The New York Times BEST HISTORICAL FICTION OF THE YEAR The Guardian's BEST FICTION OF THE YEAR Thrillist's BEST BOOKS OF THE YEAR
Daniel Kehlmann, author of The Director, transports the medieval legend of the trickster Tyll Ulenspiegel to the seventeenth century in an enchanting work of magical realism, macabre humor, and rollicking adventure.
Tyll is a scrawny boy growing up in a quiet village until his father, a miller with a forbidden interest in alchemy and magic, is found out by the church. After Tyll flees with the baker’s daughter, he falls in with a traveling performer who teaches him his trade. As a juggler and a jester, Tyll forges his own path through a world devastated by the Thirty Years’ War, evading witch-hunters, escaping a collapsed mine outside a besieged city, and entertaining the exiled King and Queen of Bohemia along the way.
The result is both a riveting story and a moving tribute to the power of art in the face of the senseless brutality of history.
Ein tolles Buch. Kehlmann schreibt großartig: die Zeitsprünge und vor allem der Tod des Königs.. ich hatte das Buch sehr lange auf meinem Sub und habe es immer wieder aufgeschoben zu lesen, ich bin froh, dies nun endlich getan zu haben.
Mar 14, 2025
4.0
Ein tolles Buch. Kehlmann schreibt großartig: die Zeitsprünge und vor allem der Tod des Königs.. ich hatte das Buch sehr lange auf meinem Sub und habe es immer wieder aufgeschoben zu lesen, ich bin froh, dies nun endlich getan zu haben.
In erster Linie ist Kehlmanns Tyll ein historischer Roman, siehe Figuren wie Elisabeth Stuart, Prinzessin von England und Schottland, verheiratet mit dem calvinistischen Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, der sich gegen den katholischen Habsburger Kaiser Ferdinand II. stellt, um eine protestantische Macht im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zu etablieren und dabei ungewollt ganz Mitteleuropa in ein einziges Schlachtfeld verwandelt, das nachträglich als Dreißigjähriger Krieg bezeichnet wurde. Und - wie auch schon aus "Die Vermessung der Welt" bekannt - muss es bei Kehlmann natürlich auch einen Vetreter der gerade erwachenden Wissenschaft geben, die zu der Zeit noch nah an obskurer Mystik und tiefstem Aberglauben zu verorten war, in persona den Jesuit und Universalgelehrten Athanasius Kircher, zwar ein erfolgreicher Forscher seiner Zeit, der sich aber eher als Wissenschaftsbeauftragter des Papstes sah, und u.a. Keplers Ideen als Ketzerei bekämpfte. Wirklich amüsant um nicht zu sagen köstlich sind die Passagen, in denen die eingebildeten "Gelehrten" von Ihren Theorien der Drakontologie berichten (man mag es kaum glauben: damals tatsächlich ein anerkannter Wissenschaftszweig). Ein absolutes Highlight in dem durchgängig sehr unterhaltsamen Roman. Gegen diese historische Gestalten stellt Kehlmann eine fiktive Figur in Anlehnung an die Legende von Till Eulenspiegel. Kehlmanns Tyll Ulenspiegel ist der unangepasste, schadenfrohe, böse Regelbrecher, der immer wieder an verschiedenen Schauplätzen des Dreißigjährigen Krieges auftaucht und seinen Schabernack treibt, immer auf Kosten anderer. In dem Roman werden die Brutalität und die Grausamkeit von Krieg, die politischen Wirren, Inquisition, Hexenprozesse, Folter, Mord, Hunger, Pestepidemie und das massenhafte Leiden und Sterben der einfachen Leute in den Dörfern plastisch vor Augen geführt. Die Gegenwart lässt grüßen, siehe failed states wie Syrien, Afghanistan, Ostafrika. Überhaupt lassen sich aus dem Roman viele Parallelen zu unserer heutigen, zunehmend wieder in Unordnung gerateten Welt ziehen: Wissenschaftsleugnung und Bekämpfung der Universitäten durch die Trump-Regierung, Verbreitung von Esoterik und Pseodowissenschaften, Territorialkriege verschiedener Regionalmächte in der ganzen Welt mit unzähligen Opfern. Kehlmann war noch nie so nah an der Gegenwart wie mit diesem faszinierenden historischen Roman.
Jul 6, 2025
5.0
In erster Linie ist Kehlmanns Tyll ein historischer Roman, siehe Figuren wie Elisabeth Stuart, Prinzessin von England und Schottland, verheiratet mit dem calvinistischen Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, der sich gegen den katholischen Habsburger Kaiser Ferdinand II. stellt, um eine protestantische Macht im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zu etablieren und dabei ungewollt ganz Mitteleuropa in ein einziges Schlachtfeld verwandelt, das nachträglich als Dreißigjähriger Krieg bezeichnet wurde. Und - wie auch schon aus "Die Vermessung der Welt" bekannt - muss es bei Kehlmann natürlich auch einen Vetreter der gerade erwachenden Wissenschaft geben, die zu der Zeit noch nah an obskurer Mystik und tiefstem Aberglauben zu verorten war, in persona den Jesuit und Universalgelehrten Athanasius Kircher, zwar ein erfolgreicher Forscher seiner Zeit, der sich aber eher als Wissenschaftsbeauftragter des Papstes sah, und u.a. Keplers Ideen als Ketzerei bekämpfte. Wirklich amüsant um nicht zu sagen köstlich sind die Passagen, in denen die eingebildeten "Gelehrten" von Ihren Theorien der Drakontologie berichten (man mag es kaum glauben: damals tatsächlich ein anerkannter Wissenschaftszweig). Ein absolutes Highlight in dem durchgängig sehr unterhaltsamen Roman. Gegen diese historische Gestalten stellt Kehlmann eine fiktive Figur in Anlehnung an die Legende von Till Eulenspiegel. Kehlmanns Tyll Ulenspiegel ist der unangepasste, schadenfrohe, böse Regelbrecher, der immer wieder an verschiedenen Schauplätzen des Dreißigjährigen Krieges auftaucht und seinen Schabernack treibt, immer auf Kosten anderer. In dem Roman werden die Brutalität und die Grausamkeit von Krieg, die politischen Wirren, Inquisition, Hexenprozesse, Folter, Mord, Hunger, Pestepidemie und das massenhafte Leiden und Sterben der einfachen Leute in den Dörfern plastisch vor Augen geführt. Die Gegenwart lässt grüßen, siehe failed states wie Syrien, Afghanistan, Ostafrika. Überhaupt lassen sich aus dem Roman viele Parallelen zu unserer heutigen, zunehmend wieder in Unordnung gerateten Welt ziehen: Wissenschaftsleugnung und Bekämpfung der Universitäten durch die Trump-Regierung, Verbreitung von Esoterik und Pseodowissenschaften, Territorialkriege verschiedener Regionalmächte in der ganzen Welt mit unzähligen Opfern. Kehlmann war noch nie so nah an der Gegenwart wie mit diesem faszinierenden historischen Roman.