Liebe Wilhelmine oder Plädoyer fürs Kinderkriegen in der Klimakrise

Liebe Wilhelmine oder Plädoyer fürs Kinderkriegen in der Klimakrise

Hardback
4.035

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Dürfen wir in dieser Welt noch Kinder kriegen? Elternschaft war noch nie so politisch wie heute. Und sie stand noch nie unter einem solchen Rechtfertigungsdruck. Unter welchen Bedingungen dürfen wir unseren Kindern eine Welt zumuten, in der ganze Länder im Meer versinken? Wie begleiten wir sie ehrlich und auf Augenhöhe, ohne ihnen den Mut zu nehmen? Was erzählen wir ihnen über ihre Zukunft? Marisa Becker, Nachhaltigkeitsexpertin und Mutter, setzt mit ihrem Essay ein gesellschaftliches Statement, das für Diskussionsstoff sorgt. Kühn und kenntnisreich argumentiert sie, warum es Kinder und mutige Eltern braucht, um die Klimakrise zu überleben.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Hardback
Pages
96
Price
20.60 €

Author Description

Marisa Becker lebt als freie Journalistin und Content Creatorin mit Fokus auf Klima und Nachhaltigkeit nahe Leipzig. Ihr Blogazine EKOLOGISKA wurde mit dem Hygge-Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Posts

11
All
4

Gute Denkanstöße

Über ein wichtiges Thema

Gute Denkanstöße
4

Es ist falsch, Mütter als Klimasünderinnen anzuprangern, weil sie sich dafür entschieden haben, Kinder zu bekommen. Abgesehen davon, dass Kinder per se eben nicht das Problem sind, finde ich die Art und Weise, wie dadurch indirekt über den weiblichen Körper bestimmt werden soll, inakzeptabel. Nicht äußere Kräfte sollen entscheiden und bewerten dürfen, ob die Schwangerschaft einer Frau erwünscht ist oder nicht - nur sie allein darf über ihren Körper bestimmen. Dazu gehört selbstverständlich auch, dass sie sich gegen eine Schwangerschaft entscheiden darf. Frauenkörper sind in unserer Gesellschaft ohnehin viel zu vielen Bewertungen ausgesetzt - die Klimakrise darf keinen weiteren vermeintlichen Grund dafür liefern, diesen Spießrutenlauf aus übergriffigen Kommentaren zu befeuern.

4

Neue Generationen „großlieben“, um die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu lösen und Wege in eine lebenswerte und zukunftssichere Gesellschaft zu gehen. Soziale Konzepte, Natur und Resilienz sind wichtige Bausteine. Optimistisch und inspiriert lege ich das Buch zur Seite. Ab und zu hole ich es sicher gerne hervor, um mich weiterhin positiv zu stimmen.

4

"Kinder müssen basically großgeliebt werden." (S.84) Geballte Hoffnung. Neue Ansätze. Anders als andere Rezensierende schreiben, meiner Meinung nach keine Anklage von Personen die keine Kinder wollen (schreibt sie konkret so, dass andere Gründe als Klimakrise natürlich da sein dürfen und verständlich sind), sondern einfache Bestärkung all jener die bereits Kinder haben oder es eben noch ganz unbedingt wollen! Schöne Sprache. Viele meiner eignen Gedanken wieder gefunden. Hat mir durch die Angst geholfen und inspiriert den nächsten Schritt in Richtung Klimafreundlichkeit zu gehen.

