Königin Esther

Königin Esther

Hardback
3.655

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Description

Jimmy Winslow hat zwei Mütter. Honor, die ihn aufgezogen hat, schickt ihn als Studenten von New Hampshire nach Wien, wo er Vater werden soll. Das Wien der Sechzigerjahre ist ein Ort voller Geheimnisse und Versuchungen, und Jimmy springt kopfüber hinein und ist dabei immer auch auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter Esther Nacht. Was er erlebt, ist eine spektakuläre Achterbahnfahrt, wie sie nur das Leben in John Irvings Büchern schreiben kann – voller großer Gefühle, unglaublicher Wendungen und Figuren, die uns nicht mehr loslassen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
560
Price
32.90 €

Author Description

John Irving, geboren 1942 in Exeter, New Hampshire, lebt in Toronto und ist einer der begnadetsten Autoren Nordamerikas. Seine bisher 16 Romane wurden alle Weltbestseller, vier davon verfilmt. 2000 erhielt er einen Oscar für die beste Drehbuchadaption für die Verfilmung seines Romans ›Gottes Werk und Teufels Beitrag‹.

Posts

19
All
2.5

Die Geschichte der amerikanischen, intellektuellen Familie Winslows nimmt den Lesenden durch eine lange Zeit des 19. Jahrhunderts mit. Man erfährt viel über das Denken, die Einstellungen der Menschen zu vielen damals aktuellen Problemen, wie Abtreibung, Krieg, Judentum, die Rolle der Frau in der Gesellschaft. An Hand der vielen Familienmitglieder wird dies verdeutlicht. Besonders Esther, die als Waise in die Familie aufgenommen wird, steht mit ihrer Stärke und ihrem Selbstbewusstsein im Mittelpunkt. Doch auch die Eltern stehen für eine moderne und atheistische Lebensweise. Später begleiten wir ihren Sohn u.a. ins Wien der Nachkriegszeit. Der Schriftsteller befasst sich ausführlich mit der theoretische Problematik der Abtreibung. Dadurch wurde zunächst auch von der eigentliche Geschichte abgelenkt. Manchmal hatte ich das Gefühl, ein älterer Mensch bemüht sich, mir etwas zu erklären. Über eine sehr lange Strecke des Buches fragte ich mich, wo führt das hin, was hat das mit der Geschichte der biblischen Königin Esther zu tun, was will uns John Irwin eigentlich erzählen. Oder habe ich unaufmerksam gelesen, etwas verpasst? Ich war nahr dran abzubrechen. Mir lag dieses mal die Geschichte nicht. Die Sprünge, die verschiedenen Protagonisten, auch die geschichtlichen Ausschweifungen haben mich nicht erreicht. Ich hätte mir weniger drumherum gewünscht und wäre gern konstanter an einzelnen Protagonisten geblieben. Mir fehlte oft die Begründung für deren Handlungen und die Erkenntnis, welche Gefühle sie bewegten, auch konnte ich nicht erkennen, woher Honors Angst kam, dass James in den Krieg ziehen könnte und sie lange nach einem Ausweg, in Form einer Verletzung o.a. für ihn suchte. Den Schreibstil empfand ich als ausschweifend, ausführlich, teils ermüdend und auch schwerfällig. Vieles fand ich auch ziemlich wirr. Die Zeit des jungen James in Wien dagegen war leichter und interessanter zu lesen. In diesem Stil hätte ich mir mehr gewünscht. Bisher hatte ich von John Irvin "Gottes Wort und Teufels Beitrag" gelesen. Dies war flüssiger zu lesen und auch von der Story interessanter. Zudem fehlte die Leichtigkeit in der Erzählweise, die das Lesen zum Vergnügen macht. Zu viel Gesellschaftskritik, Politik, geschichtliche und kulturelle Ausflüge haben mir das Buch schwerfällig und mühsam gemacht. Schade.

1.5

Was genau ist dieses Buch…?

