Koller
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Description
Book Information
Author Description
Annika Büsing, geboren 1981, lebt in Bochum, wo sie an einem Gymnasium unterrichtet. Sie hat evangelische Theologie und Germanistik in Dortmund studiert und einige Zeit auf Island und in Hamburg verbracht. Für Nordstadt (2022), ihren ersten Roman, wurde sie mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet und war für den Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals sowie den Bayerischen Buchpreis nominiert.
Posts
Ein toller kurzer Roadtrip-Roman! Chris und Koller treffen in einem Leipziger Park aufeinander und sind kurze Zeit später (mit ein paar Umwegen) auf dem Weg ans Meer. Dabei geht's wild zur Sache mit einigen überraschenden Wendungen und Besuchen bei diversen Verwandten. Um einen Eindruck zu bekommen: neben queeren Identitäten in verschiedenen Generationen und einigen ungeplanten Schwangerschaften spielen auch Koi-Fische und Schamanen eine relevante Rolle in der Story. Annika Büsing kann total unterhaltsam und in rotzigem Ton erzählen und zeichnet trotzdem intensive und sehr verletzliche Figuren.
Man wird ohne große Einführung direkt ins Geschehen geworfen, was zunächst neugierig macht. Allerdings bleiben die Charaktere eher an der Oberfläche. Wirkliche Entwicklung war kaum spürbar. Am besten gefiel mir die Geschichte rund um Ulla, die mir mehr Tiefe bot. Den Schreibstil empfand ich sehr wechselhaft, teils poetisch dann wieder abgehackt. Der Roadtrip erscheint durch die vielen Zeitsprünge stellenweise sprunghaft und etwas chaotisch erzählt. Dennoch gibt es schöne, wärmende Momente, ebenso wie zerrissene Szenen auf der Suche nach sich selbst. Fazit: Wie ein netter Frühlingssong – schön für den Moment, aber bis zum Sommer schnell wieder vergessen.

Was für ein verdammt gutes Buch
Auf eine Empfehlung hin habe ich mir das Buch besorgt und bin ohne Vorwissen in den Roman eingestiegen. Und wurde sofort überrascht. Was für eine erstaunliche Authentizität in der Sprache, den Charakteren und der Atmosphäre. Annika Büsing beschreibt ihre Figuren nicht von außen. Man sitzt praktisch mit ihnen im Auto, in der Küche oder im Wald an der Ahr. Zu Beginn wirft einen der Roman einfach mitten hinein. Keine langen Erklärungen. Wer sind diese Leute eigentlich? Weshalb sprechen sie so miteinander? Warum fühlt sich manches gleichzeitig sehr humorvoll und melancholisch an? Ich hatte Chris anfangs für eine Frau gehalten, ich glaube das ist bewusst so konzipiert. Ich habe beim Lesen gemerkt, wie rasch man Menschen vorschnell kategorisieren kann. Chris und Koller könnten kaum unterschiedlicher sein. Chris wirkt ruhig, nachdenklich und kontrolliert. Koller hingegen ist laut, impulsiv, manchmal völlig drüber. Zwischen ihnen entsteht etwas, das sich nie konstruiert anfühlt. Keine geschniegelte Romanze. Eher etwas Rohes, Unsicheres und unglaublich Menschliches. Besonders beeindruckt hat mich, wie selbstverständlich und gleichzeitig feinfühlig der Roman Homosexualität behandelt. Manchmal derb, voller sexueller Unsicherheit und Sehnsucht, und dann plötzlich wieder ganz sanft. Eine zarte Berührung. Ein Satz am Morgen. Im Vergleich zu den vielen Liebeserklärungen in anderen Büchern erscheinen solche Augenblicke hier intimer und realitätsnäher. Koller lebt von seinen Details. Insbesondere von den stilistischen Mitteln. Von plötzlichen Brüchen im Satz oder Abschnitt. Erst Schmerz, dann plötzlich irgendein absurder Gedanke oder eine banale Beobachtung. Man kann Herzschmerz haben und im nächsten Moment Hunger auf Puddingplätzchen. Dieses Augenzwinkern zieht dabei nie etwas ins Lächerliche. Der Humor hier wirkt eher wie ein melancholischer Selbstschutz. Beide Protas versuchen irgendwie, mit ihrer Einsamkeit klarzukommen. Für mich ist Koller deshalb vor allem ein Buch über Sehnsüchte. Über Menschen, die soch Nähe wünschen und gleichzeitig Angst davor haben. Über Kindheitserlebnisse, die sich manifestiert haben. Der Erzählstil wechselt gelegentlich von der Ich-Erzählung in die zweite Erzählperspektive. Ungewöhnlich, aber das erzeugt eine besondere Nähe beim Lesen. Man folgt nicht einfach nur dem Plot, man ist direkt in Chris` Gedanken wenn er Koller anspricht. Einige Rezis kritisieren, dass in diesem Buch angeblich nichts passiert. Und ja, wer einen klassischen Plot mit ständig neuen Wendungen erwartet, wird hier vielleicht ungeduldig. Aber ich glaube ehrlich gesagt, dass in Koller ständig etwas passiert. Jede Konversation verschiebt etwas zwischen den Menschen. Jeder Blickkontakt, jede Unsicherheit, jede kleine Geste. Das Buch interessiert sich nicht dafür, möglichst viel Handlung zu produzieren. Es interessiert sich dafür, wie Nähe entsteht. Wie Menschen sich almählich einander öffnen. Wie Einsamkeit aussieht, wenn man versucht, sie hinter Witzen, Sex und Alltag zu verstecken. Auch das Ende wurde von manchen kritisiert. Ich werde nicht spoilern. 😁 Meiner Meinung nach war es genau richtig. Für mich steckt darin etwas sehr Ehrliches. Koller ist für mich deshalb kein Roman über große Ereignisse, sondern über Menschen. Über Wärme in kaputten Momenten. Über Liebe, ohne kitschig zu werden. Über Einsamkeit, ohne sich darin zu suhlen. Zitate: „Und überhaupt: War das Liebe? Dieses Vergessensein in der Welt? War das Liebe, ihm dabei zuzusehen, wie er einen Zettel für seine Tochter schrieb, und kein Stück mehr zu wollen als das ? Ist es Liebe, wenn die Tage über dich hinwegziehen und es okay ist?“ „Wir frühstückten. Ganz in Ruhe. Ich aß, er weinte nicht, wir waren vollkommen durchschnittlich und langweilig. Einzig die Tatsache, dass ich Hannah in den Kindergarten gebracht hatte, beschäftigte ihn sehr. Er tanzte auf dem dünnen Seil Unsicherheit, und wenn es hin und her schwang, sprühte es Witze. Nach dem Essen räumten wir den Tisch ab und das Geschirr in die Spülmaschine.“ „Die meisten Kinder spielen Vater-Mutter-Kind. Ich habe selten Kinder gesehen, die Vater-Vater-Kind spielen. Wenn Sie Kinder kennen, die Vater-Vater-Kind spielen, schreiben Sie das bitte mit Farbe an jede Häuserwand! Es könnte sein. Dass es Menschen wir mir Hoffnung macht.“ „Zurückhaltung erschafft nichts, aber sie bewahrt. Meine Mutter hat das übersehen. Natürlich konnte sie keine Zuversicht in mir entstehen lassen, keinen Mut, keinen Willen. Aber vielleicht war das alles längst schon da. Wenigstens ein Stück davon, eine Krume. Ich glaube fest, dass Gott am sechsten Tag etwas Mut in mich hineingelegt hat. Eine Mut-Krume. Das war mein ganzer Mut. Ein kleiner Fisch. Unterernährt, winzig, aber blau schimmernd. Und meine Mutter hat den Teich trockengelegt, in dem er schwamm. Weil Zurückhaltung nichts erschafft.“ „Das Problem an Schutzmänteln ist: Man spürt die Kälte nicht. Auch nicht die eigene.“ 😍 5 von 5 Sternen⭐️.
