HERKUNFT

HERKUNFT

Hardback
4.0738
DrachenFluchtEichendorff LiteraturpreisFlüchtlinge

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Description

- Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2019 -

HERKUNFT ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt.

HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem die Bundesregierung die Grenzen nicht schloss und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh.

HERKUNFT ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. HERKUNFT ist traurig, weil Herkunft für mich zu tun hat mit dem, das nicht mehr zu haben ist.

In HERKUNFT sprechen die Toten und die Schlangen, und meine Großtante Zagorka macht sich in die Sowjetunion auf, um Kosmonautin zu werden.

Diese sind auch HERKUNFT: ein Flößer, ein Bremser, eine Marxismus-Professorin, die Marx vergessen hat. Ein bosnischer Polizist, der gern bestochen werden möchte. Ein Wehrmachtssoldat, der Milch mag. Eine Grundschule für drei Schüler. Ein Nationalismus. Ein Yugo. Ein Tito. Ein Eichendorff. Ein Saša Stanišić.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
368
Price
22.70 €

Author Description

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Werke wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt und viele Male ausgezeichnet. Saša Stanišić lebt und arbeitet in Hamburg. Er ist dort Fußballtrainer einer F-Jugend.

Characteristics

2 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
38%
90%
N/A
N/A
41%
25%
85%
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98%
63%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
100%
100%
100%
100%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate50%
Variable50%

Writing Style

Simple0%
Complex50%
Moderate50%
Bildhaft (100%)Poetisch (100%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

72
All
3

Anstrengend

Mit dem Gewinner des Deutschen Buchpreises 2019 habe ich mich eher schwer getan. Es geht um die Frage, was Herkunft bedeutet anhand der eigenen Migrationschichte des Autors. Gerade die ersten 60 Seiten waren sehr herausfordernd, ich stand kurz vorm Abbruch. Zwischendurch ist es sehr poetisch, aber ich habe schon Bücher mit dem Thema gelesen, die mich mehr überzeugt haben.

4.5

Das Buch an sich fand ich gut, es waren einige tolle Aussagen drin, die ich mir markiert habe. Mein Highlight war aber "Der Drachenhort" zum Ende des Buches! Solche Texte kannte ich bis dahin nicht und es hat mir riesen Spaß gemacht!

4

Traurigschön, klug, subtil.

4

Saša Stanišićs Herkunft ist ein beeindruckend vielschichtiger Roman, der mit seinem ungewöhnlichen erzählerischen Aufbau – zwischen Erinnerungsfragmenten und essayistischen Einschüben – fasziniert.

Seine poetische Sprache trifft genau den Ton zwischen Nostalgie, Humor und melancholischer Tiefe . Besonders berührend sind die Passagen über die demenzkranke Großmutter, die Stanišićs innere Auseinandersetzung mit Heimat und Verlust symbolisieren . Die Mischung aus persönlichen Erlebnissen im Jugoslawienkrieg und dem Ankommen in Deutschland ist fesselnd, auch wenn manche Übergänge etwas sprunghaft wirken. Insgesamt ein kraftvoller, reflektierter Roman über Identität und Zugehörigkeit – verdient 4 von 5 Sternen.

4.5

Wow

Das war mal was ganz anders und besonderes. Anfänglich hatte ich mit der Art wie der Autor Anekdoten erzählt und von hier nach da springt so meine Probleme, doch Recht schnell habe ich mich gut zurecht gefunden und bin absolut fasziniert davon wie staniśic von der Tücke der Herkunft erzählt. Wie er versucht anhand seines eigenen Erlebens eine Verbindung zu schaffen. Es ist ein wichtiges und poetisches Buch! Ein Buch das zur heutigen Zeit vom absolut jedem gelesen werden sollte. Denn es ist so immens wichtig das solche stimmen gehört werden. Den es ist nicht nur die Lebensrealität vom Staniśic sondern von so vielen Geflüchteten!

