Thomas Mann macht Ferien

Thomas Mann macht Ferien

Hardback
4.289

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Description

Sommerfrische in Bayern, 1918. Die Familie Thomas Mann hat ein Haus am Tegernsee gemietet. Es sollen unbeschwerte Monate werden – doch die Welt verändert sich dramatisch, und auch der Schriftsteller wird bald ein anderer sein.

Die Kinder schwimmen und angeln Rotaugen, der Vater rudert, geht spazieren und besteigt erstmals einen Berg, die Mutter kümmert sich um das neue Baby, und Bauschan, der Hund, döst im Schatten, während ihn Thomas Mann gerade zum Helden seiner Erzählung »Herr und Hund« macht.

Ein Idyll, doch den Schriftsteller plagen Sorgen. Die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg steht bevor, Revolution liegt in der Luft, und mit seinem antidemokratischen Manifest »Betrachtungen eines Unpolitischen« sitzt Thomas Mann historisch auf dem falschen Dampfer. Mit seinem Bruder Heinrich hat er sich deswegen überworfen, für die Arbeit am nächsten großen Werk »Der Zauberberg« fehlt ihm die Kraft, und dann fällt ihm auch noch ein Zahn heraus.

Kerstin Holzer schreibt mit Wärme und Humor über einen ganz besonderen Sommer im Leben des Literatur-Nobelpreisträgers, über dessen Ängste und Sehnsüchte. Eine federleichte Geschichte über den Mut zur Veränderung und die Kraft der Liebe.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Writers
Format
Hardback
Pages
208
Price
22.70 €

Author Description

Kerstin Holzer, geboren 1967, studierte Politikwissenschaft und lebt in München. Als Journalistin arbeitete sie u. a. für Focus, die Süddeutsche Zeitung und Madame. Als Buchautorin verfasste sie die SPIEGEL-Bestseller »Elisabeth Mann Borgese – ein Lebensportrait«, gemeinsam mit Léa Linster »Mein Weg zu den Sternen« und zuletzt »Monascella – Monika Mann und ihr Leben auf Capri«.

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"Das Auge und die Seele, sie baden in wilder Schönheit. Die Natur umfängt selbst den unruhigsten Geist mit ihrer Unerschütterlichkeit, versichert ihm, dass es etwas gibt wie Gleichmaß und Schönheit, wenn auch vielleicht gerade nicht in ihm, und schenkt ihm Ruhe. Die gemeinsamen Exkursionen mit dem Tier, bei denen Thomas Mann allein sein darf, ohne einsam zu sein, bedeutet Frieden." 1918 - Die Familie Mann verbringt die Sommermonate am Tegernsee - Man könnte hier einen leichten Roman über die "Sommerfrische" der Familie erwarten, aber er ist sehr viel mehr. Es ist ein gut recherchiertes Portrait des Nobelpreisträgers, das auch Einblick in seine literarische, als auch politische Gedankenwelt gibt. Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge, die abwechslungsreiche Einblicke rund um das Leben von Thomas Mann bieten. Der Sprachstil ist elegant, gut lesbar, lebendig und immer wieder gespickt mit Zitaten und Anekdoten. Die perfekte Lektüre für das Thomas-Mann-Jahr und auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐

5

warmherzig, leichtfüßig und mit einer Prise Humor über die Kraft der Liebe und den Mut zur Veränderung.

