'A masterly achievement, a work of imaginative grandeur and complete artistic control' Ian McEwan 'Brilliant and unputdownable' Salman Rushdie He's a trickster, a player, a jester. His handshake's like a pact with the devil, his smile like a crack in the clouds; he's watching you now and he's gone when you turn. Tyll Ulenspiegel is here! In a village like every other village in Germany, a scrawny boy balances on a rope between two trees. He's practising. He practises by the mill, by the blacksmiths; he practises in the forest at night, where the Cold Woman whispers and goblins roam. When he comes out, he will never be the same. Tyll will escape the ordinary villages. In the mines he will defy death. On the battlefield he will run faster than cannonballs. In the courts he will trick the heads of state. As a travelling entertainer, his journey will take him across the land and into the heart of a never-ending war. A prince's doomed acceptance of the Bohemian throne has European armies lurching brutally for dominion and now the Winter King casts a sunless pall. Between the quests of fat counts, witch-hunters and scheming queens, Tyll dances his mocking fugue; exposing the folly of kings and the wisdom of fools. With macabre humour and moving humanity, Daniel Kehlmann lifts this legend from medieval German folklore and enters him on the stage of the Thirty Years' War. When citizens become the playthings of politics and puppetry, Tyll, in his demonic grace and his thirst for freedom, is the very spirit of rebellion - a cork in water, a laugh in the dark, a hero for all time.
Ein tolles Buch. Kehlmann schreibt großartig: die Zeitsprünge und vor allem der Tod des Königs.. ich hatte das Buch sehr lange auf meinem Sub und habe es immer wieder aufgeschoben zu lesen, ich bin froh, dies nun endlich getan zu haben.
Mar 14, 2025
4.0
Ein tolles Buch. Kehlmann schreibt großartig: die Zeitsprünge und vor allem der Tod des Königs.. ich hatte das Buch sehr lange auf meinem Sub und habe es immer wieder aufgeschoben zu lesen, ich bin froh, dies nun endlich getan zu haben.
In erster Linie ist Kehlmanns Tyll ein historischer Roman, siehe Figuren wie Elisabeth Stuart, Prinzessin von England und Schottland, verheiratet mit dem calvinistischen Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, der sich gegen den katholischen Habsburger Kaiser Ferdinand II. stellt, um eine protestantische Macht im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zu etablieren und dabei ungewollt ganz Mitteleuropa in ein einziges Schlachtfeld verwandelt, das nachträglich als Dreißigjähriger Krieg bezeichnet wurde. Und - wie auch schon aus "Die Vermessung der Welt" bekannt - muss es bei Kehlmann natürlich auch einen Vetreter der gerade erwachenden Wissenschaft geben, die zu der Zeit noch nah an obskurer Mystik und tiefstem Aberglauben zu verorten war, in persona den Jesuit und Universalgelehrten Athanasius Kircher, zwar ein erfolgreicher Forscher seiner Zeit, der sich aber eher als Wissenschaftsbeauftragter des Papstes sah, und u.a. Keplers Ideen als Ketzerei bekämpfte. Wirklich amüsant um nicht zu sagen köstlich sind die Passagen, in denen die eingebildeten "Gelehrten" von Ihren Theorien der Drakontologie berichten (man mag es kaum glauben: damals tatsächlich ein anerkannter Wissenschaftszweig). Ein absolutes Highlight in dem durchgängig sehr unterhaltsamen Roman. Gegen diese historische Gestalten stellt Kehlmann eine fiktive Figur in Anlehnung an die Legende von Till Eulenspiegel. Kehlmanns Tyll Ulenspiegel ist der unangepasste, schadenfrohe, böse Regelbrecher, der immer wieder an verschiedenen Schauplätzen des Dreißigjährigen Krieges auftaucht und seinen Schabernack treibt, immer auf Kosten anderer. In dem Roman werden die Brutalität und die Grausamkeit von Krieg, die politischen Wirren, Inquisition, Hexenprozesse, Folter, Mord, Hunger, Pestepidemie und das massenhafte Leiden und Sterben der einfachen Leute in den Dörfern plastisch vor Augen geführt. Die Gegenwart lässt grüßen, siehe failed states wie Syrien, Afghanistan, Ostafrika. Überhaupt lassen sich aus dem Roman viele Parallelen zu unserer heutigen, zunehmend wieder in Unordnung gerateten Welt ziehen: Wissenschaftsleugnung und Bekämpfung der Universitäten durch die Trump-Regierung, Verbreitung von Esoterik und Pseodowissenschaften, Territorialkriege verschiedener Regionalmächte in der ganzen Welt mit unzähligen Opfern. Kehlmann war noch nie so nah an der Gegenwart wie mit diesem faszinierenden historischen Roman.
Jul 6, 2025
5.0
In erster Linie ist Kehlmanns Tyll ein historischer Roman, siehe Figuren wie Elisabeth Stuart, Prinzessin von England und Schottland, verheiratet mit dem calvinistischen Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, der sich gegen den katholischen Habsburger Kaiser Ferdinand II. stellt, um eine protestantische Macht im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zu etablieren und dabei ungewollt ganz Mitteleuropa in ein einziges Schlachtfeld verwandelt, das nachträglich als Dreißigjähriger Krieg bezeichnet wurde. Und - wie auch schon aus "Die Vermessung der Welt" bekannt - muss es bei Kehlmann natürlich auch einen Vetreter der gerade erwachenden Wissenschaft geben, die zu der Zeit noch nah an obskurer Mystik und tiefstem Aberglauben zu verorten war, in persona den Jesuit und Universalgelehrten Athanasius Kircher, zwar ein erfolgreicher Forscher seiner Zeit, der sich aber eher als Wissenschaftsbeauftragter des Papstes sah, und u.a. Keplers Ideen als Ketzerei bekämpfte. Wirklich amüsant um nicht zu sagen köstlich sind die Passagen, in denen die eingebildeten "Gelehrten" von Ihren Theorien der Drakontologie berichten (man mag es kaum glauben: damals tatsächlich ein anerkannter Wissenschaftszweig). Ein absolutes Highlight in dem durchgängig sehr unterhaltsamen Roman. Gegen diese historische Gestalten stellt Kehlmann eine fiktive Figur in Anlehnung an die Legende von Till Eulenspiegel. Kehlmanns Tyll Ulenspiegel ist der unangepasste, schadenfrohe, böse Regelbrecher, der immer wieder an verschiedenen Schauplätzen des Dreißigjährigen Krieges auftaucht und seinen Schabernack treibt, immer auf Kosten anderer. In dem Roman werden die Brutalität und die Grausamkeit von Krieg, die politischen Wirren, Inquisition, Hexenprozesse, Folter, Mord, Hunger, Pestepidemie und das massenhafte Leiden und Sterben der einfachen Leute in den Dörfern plastisch vor Augen geführt. Die Gegenwart lässt grüßen, siehe failed states wie Syrien, Afghanistan, Ostafrika. Überhaupt lassen sich aus dem Roman viele Parallelen zu unserer heutigen, zunehmend wieder in Unordnung gerateten Welt ziehen: Wissenschaftsleugnung und Bekämpfung der Universitäten durch die Trump-Regierung, Verbreitung von Esoterik und Pseodowissenschaften, Territorialkriege verschiedener Regionalmächte in der ganzen Welt mit unzähligen Opfern. Kehlmann war noch nie so nah an der Gegenwart wie mit diesem faszinierenden historischen Roman.