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Description
Es ist der Sommer vor der Wirtschaftskrise. Martin Friedland, katholischer Priester ohne Glauben, übergewichtig, weil immer hungrig, trifft sich mit seinem Halbbruder Eric zum Essen. Der hochverschuldete, mit einem Bein im Gefängnis stehende Finanzberater hat unheimliche Visionen, teilt davon jedoch keinem etwas mit. Schattenhafte Männer, sogar zwei Kinder warnen ihn vor etwas, nur: Gelten diese Warnungen wirklich ihm, oder ist etwa sein Zwillingsbruder Iwan gemeint, der Kunstkenner und Ästhet, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht? Schon nimmt das Unheil seinen Lauf.
Daniel Kehlmann erzählt von drei Brüdern, die – jeder auf seine Weise – Betrüger, Heuchler, Fälscher sind. Sie haben sich eingerichtet in ihrem Leben, doch plötzlich klafft ein Abgrund auf. Ein Augenblick der Unaufmerksamkeit, ein Zufall, ein falscher Schritt, und was gespenstischer Albtraum schien, wird wahr.
Ein Roman über Lüge und Wahrheit, über Familie, Fälschung und die Kraft der Fiktion: ein virtuoses Kunstwerk – vielschichtig, geheimnisvoll und kühn.
Book Information
Author Description
Daniel Kehlmann, 1975 in München geboren, wurde für sein Werk unter anderem mit dem Candide-Preis, dem Per-Olov-Enquist-Preis, dem Kleist-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Sein Roman Die Vermessung der Welt ist eines der erfolgreichsten deutschen Bücher des 21. Jahrhunderts, auch der Roman Tyll stand monatelang auf den Bestsellerlisten und gelangte auf die Shortlist des International Booker Prize. Lichtspiel machte international Furore, v. a. in den USA. Daniel Kehlmann lebt in Berlin und New York.
Posts
Die Geschichten von einem Vater und seinen drei Söhnen und wie ein einschneidendes Erlebnis in jungen Jahren sie beeinflusst. Alle gehen beruflich unterschiedliche Wege (Autor, Priester, Investment-Banker, Maler), aber was sie eint: sie sind alle auf ihre Art Betrüger. Grandiose Figurencharakterisierungen, geschickt verwobene Erzählstränge, präzise Sprache. Bisweilen etwas verwirrend und ... hmm ... "unklar", daher keine Höchstwertung. Aber unbedingt lesenswert.
Vater geht mit seinen drei Teenager-Söhnen zu einer Show eines Hypnotiseurs, bekommt da als unfreiwilliger Zuschauer auf die Bühne einen Autonomieauftrag eingeflößt, worauf er die Söhne zu Hause absetzt und für immer verschwindet, um seinen Traum als Schriftsteller zu verwirklichen. Cut. Über 20 Jahre später erleben wir einen heißen Sommertag aus Sicht der drei Söhne, nacheinander erzählt von dem ungläubigen, katholischen Priester Martin, von dem risikofreudigen, sich verspekulierenden Finanzberater Eric und von dessen Zwillingsbruder und Kunstfälscher Iwan. Soweit die Handlung, die eigentlich eine recht konventionelle Geschichte einer gescheiterten Familie sein könnte. Doch es wäre kein Roman von Daniel Kehlmann, wenn es nicht irgendetwas Besonderes an der Erzählform geben würde. Und das ist die meiner Ansicht die völlige Unbestimmbarkeit, warum Kehlmann uns diese