Ich würde sagen, dass hier ist ein perfekter Roadtrip-Roman. Ich wurde sofort ins Geschehen geworfen, habe Chris und Koller im Polo II beim Kurztrip von Leipzig an die Ostsee begleitet, habe lustigerweise einen Umweg über meine Heimatstadt im Süden gemacht, um dann an der Ostsee anzukommen. Chris und Koller begegnen sich in einem Park in Leipzig. Unterschiedlicher könnten beide nicht sein. Chris ist eher ein stiller Typ und absolut durchorganisiert, und Koller ist BAAAM, gleich präsent und voller Gefühle, und irgendwie weiß er nicht so recht, wo er im Leben steht. Zusammen wollen sie an die Ostsee fahren und lernen sich dabei näher kennen. Und ich lerne nicht nur die zwei Protagonisten kennen, sondern auch einige großartige, aber auch unsympathische Familienmitglieder. Insgesamt hab ich das Buch gern gelesen, aber zum Highlight hat es nicht ganz gelangt. Annika Büsing kann definitiv schreiben. Ich hatte gleich unglaublich schöne und witzige Szenen in meinem Kopf, manchmal auch etwas derb geschrieben, aber für mich genau passend. War mein erstes Buch von ihr und wird nicht das letzte sein. Warum hat es nicht zum Highlight gereicht? Vielleicht, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass Chris und Koller irgendwie „weiter“ gekommen sind. Ich glaube, ich erwarte von einem Roadtrip eine größere Entwicklung der Figuren. Oder aber, weil manche Szenen doch ein wenig zu abgedreht waren (wobei ich mir diese Szenen in einem Film sehr gut vorstellen könnte). Und andererseits war es einfach konsequent erzählt. Denn für ein Coming-of-Age sind Chris und Koller etwas zu alt und vielleicht ist diese Entwicklung genau die richtige im Erwachsenenleben. Auf jeden Fall gut zu lesen, herzerwärmend, lustig und berührend. 174 gut gefüllte Seiten. S. 5 „Ich kenne seinen Geruch am Morgen. Wir haben uns nur ein einziges Mal geküsst. Seitdem warte ich darauf, dass es mich davonspült, so wie Krebse und Muscheln vorne im Saum.“ S.65 „Man könnte also sagen: Sie trug ihre langen Haare mittels eines aufwändigen Frisierverfahrens kurz. Solche Widersprüche, und waren sie noch so offensichtlich, wurden der Großmutter gegenüber niemals angesprochen. Sie war über ihre Widersprüche erhaben, es waren die Insignien ihrer Macht.“ S.93 „ „Ich habe immer gesagt, dass man in diese Welt keine Kinder setzen soll. Wenn wir diskutiert haben, mit Lina und so, im Park, und Lina immer gesagt hat, dass ohne Kinder die Welt aufhört, dann habe ich gesagt: Dann lass sie halt aufhören!“ „Aber da hast du eben beim Ficken nicht daran gedacht.“ „Nein. Nie.“ „Könnte sein, dass das einen Sinn hat.“ „Dass was einen Sinn hat?“ „Das man vergisst.“ “
Ein chaotischer Roadtrip für die Liebe Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an und Chris und Koller sind wirklich sehr verschieden.Chris ist sehr introvertiert, eher ruhig, Koller, der eigentlich Kolja heißt das Gegenteil. Trotzdem oder gerade deswegen ist Chris quasi schockverliebt, als die Beiden sich im Park kennenlernen und begibt sich mit dem fast Unbekannten auf einen chaotischen Roadtrip. Von Leipzig sollte es eigentlich spontan an die Ostsee gehen. Doch es gibt ein paar Umwege über Ludwigsburg und das überflutete Aartal nach Hannahhausen. Annika Büsing hat es mir mit ihrem 2. Roman etwas schwer gemacht. Ich musste mich an die vielen kurzen Sätze, die oft rotzige Sprache erst gewöhnen , doch die passt letztendlich wunderbar zu den etwas schrägen Figuren und macht sie authentisch. Im Gegensatz zu Chris, der immer alles plant, ist es für Koller schwierig seinen Platz im Leben zu finden. Das wird ganz wunderbar mit viel Humor, allerdings auch mit viel Drama beschrieben. Mit jeder Seite sind mir die Protagonisten der Geschichte mehr ans Herz gewachsen und ich hoffte, dass es ein Happy End für die Beiden geben würde, was angesichts der Kapitelüberschriften, die in Anlehnung an die Schöpfungsgeschichte gewählt wurden ( 1-7 Tag) wahrscheinlich war. „ Und siehe es ist alles sehr gut.“ Ich möchte diesen wunderbaren Coming of Age Roman gerne empfehlen. Es war für mich ein mitreißendes, sehr unterhaltsames Leseerlebnis.
Chris und Koller könnten nicht unterschiedlicher sein und fühlen sich - gerade deswegen? - sehr zueinander hingezogen. Nach einem ersten Kennenlernen beschließen sie spontan ans Meer zu fahren, doch daraus wird ein ungeplanter Roadtrip und eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Der Roman ist sehr kurz und begleitet beide Männer sieben Tage lang auf ihrer gemeinsamen Reise. In dieser Zeit lernt man sie und ihr bisheriges Leben gut kennen, ihre Erziehung, Ängste, Vorbehalte, was sie geprägt hat. Immer wieder geben Rückblicke in die jeweilige Vergangenheit weitere Einblicke. In dieser Zeit kommen auch sie sich näher, lernen den jeweils anderen besser kennen, was sie teilweise an ihre eigene Grenzen stoßen lässt, aber auch bestärkt Vertrauen zu fassen. Ich mochte die beiden zusammen sehr. So unterschiedlich sie auch sind, so gut ergänzen sie sich wieder. Ich hätte gerne noch mehr von ihnen gelesen, so gut hat mir ihre Geschichte und Dynamik zwischen ihnen gefallen. Mir war der Roman eindeutig zu kurz, doch habe ich ihn gerne gelesen. Sowohl Koller als auch Chris sind trotz ihrer Eigenheiten sympathische und authentische Charaktere, die man einfach ins Herz schließen muss.
