Spielverderberin
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Description
Über Landmenschen und Stadtkinder und das, was zwischen ihnen liegt
Marie Menke schreibt über eine obsessive Freundschaft zwischen Dorfjugend und Großstadtanonymität und über die Kraft, die drei junge Frauen zusammenhält und gleichzeitig zu zerstören droht. Stimmungsvoll und bildreich entwirft die Autorin ein perfektes Zusammenspiel zwischen Zartem und Abgründigem.
Sophie und Lotte kennen sich seit Kindertagen, sie stammen aus derselben Bauerschaft im Süthland. Erst in der Oberstufe stößt Romy dazu: Sie kommt aus der Stadt und ist freier und mutiger – aber auch unzuverlässiger. Die neue Dreierkonstellation ist getragen von gegenseitiger Faszination, die bald Gefahr läuft zu kippen.
Beim Versuch, in ihren frühen Zwanzigern ihre Freundschaft nach Köln zu transportieren, hadern die jungen Frauen. Als Romy plötzlich verschwindet, reißen alte Wunden auf: Zwischen all den intensiven Momenten der Vergangenheit liegt auch eine harte Nacht vergraben, an die eine der drei niemals erinnert werden darf.
»Was für eine kluge und schöne Sprache, die uns an ihre schwitzige Hand nimmt und mit den Füßen im Baggersee in die Tiefen einer Dreiecksfreundschaft bringt.« Sara Gmuer
Book Information
Author Description
Marie Menke, 1997 im Sauerland geboren, hat Politik, Medien und Soziologie in Bonn, Taipeh, Köln und Paris studiert. Ihre Prosa wurde in Literaturzeitschriften veröffentlicht und unter anderem mit dem OffSpring Award der lit.Cologne ausgezeichnet. »Spielverderberin« ist ihr Debüt.
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Schönes Cover, nicht meine Story
✨Hörbuch✨ Ganz spontan und trotz erdrückender Last durch den SuB und die Leseliste habe ich mir gestern dieses Hörbuch angehört. Und bin eben fertig geworden. Da ich dringend meinen Rezi Stau angehen muß, geht meine Meinung direkt online. Das Cover hat mich magisch angezogen, es ist total ungewöhnlich und mein Geschmack. ✨Zitat „Was aber, wenn Romy wirklich etwas zugestoßen war? Meine letzte Erinnerung an sie durfte nicht der Nachmittag am Baggersee sein, ihre Geschichten vom gemeinsamen Lernen fürs Staatsexamen, von der leer stehenden Wohnung über der Kaffeerösterei und von dem Freund, dessen Namen ich nicht einmal kannte, ihre dünnen Finger, von denen Romy die geschmolzene Schokolade geleckt hatte, ihr kahl rasierter Kopf und der Schmetterling zwischen ihren Schlüsselbeinen.“ ✨Inhalt und Meinung Es geht um die Freundinnen Sophie, Lotte und Romy. Zwei kommen vom Dorf und sind schon immer befreundet. Romy ist aus der Großstadt umgezogen und sie sind dann alle miteinander befreundet, aber nur von außen betrachtet. Obsession und toxische Freundinnenschaft beherrschen das Kleeblatt ☘️. Die Geschichte als solche mochte ich gern und habe überhaupt das Hörbuch gern gehört. Leider war es schlussendlich aber nicht mein Buch, ggf. ist es für Jüngere mehr geeignet. Ich bin heilfroh nichts mehr mit toxischen Freundschaften am Hut zu haben, vielleicht hat es mich deshalb etwas