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Oben Erde, unten Himmel

4.4(294)
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About the book

Herr Ono ist unbemerkt verstorben. Allein. Es gibt viele wie ihn, immer mehr. Erst wenn es wärmer wird, rufen die Nachbarn die Polizei. Und dann Herrn Sakai mit dem Putztrupp, zu dem Suzu nun gehört. Sie sind spezialisiert auf solche Kodokushi-Fälle. »Fräulein Suzu«, wie der Chef sie nennt, fügt sich widerstrebend in die neuen Aufgaben. Es braucht dafür viel Geduld, Ehrfurcht und Sorgfalt, außerdem einen robusten Magen. Die Städte wachsen, zugleich entfernt man sich voneinander, und häufig verschwimmt die Grenze zwischen Desinteresse und Diskretion. Suzu lernt schnell. Und sie lernt schnell Menschen kennen. Tote wie Lebendige, mit ganz unterschiedlichen Daseinswegen. Sie sieht Fassaden bröckeln und ihre eigene porös werden. Und obwohl ihr Goldhamster sich neuerdings vor ihr versteckt, ist sie mit einem Mal viel weniger allein. Milena Michiko Flašar hat eine frische, oft heitere Sprache für ein großes Thema unserer Zeit gefunden. Und sie hat liebenswert verschusselte Figuren erschaffen, die man gern begleitet. Ein unvergesslicher, hellwacher Roman über die ›letzten Dinge‹.

Editions (2)

ISBN9783803128812
PublisherWagenbach, K
Publication Date12/12/24
Pages304

Reviews & Ratings

294 ratings

57 reviews

4.4

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  • dinaisy
    dinaisy

    217 Followers

    4.0

    🐹🐹🐹

    Suzu ist Mitte zwanzig als sie in der Firma von Herrn Sakai anfängt zu arbeiten. Sie hat ihr Studium geschmissen, gilt als Einzelgängerin, hat Pech beim Daten. Ihr wichtigster Kontakt ist ihr Hamster - doch auch der - ein Einzelgänger. Aber Herr Sakai stellt sie sofort ein. Und damit ändert sich ihr Leben. Schleichend. Es ist kein gewöhnlicher Job. Suzu reinigt ab nun die Wohnung von Verstorbenen. Von Kodokushi - Menschen, die allein sterben und deren Tod lange unentdeckt bleibt. Suzu beginnt über Einsamkeit nachzudenken, gleichzeitig erlebt sie mit ihrem Chef und ihren Kollegen das erste Mal etwas wie das Eingebundensein in ein soziales Netz. Ein warmherziges, stilles Buch über Einsamkeit, Nachbarschaft und Verbundenheit. Ein Plädoyer dafür mit offenen Augen, Muße und Freundlichkeit den Menschen, die man täglich sieht, zu begegnen. Und sich auch Zeit für die zu nehmen, von denen man lange nichts gehört hat… 🫶