Kurz und heftig
Ein seltsames Buch, ganz ohne Anfang und ohne Ende. Ohne Vorstellung der Protagonisten, der Umgebung und der Umstände. Irgendwie hat mich das Buch an eine Fahrt in der U-Bahn erinnert. An einer Haltestelle sieht man in die U-Bahn der Gegenrichtung, man sieht die Passagiere und beobachtet sie für wenige Sekunden, kann aber keinen Kontakt zu ihnen aufnehmen. Und kaum hat man sich an sie gewöhnt, fahren die Bahnen weiter und man fragt sich, wie das Leben der anderen Passagiere hinter Glas weitergeht. So auch in diesem Buch. Man begleitet Koller und Chris auf ihrer Reise, ihrem Roadtrip, lernt die Menschen in ihrem Umfeld kennen und kaum versteht man die Zusammenhänge, ist die Reise zu Ende. Und man fragt sich, wie es weitergeht. Mit Koller. Mit Chris. Mit Birte. Mit Hannah. Mit Ella. Mit Koi-Klaus. Mit Chris' Mutter.
Roadtrip von Leipzig an die Ostsee
Der Plot Chris trifft in einem Park in Leipzig auf Koller. Gemeinsam beschließen sie spontan ein paar Tage Urlaub an der Ostsee zu machen, doch alles kommt anders und über Ludwigsburg und das überschwemmte Ahrtal führt der Weg nur mit Umwegen zur Ostsee. Meine Meinung Kurz und schmerzlos: das Buch ist ein gut zu lesender Roadtrip, eine Art Coming-of-age Roman über zwei, die dafür eigentlich schon zu alt sind. Die Idee war gut und man kann das schnell in einem Rutsch weglesen. Warum dann nur 3,5 Sterne? Ich finde hier wurde einfach zu viel liegen gelassen. Am Ende ist irgendwie nichts anders. Beide sind unsicher, verachten sich selbst, verehren oder hassen den anderen und wissen nicht, was sie wollen. Für mich hat sich die Frage ergeben, wo hier eine Entwicklung war und wozu der Roadtrip, wenn am Ende irgendwie doch nichts klar ist. Zwar erfahren wir über beide (und über die Omas) viel darüber, warum sie so geworden sind, wie sie sind, aber für mich war es nicht genug. Nettes Thema, gut zu lesen und bestimmt für viele eine tolle Geschichte. Mir fehlt etwas Greifbares.
„Das Problem an Schutzmänteln ist: Man spürt die Kälte nicht. Auch nicht die eigene.“
Ich war zunächst enttäuscht, hatte ich doch Nordstadt sehr gemocht und mich auf das nächste Buch schon gefreut und dann kam ich nicht rein. So gar nicht. Nicht in die Geschichte, vor allem nicht in den Schreibstil. Ich wollte aber. Unbedingt. Also bin ich drangeblieben, zum Glück, denn ich hatte am Ende viel Spaß. Mit der Geschichte, aber vor allem mit dem Schreibstil. So kann‘s gehen.
Chris ist vernünftig und geplant, Koller muss immer mit dem Kopf durch die Wand. Sie fühlen sich trotz ihrer starken Unterschiede sofort zueinander hingezogen und sitzen kurze Zeit nach ihrem ersten Treffen schon gemeinsam in Kollers altem Polo und düsen Richtung Ostsee. Was eigentlich nur ein Kurztip werden sollte, wandelt sich schnell zu einem epischen Roadtrip, der die Beiden durch hab Deutschland führt. Annika Büsings zweiter Roman ist genau wie ihr erster (Nordstadt) sehr kurz, erzählt aber gerade so seine Geschichte in genau der richtigen Länge. Es wird nie langweilig, der Schreibstil ist sehr eindringlich und mit jeder neuen Station des wilden Roadtrips lernen wir die beiden jungen Männer besser kennen. Viel kann man über diesen Roman gar nicht sagen, ohne etwas vorweg zu nehmen, diese Reise muss einfach erlebt werden. Ein perfekter Roman für immer länger und wärmer werdende Sommerabende, die man auch gar nicht mehr aus der Hand legen will, wenn Koller und Chris einen erst mal im Griff haben.
Chris und Koller sind irgendwie verliebt und wollen eigentlich gemeinsam während der Corona-Pandemie ans Meer reisen, aber verschlägt es sie doch erst mal zu Kollers Schwester, zum überfluteten Ahrtal und nach Hannahhausen bis die beiden endlich in einem kleinen Dorf am Meer ankommen. Hier beschließt Koller den Koi-Teich seiner Oma wieder mit Leben zu füllen… Annika Büsing hat sich das Genre Road-trip vorgenommen und einen kurzweiligen Roman mit komplex-liebeswerten Charakteren geschaffen. Chris, dem in seiner Kindheit mangelnde Empathie bescheinigt wurde, reagiert teilweise sehr speziell (aber nicht unempathisch) auf emotionale Situationen. Zudem sind viele seiner Gedankengänge witzig und tiefgründig. Annika Büsing hatte mich schon mit ihrem Debüt Nordstadt sehr überzeugt und auch dieses Mal gelingt es ihr mich emotional mit ihren authentischen Charakteren und einer etwas durchgedrehten Geschichte abzuholen. Ich hoffe, ich kann in Zukunft noch viele weitere Bücher von ihr lesen.
Meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht!
Annika Büsings zweiter Roman - nach Nordstadt - und auch hier wieder ihre charakteristische direkte Sprache, die ich einfach gerne lese! Ein wundervoller Roadtriproman in einem alten Polo 2, zwischen Berlin, dem überfluteten Ahrtal und der Nordsee, mit tollen Charakteren, auf der Suche nach der Liebe, dem Glück und den Antworten des Lebens und mit vielen überraschenden Wendungen. Mir hat Koller richtig gut gefallen!

KOLLER Annika Büsing ET: 27.3.23 Zwei junge Männer, Chris und Koller, lernen sich zufällig im Park kennen und beschließen spontan, gemeinsam an die Ostsee zu fahren. Doch wie so oft im Leben kommt alles anders: In der Eifel wütet gerade ein verheerendes Hochwasser, das alles mit sich reißt. Als Koller einen Anruf erhält, in dem er gebeten wird, dort nach seiner Tochter zu sehen – von deren Existenz er bis zu diesem Moment nichts wusste – nimmt die Reise eine unerwartete Wendung. Ein Roadtrip, geprägt von Eifersucht, Nähe und der Suche nach Liebe. Annika Büsing zeichnet ihre beiden sehr unterschiedlichen Figuren mit viel Gespür, doch mich konnte die Geschichte leider nicht wirklich erreichen. Sprachlich stark wie gewohnt, aber thematisch einfach nicht meins. Vielleicht hatte ich es schon geahnt – sonst hätte das Buch wohl nicht so lange auf meinem SuB gelegen. Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht.

4.5 ⭐️ "Koller ist nicht nur ein Name, sondern auch ein Zustand". Koller zu beschreiben, ist echt schwierig. Es geht um Freiheit, um Liebe, Familie, Schöpfung, Selbstbestimmung, und auch um eine Art Roadtrip mit Umwegen. Das Buch zu Lesen war ein echtes Erlebnis. Anfangs war ich doch ratlos, wo es hingeht wird, aber ich habe mich auf die Geschichte eingelassen und wurde nicht enttäuscht! Schlagfertige Dialoge, skurrile Situationen und liebenswerte Nebencharaktere. Pfirsichkaugummis, Kois, ein Acker, der nicht so groß ist wie gedacht, und ein Polo II
"Koller" ist eines der Bücher, von dem ich bisher wirklich nur Positives gelesen und gehört habe. Es wurde mir von diversen Seiten empfohlen und nun in den letzten Wochen auch endlich von mir gelesen. Und ja, ich gebe euch allen recht: Es ist gut. Ich mochte vor allem Chris sehr. Und den Humor des Buches. Ich habe echt viel gelacht und ein paar besonders schöne Stellen für euch in den Slide gehauen. ABER: Ich konnte das Buch zweimal ohne Probleme tagelang ignorieren. Und: Es klingt in mir nicht nach. Ich werde es aber auf jeden Fall behalten und dann vielleicht ja irgendwann noch einmal lesen.
