1941 in Aspen, Colorado. Die 18-jährige Rachel tritt bei den Skimeisterschaften an. Eine Medaille gibt es nicht, dafür ist sie schwanger, als sie in ihre Heimat New Hampshire zurückkehrt. Ihr Sohn Adam wächst in einer unkonventionellen Familie auf, die allen Fragen über die bewegte Vergangenheit ausweicht. Jahre später macht er sich deshalb auf die Suche nach Antworten in Aspen. Im Hotel Jerome, in dem er gezeugt wurde, trifft Adam auf einige Geister. Doch werden sie weder die ersten noch die letzten sein, die er sieht.
Nach "Gottes Werk &Teufels Beitrag " das zweite Biuch von Irving. Beide sind zufällig zu mir gekommen- beide waren nicht meins.
Seltsamer Stil, seltsame Geschichte , aber:
März Challenge geschafft💪
Mar 14, 2026
2.0
Letzter Sessellift=letzer Irving
Nach "Gottes Werk &Teufels Beitrag " das zweite Biuch von Irving. Beide sind zufällig zu mir gekommen- beide waren nicht meins.
Seltsamer Stil, seltsame Geschichte , aber:
März Challenge geschafft💪
„Das echte Leben ist so schludrig, so voller Zufälle. Ständig passieren völlig willkürliche Dinge, die mit nichts etwas zu tun haben.“
Diese zwei Sätze beschreiben ‚Der letzte Sessellift‘, der wohl Irvings letzter ‚großer‘ Roman bleiben wird, recht gut. Die Handlung ist da fast nebensächlich, es ist - wie so häufig bei ihm - die Lebens- und Familiengeschichte eines männlichen amerikanischen Protagonisten. Dieses mal heißt er Adam Brewster, Schriftsteller und Drehbuchautor aus Vermont. Wer da schon Ähnlichkeiten zu Irving selbst sieht, liegt ganz richtig, aber es ist ja auch kein Geheimnis, dass viele seiner Geschichten immer wieder autobiografische Einschübe haben. Allerdings - und auch das kennt man ja nur zu gut - überzeichnet und überspitzt teilweise fast bis zur Satire.
In einem Artikel über das Buch habe ich gelesen, dass Irving in diesem Buch wichtige Themen anspricht, sie literarisch aber nicht mehr vermitteln kann, weil sein Schreiben überholt sei. Ok, das ist ein bisschen so, als würde man den Rolling Stones vorwerfen, wie die Rolling Stones zu klingen. Für mich hat ‚Der letzte Sessellift‘ eher etwas von einem Konvolut von Irvings Werk, eine Zusammenfassung der Themen, die den Autor (und damit auch seine Leser) zeitlebens beschäftigt haben, verfasst in seinem einzigartigen Stil - und warum sollte er den ausgerechnet in seinem letzten Werk ändern?
Dieser Roman ist skurril, fast bis zu Groteske, manchmal feinsinnig, manchmal vulgär, melancholisch, zynisch, politisch, liebevoll … eben die ganze Bandbreite eines Lebens. Und ja, wir finden auch all die Motive, die wir von Irving so gut kennen - eine unkonventionelle Familie, eine intensive Mutter-Sohn-Beziehung, die Suche nach sexueller Identität, gewaltsamer Tod und der Umgang mit Trauer und Verlust, Österreich und das Ringen … nur die Bären, die fehlen diesmal.
Würde ich diesen Roman jemandem empfehlen, der John Irving noch nicht kennt? Nein, definitiv nicht. ‚Der letzte Sessellift‘ ist ein Buch für Irving-Kenner, ein Heimkommen zu seinen Themen, seiner Art zu schreiben, weniger ein Alterswerk als ein Abschiedsgeschenk eines der größten Autoren seiner Zeit an seine Leser. Jemand der ihn und seinen Stil nicht mag, wird ihn auch nach diesem Buch nicht mögen. Aber wer ihn so sehr schätzt wie ich, für den wird nicht eine einzige der 1081 Seiten in diesem Buch zu viel sein.