"Kinder müssen basically großgeliebt werden." (S.84)

Geballte Hoffnung. Neue Ansätze. Anders als andere Rezensierende schreiben, meiner Meinung nach keine Anklage von Personen die keine Kinder wollen (schreibt sie konkret so, dass andere Gründe als Klimakrise natürlich da sein dürfen und verständlich sind), sondern einfache Bestärkung all jener die bereits Kinder haben oder es eben noch ganz unbedingt wollen! 
Schöne Sprache. Viele meiner eignen Gedanken wieder gefunden. 
Hat mir durch die Angst geholfen und inspiriert den nächsten Schritt in Richtung Klimafreundlichkeit zu gehen.
2.5

Marisa Becker versucht, der verbreiteten klimainduzierten Geburtenangst etwas entgegenzusetzen. Ihr Text ist ein Plädoyer für Zuversicht: Kinder als Hoffnungsträger, als Beweis, dass Zukunft noch möglich ist. Becker adressiert zwar die Angst vor der Zukunft, aber nicht die Vielfalt weiblicher Lebensentwürfe. Gerade für Frauen, die keine Kinder haben (freiwillig oder nicht), entsteht ein unterschwelliger Ton: „Die Zukunft braucht Kinder — und damit braucht sie Mütter.“ Das reproduziert eine alte kulturelle Erwartung: dass weibliche Sinnstiftung primär über Mutterschaft läuft. Becker schreibt warm, bildhaft, fast pastoral. Das macht den Text zugänglich, aber auch manipulierbar. Ihre Argumentation stützt sich weniger auf ökologische oder soziologische Analysen als auf ein Gefühl: „Kinder bedeuten Hoffnung.“ Das ist schön, aber als Plädoyer in einer Klimakrise, die strukturelle Antworten verlangt, bleibt es zu privatistisch. Es entsteht der Eindruck, dass die Entscheidung für Kinder ein Akt des Widerstands sei — was die realen Belastungen von Elternschaft in einer krisenhaften Welt eher romantisiert. "Liebe Wilhelmine" ist ein warmherziges, gut gemeintes Plädoyer, das Mut machen will. Aber es bleibt normativ, eng und letztlich unpolitisch. Für Frauen ohne Kinder — und besonders für Frauen, die nicht mehr in der biologischen Reproduktionsphase sind — wirkt der Text eher wie ein Echo alter Rollenbilder als wie ein zeitgemäßer Beitrag zur Klimadebatte.

5

Ich hatte davon noch nie gehört, aber das Buch beschreibt, dass es offenbar Menschen gibt, die Eltern vorwerfen, dass sie durch das Kinderkriegen den Klimawandel beschleunigen, weil die Kinder ja Emissionen erzeugen. Der Gedanke ist mir so komplett fern. 1. ist es immer Scheiße, wenn die Regierung oder die Gesellschaft Leuten vorschreibt, wie sie ihr Leben zu führen haben. 2. ⁠ Wenn nur noch die Leute Kinder bekommen, denen das Klima egal ist und die Kinder auch dementsprechend erziehen, werden wir die Klimaziele auch nicht erreichen. 3. ⁠Diese Berechnung, wie viele Treibhausgase ein Kind produziert, wurde so angestellt, dass sie auch dessen Kinder und Kindeskinder miteinbezieht und davon ausgeht, dass die mit 0 Jahren genauso viele Emissionen ausstoßen wie mit 20 und 60 Jahren. Die Berechnung ist also vollkommener Bullshit. 4. ⁠Den Pik der Weltbevölkerung werden wir in den 2080er Jahren erreicht haben, danach gehen die Zahlen wieder runter. Die Autorin zeigt auch auf, dass dieser ökologische Fußabdruck, der ja sogar in der Schule gelehrt wird, eine sauteure Marketingkampagne eines britischen Ölkonzerns von 2004 war! Aber es könnte 99 % der Weltbevölkerung komplett klimaneutral leben und wir würden trotzdem innerhalb von 70 Jahren das Klimaziel verfehlen, weil dieses 1 % reicher Menschen auf der Welt genug Emissionen ausstößt! Es ist also eine gigantische Verschiebeung der Verantwortung auf den Otto-Normalverbraucher. Das ist so ein Beschiss! Die Klimakrise ist nur durch systemische Veränderungen zu lösen! Die Autorin sagt aber auch, dass es nie eine Welt mit besseren Ausgangsbedingungen gegeben hat als jetzt, weil noch nie so viele Menschen ausreichend zu essen und Wasser und Energie und Hygiene und Bildung hatten. Die Treibhausgasemissionen pro Kopf haben bereits 2012 ihren Höhepunkt erreicht und sind seitdem rückläufig. Wir sind also auf einem guten Weg, allerdings zu träge.