Hatte mehr erwartet
Ich fand den Roman OK, empfehlen würde ich ihn trotzdem nicht. Es verliert sich die Geschichte stellenweise in unnötigen Perspektivwechseln, die eher verwirren als bereichern. Sie wirken oft willkürlich und tragen kaum zur Entwicklung der Hauptstory bei. Das macht es schwer, sich wirklich auf den roten Faden einzulassen. Der Protagonist Chris ist über weite Strecken anstrengend. Seine Art und das ständige Hin und Her im Verhalten machen es schwer, Sympathie für ihn zu entwickeln. Anstatt einer spannenden oder emotional aufgeladenen Roadtrip-Erfahrung bekommt man viel Gezicke und Fragezeichen – das hatte ich mir anders vorgestellt. Insgesamt ein Roman mit sprachlicher Qualität, aber erzählerischen Schwächen. Wer sich an experimentellen Erzählformen nicht stört, könnte trotzdem Gefallen daran finden. Für mich blieb das Leseerlebnis leider durchwachsen.
Highlight... So schöne Sprachbilder und besondere, total gegensätzliche Charaktere. Ich bin ganz schnell im Buch und der Geschichte angekommen. "Du sagst, du willst mir zeigen, wie die Sonne hinter den Bäumen untergeht, so als hättest du den Sonnenuntergang erfunden, die Bäume und die Grashalme." "Und als wir zum Auto gingen, weinte er wieder. Es war ein stilles Weinen, das sich bar jeder äußeren Bewegung zu vollziehen schien. Es war, als schwitze er die Tränen aus. Von einer Anstrengung des Herzens."
Schon Annika Büsings erster Roman "Nordstadt" konnte mich sehr begeistern. Ihr zweiter Roman "Koller" hat mir sogar noch besser gefallen. "Koller" ist ein klassischer Roadtrip-Roman. Die beiden Protagonisten Chris und Koller treffen zufällig aufeinander, verlieben sich auf den ersten Blick und beschließen zusammen in einem alten Polo an die Küste zu fahren. Doch der Weg führt nicht direkt an die Ostsee. Uber Umwege durch ganz Deutschland erfahren sie einiges über die Vergangenheit des jeweils anderen, auch ein paar Überraschungen sind dabei. Für mich ist "Koller" vor allem durch die authentischen Charaktere ein so besonderer Roman. Chris und Koller sind mir auf nur wenigen Seiten sehr ans Herz gewachsen. Besonders die Schlagabtausche zwischen den beiden haben mir große Freude am lesen bereitet. Ich konnte viel schmunzeln, einige Situationen haben mich sehr berührt. Auch die drei Kapitel mit Rückblicken von Frauen, die den beiden sehr nahe stehen, haben die Geschichte sehr gut ergänzt. Hinzu kommt noch der sehr angenehme Schreibstil. Mir hat "Koller" von Annika Büsing außerordentlich gut gefallen und ich kann es euch nur wärmstens ans Herz legen.

Ein rasanter Roadtrip und eine queere Geschichte mit Chris
Einfach wieder eine schöne und kurzweilige Geschichte über zwei junge Männer, die beschliessen einen Roadtrip zu machen mit einem Ziel, jemanden neu kennen zu lernen. Ein Roadtrip der ganz anderen Art. Chris und Koller, zwei sehr speziele Persönlichkeiten.

"So ist das Leben:Man schwimmt eine Runde durch den Teich und guckt, was so geht." (S.174) "Menschen haben Routinen. Aber wir hatten Koller. Und Koller bringt alles durcheinander." (S.44) Koller habe ich an einem Tag gelesen. Mit 174 S. war die Geschichte überschaubar. Erzählt wird hauptsächlich aus der Ich Perspektive des Protagonisten Chris. Er trifft zufällig auf einen Mann, der sich Koller nennt. Spontan beschließen die beiden ans Meer zu fahren. In einem alten Polo II. Bis die beiden am Meer ankommen, erleben sie so Einiges, treffen altbekannte sowie bisher unbekannte Menschen und bauen ungeplante Zwischenstopps ein. Im Laufe dieses Roadtripps lernen sich die beiden näher kennen. Als Leser*in erfährt man so peu à peu etwas über die Vergangenheit und vor allem über die Charaktereigenschaften der beiden. Chris und Koller könnten nicht unterschiedlicher sein, was natürlich zu Diskussionen führt. Koller macht keinen Hehl daraus, dass er auf Chris steht. Chris kann sich nicht so ohne Weiteres auf Koller einlassen. Er denkt zu sehr über alles nach und hat Angst, am Ende enttäuscht zu werden.... Neben der Ich Perspektive gibt es auch Kapitel über die Frauen im Leben der zwei Protagonisten. Man bekommt Infomationen über Änne, die Mutter von Chris. Außerdem über Ella, Kollers Freundin und über Ulla, Kollers Oma. Ich habe den Road Trip der beiden sehr gerne verfolgt und auch das Ende hat mir gut gefallen. Was den Schreibstil angeht, hatte in anfangs Schwierigkeiten. Chris erzählt teilweise recht chaotisch und durcheinander. Es gibt immer wieder spontane, gedankliche Rückblicke, die nicht separat gekennzeichnet sind. Das empfand ich manchmal etwas verwirrend. Die beiden Charaktere sind in ihrer jeweiligen Persönlichkeit recht speziell, weshalb ich sie anfangs nicht so sympathisch fand. Das hat sich im Verlauf aber gelegt und ich habe gespannt verfolgt, was die beiden erleben. Natürlich habe ich mich auch gefragt, ob die beiden am Ende zueinander finden. Dieses Buch war ein bookblinddate unserer örtlichen Bücherei. Bisher kannte ich das Buch nicht. Ich wusste nur,dass die Autorin Nordstadt geschrieben hat, gelesen habe ich aber auch dieses Buch noch nicht.

Mio Mio, kann diese Frau schreiben: Locker-leicht, rotzig, rasant, ehrlich, fesselnd und nah am Leben! Dieses Buch ist ein bisschen Road-Trip, ein bisschen Liebesgeschichte und ein bisschen Suche nach sich selbst oder dem Sinn des Lebens.
„Koller“ von Annika Büsing hat mich aufgesogen und mitgenommen im fast schrottreifen Polo. Es hat mir viele spannende Charaktere vorgestellt, über die ich alle ein eigenes Buch lesen wollen würde. Am Ende lässt Koller, dessen Titel irgendwie auch Programm ist, mich hoffnungsvoll zurück. Denn so sollte es doch sein, im echten Leben und in Romanen, oder? Große Empfehlung, wenn ihr ein Buch lesen wollt, das kein Blatt vor den Mund nimmt, in dem aber manches auch unausgesprochen bleibt und das uns allen zeigt, dass jede:r sein Päckchen zu tragen hat.
