Marschlande

Marschlande

Hardback
4.4952

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Description

Zwei Frauen, die Jahrhunderte trennen – der Wunsch nach Selbstbestimmung, der sie verbindet

Im Hamburger Marschland lebt ums Jahr 1580 Abelke Bleken. Sie führt allein einen Hof, trotzt Jahreszeiten und Gezeiten. Und sie versucht, sich gegen ihre Nachbarn zu behaupten, in einer Zeit, die für unabhängige Frauen lebensgefährlich ist. Fast fünfhundert Jahre später zieht Britta Stoever mit ihrem Mann und ihren Kindern in die Marschlandschaft. Ihre Arbeit als Geografin hat sie für die Familie aufgegeben, das neue Zuhause ist ihr noch fremd. Sie unternimmt lange Spaziergänge durch die karge Landschaft, beobachtet die Natur und lernt, in Bracks und Deichlinien die Spuren der Vergangenheit zu lesen. Dabei stößt Britta auf das Leben der Abelke, auf Ausgrenzungen und Ungerechtigkeiten, die beängstigend aktuell sind. Fasziniert taucht sie tiefer und tiefer ein – und merkt, wie viel sie im Leben der anderen Frau über sich selbst erfährt.

»Marschlande« von Jarka Kubsova erzählt von zwei Frauen, die einander in ihren Kämpfen um Selbstbestimmung und Sichtbarkeit über die Jahrhunderte hinweg die Hand reichen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
320
Price
24.70 €

Author Description

Jarka Kubsova wurde 1977 in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren, seit 1987 lebt sie in Deutschland. Sie arbeitete als Journalistin, Ghostwriterin und Co-Autorin mehrerer erfolgreicher Sachbücher. 2021 erschien ihr Debütroman »Bergland«, 2023 folgte der Roman »Marschlande«, der für das Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen nominiert war und am Theater inszeniert wurde. Jarka Kubsova lebt in Hamburg.

Characteristics

3 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
35%
N/A
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28%
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58%
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Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
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Pace

Fast0%
Slow33%
Moderate67%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex0%
Moderate100%
Bildhaft (50%)Poetisch (50%)

Posts

200
All
4

Richtig gut 👍🏻

Britta, 46 Jahre alt, zieht mit Mann und Kindern von der Stadt in die Hamburger Marschlande. Dort lernt sie Ruth kennen und die Geschichte rund um die Bäuerin Abelke Bleken, die im 16 Jahrhundert alleine einen großen Bauernhof betrieben hat. Es geht um Hexenverbrennung, Enteignung und Macht. Die Kapital springen jeweils zwischen heute und damals. Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Britta (mein Alter) spricht mir oft aus der Seele und die Geschichte rund um Abelke ist faszinierend und erschütternd zu gleich. Meinerseits eine absolute Leseempfehlung ⭐️⭐️⭐️⭐️

Richtig gut 👍🏻
4.5

Ein eindringliches Buch, dass zeigt wie sich Zeiten ändern und sich dennoch berühren. Wenn man selbst aus Hamburg kommt, kommt man noch mehr auf seine Kosten. Dieses Buch wird mit seiner Auswegslosigkeit und Ungerechtigkeit noch lang nachhallen.

Lag hier lange als Geschenk und irgendwie hat es mich nicht angesprochen. Wie falsch ich lag. Die Hexenverbrennung ist ein Thema, dass ich hart zu verdauen finde und mir dennoch sehr am Herzen liegt. Die Parallele zu heutigen Missstände zu ziehen, ist brilliant. Beide Frauen sind so klar gezeichnet und man fühlt mit ihnen. Ich habe viel über die Marschlande, aber auch Hofleben im 16. Jahrhundert gelernt. Dieses Buch wird bleiben.

4

Atmosphärisch und Empowernd

Eine tolle fiktionale Rekonstruktion eines historischen Frauenschicksal aus den Marschlanden. Ich konnte mir alles so gut bildlich vorstellen! Karg, unsentimental, erbarmungslos und trotzdem sehr zärtlich wird hier von Abelke erzählt. Auch der Erzählstrang aus der Gegenwart nimmt diese Kargheit wieder auf und überträgt sie nicht nur auf die Landschaft, sondern auch auf Brittas Ehe. Einsamkeit, fehlende Anerkennung, Sorgen um die Kinder. So wichtig, dass darüber geschrieben wird. Leider an der ein oder anderen Stelle etwas wiederholend… 👩‍🌾🐷🐦‍⬛

4

🌬️🍃✨🪶 Eine schöne Stimme in einer aufwühlenden Geschichte.

In ‚Marschlande‘ haben wir zwei verschiedene Erzählstränge in unterschiedlichen Epochen, und zwei mutige Frauen, die sich, gefangen in jeweiligen Umständen, versuchen zu behaupten. Abelke Bleken ist keine fiktive Figur - und sie hat mein Herz fast sofort für sich gewonnen. Ihre Kapitel gehen unter die Haut, machen wütend und traurig und fassungslos. Irgendwie trägt sie die Geschichte. Unsere andere Protagonistin Britta ist dennoch interessant, auch ihr folgt man gern. Jarka Buksova lädt den Leser in eine Geschichte voller Atmosphäre ein, der Schreibstil bleibt dabei so flüssig, dass man über die Seiten fliegt. Und am Ende des Tages fragt man sich, wie Frauen diese Ungerechtigkeiten ertragen konnten, das Kinn dennoch erhoben. Und welche Geschichten nie erzählt wurden. Auch wenn es nicht ganz an den ersten Roman der Autorin herankommt, eine Empfehlung!

🌬️🍃✨🪶
Eine schöne Stimme in einer aufwühlenden Geschichte.
5

Wow, dieses Buch ist eine Wucht!

Für mich ist dieses Buch einfach absolut hervorragend! Ich habe diese Geschichte in zwei Zeitebenen mit so großer Freude gehört, ich konnte einfach keine Pause machen. Es war spannend, lehrreich, ging an Herz - und hat so viel Schlaues mitgegeben. Die Autorin hat die Geschichte unglaublich toll recherchiert und aufbereitet, das ganze in einer mitreißenden Sprache verpackt. Ein wahres Goldstück, dieses Buch.

3

Ich bin gerne in Abelkes interessante Vergangenheit gereist aber zu Brittas „Depri-Gegenwart“ habe ich bis zuletzt keinen Zugang empfunden!

5

🤩 super

Toll, wie die Autorin die beiden Geschichten der beiden Frauen aus diesen unterschiedlichen Epochen nebeneinander erzählt und sie miteinander verwebt.

