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Romane

Das gute Benehmen

3,5(51)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

DIE Wiederentdeckung mit Suchtfaktor. Hinter den Toren von Temple Alice bröckeln Reichtum und Würde der Familie St. Charles. Die 1920er-Jahre in Irland sind rau. Aroon – die zu große, zu laute Tochter des Hauses – sehnt sich nach Zugehörigkeit und Zuneigung. Doch ihre unterkühlte Mutter ist zu sehr abgelenkt von den Betrügereien ihres Gatten. Und als Aroon sich ausgerechnet in den charismatischen Richard verguckt, erfährt sie, dass der eine Affäre mit ihrem geliebten jüngeren Bruder Hubert hat. Als Hubert bei einem Autounfall ums Leben kommt und ihre Eltern, anstatt zu trauern, das letzte Geld zum Fenster rauswerfen, plant Aroon ihre Rache. Mit einem Vorwort von Tara-Louise Witter »Die Dialoge sind messerscharf, der Stil stechend wie der Stachel eines Skorpions.« Maggie O’Farrell

Editionen (1)

ISBN9783910372672
VerlagKjona Verlag
Erscheinungsdatum27.01.26
Seitenzahl336

Rezensionen & Bewertungen

51 Bewertungen

15 Rezensionen

3,5

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  • magdas_buecherwelt
    magdas_buecherwelt

    666 Follower

    4,0

    Ist dieses Cover nicht ein Traum? Es war mir eine Freude, das Buch in dieser wunderschönen Aufmachung in den Händen zu halten. Ein Kompliment an den kjona-Verlag! Das gute Benehmen ist ein Buch, das man konzentriert und genüsslich lesen sollte. Es ist erstmalig 1981 erschienen und stand auf der Booker-Shortlist. Das erste Kapitel sollte man am Ende unbedingt noch einmal lesen, denn dieses ist eigentlich ein Prolog, oder noch eher ein Epilog, da wir darin erfahren, wie es der Protagonistin Aroon nach den Ereignissen in ihrer Jugend ergangen ist. Im Vorwort schreibt Tara-Louise Wittwer, dass Aroon ein unlikeable female character ist „in den 1920er-Jahren. Zu einer Zeit, in der das patriarchale Korsett nicht nur festgezurrt wurde, sondern auch gern getragen von anderen Frauen. … sozialisiert in einer Gesellschaft, in der Etikette und gutes Verhalten über Empathie und Emotionen standen.“ (S. 6) Aroon St. Charles lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder Hubert hinter den Toren von Temple Alice. Der Vater ist Gutsherr, der seine Zeit vor allem der Jagd widmet. Die Mutter – Mummie – interessiert sich fürs Gärtnern und die Malerei, weniger für ihre Kinder, am allerwenigsten für ihre Tochter. Nanny Mrs. Brock ist der erste Mensch, der der großgewachsenen und pummeligen Aroon Liebe und Zuneigung schenkt. Als junges Mädchen verliebt sie sich in Richard, den besten Freund ihres Bruders. Richard ist allerdings nicht an Frauen interessiert, was Aroon viel zu spät merkt. Eine wichtige Rolle spielt die Köchin Rose, die Aroons Vater nach einem Schlaganfall pflegt. Beziehungen werden nur angedeutet: Roses Hand unter der Decke des Gutsherrn, Hubert und Richard tanzend im Kaminzimmer. Hier möchte ich aus der Rezension von @lesenmitcarola zitieren: „Aroon selbst blickt wie durch ein Loch im Zaun auf die Geschehnisse. Die Lesenden hingegen erkennen sehr wohl, welches Stück hier gespielt wird. Ausgesprochen wird es nicht, denn das gute Benehmen steht über allem, sogar über Tod und Trauer.“ Aroon ist nicht der einzige unlikeable Charakter, bis auf Mrs Brock und den Familienanwalt Mr Kiely war mir keiner der Charaktere sympathisch. Ganz fürchterlich fand ich Mummie, der es wichtiger war, eine Kredenz zu kaufen als die Krankenschwester ihres Mannes zu bezahlen. Das Buch eignet sich hervorragend für einen Buchclub, da es viel Spielraum für Interpretationen bietet. Mir hat sich die Bedeutung der beiden Schwestern aus der Nachbarschaft nicht erschlossen. Dass Essen für Aroon die fehlende Liebe kompensierte, war wiederum klar ersichtlich. Gerne empfehle ich Das gute Benehmen weiter, ein Buch, auf das man sich einlassen sollte.

    1. März 2026

  • kaddy
    kaddy

    59 Follower

    5,0

    Oh mein Gott war das Buch gut und soo wichtig. Ja man muss es in seiner Zeit sehen und es ist kein Krimi aber eine Protagonistin die nicht den üblichen Standards entspricht und einfach mal anders ist… das Ende hat mich richtig überrascht

    4. Apr. 2026

  • 4,5

    "Jetzt würde ich mit meinem Schmerz allein sein. Ich würde ihn mit nach Hause nehmen und mit ihm schlafen gehen und immer unter ihm leiden, denn er würde sich nie verändern, das wusste ich. Trauer packte mich, aber ich würde und musste mich Benehmen. Keine Tränen. Kein Gejammer." Irland Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Leben scheint bei Familie St. Charles komplett in Ordnung zu sein. Eine Familie, wie sie zur damaligen Zeit im Buche der gehobenen Klasse steht. Zwei Kinder, Iris Aroon und Hubert, ein riesen Anwesen, ein Haufen Angestellte, ein Kindermädchen, Pferde, Hunde, Feste, Bälle, die Männer auf der Jagd, die Frauen in der Bibliothek. Doch im Hintergrund ändern sich die Zeiten, der 1. Weltkrieg kommt und geht, die Wirtschaftskrise naht, das Vermögen sinkt, die Kinder werden erwachsen, der Sohn stirbt, die Tochter ist unsterblich verliebt, versteht aber nicht, dass dies nicht auf Gegenliebe trifft. Egal was geschieht, egal wie schlimm es steht, egal wie offensichtlich alles ist. Das gute Benehmen bleibt bis zum Ende bestehen, obwohl es langsam anfängt zu bröckeln. Eine wunderschöne Story. Soviel Liebe, Humor, soviel Unverständnis, Trauer, Hilflosigkeit, so eine schöne Vater-Tochter Beziehung, soviel irischer und britischer Charme. Erinnert mich an einen Mix aus Downton Abbey und Father Brown. Mir hat das Buch gefallen und ich kann es nur weiterempfehlen.

    12. Feb. 2026

3 von 15 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 13741%
bongo
bongo3. Feb. 2026

Ich gebe mir große Mühe aber finde einfach nicht ins Buch rein. Ich muss ständig Seiten mehrmals lesen, da ich nicht weiß, worauf die Geschichte hinauslaufen soll und ich immer wieder den Faden verliere. Sehr schade, da ich große Erwartungen nach Taras Vorwort hatte.. Ich hoffe, es wird noch 👀

Autorin / Autor

Über Molly Keane

Molly Keane (1904–1996) wurde in einer kleinen Stadt in Irland geboren. Mit 22 begann sie, unter Pseudonym Bücher und Theaterstücke zu schreiben. Nach dem Tod ihres Mannes verstummte sie zwanzig Jahre lang und feierte 1981 mit »Das gute Benehmen« ihr bahnbrechendes Comeback. Erstmals veröffentlichte sie unter ihrem Klarnamen Molly Keane. Sie war 77 Jahre alt. »Das gute Benehmen« wurde hymnisch besprochen und stand u. a. auf der Booker-Shortlist.

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