Trophäe

Trophäe

Hardback
4.21610

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Description

Gaea Schoeters’ Roman ist ein „ethischer Mindfuck“ (Dimitri Verhulst) – provokant, radikal und eine erzählerische Ausnahmeerscheinung. Am Ende bleibt die Frage: Was ist ein Menschenleben wert? Gaea Schoetersʼ preisgekrönter Roman ist von einer außerordentlichen erzählerischen Wucht. Die Tiefenschärfe, mit der sie die Geräusche und Gerüche der Natur beschreibt, lässt einen sinnlich erleben, was einen moralisch an die Grenzen zwischen Richtig und Falsch führt. Hunter, steinreich, Amerikaner und begeisterter Jäger, hatte schon fast alles vor dem Lauf. Endlich bietet ihm sein Freund Van Heeren ein Nashorn zum Abschuss an. Hunter reist nach Afrika, doch sein Projekt, die Big Five vollzumachen, wird jäh von Wilderern durchkreuzt. Hunter sinnt auf Rache, als ihn Van Heeren fragt, ob er schon einmal von den Big Six gehört habe. Zunächst ist Hunter geschockt, aber als er die jungen Afrikaner beim flinken Jagen beobachtet … Ein Roman von radikaler Konsequenz.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
256
Price
24.70 €

Author Description

Gaea Schoeters, geboren 1976, ist eine flämische Autorin, Journalistin, Librettistin und Drehbuchautorin. 2012 hat sie den Großen Preis Jan Wauters für ihren kreativen Umgang mit Sprache gewonnen. Für »Trophäe« wurde sie mit dem Literaturpreis Sabam for Culture ausgezeichnet. 2024 ist ihr Roman »Trophäe« und 2025 »Das Geschenk«, beides aus dem Niederländischen von Lisa Mensing, bei Zsolnay erschienen.

Characteristics

14 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
54%
12%
37%
6%
74%
5%
90%
82%
66%
12%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
23%
68%
48%
48%

Pace

Fast36%
Slow14%
Moderate36%
Variable14%

Writing Style

Simple7%
Complex7%
Moderate86%
Bildhaft (92%)Poetisch (25%)Außergewöhnlich (50%)

Posts

336
All
4.5

Ein Jäger möchte die 'Big Five' vervollständigen und findet sich bald in einem Mahlstrom der Moral wieder, in welchem seine Rolle zwischen Jäger und Beute immerzu pendelt... Prolog: Dieses Buch umgibt eine Kritik von ganz außergewöhnlicher Art, daher war ich neugierig und da ich es mir leihen konnte, hatte auch mein Konto nix dagegen. Die Handlung selber war eher ernüchternd, da es dieses Thema schon unzählige Male in der Kultur gab. Die Sprache jedoch und die allseits drückende Schwere und Dunkelheit werten das Buch sehr auf. Das Ganze gleicht einem strömenden Sog aus Leid, Zwang und Sinnlosigkeit bis zum Tod. Die 'Nebengeschichte' die von van Heeren erzählt wird, hat es besonders schmerzhaft auf den Punkt gebracht und lässt den Leser / die Leserin hilflos mit der Suche nach Moral zurück, die ebenso umkehrbar ist, wie der Status vom Jäger zur Beute. Eine Parabel über Moral und das gesamte Menschengeschlecht die noch lange im Kopf nachhallt. Trotz dieses schwer verdaulichen Kerns (im positiven Sinne), fehlte mir noch etwas, um mehr Sterne zu vergeben. Auch manche Logiklöcher (?) passen nicht zum runden Bild (warum setzt Hunter, wenn er in Not ist, nicht den Hilferuf ab, von dem er zuvor überlegt, ob er ihn einsetzt? Hab ich das überlesen?). Epilog: Durch den 'Hype' vielleicht mit zu hohen Erwartungen herangegangen. Ein Werk, dass keine Sieger sondern nur Verlierer kennt. "[Die] westliche Moral ist ein Luxusprodukt, das man sich leisten können muss. Der Rest der Welt muss mit Pragmatismus auskommen." (S.103)

4.5

Ein unbequemer, intensiver und kraftvoller Roman, der einen immer tiefer in menschliche Abgründe zieht. Lesenswert!

In Gaea Schoeters’ Trophäe reist der reiche Amerikaner Hunter White nach Afrika. Er ist Großwildjäger und hat ein klares Ziel: Ihm fehlt noch das Nashorn, um seine Sammlung der „Big Five“ vollständig zu machen. Doch natürlich bleibt es nicht bei einer einfachen Jagdgeschichte. Schnell merkt man, dass der Roman in eine viel dunklere Richtung geht. Mehr sollte man über den Inhalt vorher eigentlich gar nicht wissen, weil gerade diese Zuspitzung einen großen Teil der Spannung ausmacht. Man blickt in diesem Roman tief hinein in die Finsternis: in ein grausames Spiel um Leben und Tod, vor dem Hintergrund einer wunderschönen, fast überwältigenden afrikanischen Natur. Genau dieser Gegensatz hat mich besonders gepackt. Da ist auf der einen Seite diese Landschaft, diese Weite, diese Schönheit und auf der anderen Seite das Dunkle und Brutale, zu dem Menschen fähig sind. Mich hat das Buch immer stärker hineingezogen. Am Anfang muss man sich vielleicht noch ein wenig einlesen, aber dann nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf. Was zunächst wie eine Jagdgeschichte wirkt, wird nach und nach viel abgründiger. Es geht um Macht, Besitzdenken, koloniale Denkmuster und um die Frage, welchen Wert ein Leben hat. Die Sprache wird dabei immer rasanter, eindringlicher, fast atemlos. Man spürt beim Lesen, wie sich alles zuspitzt, und irgendwann ist man einfach gefangen in dieser Geschichte. Ich habe auch Kritiken gelesen, in denen gefragt wurde, wie man so etwas schreiben kann – ausgerechnet aus dieser Perspektive, mit dieser Härte, und dann auch noch ohne Nachwort. Aber ehrlich gesagt: Wer das Buch bis zum Ende liest, merkt, dass hier kein Nachwort nötig ist. Die Geschichte erklärt sich nicht bequem von außen, sondern wirkt aus sich selbst heraus. Gerade das fand ich stark. Für mich war es wohltuend, dass der Roman nicht sofort autofiktional abgesichert oder nachträglich erklärt wird. Trophäe steht für sich. Das Buch ist unbequem, ja, aber auch packend, intensiv und sprachlich sehr kraftvoll. Kein leichter Roman, aber einer, der einen mitreißt und nach dem Lesen noch lange beschäftigt.

Ein unbequemer, intensiver und kraftvoller Roman, der einen immer tiefer in menschliche Abgründe zieht. Lesenswert!
4

Verstörend, aber auf irgendeine Art und Weise lesenswert

Es fällt mir schwer "Trophäe" von Gaea Schoeters zu bewerten. Ich bin erschüttert...die schonungslose und grauenvolle Thematisierung der Jagd eines arroganten Reichen nach den big five/big six in Afrika auf der einen Seite, große Begeisterung aufgrund der bildgewaltigen Sprache bei der Beschreibung der Naturszenen auf der anderen Seite. Das Buch ist definitiv nicht für Jedermann etwas. Harte Kost!