4

Marschlande - dieses Buch hat mich wütend, traurig, fassungslos, aber auch hoffnungsvoll gemacht. Ich habe es auf Empfehlung von Louisa Dellert gelesen und bin nicht enttäuscht worden. Es handelt von der Geschichte zweier Frauen - Abelke und Britta - die eine lebt im jetzt und die andere in der Vergangenheit. Beide Frauen haben mit Ungerechtigkeiten zu kämpfen, mit Benachteiligung durch Männer. Selbstverständlichkeiten, die immer noch so gelebt und hingenommen werden und dann die Geschichte von Abelke, die so vielen Frauen widerfahren sein muss zur Zeit der Hexenverfolgung. Grausam und dennoch konnte ich das Buch nur selten zur Seite legen. Klare Empfehlung!

5

2 Geschichten, die unter die Haut gehen

Wortgewaltig und malerisch schön erzählt Jarka Kubsova von 2 Frauen, die am gleichen Ort leben- allerdings mit 500 Jahren Zeitunterschied. Während die mittelalterliche Abelke als starke, selbstständige Frau keine Chance hatte, kann Britta sich in der Neuzeit ihre Freiheit zurückerobern. Allerdings mit großen Opfern. Die Geschichten der beiden Frauen verweben sich wunderschön und tragisch inneinander. Schweres Thema, aber heute umso wichtiger.

4

Zwei Frauen zwei Geschichten

Ein wunderbarer Roman über zwei Frauen in ganz unterschiedlichen Zeitdekaden. Britta in der Gegenwart die mit ihrer Ehe kämpft und sich selbst entdeckt und Abelke die 1570 allein als Frau einen Hof bewirtschaftet und später als Hexe verbrannt wird. Toll geschrieben und recherchiert.

4.5

Marschlande ist für mich ein Highlight dieses Jahres. Die Geschichte spielt auf zwei Ebenen (aber man weiß immer, wo man ist und wessen Leben man gerade folgt): In der Jetztzeit folgen wir Britta, die mit ihrer Familie in die Marschlande gezogen ist. Sie fühlt sich dort verloren und auch ihre Eheprobleme lassen sich nicht länger leugnen. Im ausgehenden 16. Jahrhundert lebte Abelke in den Marschlanden, eine für diese Zeit unangepasste Frau - was ihr schließlich auch zum Verhängnis wird. Ich muss sagen, Britta war mir am Anfang sehr unsympathisch, aber nach und nach wurde ich mit ihr warm. Ich fand die Geschichte um Abelke (es gab sie wirklich) sehr viel interessanter und tragischer. Ich musste manchmal schlucken, weil man genau weiß, wie bestimmte Sachen, die sie tut oder macht, ausgelegt werden/wurden. Und obwohl zwischen beiden Frauenleben 500 Jahre liegen, muss man Ende erkennen, dass es doch Parallelen gibt. Leider. Ein schönes zusammenfassendes Zitat: "Weil man im Leben einer jeden anderen Frau auch immer etwas über sich selbst herausfand und gleichzeitig über alle anderen" Interessant waren auch die geschichtlichen Hintergründe der Marschlande, z.B. das Deichrecht und das Bauernlegen. Eine klare Leseempfehlung.

5

Was für ein wundervolles Buch - spannend, berührend und horizonterweiternd. Was will frau mehr von einer Lektüre?

Auf zwei Zeitebenen erzählt Jarka Kubsova von der Bäuerin Abelke Bleken und der Geografin Britta Stöver. Erstere wurde im 16. Jh. mit fadenscheiniger Begründung enteignet und später als Hexe denunziert und verbrannt. Im Heute schlägt sich Britta mit der weiblichen Lebenswirklichkeit herum und recherchiert in ihrer Freizeit den „Fall Abelke“. Und je mehr sie in das Leben der historischen Frau eintaucht, desto mehr lernt sie auch über sich selbst und ihr Leben. So eindrucksvoll wird diese Geschichte erzählt, dass ich sogar das spannende Nachwort (mit Erläuterungenn und Einordnungen) noch verschlungen habe.

4.5

Gibt es für Frauen überhaupt die Chance auf ein Happy End?

Marschlande. Jarka Kubsova. 4,5/5. Inhalt: 2 Frauen, die Jahrhunderte trennen – der Wunsch nach Selbstbestimmung, der sie verbindet. Britta ist mit Mann und Kindern in die Hamburger Marschlande gezogen. Dort stößt sie auf die Spuren der Bäuerin Abelke Bleken, der hier vor Jahrhunderten Unrecht angetan wurde. Immer tiefer taucht Britta ein in Abelkes Geschichte. Und merkt dabei, wie viel sie im Leben der anderen Frau über sich selbst erfährt. Meine Meinung: Historische Romane lese ich normalerweise nicht, die Verbindung aus Damals und Heute fand ich aber interessant. Außerdem ist es ein feministischer Roman - das meine ich ausschließlich positiv. Wie kann das Leben einer Frau vor Jahrhunderten komplett anders als heute und dennoch fast exakt gleich sein? Die eine ist körperlich hart arbeitende Bäuerin ohne Kinder und Ehemann mit eigenem Hof in einer Welt, in der Besitz nur Männern zusteht gespickt von Aberglauben und der ständigen Angst vor Hunger. Die andere ist Hausfrau und Mutter im Einfamilienhaus finanziell und emotional abhängig von ihrem Ehemann. Wo liegt da die Verbindung? Es braucht keine Verbindung, denn beide Geschichten sind spannend erzählt. Die Kapitel wechseln zwischen den beiden Frauen, und immer, wenn ich in die Welt der einen eingetaucht war, war ich enttäuscht, dass das nächste Kapitel die Perspektive wechselte – nur um dann wieder gefesselt zu werden... Eine Verbindung gibt es dennoch: Ohnmacht. Beiden Frauen wird etwas genommen. Vielleicht ist die Konsequenz heute nicht so drastisch wie damals, es hat mich beim Lesen dennoch zerrissen, wie hilf- und machtlos beide Frauen ihren jeweiligen Widersachern (Spoiler: Männer) gegenüberstehen. Die Zeiten mögen sich geändert haben, das Patriachat hat die Welt dennoch im Griff, und bestraft alle, die nicht hineinpassen. Es bestraft die Bäuerin mit eigenem Hof ohne Kinder und Ehemann genauso wie die Hausfrau und Mutter, die in ihren Job und zu sich selbst zurückfinden möchte. Und während die wahre Geschichte von Abelke Bleken nicht gut ausging, stellt sich die Frage: Was hat sich im 21. Jahrhundert geändert? Gibt es hier ein ‘Happy End’ für Frauen, für Britta?