Wow
2.5

Oh, ich wollte es mögen, doch es gelang mir nicht! Der autobiographische Roman über die Wurzeln der eigenen Identität und die emotionale Verbundenheit zu Großmüttern überzeugt mich leider nicht. Viel zu bruchstückhaft und durcheinander reihen sich die Erinnerungsfetzen in meist kurze Kapitel mit kurzen Sätzen, denen wie der fragmentierten Erinnerung die Worte fehlen. Kann man machen, liest sich aber nicht flüssig und so stockt es immer mehr, je weiter man im Buch voran kommt. Zum Ende hin wird es zudem skurril und der Sack geht gar nicht mehr zu. Schade, ich kann's nicht empfehlen :(

4

Intelligent, berührend und sehr besonders – fast 5 Sterne, weil es lange nachhallt.

„Herkunft“ hat mir sehr gut gefallen und war für mich ein Buch, das viel zum Nachdenken anregt. Auch wenn es keine vollen 5 Sterne geworden sind, war ich sehr nah dran. Besonders beeindruckt hat mich die Art, wie persönliche Geschichte, Erinnerung und Identität miteinander verbunden werden. Das Buch wirkt sehr ehrlich und gleichzeitig literarisch stark, ohne dabei schwer zugänglich zu sein. Ich fand es sehr interessant, über Herkunft, Heimat und das eigene Leben nachzudenken – Themen, die hier auf eine sehr besondere und individuelle Weise erzählt werden. Insgesamt ein sehr kluges und bewegendes Buch, das mich nachhaltig beschäftigt hat und mir lange im Kopf geblieben ist.

5

Die Supermarktschlange sprach 7 Sprachen

Ich wäre gerne Teil der Emmertsgrunder ARAL-Jugend gewesen.

4.5

Ungewöhnlicher Schreibstil

Hat mir sehr gut gefallen! Auch wenn ich am Anfang erst einmal in den Schreibstil finden musste, hat es mich dann nach dem ersten Fünftel echt mitgerissen. Wirklich zu empfehlen und ganz besonders die letzten Seiten haben mich überrascht.

4

Die literarischste Biographie, die ich je lesen durfte 🫶🏼

3.5

"Herkunft" von Saša Stanišić ist ein faszinierendes Werk, das autobiografische Elemente mit Fiktion und poetischen Reflexionen verbindet. Der Roman, der 2019 den Deutschen Buchpreis gewann, erzählt die Geschichte von Stanišićs Flucht aus dem vom Krieg zerrissenen Jugoslawien und seiner Ankunft in Deutschland. Stanišićs Schreibstil ist sowohl poetisch als auch detailreich, was den Einstieg in das Buch für manche Leser etwas schwierig machen kann. Die ersten 50 Seiten sind besonders herausfordernd, da die Sprache manchmal überladen wirkt und der Lesefluss dadurch holprig wird. Dennoch lohnt es sich, dranzubleiben, denn das Buch entfaltet nach und nach seine ganze Tiefe und Schönheit. Ein zentrales Thema des Buches ist die Frage nach der Herkunft und Identität. Stanišić füllt biografische Lücken mit Fantasie und schafft so eine interaktive Abenteuerreise für die Leser. Besonders beeindruckend ist, wie er persönliche Erinnerungen und historische Ereignisse miteinander verwebt, um die Komplexität von Heimat und Identität zu erforschen. Insgesamt ist "Herkunft" ein bewegendes und tiefgründiges Werk, das durch seine Mischung aus Realität und Fiktion besticht. Es fordert die Leser heraus, über ihre eigene Herkunft und Identität nachzudenken und bietet gleichzeitig eine berührende Geschichte über Verlust, Anpassung und die Suche nach einem neuen Zuhause.

5

Unfassbar wie man ein solches Buch schreiben kann. So eine poetische Sprache, thematische Härte und Zärtlichkeit zugleich. Eine fantastische Geschichte über Heimat und Herkunft, Ankommen und Verlassen, Familie und Liebe. Ganz besonderer Erzählstil.

1

Chaotisch

Saša Stanišić erzählt von Flucht, Familie und Identität, von Großmüttern und Sprachen, von Erinnerungen und deren Brüchigkeit. Doch gerade diese Form, das Fragmentarische, das assoziative Springen zwischen Zeiten und Orten, machte es mir schwer, einen Zugang zu finden. Die kurzen Kapitel und knappen Sätze wirken gewollt poetisch, bleiben aber oft an der Oberfläche. Statt eines erzählerischen Flusses entsteht ein ständiges Stocken, das mit der Zeit ermüdet. Einzelne Szenen sind berührend, aber sie verlieren sich im Zersplitterten. Am Ende blieb bei mir kein Gefühl von Tiefe, sondern eher ein unverbundenes Nebeneinander von Episoden. Ich habe das Buch kurz vor Ende abgebrochen – nicht, weil es belanglos wäre, sondern weil es mich formal nicht mitgenommen hat. Herkunft ist sicher ein bedeutsames Buch für viele – für mich war es vor allem ein verpasstes Gespräch.