4.5

Ein faszinierendes Buch

Der Buch vermag vieles: es ruft Empörung hervor, Ekel, Unglauben, Verständnis, Widerwillen- und das alles zugleich. Hunter, seit frühester Kindheit mit der Jagd aufgewachsen geht zum wiederholten Mal nach Afrika um das Nashorn zu schießen und seine Big Five voll zu machen. Das Buch ist zu gefühlt 80% im Inneren Monolog von Hunter geschrieben. Das stört mich normalerweise an Büchern, hier passt es sehr gut. Generell ist das ein total faszinierender Charakter. Wie er seine Gier nach dem Töten rechtfertigt, seine Doppelmoral schönredet. Gleichzeitig hat er keine Ahnung vom wirklichen echten Kontinent Afrika. Das Buch spielt auch mit der vorurteilsbehafteten Sicht der Weißen auf den Kontinent Afrika. Die Geschichte Afrikas vor allem wie der weißen Besatzer mit dem Menschen und der Natur umgegangen ist wird thematisiert. Es wird die Gegensätzlichkeit aufgezeigt: die pure Lust am Jagen um das Ego des weißen Mannes zu befriedigen und die Notwendigkeiten der Naturvölker um zu überleben. Die Geschichte wartet mit einer unerwarteten Wendung auf und einem überraschenden Ende, das ich so nicht erwartet habe. Ein sehr anspruchsvolles Werk, das unglaublich toll zum Nachdenken anregt ohne den erhobenen Zeigefinger. Ich bin beeindruckt.

5

Beeindruckend, furchtbar…oder besser gesagt- furchtbar beeindruckender Roman. Erzählerisch einfach eine Wucht. Ein Thema, mit welchem ich nix am Hut habe: Reicher , weißer Mann jagd in Afrika- und will die Big Five voll machen. Das klappt nicht- Ihm wird nun das Angebot gemacht, doch die Big Six zu jagen…. Tja, dann geht es los- was ist richtig- was ist falsch. Das Buch werde ich wohl nie vergessen.

4.5

Jäger und Beute

Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es ist ungewöhnlich, kompromisslos, brutal und stellenweise wirklich schwer auszuhalten. Gerade diese Unbarmherzigkeit macht es so eindringlich. Es ist ein Roman über moralische Abgründe, der noch lange nachhallt und einen nicht so leicht loslässt.

5

🦁🦏🐾🪘💔 „Denn darin liegt der Unterschied zwischen Gut und Böse: wem der Finger gehört, der den Abzug drückt.“ Kein Wohlfühlbuch! Der Pulsschlag erhöht sich. Gänsehaut. Das ist tatsächlich passiert, als ich diesen brutalen Pageturner las. Der Schreibstil ist bildhaft, scharf gezeichnet und absolut klasse. Alles daran ist ein schön geschriebener Fiebertraum. Wir laufen mit Hunter White (ja der Name) durch den afrikanischen Busch und wundern uns, zermürben uns den Kopf, über die Abgründe der Menschlichkeit. Vor den Kopf gestoßen und sprachlos, lässt dieses Werk mich nach seinem Ende zurück. Wie viel ist ein Menschenleben wert?

🦁🦏🐾🪘💔
„Denn darin liegt der Unterschied zwischen Gut und Böse: wem der Finger gehört, der den Abzug drückt.“

Kein Wohlfühlbuch! 
Der Pulsschlag erhöht sich. Gänsehaut.
Das ist tatsächlich passiert, als ich diesen brutalen Pageturner las. Der Schreibstil ist bildhaft, scharf gezeichnet und absolut klasse. Alles daran ist ein schön geschriebener Fiebertraum.
Wir laufen mit Hunter White (ja der Name) durch den afrikanischen Busch und wundern uns, zermürben uns den Kopf, über die Abgründe der Menschlichkeit. 
Vor den Kopf gestoßen und sprachlos, lässt dieses Werk mich nach seinem Ende zurück.
Wie viel ist ein Menschenleben wert?

Meine erste Rezension OHNE Sterne-Bewertung. WARUM ❔❓ Die Trophäe 🦏 Ein schockierender Blick auf die Abgründe der Trophäenjagd und die Entmenschlichung im Namen des Adrenalins

🦏 Die Trophäe ist ein packender, zutiefst verstörender Roman, der den Leser mitnimmt in eine Welt, in der das Jagdfieber keine moralischen Grenzen mehr kennt. Was als brutaler, aber realitätsnaher Bericht über Großwildjagd in Afrika beginnt, mit detaillierten Einblicken in das Geschäft rund um die „Big Five“, steigert sich zu einem düsteren Thriller über Dekadenz, Macht und Entmenschlichung. Die sogenannte „Big Six“ bringt eine Wendung, die unter die Haut geht: DIE LETZTE TROPHÄE IST EIN MENSCH 🦒Die Erzählung gibt eindrucksvoll und schonungslos Einblicke in das wahre Afrika. Nicht in das romantisierte, sondern in ein zerrissenes Afrika, in dem Wilderei, Korruption, Armut und koloniale Altlasten aufeinandertreffen. Gleichzeitig zeigt das Buch aber auch die Würde und Widerstandskraft vieler Menschen vor Ort. Ihre Klugheit, ihr Stolz, ihr Überlebenswille. Diese Perspektiven machen das Buch so wertvoll. Man bekommt nicht nur die Sicht der Jäger, sondern auch die der Gejagten und derjenigen, die sich weder dem einen noch dem anderen fügen wollen. Die Trophäejagd wird in der westlichen Welt von den meisten auf das übelste verurteilt, auch ich gehöre zu diesen Menschen. Zu sagen, dass die Trophäe meinen Blickwinkel zum Thema Großwildjagd verändert hat wäre zu viel, aber sie hat ihn zumindest verschoben, hat mich kritisch hinterfragen lassen und so einige Fragen aufgeworfen, auf die ich auch nach beenden des Buches keine Antwort habe ... ❓Dürfen wir Menschen, die in einer behütete westlichen Welt leben, in der es alles im Überfluss gibt, einen Staat moralisch verurteilen, der mit einer Jagdlizenz Geld verdient, wenn der Tierbestand hoch und die Finanzspritze dem Nationalpark und der lokalen Bevölkerung zugutekommt? ❓Warum ist die Jagd auf einen Löwen oder einen Elefanten moralisch zu verdammen, wohingegen hier zu Lande Rehen oder Wildschweinen keiner eine Träne nachweint? 🦁Was das Buch allerdings so schwer erträglich und gleichzeitig so notwendig macht, ist die Figur von Hunter White. Nie war ein Name zynischer. Seine völlige Skrupellosigkeit, seine Selbstverherrlichung, sein Blick auf andere Menschen als Objekte oder Beute, all das macht ihn zu einer geradezu widerlichen Figur. Der Ekel, den man ihm gegenüber empfindet, wächst mit jeder Seite. Und doch ist es kein billiger Schockeffekt. Hunter steht exemplarisch für ein Weltbild, in dem Reichtum, Macht und Langeweile zu einer brandgefährlichen Mischung werden. Er ist das Monster, das entsteht, wenn Jagd zur Sucht und der Mensch zur Ware wird. 🦏🦒🦁🪘🌍🐆🪘🌍🐆🦏🦒🦁🪘🌍🐆🌍🦁🦒🦏 Fazit: Die Trophäe ist ein erschütterndes, moralisch herausforderndes Buch. Es erzählt nicht nur von der Jagd, sondern auch von dem moralischen Verfall derjenigen, die glauben, sich alles kaufen zu können – selbst das Recht, zu töten! Ein Roman, der einen mit Zorn, Fassungslosigkeit und Nachdenklichkeit zurücklässt , Das Ende großartig und genau deshalb gelesen werden sollte. Aber genau deshalb kann ich auch keine Sterne vergeben.