Geschichte erzählt. Schon alleine der mysteriöse Ein-Buchstaben-Buchtitel wirft Fragen auf, die garantiert nicht definitiv beantwortet werden. Für was steht das F? Familie, Fake, Fälscher, Falschspieler, Fremdgeher, Fatum, Fiktion? Es könnte alles sein oder gar nichts davon. Im Grunde üben alle drei Brüder keinen Beruf aus, der ihre Berufung ist. Sie sind Blender, Lügner, Scharlatane und es bleibt ihnen die Autonomie verschlossen, die ihr Vater sich ohne Rücksicht auf die Familie genommen hat. War also der Gang zum Hypnotiseur ein unausweichliches Schicksal oder Zufall? Was bestimmt den Menschen auf seinem Lebensweg? Für was oder warum ist er auf diese Welt geworfen worden? Wie kann man Bedeutung für sein Leben gewinnen? Das sind zumindest Fragen, die mir durch den Kopf gingen beim Lesen. Ich bin sicher, dass andere Leser/innen sich andere Fragen stellen. Auf jeden Fall muss man Spaß daran haben, dieses Buch als Gedankenspiel anzunehmen und sich selbst eine Schlussfolgerung daraus zu bauen. Man bekommt keine vorgefertigten Erklärungen von Daniel Kehlmann und letztlich fühlt man sich so hilflos durch den Tag taumelnd wie der Finanzhai Eric, der die Schlinge seiner Anlagebetrügereien langsam um den Hals verspürt und der bedingt durch haltlosen Tablettenkonsum nicht mehr zwischen Realität und kafkaesken Tagträumen unterscheiden kann. Und diese Szenen der Selbstgespräche, die immer panischer werden, immer mehr um sich selbst kreisen, haben meinen Herzschlag erhöht. Man kann sich total in die Gedankenkonstrukte der drei Brüder hineinversetzen. Für mich war das ein unheimlicher Spaß. Spaß hatte bestimmt auch Daniel Kehlmann dabei, unzählige Anspielungen auf andere Meisterwerke der Literatur einfließen zu lassen. Je belesener, desto mehr Freude macht das natürlich. Bestimmt habe ich nicht alle Andeutungen verstanden, schon alleine dieser Hinweis auf die Artussaga, mit Arthur Friedwald (Vater = König) und seinen Rittern Eric und Iwan aus der Tafelrunde. Und Martin? Ist der Merlin? Ich weiß es nicht. Während bestimmt manche Leser/innen daran verzweifeln, keine Antworten zu erhalten, kann ich mit der Offenheit gut leben und mich daran freuen, einen hervorragend erzählten Roman gelesen zu haben, der meine Fantasie beflügelt hat. Daniel Kehlmann und ich, dass scheint zu passen, auch beim vierten Roman.
Eine Familiengeschichte über drei Brüder, eine Geschichte über Fakten und Fiktion, seltsam, verstörend, ein ganz besonderes Buch.
Daniel Kehlmann beschreibt Situationen mit der Detailschärfe einer 4K-Kamera. Vieles ergibt sich erst im Nachhinein, er legt Fährten und führt lose Enden zusammen. Man kann sich seiner erzählerischen Kraft nicht entziehen, seiner unglaublichen Kreativitität im Erschaffen von Charakteren und Situationen. „F“ ist kein eingängiger Roman, vieles wirkt seltsam, man versteht die Motivationen der Protagonisten nicht immer. Und doch fügt sich irgendwie alles zu einem großen Ganzen zusammen. Und im Kopf des Lesers entstehen Bilder, die man schwer vergisst. Ein starkes Buch.

