Ruhm
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Description
Ein Schriftsteller mit der unheilvollen Neigung, Menschen, die ihm nahestehen, zu Literatur zu machen, ein verwirrter Internetblogger, ein Abteilungsleiter mit Doppelleben, ein berühmter Schauspieler, der lieber unbekannt wäre, eine alte Dame auf der Reise in den Tod: Ihre Wege kreuzen sich in einem Geflecht von Episoden zwischen Wirklichkeit und Schein. Ein Spiegelkabinett voll unvorhersehbarer Wendungen – komisch, tiefgründig und elegant erzählt vom Autor der «Vermessung der Welt».
«Daniel Kehlmann hat mit seinem neuen Roman Weltliteratur geschaffen.»
(Die Weltwoche)
Book Information
Author Description
Daniel Kehlmann, 1975 in München geboren, wurde für sein Werk unter anderem mit dem Candide-Preis, dem Per-Olov-Enquist-Preis, dem Kleist-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Sein Roman Die Vermessung der Welt ist eines der erfolgreichsten deutschen Bücher des 21. Jahrhunderts, auch der Roman Tyll stand monatelang auf den Bestsellerlisten und gelangte auf die Shortlist des International Booker Prize. Lichtspiel machte international Furore, v. a. in den USA. Daniel Kehlmann lebt in Berlin und New York.
Posts
Ein kunstvolles Spiel mit Realität und Fiktion
„Geschichten in Geschichten in Geschichten. Man weiß nie, wo eine endet und eine andere beginnt! In Wahrheit fließen alle ineinander. Nur in Büchern sind sie säuberlich getrennt.“ (S. 201) Auf den ersten Blick handelt es sich bei diesem Roman um eine Sammlung von neun Erzählungen. Man beginnt mit der ersten, liest die zweite, die dritte - und langsam zeigen sich Verbindungen - durch wiederkehrende Personen, Ereignisse, zitierte Buchtitel und Motive - die nach und nach zu einem vielschichtigen Ganzen führen. Dabei ist nie ganz klar, an welcher Stelle die Wirklichkeit des Romans zu finden ist - und welche Geschichte „nur“ eine Geschichte in der Geschichte ist. Die Protagonist*innen sind Prominente (ein Schriftsteller und eine Schriftstellerin, ein Schauspieler, ein Guru) oder ganz normale Bürger (eine Rentnerin, zwei Angestellte, eine Ärztin). Sie eint, dass sie in gewisser Weise einen Ausweg aus ihrer (Roman-)Realität suchen. Die einen sehnen sich nach Freiheit - weniger Routine, weniger Fremdbestimmung - die anderen hoffen, ein wenig vom Ruhm kosten zu dürfen. Besonders gefallen hat mir die großartige Parodie auf Einträge in Online-Foren, die Kehlmann mit der Geschichte „Ein Beitrag zur Debatte“ (S. 133-158) vorlegt. Hier geht es um den Mitarbeiter einer Telekommunikationsfirma, der sein wirklich skurriles Promi-Erlebnis schildert. Allein sprachlich ist diese Geschichte so unglaublich komisch, dass ich nicht nur einmal herzhaft lachen musste. Es liest sich für mich wie Jugendsprache (meiner Generation?) im Mixer. Ein Beispiel: „Und ich fragte mich, ob ichs nur träumte. Hatte so was ja schon geträumt, habt ihr auch, hat jeder. Aber das hier war echt, eins zu eins, Life Reality, volles Programm, ganze Abteilung. Ein paar Sätze schaffte ich noch, bis dann Flash der Gedanke: «Was, wenn jetzt gar nichts mehr?» …“ (S. 151) Ich habe „Ruhm“ - dieses Spiel mit Realität und Illusion, mit Identitäten und Blickwinkeln sowie (vermeintlichen) Lebensweisheiten - sehr genossen. Ich war beglückt, traurig, nachdenklich, verwirrt - und musste blättern, weil man ja nicht immer ahnt, welches Detail ein möglicher Anknüpfungspunkt sein könnte. Und bei so mancher Geschichte habe ich mich gefragt, wann der Wecker - oder das Mobiltelefon - wieder klingelt und die Rückkehr in die Gegenwart ankündigt.
Die Idee ist von „Reigen“ und von Schnitzler ja schon bekannt, aber die 4. Wand immer wieder so elegant zu brechen, ist neu.
Das ist ein sehr kluges, sehr unterhaltsames Buch und mit seinen 200 Seiten ein sehr leichtes, angenehmes Werk. Kann mir gut vorstellen, dass ich das Buch irgendwann nochmal lese, es fühlt sich an wie ein Musterstück von Kehlmann, wo er zeigen wollte, was er alles kann und muss sagen: viel, sehr viel- kann er.

Das hier war mein erstes Kehlmann-Buch und ich muss sagen - ich kann den Hype um seine Person verstehen. In Ruhm gibt es neun Geschichten zu lesen, die sich alle mittel- bzw, unmittelbar mit dem Theam "Ruhm" und "Berühmtheit" beschäftigen. Die Geschichten sind dabei lose miteinander verknüpft, Haupt- und Nebencharaktere finden sich immer wieder. Fand ich sehr schlau gelöst. Dadurch das sich bei den Geschichten nicht nur der Hauptcharakter ändert, sondern auch die Erzählebene (beispiesweise begleiten wir in einer Geschichte einen Schriftsteller, in der nächsten Geschichte finden wir uns in einer der Geschichten ebenjenen Schriftstellers wieder), ist es beizeiten etwas verwirrend, weil man hin und wieder nicht mehr ganz hinersteigt in welcher Ebene man sich momentan befindet. Das ist zwar wie gesagt verwirrend, macht aber irgendwo auch den Reiz des Buches aus. Manchmal muss man sich auch mal in einem Buch verlieren können. Kehlmann hat zudem einen sehr elaborierten Stil (hervorhebend muss man hier sagen - 9 verschiedene Geschichten und der Stil variiert und passt sich der jeweiligen Story an, sowas cooles hab ich selten gelesen!), sodass es Spaß macht seinen Worten zu folgen, es liest sich recht flüssig und die Kapitel lassen sich perfekt in einer Sbahn-Fahrt lesen. Das perfekte Buch für den Weg in die Uni. Hat mir Spaß gemacht das Buch. Empfehlung!
