel, Kunst, Liebe und Betrug - aber auch über Hoffnung und Verlust. Was wie ein Bericht beginnt, entpuppt sich als eigentlich traurige Lebensgeschichte. Ich bin froh, nicht aufgegeben zu haben und kann dieses Buch nur sehr empfehlen - insbesondere, wenn man nicht zu viel Tempo erwartet. »Nur in Dingen finden sich Ideen.« Von mir 4/5 Sternen

4

Zerbrochene Strände, verblasste Verse

Manchmal bleibt ein Buch wie ein Salzwasser-Atemzug: zunächst beißend, dann befreiend. In meiner Lesezeit mit Ian McEwans „Was wir wissen können“ habe ich mich immer wieder in dieser dichten Atmosphäre wiedergefunden — die Zukunft als überschwemmte Leinwand, auf der Erinnerungen und Verbrechen verblassen und wieder aufblitzen. Ich folge Thomas Metcalfe auf Spuren, die zugleich wissenschaftlich präzise und zutiefst menschlich sind; sein Suchen nach einem verlorenen Gedicht wird zur Suche nach Bedeutung in einer Welt, die vieles zu Boden geworfen hat. McEwan webt elegante Reflexionen über Sprache, Schuld und Liebe in eine Handlung, die melancholisch und kühl zugleich schlägt. Die Figuren sind nicht nur Kondukteure der Handlung, sondern Träger stiller Wut und zärtlicher Verzweiflung — ihre kleinen Rituale bleiben lange nach dem Zuschlagen des Buches präsent. Stilistisch gelingen dem Autor Bilder, die mehr sind als Dystopie; sie sind Erinnerungsräume, in denen das Alltägliche plötzlich sakral wirkt. An manchen Stellen hätte ich mir stärkere Verdichtung des Tempos gewünscht, denn die Reflexionen sind manchmal so ausladend, dass sie die Dringlichkeit dämpfen. Dennoch bleibt das Buch ein kluges, sprachlich feines Werk, das nachhallt — eine literarische Reise, die Hoffnung und Verlust fein austariert.

Zerbrochene Strände, verblasste Verse
2

Nicht das, was man erwartet.

Zu Beginn möchte ich sagen, dass ich das Buch stilistisch sehr schön geschrieben fand. Auch wenn es an vielen Stellen zu detailliert für meinen Geschmack war. Die ersten 50 Seiten waren nicht gerade leicht für mich um in die Geschichte zu kommen. Danach fand ich es richtig gut. Der gesellschaftskritische Blick auf die heutige Zeit und wie wir mit der Erde umgehen war mein Highlight. Das Szenario was in der Zukunft passieren kann, wenn wir so weitermachen fand ich auch toll. Nur leider wird in dem 2. Teil überhaupt nicht mehr an diese Geschichte angeknüpft. Es ist, als würde man ein anderes Buch lesen. So wie den 2. Band von einer Reihe. Nur eben komplett ohne die Charaktere vom 1. Band. Im 2. Teil geht es hauptsächlich um das Leben mit einem demenzkranken Partner bis dieser stirbt. Und das Leben danach. Es wird mit keinem Wort am Anfang des 2. Teils erwähnt, dass es nun nicht mehr um die gleichen Charaktere in der Zukunft geht. Es dauert einige Seiten, bis man es dann bemerkt. Daher kann ich alles in allem dieses Buch leider nicht wirklich empfehlen. Außer denjenigen, die sich mit dem Thema 'Demenz' im 2. Teil auseinandersetzen wollen. Oder eben eine Dystopie im 1. Teil lesen wollen.

Nicht das, was man erwartet.
5

Mein erstes Werk des Autors und ich fand es richtig gut. Etwas mehr Beschreibungen zu dem Zukunftsteil wäre schön gewesen.

3.5

Die Welt in 2119 ist nicht mehr die,die wir kennen. Größte Teile sind unter Wasser. Der Protagonistin recherchiert nach einem bekannten Dichter aus vergangenen Tagen. Es geht um ein verschollenen Gedicht. Die Sprache von McEwan ist mit seinen verschachtelten Sätzen nicht ganz einfach, aber schön.

5

Klimawandel und Sonettenkranz, so natürlich verflochten. Die grundliegendsten Fragen im Leben -Beziehung, Liebe, Ziele, Vergangenheit, Zeit- zum Nachdenken anregend beschrieben und in die Handlung integriert. Ich fand es spitze.

5

Eine tolle Geschichte! Amüsant und abgründig.

5

Ein faszinierender literarischer Blick aus der Zukunft in unsere Gegenwart.