Vater geht mit seinen drei Teenager-Söhnen zu einer Show eines Hypnotiseurs, bekommt da als unfreiwilliger Zuschauer auf die Bühne einen Autonomieauftrag eingeflößt, worauf er die Söhne zu Hause absetzt und für immer verschwindet, um seinen Traum als Schriftsteller zu verwirklichen. Cut. Über 20 Jahre später erleben wir einen heißen Sommertag aus Sicht der drei Söhne, nacheinander erzählt von dem ungläubigen, katholischen Priester Martin, von dem risikofreudigen, sich verspekulierenden Finanzberater Eric und von dessen Zwillingsbruder und Kunstfälscher Iwan. Soweit die Handlung, die eigentlich eine recht konventionelle Geschichte einer gescheiterten Familie sein könnte. Doch es wäre kein Roman von Daniel Kehlmann, wenn es nicht irgendetwas Besonderes an der Erzählform geben würde. Und das ist die meiner Ansicht die völlige Unbestimmbarkeit, warum Kehlmann uns diese Geschichte erzählt. Schon alleine der mysteriöse Ein-Buchstaben-Buchtitel wirft Fragen auf, die garantiert nicht definitiv beantwortet werden. Für was steht das F? Familie, Fake, Fälscher, Falschspieler, Fremdgeher, Fatum, Fiktion? Es könnte alles sein oder gar nichts davon. Im Grunde üben alle drei Brüder keinen Beruf aus, der ihre Berufung ist. Sie sind Blender, Lügner, Scharlatane und es bleibt ihnen die Autonomie verschlossen, die ihr Vater sich ohne Rücksicht auf die Familie genommen hat. War also der Gang zum Hypnotiseur ein unausweichliches Schicksal oder Zufall? Was bestimmt den Menschen auf seinem Lebensweg? Für was oder warum ist er auf diese Welt geworfen worden? Wie kann man Bedeutung für sein Leben gewinnen? Das sind zumindest Fragen, die mir durch den Kopf gingen beim Lesen. Ich bin sicher, dass andere Leser/innen sich andere Fragen stellen. Auf jeden Fall muss man Spaß daran haben, dieses Buch als Gedankenspiel anzunehmen und sich selbst eine Schlussfolgerung daraus zu bauen. Man bekommt keine vorgefertigten Erklärungen von Daniel Kehlmann und letztlich fühlt man sich so hilflos durch den Tag taumelnd wie der Finanzhai Eric, der die Schlinge seiner Anlagebetrügereien langsam um den Hals verspürt und der bedingt durch haltlosen Tablettenkonsum nicht mehr zwischen Realität und kafkaesken Tagträumen unterscheiden kann. Und diese Szenen der Selbstgespräche, die immer panischer werden, immer mehr um sich selbst kreisen, haben meinen Herzschlag erhöht. Man kann sich total in die Gedankenkonstrukte der drei Brüder hineinversetzen. Für mich war das ein unheimlicher Spaß. Spaß hatte bestimmt auch Daniel Kehlmann dabei, unzählige Anspielungen auf andere Meisterwerke der Literatur einfließen zu lassen. Je belesener, desto mehr Freude macht das natürlich. Bestimmt habe ich nicht alle Andeutungen verstanden, schon alleine dieser Hinweis auf die Artussaga, mit Arthur Friedwald (Vater = König) und seinen Rittern Eric und Iwan aus der Tafelrunde. Und Martin? Ist der Merlin? Ich weiß es nicht. Während bestimmt manche Leser/innen daran verzweifeln, keine Antworten zu erhalten, kann ich mit der Offenheit gut leben und mich daran freuen, einen hervorragend erzählten Roman gelesen zu haben, der meine Fantasie beflügelt hat. Daniel Kehlmann und ich, dass scheint zu passen, auch beim vierten Roman.
Was war das?!
Drei Brüder, deren Leben im Erwachsenenalter erzählt wird, verbunden durch eine seltsame Szene aus ihrer Kindheit, die irgendwie alles erklären soll – es aber nicht tut. Ich habe ehrlich gesagt kaum verstanden, worauf das Buch hinauswill. Die Geschichte wirkt wirr, die Zusammenhänge bleiben unklar und ich hatte durchgehend das Gefühl, irgendwas zu verpassen – ohne dass es sich am Ende wirklich auflöst. Statt spannend oder tiefgründig zu sein, war es für mich einfach nur anstrengend. Die Figuren scheitern alle auf ihre Weise, aber auch das hat mich emotional überhaupt nicht abgeholt. Es blieb alles irgendwie distanziert und schwer greifbar. Insgesamt ein Buch, mit dem ich gar nichts anfangen konnte. Verwirrend, zäh und für mich leider einfach nur frustrierend zu lesen.