Gibt es für Frauen überhaupt die Chance auf ein Happy End?
5

Die Geschichte findet auf zwei Zeitebenen statt, spielt in der Elbmarsch bei Hamburg und erzählt die Geschichte von zwei Frauen. Trotz 500 Jahre zwischen ihnen finden sich Parallelen in ihren Leben, in der Gesellschaft und in ihrem Frausein. Es ist ein Buch über Frauen und ihre Geschichten, über Hexen (und leider auch Hexenverfolgung), Freundinnenschaft, Erwartungen, das Dorfleben, Feminismus, Familie und natürlich über das Elbmarschland. Unbedingt auch das Nachwort lesen/hören. Kanns ganz doll empfehlen!

5

Sensationelles Buch!

Richtig spannendes Buch über zwei Frauen, die tolles geleistet haben und für das Sinnbild für viele Frauen stehen. Es ist so spannend geschrieben i d man erfährt sehr viel über die Marschlande in der heutigen und der früheren Zeit, in sehr anschaulicher Form. Ich bin beeindruckt vom Schreibstil, der immer kapitelweise wechselt. Einmal in der Zeit von heute und einmal in der Zeit von vor 500 Jahren. Man kann sich so richtig in die Zeit hinein versetzen. Und ich nehme mit wie viel wir schätzen können von dem was wir heute haben und wie viel wir doch gleichzeitig in einigen Themen doch noch so rückständig sind.

5

Große Leseempfehlung! Zwei Handlungsstränge: Das Leben der alleinstehenden Abelke Bleken im 16. Jahrhundert und in der Gegenwart das der verheirateten Britta, die mit Mann und zwei Kindern in die Marschlande gezogen ist, wo sie im sogenannten Eispalast leben. Britta erforscht das Leben von Abelke, die in ihrer Nachbarschaft gewohnt hatte. Abelke wurde als Hexe verbrannt. Dramatisch, tragisch, berührend, sehr lesenswert!

4.5

Interessant, unterhaltsam, lehrreich, traurig, atmosphärisch...gegen das Vergessen!

4

Zwei Epochen, zwei Frauen

Jarka Kubsova porträtiert zwei Frauen in vollkommen unterschiedlichen Zeiten und Lebenslagen, welche dennoch mit vergleichbaren Problemen konfrontiert sind und sich in einer männerdominierten Welt durchsetzen müssen. Die Handlung und auch die eindrücklich geschilderten Hintergründe zu den wahren Begebenheiten hinter der Geschichte haben mich sehr ergriffen und waren gleichzeitig wirklich lehrreich in Bezug auf die Geschichte der Marschlande und der Entwicklung der Hexenverfolgung in ganz Europa.

5

Zwei starke und mutige Frauen! Ein Buch, das unter die Haut geht.

Die Geschichte von Abelke lässt mich kaum los. Eine mutige und tapfere Frau, die sich gegen die männerdominirende Landwirtschaft zu ihrer Zeit stellt und verliert. Die Geschichte von Britta ist meine Geschichte, die so viele Frauen unsere Zeit betrifft. Ein Buch für und über Frauen, welches Männer gerne lesen dürfen!

5

MARSCHLANDE Jarka Kubsova 1570: Abelke Bleken hat den prächtigen Hof und das Hufnerhaus mitten im Marschlande an der Elbe von ihren Eltern geerbt. Das Reet am Dach ist ohne Fehler, das Eichenfachwerk ist hell und gerade. Die Leute reden, dass der Hof für eine Frau ganz alleine viel zu groß sei, aber das Tratschen hinter ihrem Rücken ist sie gewohnt und kümmerte sie nicht. Es geht ihr gut - auch ohne Mann. Heiraten wollte sie nie, obwohl es an Angeboten nie gemangelt hatte, sie war einst die Schönste im Dorf, doch wie hätte sie sicher sein können, dass die Männer nicht nur den Hof wollten? Und ja, genau das war ihr Problem. Die Männer wollten ihren Hof. Sie waren neidisch auf ihr Geschick und Können den Hof zu bewirtschaften. Die Frauen waren garstig, weil ihre Männer Abelke nachstellten. Sich in der derben Bauern- und Männerwelt zu behaupten, war nicht einfach, oft wurde sie ungerecht behandelt. Aber vielleicht hätte es funktioniert, wenn es nicht diese schreckliche Allerheiligenflut gegeben hätte, die Sturmflut, die alles zerstörte. Eventuell hätte sich das Leben von Abelke ganz anders entwickelt … Heute: Britta Stoever zieht mit ihrem Mann Phillipp und den gemeinsamen Kindern ins Marschlande vor Hamburg. Ein eigenes Haus mit viel Platz, das war Philipps Traum. Doch weder Britta noch die Kinder fühlen sich wohl. Die Marschländer ignorieren die „Zugezogenen“. Britta, promovierte Geologin mit nur einem kleinen Teilzeitjob, fühlt sich unterfordert, bis sie bei einem Spaziergang in einer Sackgasse auf einen Straßennamen trifft. Beim anschließenden Recherchieren findet sie heraus, dass die Straße nach Abelke Bleken benannt wurde, der Frau, die einst im Marschlande lebte und als Hexe verbrannt wurde. Jarka Kubsova hat es ausgezeichnet verstanden Fiktion mit historischen Ereignisse zu verknüpfen. Abwechselnd lässt sie ihre zwei Protagonistinnen zu Worte kommen. Auch wenn einige Klischees bedient wurden, so muss ich sagen, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und es geliebt habe. Was mir auch besonders gefiel, sind die vielen kleinen Hamburger Wörter, wie dumm Tüüg, Spökenkieker und Veddel, die mit der Generation meiner Urgroßmutter auszusterben drohen. Fazit: En grootoordig Book, dat ik bannig geern heff un jo unbedingt anraden wullt. 5/ 5

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5

Ich brauchte die ersten 100 Seiten, um reinzukommen, aber dann hat es mich gepackt. Zwei Frauen, damals und heute konfrontiert mit den gleichen Problemen, einer Paternalistischen Welt. Es ist wirklich toll gelungen, die Alltagsprobleme von Frauen darzustellen und ihnen durch die Geschichte in der Vergangenheit eine Erklärung zu geben. Das Nachwort führt beide Geschichten nochmal zusammen und macht anhand von tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen deutlich was wahr ist. Ein tolles Buch für Frauen, die sich mit ihrer Position in der Gesellschaft auseinandersetzen wollen.