4

Kurze Briefe an Wilhelmine, die Tochter von Marisa. Gut geschrieben, verständlich. Für mich waren interessante Einblicke dabei, gerade auch weil ich zur Klimakrise bisher nicht viel gelesen habe.

Kinderkriegen in der Klimakrise? Für Menschen die Kinder wollen, sich jedoch diese Frage stellen ist das definitiv ein Buch wo neue Blickwinkel gewonnen werden können. Ich finde das auffällt, dass die Autorin selber Kinder und auch die Rolle der Elternschaft wollte (was zweifelsfrei wichtig ist mit dem Aspekt das sie Kinder bekommen hat). Gleichzeitig ist sie sich der Klimakrise sehr bewusst und hat sich dementsprechend informiert. Ich habe teilweise den Eindruck das es sehr optimistisch ist. Gleichzeitig ist es auch nicht so das die Autorin unrealistisch ist. Eher optimistischer Realismus. Vielleicht auch weil sie Kinder hat in der Klimakrise und für diese und deren Zukunft mitdenken möchte, etwas bewegen und verändern will. Womöglich ist diese Einstellung dann genau die Richtige und bestimmt auch sinnvoll. Ich persönlich kann dem und dieser Einstellung im Buch nicht immer mitgehen. Zum Beispiel folgende Aussage:" Die Gesellschaft, in der wir leben, so wie all ihre Regeln, sind menschengemacht und können deshalb auch von Menschen wieder verändert werden." Das ist an Sich korrekt und eine gute Idee, jedoch ist die Umsetzung schwerer. Wir leben in verschiedenen Systemen die sich gegenseitig bedingen und ineinandergreifen (Kapitalismus, Patriarchat, Rassismus etc.). Diese Systeme bestehen bereits sehr lange und beeinflussen die Klimakrise. Das kann man nicht einfach verändern. Das braucht Zeit und es gibt Rückschläge, wie wir es auch derzeit mit dem Rechtsextremismus oder Sexismus sehen. Dennoch hatte die Autoren interessante Fakten und Ansichten im Bezug auf Die Klimakrise und Kinder bekommen. Sie beschreibt gesellschaftliche Dinge, die verändert werden müssten, welche Chancen es gibt, was die Politik regulieren und umsetzen sollte, was andere Länder bereits tun etc. Vieles in diesem Buch sind wichtige Ideen. Einige Aussagen die mir gefallen haben waren im Beug auf Erziehung und Kinder groß ziehen. Folglich ein paar Textstellen die ich markiert habe: Im Bezug auf die Aussgen keine Kinder zu kriegen, damit diese in der Klimakrise kein leid erfahren, wurde geschrieben: " Wer nicht existiert, kann auch nicht leiden. Wer nicht existiert, kann aber auch nicht glücklich sein. In den wenigen Fällen ist ein Leben nur Leid oder nur Glück. Die meisten Biografien sind voll mit Phasen des einen wie auch des anderen. [...] Ist es das Vermeiden von jeglichem Leid wert, auf alles Leben zu verzichten?" "Man trägt als Elternteil, aber vor allem als Mutter, die das Kind auf die Welt bringt, eine enorme Verantwortung. Deshalb finde ich es unerlässlich, sich vorher gründlich zu fragen, ob man bereit ist, diese Verantwortung zu übernehmen. " Weiter erzählt die Autorin davon Kinder großzulieben, und sie in dieser Gesellschaft, mit Herausforderungen wie der Klimakrise zu resilienten Menschen zu erziehen. "Um eure Resilienz zu stärken, ist es im Prinzip das Wichtigste, dass ihr zu mindestens einer Bezugsperson eine starke, sichere Bindung habt und Wertschätzung erfahrt. Ihr müsst gesehen werden. Wir Eltern sollten uns daher auf >Schatzsuche< begeben und nach den Talenten unserer kinder suchen, um sie zu stärken [...] Und wir können ihnen vorleben, wie wir mit stressigen Situationen umgehen und ihnen Bewältigungsstrategien anbieten." Unabhängig davon ob man eigene Kinder großziehen/großlieben möchte, leben wir in einer Welt in der Kinder existieren. Und ich finde, dass wir uns alle die folgende Fragen stellen dürfen: "Wie machen wir die Zukunft für euch möglichst gut?"