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Author Description
Annika Büsing, geboren 1981, lebt in Bochum, wo sie an einem Gymnasium unterrichtet. Sie hat evangelische Theologie und Germanistik in Dortmund studiert und einige Zeit auf Island und in Hamburg verbracht. Für Nordstadt (2022), ihren ersten Roman, wurde sie mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet und war für den Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals sowie den Bayerischen Buchpreis nominiert.
Posts
Ein toller kurzer Roadtrip-Roman! Chris und Koller treffen in einem Leipziger Park aufeinander und sind kurze Zeit später (mit ein paar Umwegen) auf dem Weg ans Meer. Dabei geht's wild zur Sache mit einigen überraschenden Wendungen und Besuchen bei diversen Verwandten. Um einen Eindruck zu bekommen: neben queeren Identitäten in verschiedenen Generationen und einigen ungeplanten Schwangerschaften spielen auch Koi-Fische und Schamanen eine relevante Rolle in der Story. Annika Büsing kann total unterhaltsam und in rotzigem Ton erzählen und zeichnet trotzdem intensive und sehr verletzliche Figuren.
Man wird ohne große Einführung direkt ins Geschehen geworfen, was zunächst neugierig macht. Allerdings bleiben die Charaktere eher an der Oberfläche. Wirkliche Entwicklung war kaum spürbar. Am besten gefiel mir die Geschichte rund um Ulla, die mir mehr Tiefe bot. Den Schreibstil empfand ich sehr wechselhaft, teils poetisch dann wieder abgehackt. Der Roadtrip erscheint durch die vielen Zeitsprünge stellenweise sprunghaft und etwas chaotisch erzählt. Dennoch gibt es schöne, wärmende Momente, ebenso wie zerrissene Szenen auf der Suche nach sich selbst. Fazit: Wie ein netter Frühlingssong – schön für den Moment, aber bis zum Sommer schnell wieder vergessen.

Was für ein verdammt gutes Buch
Auf eine Empfehlung hin habe ich mir das Buch besorgt und bin ohne Vorwissen in den Roman eingestiegen. Und wurde sofort überrascht. Was für eine erstaunliche Authentizität in der Sprache, den Charakteren und der Atmosphäre. Annika Büsing beschreibt ihre Figuren nicht von außen. Man sitzt praktisch mit ihnen im Auto, in der Küche oder im Wald an der Ahr. Zu Beginn wirft einen der Roman einfach mitten hinein. Keine langen Erklärungen. Wer sind diese Leute eigentlich? Weshalb sprechen sie so miteinander? Warum fühlt sich manches gleichzeitig sehr humorvoll und melancholisch an? Ich hatte Chris anfangs für eine Frau gehalten, ich glaube das ist bewusst so konzipiert. Ich habe beim Lesen gemerkt, wie rasch man Menschen vorschnell kategorisieren kann. Chris und Koller könnten kaum unterschiedlicher sein. Chris wirkt ruhig, nachdenklich und kontrolliert. Koller hingegen ist laut, impulsiv, manchmal völlig drüber. Zwischen ihnen entsteht etwas, das sich nie konstruiert anfühlt. Keine geschniegelte Romanze. Eher etwas Rohes, Unsicheres und unglaublich Menschliches. Besonders beeindruckt hat mich, wie selbstverständlich und gleichzeitig feinfühlig der Roman Homosexualität behandelt. Manchmal derb, voller sexueller Unsicherheit und Sehnsucht, und dann plötzlich wieder ganz sanft. Eine zarte Berührung. Ein Satz am Morgen. Im Vergleich zu den vielen Liebeserklärungen in anderen Büchern erscheinen solche Augenblicke hier intimer und realitätsnäher. Koller lebt von seinen Details. Insbesondere von den stilistischen Mitteln. Von plötzlichen Brüchen im Satz oder Abschnitt. Erst Schmerz, dann plötzlich irgendein absurder Gedanke oder eine banale Beobachtung. Man kann Herzschmerz haben und im nächsten Moment Hunger auf Puddingplätzchen. Dieses Augenzwinkern zieht dabei nie etwas ins Lächerliche. Der Humor hier wirkt eher wie ein melancholischer Selbstschutz. Beide Protas versuchen irgendwie, mit ihrer Einsamkeit klarzukommen. Für mich ist Koller deshalb vor allem ein Buch über Sehnsüchte. Über Menschen, die soch Nähe wünschen und gleichzeitig Angst davor haben. Über Kindheitserlebnisse, die sich manifestiert haben. Der Erzählstil wechselt gelegentlich von der Ich-Erzählung in die zweite Erzählperspektive. Ungewöhnlich, aber das erzeugt eine besondere Nähe beim Lesen. Man folgt nicht einfach nur dem Plot, man ist direkt in Chris` Gedanken wenn er Koller anspricht. Einige Rezis kritisieren, dass in diesem Buch angeblich nichts passiert. Und ja, wer einen klassischen Plot mit ständig neuen Wendungen erwartet, wird hier vielleicht ungeduldig. Aber ich glaube ehrlich gesagt, dass in Koller ständig etwas passiert. Jede Konversation verschiebt etwas zwischen den Menschen. Jeder Blickkontakt, jede Unsicherheit, jede kleine Geste. Das Buch interessiert sich nicht dafür, möglichst viel Handlung zu produzieren. Es interessiert sich dafür, wie Nähe entsteht. Wie Menschen sich almählich einander öffnen. Wie Einsamkeit aussieht, wenn man versucht, sie hinter Witzen, Sex und Alltag zu verstecken. Auch das Ende wurde von manchen kritisiert. Ich werde nicht spoilern. 😁 Meiner Meinung nach war es genau richtig. Für mich steckt darin etwas sehr Ehrliches. Koller ist für mich deshalb kein Roman über große Ereignisse, sondern über Menschen. Über Wärme in kaputten Momenten. Über Liebe, ohne kitschig zu werden. Über Einsamkeit, ohne sich darin zu suhlen. Zitate: „Und überhaupt: War das Liebe? Dieses Vergessensein in der Welt? War das Liebe, ihm dabei zuzusehen, wie er einen Zettel für seine Tochter schrieb, und kein Stück mehr zu wollen als das ? Ist es Liebe, wenn die Tage über dich hinwegziehen und es okay ist?“ „Wir frühstückten. Ganz in Ruhe. Ich aß, er weinte nicht, wir waren vollkommen durchschnittlich und langweilig. Einzig die Tatsache, dass ich Hannah in den Kindergarten gebracht hatte, beschäftigte ihn sehr. Er tanzte auf dem dünnen Seil Unsicherheit, und wenn es hin und her schwang, sprühte es Witze. Nach dem Essen räumten wir den Tisch ab und das Geschirr in die Spülmaschine.“ „Die meisten Kinder spielen Vater-Mutter-Kind. Ich habe selten Kinder gesehen, die Vater-Vater-Kind spielen. Wenn Sie Kinder kennen, die Vater-Vater-Kind spielen, schreiben Sie das bitte mit Farbe an jede Häuserwand! Es könnte sein. Dass es Menschen wir mir Hoffnung macht.“ „Zurückhaltung erschafft nichts, aber sie bewahrt. Meine Mutter hat das übersehen. Natürlich konnte sie keine Zuversicht in mir entstehen lassen, keinen Mut, keinen Willen. Aber vielleicht war das alles längst schon da. Wenigstens ein Stück davon, eine Krume. Ich glaube fest, dass Gott am sechsten Tag etwas Mut in mich hineingelegt hat. Eine Mut-Krume. Das war mein ganzer Mut. Ein kleiner Fisch. Unterernährt, winzig, aber blau schimmernd. Und meine Mutter hat den Teich trockengelegt, in dem er schwamm. Weil Zurückhaltung nichts erschafft.“ „Das Problem an Schutzmänteln ist: Man spürt die Kälte nicht. Auch nicht die eigene.“ 😍 5 von 5 Sternen⭐️.