Toller Schreibstil, welcher einen packt und nicht mehr loslässt 🙌🏻
... dennoch muss ich sagen, dass mir besonders das letzte Kapitel nicht so gefallen hat. Da wäre eine andere Geschichte passender gewesen, finde ich. Allgemein hätte ich mir bei der ein oder anderen Geschichte kein so offenes Ende gewünscht. Als feine Abendlektüre oder während einer Zugfahrt von A nach B (hihi kleiner Buchinsider) sehr empfehlenswert! :)

Das hier war mein erstes Kehlmann-Buch und ich muss sagen - ich kann den Hype um seine Person verstehen. In Ruhm gibt es neun Geschichten zu lesen, die sich alle mittel- bzw, unmittelbar mit dem Theam "Ruhm" und "Berühmtheit" beschäftigen. Die Geschichten sind dabei lose miteinander verknüpft, Haupt- und Nebencharaktere finden sich immer wieder. Fand ich sehr schlau gelöst. Dadurch das sich bei den Geschichten nicht nur der Hauptcharakter ändert, sondern auch die Erzählebene (beispiesweise begleiten wir in einer Geschichte einen Schriftsteller, in der nächsten Geschichte finden wir uns in einer der Geschichten ebenjenen Schriftstellers wieder), ist es beizeiten etwas verwirrend, weil man hin und wieder nicht mehr ganz hinersteigt in welcher Ebene man sich momentan befindet. Das ist zwar wie gesagt verwirrend, macht aber irgendwo auch den Reiz des Buches aus. Manchmal muss man sich auch mal in einem Buch verlieren können. Kehlmann hat zudem einen sehr elaborierten Stil (hervorhebend muss man hier sagen - 9 verschiedene Geschichten und der Stil variiert und passt sich der jeweiligen Story an, sowas cooles hab ich selten gelesen!), sodass es Spaß macht seinen Worten zu folgen, es liest sich recht flüssig und die Kapitel lassen sich perfekt in einer Sbahn-Fahrt lesen. Das perfekte Buch für den Weg in die Uni. Hat mir Spaß gemacht das Buch. Empfehlung!
Ein Roman in neun Geschichten. Ich habe bisher noch nicht erlebt, wie ein Autor neun verschiedene Seiten von sich zeigen kann. Daniel Kehlmann schreibt unterhaltsam, temporeich, humorvoll, schwunghaft, heiter und leicht zugänglich. Andererseits kam es mir teilweise sogar unheimlich und schauderhaft vor, wie er die einzelnen Kurzgeschichten miteinander verwebt, ohne, dass der Leser erahnen kann, was als nächstes passiert - was am Ende aus den Protagonisten wird. Ich hatte noch nie einen so verrückten Traum, wie in der Nacht nach dem Lesen dieses Buches. Dabei wirkt das Buch und auch die ersten Erzählungen eher unscheinbar und leicht, jedoch sind sie in ihrer Tiefe gesehen so viel eindrucksvoller, so intelligent verknüpft und besonders. Zum Inhalt will ich gar nicht viel sagen, denn am Ende bleibt dem Leser sowieso nur ein großes Fragezeichen im Kopf übrig, welches aber sowas von zum Weiterdenken anregt. Dieses Buch lässt mich auch heute noch nicht los - eine großartige Leistung! Ein Kritikpunkt ist für mich allerdings, dass ich vom großen deutsch-österreichischen Autor noch etwas mehr erwartet habe und ich glaube, dass sein Meisterwerk noch in eines seiner anderen Werke schlummert und von mir gelesen werden will! Ein kurzer, aber aussagekräftiger und intensiver Roman und deswegen auch definitiv empfehlenswert.
Ein faszinierendes Werk aus neun Kurzgeschichten, die alle auf die ein oder andere Weise miteinander verknüpft sind. Was auf den ersten Blick nach bloßer Belletristik aussieht hat einen enormen Tiefgang und verändert die Art, wie wir auf die Literatur blicken, in einem neuen Maße. Mich hat das Buch sehr bewegt.
Eher eine Ansammlung von Kurzgeschichten als der versprochene Roman. Trotzdem wurden ganz witzige Verbindungen zwischen den Geschichten geschlagen und viel mit den Erzählern und Perspektiven gespielt. Das Buch macht auch ein paar schwierige Themen gut zugänglich. Hat mir gefallen dieses Buch zu lesen.
Ich habe das Buch in der Schule gelesen. Leider konnte es mich nicht ganz überzeugen, da ich die Kurzgeschichten teilweise echt langweilig fand und diese nur zum Ende hin etwas spannend wurden. Es waren auch ein paar Geschichten dabei, die mir echt gut gefallen haben, die meisten waren allerdings eher mittelmäßig. Die Verbindungen der Geschichten fand ich wiederum richtig gut durchdacht. Der Schreibstil war leider nicht meins.
Eine Mischung aus Realität und Fiktion – leicht zu lesen, aber überraschend tief. + Super Schreibstil
Manche Geschichten sind eher ironisch, andere machen nachdenklich. Stück für Stück baut sich ein neues Gesamtbild auf und am Ende ergibt sich ein neuer Sinn. Super Schreibstil – leicht, klug und fesselnd.
Das braucht etwas
Zeit zum Denken. Und ich glaube das ist etwas was Literatur für Kritiker zur Literatur macht. Einige Teile des Buches sind flüssig und gut lesbar. Andere waren etwas schwerer verdaulich. Man tauch auf in der Geschichte und verschwindet wieder. Wünsche können sich erfüllen, insbesondere in Geschichten. Aber wollen wir das? Ohne ein Gespräch über das Buch hätte ich es wohl gelesen. Danke dafür.