5

Ein berührendes Buch - Highlight

Die Geschichte von Abelke hat mich sehr berührt. Gut und wichtig finde ich, dass am Ende und im Nachwort noch darauf hingewiesen wurde, was von Abelkes Geschichte tatsächlich überliefert ist. Ich finde, dass es Jarka Kubsova toll gelungen ist, Abelkes Geschichte lebendig werden zu lassen und Fiktion und tatsächliche Fakten zu einer stimmigen Geschichte zu verweben, ohne sich zu weit von den Überlieferungen zu entfernen. Auch Brittas Geschichte ist toll erzählt und zeigt deutlich auf, was in Bezug auf Gleichberechtigung noch alles im Argen liegt. Mit Britta konnte ich mich gut identifizieren; mit Brittas Geschichte hat Jarka Kubsova meiner Meinung nach die heutige Lebensrealität absolut getroffen. Auch in ihrem Nachwort hat sie die Situation heutiger Frauen genau auf den Punkt gebracht. Mit ihrem tollen Erzählstil hat die Autorin eine zu ihrer Geschichte passende Stimmung geschaffen, in die ich auch jedes Mal schnell wieder reingekommen bin, wenn ich das Buch zur Hand genommen habe. Ein tolles Buch, das mich gedanklich sicher noch einige Zeit beschäftigen wird.

Wow wow wow. Was für ein starkes, krasses, tiefgehendes & empowerndes Buch über weibliche Solidarität, jahrhundertealte patriarchale Unterdrückung und strukturelle Misogynie. Jahreshighlight! ✨

4

Zugegebenermaßen wollte ich die Autorin Jarka Kubsova eigentlich mit ihrem Debutroman „Bergland“ kennenlernen, allerdings hat sich ihr neuester Roman „Marschlande“ für das Bücher-Bingo 2023 angeboten, weshalb ich es mir im Herbst auf den Lesestapel gesetzt hatte.   Und die Autorin hat mich von der ersten Seite an mit ihrem sehr intensiven, bildreichen und bildgewaltigen Schreibstil begeistern können, auch wenn nicht alle Bilder leicht zu ertragen sind. Aber das Buch liest sich runter wie geschnitten Brot und besonders gut gefällt mir, dass sich die Sprache an die beiden Erzählstränge, den um Abelke Bleken im 16. Jahrhundert und den um Britta in der Jetztzeit anpasst. Beide wirken sehr echt, lebens-/ realitätsnah und doch wird man mit Abelkes Geschichte sofort in die Vergangenheit katapultiert, die deutlich düsterer aber auch atmosphärischer als die Gegenwart daherkommt.   Grundsätzlich mochte ich beide Erzählstränge gleich gerne und konnte auch beiden Protagonistinnen sehr nahe kommen. Abelke hat mir mit ihrer Unabhängigkeit sehr imponiert und ihr Erzählstrang war – auch wenn man weiß, wie es enden wird – sehr spannend. Und spannenderweise war ich auch gerne bei Britta, auch wenn wir nur wenig gemeinsam haben, außer dass wir in etwa im selben Alter sein müssten und in der gleichen Zeit leben. Brittas Mann Philipp ist mir hingegen zu eindimensional gezeichnet worden. Er war mir zu negativ, zu unsympathisch dargestellt und ich bin auch der Meinung, dass es sowohl den Nebenkriegsschauplatz um die zerrüttete Ehe wie auch um Brittas Tochter Mascha nicht gebraucht hätte. Ich wäre lieber tiefer mit Britta in die Recherche eingestiegen, weil ich das spannend finde.   Ich kann mir schon denken, was der Grundgedanke der Autorin dahinter war, aber im Endeffekt ist mir das Buch zu feministisch. Mir legt sie zu offensichtlich den Finger in die Wunde. Natürlich sind das wichtige Themen: starke Frauen, die Rolle der Frau und wie viel oder vielleicht eher wie wenig sich in all den Jahrhunderten geändert hat in Sachen Gleichberechtigung. Das hat mich irgendwann genervt, wobei ich aber auch sagen muss, dass es dem Buch nicht gut getan hat, dass ich es für 2-3 Wochen für eine Leserunde unterbrochen habe. Die Euphorie war irgendwie verpufft.   Es ist ein richtig gutes Buch, das sich sehr gut und schnell weglesen lässt, das wichtige Themen behandelt und ein grandios gutes und informatives Nachwort hat. Aber für mich ist es leider nicht  ganz perfekt. Aber ich bin ihr trotzdem dankbar, dass sie Abelkes Geschichte erzählt hat, denn solche Frauen sollten nicht vergessen oder gar verschwiegen werden.

5

Schöne Stimme und spannende, feministische Geschichte über mehrere Generationen hinweg

Einen Monat lang hat mich dieses Hörbuch, als Tipp einer Freundin, bei Haushalt und co begleitet. Die Stimme ist sehr angenehm und die Geschichte schön geschrieben. Sie erzählt im Wechsel von zwei Frauen, die in völlig unterschiedlichen Zeiten leben und dennoch einiges gemein haben. Würde ich unbedingt (und nicht nur denen ;)) feministischen Frauen empfehlen.