🩵THOMAS MANN MACHT FERIEN🩵 von Kerstin Holzer, erschienen bei Kiepenheuer und Witsch, ET 10.04.2025, 208 Seiten DER SEE, DIE LIEBE UND EIN HUND »Ein meisterhaftes Psychogramm, das in Thomas Mann einen nachdenklichen, überraschend menschlichen Künstler voller Ambivalenzen entdeckt. Ich habe diese Tour de Force eines inneren Wandels mit Staunen und echter Anrührung gelesen.« Frido Mann Autorenportrait: Kerstin Holzer: geboren 1967, studierte Politikwissenschaft und lebt in München. Als Journalistin arbeitete sie u. a. für den Focus, die Süddeutsche Zeitung und Madame. Als Buchautorin verfasste sie die SPIEGEL-Bestseller „Elisabeth Mann Borgese - ein Lebensportrait“, gemeinsam mit Léa Linster „Mein Weg zu den Sternen“ und zuletzt „Manascella - Monika Mann und ihr Leben auf Capri“. Mein Leseeindruck: Es ist Sommerzeit in Bayern - genauer gesagt am Tegernsee im Jahre 1918 lernen wir den Schriftsteller Thomas Mann und seine wachsende Familie kennen. Hier soll die nächsten Monate verweilt werden, unbesorgte Momente, Spaß und Freude sind geplant, doch alles entpuppt sich einwenig anders, denn die Welt verändert sich und mit ihr Thomas Mann. Im Mittelpunkt steht seine aktuelle Lektüre „Hund und Mann“. Wie wird es weitergehen? Wie wird die Familie dargestellt? Welche Sorgen und Nöte sehen sie sich konfrontiert? Ich wollte im Thomas-Mann-Jahr gerne etwas über ihn lesen und wurde mit diesem Wohlfühlroman für warme Sommerstunden nicht enttäuscht. Kerstin Holzer schreibt warmherzig, leichtfüßig und mit einer Prise Humor über die Kraft der Liebe und den Mut zur Veränderung. Cover und Titel finde ich ansprechend und passend. Eure Claudia

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""Thomas Mann macht Ferien", handelt von einem Hund, einer Lebenskrise und der Liebe." Besser kann man es nicht zusammenfassen. Ein schön zu lesender Roman, basierend auf Werken, Tagebüchern und Briefen von Mann. Besonders gerne habe ich die Teile gelesen, in denen die Beziehung von Thomas Mann und seinem Hund Bauschan beschrieben werden. Humoristisch und doch so treffend wird die Freundschaft der beiden dargestellt. Auch die vielen Anekdoten des Familiengeflechtes, samt Schwiegereltern waren spannend zu verfolgen. Für mich ein guter Einstieg um einen Eindruck rund um die Familie Mann zu bekommen. Sehr eigen, aber weltoffen kommen sie mir vor. "Und es ist einfach so, dass ihm, als Sohn einer brasilianischen Mutter und eines deutschen Vaters, als Gatte einer einer Frau aus jüdischer Familie, das Lob der gemischten Herkunft Bedürfnis und Vergnügen ist." "Zauberberg" und "Tod in Venedig " habe ich abgebrochen. Einen neuen Versuch werde ich auf jeden Fall mit "Buddenbrooks" machen.

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Lesenswerte literarische Entführung in den Sommerurlaub der Familie Mann im Jahre 1918.

Das Buch begleitet Thomas Mann und seine Familie in den Sommerurlaub am Tegernsee im Jahr 1918. Acht Wochen. Von Mitte Juli bis Mitte September. Eine besondere Situation in jeder Hinsicht; auf der einen Seite der erste Weltkrieg mit unfassbar vielen Opfern und Entbehrungen der gesamten Bevölkerung(en) - auf der anderen Seite das Leben der Wohlhabenden und Intellektuellen, die von diesen Repressalien allenfalls dadurch betroffen sind, dass es weniger oft Fleisch gibt und die Preise für Lebensmittel hoch sind, auf dem Schwarzmarkt; die sie sich aber dennoch leisten können im Gegensatz weitaus größten Teil der Bevölkerung. Die Autorin erzählt diese zwei Monate anhand von Briefen und Tagebucheinträgen nach und selbstverständlich ist auch etwas Fiktion dabei; ganz ohne geht es nicht es gibt ja keine Zeitzeugen mehr. Familie Mann kommt in diesem Buch, wenn auch mit Eigenheiten, durchaus sympathisch rüber - selbst Thomas Mann, der in diesen „Ausklängen“ des ersten Weltkrieges zwischen Kaiserreich und Demokratie schwankt (anders als sein Bruder Heinrich), erlebt man als Menschen. Das ist besonders an diesem Buch, denn in vielen anderen Büchern über Thomas Mann gewinnt man durchaus den Eindruck, dass Empathie, Liebenswürdigkeit und Fürsorge nicht zu seinen Tugenden gehören. Eine sehr gelungene, lesenswerte Zeitreise in eine lange vergangene Welt, die in die Erlebnis- und Gedankenwelt der Familie und des Umfelds eines der größten Literaten der Neuzeit entführt; der, nebenbei bemerkt, alleine (ohne seine Frau) quasi nicht lebensfähig gewesen wäre - zumindest hätte er nicht das vollbringen können, was der vollbracht hat.