gestresst und nicht so sehr abgeholt. Mir fehlte ein roter Faden und die jungen Frauen waren nicht differenziert genug dargestellt. Ich mochte aber die sapphic vibes und hätte gern mehr dazu gelesen. Die Unterschiede zwischen Dorfleben und Stadtleben sowie die vielen Komplexe von Sprecherin Sophie, die aus diesem Zusammenhang stammen, empfand ich persönlich als etwas überspitzt dargestellt. Das Ende ist seht abrupt und manchmal mag ich das, aber in diesem Fall blieb für mich zu viel ungeklärt. Das Buch ist aber nicht schlecht, macht Euch unbedingt immer ein eigenes Bild! Nicht jede Geschichte passt zu jedem Leser, ich habe viele begeisterte Stimmen gesehen und würde auch mehr von der Autorin lesen. 2/5⭐️⭐️

Obsessive Dreiecksbeziehung unter Freundinnen
Sophie und Lotte wachsen auf dem Land auf, sind Schulfreundinnen, in der Oberstufe stößt Romy dazu, die mit ihren Akademiker – Eltern von München aufs Land zieht. Ihre Freundinnenschaft stößt aus verschiedenen Gründen an ihre Grenzen, spießt sich geradezu auf, eskaliert und doch gibt es immer wieder ein Aufeinanderzugehen. Zitat S.97: „So etwas fehlte in Freundinnenschaften, fand ich, ein Regelwerk, an dem man sich festhalten konnte. Nirgendwo stand geschrieben, ob die Schulzeit einen für immer aneinanderschweißte oder vielmehr etwas war, das es baldmöglichst zu verdrängen galt. In Freundinnenschaften gab es nicht einmal ein Protokoll für Trennungen. Niemand schien zu wissen, ob man sie beenden musste oder auslaufen lassen durfte und ob man anschließend mit verheulten Augen Schokoladeneis zu löffeln hatte. Sicher wusste ich nur: Wer wegzog, ohne Bescheid zu geben, würde nicht zurückkommen.“ Besonders Sophie, die ein ausgeprägtes moralisches Empfinden hat, es aber unterdrückt, trägt Scham – und Schuldgefühle mit sich herum und lässt eine Dynamik entstehen, die immer wieder hochkocht. Die zugleich zwischen ihnen auftretenden Kräfte von Zusammenhalt und Zerstörung werden von der Autorin zusätzlich mit Unterschieden zwischen Dorfjugend und Stadtkind in ein Spannungsverhältnis gebracht, das vor Augen führt, wie unterschiedlich die Verhältnisse sind, aus denen die Protagonisten kommen. Eine spannende Geschichte, die in zwei Zeitebenen erzählt wird (kurz vorm Abitur und vier Jahre später) und die erst kurz vor Ende die fatalen Geheimnisse auflöst, die Abgründe in der Freundinnenschaft haben entstehen lassen. Ein etwas anderer Coming of Age - Roman in sehr klarer, schöner Sprache, der glaubwürdige psychologische Spannungsfelder von Eifersucht, Schuld und Selbstzweifeln aufzeigt und sich flüssig weglesen lässt. Mein Wermutstropfen sind die aus meiner Sicht am Schluss nicht fertig auserzählten Ereignisse, aber das empfindet vielleicht jeder anders.
𝘚𝘱𝘪𝘦𝘭𝘷𝘦𝘳𝘥𝘦𝘳𝘣𝘦𝘳𝘪𝘯 erzählt von Freundschaft und ihren Grenzen, davon, wie sie wachsen oder zerbrechen kann. Vom Erwachsenwerden, von Unsicherheit, Träumen, Schuld und Scham. Vom Vergessenwollen. Von Klasse, Macht und all den feinen, oft unausgesprochenen Dynamiken dazwischen. In diesen wenigen Seiten steckt unglaublich viel.