Meine erste Rezension OHNE Sterne-Bewertung. 
WARUM ❔❓

Die Trophäe 🦏
Ein schockierender Blick auf die Abgründe der Trophäenjagd und die Entmenschlichung im Namen des Adrenalins
5

Wow, wow, wow!

Ich muss sagen, dass mich das Thema zuerst abgeschreckt hat. Ich dachte bei Großwildjagd in Afrika an ein vor Testosteron triefendes Buch. Es war aber soviel mehr. Und sprachlich war es das beste, das ich seit langem gelesen habe.

5

"Deine westliche Moral ist ein Luxusprodukt, das man sich leisten können muss. Der Rest der Welt muss mit Pragmatismus auskommen. Ich helfe diesen Jungs auf die einzig mögliche Art." Zitat S. 103

Gaea Schroeters legt mit diesem Buch die Absurdität westlicher Moralvorstellungen offen. Dafür nutzt sie die Großwildjagd in Afrika bei der weiße Männer ihre Maskulikität unter Beweis stellen und ihr Leben bei der Jagd von Nashörnern, Löwen, Büffel und Elefanten riskieren. Hunter White will sich bei seiner Jagd seinen großen Traum verwirklichen und ein Nashorn jagen und töten. Damit kann er seine Big Five vervollständigen und seiner Frau eine weitere Trophäe nach Hause bringen. Die Nashornjsgd missglückt und er bekommt stattdessen das Angebot stattdessen die Big Six der Großwildjagd zu erlegen. Wir erleben Hunter in Gewissensbissen und auf moralischen Irrwegen. Wie er versucht zu relativieren, zu erläutern und zu rechtfertigen. Immer mit der Unterstützung seines Freundes van Heeren, der für ihn die Jagdaufenthalte in Afrika organisiert und ihn schließlich von den Big Six überzeugt. Ein sehr lesenswertes Buch mit vielseitigen Ausführungen zur Großwildjagd, die niemals langweilig oder besserwisserisch und nerdig daher kamen. Besonders lesenswert fand ich die Ausführungen zu den Fähigkeiten der Fährtenleser. Anhand welcher Hinweise sie die Spur von Tieren verfolgen und die Jäger auf die richtige Spur bringen. Absolute Leseempfehlung!

4.5

Schockierend, beklemmend, nichts für schwache Nerven

Ich weiß nicht, wie oft ich mich während des Lesens gefragt habe: passiert das eigentlich gerade wirklich? Und damit meine ich nicht nur, dass Gaea Schoeters unbequeme Themen, wie Korruption, Jagdtrophäen, Artenschutz, Ausbeutung von Ländern, Menschen, Tieren, Ethik und Moral anspricht. Sondern ich war so fassungslos und schockiert und zeitgleich dermaßen ernüchtert, über das, was in dem Buch passiert, dass ich nicht umhin kam, zu googeln, wie viel des Inhalts auf dem echten Leben basiert… und auch jetzt zweifle ich noch daran, ob diese beschriebe Fiktion, nicht wirklich irgendwo auf der Welt doch so stattfindet - denn leider kann ich es mir nur allzu gut vorstellen. Der Protagonist ist mir einerseits absolut unsympathisch, andererseits gibt es Fragen und Gedankengänge, die mir nachvollziehbar erschienen. Die Zuspitzung bis zum Ende, ist unglaublich unangenehm, doch zeitgleich so faszinierend und unfassbar, dass ich gar nicht aufhören wollte zu lesen, während ich das Buch zeitgleich am liebsten weggelegt hätte. Das Buch regt zum Nachdenken an und hat in mir vielseitige Emotionen ausgelöst. Die Art, wie über die Ausbeutung der Tiere und Menschen berichtet wird, ist insgesamt recht unemotional, beinahe pragmatisch, was es für mich umso verstörender gemacht hat. Wie viele RezensentInnen vor mir, kann ich das Buch nur empfehlen - allein, weil man danach stundenlang über den Inhalt diskutieren kann. Das Buch wird mir definitiv in Erinnerung bleiben! 4,5/5 ⭐️ - für ein Buch, das wachrüttelt, schockiert und das man nicht selten genauso fortsetzen, wie weglegen will… wow!

4

„Noch nie zuvor hatte er das Gefühl, dem Anfang der Evolution so nahe zu sein, wie jetzt, als wäre er in eine Zeit zurückkatapultiert worden, in der es den Menschen noch nicht gab.“

Gaea Schoeters „Trophäe“ hat mich auf eine Weise gepackt, die ich so nicht erwartet hätte. Was mich am meisten beeindruckt hat, ist der intensive, dichte Schreibstil, der selbst in Momenten scheinbarer Ruhe – etwa bei den inneren Monologen der Hauptfigur – eine kaum auszuhaltende Spannung aufrechterhält. Obwohl ich weder die Werte noch die Lebensweise des Protagonisten teile, wurde ich von seiner Sichtweise regelrecht mitgerissen. Seine Gedankengänge, seine Leidenschaft für die Jagd und seine steife Weltsicht wurden so eindringlich erzählt, dass sie fast schon nachvollziehbar erscheinen – zumindest im Rahmen der Geschichte. Besonders stark fand ich den Kontrast zwischen der erbarmungslosen, gnadenlosen Jagd und den gleichzeitig unglaublich poetischen Natur- und Tierbeschreibungen. Schoeters gelingt es, eine brutale Welt mit einer tiefen, beinahe zärtlichen Bewunderung für die Natur zu verbinden. Diese Ambivalenz ist einer der größten Reize des Buches. Auch wenn das Ende vielleicht nicht überraschend oder besonders moralisch aufrüttelnd ist, war es genau richtig – stimmig, konsequent und damit auf seine Art sehr befriedigend. Die Begeisterung für die Kunst des Jagens hat mich dabei tief berührt. Obwohl ich persönlich diese Leidenschaft nicht teile, konnte ich zum ersten Mal verstehen, woher sie rührt – eine Leistung, die ich der eindringlichen Sprache und dem erzählerischen Geschick der Autorin zuschreibe. „Trophäe“ ist keine leichte Lektüre, aber eine, die bleibt – roh, sprachgewaltig und überraschend berührend.