Lesenswerte literarische Entführung in den Sommerurlaub der Familie Mann im Jahre 1918.
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Der schöne schöne Tegernsee 🌞

Thomas macht Ferien von Kerstin Holzer erzählt von einem Hund, einer Lebenskrise und der Liebe. Dabei bekommt man einen schönen, kurzen Einblick in Thomas Manns Alltag, seinen Gemütszustand und seine Gedankenwelt – inklusive seines inneren Ringens. Ich muss gestehen, dass ich bisher noch nichts von Thomas Mann gelesen habe. Umso mehr war dieses Buch für mich ein gelungener Einstieg. Es war definitiv etwas anderes als das, was ich sonst lese. Der Schreibstil ist recht speziell und zunächst ungewohnt, aber ich bin trotzdem gut hineingekommen und konnte das Buch zügig durchlesen. Mir fällt es ein bisschen schwer, das Buch abschließend zu bewerten – gerade wegen des besonderen Stils. Trotzdem würde ich es empfehlen, einfach mal auszuprobieren. Schon allein, weil es so kurz ist, kann man hier nicht viel falsch machen. Insgesamt war es ein kurzweiliges Leseerlebnis.

5

Ein Buch für Fans...

... und solche, die es werden wollen. Der grosse Denker erscheint als Mensch, Vater, Mann mit Hund.

5

Einblicke in einen Sommer der Familie Mann

Das Büchlein hilft ungemein, wenn man sich gerne auch locker mit Thomas Mann beschäftigen möchte. Und dazu kriegen wir aber auch einen Einblick in eine Zeit, des 1. WK und die Vorboten des 2 WK und wieso er erst so kriegsfreudig den 1. WK bejubelt hatte und noch währenddessen eine Kehrtwende seines Denkens erlebte. Wir kriegen Einblicke in seine Werke Herr und Hund und sehen langsam ein kleines bisschen bei der Entstehung vom Zauberberg zu. Hat mir sehr gut gefallen den Kerstin Holzer hat die Familie Mann hier sehr lebendig wiedergeben und konnte mich als Leserin gut in die Gedankenwelt Thomas Manns entführen. Es ist nie zu spät, sich noch richtig zu entscheiden und Mensch zu sein!

5

„Thomas Mann macht Ferien“ von Kerstin Holzer ist für mich eine wunderbar leichtfüßige, kluge und warmherzige Sommerlektüre, die Geschichte lebendig macht und zugleich von der Magie eines ganz besonderen Ortes erzählt. .

Holzer nimmt uns mit nach Bad Tölz und an den Tegernsee, dorthin, wo Thomas Mann mit Familie wiederholt Urlaub machte und wo sich das scheinbar bürgerlich-idyllische Leben mit den Schatten der Zeitgeschichte kreuzt. Besonders gelungen finde ich, wie sie historische Fakten, Erinnerungen von Zeitzeugen, Anekdoten der Mann-Kinder und atmosphärische Beschreibungen der bayerischen Ferienlandschaft miteinander verbindet. Man hat beim Lesen das Gefühl, selbst durch die Pensionen, Wirtshäuser und an den See zu spazieren, während irgendwo am Tisch der große Schriftsteller sitzt, der hier für einen Moment nicht „Dichterfürst“, sondern einfach Vater, Ehemann und Sommergast ist. Großen Reiz hat für mich der Ton des Buches: Holzer schreibt klar, lebendig und mit spürbarer Zuneigung – zu den Orten, zu den Menschen, aber ohne in blinden Kult um Thomas Mann zu verfallen. Sie zeigt ihn in seiner Eigenart, seinen Eitelkeiten, seiner Arbeitsdisziplin und seinen kleinen Alltagsneurosen und macht ihn dadurch erstaunlich nahbar. Gleichzeitig erfährt man viel über die kulturelle Atmosphäre der Zeit, über die Rolle der Sommerfrische, über die politisch dunkler werdenden Jahre und darüber, wie sich all das im Mikrokosmos Ferienort spiegelt. Das Sachbuch liest sich dabei eher wie eine erzählerische Reportage als wie trockene Literaturgeschichte. Besonders positiv hervorheben möchte ich, dass Holzer es schafft, sowohl Liebhaber von Thomas Mann anzusprechen als auch Leserinnen und Leser, die sich bislang wenig mit ihm beschäftigt haben. Man bekommt Lust, seine Werke (wieder) zur Hand zu nehmen, aber auch, die beschriebenen Orte selbst zu besuchen und mit einem neuen Blick zu sehen. „Thomas Mann macht Ferien“ ist für mich damit ein äußerst gelungenes, charmantes und kenntnisreiches Buch, das große Literaturgeschichte mit sommerlich-leichter Erzählfreude verbindet – ideal zum Eintauchen, Träumen und neugierig werden.