Ich würde sagen, dass hier ist ein perfekter Roadtrip-Roman. Ich wurde sofort ins Geschehen geworfen, habe Chris und Koller im Polo II beim Kurztrip von Leipzig an die Ostsee begleitet, habe lustigerweise einen Umweg über meine Heimatstadt im Süden gemacht, um dann an der Ostsee anzukommen. Chris und Koller begegnen sich in einem Park in Leipzig. Unterschiedlicher könnten beide nicht sein. Chris ist eher ein stiller Typ und absolut durchorganisiert, und Koller ist BAAAM, gleich präsent und voller Gefühle, und irgendwie weiß er nicht so recht, wo er im Leben steht. Zusammen wollen sie an die Ostsee fahren und lernen sich dabei näher kennen. Und ich lerne nicht nur die zwei Protagonisten kennen, sondern auch einige großartige, aber auch unsympathische Familienmitglieder. Insgesamt hab ich das Buch gern gelesen, aber zum Highlight hat es nicht ganz gelangt. Annika Büsing kann definitiv schreiben. Ich hatte gleich unglaublich schöne und witzige Szenen in meinem Kopf, manchmal auch etwas derb geschrieben, aber für mich genau passend. War mein erstes Buch von ihr und wird nicht das letzte sein. Warum hat es nicht zum Highlight gereicht? Vielleicht, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass Chris und Koller irgendwie „weiter“ gekommen sind. Ich glaube, ich erwarte von einem Roadtrip eine größere Entwicklung der Figuren. Oder aber, weil manche Szenen doch ein wenig zu abgedreht waren (wobei ich mir diese Szenen in einem Film sehr gut vorstellen könnte). Und andererseits war es einfach konsequent erzählt. Denn für ein Coming-of-Age sind Chris und Koller etwas zu alt und vielleicht ist diese Entwicklung genau die richtige im Erwachsenenleben. Auf jeden Fall gut zu lesen, herzerwärmend, lustig und berührend. 174 gut gefüllte Seiten. S. 5 „Ich kenne seinen Geruch am Morgen. Wir haben uns nur ein einziges Mal geküsst. Seitdem warte ich darauf, dass es mich davonspült, so wie Krebse und Muscheln vorne im Saum.“ S.65 „Man könnte also sagen: Sie trug ihre langen Haare mittels eines aufwändigen Frisierverfahrens kurz. Solche Widersprüche, und waren sie noch so offensichtlich, wurden der Großmutter gegenüber niemals angesprochen. Sie war über ihre Widersprüche erhaben, es waren die Insignien ihrer Macht.“ S.93 „ „Ich habe immer gesagt, dass man in diese Welt keine Kinder setzen soll. Wenn wir diskutiert haben, mit Lina und so, im Park, und Lina immer gesagt hat, dass ohne Kinder die Welt aufhört, dann habe ich gesagt: Dann lass sie halt aufhören!“ „Aber da hast du eben beim Ficken nicht daran gedacht.“ „Nein. Nie.“ „Könnte sein, dass das einen Sinn hat.“ „Dass was einen Sinn hat?“ „Das man vergisst.“ “
Ein chaotischer Roadtrip für die Liebe Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an und Chris und Koller sind wirklich sehr verschieden.Chris ist sehr introvertiert, eher ruhig, Koller, der eigentlich Kolja heißt das Gegenteil. Trotzdem oder gerade deswegen ist Chris quasi schockverliebt, als die Beiden sich im Park kennenlernen und begibt sich mit dem fast Unbekannten auf einen chaotischen Roadtrip. Von Leipzig sollte es eigentlich spontan an die Ostsee gehen. Doch es gibt ein paar Umwege über Ludwigsburg und das überflutete Aartal nach Hannahhausen. Annika Büsing hat es mir mit ihrem 2. Roman etwas schwer gemacht. Ich musste mich an die vielen kurzen Sätze, die oft rotzige Sprache erst gewöhnen , doch die passt letztendlich wunderbar zu den etwas schrägen Figuren und macht sie authentisch. Im Gegensatz zu Chris, der immer alles plant, ist es für Koller schwierig seinen Platz im Leben zu finden. Das wird ganz wunderbar mit viel Humor, allerdings auch mit viel Drama beschrieben. Mit jeder Seite sind mir die Protagonisten der Geschichte mehr ans Herz gewachsen und ich hoffte, dass es ein Happy End für die Beiden geben würde, was angesichts der Kapitelüberschriften, die in Anlehnung an die Schöpfungsgeschichte gewählt wurden ( 1-7 Tag) wahrscheinlich war. „ Und siehe es ist alles sehr gut.“ Ich möchte diesen wunderbaren Coming of Age Roman gerne empfehlen. Es war für mich ein mitreißendes, sehr unterhaltsames Leseerlebnis.
Chris und Koller könnten nicht unterschiedlicher sein und fühlen sich - gerade deswegen? - sehr zueinander hingezogen. Nach einem ersten Kennenlernen beschließen sie spontan ans Meer zu fahren, doch daraus wird ein ungeplanter Roadtrip und eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Der Roman ist sehr kurz und begleitet beide Männer sieben Tage lang auf ihrer gemeinsamen Reise. In dieser Zeit lernt man sie und ihr bisheriges Leben gut kennen, ihre Erziehung, Ängste, Vorbehalte, was sie geprägt hat. Immer wieder geben Rückblicke in die jeweilige Vergangenheit weitere Einblicke. In dieser Zeit kommen auch sie sich näher, lernen den jeweils anderen besser kennen, was sie teilweise an ihre eigene Grenzen stoßen lässt, aber auch bestärkt Vertrauen zu fassen. Ich mochte die beiden zusammen sehr. So unterschiedlich sie auch sind, so gut ergänzen sie sich wieder. Ich hätte gerne noch mehr von ihnen gelesen, so gut hat mir ihre Geschichte und Dynamik zwischen ihnen gefallen. Mir war der Roman eindeutig zu kurz, doch habe ich ihn gerne gelesen. Sowohl Koller als auch Chris sind trotz ihrer Eigenheiten sympathische und authentische Charaktere, die man einfach ins Herz schließen muss.
Kurz und heftig
Ein seltsames Buch, ganz ohne Anfang und ohne Ende. Ohne Vorstellung der Protagonisten, der Umgebung und der Umstände. Irgendwie hat mich das Buch an eine Fahrt in der U-Bahn erinnert. An einer Haltestelle sieht man in die U-Bahn der Gegenrichtung, man sieht die Passagiere und beobachtet sie für wenige Sekunden, kann aber keinen Kontakt zu ihnen aufnehmen. Und kaum hat man sich an sie gewöhnt, fahren die Bahnen weiter und man fragt sich, wie das Leben der anderen Passagiere hinter Glas weitergeht. So auch in diesem Buch. Man begleitet Koller und Chris auf ihrer Reise, ihrem Roadtrip, lernt die Menschen in ihrem Umfeld kennen und kaum versteht man die Zusammenhänge, ist die Reise zu Ende. Und man fragt sich, wie es weitergeht. Mit Koller. Mit Chris. Mit Birte. Mit Hannah. Mit Ella. Mit Koi-Klaus. Mit Chris' Mutter.