4

The big six for life

Eine Wucht, wie von einem .577 Jagdgewehr. „Deine westliche Moral ist ein Luxusprodukt, das man sich leisten muss. Der Rest der Welt muss mit Pragmatismus auskommen.“ Das beschreibt den Konflikt in diesem Buch ziemlich gut. Unsere Moral wird ständig auf die Probe gestellt. Ich habe ständig von geschockt zu fasziniert geschwankt. Dieser Roman lässt einen auf jeden Fall nachdenklich und mit Bauchschmerzen zurück. Gaea Schoeters schafft es die Faszination für „das wilde Afrika“, das es in seiner Urform so gar nicht mehr gibt, in dem Leser zu wecken. Die Brutalität die sich mit dem Spirituellen paart ist ein Sinnbild für die Jagd an sich. Dieses Buch ist sehr ambivalent und lädt noch zum langen Nachdenken ein. Es schockiert und fesselt gleichzeitig. Auf jeden Fall eine Geschichte, die man etwas länger verdauen muss.

5

Ein Wahnsinn, wie skrupellos Menschen sein können. Dieser Roman hätte auch nach einer wahren Begebenheit erzählt werden können. Die Jagd nach Trophäen, um sie sich dann an die Wand hängen zu können um sich daran erinnern, dass das Leben endlich ist. Sehr zu empfehlen.

5

Ein wahnsinnig gutes Buch und absolute Leseempfehlung. Es wirft den persönlichen moralischen Kompass über den Haufen und ist so unheimlich dicht und spannend.

5

Ich bin mit einer ordentlichen Portion Skepsis an dieses Buch herangegangen. Jagd ist ein Thema, das mich bisher kaum interessiert hat. Doch Gaea Schröters hat mich überrascht und überzeugt. Schon nach wenigen Seiten war ich mitten in Afrika – der Staub, die Hitze, das leise Knistern der Spannung lagen förmlich in der Luft. Schröters beschreibt die Atmosphäre so eindringlich, dass man das Gefühl hat, selbst unterwegs zu sein, das Fernglas in der Hand. Besonders stark fand ich die psychologische Tiefe des Protagonisten Hunter. Seine inneren Rechtfertigungen, die ständige Suche nach moralischer Entlastung, sind glaubwürdig und erschütternd zugleich. Schröters schafft es, seine Gedanken so darzustellen, dass man als Leser zwischen Verständnis und Abscheu schwankt. Der Moment, als ihm die Big Six vorgeschlagen werden, war für mich ein Wendepunkt – ein Moment, in dem ich kurz das Atmen vergaß. Ab da wurde das Buch zu einem moralischen Kammerspiel über Gier, Macht und die fragile Grenze zwischen Mensch und Tier. Der Schreibstil ist präzise, klar und zugleich bildstark. Es gibt keine überflüssigen Worte, keine Effekthascherei. Alles dient der Geschichte. Fazit: Trophäe ist kein Buch über Jagd – es ist ein Buch über Menschen, ihre Rechtfertigungen und die dunklen Zonen zwischen Ethik und Trieb. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, wird belohnt mit einer eindrucksvollen, spannenden und nachdenklich stimmenden Lektüre.

5

„Moral ist ein Luxus, den man sich leisten können muss.“ – Ein schonungsloses Buch, das diesen Gedanken gnadenlos durchspielt

Keine leichte Kost. Ich war beeindruckt von der Darstellung des afrikanischen Lebensraums und der erbarmungslosen Wildnis, in der pragmatische Entscheidungen oft über Leben und Tod entscheiden. Die Geschichte um Hunter und seine Sicht auf die Welt hat mir vor allem gezeigt, wie weit wir uns in unserem bequemen westlichen Denken von der Wiege der Menschheit entfernt haben – und wie schwer es plötzlich wird, zwischen „richtig“ und „falsch“ zu unterscheiden. Mein moralischer Kompass ist während der Lektüre mehrfach durchgedreht. Ein verstörend schönes Buch, das zum Nachdenken anregt – und bei dem man sich selbst öfter schlecht fühlt, umgeben von all dem Luxus, der einem selbstverständlich erscheint.

„Moral ist ein Luxus, den man sich leisten können muss.“ – Ein schonungsloses Buch, das diesen Gedanken gnadenlos durchspielt
4

es wäre fast ein fünfstern-buch geworden. sternabzug gibts für die doch sehr langen jagdszenen. die vier sterne gibts für eine geschichte, die beklemmend ist und nachhaltig zum nachdenken anregt.

4.5

Dieses Buch geht unter die Haut

Hunter White, reich, amerikanisch, leidenschaftlicher Großwildjäger, hat schon vier der klassischen „Big Five“ erlegt. Sein Freund van Heeren bietet ihm die Chance, ein Nashorn zu schießen – damit Hunter seine Liste voll hat. 🦏 Doch bald kreuzen Wilderer seinen Weg, das Nashorn wird ihm entrissen und das ist erst der Auftakt zu etwas viel Schlimmerem. Van Heeren bringt ihn auf die Idee der „Big Six“ und plötzlich ist das Spiel um Beute, Macht und Moral nicht mehr das, was es anfänglich schien. Schoeters wirft Fragen auf: Wer ist Beute, wer ist Jäger? Was rechtfertigt Tod und warum glauben Menschen, dass sie über Leben verfügen dürfen? 🧐 Dieses Buch geht unter die Haut. Ich bin schockiert, wie Schoeters einen moralischen Spiegel hin­hält und uns zwingt, nicht nur über Großwildjagd nachzudenken, sondern über Schuld, Verantwortung, Machtverhältnisse und darüber, wie wir Menschen uns über das Tier, über die Natur, über andere Menschen erheben. Die Naturbeschreibungen sind so intensiv, dass man die Luft zu riechen glaubt, den Staub, das Röhren weit entfernter Tiere, das Dröhnen der Emotionen. Gleichzeitig ist es brutal: Die Vorstellung, dass menschliche Existenz zur „Trophäe“ werden kann, lässt mich nicht los. 😔 „Trophäe“ ist mehr als ein Jagdroman. Es ist eine Allegorie über die Abgründe menschlicher Haltung – und ein Weckruf. Ich empfehle es allen, die bereit sind, sich unangenehme Fragen zu stellen. 💥 Achtung: Es wird nicht sanft sein!

4

Es gibt Menschen, denen bereitet es großes Vergnügen, die Big Five (Elefanten, Nashörner, Kaffernbüffel, Leoparden und Löwen) und nicht nur die zu jagen und als Trophäe in ihr Wohnzimmer zu hängen. Das ist ekelhaft! Aber das Buch ist gut

4.5

Mitreißend, brutal und unglaublich greifbar geschrieben, als ob man wirklich mit dabei wäre.