4

Ein wirklich besonderer Roman, der die Herkunft und die Wurzeln mit all ihrer Vielschichtigkeit beleuchtet.

4.5

Ganz besonderes Buch über die vielen Seiten des Wortes „Herkunft“.

Authentisch und humorvoll

Saša Stanišić beschäftigt sich in einem autofiktionalen Text sehr einfühlsam und reflektiert mit den Fragen: Was ist Herkunft? Wie funktioniert Erinnerung? Sein Stil dabei ist humorvoll, anekdotenhaft und zieht die Leser:innen sofort in seinen Bann. Es fällt leicht sich in die Situationen und Charaktere hineinzudenken, wodurch das Buch auch sehr berührend zu lesen ist. Kindheitserinnerungen vermischen sich mit Migrationserfahrung und Jugoslawien-Nostalgie, wobei sich der Autor immer auf einem feinen Grat zwischen Ironie und Ernst bewegt und uns nie ganz vergessen lässt, dass der Blick in die Vergangenheit so manches verfälscht und verklärt. Die reflektierte Auseinandersetzung mit dem Erinnern als kulturelle und persönliche Praxis ergibt sich nicht zuletzt aus der Beziehung des Autors zu seiner an Demenz erkrankten Großmutter, die ein zentrale Rolle spielt. Besonders beeindruckt hat mich das Ende – ein literarisches Experiment, bei dem der:die Lesende aktiv miteingebunden wird und die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie/Legende verschwimmen. Mehr will ich hier aber gar nicht verraten … Lest das Buch selbst. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis! PS: Ich habe teilweise auch das vom Saša Stanišić selbst eingesprochene Hörbuch dazu gehört und kann es ebenfalls sehr empfehlen – wirkt super authentisch und sympathisch!

4.5

Liebe-, kunst- und humorvoll erzählt der Autor von seiner Herkunft (dem ehemaligen Jugoslawien) und verwebt dabei mehrere Zeitebenen miteinander. Ein paar wenige Längen gibt es, die man aber gut überwinden kann. Zum Ende hin sehr ergreifend! Beeindruckend vor allem, wie virtuos und souverän Stanišić in der erlernten Sprache erzählt. Absolute Leseempfehlung!

4

Ich kann mich vielen anderen nur anschließen. Die ersten 50-60 Seiten empfand ich als stilistische Hürde. Dann geht es jedoch über in die Erzählungen von Flucht, einer analoger Jugend und der Reise in die Herkunft. Diese sind witzig, skurril und mitunter auch tragisch. Dabei aber gut so gut beschrieben, dass ich das Gefühl hatte am Balkan zu sein, obwohl ich noch nie da war. Die letzten Seiten haben mitten in mein nerdiges Herz getroffen.

Ich kann mich vielen anderen nur anschließen. Die ersten 50-60 Seiten empfand ich als stilistische Hürde. Dann geht es jedoch über in die Erzählungen von Flucht, einer analoger Jugend und der Reise in die Herkunft. Diese sind witzig, skurril und mitunter auch tragisch. Dabei aber gut so gut beschrieben, dass ich das Gefühl hatte am Balkan zu sein, obwohl ich noch nie da war.
Die letzten Seiten haben mitten in mein nerdiges Herz getroffen.
5

Saša Stanišić schreibt, wie ich es gerne können würde. Knackig kurze Sätze, die trotzdem voller emotionaler Schnörkel sind. Und er erzählt eine wichtige Geschichte. Ich hatte ziemlich lange das Gefühl, dass mich das Buch nicht erreicht. Dass mein Verhältnis zu Heimat und Familie viel zu schwierig ist, dass ich schon zu viele Geschichten über Migration gehört habe. Aber, was soll ich sagen, ich lag falsch.

1

Ich habe das Buch nach ca. 100 Seiten weggelegt. Der Schreibstil ist ermüdend ebenso wie die ellenlangen unnötigen Details über die Vorlieben seiner Großmutter. Habe mich auf das Buch gefreut und bin leider sehr enttäuscht.