Ian McEwans „Was wir wissen können“ nimmt die Perspektive des Literaturwissenschaftlers Thomas Metcalfe um die Jahre 2120 ein, der sich mit dem genialen Dichter Francis Blundy und einem nach 2014 verschwundenen Sonettenkranz, aber auch mit dem Beziehungsgefüge rings um den Poeten und seine Frau beschäftigt. In seiner Zeit mit überschwemmten Ländern und zerbrochenen Ordnungen blickt er zurück auf unsere Zeit, in der das Ökosystem und die internationale Ordnung bereits am Kippen sind. Dieser Blick von außen auf uns Heutige hat mich sehr fasziniert. Die Studierenden des Dozenten sind angeödet von der Beschäftigung mit der Dummheit und Arroganz des beginnenden 21. Jahrhunderts, die Beschäftigung mit den digitalen Hinterlassenschaften von heute ist kompliziert und der Zugang zu AI für die Mehrheit limitiert. Das kreativ-nüchterne Ausmalen der kommenden Zeit und die Mühen der Erforschung unserer Zeit, die grundsätzliche Frage nach der Verlässlichkeit der Archive und schließlich die Doppelbödigkeiten der vielen Beziehungen machen das Buch wirklich zu einem tollen Erlebnis (nur an einigen wenigen Stellen ist es etwas länglich geraten). Allein die Idee der kritisch-zukünftigen Metaperspektive auf uns hat mich völlig hingerissen. Große Empfehlung!

4

Ian McEwan entwirft in 'Was wir wissen können' ein eindrucksvolles Zukunftsszenario: Nach einem radikalen Klimawandel ist Großbritannien im Jahr 2119 zu einem Archipel aus Inseln zerfallen - eine düstere, aber faszinierende Dystopie, die erschreckend nah an der Realität zu kratzen scheint. Die Grundidee ist ebenso grandios wie beunruhigend, und McEwan gelingt es einmal mehr, gesellschaftliche Themen mit literarischem Anspruch zu verbinden. Ich bin ein großer Fan seiner Werke und habe bereits mehrere Romane von ihm gelesen - und auch hier erkennt man sofort seinen unverwechselbaren Stil: ruhig, reflektiert, sprachlich präzise. Dennoch muss ich gestehen, dass ich mit den Figuren dieses Romans nicht ganz warm geworden bin. Sie blieben für mich etwas distanziert, was es schwer machte, emotional in die Geschichte einzutauchen. Auch das Tempo ist stellenweise sehr gemächlich; manche Passagen ziehen sich, während man auf den nächsten erzählerischen Höhepunkt wartet. Trotzdem: 'Was wir wissen können' ist ein spannendes, gedankenreiches Buch über Verlust, Wandel und Menschlichkeit in einer zerstörten Welt. Kein neues Lieblingsbuch von McEwan, aber definitiv lesenswert - gerade für alle, die dystopische Zukunftsvisionen mit literarischem Tiefgang schätzen. Vielen Dank an NetGalley und den Diogenes Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

2

gäääähn!

die ersten hundert Seiten haben mich gut unterhalten und amüsiert - auch den Blick aus der Zukunft auf unser Heute fand ich interessant. Ich mochte auch die spärliche Beschreibung der Zukunft. Ian McEwan schreibt locker und flüssig, allein deswegen habe ich weiter gelesen. Die Handlung und das Geheimnis sind soooo öde und so nicht relevant - man hätte drei kürzere Romane daraus machen können. Oder diesen um 300 Seiten kürzen.

4

Verwirrende Geschichte, spannend und unterhaltsam.

4

Ein Blick zurück aus der Zukunft

Es ist ein Buch über das, was wir über die Zukunft wissen können, aber vor allem, was wir über die Vergangenheit wissen können. Im Mittelpunkt steht ein besonderes Gedicht, aber auch große Liebesgeschichten und große Gefühle. Sehr lesenswert.

4

Die Stärke des Romans erfährt man erst in der 2. Hälfte und dann möchte man ihn am liebsten nochmal lesen!

Toller Plot mit einigen Längen zu Beginn, daher keine 5 Sterne. Es lohnt sich aber sehr, dem Roman mehr als eine Chance zu geben. Man wird belohnt 😊

2.5

In „Was wir wissen können“ entwirft Ian McEwan eine Zukunftswelt nach ökologischen und politischen Katastrophen. Im Jahr 2119 versucht ein Literaturwissenschaftler, ein verschollenes Gedicht aus unserer Zeit zu rekonstruieren. Seine Suche wird zum Ausgangspunkt für größere Fragen: Wie zuverlässig ist Erinnerung? Was bleibt von Kultur, wenn Gesellschaften zerbrechen? Und wie sicher ist unser Wissen überhaupt? Für mich leider viel zu langatmig, ich bin überhaupt nicht in die Geschichte reingekommen, habe mehrfach aufgehört, weil ich keine Lust mehr hatte weiter zu lesen. Schade, aber das war wirklich überhaupt nicht mein Buch- zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt- vielleicht probiere ich es irgendwann noch einmal. Die Thematik ist ja durchaus interessant.