5

Super Buch!

Marisa Becker ist mit diesem Buch ein beeindruckender Spagat zwischen Mutmachen und einem eindringlich eingeforderten Umdenken gelungen. Ich bin selber Mama einer bald 18-jährigen Tochter und muss sagen, dass ich mir schon oft denke, dass sich die Situationen an vielen Fronten zunehmend zuspitzen. Ich frage mich, wie sie das sieht und ob sie überhaupt irgendwann Kinder bekommen möchte. Natürlich spielen dabei noch viele weitere Faktoren als nur die Klimakrise eine Rolle, aber dennoch ist das eine Thematik, der wir uns heute nicht mehr entziehen können. Es gibt kein Entkommen mehr und das geforderte Um- und Neudenken ist allgegenwärtig und notwendig. Die Autorin hat eine starke und zugleich differenzierte Lanze für das Kinderkriegen gebrochen, ohne dabei blauäugig eine romantische Zukunft zu zeichnen. Stattdessen macht sie Mut, indem sie zeigt, dass uns herausfordernde Zeiten bevorstehen und dass es unsere Aufgabe ist, unsere Kinder darauf vorzubereiten und sie dabei bewusst zu begleiten. Gleichzeitig wird deutlich, dass wir uns aktiv und verantwortungsvoll für den Klimaschutz einsetzen müssen. Ich fand das Buch richtig gut. An manchen Stellen habe ich mich und meine eigenen Gedankengänge klar wiedererkannt, an anderen Stellen bin ich auf neue, kluge Denkansätze gestoßen. Für mich ist das Buch weit mehr als ein Ratgeber. Es ist ein Begleiter, eine innere Stimme voller Mut und Liebe verbunden mit der eindringlichen Erinnerung daran, Verantwortung zu übernehmen. Ein Buch das zum Nachdenken anregt und das ich absolut empfehlen kann..

Super Buch!
3.5

Kinder müssen großgeliebt werden

Die Message des Buches hat mir gut gefallen, auch wenn viele Aspekte wirklich sehr utopisch sind. Für mich waren auch ein paar neue Gedanken dabei, jedoch hat sich auch viel wiederholt… Trotzdem macht das Buch mit und ist vor allem Frauen und Müttern zu empfehlen ✨

Kinder müssen großgeliebt werden
4.5

Wow! Ich bin sehr überrascht, wie gut mir das Buch gefallen hat. Es ist überaus politisch, aber trotzdem super leicht und verständlich geschrieben. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl mich durchquälen zu müssen, weil es zu trocken war. Mit diesem Thema setze ich mich schon seit meiner Jugend auseinander, weil ich mich frage, ob ich eine Frau werde, die Kinder haben möchte, in dieser weltpolitischen Lage. Meine Meinung wurde diesbezüglich immer drastischer. Dieses Buch hat mich geöffnet mehrere Blickwinkel zu betrachten. Es geht um so viel mehr als meine Sicht- und Denkweise zuvor. Es wird auf jeden Fall noch eine Weile in mir arbeiten.

5

Herzensemfehlung, macht Mut

Create Post