Das beste Buch, das ich 2025 gelesen habe.
Das war das dritte Buch, das ich von Kehlmann gelesen habe. Tyll und Die Vermessung der Welt waren schwierig zu toppen, aber meiner Meinung gelang es ihm mit Ruhm. Die Struktur war wirklich cool, mit den verschiedenen Erzählungen, die sich zu einer Geschichte verschlangen. Coole Motive, wie etwa die Kommunikation / Telekommunikation. Kann ich nur empfehlen.
Zu Beginn kann ich sagen, dass das Buch total besonders war irgendwie, es war anders als alles, was ich zuvor gelesen hatte. Da der Untertitel "ein Roman in neun Geschichten" ist, habe ich mir schon gedacht, dass die Handlungen irgendwie ineinanderfließen, allerdings hatte ich keine Vorstellung in welcher Weise das geschehen wird. Ich mochte den meist trockenen, deskreptiven Stil und auch, dass er in jeder Geschichte etwas an den Charakter angepasst wurde. Die Thematiken und Leitmotive waren sehr interessant. Zwar fiel es mir auch oft schwer das ganze Thema Realität/Fiktion zu durchdringen und zu erfassen, aber gerade das hat die Geschichte auch irgendwie spannend gemacht und mich zum Nachdenken angeregt.
Es fing wahnsinnig gut an. Ich mochte (und mag noch immer) den Schreibstil sehr gerne. Leider hielt das "hohe Niveau" nicht so lange an. Es ist ein gutes Buch. Die Idee ist klasse, aber mir fehlte da einfach "das große Ganze". Alle Geschichtenepisoden sind miteinander verknüpft, aber es gibt keine "übergeordnete Handlung", die beginnt und zu etwas hinführt und das hat mir einfach gefehlt. Bei dem Kapitel, dass der Internetblogger verfasst hat, rollten sich mir die Zehennägel genüsslich bis zum Haaransatz auf. Ganz grauenhaft (was hier paradoxerweise sehr positiv gemeint ist... die Figur ist absolut authentisch). Irgendwann gründe ich einen "Gegen Denglish"- Verein oder sowas. *g*
Begeistert
Ein Roman aus einzelnen Erzählungen. Wir waren eine große Lesegruppe und haben es ausprobiert, nämlich die Behauptung, das man diesen Roman mit einer der Erzählungen anfangen kann, egal welche und das Ergebnis ist, ja man kann das tun und versteht trotzdem den Roman, sofern man alle Erzählungen liest... Ich habe allerdings von Anfang bis Ende gelesen und möchte irgendwann nochmals ein reread machen. Die Erzählung Reise in die Mongolei (?) hat mich sehr nachhaltig erschüttert.
9 ineinander verwobene Geschichten die teils interessanter, teilweise aber auch weniger interessant wirken. Man sollte offene Enden mögen.
Die Geschichten sind teilweise interessant aufgebaut und miteinander verknüpft. An der einen oder anderen Stelle ist es aber nicht von Relevanz, ob diese Geschichten ineinander greifen oder nicht. Es ist relativ kurzweilig zu lesen, für mich aber definitiv kein Muss. Ich würde dieses Buch, trotz netter Schreibweise, kein zweites Mal in die Hand nehmen.
Eigentlich lese ich sowas nicht so gern. Würde ich mir selbst nie aussuchen. Für einen Kurzgeschichten-"roman" hat es mir dennoch ganz gut gefallen. Ich mag den Schreibstil, der sich mit den Figuren verändert, so wie es aucj sein sollte. Eine schöne Sprache. Aber ich brauch nunmal eine Story hinter dem ganzen. Aber das gehört hier nicht zum Konzept.
Erzählungen und gleichzeitig Roman
Etwas ganz besonderes bietet uns Daniel Kehlmann hier an. Einen Roman den man mit jeder Erzählung anfangen kann. Ich habe das in einer Lesegruppe gelesen Allerdings habe ich das Buch vom 1. Kapitel bis zum Schluss gelesen. Die Reise in die Mongolei hat mich sehr erschüttert.
„Wir sind immer in Geschichten. Geschichten in Geschichten in Geschichten. Man weiß nie, wo eine endet und eine andere beginnt. In Wahrheit fließen alle ineinander. Nur in Büchern sind sie säuberlich getrennt.“ Zum Cover: Nicht unbedingt auffällig und wundervoll gestaltet, kommt „Ruhm“ daher, dafür spricht der Zeppelin, die Bergkette im Hintergrund und der See oder Fluss für das Fernweh beziehungsweise das Heimweh mancher Figuren aus diesem Buch und das macht dieses Cover schon wieder passend. Generell mag ich es auch mal ganz gerne schlicht. Obwohl der Schatten und die verschwommenen Bildteile im oberen Bereich des Bildes das Cover so schon wieder interessant machen. Zum Inhalt: „Was ist Ruhm, was Fortschritt?