🥿 𝘋𝘦𝘳 𝘏𝘶𝘴𝘬𝘺, 𝘥𝘪𝘦 𝘉𝘭𝘢𝘴𝘦𝘯, 𝘥𝘦𝘳 𝘚𝘦𝘵𝘻𝘭𝘪𝘯𝘨. 𝘚𝘪𝘦 𝘸𝘢𝘳𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘦 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘻𝘸𝘦𝘪𝘵𝘦 𝘙𝘦𝘢𝘭𝘪𝘵𝘢̈𝘵, 𝘪𝘯 𝘥𝘪𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘦𝘪𝘯𝘵𝘢𝘶𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘬𝘰𝘯𝘯𝘵𝘦 𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘦𝘴 𝘙𝘰𝘮𝘺 𝘯𝘰𝘤𝘩 𝘨𝘢𝘣, 𝘷𝘰𝘳 𝘥𝘦𝘳 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘵, 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘢𝘭𝘭𝘦𝘴 𝘨𝘦𝘬𝘪𝘱𝘱𝘵 𝘸𝘢𝘳. 💭 Wow. Was für ein Buch. So schmal, so leise und dabei so vielschichtig und komplex. Ich liebe es. Im Mittelpunkt stehen Sophie, Lotte und Romy. Drei Freundinnen auf dem Land, eine enge Schulfreundschaft. Romy kommt aus der Stadt, bringt etwas anderes mit, etwas Neues. Vier Jahre später ist von ihrer Freundschaft nicht mehr viel übrig. Als sie sich wiedersehen, liegt ein Schatten über allem. Nichts ist mehr leicht, nichts unbeschwert. Dieses Wiedersehen bewegt sich ständig zwischen Magie und Schmerz. Die Geschichte trägt von Beginn an etwas Geheimnisvolles, Dunkles in sich. Nie klar benannt, nur angedeutet. Zwischen den Zeilen schwingt permanent etwas mit, das mich nicht loslässt. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt: Was ist damals passiert? Und genau daraus entsteht diese enorme Sogwirkung. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen: Gegenwart und vier Jahre zuvor. Das ganze unglaublich clever verwoben. Vor allem folgen wir Sophies Perspektive. Dadurch bleibt alles einseitig gefärbt: Können wir ihr trauen? Was erinnert sie und was vielleicht nicht? Manche Gedankengänge sind bewusst sprunghaft und zunächst verwirrend, fügen sich aber immer wieder in einen klaren roten Faden ein. 𝘚𝘱𝘪𝘦𝘭𝘷𝘦𝘳𝘥𝘦𝘳𝘣𝘦𝘳𝘪𝘯 erzählt von Freundschaft und ihren Grenzen, davon, wie sie wachsen oder zerbrechen kann. Vom Erwachsenwerden, von Unsicherheit, Träumen, Schuld und Scham. Vom Vergessenwollen. Von Klasse, Macht und all den feinen, oft unausgesprochenen Dynamiken dazwischen. In diesen wenigen Seiten steckt unglaublich viel. Das ist ein Roman, den man problemlos ein zweites Mal lesen kann, vielleicht sogar muss. Ich werde das ganz sicher tun. Alles ist auf das Wesentliche reduziert, ohne jemals oberflächlich zu sein. Ich finde kaum Worte, um wirklich zu beschreiben, wie großartig ich dieses Buch finde. Am besten: Lest es selbst und erlebt, was ich meine. Eine ganz große Leseempfehlung und ganz viel Liebe für dieses Buch. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (10/10) 𝘔𝘢𝘯𝘤𝘩𝘦 𝘔𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘷𝘦𝘳𝘧𝘰𝘭𝘨𝘦𝘯 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘦 𝘎𝘦𝘪𝘴𝘵𝘦𝘳.

Sophie und Lotte kennen sich seit ihrer Kindheit. Sie leben in einer Kleinstadt, einer absoluten Idylle. Eine tiefe Freundschaft verbindet die Mädchen. Als Romy dazu kommt, ändert sich einiges. Neid, Konkurrenz und Eifersucht gehört zu dieser Dreierkonstellation jetzt mit dazu. Als ein Ereignis die Freundschaft komplett zerstört, entfernen sie sich voneinander, haben keinen Kontakt mehr. Jede lebt ihr eigenes Leben, auch außerhalb dieser Kleinstadt. In der Gegenwart versucht Sophie zu verstehen wie das eigentlich alles passieren konnte. Ein tolles Debüt über eine schwierige Mädchenfreundschaft. Erzählt wird aus der Sicht von Sophie auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Einmal in der Gegenwart und in der Vergangenheit vor ca. vier Jahren. Nach und nach kommen wir so dem tragischen Ereignis auf die Spur. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Sehr klar und präzise wurde hier geschrieben. Die Charaktere blieben mir leider etwas fremd. Vieles konnte ich nicht so richtig nachvollziehen aber muss ich auch nicht. Das gibt dem Buch noch eine sehr authentische Note. Die Atmosphäre ist recht melancholisch und nachdenklich. Schon spannend wie so eine Freundschaft aussehen kann. Ein sehr komplexes Thema, gut aufgearbeitet. Für mich kein Highlight aber ließ sich gut lesen. Deshalb empfehle ich euch das Buch gern weiter.