Man merkt, dass die Autorin auch Drehbücher schreibt, wenn schon beim Lesen der ersten Sätze die Landschaft auf einmal lebendig vor einem wird und Mensch und Tier, Jäger und Beute nur mit Worten ineinander verschmelzen. Das Thema Jagd hat mich vorher nie auch nur ansatzweise interessiert und trotzdem schafft es dieses Buch, dass man völlig aufgelöst und stetig hin- und hergerissen - fast schon zerrissen - zwischen Faszination und Entsetzen mitfiebert. Interessant wäre am Ende noch ein Epilog gewesen, in welchen Bereichen Fiktion und Realität auseinandergehen, aber vermutlich ist es richtig und gut, dass ich als Leserin mich selbst mit dieser Aufgabe und diesen unbequemen Gedanken auseinandersetzen muss. „Hunter spürt einen kurzen, heftigen Stich der Eifersucht: Wie unbesorgt muss das Leben doch sein, wenn sich das Bewusstsein für die Sterblichkeit erst in dem Moment einstellt in dem sie sich vollzieht?“

4

Es geht um Großwildjagden reicher Leute auf fremden Kontinenten, erschreckende Grausamkeit und hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Es ist kein schönes Buch, regt jedoch zum Denken an.

4.5

Menschliche Dystopie inmitten wilder Natur

Großwildjäger Hunter White macht sich auf, seine bis dato einzigartigste Trophäe zu jagen: einen Menschen. Gaea Schoeters nimmt ihre Leser:innen dabei mit in die Gedankenwelt eines Mannes und einer Gesellschaft, in der mit Geld alles zu beschaffen und zu rechtfertigen ist. Dabei steigert sie die Absurdität der Trophäenjagd auf die nächste Stufe und lässt den Jäger und seinen Jagdvermittler erklären, welch Wohltat sie der indigenen Bevölkerung und Natur doch mit ihrer Jagd erbrächten. Das ist in weiten Teilen moralisch schwer erträglich, aber hervorragend geschrieben und lässt auch immer wieder Raum für die Bewunderung der Natur. Am Ende bleibt die Frage: Wieso empfinde ich es als Leser eigentlich als absurder, einen Menschen nur aus Spaß an der Jagd zu erschießen als ein Nashorn, Löwen, Elefanten etc. aus dem selben Grund…?

4

Sehr unterhaltsam und besonders

Habe ich sehr gerne gehört! Sehr sprachgewaltiger, aber sehr flüssiger Schreibstil. Viele schöne Metaphern verwendet, aber gleichzeitig so packend, dass man mitten in der Geschichte drin ist. Ich wurde sehr gut unterhalten. Als Hörbuch auch nur zu empfehlen, verdammt guter Sprecher!! Eine grandios dargestellte Philosophie über Männlichkeit und Jagd. Thematisiert wird auch Weiße Vorherrschaft und Vertreibung indigener Stämme. Insgesamt 4 Sterne, da mir für 5 Sterne etwas gefehlt hat, ich also nicht vom Hocker gerissen werde. Dennoch ein sehr gutes Buch, das jeder lesen/hören kann.

5

Circle of life

Dieses Buch war eine emotionale Achterbahn. Hunter White will die Big Five erlegen und erwirbt eine Lizenz, um "sein" Nashorn zu töten. Da ihm eine Gruppe Wilderer zuvor kommt, erhält er einen besonderen Vorschlag: die Big Six. Die Beute ist in diesem Fall ein Eingeborener. Als Leser kommt man mit vielen unbequemen Fragen in Berührung. Die Jagd ist zu verurteilen, aber was, wenn es ein Geschäft ist, das aus der Ausbeutung der Dritten Welt durch den Kapitalismus entstanden ist? Hunter ist eine gruselige Versinnbildlichung des übersättigten, reichen Weißen. Er kauft unberührte Landstriche, weil das durch Verknappung herbeigeführt die Währung der Zukunft ist. Er besteht auf urbanes Camping im Busch, um einen künstlichen Mangel bei der Jagd und um damit den ultimativen Kick zu kriegen. Am Schluss holt sich die Natur ihr Recht zurück, indem sie das in den Kreislauf des Lebens einfügt, was dort hineingehört. Ich finde den Roman unbedingt lesenswert, auch wenn mir immernoch etwas übel ist.

4

🅆🄴🅁🄱🅄🄽🄶 📝 Rezension 📚 📖 Rezensionsexemplar / Roman #hanserliteratur #zsolnayverlag #gaeaschoeters #trophäe #Jagd #Afrika #bigfive ❓️Warum wollte ich das Buch lesen? Wie ich beim Lesen manchmal meine Komfortzone verlasse, suche ich hin und wieder auch die Herausforderung. Dieses Cover ist mir auf Instagram häufig begegnet, doch nie habe ich mich näher damit beschäftigt. Erst als mir eine Freundin von einem Buch erzählte, das von einer Jagd in Afrika handelt und dabei moralische wie ethische Fragen aufwirft, wurde ich neugierig. So stieß ich erneut auf das gelbe Cover mit dem ehrwürdigen Nashorn. Ob ich Angst davor hatte? Ja, aber genauso groß war meine Neugier. 🔎 Worum geht’s? Hunter, ein steinreicher Amerikaner und begeisterter Jäger, verfolgt ein letztes großes Ziel, um die "Big Five" zu vollenden, - ein Nashorn. Doch Wilderer durchkreuzen seine Pläne. Wut und Enttäuschung treiben ihn an, und plötzlich stellt sich die Frage, ob er bereit ist für die "Big Six"? 🧠 Meine Meinung: Die Jagd als Thema war für mich die große Herausforderung. Ich kann dem Ganzen wenig abgewinnen und stehe "Jagdtrophäen" eher kritisch gegenüber. Doch kaum hatte ich zu lesen begonnen, zog mich Afrika mit seiner gewaltigen Flora und Fauna in den Bann. Was zunächst wie eindrucksvolle Naturbeschreibungen wirkt, entpuppt sich schnell als tiefgehende Auseinandersetzung mit der umstrittenen Welt der Trophäenjagd. Hunter White, schon sein Name bedient kolonialistische Klischees. Er ist eine provokante Figur voller Widersprüche, genauso wie sein Freund, der Jagdleiter Van Heeren. Sätze wie: „Es ist Gott, der bestimmt, wer der Jäger ist und wer die Beute.“ (S. 152) lösen gleichermaßen Nachdenken wie Beklemmung aus. Das Thema ist brisant und für viele schlicht ein sinnloses Gemetzel. Für Van Heeren und Hunter jedoch dient die Jagd angeblich dem Artenschutz. Doch ist das wirklich so? Obwohl ich meine kritische Haltung beibehalte, hat das Buch etwas in mir ausgelöst und genau das schätze ich sehr an der Autorin. Als sich die Geschichte mit der Idee der „Big Six“ weiterentwickelt, werden die moralischen Kontraste noch deutlicher. Die Fragen nach Ethik und Verantwortung stehen plötzlich im Raum. Ich war vollkommen gefesselt. „Das hier ist Afrika. Das Menschenleben hat hier einen anderen Wert.“ (S. 155) Ein Satz, der verstört, provoziert und nachhallt, sodass ich das Echo immer noch höre. Das Buch stellt unbequeme Fragen und fordert heraus, aber genau das war ja mein Ziel, und genau das macht es auch so lesenswert. Gegen Ende jedoch verlor die Geschichte für mich etwas an Reiz. Vielleicht lag es an der anfänglichen Faszination für das Neue, das Unbekannte, vielleicht am Reiz des Verbotenen, der zu Beginn noch so stark war. Mein Interesse ließ jedenfalls nach und das, obwohl der Showdown ja noch folgte. Dennoch habe ich etwas Wesentliches mitgenommen, - Dankbarkeit. Dafür, wie ich leben darf, und dafür, dass dieses Buch es geschafft hat, meine Überzeugungen zumindest für einen Moment zu erschüttern. ✅️ Fazit: Ein moralisch aufwühlendes Buch über Macht, Jagd und Menschlichkeit. Es fordert heraus, provoziert und hat mich nicht kaltgelassen. Auch wenn es für mich gegen Ende etwas an Reiz verliert, bleibt es ein intensives Leseerlebnis, das zum Nachdenken anregt.