“ – Ein Schriftsteller mit der unheilvollen Neigung, Menschen, die ihm nahestehen, zu Literatur zu machen, ein verwirrter Internetblogger, ein Abteilungsleiter mit Doppelleben, ein berühmter Schauspieler, der lieber unbekannt wäre, eine alte Dame auf der Reise in den Tod: All ihre Wege kreuzen sich in einem Geflecht von Episoden zwischen Wirklichkeit und Schein. Ein Spiegelkabinett voll unvorhersehbarer Wendungen wird damit geschaffen und dennoch sind alle diese Geschichten auf ihre Art und Weise miteinander verbunden. So heißen die neun Kurzgeschichten, näheres zum Inhalt sage ich hierbei aber nicht, nur so viel, dass alle sich im Medienbereich ansiedeln: „Stimmen“ „In Gefahr“ „Rosalie geht sterben“ „Der Ausweg“ „Osten“ „Antwort an die Äbtissin“ „Ein Beitrag zur Debatte“ „Wie ich log und starb“ „In Gefahr“ Meine Meinung: Wieder eine Schullektüre mehr und wieder ziemlich restlos begeistert – diesmal allerdings wirklich. Daniel Kehlmann hat einen außerordentlich intelligenten wie charmanten als auch teils bitteren oder nachdenklichen Schreibstil, mit dem man sich erst mal befassen sollte, wenn man a) vor allem in der Stimmung ist und b) sich eine eher schwerere Kost auch zutraut. Obwohl „Ruhm“ an sich nun mit seinen 202 Seiten nicht recht als schwer bezeichnet werden kann, da man jedoch über die einzelnen Geschichten schon nachdenken und grübeln sollte und möglicherweise auch ein paar Kreuzungen der Geschichten untereinander erkennen könnte, braucht man für seine Bücher wohl eines ganz sicher: Zeit. Und das gerade deswegen, weil auch Ruhm mich selbst teilweise an der Realität und Wirklichkeit zweifeln lassen hat, denn was wäre, wenn wir alle wirklich nur das Produkt von Geschichten sind, was wir ja irgendwie auch sind, das ist schon ein genialer Gedanke, wenn man beim Nachgehen von diesem auch leicht verwirrt werden könnte. Nichtsdestotrotz sind mir Daniel Kehlmanns Geschichten in „Ruhm“ gerade durch ihre Unvollkommenheit im Gedächtnis geblieben, und auch der Hang zu den Medien war für mich wahnsinnig gut und eben auch erschreckend dargestellt. Der bittere Beigeschmack dabei bleibt natürlich nicht aus, doch dieser gehört in der Tat dazu und gerade dieser macht die Geschichten dann auch so unglaublich nachvollziehbar, wie ich finde. Auch die Idee der Verknüpfungen in allen neun Geschichten untereinander mochte ich tatsächlich sehr gerne. Ich mag es ja, wenn man dann noch etwas mit raten kann, ob sich einzelne Figuren aus anderen Geschichten über den Weg laufen. Fazit: Somit vergebe ich an Daniel Kehlmanns Kurzgeschichtenband „Ruhm“ eine Sternenanzahl von 5, denn die Idee hat mir besonders als Schullektüre echt gut gefallen und mir die Augen für den Autor wieder geöffnet. Jetzt werde ich mich, denke ich, auch nochmal an „die Vermessung der Welt“ machen. In den Film hatte ich ja schon einmal hineingeschaut, ihn aber nie zu Ende gesehen, weil er nur ausgeliehen war. Mal gucken, wann ich mehr von dem Autor lesen werde? Lesen, werde ich allerdings auf jeden Fall mehr von ihm, das nehme ich mir fest vor.
Das Besondere an "Ruhm" ist auch das, was mich fasziniert und mich motiviert hat das Buch zu lesen. 9 kurze Geschichten, die miteinander verwoben sind. In denen der Hauptdarsteller der einen Geschichte ein Nebendarsteller in der nächsten, oder vielleicht übernächsten sein konnte. Jede einzelne Geschichte steht für sich allein und ist doch mit seinen Kumpanen über Querverweise verwoben. Es geht um moderne Kommunikation und Wirklichkeitsverlust, um das Verwischen der Grenzen zwischen Realität und Virtualität. Vielen wird die Tiefe fehlen, die vielschichtigen Charaktere oder ihre Entwicklung. Aber das macht die Länge der Erzählungen und die Vielzahl der Protagonisten fast unmöglch. 3.5/5
Eine raffinierte Fingerübung. Neun Geschichten über, ja, über was eigentlich? Über das Ich, über Identitäten. Sind wir nur, was andere in uns sehen? Oder können wir frei über uns handeln – wie der berühmte Schauspieler, der sich als sein eigenes Double ausgibt und damit seine Villa verliert, aber auch irgendwie seine Freiheit gewinnt. Es geht auch um: Internettrolls, die im Netz böse, auf der Bühne bei einer «Presentation» die Lachnummern sind. Um Chefs, die mit zwei Freundinnen ein Doppelleben führen und am Ende ganz nackt dastehen. Um die Macht von Schriftsteller, Figuren zu erschaffen und sterben zu lassen – wie es beliebt. Die Ebenen verschmelzen, ein Roman als metaphysisches Erlebnis.
Kehlmanns Konzept, einen Roman in neun Einzelgeschichten zu porträtieren und jeweils Nebenfiguren der ersten Geschichte zu Hauptfiguren der Folgegeschichten zu machen, fand ich sehr großartig. Dadurch entsteht für mich allerdings kein stringentes Romankonzept, so ist's wohl auch gewollt. Jedes Einzelteil greift Elemente der vorigen auf, so geht es beispielsweise oft um Tod, eine Reise, Ängste, schwierige Beziehungen und das Ausbrechen aus dem eigenen Leben, um jemand anderes zu werden. Leider gefielen mir nur 3-4 der Geschichten wirklich. Manche sind sprachlich völlig über- oder untertrieben, da werden für einen Satz kaum mehr als 3 Wörter verwendet, was den Lesefluss extrem staccatohaft machte. Zudem existiert in gefühlt jeder Geschichte irgendeine wahllose, sinnlose Sexszene, die man einfach nicht lesen möchte. Animalisches Gehabe bei solcherlei Beschreibungen trifft leider nicht meinen Nerv. Man kann es lesen, aber für mich war es keinerlei Offenbarung oder Novität. Sprachlich vor allem eher enttäuschend, Konzept des Ganzen aber spannend.