4

Wenn Geschichte zur Erzählung wird

Ian McEwan verknüpft in „Was wir wissen können“ eine dystopische Zukunftsvision mit einer literarischen Detektivgeschichte. Vor allem aber ist sein Werk ein komplexes Gesellschaftsdrama sowie eine Reflexion über die Unzuverlässigkeit historischer Überlieferungen. Der Roman ist zweigeteilt. Im ersten Teil versucht der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe in einer ökologisch zerstörten Zukunft, ein verschollenes Gedicht und die Wahrheit hinter einem mysteriösen Abendessen im Jahr 2014 zu rekonstruieren. Statt sich den Herausforderungen in seinem eigenen Leben zu stellen, arbeitet er sich wie besessen durch historische Tagebücher, SMS und E-Mails. Vor seinen Augen entfaltet sich dadurch ein literarisches Rätsel um Liebe und Verrat. McEwan zeichnet das Bild eines „postapokalyptischen“ Englands, das durch den Anstieg des Meeresspiegels zu einer Inselgruppe geworden ist. Damit wird die Suche nach dem Gedicht – das selbst den Klimawandel thematisiert – zum Symbol für die kollektive Trauer um eine zerstörte Umwelt und die Sehnsucht, das Unabwendbare rückgängig zu machen. Immer wieder springt die Handlung zwischen den Zeitebenen hin und her. Im Jahr 2014 steht die intensive, aber komplizierte Ehe zwischen dem Lyriker Francis Blundy und seiner Frau Vivien im Zentrum. Ihre Verbindung bildet das emotionale Herzstück, um das sich das verschollene Gedicht dreht. Vivien Blundys Aufzeichnungen machen dann auch den zweiten Teil des Romans aus. In ihrem schriftlichen Vermächtnis spiegelt sich ein Leitthema McEwans: Er hinterfragt, was wir über die Vergangenheit wirklich wissen können, wenn wir lediglich auf unvollständige Indizien und Datenfluten angewiesen sind. Wie echt kann eine Biografie sein? In welchem Verhältnis stehen Biograf und abgebildete Persönlichkeit? Neigt die Nachwelt dazu, Ereignisse zu stilisieren – und wann geht die Wahrheit der Fiktion auf den Leim? „Was wir wissen können“ ist somit weit mehr als ein Science-Fiction-Roman: Es ist ein brillantes Spiel mit der Zeit, das uns vor Augen führt, dass jede Rekonstruktion der Vergangenheit eine Form des Erzählens bleibt.

Wenn Geschichte zur Erzählung wird
3.5

Zweiteilige Story um ein Gedicht und die Figuren darin bzw. dahinter - im Kontext des Klimawandels

Die Perspektive von Thomas, der in der vom Klimawandel veränderten Welt im 22. Jh. dem Gedicht über Vivien auf der Spur ist, hat mich deutlich mehr fasziniert als der zweite Teil aus Viviens Perspektive im „heute“ - obwohl ich den Einstieg in das Buch etwas zu langatmig fand. Da ich kein Fan von Lyrik bin, konnte ich mich für die Idee, dass ein Gedicht so viel Faszination ausüben kann, nicht wirklich erwärmen. Aber die Darstellung der Charaktere und ihre Entwicklung haben mich trotzdem überzeugt. Und insgesamt bot die Geschichte bis zum Schluss einen vielseitigen Spannungsbogen. Beeindruckend auch die Beschreibung Europas im 22. Jh.

4

👌🏻Ein sehr ruhiges, aber berührendes Buch.

5

Ein sehr nachdenkliches und komplexes Buch, in dem viele wichtige Temen verhandelt werden, z.B. Umwelt, akademischer Betrieb, Literatur und ihre Bewertung, Demenz und allgemein das Thema, dass verschiedene Teilnehmer dieselbe Situation auch faktisch verschieden erleben. Lädt sehr zum Nachdenken ein.

3

Interessant, das Zukunftsszenario wirft viele Fragen auf. Der zweite Teil ist in der Tat sehr unterhaltsam mit einem überraschenden Perspektivenwechsel.

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