Ein Familienportrait? Ein geschichtliches Sachbuch? Eine Unterrichtsstunde über englische Literatur? Eine Abhandlung über Antisemitismus? Oder nur eine Aneinanderreihung von Spoilern über große Film- und Literaturklassiker (was mich wirklich geärgert hat beim Lesen)?! Als wäre John Irving einen langen Flur entlang gegangen und hätte auf dem Weg jede Tür geöffnet, an der er vorbei gekommen ist. Wo er am Ende aber eigentlich hin wollte, hat sich vielleicht anderen Lesern erschlossen, mir aber leider nicht.

4

New Hampshire, 1920. Die Familie Winslow lebt ein unkonventionelles Leben, Hauptaugenmerk in der Erziehung ihrer Töchter ist Literatur, Bildung ganz allgemein und Toleranz. Auch die Kindermädchen, die allesamt aus Waisenhäusern stammen, sind davon nicht ausgenommen. So auch die 14- jährige jüdische Esther, titelgebende Hauptfigur dieses Romans. Esther schließt mit Honor, einer der Winslow-Töchter, einen Leihmutterschaftspakt, aus dem Jimmy hervorgeht. Jimmy wächst mit diesen beiden Müttern auf und als er alt genug ist, geht er zum Studium nach Wien. Dort soll er außerdem Vater werden, um nicht in den Vietnamkrieg eingezogen zu werden. Und tatsächlich findet er ein lesbisches Paar, das zu diesem Schritt bereit ist. Von seiner Mutter Esther erfahren wir mittlerweile, dass sie nach Israel ausgewandert und sich dem Mossad angeschlossen hat. Wie immer in Irvings Romanen geht es um eigenwillige Charaktere, LGBTQ, sexuelle Erfahrungen, Toleranz, Absurdität und ganz viel Liebe. In "Queen Esther" Kommt noch das Thema Geschichte des Antisemitismus und des Israel-Palästina- Konflikts hinzu. Insgesamt war das nicht Irvings bestes Buch. Es hat einige Längen und teilweise verirrt es sich in Nebenschauplätzen. Aber wer Irving und seine eigenwilligen Charaktere liebt, sollte auch hier nicht enttäuscht werden, ich habe mich streckenweise köstlich amüsiert, viel gelernt und bin froh, das Buch gelesen bzw in meinem Fall: gehört zu haben.

4

John Irving erzählt in Königin Esther die Geschichte der jüdischen Waise Esther Nacht, die Anfang des 20. Jahrhunderts aus Wien nach Amerika kommt und im Waisenhaus von St. Cloud’s landet – einem Ort, den Irving-Leser aus Gottes Werk und Teufels Beitrag kennen. Von dort spannt sich ihr Leben über Jahrzehnte, über verschiedene Länder und Generationen hinweg. Es geht um Zugehörigkeit, Schuld, Identität und das Überleben in einer Welt, die einem selten Heimat bietet. Der Roman wirkt zunächst wie ein klassischer Irving: eine Mischung aus Melodram, Schicksal, schwarzem Humor und moralischer Dringlichkeit. Seine Figuren sind exzentrisch und berührend, die Sprache gewohnt detailreich. Besonders Esthers frühe Jahre, ihr Versuch, in der puritanischen Neuengland-Gesellschaft einen Platz zu finden, gehören zu den stärksten Momenten des Buches. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr verliert sich Irving in Nebensträngen und historischen Exkursen. Die Erzählung zerfasert, und Esthers eigene Stimme rückt immer wieder in den Hintergrund. Man spürt den großen Willen, ein Jahrhundert und seine Wunden zu fassen – aber manchmal steht die Konstruktion dem Gefühl im Weg. Auch die Verbindung zum vertrauten Waisenhaus-Kosmos wirkt eher wie ein Echo vergangener Romane als wie eine neue Entdeckung. Trotz dieser Schwächen bleibt Königin Esther ein lesenswerter, ambitionierter Spät-Irving: ein Buch über Erinnerung, Herkunft und moralische Verantwortung – nur weniger kraftvoll als seine großen Vorgänger wie Garp oder Owen Meany. Wer Irving mag, wird seine Handschrift lieben; wer eine straffe, wirklich mitreißende Familiengeschichte sucht, könnte etwas Geduld brauchen. Fazit: ein bewegendes, aber stellenweise überfrachtetes Alterswerk – mit glanzvollen Momenten, doch ohne den erzählerischen Atem, der Irvings frühere Romane unvergesslich machte.