Das Buch war leider überhaupt nicht meins. Musste es für die Schule lesen und fand es sehr anstrengend. Bin leider auch kein Fan davon, wenn Geschichten ein offenes Ende haben. Was bei den Kapiteln leider öfter mal der Fall war. Den Sprung zu den verschiedenen Leuten und Geschichten fand ich leider auch sehr verwirrend
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Ein Schriftsteller mit der unheilvollen Neigung, Menschen, die ihm nahestehen, zu Literatur zu machen, ein verwirrter Internetblogger, ein Abteilungsleiter mit Doppelleben, ein berühmter Schauspieler, der lieber unbekannt wäre, eine alte Dame auf der Reise in den Tod: Ihre Wege kreuzen sich in einem Geflecht von Episoden zwischen Wirklichkeit und Schein. Ein Spiegelkabinett voll unvorhersehbarer Wendungen – komisch, tiefgründig und elegant erzählt vom Autor der «Vermessung der Welt».
«Daniel Kehlmann hat mit seinem neuen Roman Weltliteratur geschaffen.»
(Die Weltwoche)
Book Information
Author Description
Daniel Kehlmann, 1975 in München geboren, wurde für sein Werk unter anderem mit dem Candide-Preis, dem Per-Olov-Enquist-Preis, dem Kleist-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Sein Roman Die Vermessung der Welt ist eines der erfolgreichsten deutschen Bücher des 21. Jahrhunderts, auch der Roman Tyll stand monatelang auf den Bestsellerlisten und gelangte auf die Shortlist des International Booker Prize. Lichtspiel machte international Furore, v. a. in den USA. Daniel Kehlmann lebt in Berlin und New York.
Posts
Ein kunstvolles Spiel mit Realität und Fiktion
„Geschichten in Geschichten in Geschichten. Man weiß nie, wo eine endet und eine andere beginnt! In Wahrheit fließen alle ineinander. Nur in Büchern sind sie säuberlich getrennt.“ (S. 201) Auf den ersten Blick handelt es sich bei diesem Roman um eine Sammlung von neun Erzählungen. Man beginnt mit der ersten, liest die zweite, die dritte - und langsam zeigen sich Verbindungen - durch wiederkehrende Personen, Ereignisse, zitierte Buchtitel und Motive - die nach und nach zu einem vielschichtigen Ganzen führen. Dabei ist nie ganz klar, an welcher Stelle die Wirklichkeit des Romans zu finden ist - und welche Geschichte „nur“ eine Geschichte in der Geschichte ist. Die Protagonist*innen sind Prominente (ein Schriftsteller und eine Schriftstellerin, ein Schauspieler, ein Guru) oder ganz normale Bürger (eine Rentnerin, zwei Angestellte, eine Ärztin). Sie eint, dass sie in gewisser Weise einen Ausweg aus ihrer (Roman-)Realität suchen. Die einen sehnen sich nach Freiheit - weniger Routine, weniger Fremdbestimmung - die anderen hoffen, ein wenig vom Ruhm kosten zu dürfen. Besonders gefallen hat mir die großartige Parodie auf Einträge in Online-Foren, die Kehlmann mit der Geschichte „Ein Beitrag zur Debatte“ (S. 133-158) vorlegt. Hier geht es um den Mitarbeiter einer Telekommunikationsfirma, der sein wirklich skurriles Promi-Erlebnis schildert. Allein sprachlich ist diese Geschichte so unglaublich komisch, dass ich nicht nur einmal herzhaft lachen musste. Es liest sich für mich wie Jugendsprache (meiner Generation?) im Mixer. Ein Beispiel: „Und ich fragte mich, ob ichs nur träumte. Hatte so was ja schon geträumt, habt ihr auch, hat jeder. Aber das hier war echt, eins zu eins, Life Reality, volles Programm, ganze Abteilung. Ein paar Sätze schaffte ich noch, bis dann Flash der Gedanke: «Was, wenn jetzt gar nichts mehr?» …“ (S. 151) Ich habe „Ruhm“ - dieses Spiel mit Realität und Illusion, mit Identitäten und Blickwinkeln sowie (vermeintlichen) Lebensweisheiten - sehr genossen. Ich war beglückt, traurig, nachdenklich, verwirrt - und musste blättern, weil man ja nicht immer ahnt, welches Detail ein möglicher Anknüpfungspunkt sein könnte. Und bei so mancher Geschichte habe ich mich gefragt, wann der Wecker - oder das Mobiltelefon - wieder klingelt und die Rückkehr in die Gegenwart ankündigt.
Die Idee ist von „Reigen“ und von Schnitzler ja schon bekannt, aber die 4. Wand immer wieder so elegant zu brechen, ist neu.
Das ist ein sehr kluges, sehr unterhaltsames Buch und mit seinen 200 Seiten ein sehr leichtes, angenehmes Werk. Kann mir gut vorstellen, dass ich das Buch irgendwann nochmal lese, es fühlt sich an wie ein Musterstück von Kehlmann, wo er zeigen wollte, was er alles kann und muss sagen: viel, sehr viel- kann er.

Das hier war mein erstes Kehlmann-Buch und ich muss sagen - ich kann den Hype um seine Person verstehen. In Ruhm gibt es neun Geschichten zu lesen, die sich alle mittel- bzw, unmittelbar mit dem Theam "Ruhm" und "Berühmtheit" beschäftigen. Die Geschichten sind dabei lose miteinander verknüpft, Haupt- und Nebencharaktere finden sich immer wieder. Fand ich sehr schlau gelöst. Dadurch das sich bei den Geschichten nicht nur der Hauptcharakter ändert, sondern auch die Erzählebene (beispiesweise begleiten wir in einer Geschichte einen Schriftsteller, in der nächsten Geschichte finden wir uns in einer der Geschichten ebenjenen Schriftstellers wieder), ist es beizeiten etwas verwirrend, weil man hin und wieder nicht mehr ganz hinersteigt in welcher Ebene man sich momentan befindet. Das ist zwar wie gesagt verwirrend, macht aber irgendwo auch den Reiz des Buches aus. Manchmal muss man sich auch mal in einem Buch verlieren können. Kehlmann hat zudem einen sehr elaborierten Stil (hervorhebend muss man hier sagen - 9 verschiedene Geschichten und der Stil variiert und passt sich der jeweiligen Story an, sowas cooles hab ich selten gelesen!), sodass es Spaß macht seinen Worten zu folgen, es liest sich recht flüssig und die Kapitel lassen sich perfekt in einer Sbahn-Fahrt lesen. Das perfekte Buch für den Weg in die Uni. Hat mir Spaß gemacht das Buch. Empfehlung!