„Thomas Mann macht Ferien“ von Kerstin Holzer ist für mich eine wunderbar leichtfüßige, kluge und warmherzige Sommerlektüre, die Geschichte lebendig macht und zugleich von der Magie eines ganz besonderen Ortes erzählt.

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Ein Buch über einen Hund, das Leben, eine Lebenskrise unf die Liebe

Dieses Buch nimmt einen mit der Familie Mann ins Jahr 1918 an den Tegernsee. Sehr bildhaft, berührend und schön geschrieben!

5

Sehr guter Einstieg in das Mann- Universum

So viel sei eingangs gesagt: die Autorin kann wunderbar schreiben! Umrahmt von stimmungsvollen Naturbeschreibungen begleiten wir die Familie Mann während ihrer Sommerfrische an den Tegernsee. Entlang verschiedener Themenkomplexe lernen wir spielerisch Biografisches und Literaturhistorisches rund um den initial nicht unbedingt so nahbar erscheinenden Nobelpreisträger. Nicht nur diesbezüglich empfand ich die Lektüre als sehr bereichernd, sondern auch der Schreibstil ist so elegant fließend gehalten, dass er sich so legere wie eine Sommerbrise anfühlt, Wunderbare Empfehlung!

4.5

Unterhaltung und Wissensvermittlung elegant verknüpft

„Monascella“ von @kers war für mich eine große Überraschung und hat mich sehr begeistert. Da ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass ich dieses Büchlein über die Familie Mann auch lesen musste und es hat sich gelohnt. Thomas und Katia Mann reisen mit ihren 5 Kindern an den Tegernsee, um sich zu erholen. Es sind Ferien und die Kinder sind befreit von allen Konventionen, tollen herum und haben ihren Spaß. Katia verbringt Zeit mit ihrem Thommy, kümmert sich um das Baby Elisabeth und schlägt sich mit den Dienstboten rum. Und der große Autor? Er schreibt, geht mit dem Hund spazieren, rudert mit seiner Frau übern See und empfängt Besuch. Episodenhaft und trotzdem chronologisch nimmt uns die Autorin mit in den Kriegsommer 1918. Während wir von Mai bis September eingeweiht werden in die Ereignisse, die die Familie Mann beschäftigt, schweift Holzer auch immer wieder ab und lässt uns in die Zeit davor und auch danach blicken. Das macht sie so elegant, dass wir kaum merken, welche Fülle an Informationen wir so ganz nebenbei eingeflüstert bekommen. Sie bindet sowohl die Region Tegernsee ein und versorgt uns mit kurzweiligen Informationen, als auch das Kriegsgeschehen mit all seinen Folgen. So bekommen wir nicht nur das Leben der Familie Mann im Sommer 1918 erzählt, sondern können nachfühlen, womit die Menschen damals im Allgemeinen zu kämpfen hatten. Ich mag den Stil von Holzer, sehr gerne. Sie versucht, die Sprache der Zeit einzufangen, ohne gestelzt zu klingen und baut dabei auch moderne Redewendung ein, ohne dass es unecht wirkt. Fast hat man den Eindruck, einen Roman zu lesen, und man droht die große und sehr gute Recherchearbeit der Autorin zu übersehen. Es wirkt wie aus dem Ärmel geschüttelt, leicht und unprätentiös. Und wieder einmal muss ich mein Bild von dem extravaganten Autor revidieren. Vielleicht war er weniger eigen, als ich dachte. Besonders die Auseinandersetzung mit seiner Zuneigung zu jungen Männern fand ich sympathisch zu lesen. Auch die Vorstellung der Schwiegereltern finde ich sehr gelungen und immer wieder blitzt er doch durch der eitle und von sich selbst überzeugte Schriftsteller, der sich von außen zu betrachten scheint und zufrieden lächelt (auch dann noch, wenn sich seine Schneidezähne verabschieden) Ein kurzweiliges Büchlein, dass in besonderer Art und Weise Input bietet, gleichzeitig gut unterhält und sprachlich sehr angenehm geschrieben ist. Eine große Lesempfehlung für alle, die es mögen, wenn sich leichte Sommerlektüre (im besten Sinne) mit Wissensvermittlung verknüpft.