5

Sternebewertung fiktiv

Bei Irving schaltet mein Kopf sofort in Erwartungshaltung. Seine Texte fühlen sich wie Heimkehr an. Vertraute Motive, vertraute Stimmen, vertraute Obsessionen. „Königin Esther“ reiht sich konsequent in dieses Werkverständnis ein auch wenn es hinter seine bisherigen und vor allem alten Werken bleibt. Warum Esther? Irving sucht einen mutigen Charakter , einen der seiner Geschichte die Basis bringt. Königin Esther war die Retterin des Judentum und Irving bedient sich am Namen, um ihr diese Tiefe zu geben. Zur Story selber. Die Winslows haben drei Töchter. Faith, Hope und Prudence und alle wurden von einem Kindermädchen betreut, dass selbst einmal eine Waise war. Sie bekommen unerwartet eine vierte Tochter und nennen Sie Honor. Wie alle Kinder wächst sie mit einem Kindermädchen auf. Für Honor ist das Esther. Esther ist besonders, sie will selbst keine Kinder, aber schließt einen Pakt mit Honor. Esther bringt einen Jungen zur Welt, Jimmy und er wächst als Honors Sohn in der Familie auf. Jimmy sucht später nach seiner biologischen Mutter. Esther. Durchreist Wien in den 60igern geprägt von Nationalsozialismus. Als würde er Jimmy auf seinen persönlichen Weg schicken, hat Jimmy neben dem Wiener Weg auch Phasen in den er das Ringen versucht. Doch auch hier wie Irving, kein Talent dafür. Ein klassischer Irving-Plot folgt, Identität, Herkunft, Verlust, verdrängte Wahrheiten. Auf dieser Reise begegnen wir alten Bekannten aus früheren Romanen unter anderem eben dem jungen Doktor Large, später bekannt aus „Gottes Werk und Teufels Beitrag“, sowie den üblichen Hinweisen und Charles Dickens verweisen. Stilistisch liefert Irving unverkennbar, lange Satzgirlanden, politische und religiöse Untertöne, obsessives Kreisen um Körper und Verletzlichkeit. Das Thema Beschneidung zieht sich fast quälend ausführlich durch. Das nervt :-) ist aber Teil seines Irvings Stils. Unbequeme Tabuzonen ausleuchten. Mein Fazit, Kein Meisterwerk, aber ein authentischer Irving. Da bin ich nicht neutral und kann Irving dennoch den Liebhabern immer empfehlen. Mutige Figuren. Gesellschaftlich relevante Themen. Verweise auf die Bibel, Esther als Retterin, clever eingebettet. Wer Irving liest, weiß Perfektion ist nicht der Punkt. Es geht um das Gefühl, um Wiedererkennen, um diese fast intime Nähe zwischen Autor und Leserin. Genau dafür lohnt sich „Königin Esther“.

3

„Das wahre Leben lässt sich nicht planen wie eine Romanhandlung“

3.5

Kein einfaches Buch, sondern eine Familienepos über mehrere Generationen durch viele Jahrzehnte.

Das Buch beginnt mit den Großeltern von James Winslow, auch wenn sie genau genommen nicht die leiblichen Großeltern sind. James hat zwei Mütter. Esther, seine leibliche Mutter, ist eigentlich der rote Faden, auch wenn sie mehr im Verborgenen bleibt. James folgt ihr auf seinem Lebensweg nach, oft verpasst er sie, aber sie ist immer präsent und passt auf ihn auf. James lebt in einer Welt, die von Frauen dominiert wird... er hat vier Tanten, seine Tochter hat ebenfalls zwei Mütter, so wie auch er. Ein Roman der wild durch die Jahrzehnte und die Geschichte führt, mit einer Familie die das Außergewöhnliche normal erscheinen lässt.