Der beste Kehlmann, den ich bisher las. Was für ein Spaß! Wenn die Götter Dir auf deiner Odyssee des Lebens mal hold sein, ins Schicksal eingreifen wollen und sich vertun.... "Hätte, hätte Fahrradkette"... Zufälle halt. Kommt nix im Universum gegen an. Aber irgend ne Erklärung findet sich schon. Muss ja. Dieser Part um unsere Verlogenheiten und das Bedürfnis sich selbst zu täuschen und getäuscht zu werden, erinnert mich stark an [b:Abspann|3492990|Abspann|Steve Tesich|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1524817080l/3492990._SY75_.jpg|977045]. Kann das als ergänzende Lektüre sehr empfehlen. Ist jedenfalls genauso ironisch aufgeladen wie "F". In dem Buch steckt so viel Gesellschaftskritik, lauter Absurditäten des Lebens und menschlichen Verhaltens. Das ist nen Buch das mehrmals gelesen werden muss, um die ganzen Feinheiten rauszuarbeiten. So, und jetzt das Glaubensbekenntnis.... hrhrhrhr.....
Verwirrendes Buch und am Ende fragt man sich … wieso?!
Grundsätzlich ist die Story sehr geschickt miteinander verwoben und viele Teile bekommen durch die Sichtweise der anderen einen neuen Twist. Manche Sachen werden auch niemals aufgelöst, was Raum für eigene Gedanken lässt. Am Schluss muss ich aber sagen, es war eines von vielen Bücher die man sich hätte sparen können.
Überraschend. Nach zwei Kapiteln typisch westdeutscher Schreiberart mit unangenehmen Hinweisen auf Bildungsbürgerhintergrund kommt ein poetischer, fantastischer Familienstammbaum und für dieses Kapitel allein schon lohnt es sich, dieses Buch zu lesen. In den letzen Kapiteln wird das Westdeutsche mit dem Fantastische hübsch verwoben durch ein Zwillingsvertauschgeschichte der originellen Art.
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Es ist der Sommer vor der Wirtschaftskrise. Martin Friedland, katholischer Priester ohne Glauben, übergewichtig, weil immer hungrig, trifft sich mit seinem Halbbruder Eric zum Essen. Der hochverschuldete, mit einem Bein im Gefängnis stehende Finanzberater hat unheimliche Visionen, teilt davon jedoch keinem etwas mit. Schattenhafte Männer, sogar zwei Kinder warnen ihn vor etwas, nur: Gelten diese Warnungen wirklich ihm, oder ist etwa sein Zwillingsbruder Iwan gemeint, der Kunstkenner und Ästhet, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht? Schon nimmt das Unheil seinen Lauf.
Daniel Kehlmann erzählt von drei Brüdern, die – jeder auf seine Weise – Betrüger, Heuchler, Fälscher sind. Sie haben sich eingerichtet in ihrem Leben, doch plötzlich klafft ein Abgrund auf. Ein Augenblick der Unaufmerksamkeit, ein Zufall, ein falscher Schritt, und was gespenstischer Albtraum schien, wird wahr.
Ein Roman über Lüge und Wahrheit, über Familie, Fälschung und die Kraft der Fiktion: ein virtuoses Kunstwerk – vielschichtig, geheimnisvoll und kühn.
Book Information
Author Description
Daniel Kehlmann, 1975 in München geboren, wurde für sein Werk unter anderem mit dem Candide-Preis, dem Per-Olov-Enquist-Preis, dem Kleist-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Sein Roman Die Vermessung der Welt ist eines der erfolgreichsten deutschen Bücher des 21. Jahrhunderts, auch der Roman Tyll stand monatelang auf den Bestsellerlisten und gelangte auf die Shortlist des International Booker Prize. Lichtspiel machte international Furore, v. a. in den USA. Daniel Kehlmann lebt in Berlin und New York.
