Briefe von morgen, die wir gern gestern schon gelesen hätten
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Description
Leben wir schon in der Hölle? Oder kommt die erst noch?
In einer nicht allzu fernen Zukunft ist alles kostenlos ... aber nicht umsonst. Künstliche Intelligenz treibt uns in den Wahnsinn, und man kann sie noch nicht einmal richtig anschreien. Das neue große Ding sind Tattooentfernungen. Der Pflegenotstand wurde durch Roboter behoben, aber irgendwie hatten sich das alle anders vorgestellt. Und Attila Hildmann würde gern wieder nach Deutschland zurück, aber Alice Weidel ist in ihrer Regierungs-AfD in Ungnade gefallen ...
Timur Vermes präsentiert Briefe und andere Dokumente aus der Zukunft, die unserer Gegenwart den Spiegel vorhalten. Ein schwarzhumoriges Vexierspiel, bei dem einem mitunter das Lachen im Halse steckenbleibt. Unnachahmlich bissig und böse!
Book Information
Author Description
Timur Vermes wurde 1967 in Nürnberg als Sohn einer Deutschen und eines Ungarn geboren. Er studierte in Erlangen Geschichte und Politik und arbeitete anschließend als Journalist und Ghostwriter. Er schrieb bis 2001 für die Abendzeitung und den Kölner Express und später für mehrere Magazine. Sein 2012 erschienener Roman Er ist wieder da ist eines der erfolgreichsten deutschen Debüts der letzten Jahrzehnte. Es verkaufte sich mehrere Millionen Mal, wurde fürs Kino verfilmt und in Dutzende Sprachen übersetzt. Timur Vermes' zweiter Roman Die Hungrigen und die Satten stieg 2018 auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste ein.
Posts
Bitterböse und hochaktuell
Das Buch besteht aus sarkastischen und teilweise hart zu ertragenden Briefen, bei denen einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Ob es der Brief an Merz ist, der mit der Afd zusammen gearbeitet hat und nun in einer Diktatur lebt oder die Beschwerde über den Pflegeroboter im Altersheim, der die eigene Mutter ignoriert oder die Bitte zur Förderung des Wiederaufbaus nach der 6. Flut... dieses Buch tut weh und legt den Finger in die Wunden noch während man lachen will. Gutes Buch von einem der eine Ecke weiter denkt. Aber für mich eher ernst als lustig.
Manchmal witzig, manchmal skurill, manchmal gruselig - aber fast immer unterhaltsam
Timur Vermes wagt mit seinem Buch einen Blick in die Zukunft mittels Briefen, Emails, Bedienungsanleitungen oder Zeitungsartikeln. Und diese sind manchmal witzig, manchmal skurill, manchmal gruselig - aber fast immer unterhaltsam oder regen zum nachdenken an. Es geht um AfD-Regierungen, Design-Babys, falsche Aktiendepots, Geopolitik und VR-Produkte - also eine große Brandbreite an Themen, die einem hier geboten werden. Von daher wird es fast nie langweilig. Ich schreibe fast, weil es doch so 2-3 Textstücke gab, die zu sehr in die Länge gezogen wurden. Was aber definitiv ein Eyecatcher in dem Buch ist, dass diese Schriftstücke alle in einem unterschiedlichen Stil dargestellt werden. Das sorgt für Abwechslung fürs Auge. Aber auch da gab es auch einige kritische Darstellungen. Bei dem einen war es eine sehr verschnörkelte Schrift, die stellenweise schwierig zu lesen war, bei einem anderen Text war der Hintergrund sehr dunkel, wo eben die schwarzen Buchstaben auch nicht so gut zu erkennen waren. Aber das ist auch der einzige Kritikpunkt. Ansonsten bekommt man genau das, was der Titel des Buches verspricht. Mein Fazit: Eine lesenswerte Vision über unsere Zukunft, die aber hoffentlich nie so wird, wie hier stellenweise beschrieben.

Hat was von Black Mirror!