4.5

»Jeder, der einmal versucht hat zu erklären, was in John Irvings Büchern ›passiert‹, ist wohl gescheitert. Das ist Teil ihrer Qualität.« Dem kann ich nur beipflichten. John Irvings Bücher sind ungemein „dicht“, voll skurriler Figuren und aberwitziger Situationen. Sicher nicht jedermanns Sache, aber für mich Lesefutter vom Feinsten 👌🏻!

4

Herzschläge und Weltgeschichte — ein Roman, der bebt

Schon auf den ersten Seiten hat das Buch mich in eine Welt gezogen, die gleichzeitig vertraut und voller Geheimnisse ist. John Irvings Sprache webt Bilder, die lange nachhallen: das salzig-feuchte Licht von New Hampshire, die engen Gassen Wiens, das flirrende Zwielicht zwischen politischen Umbrüchen und persönlicher Suche. Jimmy Winslows Suche nach Herkunft und Liebe wird nie plakativ, sondern bleibt zart verknüpft mit absurden, oft schmerzhaften Details — ein vaterloser Junge, ein Schäferhund, die große Idee, im Zweifel Vater zu werden, um dem Militär zu entgehen. All das erzählt Irving mit einer Mischung aus Melancholie und schwarzem Humor, die mich mehrfach atemlos lächeln ließ. Die Figuren sind lebendig, widersprüchlich und warmherzig gebrochen; besonders die Beziehung zu Annelies bleibt mir im Herzen. Manche Wendungen geraten beinahe opernhaft, doch genau diese Emotionalität macht das Lesen so reich: Hier trifft großes Weltgeschehen auf intime, fast zerbrechliche Momente. Manchmal hätte das Tempo ein wenig straffer sein dürfen — einige Szenen ziehen sich —, aber die Belohnung ist ein Roman, der lange nach dem Zuklappen nachklingt. Wer starke, bildgewaltige Charakterstudien mag, wird hier viel finden.

Herzschläge und Weltgeschichte — ein Roman, der bebt
3.5

Mein erster und vermutlich letzter Irving

Nach beenden dieses für mich etwas skurrilen Buches sitze ich ratlos hier und starre an die Wand. Denn wirklich zu erfassen, was ich hier gelesen habe, vermag ich nicht. Es ist wortgewaltig und auch reich an Themen, dabei verliert sich die Geschichte häufig in Details. Dieses Buch liest man nicht mal eben zwischendrin. Regelmäßig überkam mich das Gefühl, der Geschichte nicht gewachsen zu sein. Häufiges Nachschlagen und wiederholtes Lesen verschiedener Abschnitte nahmen mir ein wenig die Freude. Überkam mich doch der Eindruck, nicht clever genug für die Geschichte zu sein mit ihren zahlreichen politischen Irrungen und Wirrungen. Doch am Ende muss ich sagen, dass es mir vor allem meine Wissenslücken vor Augen geführt hat. Irvings Art muss man mögen, es ist sicher nicht für die breite Masse geeignet.

Mein erster und vermutlich letzter Irving
2.5

Ein typischer Irving – nur leider ohne Sog. Königin Esther wirkt zäh und unnötig verworren, der Text springt häufig und verliert dabei jede klare Richtung. Die Handlung zerfasert, Zusammenhänge erschließen sich oft nur mühsam. Man muss extrem konzentriert lesen, um den Faden nicht zu verlieren, was den Lesefluss stark hemmt. Einzelne starke Momente blitzen auf, können aber das fehlende Ziel und die strukturelle Unruhe nicht ausgleichen. Insgesamt eher anstrengend als bereichernd.

3

Konzentration bitte!