Roadtrip von Leipzig an die Ostsee
Der Plot Chris trifft in einem Park in Leipzig auf Koller. Gemeinsam beschließen sie spontan ein paar Tage Urlaub an der Ostsee zu machen, doch alles kommt anders und über Ludwigsburg und das überschwemmte Ahrtal führt der Weg nur mit Umwegen zur Ostsee. Meine Meinung Kurz und schmerzlos: das Buch ist ein gut zu lesender Roadtrip, eine Art Coming-of-age Roman über zwei, die dafür eigentlich schon zu alt sind. Die Idee war gut und man kann das schnell in einem Rutsch weglesen. Warum dann nur 3,5 Sterne? Ich finde hier wurde einfach zu viel liegen gelassen. Am Ende ist irgendwie nichts anders. Beide sind unsicher, verachten sich selbst, verehren oder hassen den anderen und wissen nicht, was sie wollen. Für mich hat sich die Frage ergeben, wo hier eine Entwicklung war und wozu der Roadtrip, wenn am Ende irgendwie doch nichts klar ist. Zwar erfahren wir über beide (und über die Omas) viel darüber, warum sie so geworden sind, wie sie sind, aber für mich war es nicht genug. Nettes Thema, gut zu lesen und bestimmt für viele eine tolle Geschichte. Mir fehlt etwas Greifbares.
„Das Problem an Schutzmänteln ist: Man spürt die Kälte nicht. Auch nicht die eigene.“
Ich war zunächst enttäuscht, hatte ich doch Nordstadt sehr gemocht und mich auf das nächste Buch schon gefreut und dann kam ich nicht rein. So gar nicht. Nicht in die Geschichte, vor allem nicht in den Schreibstil. Ich wollte aber. Unbedingt. Also bin ich drangeblieben, zum Glück, denn ich hatte am Ende viel Spaß. Mit der Geschichte, aber vor allem mit dem Schreibstil. So kann‘s gehen.
Chris ist vernünftig und geplant, Koller muss immer mit dem Kopf durch die Wand. Sie fühlen sich trotz ihrer starken Unterschiede sofort zueinander hingezogen und sitzen kurze Zeit nach ihrem ersten Treffen schon gemeinsam in Kollers altem Polo und düsen Richtung Ostsee. Was eigentlich nur ein Kurztip werden sollte, wandelt sich schnell zu einem epischen Roadtrip, der die Beiden durch hab Deutschland führt. Annika Büsings zweiter Roman ist genau wie ihr erster (Nordstadt) sehr kurz, erzählt aber gerade so seine Geschichte in genau der richtigen Länge. Es wird nie langweilig, der Schreibstil ist sehr eindringlich und mit jeder neuen Station des wilden Roadtrips lernen wir die beiden jungen Männer besser kennen. Viel kann man über diesen Roman gar nicht sagen, ohne etwas vorweg zu nehmen, diese Reise muss einfach erlebt werden. Ein perfekter Roman für immer länger und wärmer werdende Sommerabende, die man auch gar nicht mehr aus der Hand legen will, wenn Koller und Chris einen erst mal im Griff haben.
Chris und Koller sind irgendwie verliebt und wollen eigentlich gemeinsam während der Corona-Pandemie ans Meer reisen, aber verschlägt es sie doch erst mal zu Kollers Schwester, zum überfluteten Ahrtal und nach Hannahhausen bis die beiden endlich in einem kleinen Dorf am Meer ankommen. Hier beschließt Koller den Koi-Teich seiner Oma wieder mit Leben zu füllen… Annika Büsing hat sich das Genre Road-trip vorgenommen und einen kurzweiligen Roman mit komplex-liebeswerten Charakteren geschaffen. Chris, dem in seiner Kindheit mangelnde Empathie bescheinigt wurde, reagiert teilweise sehr speziell (aber nicht unempathisch) auf emotionale Situationen. Zudem sind viele seiner Gedankengänge witzig und tiefgründig. Annika Büsing hatte mich schon mit ihrem Debüt Nordstadt sehr überzeugt und auch dieses Mal gelingt es ihr mich emotional mit ihren authentischen Charakteren und einer etwas durchgedrehten Geschichte abzuholen. Ich hoffe, ich kann in Zukunft noch viele weitere Bücher von ihr lesen.
Meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht!
Annika Büsings zweiter Roman - nach Nordstadt - und auch hier wieder ihre charakteristische direkte Sprache, die ich einfach gerne lese! Ein wundervoller Roadtriproman in einem alten Polo 2, zwischen Berlin, dem überfluteten Ahrtal und der Nordsee, mit tollen Charakteren, auf der Suche nach der Liebe, dem Glück und den Antworten des Lebens und mit vielen überraschenden Wendungen. Mir hat Koller richtig gut gefallen!

KOLLER Annika Büsing ET: 27.3.23 Zwei junge Männer, Chris und Koller, lernen sich zufällig im Park kennen und beschließen spontan, gemeinsam an die Ostsee zu fahren. Doch wie so oft im Leben kommt alles anders: In der Eifel wütet gerade ein verheerendes Hochwasser, das alles mit sich reißt. Als Koller einen Anruf erhält, in dem er gebeten wird, dort nach seiner Tochter zu sehen – von deren Existenz er bis zu diesem Moment nichts wusste – nimmt die Reise eine unerwartete Wendung. Ein Roadtrip, geprägt von Eifersucht, Nähe und der Suche nach Liebe. Annika Büsing zeichnet ihre beiden sehr unterschiedlichen Figuren mit viel Gespür, doch mich konnte die Geschichte leider nicht wirklich erreichen. Sprachlich stark wie gewohnt, aber thematisch einfach nicht meins. Vielleicht hatte ich es schon geahnt – sonst hätte das Buch wohl nicht so lange auf meinem SuB gelegen. Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht.

4.5 ⭐️ "Koller ist nicht nur ein Name, sondern auch ein Zustand". Koller zu beschreiben, ist echt schwierig. Es geht um Freiheit, um Liebe, Familie, Schöpfung, Selbstbestimmung, und auch um eine Art Roadtrip mit Umwegen. Das Buch zu Lesen war ein echtes Erlebnis. Anfangs war ich doch ratlos, wo es hingeht wird, aber ich habe mich auf die Geschichte eingelassen und wurde nicht enttäuscht! Schlagfertige Dialoge, skurrile Situationen und liebenswerte Nebencharaktere. Pfirsichkaugummis, Kois, ein Acker, der nicht so groß ist wie gedacht, und ein Polo II
"Koller" ist eines der Bücher, von dem ich bisher wirklich nur Positives gelesen und gehört habe. Es wurde mir von diversen Seiten empfohlen und nun in den letzten Wochen auch endlich von mir gelesen. Und ja, ich gebe euch allen recht: Es ist gut. Ich mochte vor allem Chris sehr. Und den Humor des Buches. Ich habe echt viel gelacht und ein paar besonders schöne Stellen für euch in den Slide gehauen. ABER: Ich konnte das Buch zweimal ohne Probleme tagelang ignorieren. Und: Es klingt in mir nicht nach. Ich werde es aber auf jeden Fall behalten und dann vielleicht ja irgendwann noch einmal lesen.