5

Jarka Kubsovas „Marschlande“ war eine der Neuerscheinungen des letzten Literaturherbstes, an der man nun wirklich nicht vorbeikam. Zurecht! Erzählt wird von zwei Frauen, Britta und Abelke, die zwar mehrere Jahrhunderte trennen, die jedoch beide in den Hamburger Marschlanden, letztlich ganz nah beieinander ansässig sind. „Marschlande“ ist eine Spurensuche, denn die zugezogene Britta, die zu Beginn eigentlich wenig mit sich anzufangen weiß in dieser doch etwas eigentümlichen Gegend, findet sich schon bald in einem Strudel rundum das Schicksal Abelke Blekens wieder, die seinerzeit eine tiefe Ungerechtigkeit erfährt und grausam verfolgt wird. Hexen, so bezeichnete man(n) im Grunde in irgendeiner Form unabhängige Frauen. Und genau diese Unabhängigkeit ist es, was Abelke und vielen anderen Frauen dieser Zeit zum tragischen Verhängnis wurde. „Marschlande“ ist eine fiktionale Erzählung, die inspiriert von realen Ereignissen ist - so heißt es gleich vorab. Und genau das ist es wohl, was dieses Buch für mich so gut macht: Kubsovas Geschichte hat mich entführt, gleichzeitig hat sie mich auch so vieles gelehrt - nicht zuletzt dank der umfangreichen Recherchearbeit der Autorin. Zum Beispiel bin ich mir der Tragweite, man könnte auch sagen des Echos, dieser Zuschreibung (‚Hexe‘) bis ins Heute noch einmal viel bewusster geworden. Und weil mich dieses Thema, nämlich die strukturelle Verfolgung von Frauen (wie auch Männern, ganz nebenbei bemerkt) im späten Mittelalter so gefesselt hat und auch dessen literarische Aufarbeitung gefühlt noch in den Kinderschuhen steckt, möchte ich an dieser Stelle noch auf eine Neuerscheinung des bevorstehenden Frühlings hinweisen, die bei mir ganz weit oben auf dem Leseplan stehen wird: „Jeder weiß, dass deine Mutter eine Hexe ist“ von Rivka Galchen (in der Übersetzung von Grete Osterwald) erscheint am 14. Mai bei Rowohlt und erzählt von dem wohl bekanntesten deutschen Hexenprozess gegen Katharina Kepler - der Mutter des Naturwissenschaftlers Johannes Kepler. Erzählt wird übrigens aus ihrer Sicht. Vielversprechend! So, und bis dahin lest ihr (falls nicht ohnehin schon) „Marschlande" - in Ordnung? Ein herzlicher Dank geht an S. Fischer für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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4.5

Ein absolut lesenswertes Buch. Zwei Frauen, die am gleichen Ort zu ganz unterschiedlichen Zeiten leben und deren Geschichte geschickt miteinander verwoben wird. Gleichzeitig ist es eine Freude, wie in dem Buch über die Einzigartigkeit und Herrlichkeit der Natur geschrieben wird. Ich war sofort drin in der Story und sie hat mich auch nicht mehr losgelassen. Jedes Kapitel endete mit einem Cliffhanger, so dass man gewillt ist, dass nächste Kapitel, welches über die jeweils andere Protagonistin geschrieben ist, auszulassen ;). Meine definitive Leseempfehlung!

3.5

25 Frauen 2025 - Buch 32: Dieser Roman von Jarka Kubsova hat mich nur teilweise gekriegt. Erzählt wird auf 2 Zeitebenen: da ist Britta Stoever, die in der Gegenwart mit ihrer Familie aus Hamburg aufs Land zieht, weil sie sich anders kein Haus leisten können. Und da ist Abelke Bleken, die im 16. Jahrhundert dort in den Marschlanden gelebt und als alleinstehende Frau einen Hof bewirtschaftet hat. Britta ist eine fiktive Figur, Abelke hat es wirklich gegeben. Die Leerstellen rund um Abelke hat Kubsova literarisch gefüllt. Alle Kapitel, in denen Abelke die Hauptfigur ist, haben mir gut gefallen. Meist hat Kubsova die Frauen über das Wetter oder Ereignisse in den Marschlanden miteinander verbunden, was meiner Meinung nach gut gelungen ist. Leider fand ich aber Brittas Kapitel durchgängig schwächer bzw. seichter. Ich habe einiges als lediglich angerissen (verschiedene Lebensentwürfe) oder zu leicht gelöst (Mobbing) und damit nicht glaubwürdig genug empfunden. Darüber hinaus mag ich es nie, wenn es in einem Buch mit einer solchen Thematik keine einzige positive männliche Figur im Zentrum der Handlung gibt.

5

Eine Geschichte über Frauen, die altbekannt ist und doch immer Fassungslosigkeit und Wut hervorruft.

Das Buch beginnt so ruhig und genau so, wie man sich die Marschlande vorstellt. Öde und träge. Dabei ist es die Geschichte von Britta in der Gegenwart und von Albeke im 16. Jhd. überhaupt nicht. Und je tiefer ich in die Erzählung eintaucht, desto weniger konnte ich mich lösen. Oft wollte ich rufen 'Stopp! Lass Dir das nicht gefallen, Du bist viel wert!' Nicht nur zu Albeke, auch zu Britta. Was müssen Frauen erdulden, nur weil sie Frauen sind? Wie tief steckt das Patriarchat in uns? Dieser Frage geht Jarka Kubsova mit ihrem Buchauf den Grund. Um wahre Begebenheiten malt sie eine Biographie die in starken Bildern in meinem Kopf bleiben werden. Gekonnt verknüpft sie das Geschehen mit der Gegenwart. Die Tatsache, dass Martin Luther nach der Reformation, das Hexenbild der Frauen noch einmal verstärkt hat, in dem es losgelöst von Gott für allerlei Taten als Begründung herangezogen wurde, wusste ich bisher dato nicht. Daher hat dieses Buch mich nicht nur sehr bewegt, sondern mich auch hat lernen lassen. Diese Kombination liebe ich an Büchern besonders. Ein wunderbares Buch, das perfekt in unsere Zeit passt. Ich würde mir wünschen, dass viele Menschen es lesen.

Eine Geschichte über Frauen,  die altbekannt ist und doch immer Fassungslosigkeit und Wut hervorruft.
5

Eines der besten Bücher, das ich bislang gelesen habe.

„Marschlande“ ist ein fesselnde, durchaus beklemmende, Geschichte, die auf herausragende Weise historische Fakten um die künstlerische Freiheit der Autorin ergänzt. Gekonnt verwebt sie die strukturellen Benachteiligungen von Frauen in patriarchalen Gesellschaften über Jahrhunderte hinweg und zeigt so anhaltende Parallelen auf. Jarka Kubsova bedient sich dafür der historischen Person von Abelke Bleken aus den Hamburger Marschlanden, der im 16. Jahrhundert wegen vermeintlicher Hexerei der Prozess gemacht wurde. Die Protagonistin Britta Stoever schickt sich an, das traurige Schicksal von Abelke Bleken aufzuklären und die junge Frau zu rehabilitieren. Eine gut recherchierte und packende Geschichte, die sprachlich und stilistisch derart hochwertig daherkommt — ein wahres Lesevergnügen! ✨