    Jun 4, 2026

  • kingofmusic
    kingofmusic

    224 Followers

    5.0

    Von Menschen und anderen Einsamkeiten Milena Michiko Flasar war mir bisher nur dem Namen nach bekannt, obwohl "Ich nannte ihn Krawatte" seit einiger Zeit auf meinem Tsunny liegt. Nun, da wird er sich wohl nicht mehr lange aufhalten, denn der neue Roman "Oben Erde, unten Himmel" (erschienen 2023 im Wagenbach Verlag) hat mich stark beeindruckt und tief berührt, so dass ich unbedingt schnell etwas weiteres der Autorin lesen will. Nun, die Leserinnen und Leser treffen hier auf Suzu, die mit ihrem Hamster in einem 1 Zimmer-Appartement in einer japanischen Großstadt lebt und arbeitet. Zunächst als Aushilfskellnerin und dann als Leichenfundortreinigerin. Ja, ihr habt richtig gelesen. Es geht aber weniger um die Arbeit an sich. Milena Michiko Flasar erzählt uns eher von einem nicht nur in Japan vorkommenden "Phänomen", nämlich dem einsamen Tod von Menschen, die mitunter lange Zeit tot in der Wohnung liegen (auf japanisch "Kodokushi"). Um solche "Fälle" kümmert sich Herr Sakai (die heimliche "Hauptfigur" in diesem Roman) und sein Team. Hier liegt eine große Stärke des Romans: es steht immer der Mensch und sein Schicksal im Vordergrund. Effekthascherei sucht man während der knapp 300 Seiten des Romans, der übrigens vom Verlag mit einem wunderschönen Schutzumschlag versehen wurde, vergeblich. Hier wird den Toten eine Würde verliehen, die mich tief berührt und beeindruckt hat. Ebenso wie sich hinter der scheinbar oberflächlichen Art und Weise, wie und was die Autorin schreibt, eine tiefgründige Geschichte verbirgt. Die Weisheit und Tiefsinnigkeit vieler Sätze lassen mein persönliches Notizbuch dicker und dicker werden *g*. Abgerundet wird dieser großartige Roman von einem umfangreichen Glossar japanischer Begriffe und vielen Hinweisen auf die japanische (Lebens-)Kultur. Ich vergebe glasklare 5* für diesen beeindruckend tiefsinnigen Roman und spreche eine absolute Leseempfehlung aus! © kingofmusic

    Dec 1, 2023

  • waldelb
    waldelb

    75 Followers

    4.5

    Kaum jemand fragt sich wohl, wer die Wohnung von Verstorbenen, deren Tod längere Zeit unbemerkt geblieben ist, nach Entdeckung der halb verwesten Leiche, saubermacht. Mit ziemlicher Sicherheit eine äusserst unappetitliche Angelegenheit. Dieses Buch widmet sich diesem Phänomen, welches in Japan «Kodokushi» genannt wird, das allein und unbemerkte Sterben. Mit viel Feingefühl nähert sich Milena Michiko Flasar dem Thema, in dem sie zwar etwas kuriose, aber nicht weniger liebenswerte Protagonisten ins Feld führt, die sich dieser eher unangenehmen Aufgabe mit viel Empathie stellen. Es ist eine Arbeit, die leichter in der Gemeinschaft zu bewältigen ist. Aber was sind das für Menschen, die sich von so einer Aufgabe «berufen» fühlen? Vielleicht nicht gerade gruppentaugliche Menschen, wie sich hier zeigt. Gerade die eigentliche Hauptperson «Suzu» hat eben Schwierigkeiten, Beziehungen herzustellen oder zu halten. Sie sieht sich als Randfigur der Gesellschaft, die in ihrem Leben schon viel Ablehnung erfahren hat. Das langsame und sehr behutsame Lösen dieser Vorsichtigkeit ist eigentlich das Hauptthema und nimmt der Geschichte schliesslich die Schwere, die Beschreibung, was Menschen zusammenführt und diese schliesslich auch verbindet. Dies geschieht mit einer wunderbaren Sanftheit, die das Thema «Tod und Sterben» in Einsamkeit fast schon leicht erscheinen lässt, ohne die Intensivität jedoch zu vergessen. Wie schon in ihren vorherigen Büchern bleibt sich Milena Michiko Flasar auch hier treu durch ihre eher kuriosen Protagonisten, die sie aber ganz nahbar und beinahe zärtlich, ganz sicher aber mit viel Feingefühl in Szene setzt. Mit Verständnis für «Andere» und vielleicht auch das typisch Japanische bringt sie uns dies nahe Ein leicht wirkendes Buch, das sicher noch einige Zeit in meinen Gedanken bleiben wird.

    Feb 13, 2026

3 of 57 reviews

SocialReads

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alexliebtlesen
alexliebtlesenAug 29, 2025

Ich fand die Szene in der Wohnung des Vaters und des kleinen Jungen krass. Wie respektlos die beiden Reporter sich verhalten haben. Ich kann die Wut von Takada total nachvollziehen. Auch wenn wir noch nicht wissen, was in diesem Jungen vor sich geht.

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