5

Was für ein großartiges Buch - ich liebe alles und das Ende noch mehr.

2.5

Das Buch ist auf seine Art etwas Besonderes, eine Mischung aus Autobiographie und Roman. Es geht um Herkunft, Identität, Verluste und Familie. So ein Buch hab ich tatsächlich bisher nicht gelesen gehabt. Tragik und Komik vermischen sich hier sehr stark. Sehr einfallsreich und kreativ, allerdings hat es meinen Geschmack nicht wirklich getroffen.

Post image
5

Der Buchpreis wurde definitiv an das das richtige Buch verliehen. So nah und so schön - so traurig und so wahr. Ein wundervolles Buch, welches das Leben vieler Menschen beschreibt. Bei einigen mehr, bei einigen weniger. Nationalismus, Separatismus - Identität & Herkunft. Ein Einblick in Seelen vieler Freunde, Nachbarn, Kollegen und Mitmenschen. Ich habe es geliebt und kann es nur empfehlen 🙏

3

Gute Story - ich kam aber nicht rein

An sich ein tolles Buch, dass in seinem Erzählstrang stringent ist und eine Zärtlichkeit und Tiefe mitbringt - mich aber nicht gecatched hat und ich nicht reinkam und sehr lang zum Lesen gebraucht habe. Trotzdem okay!

4

Seine Erzählungen sind mir etwas zu sprunghaft. Eine klarere Struktur/Chronologie würde meinen Lesefluss erhöhen.

3.5

Ein wichtiges Thema, jederzeit. In Zeiten von Krieg, Vertreibung und Flucht. Allerdings konnte ich mich leider mit dem Schreibstil nicht ganz anfreunden. Trotzdem fand ich die Geschichte berührend und regt zum Denken an. 

5

Großartig! Sowohl die Sprache als auch das Thema und ganz besonders das Ende.

Ich fand es ganz großes Kino. Der spielerische Umgang mit Wörtern hat mir so viel Freude bereitet. Über das Ende will ich nicht zu viel verraten, nur so viel: Ich habe es bei den Lustigen Taschenbüchern geliebt und mich so gefreut! Ich habe daa Buch im Kroatien Urlaub gelesen während ich die Eltern meines Partners besucht habe. Es hätte nicht passender sein können und hat mir noch mal eine andere, eine nicht kroatische Sicht des Krieges aufgezeigt. Damit wurde der Tag der Unabhängigkeit hier noch mal anders. Das Buch war Grund mehr Dinge zu hinterfragen und dafür bin ich sehr dankbar. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig zu sehen wohin es geführt hat auf Andersartig sein zu beharren.

Großartig! Sowohl die Sprache als auch das Thema und ganz besonders das Ende.
4

Schwer.

Schwer ist das perfekte Wort für dieses Buch. Liegt schwer im Magen, nimmt einen schwer mit und ist teilweise schwer zu lesen, aber auch sehr sehr schön.

4.5

Wunderbar geschrieben und interessant für eigentliche jede*n.

Beobachtungen aus dem Leben. Stanisic schafft es viele Momente bzw. Zeiträume seines eigenen Lebens so zu verpacken, dass man sich in diese hineinversetzen kann. Ich hatte anfänglich etwas Schwierigkeiten mich in den Stil hineinzulesen. Das legte sich jedoch schnell und der Stil offenbarte sich als perfektes Element, um die teilweise abstrusen Situationen zu verbildlichen.

5

Wundervoll poetisches Buch, tolle Sätze. Und gute Aussagen, sehr lesenswert! Eine wunderschöne Geschichte über Familie, Herkunft, Zufall, Vergessen und vieles mehr.

4.5

Anders

Nun ja, eine kühne Aneinanderreihung von Erinnerungen, Geschichten und Erzählung. Ja, Herkunft ist ein Thema, mehr noch aber was jede Herkunft und den folgenden Werdegang so einzigartig macht. Aber das Ende - endlich mal wieder so ein Ende.