Posts
Die Geschichten von einem Vater und seinen drei Söhnen und wie ein einschneidendes Erlebnis in jungen Jahren sie beeinflusst. Alle gehen beruflich unterschiedliche Wege (Autor, Priester, Investment-Banker, Maler), aber was sie eint: sie sind alle auf ihre Art Betrüger. Grandiose Figurencharakterisierungen, geschickt verwobene Erzählstränge, präzise Sprache. Bisweilen etwas verwirrend und ... hmm ... "unklar", daher keine Höchstwertung. Aber unbedingt lesenswert.
Vater geht mit seinen drei Teenager-Söhnen zu einer Show eines Hypnotiseurs, bekommt da als unfreiwilliger Zuschauer auf die Bühne einen Autonomieauftrag eingeflößt, worauf er die Söhne zu Hause absetzt und für immer verschwindet, um seinen Traum als Schriftsteller zu verwirklichen. Cut. Über 20 Jahre später erleben wir einen heißen Sommertag aus Sicht der drei Söhne, nacheinander erzählt von dem ungläubigen, katholischen Priester Martin, von dem risikofreudigen, sich verspekulierenden Finanzberater Eric und von dessen Zwillingsbruder und Kunstfälscher Iwan. Soweit die Handlung, die eigentlich eine recht konventionelle Geschichte einer gescheiterten Familie sein könnte. Doch es wäre kein Roman von Daniel Kehlmann, wenn es nicht irgendetwas Besonderes an der Erzählform geben würde. Und das ist die meiner Ansicht die völlige Unbestimmbarkeit, warum Kehlmann uns diese Geschichte erzählt. Schon alleine der mysteriöse Ein-Buchstaben-Buchtitel wirft Fragen auf, die garantiert nicht definitiv beantwortet werden. Für was steht das F? Familie, Fake, Fälscher, Falschspieler, Fremdgeher, Fatum, Fiktion? Es könnte alles sein oder gar nichts davon. Im Grunde üben alle drei Brüder keinen Beruf aus, der ihre Berufung ist. Sie sind Blender, Lügner, Scharlatane und es bleibt ihnen die Autonomie verschlossen, die ihr Vater sich ohne Rücksicht auf die Familie genommen hat. War also der Gang zum Hypnotiseur ein unausweichliches Schicksal oder Zufall? Was bestimmt den Menschen auf seinem Lebensweg? Für was oder warum ist er auf diese Welt geworfen worden? Wie kann man Bedeutung für sein Leben gewinnen? Das sind zumindest Fragen, die mir durch den Kopf gingen beim Lesen. Ich bin sicher, dass andere Leser/innen sich andere Fragen stellen. Auf jeden Fall muss man Spaß daran haben, dieses Buch als Gedankenspiel anzunehmen und sich selbst eine Schlussfolgerung daraus zu bauen. Man bekommt keine vorgefertigten Erklärungen von Daniel Kehlmann und letztlich fühlt man sich so hilflos durch den Tag taumelnd wie der Finanzhai Eric, der die Schlinge seiner Anlagebetrügereien langsam um den Hals verspürt und der bedingt durch haltlosen Tablettenkonsum nicht mehr zwischen Realität und kafkaesken Tagträumen unterscheiden kann. Und diese Szenen der Selbstgespräche, die immer panischer werden, immer mehr um sich selbst kreisen, haben meinen Herzschlag erhöht. Man kann sich total in die Gedankenkonstrukte der drei Brüder hineinversetzen. Für mich war das ein unheimlicher Spaß. Spaß hatte bestimmt auch Daniel Kehlmann dabei, unzählige Anspielungen auf andere Meisterwerke der Literatur einfließen zu lassen. Je belesener, desto mehr Freude macht das natürlich. Bestimmt habe ich nicht alle Andeutungen verstanden, schon alleine dieser Hinweis auf die Artussaga, mit Arthur Friedwald (Vater = König) und seinen Rittern Eric und Iwan aus der Tafelrunde. Und Martin? Ist der Merlin? Ich weiß es nicht. Während bestimmt manche Leser/innen daran verzweifeln, keine Antworten zu erhalten, kann ich mit der Offenheit gut leben und mich daran freuen, einen hervorragend erzählten Roman gelesen zu haben, der meine Fantasie beflügelt hat. Daniel Kehlmann und ich, dass scheint zu passen, auch beim vierten Roman.