Post image
4.5

Schonungslos…ernüchternd…brutal…wachrüttelnd…unbedingt lesen.

5

Wow 🤩 Pageturner 😎😵‍💫🤯

Die Geschichte dreht sich um einen Jagdausflug der etwas anderen Art: Ein skrupelloser Großwildjäger lädt seine Gäste ein, die “ultimative Trophäe” zu jagen, und bringt dabei moralische und ethische Abgründe ans Licht. Der Autorin gelingt es, die Spannung stetig zu steigern und die dunklen Seiten der menschlichen Natur zu beleuchten – mit packender, fesselnder Erzählweise. Ein echter Pageturner, der zum Nachdenken über Macht, Moral und die Natur des Menschen anregt.

4.5

Ein wirklich starkes Buch was den Leser gewollt mit seiner Moral spielen lässt. Ein Buch das ich so nie vergessen werde. Schade das es nicht den Buchpreis gewonnen hat.

4.5

Dieses Buch macht einen so fassungslos und wütend!

Ich glaube ich habe dieses Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen. Es war so spannend, aber die eine Geschichte hat mich auch sprachlos zurückgelassen. Wenn man dieses Buch lesen möchte, sollte man sich vorher im Klaren sein, dass man den Protagonisten auf jeden Fall nicht sympathisch finden wird. Hunter White besitzt nämlich keinen moralischer Kompass. Er kommt aus Amerika, ist stinkreich und jagt Tiere zum Spaß und damit seine Frau sich die ausgestopften Tiere ins Haus hängen kann als „Trophäe“. Von jeder Jagd bringt er ihr mindesten ein Tier mit. Seine „Big Five“ hat er fast komplett und es fehlt ihm nur noch das Nashorn. Dafür fliegt er nach Afrika. Als dann jedoch Wilderer seinen Plan durchkreuzen und er die einheimischen Jungs bei der Jagd beobachten, kommt er auf eine Idee…

3.5

Der moralische Kompass zittert

Es handelt sich meines Erachtens nach nicht um den größten Spoiler, wenn ich darüber schreibe, dass dem Protagonisten und Jäger Hunter White (welche namentliche Ironie) nach einer missglückten Nashorn-Trophäen-Jagd das Konzept der Big Six erläutert wird - die Jagd auf einen „Bushman“. Eine hoffentlich fiktive Geschichte und wir als Rezipient*innen können nur lesen und stumm folgen. Aber eigentlich wollte ich nicht! Die Story ist plausibel aufgebaut und Hunters Skrupel und Zweifel wird Raum gegeben, um sein Handeln nachvollziehbarer zu machen. Für mich war jedoch nie ausreichend dargelegt, wie jemand im Kopf beinahe instinktiv von einer Nashornjagd auf eine Menschenjagd umswitchen kann. Einfach Nö! Positiv ist zu erwähnen, dass das Buch die Möglichkeit gibt, in einen kleinen Teil afrikanischer Lebensweise und Kultur aus der Nähe einzutauchen. Naturbeschreibungen und die Denkweise dieses auserwählten Volkes sind für mich lohnenswert zu lesen gewesen. Die verletzlichen, philosophischen, teils halluzinierenden Gedanken nach der Jagd haben mich zusätzlich etwas versöhnlicher mit der Geschichte gestimmt. Sprachlich sicher hervorragend erzählt, konnte ich mich leider nie vollends auf die Story einlassen.

4

Sehr verstörende Geschichte über die Jagd und die Beute und die Arroganz und Unmenschlichkeit der weißen Trophähenjäger die über alle moralischen Grenzen hinaus geht auf der Suche nach dem kick. Sehr schockierend Hunter White hier in seinen Gedankengängen zu begleiten.

5

Was ist das bitte für eine Story

Ich bin geflasht. Ein Buch was ich nicht weglegen konnte, aber auch nicht wirklich lesen wollte. Zu grausam, erschreckend, abstrus ist diese Story. Ich hoffe sehr, dass ein Teil der Story "nur" ausgedacht ist. Vieles konnte man googeln und es beruht auf Tatsachen. Die Vorstellung, dass Menschen wirklich so weit gehen könnten, ist einfach nur abscheulich. Die Autorin geht auf eine ganz eigene Art und Weise mit dem Kolonialismus und seinen Grausamkeiten um. Der Schreibstil ist richtig gut. Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen.

4.5

Dieses Buch hat mich getroffen wie eine Ohrfeige… …mit voller Wucht! Ich bin sprachlos, schockiert und fasziniert zugleich.

4

„Das hier ist Afrika. Das Menschenleben hat hier einen anderen Wert.“ Ein Satz, den man so schnell nicht mehr vergisst.