DIE SPIELVERDERBERIN von Marie Menke, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, ET 12.02.2026, 224 Seiten Stimmen zum Buch: »Was für eine kluge und schöne Sprache, die uns an ihre schwitzige Hand nimmt und mit den Füßen im Baggersee in die Tiefen einer Dreiecksfreundschaft bringt.« Sara Gmuer Worum geht’s? Obsessive Freundschaft, Coming-of-Age-Roman, über Landmenschen und Stadtkinder und das, was zwischen ihnen liegt Autorenportrait: Marie Menke, 1997 im Sauerland geboren, hat Politik, Medien und Soziologie in Bonn, Taipeh, Köln und Paris studiert. Ihre Prosa wurde in Literaturzeitschriften veröffentlicht und unter anderem mit dem OffSpring Award der lit. Cologne ausgezeichnet. »Spielverderberin« ist ihr Debüt. Mein Leseeindruck: Marie Menke verhandelt in ihrem Roman eine obsessive Freundschaft zwischen Sophie und Lotte, den Kindheitsfreundinnen vom Dorf und Romy, dem freigeistigen, mutigen, eher unbeständigen aus München stammenden Stadtmädchen, welches erst in der Oberstufe auf die andren trifft und die Kraft, die die drei junge Frauen zusammenhält und gleichzeitig zu zerstören droht. Mit stimmungsvollen und bildreichen Beschreibungen entwirft die Debütantin ein melancholisches Zusammenspiel zwischen Fragilem und Düsterem. Die Dreierkonstellation ist geprägt von gegenseitiger Faszination und Zerbrechlichkeit. Das geschmackvolle, moderne Cover und der Titel finde ich passend gewählt, zu dem Buch ist das Hörbuch im @argonverlag erschienen. Ich wünsche der Autorin weiterhin viel Erfolg. Fazit: Ein unterhaltsamer, kurzweiliger Roman zu Dreiecksfreundschaften

Literarischer Roman über Freundschaft
„Spielverderberin“ ist der unterhaltsame Debütroman von Marie Menke und er handelt von Freundschaft, Neid, Zusammenhalt und Missgunst. Im Mittelpunkt stehen die beiden Freundinnen Sophie und Lotte, sie kennen sich schon seit Kindertagen und leben in einem kleinen Dorf. Doch eines Tages stößt Romy aus der Großstadt zu ihnen und sie ist so ganz anders, freie und mutiger, aber auch unzuverlässig und so droht die Freundschaft bald schon auseinander zu brechen. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Sophie, auf verschiedenen Zeitebenen, erzählt. Wir erfahren einiges aus der Vergangenheit und ihrer Kindheit, aber auch aus dem Leben aktuell in ihren Zwanzigern. Es gab einige Themen die angesprochen wurden wie Selbstzweifel, Erwachsen werden und die unentschiedene zwischen Dorf- und Stadtmenschen. „Spielverderberin“ war mal etwas ganz anderes zu dem was ich sonst so lese, aber ich wurde trotzdem gut unterhalten und kann euch das Buch empfehlen, wenn ihr gerne literarische Romane über Freundschaften lest.
Spannende Thematik
Mich haben das Cover und auch der Inhalt sehr neugierig gemacht. Die Geschichte ist spannend und ich gut erzählt, aber irgendwie hätte ich was anderes erwartet. Das Ende des Romans hat ihn sowohl etwas gerettet, aber auch zu große Sprünge gemacht. Das war auch insgesamt eine Schwäche des Romans für mich. Hier hätten einige Momente mehr Zeit gebraucht, um mich mehr mitfühlen zu lassen.