3

„Herkunft sind die bittersüßen Zufälle, die uns mal hierhin, dorthin getragen haben.“ (S. 67)

Mal hierhin, mal dorthin führt uns auch Saša Stanišićs episodenhafte Erzählung über seine Herkunft und seine Familie. Im Zentrum stehen dabei Erinnerungen aus Stanišićs Jugend, dem Erwachsenwerden aber auch dem „Sich-selbst-(wieder)-finden“ in der alten und neuen Heimat. Dabei stellt sich der Protagonist Saša immer wieder selbst die Frage nach Zugehörigkeit, Verlust, Privileg und reflektiert die „bittersüßen Zufälle“, die ihn aus dem ehemaligen Bosnien nach Deutschland geführt haben. Spürbar ist vor allem die innige Verbundenheit zu seiner Großmutter Kristina, deren Demenz Anlass und roten Faden für Stanišićs Erzählung bietet. Ich konnte viel über die politische und gesellschaftliche Lage im ehemaligen Jugoslawien lernen, die sich auch heute noch auf das Verhalten und Denken der Bevölkerung in dieser Gegend auswirkt. Auch die Zerrissenheit von Sašas Eltern, die erst in Deutschland und später in den USA lebten, war sehr authentisch und berührend. Stanišićs verzichtet auf übertriebenen Pathos, schreibt gefühlvoll und nicht dramatisch - und das macht die Geschichte so sympathisch und lesenswert. Für mich wurde insbesondere beim Lesen des letzten Teils deutlich, wie sehr dieser Text jedoch vor allem als Verarbeitung der Vergangenheit dient. Dieser persönliche Bezug machen es daher schwer, Kritikpunkte auszuformulieren. Für mich hatte der Text allerdings seine Längen.

5

Das Buch fand ich richtig toll. Es war schön, traurig und lustig zugleich. Der Schreibstil war gezeichnet durch viele Gedanken- und Zeitsprüngen, was mir allerdings gut gefallen hat.

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4

In Fragmenten aus seiner Erinnerung erzählt Stanišić aus seinem Leben. Auslöser dazu war die Demenzerkrankung seiner Großmutter. Ich fand es interessant die Perspektive eines aus Jugoslawien geflüchteten Jungen einzunehmen, der versucht im Deutschland der 1990er Fuß zu fassen. Diese Geschichten sind wertvoll und es gibt sie viel zu wenig. Oder ich nehme sie nicht so wahr? Ausgesprochen gut hat er mir auch gefallen, wie liebevoll er mit seiner dementen Oma umgeht und wie liebevoll er auch darüber erzählt. Und ganz nebenbei hat man auch noch ein bisschen was über das Leben und den Zusammenbruch Jugoslawiens erfahren. Eine bereichernde Lektüre.

4

Als der Krieg im ehemaligen Jugoslawien tobte, war ich noch ein Kind. Als er zu Ende ging, ebenfalls. Damals verstand ich nicht, wieso viele meiner Freunde plötzlich wegzogen und auch nicht, wohin. Unterdessen habe ich viele Bücher über Kriege und Flüchtingsschicksale gelesen, aber einen Titel über eben jenes Thema, mit dem ich über diverse Freundschaften indirekt in Kontakt gekommen bin? Fehlanzeige. Dank der Verleihung des Deutschen Buchpreises an Saša Stanišić rückte das Buch und auch das Thema wieder in meinen Fokus. Und ich bin sehr froh darum. Der Autor verbindet das Schicksal seiner Familie und das Leben als Neuangekomme in Deutschland auf eine fast schon verzaubernde Art und Weise. Wir erfahren die Geschichte der Grossmutter, aber auch jenes von Saša selbst, der mich übrigens dermassen beeindruckt hat damit, dass er sich eine Fremdsprache so angeeignet hat, dass er sie besser beherrscht als mancher Landsmann (oder -frau). Ja, Stanišićs Schreibstil überzeugt und so kann ich die Entscheidung der Jury nur begrüssen. Das Thema passt, das aktuell und doch vergessen ist, und auch das sprachliche Niveau entspricht dem, was ich von einem Preisträger des Deutschen Buchpreises erwarte. Dabei weist Stanišić jedoch nicht die Blasiertheit auf, derer sich hohe Literaten oft bedienen, sondern schreibt glatt, geschmeidig, warm. Eine wirklich gutes und gelungenes Urteil. Herzlichen Glückwunsch, Herr Stanišić, machen Sie weiter so.

4

Ein Buch von der Sorte, das ich zu lange habe liegengelassen.