Toller Schreibstil, welcher einen packt und nicht mehr loslässt 🙌🏻
... dennoch muss ich sagen, dass mir besonders das letzte Kapitel nicht so gefallen hat. Da wäre eine andere Geschichte passender gewesen, finde ich. Allgemein hätte ich mir bei der ein oder anderen Geschichte kein so offenes Ende gewünscht. Als feine Abendlektüre oder während einer Zugfahrt von A nach B (hihi kleiner Buchinsider) sehr empfehlenswert! :)

Das hier war mein erstes Kehlmann-Buch und ich muss sagen - ich kann den Hype um seine Person verstehen. In Ruhm gibt es neun Geschichten zu lesen, die sich alle mittel- bzw, unmittelbar mit dem Theam "Ruhm" und "Berühmtheit" beschäftigen. Die Geschichten sind dabei lose miteinander verknüpft, Haupt- und Nebencharaktere finden sich immer wieder. Fand ich sehr schlau gelöst. Dadurch das sich bei den Geschichten nicht nur der Hauptcharakter ändert, sondern auch die Erzählebene (beispiesweise begleiten wir in einer Geschichte einen Schriftsteller, in der nächsten Geschichte finden wir uns in einer der Geschichten ebenjenen Schriftstellers wieder), ist es beizeiten etwas verwirrend, weil man hin und wieder nicht mehr ganz hinersteigt in welcher Ebene man sich momentan befindet. Das ist zwar wie gesagt verwirrend, macht aber irgendwo auch den Reiz des Buches aus. Manchmal muss man sich auch mal in einem Buch verlieren können. Kehlmann hat zudem einen sehr elaborierten Stil (hervorhebend muss man hier sagen - 9 verschiedene Geschichten und der Stil variiert und passt sich der jeweiligen Story an, sowas cooles hab ich selten gelesen!), sodass es Spaß macht seinen Worten zu folgen, es liest sich recht flüssig und die Kapitel lassen sich perfekt in einer Sbahn-Fahrt lesen. Das perfekte Buch für den Weg in die Uni. Hat mir Spaß gemacht das Buch. Empfehlung!
Ein Roman in neun Geschichten. Ich habe bisher noch nicht erlebt, wie ein Autor neun verschiedene Seiten von sich zeigen kann. Daniel Kehlmann schreibt unterhaltsam, temporeich, humorvoll, schwunghaft, heiter und leicht zugänglich. Andererseits kam es mir teilweise sogar unheimlich und schauderhaft vor, wie er die einzelnen Kurzgeschichten miteinander verwebt, ohne, dass der Leser erahnen kann, was als nächstes passiert - was am Ende aus den Protagonisten wird. Ich hatte noch nie einen so verrückten Traum, wie in der Nacht nach dem Lesen dieses Buches. Dabei wirkt das Buch und auch die ersten Erzählungen eher unscheinbar und leicht, jedoch sind sie in ihrer Tiefe gesehen so viel eindrucksvoller, so intelligent verknüpft und besonders. Zum Inhalt will ich gar nicht viel sagen, denn am Ende bleibt dem Leser sowieso nur ein großes Fragezeichen im Kopf übrig, welches aber sowas von zum Weiterdenken anregt. Dieses Buch lässt mich auch heute noch nicht los - eine großartige Leistung! Ein Kritikpunkt ist für mich allerdings, dass ich vom großen deutsch-österreichischen Autor noch etwas mehr erwartet habe und ich glaube, dass sein Meisterwerk noch in eines seiner anderen Werke schlummert und von mir gelesen werden will! Ein kurzer, aber aussagekräftiger und intensiver Roman und deswegen auch definitiv empfehlenswert.
Ein faszinierendes Werk aus neun Kurzgeschichten, die alle auf die ein oder andere Weise miteinander verknüpft sind. Was auf den ersten Blick nach bloßer Belletristik aussieht hat einen enormen Tiefgang und verändert die Art, wie wir auf die Literatur blicken, in einem neuen Maße. Mich hat das Buch sehr bewegt.
Eher eine Ansammlung von Kurzgeschichten als der versprochene Roman. Trotzdem wurden ganz witzige Verbindungen zwischen den Geschichten geschlagen und viel mit den Erzählern und Perspektiven gespielt. Das Buch macht auch ein paar schwierige Themen gut zugänglich. Hat mir gefallen dieses Buch zu lesen.
Ich habe das Buch in der Schule gelesen. Leider konnte es mich nicht ganz überzeugen, da ich die Kurzgeschichten teilweise echt langweilig fand und diese nur zum Ende hin etwas spannend wurden. Es waren auch ein paar Geschichten dabei, die mir echt gut gefallen haben, die meisten waren allerdings eher mittelmäßig. Die Verbindungen der Geschichten fand ich wiederum richtig gut durchdacht. Der Schreibstil war leider nicht meins.
Eine Mischung aus Realität und Fiktion – leicht zu lesen, aber überraschend tief. + Super Schreibstil
Manche Geschichten sind eher ironisch, andere machen nachdenklich. Stück für Stück baut sich ein neues Gesamtbild auf und am Ende ergibt sich ein neuer Sinn. Super Schreibstil – leicht, klug und fesselnd.
Das braucht etwas
Zeit zum Denken. Und ich glaube das ist etwas was Literatur für Kritiker zur Literatur macht. Einige Teile des Buches sind flüssig und gut lesbar. Andere waren etwas schwerer verdaulich. Man tauch auf in der Geschichte und verschwindet wieder. Wünsche können sich erfüllen, insbesondere in Geschichten. Aber wollen wir das? Ohne ein Gespräch über das Buch hätte ich es wohl gelesen. Danke dafür.