„Spielverderberin“ von Marie Menke ist ein eindringliches Debüt über Freundschaft, Herkunft und Schuld – und über die leisen Verschiebungen, die Beziehungen unwiderruflich verändern können. Zwischen Dorfidylle und Großstadtanonymität entfaltet sich das Porträt einer Dreierkonstellation, die von Faszination, Abhängigkeit und unausgesprochenen Verletzungen geprägt ist. Im Zentrum steht Sophie, die in wechselnden Zeitebenen aus ihrer Schulzeit im Süthland und aus der Gegenwart als Studentin in Köln erzählt. Gemeinsam mit Lotte ist sie im Dorf aufgewachsen – eine vertraute, fast symbiotische Verbindung. Erst mit dem Auftauchen der aus der Stadt zugezogenen Romy gerät das Gleichgewicht ins Wanken. Romy ist selbstbewusst, unberechenbar, faszinierend. Zwischen Bewunderung und Eifersucht beginnen Sophie und Lotte, um ihre Aufmerksamkeit zu kreisen. Die Dreierfreundschaft wirkt elektrisierend – und zugleich von Beginn an fragil. Der Roman setzt nach einer längeren Funkstille mit einem Wiedersehen der drei ein. Schnell wird klar: Etwas Unausgesprochenes steht im Raum. Eine verhängnisvolle Nacht in der Vergangenheit wirft lange Schatten, und Sophie kämpft mit Schuldgefühlen, die sich erst nach und nach entschlüsseln. Die fragmentarische Erzählweise – das Springen zwischen „Als Romy ging“ und „Vier Jahre zuvor“ – verstärkt diese Spannung. Nicht immer ist sofort klar, in welcher Zeit man sich befindet, doch genau diese Brüche spiegeln Sophies innere Zerrissenheit und die Unzuverlässigkeit ihrer Erinnerung. Thematisch kreist der Roman um Zugehörigkeit und Identität: Wer bleibt auf dem Land, wer geht in die Stadt – und was bedeutet das für das Selbstbild? Besonders Sophie leidet unter einer Obsession mit der Stadt, die sich in Minderwertigkeitsgefühlen gegenüber Romys urbaner Herkunft äußert. Das Landleben gibt Halt, wirkt aber auch begrenzend; die Stadt verspricht Freiheit, bleibt jedoch anonym und kühl. Menke zeichnet diese Gegensätze ohne Wertung, vielmehr als Spannungsfeld, in dem sich ihre Figuren verlieren. Auffällig ist, dass keine der drei Protagonistinnen eindeutig sympathisch erscheint. Gerade das macht die Dynamik glaubwürdig. Die Freundschaft wirkt streckenweise toxisch, getragen von Machtspielen, Projektionen und emotionaler Abhängigkeit. Sophie erscheint oft unsicher und orientierungslos, was sie als Erzählerin zugleich nahbar und distanziert macht. Ihre Perspektive ist subjektiv, vielleicht nicht immer verlässlich – und genau darin liegt ein Reiz der Lektüre. Sprachlich überzeugt Menke mit einer atmosphärischen, bildreichen Prosa, die zwischen Zartheit und Abgründigkeit changiert. Viele Szenen leben weniger von Handlung als von Stimmung, von Blicken, Andeutungen und Erinnerungsfetzen. Das langsame Enthüllen des dunklen Ereignisses hält die Spannung bis zum Schluss aufrecht, auch wenn das Finale eher leise als spektakulär ausfällt. „Spielverderberin“ ist kein klassischer Coming-of-Age-Roman mit klarer Katharsis. Stattdessen bietet er eine psychologisch feine, ruhig erzählte Studie über obsessive Freundschaft, über Schuld und die Frage, wie sehr unsere Herkunft unser Selbstbild prägt. Ein Debüt, das nachhallt – gerade, weil es keine einfachen Antworten liefert.