2

Das war nichts für mich.

Ständige Szenenwechsel, viele verschiedene Personen, ich kam gefühlt bis zum Ende nicht richtig rein, hab mich immer gefühlt wie am Anfang einer Geschichte. Und dann noch dieses Ende, man sollte es sich sozusagen "selbst" erlesen, selbst bestimmen. Hab jetzt das Gefühl ich kenne das echte Ende des Buches nicht, seltsames Gefühl. Klar, das Thema insgesamt ist interessant und Stanisic hat eine sehr individuelle Rangehensweise, das macht für mich trotzdem leider nicht mehr Sterne 🌟 aus. Schade.

4

Ein Buch, dass dich still und heimlich einnimmt

Anfangs fiel es mir schwer, in die Erzählwelt von Herkunft einzutauchen. Das Buch ist keine packende Lektüre im herkömmlichen Sinne – und das will es auch nicht sein. Stattdessen lädt es dazu ein, sich auf eine stille und nachdenkliche Reise durch die Biografie von Saša Stanišić zu begeben und die Frage nach dem Begriff der Herkunft zu erforschen: Was bedeutet es, woher wir kommen, und wie viel davon ist letztlich reiner Zufall? Besonders berührend wird die Geschichte, wenn Stanišić über seine Großmutter schreibt, die mit Wärme und liebevollem Respekt im Zentrum vieler Erinnerungen steht. Stanišić gelingt es, mit einer klaren und unvoreingenommenen Sprache selbst schwierige Themen so anzusprechen, dass man nicht selten schmunzeln muss. Seine Worte bleiben im Gedächtnis und laden dazu ein, sich auch nach dem Lesen weiter mit den behandelten Themen auseinanderzusetzen. Ein Highlight für mich war das Ende – ohne zu viel vorwegzunehmen, kann ich sagen, dass es genau den richtigen Ton trifft. Es war spannend, unerwartet, und hinterließ mich sowohl verwirrt und traurig als auch zufrieden. Herkunft ist ein Buch, das sich allmählich entfaltet und nachwirkt. Wer Geschichten mag, die leise, aber intensiv sind, wird mit diesem Buch Freude haben.

4

Toller Schreibstil, toller Inhalt

Der Schreibstil war für mich am Anfang recht ungewöhnlich, aber nach einer Zeit war es genau das, was mir am Buch am besten gefallen hat. Sobald man den Dreh raushat liest sich das Buch super leicht und ist sehr interessant.

3

Ich kann sehr gut nachvollziehen, wieso das Buch den deutschen Buchpreis 2019 bekommen hat und wieso es für viele als großartig empfunden wird. Das Thema in diesem Buch ist momentan, besonders im Hinblick auf die Flüchtlingskrise hochaktuell. Nach nur wenigen Seiten war ich fasziniert. Allerdings hatte ich mit dem sehr eigenen und innovativen Schreibstil des Autors etwas zu kämpfen. Saša Stanišić beschreibt fast schon autobiographisch in Zeitabständen immer wieder seine eigenen Geschichten. Wie es ist, wenn man nicht genau weiß, woher man kommt, wohin man gehört. Man lernt so die jugoslawische Sprache kennen, die Familie Stanišić´und die Probleme, die sie hatten ihrer Herkunft Wegen. Der Leser bekommt Einblicke in den Diskurs über Herkunft, Flucht und Immigration. Man wird als Leser automatisch für dieses Thema sensibilisiert. Man bekommt mit, wie all diese Themen mit den Themen Identität, Rassismus, Vorurteile und Ausgrenzung zusammenhängen. Ein durcheinander der Gefühle meinerseits. Ich war so betroffen, so emotional, als ich all diese Dinge gelesen habe. Selten konnte ich mich so gut in einen Protagonisten hineinversetzen und mitfühlen, wie in diesem Buch. Das Schlimme dabei ist, dass es keine Fiktion ist, es ist echt und genau so passiert. Saša Stanišić redet von seinen eigenen Empfindungen, seinen eigenen Gefühlen und Erlebnissen. Das hat mich schlichtweg beeindruckt. Kommen wir aber zu meiner Kritik, die für mich leider all das Positive an dem Buch abgewertet hat. Der eigentlich sehr individuelle und innovative Schreibstil ist für viele das Besondere an diesem Buch. Ich persönlich konnte mich bis zuletzt nicht mit dem eigensinnigen Schreibstil und die Aneinanderreihung von verschiedenen kurzen und manchmal sinnlosen Wörtern anfreunden. Der Schreibstil ist unvergleichlich, keine Frage, aber ich glaube es ist wieder etwas, was man entweder sehr mag oder eben gar nicht mag. Bei mir war es leider Letzteres. Inhalt und Struktur passen wirklich gut zusammen. Denn genau so, wie Stanišić seine Lebensgeschichte durcheinander und fast schon ohne Ordnung zu einem literarischen Werk projiziert hat, passten auch seine wirre Aneinanderreihung von Wörtern, die kurzen Sätze und extrem kurzen Kapitel dazu. Eigentlich ist es schon ein Meisterwerk, sehr innovativ eben, aber eben nicht das, was ich gerne lese bzw. womit ich meine Schwierigkeiten hatte. Von mir gibt es deswegen 3 Sterne. Ich spreche diesem Buch aber definitiv eine Empfehlung aus, weil es thematisch und inhaltlich überragend ist. Stilistisch und sprachlich war es aber nicht mein Fall. Überzeugt euch selbst, ob ich mit diesem Schreibstil klar kommt. Ich bin letztendlich aber sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben, denn es hat mir viel gegeben!