3.5

Abelkes Vermächtnis

Abelke Bleken ist eine der Frauen, über die wenig bekannt ist, obwohl sie ein besonderes und in diesem Fall ein besonders tragisches Schicksal ereilte. Denn Bleken ist eine von vielen, die als Hexe verurteilt wurde, doch eine von wenigen, zu denen auch Aufzeichnungen vorhanden sind. Jarka Kubsova hat sich den bewegten Leben der Bäuerin gewidmet, Informationen gesammelt, zusammengesetzt und sicher auch fiktionalisiert. Abelke wird auf diese Weise lebendig aber nicht heroisiert, sondern als „normale“ Frau voller Wünsche, Ängste und Verzweiflung gezeichnet. Die Absurdität, mit der unliebsame Landbesitzer durch falsche Bezichtigungen und Hörensagen in den Ruin, die Folter und somit auch den Tod getrieben wurden, ließ mich immer wieder fassungslos zurück. Nur zu gut konnte ich Abelkes Wut auf die Männer und die Ungerechtigkeiten verstehen, deren Opfer sie und zahlreiche andere Frauen und Männer wurde. Der historische Teil des Romans hat mir somit sehr gut gefallen, war lehrreich sowie atmosphärisch geschrieben und von Nina Petri eingesprochen. Leider konnte die Übertragung von Abelkes Schicksal in die Gegenwart damit nicht mithalten. Obwohl von Julia Nachtmann ebenfalls gut gelesen, fand ich die Geschichte um Britta, die in den Marschlanden ein ruhiges Leben mit ihrer Familie beginnen will, zu konstruiert und gewollt. Die Rahmenhandlung, in der Britta auf Abelkes Geschichte trifft, hätte ich in Ordnung, wenn auch nicht als nötig, befunden. Die Konflikte in Brittas Leben, die Parallelen zu Abelke darstellen sollten, waren aber für mich viel zu platt und irgendwie „ausgelutscht“. Ich würde mich freuen, wenn Jarka Kubsova in ihrem nächsten Roman alle Seiten einer historischen Figur widmet.

5

Ich wusste, dass ich dieses Buch lieben werde. Ich wusste es einfach. Und doch fehlen mir die Worte – nicht aus Leere, sondern weil keine Formulierung dem gerecht wird, was Marschlande in mir ausgelöst hat. Jarka Kubsova erzählt die Geschichten zweier Frauen, getrennt durch fast ein halbes Jahrtausend, verbunden durch denselben uralten Wunsch: gesehen zu werden, zu bestehen, zu entscheiden. Abelke Bleken – eine reale Frau, keine literarische Projektion – führt im 16. Jahrhundert allein einen Hof, trotzt Naturgewalten und den Gefahren einer Zeit, in der Unabhängigkeit für Frauen schnell als Bedrohung galt. Britta, Jahrhunderte später, liest die Landschaft wie ein Archiv und findet darin nicht nur Abelkes Spuren, sondern auch ihre eigenen. Was mich an diesem Roman so bewegt hat, ist seine Ehrlichkeit. Kubsova beschönigt nichts: Die Art, wie Frauen über Jahrhunderte als Menschen zweiter Kategorie behandelt wurden, zieht sich wie eine leise, aber unüberhörbare Linie durch beide Erzählstränge. Und trotzdem – oder gerade deshalb – liegt über dem Buch ein Gefühl von Wärme, von stiller Solidarität. Ein Wissen darum, dass Kämpfe weitergegeben, nicht verloren gehen. Marschlande ist kein lauter feministischer Roman, sondern ein präziser. Einer, der zeigt, dass Geschichte nicht vergeht, sondern sedimentiert: in Bracks, Deichlinien, Familienbiografien, Körpern. Brittas Faszination für Abelke ist mehr als historisches Interesse – es ist ein Erkennen, ein Wiederfinden. Eine Hand, die durch Jahrhunderte reicht. Abelke Bleken hat wirklich gelebt. Und dieses Buch setzt ihr endlich das Denkmal, das sie verdient. Ein Roman, der unter die Haut geht und dort bleibt. Eine Leseempfehlung für alle, die historische Stoffe lieben und für alle, die verstehen wollen, warum weibliche Selbstbestimmung kein Trend, sondern Tradition ist.

5

Lesenswert

Ein großes Buch.

5

'Marschlande' von der Autorin Jarka Kubsova ist mir schon so oft aufgefallen und wegen der vielen begeisterten Stimmen landete es auf meiner Wunschliste. Für mich eher ungewöhnlich ist, dass ich es als Hörbuch gehört habe und was soll ich sagen...Es hat mir sehr gut gefallen. Es spielt in zwei Zeitebenen und erzählt uns einmal die Geschichte von Abelke Bleken die im 16. Jahrhundert als alleinstehende Frau einen Hof führt. Schon die Tatsache eine selbstbewusste Frau zu sein die ohne einen Ehemann an ihrer Seite wunderbar klar kommt und erfolgreich ihren Lebensunterhalt bestreitet, schürt bei vielen Menschen in Abelkes Umgebung Unbehagen und Argwohn. Als sie auch noch mit wenig Verlust durch eine harte Zeit kommt, ist es komplett vorbei. Sie wird ausgegrenzt, unfair behandelt und der Hexerei bezichtigt. Britta in der Jetztzeit hat zwar mit anderen Problemen zu kämpfen, aber auch sie erfährt eine Menge Ungerechtigkeit. Sie und die zwei Kinder sind ihrem Mann aus der Stadt raus aufs Land gefolgt. Die neue Umgebung bringt Unruhe in das Leben der kleinen Familie und Britta bemerkt das vieles nicht so läuft wie man es sich heutzutage als moderne Frau wünscht. Sie stößt auf die Geschichte von Abelke Bleken und fängt an zu recherchieren. Dieser Roman fesselt, lässt sich sehr gut hören und sicherlich genauso gut lesen. Der Teil rund um Abelke hat mir am besten gefallen, mich berührt und gleichzeitig sehr wütend gemacht. Das Nachwort ist ein sehr wichtiger Teil des Romans. Wie wenig man sich doch bisher Gedanken gemacht hat über das Thema Hexen und Hexenverfolgung. Was alles dahintersteckt und wie heftig es tatsächlich war und uns bis heute verfolgt ist erschreckend. Ein tolles Buch welches ich uneingeschränkt empfehlen kann.