5

»Tegernsee lebt noch in mir, mit dem erregenden Wasser, dem Boot, den Lido-Eindrücken am Badestrand, dem Besuch in Bad Kreuth mit Bertram, der Besteigung des Hirschberges, der Nacht im Unterkunftshaus, dem südwindigen Morgen auf dem Gipfel vor und bei Sonnenaufgang.«

Diese Notiz ist Teil des ersten erhaltenen Tagebucheintrags Thomas Manns, welchen er – am Mittwoch, den 11. September 1918 – zwei Tage nach Beendigung der Sommerfrische am bayerischen Tegernsee verfasst hat und diese Revue passieren lässt. Was war das für eine Zeit der Umbrüche! Das Ende des Ersten Weltkriegs schien absehbar, gleichfalls die Veröffentlichung von Manns nationalen und antidemokratischen „Betrachtungen eines Unpolitischen“. Sein neuestes Werk, an dem er eben zu Schreiben pflegte, war jedoch von ganz anderer, geradezu heiterer Natur, denn es ging um seinen Hund Bauschan und – natürlich – über ihn selbst. Etwas Leichtes sollte es sein, bevor er erneut den Zauberberg besteigen wollte. Angereicht durch einige Anekdoten aus dem Alltag der Familie Mann erzählt die Autorin von den zwei Ferienmonaten des Sommers 1918 am Tegernsee. Neben der erwünschten Erholung brachte diese sommerliche Auszeit auch Gewissheit über einen weiteren und sogleich letzten zu erwartenden Familienzuwachs. Im Mittelpunkt steht das aktuelle Projekt des Familienvaters, die Erzählung „Herr und Hund“, welche inhaltlich immer wieder Erwähnung findet. Außerdem geht es um Zahnschmerzen, den Besuch der Pringsheims oder das Erklimmen eines Berggipfels. Kerstin Holzer hat mit ihrem neuen Buch eine frische und sehr lebendige Lektüre für warme Sommerstunden geschaffen, die nichts anderes als ein kleines Kunstwerk – ausgehend von zusammengesetzten Puzzleteilen aus Essays, Briefen, Tagebucheinträgen oder Prosa-Werken – ist. Für Mann-Kenner sind die geschilderten Anekdoten wenig Neues, jedoch ist das Buch dadurch auch für Thomas Mann Neulinge problemlos geeignet und für alle gleichermaßen ein Genuss!

»Tegernsee lebt noch in mir, mit dem erregenden Wasser, dem Boot, den Lido-Eindrücken am Badestrand, dem Besuch in Bad Kreuth mit Bertram, der Besteigung des Hirschberges, der Nacht im Unterkunftshaus, dem südwindigen Morgen auf dem Gipfel vor und bei Sonnenaufgang.«
4