Timur Vermes ist der Autor von „Er ist wieder da“. Dies hier sind schwarzhumorige Briefe und andere Dokumente aus der nahen Zukunft, z.B. ein Schreiben einer Frau bezüglich eines beschädigten Pflegeroboters. Ein Mann ruft verzweifelt einen dubiosen Kerl an, weil er geerbten Plastikmüll illegal loswerden muss. Was immer wieder vorkommt und was ich am schlimmsten fand, waren die Werbespots für smarte Kontaktlinsen, die deine Sehschwäche ausgleichen, aber auch die Farben in deiner Umwelt ändern, Kratzer im Autolack verbergen und noch einiges andere können. Das Schreckliche an denen ist, dass die zwar komplett kostenlos, aber dafür Werbefinanziert sind! Du hast täglich eine vorgeschriebene Menge an Werbung, die du über die Linsen betrachten musst, zusätzliche Boni gibt’s, wenn du Firmennamen in Gespräche einbaust mit drei oder mehr Personen, je nach Lautstärke, in der du den Firmennamen rufst 🤯 und noch einiges mehr! Hat also definitiv was von Black Mirror! An manchen Stellen war es mir etwas zu viel Behördensprache, das hab ich dann nur überflogen. Der Hörbuchsprecher Michael Kessler (bekannt aus der Comedy-Serie „Switch“, wo er u.a. Stromberg und Florian Silbereisen parodiert) ist beeindruckend vielseitig!
"Ihre hässlichen Tatsachen sind eben nicht so interessant, dass andere Leute dafür ihre schönen Illusionen aufgeben."
Briefe und Dokumente aus einer möglichen und in vielen Fällen nicht zu fernen Zukunft. Nicht jeder Brief hat 100% meinen Nerv getroffen, aber das Gesamtpaket ist, auch optisch, gut gelungen. Sehr lustig mit viel schwarzem Humor, auch wenn einem manchmal das Lachen vergehen möchte. Lesen!
Briefe von morgen, die wir gern gestern schon gelesen hätten von Timur Vermes Satirisch und pointiert aber irgendwie auch zäh. Briefe von morgen will eine Gesellschaftsanalyse im Briefform-Experiment sein, durchzogen von Sarkasmus, Alltagsbeobachtung und politischen Spitzen. Die Idee, über fiktive Leserbriefe aus der Zukunft auf unsere Gegenwart zu blicken, fand ich anfangs clever. Aber der Funke ist bei mir nicht ganz übergesprungen. Besonders war sicher das Format: Die Briefe sind mal bissig, mal absurd, manchmal fast prophetisch aber selten wirklich berührend. Es bleibt ein intellektuelles Spiel, kein emotionales. Genau das hat mir gefehlt: eine stärkere Verbindung zu den Menschen hinter den Zeilen, mehr als nur Reflexionen auf Missstände. Meine ehrliche Meinung? Das Buch wirkt auf mich streckenweise wie eine zu lang geratene Kolumne. Wortgewandt, ja. Kritisch auch. Aber zwischen Ironie und Moral fehlt mir oft das Gefühl. Ich hatte das Bedürfnis, weiterzulesen aber nicht unbedingt das Verlangen. Es bleibt klug, aber kühl. ★★★☆☆ (3 von 5 Sternen)
Ein politischer Kurzgeschichtenband in Briefform
Es ist wohl keine Überraschung, dass dieses Buch politisch ist. Und es stellt uns die unangenehme Frage, werden wir die Welt mögen auf die wir zusteuern? Politisch, Gesellschaftlich? In schön formatierten Briefen, Emails oder Werbeschreiben sehen wir die Welt von Morgen aus Augen für die es schon Gestern ist. Ein sehr schönes kurzweiliges Buch, dass ich nur empfehlen kann.
Schwarzer Humor mit bitterem Beigeschmack
Timur Vermes schafft es wieder einmal, die Leser:innen mit einer Mischung aus bissigem Humor und beklemmender Zukunftsvision zu packen. Das Cover ist wie gewohnt schlicht, aber aussagekräftig, und der Erzählstil strotzt nur so vor schwarzem Witz und lakonischer Schärfe. Die „Briefe von morgen“ halten unserer Gegenwart auf schonungslos humorvolle Weise den Spiegel vor, so treffend, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Besonders gelungen ist die Art, wie die scheinbar absurde Zukunft gar nicht mehr so weit entfernt wirkt, sondern sehr nah an unsere aktuelle Realität heranrückt. Die dystopischen Visionen sind so pointiert beschrieben, dass man beim Lesen gleichzeitig schmunzelt und Gänsehaut bekommt. Dieses Buch hat mich sofort gefesselt, ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Fazit: Ein intelligentes, schwarzhumoriges Lesevergnügen, das genauso unterhält wie es zum Nachdenken bringt.