Drei ist eine zuviel
Marie Menkes Debütroman "Spielverderberin" erzählt von der komplizierten Freundschaft zwischen Sophie und Lotte, die vom Land kommen, und Romy, die aus München dazugezogen ist. Vermeintliche Unterschiede zwischen ländlicher Herkunft und städtischem Leben und sozialen Prägungen werden im Roman immer wieder aufgegriffen. Die Geschichte der drei Mädchen entfaltet sich in Rückblicken und Gegenwartsszenen, in denen vor allem Neid, Eifersucht, Unsicherheit und Schuldgefühle aufeinanderprallen. Konflikte kommen nach und nach zum Vorschein. Spannend ist das langsame Enthüllen eines dunklen Geheimnisses, das die Freundschaft der drei Freundinnen tief erschüttert. Bis zum Schluss ist nicht ganz klar, was genau zwischen ihnen vorgefallen ist. Der Spannungsaufbau ist hier wirklich gelungen. Ansonsten setzt der Coming-of-Age-Roman eher auf Stimmungen, Erinnerungen und inneren Konflikten. Gefallen hat mir, dass der Roman nicht auf einfache Lösungen setzt. Er zeigt die Grauzonen menschlicher Beziehungen und die Schattenseiten von Freundschaften. Die Autorin setzt auf zwischenmenschliche Dynamiken und geheime Konflikte. Weniger gefallen hat mir, dass die Geschichte sich in meinen Augen nur langsam entfaltet und dadurch etwas langatmig ist. Außerdem konnte ich zu den Figuren kaum Zugang finden. Die Charaktere sind zwar ambivalent, vielschichtig und menschlich, dennoch wurde ich nicht so richtig warm mit ihnen. Romy und Sophie finde ich persönlich sehr unsympathisch. Viele Verhaltensweisen der beiden kann ich einfach nicht nachvollziehen. "Spielverderberin" eignet sich vor allem für Leserinnen und Leser, die psychologisch tiefgehende, emotionale Geschichten mit realistischen Figuren mögen, die zwischen Drama, subtiler Spannung und einer melancholischen Grundstimmung pendeln.
"Drittes Rad am Wagen" oder "Drei sind einer zuviel"? 💭 In 'Spielverderberin' zeigt Marie Menke, wie fragil Dreierfreundschaften sein können. Sophie und Lotte sind in derselben kleinen Ortschaft aufgewachsen und seit Kindheitstagen eng befreundet. In der weiterführenden Schule kommt die aus München stammende Romy dazu - und aus dem vertrauten Zweiergespann wird ein Dreierbündnis, dessen Dynamik sich immer wieder verschiebt. Je nach Situation verändern sich Nähe, Rollen und Zugehörigkeit. Als Lotte zeitweise schwer greifbar wird, nutzt Sophie die Gelegenheit, ihren Platz neu zu definieren, und setzt alles daran, von Romy als cool wahrgenommen zu werden. Durch die Zeitsprünge wird früh deutlich, dass etwas Einschneidendes passiert ist und Lotte Schaden davongetragen hat. Was genau geschehen ist und welche Rolle die Freundschaft dabei spielt, erschließt sich jedoch erst ganz am Ende. Das sorgt einerseits für Spannung, ließ mich andererseits aber auch gelegentlich ungeduldig werden. Ich habe das Buch sowohl gelesen als auch gehört - beides funktioniert sehr gut. Die Sprache ist gelungen, auch wenn die Zeitsprünge nicht immer leicht einzuordnen sind. Besonders Lotte hätte mich als Figur noch mehr interessiert: Gerade bei ihr scheint so viel passiert zu sein, doch ihre Gedanken bleiben weitgehend im Verborgenen - das fand ich schade. Mit Sophie und Romy hingegen bin ich nicht richtig warm geworden. Beide wirken auf mich eher unsympathisch, und echte freundschaftliche Verbundenheit konnte ich kaum spüren. Allerdings passt das durchaus zu den zentralen Themen des Romans: Entfremdung, Schuld, Eifersucht, die Suche nach der eigenen Rolle - und die Frage, ob Freundschaften vielleicht auch ein Ablaufdatum haben. Insgesamt lässt sich das Buch gut lesen, auch wenn mir der Zugang durch die Figuren etwas erschwert wurde. Die Autorin werde ich dennoch im Auge behalten - ich bin gespannt was noch von ihr kommt. 😃

Sternebewertung fiktiv
Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was mich erwartet, dieses Buch hatte aber nehmen den Comic of Age Elementen auch ganz viele Spannungsmomente eines Krimis. Wir begleiten Sophie und Lotte. Zwei Mädchen, ein Dorf, eine Freundschaft, die eigentlich sicher scheint. Ein ganzes Leben verbindet die Mädchen. Dann taucht Romy auf. Großstadtmädchen aus München im Sauerland. Selbstbewusst, anders, irgendwie faszinierend. Beide Mädchen findet rasch Interesse an Romy und dann passiert etwas und Romy verschwindet. Was vorher leicht war, wird kompliziert. Was vertraut war, bekommt Risse. Eifersucht. Unsicherheit. Dieser stille Kampf um Nähe, um Aufmerksamkeit, um Bedeutung. Und manchmal zerbrechen genau dann die Erinnerungen, von denen man dachte, sie tragen einen. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, rund ums Abitur und Jahre später. Und genau dieses Zurückblicken macht es nochmal intensiver. Man spürt, was geblieben ist. Und was verloren ging. Und immer dabei, diese fast Auflösung der Ereignisse, die einst zum Bruch geführt haben. So ein unterschwelliges Gefühl, dass da noch etwas ist. Ein Geheimnis. Etwas Unausgesprochenes. Ein intensiver, emotionaler Roman über Freundschaft, das Erwachsenwerden und all die kleinen Brüche, die uns prägen. Still, klug und gleichzeitig richtig fesselnd
Wenn Freundschaft langsam Risse bekommt
Drei Freundinnen, ein Dorf, eine Stadt und irgendwo dazwischen dieser leise Druck, der sich langsam aufbaut und irgendwann knallt. Genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch wie so ein unterschwelliger Bass, den man erst richtig merkt, wenn er schon längst im Kopf sitzt. Sophie und Lotte wirken erstmal wie zwei, die sich blind verstehen. Dann kommt Romy rein, bringt frischen Wind, aber auch Chaos. Und ganz ehrlich, genau da fängt es an spannend zu werden. Diese Mischung aus Anziehung und Misstrauen hat mich immer wieder kurz innehalten lassen. So dieses Gefühl von, hier stimmt doch was nicht. Die Sprache ist dabei richtig stark. Teilweise fast schon poetisch, dann wieder roh und direkt. Hat mich an manchen Stellen echt abgeholt, an anderen musste ich mich ein bisschen durchkämpfen. Ist kein Buch für nebenbei, eher eins für ruhige Abende, wenn man bereit ist, sich drauf einzulassen. Was hängen bleibt, ist weniger die Handlung als dieses Gefühl von Nähe, die kippt. Von Freundschaft, die nicht nur hält, sondern auch weh tun kann. Und diese eine Nacht, die wie ein Schatten über allem liegt, hat mich nicht mehr losgelassen. Unterm Strich kein leichtes Buch, aber eins, das nachwirkt. Und manchmal reicht genau das.

Wenn ich mir die vielen schlechten Bewertungen zu diesem Buch anschaue, habe ich ehrlich gesagt das Gefühl, dass man sich als Leser einmal bewusst machen sollte, dass es sich hier um ein Debüt handelt. Es ist das erste Buch dieser Autorin, und dafür finde ich die Geschichte wirklich grundsolide und gelungen. Natürlich ist es kein Buch, bei dem ich sagen würde, dass es sofort zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört. Trotzdem hat es mir vieles geboten, was ich an Geschichten schätze. Besonders gut gefallen hat mir die Dreierkonstellation der Figuren. Ich mochte es, dass man auf manche Charaktere wütend sein konnte, während man für andere wiederum sehr viel Empathie entwickelt hat. Auch der Schreibstil hat mich positiv überrascht. Für ein Debüt ist die Sprache bemerkenswert elegant und stellenweise fast poetisch. Gerade diese ruhige, sehr atmosphärische Sprache hat für mich wunderbar zu dem Dorfsetting gepasst, das im gesamten Buch einen besonderen, fast melancholischen Vibe erzeugt. Gleichzeitig gab es auch spannende Momente, vor allem durch die Ereignisse aus der Vergangenheit, die nach und nach ans Licht kommen. Dadurch stellt man sich beim Lesen immer wieder die Frage, was genau zwischen den Figuren passiert ist und warum sich bestimmte Freundschaften so stark verändert haben. Ein Motiv, mit dem ich persönlich immer etwas Schwierigkeiten habe, sind Freundschaften, in denen eine Person ständig versucht, die Nähe der anderen zu suchen, obwohl diese sie immer wieder zurückweist. Das ist wahrscheinlich ein sehr persönlicher Punkt, weil ich selbst glaube, dass ich mit so einer Situation nur schwer umgehen könnte. Trotzdem passt dieses Spannungsfeld gut zur Geschichte und zur Dynamik der Figuren. Was für mich in diesem Buch aber besonders hervorsticht, ist die Sprache. Sie ist ungewöhnlich schön und schafft eine sehr eigene Atmosphäre, die sich konsequent durch die gesamte Geschichte zieht. Genau deshalb finde ich, dass vier Sterne für dieses Buch absolut gerechtfertigt sind, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um ein Debüt handelt. Ich bin auf jeden Fall neugierig darauf, was die Autorin in Zukunft noch schreiben wird.
