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Ist dieses Cover nicht ein Traum? Es war mir eine Freude, das Buch in dieser wunderschönen Aufmachung in den Händen zu halten. Ein Kompliment an den kjona-Verlag! Das gute Benehmen ist ein Buch, das man konzentriert und genüsslich lesen sollte. Es ist erstmalig 1981 erschienen und stand auf der Booker-Shortlist. Das erste Kapitel sollte man am Ende unbedingt noch einmal lesen, denn dieses ist eigentlich ein Prolog, oder noch eher ein Epilog, da wir darin erfahren, wie es der Protagonistin Aroon nach den Ereignissen in ihrer Jugend ergangen ist. Im Vorwort schreibt Tara-Louise Wittwer, dass Aroon ein unlikeable female character ist „in den 1920er-Jahren. Zu einer Zeit, in der das patriarchale Korsett nicht nur festgezurrt wurde, sondern auch gern getragen von anderen Frauen. … sozialisiert in einer Gesellschaft, in der Etikette und gutes Verhalten über Empathie und Emotionen standen.“ (S. 6) Aroon St. Charles lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder Hubert hinter den Toren von Temple Alice. Der Vater ist Gutsherr, der seine Zeit vor allem der Jagd widmet. Die Mutter – Mummie – interessiert sich fürs Gärtnern und die Malerei, weniger für ihre Kinder, am allerwenigsten für ihre Tochter. Nanny Mrs. Brock ist der erste Mensch, der der großgewachsenen und pummeligen Aroon Liebe und Zuneigung schenkt. Als junges Mädchen verliebt sie sich in Richard, den besten Freund ihres Bruders. Richard ist allerdings nicht an Frauen interessiert, was Aroon viel zu spät merkt. Eine wichtige Rolle spielt die Köchin Rose, die Aroons Vater nach einem Schlaganfall pflegt. Beziehungen werden nur angedeutet: Roses Hand unter der Decke des Gutsherrn, Hubert und Richard tanzend im Kaminzimmer. Hier möchte ich aus der Rezension von @lesenmitcarola zitieren: „Aroon selbst blickt wie durch ein Loch im Zaun auf die Geschehnisse. Die Lesenden hingegen erkennen sehr wohl, welches Stück hier gespielt wird. Ausgesprochen wird es nicht, denn das gute Benehmen steht über allem, sogar über Tod und Trauer.“ Aroon ist nicht der einzige unlikeable Charakter, bis auf Mrs Brock und den Familienanwalt Mr Kiely war mir keiner der Charaktere sympathisch. Ganz fürchterlich fand ich Mummie, der es wichtiger war, eine Kredenz zu kaufen als die Krankenschwester ihres Mannes zu bezahlen. Das Buch eignet sich hervorragend für einen Buchclub, da es viel Spielraum für Interpretationen bietet. Mir hat sich die Bedeutung der beiden Schwestern aus der Nachbarschaft nicht erschlossen. Dass Essen für Aroon die fehlende Liebe kompensierte, war wiederum klar ersichtlich. Gerne empfehle ich Das gute Benehmen weiter, ein Buch, auf das man sich einlassen sollte.
Mar 1, 2026
Ist dieses Cover nicht ein Traum? Es war mir eine Freude, das Buch in dieser wunderschönen Aufmachung in den Händen zu halten. Ein Kompliment an den kjona-Verlag! Das gute Benehmen ist ein Buch, das man konzentriert und genüsslich lesen sollte. Es ist erstmalig 1981 erschienen und stand auf der Booker-Shortlist. Das erste Kapitel sollte man am Ende unbedingt noch einmal lesen, denn dieses ist eigentlich ein Prolog, oder noch eher ein Epilog, da wir darin erfahren, wie es der Protagonistin Aroon nach den Ereignissen in ihrer Jugend ergangen ist. Im Vorwort schreibt Tara-Louise Wittwer, dass Aroon ein unlikeable female character ist „in den 1920er-Jahren. Zu einer Zeit, in der das patriarchale Korsett nicht nur festgezurrt wurde, sondern auch gern getragen von anderen Frauen. … sozialisiert in einer Gesellschaft, in der Etikette und gutes Verhalten über Empathie und Emotionen standen.“ (S. 6) Aroon St. Charles lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder Hubert hinter den Toren von Temple Alice. Der Vater ist Gutsherr, der seine Zeit vor allem der Jagd widmet. Die Mutter – Mummie – interessiert sich fürs Gärtnern und die Malerei, weniger für ihre Kinder, am allerwenigsten für ihre Tochter. Nanny Mrs. Brock ist der erste Mensch, der der großgewachsenen und pummeligen Aroon Liebe und Zuneigung schenkt. Als junges Mädchen verliebt sie sich in Richard, den besten Freund ihres Bruders. Richard ist allerdings nicht an Frauen interessiert, was Aroon viel zu spät merkt. Eine wichtige Rolle spielt die Köchin Rose, die Aroons Vater nach einem Schlaganfall pflegt. Beziehungen werden nur angedeutet: Roses Hand unter der Decke des Gutsherrn, Hubert und Richard tanzend im Kaminzimmer. Hier möchte ich aus der Rezension von @lesenmitcarola zitieren: „Aroon selbst blickt wie durch ein Loch im Zaun auf die Geschehnisse. Die Lesenden hingegen erkennen sehr wohl, welches Stück hier gespielt wird. Ausgesprochen wird es nicht, denn das gute Benehmen steht über allem, sogar über Tod und Trauer.“ Aroon ist nicht der einzige unlikeable Charakter, bis auf Mrs Brock und den Familienanwalt Mr Kiely war mir keiner der Charaktere sympathisch. Ganz fürchterlich fand ich Mummie, der es wichtiger war, eine Kredenz zu kaufen als die Krankenschwester ihres Mannes zu bezahlen. Das Buch eignet sich hervorragend für einen Buchclub, da es viel Spielraum für Interpretationen bietet. Mir hat sich die Bedeutung der beiden Schwestern aus der Nachbarschaft nicht erschlossen. Dass Essen für Aroon die fehlende Liebe kompensierte, war wiederum klar ersichtlich. Gerne empfehle ich Das gute Benehmen weiter, ein Buch, auf das man sich einlassen sollte.
Mar 1, 2026