Muss man in Stimmung zu sein. Gesellschaftskritisch, sarkastisch, satirisch, böse, teilweise auch erschreckend. Fand besonders die "I-Witness- Linsen" gruselig- implantierte Linsen, die die Welt scheinbar schöner machen. Allerdings nicht in der Realität, sondern nur virtuell. Dein Wohnzimmer braucht eine Renovierung? Einfach per App auf der Linse einstellen, fertig. Und so weiter. Haus, Hund, Partner, man selbst- alles in der Linse nach Wunsch optimierbar. Timur Vermes entwirft anhand seiner vielfältigen Briefe eine Zukunft, auf die ich persönlich keine Lust habe. Seine Triggerwarnung endet mit dem schönen Satz: " Die Zukunft ist niemals jetzt, sondern immer erst nachher." Mir ist jetzt ein bißchen schlecht.
Eine Ansammlung an Briefen aus der Zukunft, die wir heute lieber vermeiden sollten
Ob Roboter als Ersatz für Pflegepersonal, eine Firma, um das eigene Kind perfekt herstellen zu lassen oder eine Kontaktlinse, die einem ein ganz neues Sehen ermöglicht - in der Zukunft es wird uns so einiges geboten. Dass diese auch Schattenseiten haben könnte wird einem direkt in dem ersten Brief klar, den der Autor selbst an Friedrich Merz verfasst. Ein Brief, der erstaunlicher Weise schon einiges aus unserer Gegenwart voraussagt... Wie man es von Vermes gewohnt ist bekommt man einiges zum Lachen - aber auch sehr sehr viel zum Nachdenken geboten. Diese Briefe werden wir wohl auf jeden Fall vermeiden wollen.
Vermes verpackt seine Gesellschaftskritik, wie bereits in seinen vorherigen Werken, unfassbar humorvoll. Hier bleibt wirklich kein Auge trocken und dennoch ist die Ernsthaftigkeit dahinter gut zu fassen. Er behandelt Themen wie die anstehende Wahl, Faschismus, KI-Einsatz in der Pflege, Krieg und andere aktuelle Themen. Absolut Lesenswert
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Leben wir schon in der Hölle? Oder kommt die erst noch?
In einer nicht allzu fernen Zukunft ist alles kostenlos ... aber nicht umsonst. Künstliche Intelligenz treibt uns in den Wahnsinn, und man kann sie noch nicht einmal richtig anschreien. Das neue große Ding sind Tattooentfernungen. Der Pflegenotstand wurde durch Roboter behoben, aber irgendwie hatten sich das alle anders vorgestellt. Und Attila Hildmann würde gern wieder nach Deutschland zurück, aber Alice Weidel ist in ihrer Regierungs-AfD in Ungnade gefallen ...
Timur Vermes präsentiert Briefe und andere Dokumente aus der Zukunft, die unserer Gegenwart den Spiegel vorhalten. Ein schwarzhumoriges Vexierspiel, bei dem einem mitunter das Lachen im Halse steckenbleibt. Unnachahmlich bissig und böse!
Book Information
Author Description
Timur Vermes wurde 1967 in Nürnberg als Sohn einer Deutschen und eines Ungarn geboren. Er studierte in Erlangen Geschichte und Politik und arbeitete anschließend als Journalist und Ghostwriter. Er schrieb bis 2001 für die Abendzeitung und den Kölner Express und später für mehrere Magazine. Sein 2012 erschienener Roman Er ist wieder da ist eines der erfolgreichsten deutschen Debüts der letzten Jahrzehnte. Es verkaufte sich mehrere Millionen Mal, wurde fürs Kino verfilmt und in Dutzende Sprachen übersetzt. Timur Vermes' zweiter Roman Die Hungrigen und die Satten stieg 2018 auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste ein.
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Bitterböse und hochaktuell
Das Buch besteht aus sarkastischen und teilweise hart zu ertragenden Briefen, bei denen einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Ob es der Brief an Merz ist, der mit der Afd zusammen gearbeitet hat und nun in einer Diktatur lebt oder die Beschwerde über den Pflegeroboter im Altersheim, der die eigene Mutter ignoriert oder die Bitte zur Förderung des Wiederaufbaus nach der 6. Flut... dieses Buch tut weh und legt den Finger in die Wunden noch während man lachen will. Gutes Buch von einem der eine Ecke weiter denkt. Aber für mich eher ernst als lustig.