Das beste Buch, das ich 2025 gelesen habe.
Das war das dritte Buch, das ich von Kehlmann gelesen habe. Tyll und Die Vermessung der Welt waren schwierig zu toppen, aber meiner Meinung gelang es ihm mit Ruhm. Die Struktur war wirklich cool, mit den verschiedenen Erzählungen, die sich zu einer Geschichte verschlangen. Coole Motive, wie etwa die Kommunikation / Telekommunikation. Kann ich nur empfehlen.
Zu Beginn kann ich sagen, dass das Buch total besonders war irgendwie, es war anders als alles, was ich zuvor gelesen hatte. Da der Untertitel "ein Roman in neun Geschichten" ist, habe ich mir schon gedacht, dass die Handlungen irgendwie ineinanderfließen, allerdings hatte ich keine Vorstellung in welcher Weise das geschehen wird. Ich mochte den meist trockenen, deskreptiven Stil und auch, dass er in jeder Geschichte etwas an den Charakter angepasst wurde. Die Thematiken und Leitmotive waren sehr interessant. Zwar fiel es mir auch oft schwer das ganze Thema Realität/Fiktion zu durchdringen und zu erfassen, aber gerade das hat die Geschichte auch irgendwie spannend gemacht und mich zum Nachdenken angeregt.
Es fing wahnsinnig gut an. Ich mochte (und mag noch immer) den Schreibstil sehr gerne. Leider hielt das "hohe Niveau" nicht so lange an. Es ist ein gutes Buch. Die Idee ist klasse, aber mir fehlte da einfach "das große Ganze". Alle Geschichtenepisoden sind miteinander verknüpft, aber es gibt keine "übergeordnete Handlung", die beginnt und zu etwas hinführt und das hat mir einfach gefehlt. Bei dem Kapitel, dass der Internetblogger verfasst hat, rollten sich mir die Zehennägel genüsslich bis zum Haaransatz auf. Ganz grauenhaft (was hier paradoxerweise sehr positiv gemeint ist... die Figur ist absolut authentisch). Irgendwann gründe ich einen "Gegen Denglish"- Verein oder sowas. *g*
Begeistert
Ein Roman aus einzelnen Erzählungen. Wir waren eine große Lesegruppe und haben es ausprobiert, nämlich die Behauptung, das man diesen Roman mit einer der Erzählungen anfangen kann, egal welche und das Ergebnis ist, ja man kann das tun und versteht trotzdem den Roman, sofern man alle Erzählungen liest... Ich habe allerdings von Anfang bis Ende gelesen und möchte irgendwann nochmals ein reread machen. Die Erzählung Reise in die Mongolei (?) hat mich sehr nachhaltig erschüttert.
9 ineinander verwobene Geschichten die teils interessanter, teilweise aber auch weniger interessant wirken. Man sollte offene Enden mögen.
Die Geschichten sind teilweise interessant aufgebaut und miteinander verknüpft. An der einen oder anderen Stelle ist es aber nicht von Relevanz, ob diese Geschichten ineinander greifen oder nicht. Es ist relativ kurzweilig zu lesen, für mich aber definitiv kein Muss. Ich würde dieses Buch, trotz netter Schreibweise, kein zweites Mal in die Hand nehmen.
Eigentlich lese ich sowas nicht so gern. Würde ich mir selbst nie aussuchen. Für einen Kurzgeschichten-"roman" hat es mir dennoch ganz gut gefallen. Ich mag den Schreibstil, der sich mit den Figuren verändert, so wie es aucj sein sollte. Eine schöne Sprache. Aber ich brauch nunmal eine Story hinter dem ganzen. Aber das gehört hier nicht zum Konzept.
Erzählungen und gleichzeitig Roman
Etwas ganz besonderes bietet uns Daniel Kehlmann hier an. Einen Roman den man mit jeder Erzählung anfangen kann. Ich habe das in einer Lesegruppe gelesen Allerdings habe ich das Buch vom 1. Kapitel bis zum Schluss gelesen. Die Reise in die Mongolei hat mich sehr erschüttert.
„Wir sind immer in Geschichten. Geschichten in Geschichten in Geschichten. Man weiß nie, wo eine endet und eine andere beginnt. In Wahrheit fließen alle ineinander. Nur in Büchern sind sie säuberlich getrennt.“ Zum Cover: Nicht unbedingt auffällig und wundervoll gestaltet, kommt „Ruhm“ daher, dafür spricht der Zeppelin, die Bergkette im Hintergrund und der See oder Fluss für das Fernweh beziehungsweise das Heimweh mancher Figuren aus diesem Buch und das macht dieses Cover schon wieder passend. Generell mag ich es auch mal ganz gerne schlicht. Obwohl der Schatten und die verschwommenen Bildteile im oberen Bereich des Bildes das Cover so schon wieder interessant machen. Zum Inhalt: „Was ist Ruhm, was Fortschritt?“ – Ein Schriftsteller mit der unheilvollen Neigung, Menschen, die ihm nahestehen, zu Literatur zu machen, ein verwirrter Internetblogger, ein Abteilungsleiter mit Doppelleben, ein berühmter Schauspieler, der lieber unbekannt wäre, eine alte Dame auf der Reise in den Tod: All ihre Wege kreuzen sich in einem Geflecht von Episoden zwischen Wirklichkeit und Schein. Ein Spiegelkabinett voll unvorhersehbarer Wendungen wird damit geschaffen und dennoch sind alle diese Geschichten auf ihre Art und Weise miteinander verbunden. So heißen die neun Kurzgeschichten, näheres zum Inhalt sage ich hierbei aber nicht, nur so viel, dass alle sich im Medienbereich ansiedeln: „Stimmen“ „In Gefahr“ „Rosalie geht sterben“ „Der Ausweg“ „Osten“ „Antwort an die Äbtissin“ „Ein Beitrag zur Debatte“ „Wie ich log und starb“ „In Gefahr“ Meine Meinung: Wieder eine