Wow, das war ein wilder Ritt. Ich weiß nicht, ob ich jemals so etwas abstoßendes und zugleich faszinierendes gelesen/gehört habe. Der Roman „Trophäe“ von Gaea Schoeters, fällt schon durch sein beeindruckendes Cover auf. Es ist ein schmales Buch, das es aber in sich hat. Der Roman zwingt den Lesenden dazu, über Ethik und Moral nachzudenken. Ein Roman, der provokant, bildhaft und äußerst detailreich beschreibt, was man kaum auszusprechen wagt. Er schockiert, stößt ab und ist nur schwer zu ertragen. Es ist ein Roman, den man nicht vergisst. Hunter White ist ein reicher Amerikaner, der es gewohnt ist, das zu bekommen, was er will. Und er will die „Big 5“ erjagen, die fünf am schwierigsten zu jagenden Tiere Afrikas. Nur noch das Nashorn fehlt ihm zur Vervollständigung seiner Trophäensammlung. Gemeinsam mit dem Jagdveranstalter van Heeren begibt er sich auf die Jagd. Als Wilderer ihm aber zuvorkommen, fühlt Hunter sich um seine Trophäe betrogen. Bemüht die Wogen zu glätten, schlägt van Heeren vor, die „Big 6“ anzustreben, von denen Hunter bisher noch nichts gehört hat. Als van Heeren ihm den Vorschlag in all seiner Konsequenz erläutert, ist Hunter zunächst schockiert, aber nach und nach erwacht sein Jagdtrieb und er legt sich Argumente zurecht, die für diese Jagd sprechen. Die Gier nach etwas Undenkbarem, die Erhebung einer Rasse über die andere, die Jagd nach Beute und das Streben nach Grenzüberschreitung bestimmen den Roman. Der Vorgang der Jagd wird bis aufs Kleinste beschrieben. Ich wurde durch die detailreiche, flüssige Sprache und kraftvollen Bilder in den Roman hineingesogen und wurde gezwungen, mich mit Themen auseinanderzusetzen, mit denen ich vorher keinerlei Berührung hatte. Es werden unbequeme, moralische Fragen aufgeworfen und Wertevorstellungen über den Haufen geworfen. Die Selbstüberschätzung des männlichen Hauptprotagonisten ist grenzenlos. Am Ende bleibe ich wütend und sprachlos zurück. Das ist ein Buch, das sich ins Gedächtnis einbrennt und einen so schnell nicht mehr loslässt.

4.5

"Ethik, hat Hunter gelernt, hat überall auf der Welt die gleiche Farbe: die des Dollars"

Schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass "Die Trophäe" kein gewöhnliches Buch ist. Die Geschichte ist provokant, regt zum Nachdenken an und hat mich länger beschäftigt, als ich erwartet hätte. Besonders beeindruckt hat mich, dass das Buch Themen aufgreift, mit denen ich mich zuvor noch nie beschäftigt hatte und die mir bis dahin nicht einmal bewusst waren. Die Geschichte konfrontiert einen mit unbequemen Fragen über Moral, Verantwortung und den Umgang des Menschen mit Natur und Macht. Viele Szenen sind intensiv und teilweise verstörend, bleiben aber gerade deshalb lange im Gedächtnis. Noch Tage nach dem Lesen habe ich über die angesprochenen Themen und Aussagen nachgegrübelt. Besonders der Plot hat mich regelrecht schockiert. Die Richtung, in die sich die Geschichte plötzlich gewendet hat, hat mich vollkommen unvorbereitet getroffen. Die provokante Erzählweise macht die Geschichte spannend und tiefgründig zugleich. »Nur dank der sündhaft teuren Jagdlizenzen kann in Ländern wie diesem der Artenschutz gefördert werden, denn nur das, was von wirtschaftlichem Wert ist, ist es wert, geschützt zu werden. Hier, in Afrika, scheren Löwe Cecil und seine Artgenossen die Leute einen feuchten Kehricht. Trügen sie kein Preisschild, würden sie die molligen Kätzchen einfach abknallen: für den Export oder den Kochtopf.« Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen.

4.5

Wow! Mal was ganz anderes!

Lest dieses Buch! Egal, welches Genre ihr bevorzugt, dieses Buch bietet so viel und ist mal ganz was anderes. Ich fands spannend, krass, erschreckend, traurig, ehrlich und lehrreich zugleich! Ein halber Stern Abzug, weil das Ende fast zu intensiv und verwoben war - aber es war nicht unbefriedigend. Ich hätte mir nur vielleicht einen kleinen Hauch mehr Klarheit gewünscht. Aber das ist sicher auch Geschmacksache.

5

Ein sehr eindrucksvolles Buch.

Zum Inhalt sage ich nicht viel dazu steht genug im Klappentext. Ich versuche hier meine bescheidene Meinung zu diesem Buch zu sagen ohne Anspruch darauf alles richtig verstanden zu haben. Wir nehmen am Seelenleben eines der unsympathischsten Protagonisten teil, die ich bisher gelesen habe.😄 Sein passender Name ist Hunter White. Und genau das ist er. Ein reicher, weißer, männlicher, Großwildjäger. Und wie es zu erwarten ist, steht dieser Mann für wenig positive Dinge. Es war jedoch eine Freude der intelligenten Darstellung dieses Mannes durch die Autorin zu folgen. Es geht in diesem Buch unter anderem um Rassismus, Moral, Ethik, die romantisierung von Jagt und Männlichkeit, die Liebe zur Natur und die Entrückung von Dieser durch die moderne Welt. Auch der Umgang mit Leben und Tot sowie dessen Wert ist viel Thema. Die gesamte Handlung spielt in Afrika. Das genaue Land wird glaube ich nicht genannt aber das passt ja zur Betrachtung Afrikas durch den weißen Mann. Wir lernen etwas über Kolonialismus, Korruption, das Leben der Bevölkerung, die unter diesen Dingen leiden und die Allmacht des Geldes. Zudem bekommen wir einen gelungenen Einblick in die Lebensweise, die Kultur und Weltanschauung eines jahrtausende alten Bevölkerungsstammes „Afrikas“ natürlich unter dem Einfluss des rassischen Kolonialismus. Die Beschreibungen des „wilden“ Afrikas, seiner Natur und Tiere ist ebenfalls toll gelungen. Ich habe mich in die Wildnis mitgenommen gefühlt. Die Sprache ist im Ganzen sehr gut. Es ist faszinierend zu beobachten wie sich Hunter White seine Realität und sein Handeln in dieser Welt künstlich zurecht legt und rechtfertigt. Er betrachtet sich als Teil einer Welt mit der er eigentlich nichts zu tun hat. Er sucht nach dem „wahren Leben“ und der „wahren Natur“ des Menschen, wirkt dabei auf mich aber immer wie ein Fremdkörper. Er möchte sich in eine natürliche Narungskette an der Spitze eingliedern und betrachtet sich als Teil dieser. Ein Raubtier, das allerdings ein großkalibriges Gewehr, Hilfe durch Spurensucher und ausreichend sauberes Wasser benötigt.😅 Wie er zu seinen „philosophischen“ Gedanken kommt wird im laufe der Geschichte zum Teil nachvollziehbar als es auch um seine Vergangenheit geht. Auch nimmt er immer wieder Bezug auf Ernest Hemingway. Mich persönlich hat „Trophäen“ stellenweise tatsächlich etwas an „Der alte Mann und das Meer“ erinnert. Es ist aber auch das einzige, das ich von Hemingway kenne. Welche endgültigen Konsequenzen sich aber aus dieser Suche nach Erregung und „lebendig fühlen“ durch die Jagt und das Töten ergeben, sehen wir als es in dem Buch zum in der Beschreibung genannten „ethischen Mindfuck“ kommt. Dann wird das Buch wirklich zu harter Kost. Man wünscht sich beim lesen, dass dies alles eine überzeichnete Darstellung ist aber ich befürchte, dass dies nicht der Fall ist. Ich kann es sehr empfehlen wenn man für harten Themen und den Abgründe des Menschen offen ist. Das Ende empfand ich als sehr passend. Lediglich die im Buch vorkommenden Träume und Halluzinationen haben sich mir in ihrer häufigkeit nicht ganz erschlossen. Kann aber an mir liegen. Dieses Buch spricht vielleicht jeden auf andere Weise an. Mich hat es tief berührt und ich habe es noch lange im Kopf gehabt. Empfehlung von mir! 5 Sterne

4.5

Ein Buch wie eine Naturgewalt...