Manchmal witzig, manchmal skurill, manchmal gruselig - aber fast immer unterhaltsam
Timur Vermes wagt mit seinem Buch einen Blick in die Zukunft mittels Briefen, Emails, Bedienungsanleitungen oder Zeitungsartikeln. Und diese sind manchmal witzig, manchmal skurill, manchmal gruselig - aber fast immer unterhaltsam oder regen zum nachdenken an. Es geht um AfD-Regierungen, Design-Babys, falsche Aktiendepots, Geopolitik und VR-Produkte - also eine große Brandbreite an Themen, die einem hier geboten werden. Von daher wird es fast nie langweilig. Ich schreibe fast, weil es doch so 2-3 Textstücke gab, die zu sehr in die Länge gezogen wurden. Was aber definitiv ein Eyecatcher in dem Buch ist, dass diese Schriftstücke alle in einem unterschiedlichen Stil dargestellt werden. Das sorgt für Abwechslung fürs Auge. Aber auch da gab es auch einige kritische Darstellungen. Bei dem einen war es eine sehr verschnörkelte Schrift, die stellenweise schwierig zu lesen war, bei einem anderen Text war der Hintergrund sehr dunkel, wo eben die schwarzen Buchstaben auch nicht so gut zu erkennen waren. Aber das ist auch der einzige Kritikpunkt. Ansonsten bekommt man genau das, was der Titel des Buches verspricht. Mein Fazit: Eine lesenswerte Vision über unsere Zukunft, die aber hoffentlich nie so wird, wie hier stellenweise beschrieben.

Hat was von Black Mirror!
Timur Vermes ist der Autor von „Er ist wieder da“. Dies hier sind schwarzhumorige Briefe und andere Dokumente aus der nahen Zukunft, z.B. ein Schreiben einer Frau bezüglich eines beschädigten Pflegeroboters. Ein Mann ruft verzweifelt einen dubiosen Kerl an, weil er geerbten Plastikmüll illegal loswerden muss. Was immer wieder vorkommt und was ich am schlimmsten fand, waren die Werbespots für smarte Kontaktlinsen, die deine Sehschwäche ausgleichen, aber auch die Farben in deiner Umwelt ändern, Kratzer im Autolack verbergen und noch einiges andere können. Das Schreckliche an denen ist, dass die zwar komplett kostenlos, aber dafür Werbefinanziert sind! Du hast täglich eine vorgeschriebene Menge an Werbung, die du über die Linsen betrachten musst, zusätzliche Boni gibt’s, wenn du Firmennamen in Gespräche einbaust mit drei oder mehr Personen, je nach Lautstärke, in der du den Firmennamen rufst 🤯 und noch einiges mehr! Hat also definitiv was von Black Mirror! An manchen Stellen war es mir etwas zu viel Behördensprache, das hab ich dann nur überflogen. Der Hörbuchsprecher Michael Kessler (bekannt aus der Comedy-Serie „Switch“, wo er u.a. Stromberg und Florian Silbereisen parodiert) ist beeindruckend vielseitig!
"Ihre hässlichen Tatsachen sind eben nicht so interessant, dass andere Leute dafür ihre schönen Illusionen aufgeben."
Briefe und Dokumente aus einer möglichen und in vielen Fällen nicht zu fernen Zukunft. Nicht jeder Brief hat 100% meinen Nerv getroffen, aber das Gesamtpaket ist, auch optisch, gut gelungen. Sehr lustig mit viel schwarzem Humor, auch wenn einem manchmal das Lachen vergehen möchte. Lesen!