Eine Familiengeschichte über drei Brüder, eine Geschichte über Fakten und Fiktion, seltsam, verstörend, ein ganz besonderes Buch.
Daniel Kehlmann beschreibt Situationen mit der Detailschärfe einer 4K-Kamera. Vieles ergibt sich erst im Nachhinein, er legt Fährten und führt lose Enden zusammen. Man kann sich seiner erzählerischen Kraft nicht entziehen, seiner unglaublichen Kreativitität im Erschaffen von Charakteren und Situationen. „F“ ist kein eingängiger Roman, vieles wirkt seltsam, man versteht die Motivationen der Protagonisten nicht immer. Und doch fügt sich irgendwie alles zu einem großen Ganzen zusammen. Und im Kopf des Lesers entstehen Bilder, die man schwer vergisst. Ein starkes Buch.

Vater geht mit seinen drei Teenager-Söhnen zu einer Show eines Hypnotiseurs, bekommt da als unfreiwilliger Zuschauer auf die Bühne einen Autonomieauftrag eingeflößt, worauf er die Söhne zu Hause absetzt und für immer verschwindet, um seinen Traum als Schriftsteller zu verwirklichen. Cut. Über 20 Jahre später erleben wir einen heißen Sommertag aus Sicht der drei Söhne, nacheinander erzählt von dem ungläubigen, katholischen Priester Martin, von dem risikofreudigen, sich verspekulierenden Finanzberater Eric und von dessen Zwillingsbruder und Kunstfälscher Iwan. Soweit die Handlung, die eigentlich eine recht konventionelle Geschichte einer gescheiterten Familie sein könnte. Doch es wäre kein Roman von Daniel Kehlmann, wenn es nicht irgendetwas Besonderes an der Erzählform geben würde. Und das ist die meiner Ansicht die völlige Unbestimmbarkeit, warum Kehlmann uns diese Geschichte erzählt. Schon alleine der mysteriöse Ein-Buchstaben-Buchtitel wirft Fragen auf, die garantiert nicht definitiv beantwortet werden. Für was steht das F? Familie, Fake, Fälscher, Falschspieler, Fremdgeher, Fatum, Fiktion? Es könnte alles sein oder gar nichts davon. Im Grunde üben alle drei Brüder keinen Beruf aus, der ihre Berufung ist. Sie sind Blender, Lügner, Scharlatane und es bleibt ihnen die Autonomie verschlossen, die ihr Vater sich ohne Rücksicht auf die Familie genommen hat. War also der Gang zum Hypnotiseur ein unausweichliches Schicksal oder Zufall? Was bestimmt den Menschen auf seinem Lebensweg? Für was oder warum ist er auf diese Welt geworfen worden? Wie kann man Bedeutung für sein Leben gewinnen? Das sind zumindest Fragen, die mir durch den Kopf gingen beim Lesen. Ich bin sicher, dass andere Leser/innen sich andere Fragen stellen. Auf jeden Fall muss man Spaß daran haben, dieses Buch als Gedankenspiel anzunehmen und sich selbst eine Schlussfolgerung daraus zu bauen. Man bekommt keine vorgefertigten Erklärungen von Daniel Kehlmann und letztlich fühlt man sich so hilflos durch den Tag taumelnd wie der Finanzhai Eric, der die Schlinge seiner Anlagebetrügereien langsam um den Hals verspürt und der bedingt durch haltlosen Tablettenkonsum nicht mehr zwischen Realität und kafkaesken Tagträumen unterscheiden kann. Und diese Szenen der Selbstgespräche, die immer panischer werden, immer mehr um sich selbst kreisen, haben meinen Herzschlag erhöht. Man kann sich total in die Gedankenkonstrukte der drei Brüder hineinversetzen. Für mich war das ein unheimlicher Spaß. Spaß hatte bestimmt auch Daniel Kehlmann dabei, unzählige Anspielungen auf andere Meisterwerke der Literatur einfließen zu lassen. Je belesener, desto mehr Freude macht das natürlich. Bestimmt habe ich nicht alle Andeutungen verstanden, schon alleine dieser Hinweis auf die Artussaga, mit Arthur Friedwald (Vater = König) und seinen Rittern Eric und Iwan aus der Tafelrunde. Und Martin? Ist der Merlin? Ich weiß es nicht. Während bestimmt manche Leser/innen daran verzweifeln, keine Antworten zu erhalten, kann ich mit der Offenheit gut leben und mich daran freuen, einen hervorragend erzählten Roman gelesen zu haben, der meine Fantasie beflügelt hat. Daniel Kehlmann und ich, dass scheint zu passen, auch beim vierten Roman.