Ein Buch über Thomas Mann, dass nicht nur für Mann Fans ist

**** Worum geht es? **** Ein gänzlich anderes Buch über Thomas Mann: familiär, personenbezogen und philosophisch angehaucht. Holzer entführt uns in die Nachkriegszeit am Tegernsee und lädt ein, die Familie Mann in entspannter Umgebung besser kennenzulernen. Vater, Mutter und fünf Kinder machen Ferien. **** Mein Eindruck **** Was zunächst locker und leicht erzählt wird, wird nach und nach in den historischen Kontext eingeordnet. Hier und da unternimmt die Autorin gedankliche Ausflüge weg von der Familie und den Werken Manns. Das ist auch meine einzige Kritik an dem Buch: Der Fokus driftet stellenweise etwas ab. Doch die gründliche Recherche der Autorin macht das wieder wett. Ich habe eine ganz neue Sicht auf Thomas Mann gewonnen. Denn ja, er war ein Mann, der durch Monarchie, Diktatur und Demokratie ging. Die Zeit war so bewegt, und gerade die Ferien bilden dazu einen spannenden Kontrast – denn Familie Mann und viele andere lebten tatsächlich mitten in dieser bewegten Epoche.Ich fand es sehr schön, mehr über die Zeit mit den Kindern, den Hund und auch über die Ehe selbst zu erfahren. Das Buch ist angenehm unterhaltsam und zugleich anregend. Ich konnte einiges daraus mitnehmen. **** Empfehlung? **** Ich empfehle diese Erzählung allen, die mehr über eine Familie in den Ferien nach dem Ersten Weltkrieg erfahren möchten. Das Buch hält ein wertvolles Stück Zeitgeschichte fest. Und ja – Fans von Mann sollten hier unbedingt mitreisen.

5

Sternebewertung fiktiv

Wer sucht nach einer schönen kleinen Geschichte und möchte für einen Nachmittag abtauchen? Der Roman „Thomas Mann macht Ferien“ von Kerstin Holzer ist für mich genau diese eine kleine Auszeit gewesen. Das Buch nimmt uns mit ins Jahr 1918, eine Zeit voller Umbrüche und Unsicherheit und doch schafft Kerstin Holzer auch eine wunderbar leichte und auch heitere Sommerstimmung am Tegernsee einzufangen. Thomas Mann und seine Familie suchen Erholung, und während er schreibt und sinniert, entfaltet sich eine ganz eigene Welt aus Alltag, kleinen Dramen und überraschendem Familienzuwachs. Es sind oft die kleinen, liebevoll beschriebenen Momente, die mich beim Lesen begeistert haben. Die Sprache ist leicht, aber nicht oberflächlich, und man spürt in jeder Zeile, wie viel Freude Kerstin Holzer selbst an dieser Geschichte hatte. Für mich war das Buch eine rundum gelungene Lektüre, die einlädt den Sommer einzuläuten. Sehr unterhaltsam, warmherzig und mit einem Hauch Nostalgie. Perfekt für ein paar entspannte Lesestunden.

5

Literarische Sommerfrische

Vorweg: Bisher habe ich weder etwas von noch über Thomas Mann gelesen, und das als geborene Lübeckerin. Zum 150. Geburtstag des Autors hat sich das nun geändert. In diesem Roman begleiten wir Thomas Mann, seine Frau Katia, die fünf Kinder und Hund Bauschan im Sommer 1918 am Tegernsee. Die Familie verbringt dort ihre Sommerfrische. Es soll eine ruhige, unbeschwerte Zeit werden. Doch der Erste Weltkrieg steht kurz vor dem Ende, die politische Lage ist angespannt und auch für Thomas Mann ist es eine Phase des Zweifelns und Umdenkens. Kerstin Holzer erzählt diese Wochen sehr einfühlsam und mit einem Blick hinter die Fassade: Thomas Mann als Familienvater, der manchmal unbeholfen wirkt, als Ehemann, der sich auf Katias Verlässlichkeit stützt, und als Schriftsteller, der zwischen Projekten, politischen Fragen und Selbstzweifeln schwankt. Die Beschreibung des Familienalltags, das Miteinander mit den Kindern und der Hund Bauschan, der zur literarischen Inspiration wird - all das macht den Roman lebendig und atmosphärisch. Dabei bleibt immer spürbar, dass sich in diesem scheinbar ruhigen Sommer vieles verändert, sowohl in der Welt als auch in Thomas Mann selbst. Auch eine so privilegierte Familie wie die Manns bleibt von den Auswirkungen des Krieges nicht verschont: Lebensmittel sind knapp, Kleidung für die Kinder nicht immer verfügbar, die Preise auf dem Schwarzmarkt steigen. Die Unsicherheit dieser Zeit zieht sich leise, aber deutlich durch den Alltag. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, nicht zu schwer, aber trotzdem literarisch und gut recherchiert. Man merkt, wie intensiv sich Kerstin Holzer mit der Familie Mann beschäftigt hat. Einziger kleiner Kritikpunkt: Einige Passagen, die etwas vom Geschehen rund um die Familie wegführen, hätte ich nicht unbedingt gebraucht. Insgesamt aber eine sehr schöne, stimmige Lektüre. Unterhaltsam, nachdenklich und mit vielen interessanten Einblicken. Nicht nur für Thomas-Mann-Fans, sondern auch für alle, die Lust auf einen besonderen historischen Sommer haben.