Hatte mehr erwartet
Ich fand den Roman OK, empfehlen würde ich ihn trotzdem nicht. Es verliert sich die Geschichte stellenweise in unnötigen Perspektivwechseln, die eher verwirren als bereichern. Sie wirken oft willkürlich und tragen kaum zur Entwicklung der Hauptstory bei. Das macht es schwer, sich wirklich auf den roten Faden einzulassen. Der Protagonist Chris ist über weite Strecken anstrengend. Seine Art und das ständige Hin und Her im Verhalten machen es schwer, Sympathie für ihn zu entwickeln. Anstatt einer spannenden oder emotional aufgeladenen Roadtrip-Erfahrung bekommt man viel Gezicke und Fragezeichen – das hatte ich mir anders vorgestellt. Insgesamt ein Roman mit sprachlicher Qualität, aber erzählerischen Schwächen. Wer sich an experimentellen Erzählformen nicht stört, könnte trotzdem Gefallen daran finden. Für mich blieb das Leseerlebnis leider durchwachsen.
Highlight... So schöne Sprachbilder und besondere, total gegensätzliche Charaktere. Ich bin ganz schnell im Buch und der Geschichte angekommen. "Du sagst, du willst mir zeigen, wie die Sonne hinter den Bäumen untergeht, so als hättest du den Sonnenuntergang erfunden, die Bäume und die Grashalme." "Und als wir zum Auto gingen, weinte er wieder. Es war ein stilles Weinen, das sich bar jeder äußeren Bewegung zu vollziehen schien. Es war, als schwitze er die Tränen aus. Von einer Anstrengung des Herzens."
Schon Annika Büsings erster Roman "Nordstadt" konnte mich sehr begeistern. Ihr zweiter Roman "Koller" hat mir sogar noch besser gefallen. "Koller" ist ein klassischer Roadtrip-Roman. Die beiden Protagonisten Chris und Koller treffen zufällig aufeinander, verlieben sich auf den ersten Blick und beschließen zusammen in einem alten Polo an die Küste zu fahren. Doch der Weg führt nicht direkt an die Ostsee. Uber Umwege durch ganz Deutschland erfahren sie einiges über die Vergangenheit des jeweils anderen, auch ein paar Überraschungen sind dabei. Für mich ist "Koller" vor allem durch die authentischen Charaktere ein so besonderer Roman. Chris und Koller sind mir auf nur wenigen Seiten sehr ans Herz gewachsen. Besonders die Schlagabtausche zwischen den beiden haben mir große Freude am lesen bereitet. Ich konnte viel schmunzeln, einige Situationen haben mich sehr berührt. Auch die drei Kapitel mit Rückblicken von Frauen, die den beiden sehr nahe stehen, haben die Geschichte sehr gut ergänzt. Hinzu kommt noch der sehr angenehme Schreibstil. Mir hat "Koller" von Annika Büsing außerordentlich gut gefallen und ich kann es euch nur wärmstens ans Herz legen.

Ein rasanter Roadtrip und eine queere Geschichte mit Chris
Einfach wieder eine schöne und kurzweilige Geschichte über zwei junge Männer, die beschliessen einen Roadtrip zu machen mit einem Ziel, jemanden neu kennen zu lernen. Ein Roadtrip der ganz anderen Art. Chris und Koller, zwei sehr speziele Persönlichkeiten.

"So ist das Leben:Man schwimmt eine Runde durch den Teich und guckt, was so geht." (S.174) "Menschen haben Routinen. Aber wir hatten Koller. Und Koller bringt alles durcheinander." (S.44) Koller habe ich an einem Tag gelesen. Mit 174 S. war die Geschichte überschaubar. Erzählt wird hauptsächlich aus der Ich Perspektive des Protagonisten Chris. Er trifft zufällig auf einen Mann, der sich Koller nennt. Spontan beschließen die beiden ans Meer zu fahren. In einem alten Polo II. Bis die beiden am Meer ankommen, erleben sie so Einiges, treffen altbekannte sowie bisher unbekannte Menschen und bauen ungeplante Zwischenstopps ein. Im Laufe dieses Roadtripps lernen sich die beiden näher kennen. Als Leser*in erfährt man so peu à peu etwas über die Vergangenheit und vor allem über die Charaktereigenschaften der beiden. Chris und Koller könnten nicht unterschiedlicher sein, was natürlich zu Diskussionen führt. Koller macht keinen Hehl daraus, dass er auf Chris steht. Chris kann sich nicht so ohne Weiteres auf Koller einlassen. Er denkt zu sehr über alles nach und hat Angst, am Ende enttäuscht zu werden.... Neben der Ich Perspektive gibt es auch Kapitel über die Frauen im Leben der zwei Protagonisten. Man bekommt Infomationen über Änne, die Mutter von Chris. Außerdem über Ella, Kollers Freundin und über Ulla, Kollers Oma. Ich habe den Road Trip der beiden sehr gerne verfolgt und auch das Ende hat mir gut gefallen. Was den Schreibstil angeht, hatte in anfangs Schwierigkeiten. Chris erzählt teilweise recht chaotisch und durcheinander. Es gibt immer wieder spontane, gedankliche Rückblicke, die nicht separat gekennzeichnet sind. Das empfand ich manchmal etwas verwirrend. Die beiden Charaktere sind in ihrer jeweiligen Persönlichkeit recht speziell, weshalb ich sie anfangs nicht so sympathisch fand. Das hat sich im Verlauf aber gelegt und ich habe gespannt verfolgt, was die beiden erleben. Natürlich habe ich mich auch gefragt, ob die beiden am Ende zueinander finden. Dieses Buch war ein bookblinddate unserer örtlichen Bücherei. Bisher kannte ich das Buch nicht. Ich wusste nur,dass die Autorin Nordstadt geschrieben hat, gelesen habe ich aber auch dieses Buch noch nicht.

Mio Mio, kann diese Frau schreiben: Locker-leicht, rotzig, rasant, ehrlich, fesselnd und nah am Leben! Dieses Buch ist ein bisschen Road-Trip, ein bisschen Liebesgeschichte und ein bisschen Suche nach sich selbst oder dem Sinn des Lebens.
„Koller“ von Annika Büsing hat mich aufgesogen und mitgenommen im fast schrottreifen Polo. Es hat mir viele spannende Charaktere vorgestellt, über die ich alle ein eigenes Buch lesen wollen würde. Am Ende lässt Koller, dessen Titel irgendwie auch Programm ist, mich hoffnungsvoll zurück. Denn so sollte es doch sein, im echten Leben und in Romanen, oder? Große Empfehlung, wenn ihr ein Buch lesen wollt, das kein Blatt vor den Mund nimmt, in dem aber manches auch unausgesprochen bleibt und das uns allen zeigt, dass jede:r sein Päckchen zu tragen hat.




