Er hat es wieder getan. John Irving hat mit seinem neuen Werk „Königin Esther“ ein sehr intensives, aber auch auf die typische irving‘sche Art und Weise, verschachteltes Buch zu Papier gebracht. Seine literarische Komplexität kippt man sich nicht einfach im Vorbeigehen, bestenfalls an der Ecke einer schwach beleuchteten Hafenkneipe, hinter die Binde. Irving zu lesen bedeutet Entschleunigung. Gemütlichkeit. Mit einem Pfeifchen zwischen den Lippen, auf deinem Lieblingsplatz. Und wenn du dann, mit diesem Buch, entspannt in deinen Kissen lümmelst, Funken deine Synapsen. Da sitzt du also, mit deiner körperlichen Schwere, deinem feierabendlichen Zustand und deine Couch wird vor eine Feuerwerkfabrik platziert, in der sich ein Funke entzündet hat. Neben liebenswürdigen, blassen, kaum erwähnenswerten, bitte-erzähl-mir-mehr-von-Charakteren, tummeln sich skurrilen und starke Persönlichkeiten zwischen den Seiten. Irving fabuliert über (zumindest für die beschriebene Zeit) untypische Familienkonstellationen, Gesetzesmäßigkeiten, Geschichte, Erziehungsmodelle , gepaart mit historischen Hintergründen, der Frage nach Moral, einer großen Menge an Allgemeinwissen und der Kunst der literarischen Zeitreise. Wir besuchen zu unterschiedlichen Perioden auch die gegensätzlichsten Orte, wandeln durch Wien, Palästina, Neuengland und Jerusalem und sind immer auf der Suche. Wonach? Der Liebe und Zugehörigkeit. Und während wir suchen, werden wir wie im realen Leben, inhaltlich auf Nebengleise geschoben, mitunter zu Abstellgleisen transportiert, um später wieder aufgegriffen zu werden. Da kann sich der Text samt Inhalt schonmal verlieren. Mit seinem wirklich eigentümlichen und spitzfindigem Humor, kuschel ich mich tiefer in meine Sofakissen, doch leider klemmt und zwickt es irgendwo im Gebälk. Thematiken wie jüdische Identitäten, dem Antisemitismus, das Abtreibungsrecht, der Nah-Ost-Konflikt, wälzen sich durch mein Gehirn, und während ich in der Geschichte, irgendwo geparkt wieder zur Weiterfahrt aufgegriffen werde, bin ich mir manchmal nicht ganz sicher, im richtigen Zug zu sitzen. Als hüpfe mein Wagon von Gleis zu Gleis. Und wenn ich nicht in meinem Kurzreiseabteil gemütlich an meinem Kaffee schlürfe, habe ich zeitweise das Gefühl, einen sehr ambitionierten und ausführlichen Text über Nebensächlichkeiten zu lesen? Bin mir nicht ganz sicher, ob alles von Wichtigkeit ist, um die Geschichte der Familie Winslow, respektive James und seinen zwei Müttern zu erzählen? Was bleibt also am Ende dieses Buches? Eine wundervolle Sprache, wie nur er sie kann, absurde und liebenswerte Charaktere und wenn du dir alles merken kannst, was angesprochen wurde, eine enorme Bereicherung an Wissen. Denn schreiben kann er.

5

"Herzschläge und Weltgeschichte - ein Roman, der bebt"