5

Was war das denn bitte?! Am Anfang war ich kurz von der Erzähltstruktur irritiert, irgendwann hatte ich mich aber daran gewöhnt. Ich habe gelacht, geweint, mich geärgert und dazugelernt. Ein ganz besonderes Buch mit wunderschöner Sprache und einem grandiosen Ende!

5

Großartiges Buch mit einer kraftvollen, ausdrucksstarken und faszinierenden Sprache. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite gepackt. Wie berührend er die Geschichte seiner Familie erzählt, allen voran die seiner Großmutter. Und eine Geschichte über Heimat, Heimatlosigkeit, Verlust, Krieg und Einsamkeit. Aber auch über Zuversicht, Zusammenhalt und Zukunft. Ich liebe die ARAL-Freunde! Das Ende ist „speziell“, wenn auch passend zum Roman! Eine absolute Empfehlung!

2.5

Kein typischer Roman - stellenweise hat er mich wirklich gepackt, ich mag auch das Thema sehr. Aber sehr holprig für mich zu lesen, durch die Zeitsprünge und historischen Referenzen aus dem Nichts...

4

Ich habe das Buch angefangen, ohne zu wissen, was mich erwartet und war zu Beginn etwas verwirrt, was da nun auf mich zukommt. Der Stil und vor allem die Zwischenmenschlichen Beziehungen haben mich dann aber recht schnell gefesselt und sie sind es auch, die das Buch zu etwas besonderem machen. Das Leben und Schicksal des Autors ist gar kein seltenes oder ungewöhnliches, doch gerade deswegen ist es vielleicht so wichtig. Viele Menschen beschäftigt das Thema Herkunft und Heimat. Die Hautfarbe, die Sprache oder allein schon der Name bestimmen, ob Menschen dich als "einen von ihnen" ansehen. Das sollte nicht so sein, doch immer noch definieren sich die Menschen über ihre Herkunft. Doch wo ist die, wenn du als Kind das Land verlässt, anderswo aufwächst, dich dort auch heimisch fühlst... Saša Stanišić beginnt über die Beziehung zu seiner Vergangenheit zu reflektieren, über das Leben als Geflüchteter und über die Familie. Vor allem die Beziehung zur Großmutter spielt eine große Rolle und hat mich emotional berührt. Darum geht es auch zum Schluss, den ich etwas merkwürdig aber durchaus interessant finde, Stanišić verdeutlicht, dass es halt doch eine Geschichte ist, deren Ausgang man selbst in der Hand hat, zumindest kann man sich das einbilden.

5

Was soll ich sagen. Ich bin ein bisschen verliebt in das Buch...und vllt. auch in den Autor? Ja, es ist ein autobiographisches Buch, aber was für eines... Es ist das erste der 6 Shortlist-Kandidaten für den dt. Buchpreis das ich gelesen habe und die Messlatte liegt jetzt schon ziemlich hoch. Es ist ein Lesevergnügen, es ist tolle Literatur, es tut weh, es lässt schmunzeln, es lässt sich wundern. Ich hätte Herrn Stanišić noch stundenlang zuhören können und mir Geschichten erzählen lassen.