Briefe von morgen, die wir gern gestern schon gelesen hätten von Timur Vermes Satirisch und pointiert aber irgendwie auch zäh. Briefe von morgen will eine Gesellschaftsanalyse im Briefform-Experiment sein, durchzogen von Sarkasmus, Alltagsbeobachtung und politischen Spitzen. Die Idee, über fiktive Leserbriefe aus der Zukunft auf unsere Gegenwart zu blicken, fand ich anfangs clever. Aber der Funke ist bei mir nicht ganz übergesprungen. Besonders war sicher das Format: Die Briefe sind mal bissig, mal absurd, manchmal fast prophetisch aber selten wirklich berührend. Es bleibt ein intellektuelles Spiel, kein emotionales. Genau das hat mir gefehlt: eine stärkere Verbindung zu den Menschen hinter den Zeilen, mehr als nur Reflexionen auf Missstände. Meine ehrliche Meinung? Das Buch wirkt auf mich streckenweise wie eine zu lang geratene Kolumne. Wortgewandt, ja. Kritisch auch. Aber zwischen Ironie und Moral fehlt mir oft das Gefühl. Ich hatte das Bedürfnis, weiterzulesen aber nicht unbedingt das Verlangen. Es bleibt klug, aber kühl. ★★★☆☆ (3 von 5 Sternen)
Ein politischer Kurzgeschichtenband in Briefform
Es ist wohl keine Überraschung, dass dieses Buch politisch ist. Und es stellt uns die unangenehme Frage, werden wir die Welt mögen auf die wir zusteuern? Politisch, Gesellschaftlich? In schön formatierten Briefen, Emails oder Werbeschreiben sehen wir die Welt von Morgen aus Augen für die es schon Gestern ist. Ein sehr schönes kurzweiliges Buch, dass ich nur empfehlen kann.
Schwarzer Humor mit bitterem Beigeschmack
Timur Vermes schafft es wieder einmal, die Leser:innen mit einer Mischung aus bissigem Humor und beklemmender Zukunftsvision zu packen. Das Cover ist wie gewohnt schlicht, aber aussagekräftig, und der Erzählstil strotzt nur so vor schwarzem Witz und lakonischer Schärfe. Die „Briefe von morgen“ halten unserer Gegenwart auf schonungslos humorvolle Weise den Spiegel vor, so treffend, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Besonders gelungen ist die Art, wie die scheinbar absurde Zukunft gar nicht mehr so weit entfernt wirkt, sondern sehr nah an unsere aktuelle Realität heranrückt. Die dystopischen Visionen sind so pointiert beschrieben, dass man beim Lesen gleichzeitig schmunzelt und Gänsehaut bekommt. Dieses Buch hat mich sofort gefesselt, ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Fazit: Ein intelligentes, schwarzhumoriges Lesevergnügen, das genauso unterhält wie es zum Nachdenken bringt.
Muss man in Stimmung zu sein. Gesellschaftskritisch, sarkastisch, satirisch, böse, teilweise auch erschreckend. Fand besonders die "I-Witness- Linsen" gruselig- implantierte Linsen, die die Welt scheinbar schöner machen. Allerdings nicht in der Realität, sondern nur virtuell. Dein Wohnzimmer braucht eine Renovierung? Einfach per App auf der Linse einstellen, fertig. Und so weiter. Haus, Hund, Partner, man selbst- alles in der Linse nach Wunsch optimierbar. Timur Vermes entwirft anhand seiner vielfältigen Briefe eine Zukunft, auf die ich persönlich keine Lust habe. Seine Triggerwarnung endet mit dem schönen Satz: " Die Zukunft ist niemals jetzt, sondern immer erst nachher." Mir ist jetzt ein bißchen schlecht.
Eine Ansammlung an Briefen aus der Zukunft, die wir heute lieber vermeiden sollten
Ob Roboter als Ersatz für Pflegepersonal, eine Firma, um das eigene Kind perfekt herstellen zu lassen oder eine Kontaktlinse, die einem ein ganz neues Sehen ermöglicht - in der Zukunft es wird uns so einiges geboten. Dass diese auch Schattenseiten haben könnte wird einem direkt in dem ersten Brief klar, den der Autor selbst an Friedrich Merz verfasst. Ein Brief, der erstaunlicher Weise schon einiges aus unserer Gegenwart voraussagt... Wie man es von Vermes gewohnt ist bekommt man einiges zum Lachen - aber auch sehr sehr viel zum Nachdenken geboten. Diese Briefe werden wir wohl auf jeden Fall vermeiden wollen.
Vermes verpackt seine Gesellschaftskritik, wie bereits in seinen vorherigen Werken, unfassbar humorvoll. Hier bleibt wirklich kein Auge trocken und dennoch ist die Ernsthaftigkeit dahinter gut zu fassen. Er behandelt Themen wie die anstehende Wahl, Faschismus, KI-Einsatz in der Pflege, Krieg und andere aktuelle Themen. Absolut Lesenswert



