4

Zwei Handlungsstränge mit unterschiedlicher Qualität

Britta kauft mit ihrem Mann ein Haus in den Marschlande der Elbe, sie fühlt sich dort nicht besonders wohl, aber lernt immer mehr über die Bäuern Abelke Bleken, die zur Zeit der Hexenverfolgung auf dem Scheiterhaufen sterben musste (diese Frau gab es wirklich). Je mehr Britta erfährt, desto mehr ändert sich auch ihr Leben. Das Leben von Abelke wurde unheimlich spannend dargestellt und sehr gut verdeutlicht, wie einfach man in Ungnade fallen kann, wenn man entgegen der gesellschaftlichen Konventionen lebt. Der Erzählstrang um Britta und ihrer Familie war mir etwas zu eindimensional, fast schon klischeehaft. Da hätte ich mir mehr Facetten der Figuren gewünscht und weniger eine Reduzierung auf die klassischen Rollen innerhalb der Familie (obwohl es natürlich wahr, dass meist Frauen diese Rolle einnehmen müssen). Zum Teil wirkte die Parallelisierung der Frauenfiguren schon zu gewollt, insbesondere bei der Mobbing-Sache.

4.5

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Vor allem der Handlungsstrang in der Vergangenheit, der sehr erschreckend war. Ich habe mit Protagonistin regelrecht mitgelitten. Unglaublich welcher Willkür sie ausgesetzt war und wie sehr sie darunter leiden musste. Den Erzählstrang in der Gegenwart hätte es wegen mir nicht unbedingt gebraucht.

5

historischer Roman mit aktuellem feministischem Bezug

Britta zieht mit ihrem Mann und zwei Kinder in der Hamburger Vorregion der Marsch- und Vierlande. Hier, direkt am Deich der Elbe, kommt sie aber nicht wirklich an. Vielmehr ist das gekaufte Haus der Wunschtraum ihres Mannes, genauso wie sie ihre berufliche Karriere an der Uni aufgegeben hat und nun halbtags im Amt arbeitet, der Kinder zuliebe. Intellektuell unterfordert und frustriert wandert sie durch die Gegend und stößt aufgrund eines Straßennamens auf Abelke Bleken. Sie beginnt zu forschen und stößt auf die Geschichte einer Frau, die vor 500 Jahren als Bäuerin alleine den Hof bewirtschaftet hat, einen Deichbruch erlebt und aufgrund angeblich nicht erfolgter Deichausbesserungen vom Hof vertrieben und schließlich als Hexe verbannt wurde. "Marschlande", das war eine 11 von 10 für mich! 😍 Die Atmosphäre wird so beklemmend und gruselig geschildert und die Zeitebene von Abelke so geschickt mit der von Britta verwoben. Ich habe den plattdeutschen Schnack von Abelke und ihren Zeitgenossen genauso geliebt wie die Marschländer der Jetztzeit. Interessant fand ich, dass ich immer Beklemmungen verspürt habe, wenn ich mal in dieser Gegend gewesenen bin und Jarka Kubsova dieses Unwohlsein so gut eingefangen hat. Super spannend war für mich auch der historische Kontext der Hexenverfolgung. Mir war nicht bewusst, dass dies gezielt eingesetzt wurde, um Frauen von ihrem Land zu vertreiben und sich dieses anzueignen und dass durch die Hexenverfolging erst ein Spalt in die Gesellschaft getrieben wurde. Seitdem sind Frauen aus Angst angepasst und devot geworden, um nicht von Nachbarn oder bei Streitigkeiten denunziert und als Hexe angeklagt zu werden. Abelke Bleken gab es wirklich, was jahrhunderte alte Dukomente über ihr Gerichtsverfahren und ihren Hof belegen.

4

Marschlande oder Bergland ..

Ich frage mich gerade, wie ich Marschlande gefunden hätte, wenn ich es vor Bergland gelesen hätte. Darf man, soll man die beiden Bücher vergleichen- macht man irgendwie automatisch, oder? Ein sicheres Indiz bei mir ist, wie oft greife ich beim Lesen zum Handy 🫣. Durch Bergland bin ich geflogen und bei diesem Buch habe ich relativ oft zum Telefon gegriffen. Irgendwie hat es mich nicht so packen können. Es war definitiv interessant, aber die Erzählweise in Bergland fand ich „feiner“. Es ist echt lesenswert und wem es gefällt, der sollte auf jeden Fall Bergland von der Autorin lesen!!!

4.5

„Britta fragte sich, wie lang das schon ging, dass Frauen sich so beäugten, sich beurteilten, einander missgönnten. Man sagte ja gerne, so wären Frauen nun mal. Aber während ihrer Recherchen zu Abelke und zu Hexen war ihr aufgefallen, dass es eben nicht immer so gewesen war.“ (S. 230) Ein wundervolles Buch. Abwechselnd wird hier die Geschichte von Britta und Abelke erzählt. Britta ist zweifache Mutter, Ehefrau und arbeitetet in Teilzeit. Der vom Ehemann gewünschte Umzug aus der Stadt Hamburg in die Marschlandschaft macht sie nicht glücklich, sondern bringt sie ins Grübeln. Ihre Karriere hat sie für die Familie geopfert und alles was im Haushalt anfällt, bleibt an ihr hängen. Um ein wenig mit dem Umzug und den Gedanken klarzukommen und die neue Umgebung kennenzulernen unternimmt sie lange Spaziergänge und stößt dabei auf das Leben von Abelke. Diese führte vor 500 Jahren alleine ihren Hof in der Gegend und wurde nicht nur dafür bewundert. Missgunst, Neid , Ausgrenzung und Ungerechtigkeiten führten dazu, dass sie als Hexe verurteilt und verbrannt wurde. Fast ein Highlight für mich. Ganz knapp an 5 Sternen vorbei. Wirklich knapp. Ein wunderschöner Schreibstil, der sich leicht den Jahrhunderten anpasst, so dass ich immer gleich wusste, wo ich mich gerade befinde. Auch fand ich schön wie die Verbindung zu den jeweiligen Welten vorhanden ist. Die ganzen Kämpfe, die Frauen früher kämpfen mussten, sind auch auf heute übertragbar. Ich hatte wirklich Freude beim Lesen und möchte auf jedenfall noch weitere Bücher von der Autorin lesen.

4.5

Mitreißend, informativ und gut zu lesen!