5

Ein unterhaltsames Hörbuch. Aber es kommt nicht an das Buch heran. Einerseits weil es gekürzt ist, andererseits gibt es Bücher, die lieber selbst gelesen werden wollen. "Herkunft" ist so eins.

3

Mein erstes Buch von Stanišić - und ich habe mir mit der Erzählart tatsächlich etwas schwer getan. Die Sprünge zwischen und auch innerhalb der Kapitel wirkten auf mich teils willkürlich und ergaben an anderer Stelle wiederum umso mehr Sinn. In Retrospektive immer dann, wenn ich mehr als nur ein paar Minuten am Stück gelesen habe - ein Buch, für das man sich Ruhe, Zeit und Muse nehmen sollte. Überrascht hat mich das Ende im Stil der von mir damals heißgeliebten Gänsehaut-Abenteuer-Spielbücher, in denen der Leser das weitere Vorgehen mitgestalten kann. Stanišič bricht hierbei auf mehreren Ebenen mit dem vorangegangenen Erzählstil: stilistisch als auch inhaltlich sowie bezogen auf das Genre - fand ich sehr erfrischend. Für mich war "Herkunft" in sich nicht rund genug und konnte mich an keiner Stelle wirklich fesseln. Nichtsdestotrotz scheinen die diversen Auszeichnungen Stanišić recht zu geben - und es wird mit Sicherheit nicht bei diesem einen Buch von ihm in meinem Bücherregal bleiben.

4

HERKUNFT ist ein Buch, zum dem ich hauptsächlich aus einem bestimmten Grundgegriffen habe: Jugoslavien. Das begründet sich daraus, dass ich bisher wenig Ahnung von den Balkankriegen hatte und das nach einer Reise nach Kroatien und Bosnien gerne ändern wollte. Der Autor beschreibt in diesem Buch seine eigene Vergangeheit so detailliert und intensiv, dass man am Ende das Gefühl hat, diesen eigentlich wildfremden Menschen sehr gut zu kennen. Gleichzeitig schafft er es auch, wichtige politische Themen anzusprechen und ein Statement zu setzen, mich nachdenklich zu stimmen. Besonders die Geschichte um seine demente Großmutter war für mich unglaublich bewegend und ist sehr gut erzählt worden. Das große Problem dieses Buches ist weder sein Inhalt noch sein etwas eigenwilliger Schreibstil mit kurzen und abgehackten Sätzen. Vielmehr ist der Aufbau des Buches und seine Sortierung der Kapitel scheinbar so willkürlich und chaotisch, dass man nicht immer der Handlung folgen kann und viele Zusammenhänge nicht erkennt. Das stört den Lesefluss enorm und sorgt trotz einfacher Sprache dafür, dass man länger als nötig braucht, um das Buch zu lesen. Großer Pluspunkt ist dann aber noch der Epilog gewesen, bei dem man als Leser selbst entscheiden konnte, wie die Geschichte ausgehen soll. Angelehnt an diverse Kinder- und Jugendbücher die nach diesem Entscheidungsschema geschrieben wurden, lockert das alles nochmal auf und hinterlässt ein positives Gefühl mit glücklichen Kindheitserinnerungen. Denn obwohl Autor Saša Stanišić in einem ganz anderen Land geboren und auch ein paar Jährchen älter ist als ich, zeigt das nur, wie viele Gemeinsamkeiten Menschen haben können, egal wo sie ursprünglich geboren wurden. Danke dafür. 4/5 Sterne *Vielen Dank an das Bloggerportal und den Lucherhand Verlag für das Rezensionsexemplar*

1

Wieder ein Buch von Saša Stanišić das mir nicht ganz so gut gefallen hat. Der Schreibstil an sich war leicht zu lesen, aber mich hat einfach die Geschichte an sich nicht so wirklich interessiert. Teilweise waren langatmige Stellen dabei. Für mich hat es sich eher wie ein Tagebuch gelesen, das man seinen Verwandten vorlesen kann, die sich in den Geschichten wiederfinden können. Ich tue mich immer schwer etwas zu schreiben, wenn mir das Buch nicht so gut gefallen hat.

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