Literarische Sommerfrische
5

Interessant, geschichtlich toll recherchiert, aber dennoch sehr locker und unterhaltsam

Juli 1918, Familie Thomas Mann reist in die Sommerfrische. In Bayern, am Tegernsee, hat die Familie ein Haus gemietet. Ein leichter, sorgloser Sommer soll es werden. Kurz einmal befreit von den Zwängen, der Last des Krieges. Wir erleben die Familie Mann in diesem letzten Kriegssommer und haben Teil an dem Sinneswandel Thomas Manns. Einst Befürworter des Krieges und des Kaiserreichs ist auch er nun kriegsmüde. „Danach hat er sich gesehnt diesem Sommer, das hat er gebraucht nach vier Jahren Krieg. Dem Krieg der Deutschen gegen die Welt, dem Krieg gegen den Bruder, dem Krieg gegen sich selbst.“ Ein interessantes, besonderes und dennoch leichtes Buch. Historisch gut recherchiert gibt es einen etwas anderen Blick auf Thomas Mann. Aber auch auf Katia Mann, die Managerin der Familie, eine „Frau, die eben nicht nur Hausfrau und Mutter ist, sondern heimliche Königin eines Künstlerhaushalts.“ und die gemeinsamen Kinder Erika, Klaus, Golo, Monika und Elisabeth. Selbst Bauschan, der Familienhund und Hauptdarsteller in Manns „Herr und Hund“ ist mit von der Partie. Eine besondere, ereignisreiche und erholsame Zeit für die Familie folgt. Im September 1918 endet diese Sommerfrische der Familie Mann und endet auch der erste Weltkrieg. Ein neues Kapitel beginnt, eine andere Zeit bricht an. Ausgiebig und sehr bildhaft beschreibt Kerstin Holzer auch die Umgebung, den Tegernsee, die umliegenden Gemeinden und das Feriendomizil der Familie. Durch die wunderbare Sprache, den flüssigen Schreibstil, werden diese Beschreibungen jedoch nie langweilig. Im Gegenteil: Dieser lockere Blick, diese Idee, wie der Sommer für die Familie Mann wohl ausgesehen haben mag, gefiel mir sehr.

5

Sehr kurzweilig und für Mann-Fans geeignet!

Lange habe ich das Buch rumliegen gehabt und dann spontan gelesen und gehört. Es schildert auf eine lockere Weise den Urlaub von Thomas Mann am Tegernsee. Dabei bekommt man wieder richtig Lust, einen Roman vom Meister zu lesen! Zumindest mir geht es so!

3

Das Buch ist gut recherchiert und schön zu lesen. Durch den Erzählstil war es mir jedoch dann doch etwas zu belanglos, so dass leider kaum etwas hängen geblieben ist.

5

Kurzweilig und tiefgründig

Für mich immer wieder faszinierend, wie man aus biografischen Notizen, Tagebucheinträgen und Erinnerungen so etwas zaubern kann. Kurzweilig, informativ, tiefgründig lernt man Thomas Mann und seine Familie kennen, begleitet sie durch ein paar Wochen im Sommer 1918. Bilder entstehen im Kopf aufgrund der guten Beschreibungen im Buch. Eine echte Leseempfehlung!

4.5

Sommerurlaub mit Thomas Mann: Dieses Buch bietet einen gelungenen Einstieg in den Kosmos der Familie Mann. Anhand des Aufenthalts am Tegernsee im Sommer 1918 verknüpft Kerstin Holzer gekonnt Anekdoten, Biographisches und Historisches mit dem Werk Thomas Manns. Das Buch ist einladend, leicht verständlich und informativ - die perfekte Sommerlektüre im Thomas-Mann-Jahr.

4

Toll!