Apr 18, 2025
4.0
„Das echte Leben ist so schludrig, so voller Zufälle. Ständig passieren völlig willkürliche Dinge, die mit nichts etwas zu tun haben.“
Diese zwei Sätze beschreiben ‚Der letzte Sessellift‘, der wohl Irvings letzter ‚großer‘ Roman bleiben wird, recht gut. Die Handlung ist da fast nebensächlich, es ist - wie so häufig bei ihm - die Lebens- und Familiengeschichte eines männlichen amerikanischen Protagonisten. Dieses mal heißt er Adam Brewster, Schriftsteller und Drehbuchautor aus Vermont. Wer da schon Ähnlichkeiten zu Irving selbst sieht, liegt ganz richtig, aber es ist ja auch kein Geheimnis, dass viele seiner Geschichten immer wieder autobiografische Einschübe haben. Allerdings - und auch das kennt man ja nur zu gut - überzeichnet und überspitzt teilweise fast bis zur Satire.
In einem Artikel über das Buch habe ich gelesen, dass Irving in diesem Buch wichtige Themen anspricht, sie literarisch aber nicht mehr vermitteln kann, weil sein Schreiben überholt sei. Ok, das ist ein bisschen so, als würde man den Rolling Stones vorwerfen, wie die Rolling Stones zu klingen. Für mich hat ‚Der letzte Sessellift‘ eher etwas von einem Konvolut von Irvings Werk, eine Zusammenfassung der Themen, die den Autor (und damit auch seine Leser) zeitlebens beschäftigt haben, verfasst in seinem einzigartigen Stil - und warum sollte er den ausgerechnet in seinem letzten Werk ändern?
Dieser Roman ist skurril, fast bis zu Groteske, manchmal feinsinnig, manchmal vulgär, melancholisch, zynisch, politisch, liebevoll … eben die ganze Bandbreite eines Lebens. Und ja, wir finden auch all die Motive, die wir von Irving so gut kennen - eine unkonventionelle Familie, eine intensive Mutter-Sohn-Beziehung, die Suche nach sexueller Identität, gewaltsamer Tod und der Umgang mit Trauer und Verlust, Österreich und das Ringen … nur die Bären, die fehlen diesmal.
Würde ich diesen Roman jemandem empfehlen, der John Irving noch nicht kennt? Nein, definitiv nicht. ‚Der letzte Sessellift‘ ist ein Buch für Irving-Kenner, ein Heimkommen zu seinen Themen, seiner Art zu schreiben, weniger ein Alterswerk als ein Abschiedsgeschenk eines der größten Autoren seiner Zeit an seine Leser. Jemand der ihn und seinen Stil nicht mag, wird ihn auch nach diesem Buch nicht mögen. Aber wer ihn so sehr schätzt wie ich, für den wird nicht eine einzige der 1081 Seiten in diesem Buch zu viel sein.
Ein wichtiges Buch über die Liebe, über alle Grenzen hinaus. Einzig die zwei langen, drehbuchartigen Szenen waren etwas mühsam zu lesen, durchbrachen den Lesefluss. Und machten dadurch erst recht auf dich aufmerksam
Jun 16, 2023
4.0
Ein wichtiges Buch über die Liebe, über alle Grenzen hinaus. Einzig die zwei langen, drehbuchartigen Szenen waren etwas mühsam zu lesen, durchbrachen den Lesefluss. Und machten dadurch erst recht auf dich aufmerksam
Jun 16, 2023
3 of 17 reviews
Author
About John Irving
John Irving, geboren 1942 in Exeter, New Hampshire, lebt in Toronto und ist einer der begnadetsten Autoren Nordamerikas. Seine bisher 16 Romane wurden alle Weltbestseller, vier davon verfilmt. 2000 erhielt er einen Oscar für die beste Drehbuchadaption für die Verfilmung seines Romans ›Gottes Werk und Teufels Beitrag‹.