Schullektüre mehr und wieder ziemlich restlos begeistert – diesmal allerdings wirklich. Daniel Kehlmann hat einen außerordentlich intelligenten wie charmanten als auch teils bitteren oder nachdenklichen Schreibstil, mit dem man sich erst mal befassen sollte, wenn man a) vor allem in der Stimmung ist und b) sich eine eher schwerere Kost auch zutraut. Obwohl „Ruhm“ an sich nun mit seinen 202 Seiten nicht recht als schwer bezeichnet werden kann, da man jedoch über die einzelnen Geschichten schon nachdenken und grübeln sollte und möglicherweise auch ein paar Kreuzungen der Geschichten untereinander erkennen könnte, braucht man für seine Bücher wohl eines ganz sicher: Zeit. Und das gerade deswegen, weil auch Ruhm mich selbst teilweise an der Realität und Wirklichkeit zweifeln lassen hat, denn was wäre, wenn wir alle wirklich nur das Produkt von Geschichten sind, was wir ja irgendwie auch sind, das ist schon ein genialer Gedanke, wenn man beim Nachgehen von diesem auch leicht verwirrt werden könnte. Nichtsdestotrotz sind mir Daniel Kehlmanns Geschichten in „Ruhm“ gerade durch ihre Unvollkommenheit im Gedächtnis geblieben, und auch der Hang zu den Medien war für mich wahnsinnig gut und eben auch erschreckend dargestellt. Der bittere Beigeschmack dabei bleibt natürlich nicht aus, doch dieser gehört in der Tat dazu und gerade dieser macht die Geschichten dann auch so unglaublich nachvollziehbar, wie ich finde. Auch die Idee der Verknüpfungen in allen neun Geschichten untereinander mochte ich tatsächlich sehr gerne. Ich mag es ja, wenn man dann noch etwas mit raten kann, ob sich einzelne Figuren aus anderen Geschichten über den Weg laufen. Fazit: Somit vergebe ich an Daniel Kehlmanns Kurzgeschichtenband „Ruhm“ eine Sternenanzahl von 5, denn die Idee hat mir besonders als Schullektüre echt gut gefallen und mir die Augen für den Autor wieder geöffnet. Jetzt werde ich mich, denke ich, auch nochmal an „die Vermessung der Welt“ machen. In den Film hatte ich ja schon einmal hineingeschaut, ihn aber nie zu Ende gesehen, weil er nur ausgeliehen war. Mal gucken, wann ich mehr von dem Autor lesen werde? Lesen, werde ich allerdings auf jeden Fall mehr von ihm, das nehme ich mir fest vor.
Das Besondere an "Ruhm" ist auch das, was mich fasziniert und mich motiviert hat das Buch zu lesen. 9 kurze Geschichten, die miteinander verwoben sind. In denen der Hauptdarsteller der einen Geschichte ein Nebendarsteller in der nächsten, oder vielleicht übernächsten sein konnte. Jede einzelne Geschichte steht für sich allein und ist doch mit seinen Kumpanen über Querverweise verwoben. Es geht um moderne Kommunikation und Wirklichkeitsverlust, um das Verwischen der Grenzen zwischen Realität und Virtualität. Vielen wird die Tiefe fehlen, die vielschichtigen Charaktere oder ihre Entwicklung. Aber das macht die Länge der Erzählungen und die Vielzahl der Protagonisten fast unmöglch. 3.5/5
Eine raffinierte Fingerübung. Neun Geschichten über, ja, über was eigentlich? Über das Ich, über Identitäten. Sind wir nur, was andere in uns sehen? Oder können wir frei über uns handeln – wie der berühmte Schauspieler, der sich als sein eigenes Double ausgibt und damit seine Villa verliert, aber auch irgendwie seine Freiheit gewinnt. Es geht auch um: Internettrolls, die im Netz böse, auf der Bühne bei einer «Presentation» die Lachnummern sind. Um Chefs, die mit zwei Freundinnen ein Doppelleben führen und am Ende ganz nackt dastehen. Um die Macht von Schriftsteller, Figuren zu erschaffen und sterben zu lassen – wie es beliebt. Die Ebenen verschmelzen, ein Roman als metaphysisches Erlebnis.
Kehlmanns Konzept, einen Roman in neun Einzelgeschichten zu porträtieren und jeweils Nebenfiguren der ersten Geschichte zu Hauptfiguren der Folgegeschichten zu machen, fand ich sehr großartig. Dadurch entsteht für mich allerdings kein stringentes Romankonzept, so ist's wohl auch gewollt. Jedes Einzelteil greift Elemente der vorigen auf, so geht es beispielsweise oft um Tod, eine Reise, Ängste, schwierige Beziehungen und das Ausbrechen aus dem eigenen Leben, um jemand anderes zu werden. Leider gefielen mir nur 3-4 der Geschichten wirklich. Manche sind sprachlich völlig über- oder untertrieben, da werden für einen Satz kaum mehr als 3 Wörter verwendet, was den Lesefluss extrem staccatohaft machte. Zudem existiert in gefühlt jeder Geschichte irgendeine wahllose, sinnlose Sexszene, die man einfach nicht lesen möchte. Animalisches Gehabe bei solcherlei Beschreibungen trifft leider nicht meinen Nerv. Man kann es lesen, aber für mich war es keinerlei Offenbarung oder Novität. Sprachlich vor allem eher enttäuschend, Konzept des Ganzen aber spannend.
Das Buch war leider überhaupt nicht meins. Musste es für die Schule lesen und fand es sehr anstrengend. Bin leider auch kein Fan davon, wenn Geschichten ein offenes Ende haben. Was bei den Kapiteln leider öfter mal der Fall war. Den Sprung zu den verschiedenen Leuten und Geschichten fand ich leider auch sehr verwirrend



















