Was war das?!
Drei Brüder, deren Leben im Erwachsenenalter erzählt wird, verbunden durch eine seltsame Szene aus ihrer Kindheit, die irgendwie alles erklären soll – es aber nicht tut. Ich habe ehrlich gesagt kaum verstanden, worauf das Buch hinauswill. Die Geschichte wirkt wirr, die Zusammenhänge bleiben unklar und ich hatte durchgehend das Gefühl, irgendwas zu verpassen – ohne dass es sich am Ende wirklich auflöst. Statt spannend oder tiefgründig zu sein, war es für mich einfach nur anstrengend. Die Figuren scheitern alle auf ihre Weise, aber auch das hat mich emotional überhaupt nicht abgeholt. Es blieb alles irgendwie distanziert und schwer greifbar. Insgesamt ein Buch, mit dem ich gar nichts anfangen konnte. Verwirrend, zäh und für mich leider einfach nur frustrierend zu lesen.
Der beste Kehlmann, den ich bisher las. Was für ein Spaß! Wenn die Götter Dir auf deiner Odyssee des Lebens mal hold sein, ins Schicksal eingreifen wollen und sich vertun.... "Hätte, hätte Fahrradkette"... Zufälle halt. Kommt nix im Universum gegen an. Aber irgend ne Erklärung findet sich schon. Muss ja. Dieser Part um unsere Verlogenheiten und das Bedürfnis sich selbst zu täuschen und getäuscht zu werden, erinnert mich stark an [b:Abspann|3492990|Abspann|Steve Tesich|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1524817080l/3492990._SY75_.jpg|977045]. Kann das als ergänzende Lektüre sehr empfehlen. Ist jedenfalls genauso ironisch aufgeladen wie "F". In dem Buch steckt so viel Gesellschaftskritik, lauter Absurditäten des Lebens und menschlichen Verhaltens. Das ist nen Buch das mehrmals gelesen werden muss, um die ganzen Feinheiten rauszuarbeiten. So, und jetzt das Glaubensbekenntnis.... hrhrhrhr.....
Verwirrendes Buch und am Ende fragt man sich … wieso?!
Grundsätzlich ist die Story sehr geschickt miteinander verwoben und viele Teile bekommen durch die Sichtweise der anderen einen neuen Twist. Manche Sachen werden auch niemals aufgelöst, was Raum für eigene Gedanken lässt. Am Schluss muss ich aber sagen, es war eines von vielen Bücher die man sich hätte sparen können.
Überraschend. Nach zwei Kapiteln typisch westdeutscher Schreiberart mit unangenehmen Hinweisen auf Bildungsbürgerhintergrund kommt ein poetischer, fantastischer Familienstammbaum und für dieses Kapitel allein schon lohnt es sich, dieses Buch zu lesen. In den letzen Kapiteln wird das Westdeutsche mit dem Fantastische hübsch verwoben durch ein Zwillingsvertauschgeschichte der originellen Art.