Sommer 1918, Europa ist im Krieg, mitten durch Familien geht ein Riss der politischen Einstellungen und Vorstellungen. So auch bei den Manns, aber der Schriftsteller und seine Familie verbringen die Ferien am See und halten mit Liebe und Zuversicht dagegen. Ein ganz wunderbarer Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt ist der Autorin hier gelungen, aus zahlreichen Aufzeichnungen und Tagebüchern konstruiert sie mit Geschick eine sehr detailreiche Rückschau auf die Wochen, die vermutlich viel im Leben der Manns verändert haben. Besonders schön zu lesen war für mich, wie eigentlich modern und humorvoll der Vater und begeisterte Hundebesitzer Thomas Mann war. Klare Empfehlung von mir!

3

Kurzweilig und unverbindlich

Im Thomas Mann Jahr ist dieses Buch strategisch klug platziert. Das Cover ist das absolute Highlight des Buchs - sonst erhält man einen komprimierten Einblick in die Familie Mann, deren Dynamiken und die Spleens des berühmten Familienoberhaupts. Eingebettet ist das alles in die Geschichte eines Sommerurlaubs in Bayern und diese Geschichte stottert und holpert, weil sie so um Zitate und biografische Anekdoten konstruiert ist, dass sie nicht so recht fließen mag. Da schadet es zusätzlich, wenn ganze Kapitel wirken, als wären sie vom Tegernseer Tourismusverband verfasst. Trotz allem ein kurzweiliges Lesevergnügen und wenn man Hunde mag, noch mehr.

4

Spannende und humoristisch geschilderte Einblicke in einen Sommer der Familie Mann.

4

Eine großartige Biographie als Sommernovelle

Eine sehr interessante, tiefblickende, gemütlich und wortgewandte Biographie über Thomas Manns Sommerurlaub am Tegernsee. Toll verpackt und bringt Thomas Mann und seine Familie so nah.

3.5

Zwischen Weltkrieg und Idylle

Kerstin Holzers „Thomas Mann macht Ferien: Ein Sommer am See“ lässt Sommergefühle aufkommen. Luftig und leicht nimmt die Autorin die Leserinnen und Leser mit auf eine Reise zurück in den Sommer 1918. Der Tegernsee und die Berge – das ist eine wundervoll entrückte Kulisse, der die Autorin viel Raum gibt. Es wäre die perfekte Idylle, wäre da nicht der noch andauernde Weltkrieg, den Deutschland bereits so gut wie verloren hat, und die dadurch unsichere Zukunft. Und nicht nur dem Deutschen Kaiserreich steht ein harter Umbruch bevor, auch Thomas Mann, der sich mit seiner Familie für drei Monate nach Bayern in den Urlaub begeben hat, spürt, dass sein Leben auf einen Schlüsselmoment zusteuert. Gerade hat er die „Betrachtungen eines Unpolitischen“ abgeschlossen – ein wütendes, polemisches Werk voller rückwärtsgewandter politischer Verzerrung. Er befindet sich an einem Tiefpunkt und rätselt nun, wie er sich als kaisertreuer Konservativer zur entstehenden Demokratie positionieren soll. Von dieser Verunsicherung getrieben, verbringt er am Tegernsee viel Zeit mit seinen Kindern, seiner Ehefrau Katia und dem Familienhund Bauschan. Diese Perspektive auf den Urlauber und das Familienoberhaupt Thomas Mann, der mit seiner Ehefrau abends im Ruderboot über den See fährt oder in Sorge um die Gesundheit des erkrankten Hundes kilometerweit zum Tierarzt fährt, macht die Stärke des Romans aus. Kerstin Holzer richtet den Fokus auf eine eher unbekannte Seite Thomas Manns und umschifft so geschickt das ein oder andere altbekannte Thomas-Mann-Klischee. So ist ihr „Sommer am See“ trotz der durch Weltkrieg und schriftstellerische Sinnkrise eher bedrückenden Thematik eine amüsante und leichtfüßige Lektüre geworden, die womöglich auch eingefleischten Kennern die ein oder andere unbekannte Perspektive auf die Familie Mann aufzeigt.

Zwischen Weltkrieg und Idylle
3.5

Schön geschrieben. Fiktion und Fakten gehen hier Hand in Hand.

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