Ich habe dieses Buch als "Blind Date Buch" gekauft. Die Beschreibung "Herzschläge und Weltgeschichte - ein Roman, der bebt" hat mich sofort neugierig gemacht und ich muss nun, 550 Seiten später, nachdem mich das Buch sprachlos zurückgelassen hat, sagen, dass ich es nicht hätte besser zusammenfassen können. "Königin Esther" ist mein erstes Buch von John Irving und ich muss gestehen, hätte ich es nicht als Überraschungsbuch gekauft, hätte ich es wahrscheinlich erst gar nicht in die Hand genommen, da es sich nicht in dem Genre-Spektrum befindet, in welchem ich mich normalerweise bewege. Dementsprechend waren die ersten Seiten auch etwas gewöhnungsbedürftig für mich, musste ich doch erst einmal mit dem zugegeben doch sehr skurrilen Schreibstil des Autors und den noch skurrileren Protagonisten warm werden. Die vielen langatmigen Beschreibungen und zunächst belanglos erscheinenden Ausführungen ergeben jedoch nach und nach intensive Charakterisierungen der Personen, welche einem langsam, aber dafür umso heftiger ans Herz wachsen. Insbesondere die drei "ausländischen Studenten in Wien" und ihre Abenteuer haben es mir angetan. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat Irving mich so in die Irrungen und Wirrungen seiner Protagonisten verstrickt, dass ich die letzten 250 Seiten beinahe in einem Rutsch durchlesen musste. [Achtung: Spoiler!] Die eigentlich titelgebende Hauptperson Esther erscheint im Verlaufe der Geschichte interessanterweise hauptsächlich in Erzählungen, selten direkt persönlich. Ihre Präsenz schwebt jedoch allgegenwärtig über den anderen Protagonisten - allen voran ihrem leiblichen Sohn Jimmy, welcher den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte darstellt - deren Geschicke sie leitet und deren Fäden sie im Hintergrund zieht. Aufgrund ihrer Unnahbarkeit und beinahe Verklärung durch andere Personen wirkt sie stellenweise mehr als Symbol denn als wirklicher Mensch. Sie ist die Personifizierung all dessen, was die anderen Protagonisten des Romans umtreibt: Familie, Identität, Judentum / Antisemitismus, Religion im Allgemeinen, Außenseiter, verschiedenste sexuelle Beziehungsformen. Vielleicht ist ihre Abwesenheit aber auch der Grund, warum sie mir als einzige der Charaktere ein bisschen fremd geblieben ist - ebenso wie sich wohl auch ihr Sohn Jimmy gefühlt haben muss. Neben den wie bereits erwähnten besonderen Protagonisten erfährt man auch eine Menge politische, geschichtliche, literarische und medizinische Informationen, welche einen hin und wieder den Faden verlieren lassen. Jedoch haben die intensiven Erläuterungen zu Charles Dickens und anderen viktorianischen Autoren dazu geführt, dass ich nun in Erwägung ziehe, mein bisheriges Genre-Spektrum eventuell doch noch etwas zu erweitern (danke Thomas Winslow!). So oder so - "Königin Esther" ist kein Buch, welches man nebenbei liest. Nach Beendigung des Buches habe ich in anderen Rezensionen gelesen, dass "Königin Esther" zum Teil als eines der eher schwächeren Werke von Irving empfunden wird. Sollte dies so sein, freut es mich umso mehr, seine "guten" Romane noch vor mir zu haben. Dies wird definitiv nicht mein letztes Buch von John Irving gewesen sein!

"Herzschläge und Weltgeschichte - ein Roman, der bebt"
1

Das Buch war unfassbar langweilig

4

Viele gute stories, aber ein wenig überfrachtet. Zieht den Leser nicht so rein wie die früheren Romane

5

Ein Buch das man/frau lesen sollte.

5

Irving in Höchstform. Wer seine Bücher liebt (besonders Gottes Werk und Teufels Beitrag) wird seine helle Freude daran haben.

2.5

Viel zu viele Längen

Ich habe viele Bücher von John Irving gelesen und geliebt,  andere mochte ich nicht. Dieses gehört eher zu der zweiten Kategorie. Die Geschichte von Esther, Jimmy und den Windslow,'s fand ich intetessant und unterhaltsam.  Die Figuren sind wie immer skurril. Der Schreibstil typisch John Irving. Die Titelgeberin "Königin Esther " macht sich jedoch im Verlauf des Buches etwas rar. Den Lesefluss gestört haben die langen ausschweifende Seiten über Judentum,  Beschneidungen, Antisemitismus und Zionismus. Viele Seiten habe ich nur quer gelesen.  Schade,  ich hatte mich auf dieses Buch gefreut.

5

Ein echter Irving. Der Länge nach eher eine irvingsche Kurzgeschichte, die aber so gut wie alles beinhaltet, was die Welt von John Irving ausmacht. Großartige, komplexe, liebenswerte Figuren, die ich jetzt schon vermisse und einige wirkliche unvergessliche Szenen (besonders im in Wien spielenden Mittelteil). Es mag sein, dass es nicht der stärkste Irving Roman ist und beispielsweise an den noch deutlich komplexeren Vorgänger "Der letzte Sessellift" nicht ganz heran reicht. Dennoch gibt es fünf Sterne, weil es wieder ein großes, berührendes Leseereignis war vom Meister der zeitgenössischen, amerikanischen Literatur, der auch hier, wir so oft, ein großes, großes Herz für Außenseiter aller Couleur beweist. Großes, großes literarisches Kino! Möge es nicht der letzte John Irving Roman gewesen sein :)

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