Abwechselnd wird das Leben von zwei Frauen geschildert. Es geht um Abelke und Britta, die mit einem Abstand von ca. 500 Jahren am gleichen Ort leben. Im Marschland, ein ländlich geprägtes Gebiet im Südosten Hamburgs. Abelke führt als alleinstehende Frau einen Hof und kann diesen auch viele Jahre selbst bewirtschaften, bis zu dem Zeitpunkt, als eine verhängnisvolle Sintflut den Deich zerstört und weite Teile der umliegenden Gehöft zerstört. Aufgrund des Deichrechts ist sie für den Wiederaufbau verantwortlich, aber es wird ihr jegliche Hilfe verwehrt, was schließlich ihr Schicksal besiegelt. Britta zieht mit ihrem Mann und den zwei Kindern aus dem hippen Altstadtquartier in ein Haus aufs Marschland. Für ihren Mann ist damit das perfekte Leben komplett. Für Britta bleibt viel Zeit zum Grübeln und Reflektieren. Was hat sie erreicht? Was ist aus ihren Träumen geworden? War das schon alles oder kann sie beruflich noch mal durchstarten? Bei langen Spaziergängen begegnet sie den Spuren von Abelke und das Leben der beiden Frauen verbindet sich. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, insbesondere die historische Einordnung und auch die landschaftlichen Beschreibungen. Im Nachwort gibt es Hinweise zu Hexenprozessen und den gesellschaftlichen Entwicklungen im 16. Jahrhundert die bis heute Auswirkungen auf das Leben von Frauen haben. Ein sehr interessantes und lehrreiches Buch.

3.5

Ein interessantes Buch auf zwei Zeitebenen. Teilweise sind die Geschichten der beiden Frauen sehr intensiv und schwer zu ertragen. Dochnoch hat mich das Buch nicht komplett gecatcht. Das Ende erschien mir klischeehaft.

5

Britta ist promovierte Geologin, doch als sie mit ihrem Mann zwei Kinder bekommt, reißt ihre wissenschaftliche Karriere ab. Das Paar kauft sich im Marschland vor Hamburg ein Haus, doch weder Britta noch ihre Kinder leben sich so richtig ein. Da wird Britta auf einen ungewöhnlichen Straßennamen aufmerksam und findet heraus, dass der Name einer jungen Frau gehört hat, die im 16. Jahrhundert als Hexe verurteilt und ermordet wurde. Je mehr Britta über diese Geschichte (die im Übrigen im Gegensatz zur Rahmenhandlung in Teilen auf wahren Begebenheiten beruht) dieser Frau erfährt, umso deutlicher begreift sie die Zusammenhänge zwischen dem Leben und vor allem Sterben dieser jungen Frau und ihr selbst - so wie allen anderen Frauen. Ein starkes, bewegendes Buch, das wütend macht. Spannend geschrieben ist es noch dazu. Beeindruckend!

4

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es ist schon erschreckend zu lesen wie mit Abelke umgangen ist. Die Geschichte in der Vergangenheit habe ich etwas lieber gelesen. Brittas Geschichte war auch gut.

4.5

Hat mir gut gefallen. Gelungen empfand ich die Parallelen in den beiden Geschichten, dass die Themen auch 500 Jahre später noch so ähnlich sind. Beide Frauenfiguren gefielen mir und sind für mich glaubhafte Charaktere.

4

"Der gefährlichste Moment für eine Frau ist, wenn sie sich wehrt." Britta zieht mit Mann und Kindern aus der Stadt aufs Land, in die Marschlande. Und stolpert durch Zufall über die Geschichte von Abelke Bleken, die um 1580 in den Marschlanden gelebt hat. Sie forscht nach und die Geschichte von Abelke wird auch ihr Leben ändern Ich mochte den Erstling von Jarka Kubsova, Bergland. Und auch Marschlande ist ein tolles Buch über starke Frauen. Ich konnte mich nicht entscheiden ob ich den Vergangenheitsteil über Abelke besser finde oder Brittas aktuelle Geschichte. Manchmal wurde ein bisschen mit dem erhobenen Zeigefinger erzählt aber die Kraft der Sprache und die Intensität der Geschichte machen das Buch absolut lesenwert . Eine Geschichte, die auf Tatsachen beruht, wie die Autorin im Nachwort erklärt. Eine Geschichte, die nachdenklich macht und schockiert. Eine Geschichte, die man so schnell nicht vergisst

4.5

Ich war skeptisch, wie die Geschichten der beiden Frauen, eine aus der Gegenwart und eine aus dem 16. Jahrhundert zur Zeit der Hexenverbrennungen, zusammenpassen können. Ich mochte beide Handlungsstränge sehr gerne und haben das Buch schnell lesen können. Die Gedankenwelt von Britta hat mich persönlich besonders berührt. Aber auch die Entwicklung von Abelke fand ich sehr spannend. Die geschichtliche Einsortierung am Ende fand ich auch sehr gelungen.

4

Marschlande bringt vieles mit, was für mich ein Buch zu einer guten Lektüre macht: Erzählt wird einerseits die Geschichte einer besonderen Frau. Abelke Bleken lebte im 16. Jahrhundert und einiges über ihr Leben ist mit historischen Dokumenten belegt; vor allem ihr tragisches Ende auf dem Scheiterhaufen. Ihre Gedanken, ihre Sorgen und Kämpfe sind hinzuerzählt in starken Worten. Eingebettet ist diese spannende historische Erzählung in eine Geschichte über eine Frau im Hier und Jetzt. Ein im Grunde wenig spektakuläres Leben. Eine sehr alltägliche Geschichte über das Leben einer Frau in unserer Zeit. Und auch wenn dieser Teil des Romans weniger spannend ist, so sind doch die Fragen, die gestellt werden in ihrer Alltäglichkeit nicht weniger erzählenswert. Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Kargheit der friesischen Landschaft, das fragile Lebensgefühl eines Lebens direkt hinterm Deich. Gerade Geschichten die, wie diese, in karge Jahreszeiten fernab von sommerlichem Urlaubsflair hineingeschrieben sind, berühren mich immer wieder besonders. Den Erzählstil empfinde als ruhig und klar, Worte ein bisschen, als würde einfach nichts anderes in diese Landschaft passen. Dabei ist dies eine seltsame Sache, da ich noch nie in dieser Gegend war. Doch es fühlt sich einfach genau so richtig und rund an für mich.

5

Was ein tolles Buch. Ich werde noch viel über die Geschichte nachdenken. So vielschichtig. Ein Roman auf zwei Zeitebenen-zwei Frauen-getrennt von mehreren Jahrhunderten. Es geht vor allem um Frauenrechte-bzw. deren Fehlen. In der Jetztzeit und im damals. Vor allem im Damals zur Zeit der Hexenprozesse. Ich habe sehr mitgelitten, oft den Kopf geschüttelt. Ein tolles Buch

5

Absolute Empfehlung! Dieses Buch macht sprachlos und wütend!

4.5

Schicksal von Frauen, früher und heute! Der Scheiterhaufen von früher ist durch finanzielle Drangsalierung ersetzt worden! Lesenswert!

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