5

Ein reicher, weißer Geschäftsmann und Jäger steht in Afrika vor der größten Versuchung. Anschaulich, bildgewaltig und fesselnd werden Landschaft, Protagonisten, afrikanische Rifuale, Lebenssinn, Umwelt- und Artenschutz dargestellt. Faszinierend und erschreckend entwickelt sich diese Geschichte. Ich fühlte mich nach Afrika versetzt und die Spannung, wie das Problem gelöst wird, hat mich beim Lesen und parallel hören (super gelesen) nicht losgelassen. Noch heute, eine Zeitlang später geht es mir nicht aus dem Sinn.

3.5

Hat mich teils sehr geschockt

Der stinkreiche und von sich selbst überzeugte Hunter White ist passend zu seinem Namen passionierter Jäger. Immer wieder zieht es ihn nach Afrika um die berühmten Big Five zu jagen und als Trophäe mit heim zubringen. Bei seiner neuesten Jagd ergibt sich jetzt eine ganz neue Chance. Aus den Big Five könnten die Big Six werden. Ich glaube ich tu dem Buch vielleicht ein wenig unrecht mit den vergebenen Sternen, denn es war grossartig geschrieben und auch voller Informationen, die mir so nicht bewusst waren. Vielleicht kann man es sogar brillant nennen. Aber allein der schockierende Moment als Hunter viel zu kurz gezögert hat, seine Jagd auszuweiten und wie krass die Ausbeutung eigentlich wirklich ist, lässt mich das Buch im Ganzen einfach nicht mögen. Und ja mir ist bewusst es ist „nur“ ein Roman. Aber einer der viel zu realistisch mich schockiert hat.

3.5

Das Buch und meine Gefühle dazu werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Anfangs hatte ich Bedenken, da die Darstellung des Tötens von Tieren für mich schwer zu ertragen ist.🫣 Es stellte sich jedoch heraus, dass es sich um mehr als das Töten handelt. Die moralischen Aspekte des Buches ließen mich mehrmals schlucken und hin und wieder wusste ich nicht mehr, was ich denken sollte.🤯 Ich mochte besonders die Beschreibung von Afrika und deren Kultur sowie die Veranschaulichung der Mentalität von den Trophäenjägern. Ich hatte jedoch Mühe, mich in die Geschichte einzufinden. Dazu gab es einige Längen, die dem Buch eine gewisse Langatmigkeit verliehen haben. Und das bei einem Buch mit weniger als 250 Seiten. Trotzdem finde ich es Lesenswert! 🦏 3,5 Sterne ⭐️⭐️⭐️⭐️

4

Herausfordernd und unangenehm

Wer schon einmal etwas über dieses Buch gelesen oder gehört hat weiß, dass es sich hierbei nicht um leichte Kost handelt. Die Grundidee ist faszinierend wie gruselig. Dieses Buch fordert den Leser heraus. Geschrieben in der Perspektive des Großwildjägers Hunter White der auf der Suche nach dem nächsten Kill nach Afrika gereist ist. Die Lizenz liegt bereit und dann geht alles schief. Der vorgeschlagene Alternativplan ist unfassbar gruselig. Ich fand es irgendwie interessant (was stimmt mit mir nicht?) die Perspektive Hunters einzunehmen. Sein kolonialistischer, weißer Blick auf Afrika, die ständige Rechtfertigung seines Verhaltens, einerseits eine Art schiefgedachter White Saviorism andererseits sein Bestehen auf das Recht des Jagens. Das Buch regt zum Nachdenken an, über die Grenzen des Naturschutzes, über die Grenzen des menschlich Vorstellbaren, die Grenzen kapitalistischer Moral (Spoiler: in diesem Buch gibt es keine). Dieses Buch lässt einen auch nach dem Lesen nicht mehr los. Die Autorin tut mir leid die sich für die Recherche zu diesem Buch sicherlich viel zu lange mit dem Thema Großwildjagd oder Jagd im allgemeinen auseinander setzen musste. Die Jagdszenen fühlen sich so echt an, ich hätte sie am liebsten überblättert, aber der Sog der Story ließ mich nicht los und hat mich weiter angetrieben. Bis zum bitteren Ende...

5

Für dieses Buch die richtigen Worte zu finden, fällt mir sehr schwer. Es hat mich so fassungslos gemacht und so viele Gedanken und Gefühle ausgelöst, wie es auf diese Art bisher noch kein Buch geschafft hat.

5

Phänomenale Literatur! Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen und es hat mich noch lange Zeit danach beschäftigt.

Die Trophäe handelt von der unaufhaltsamen Jagd nach den "big five". Der große Traum eines jeden Jägers, welcher Hunter White zunehmend tiefer in die Abgründe und Ursprünge der Bedeutung von Jäger und Beute führt. Packende, poetisch, aufwühlend, blutig, brutal und (abartig )ergreifend !! Aber Achtung❗️❗️ Die Jagd, sowie das Sterben und töten von Tieren wird hier sehr explizit und ungefiltert dargestellt.

5

Aufwühlend, beklemmend, zum Nachdenken anregend. Ein wirklich krasses Buch.

4

Schwierig und unbequem, die Neugierde kitzelnd und auch abstoßend aufgrund der Thematik. Der Schreibstil: in den Bann ziehend, obwohl Ratio und Emotio schreiend versuchen sich zu entziehen. Eine Auseinandersetzung mit der eigenen Ethik und Moral und deshalb sehr wichtig zu lesen , auszuhalten, nachzudenken und zu reflektieren . Ein aufwühlender Roman, der mich fassungslos, aber auch mit einem Gefühl, der ausgleichenden Gerechtigkeit zurücklässt. Selten, so ein Buch gelesen und ehrlich, ich hatte enormen Respekt diesen Roman überhaupt zu beginnen. Aber ich war unheimlich fasziniert, von den Bräuchen und Traditionen, das Leben in Afrika, den Details zu der Fauna und auch der Flora. Sehr lesenswert auf unbequeme Art und Weise!

5

Erschreckende Story über die Jagd und deren Möglichkeiten in Afrika

5

Was für eine Achterbahnfahrt. Nicht ganz einfache Lektüre aber absolut lesenswert. Alle Daumen hoch.

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