Nicht mehr ganz meine Lebenssituation
Drei junge Frauen, verbunden durch ihre gemeinsame Schulzeit und Jugend auf dem Land, zerstreuen sich nach ihrem Schulabschluss in verschiedene Richtungen und bleiben einander doch in den Köpfen. Gemeinsam haben sie in der Vergangenheit entscheidende Momente erlebt, wodurch eine Verbindung entstand, die sich nie ganz wieder trennen lässt. Jede geht anders mit dem Erlebten um und jede wählt einen anderen Weg für sich. Doch ist der Weg, den man sich da mit Anfang zwanzig aussucht auch wirklich der fürs Leben, oder gibt es vielleicht noch mehr Optionen? Andere Optionen? Bessere Optionen? Und darf eine einfach gehen, ohne zu sagen wohin? Einfach so die Verbindung kappen? Und dann gab es da auch noch eine schicksalhafte Nacht, in der Ereignisse in Gang gesetzt wurden, die alles für immer verändert haben. Sophie, Lotte und Romy sind drei junge Frauen, die mit dem Leben struggeln, mit dem Wie-geht-es-weiter?. Dabei konnte ich gut die Zerrissenheit zwischen Land und Stadt nachfühlen. Nirgends fühlt man sich so richtig zuhause, weil immer irgendetwas fehlt. Ansonsten sind mir die Protagonistinnen etwas fremd geblieben. Sie haben mich nicht wirklich nahe an sich herangelassen und viele Beweggründe für ihr Verhalten werden eben auch erst gegen Ende des Romans aufgedeckt, was mich während der Lektüre ab und an etwas ratlos zurückgelassen hat. Ansonsten mochte ich den Vibe gerne, die Kulissen des Romans und mit den Zweifeln, die in diesem Alter bei so vielen von uns auftreten konnte ich sehr gut relaten. Allerdings glaube ich, dass der Roman noch besser gekickt hätte, wäre ich zehn Jahre jünger, also einfach näher am Alter der Protagonistinnen. Meine Lebenswelt ist mittlerweile so anders und entsprechend fern fühlen sich die besprochenen Themen für mich an. Auf jeden Fall aber ein gelungenes Debüt, mit einer ganz wundervollen Sprache und einer Geschichte, die sich echt anfühlt.

Schon auf den ersten Seiten wird die angespannte Dynamik innerhalb der Gruppe deutlich. Unterschwelliger Unmut liegt spürbar in der Luft und prägt die gesamte Atmosphäre der Geschichte. Besonders bei Sophie merkt man die Stimmung. Ihre innere Zerrissenheit und das Gefühl, als Dorfkind in der Großstadt fehl am Platz zu sein, werden von der Autorin sehr greifbar und authentisch vermittelt. Ich hab mich da sehr drinnen gesehen. Allerdings fiel es mir schwer, eine wirkliche Sympathie für die Figuren zu entwickeln. Ich hatte zunächst erwartet, dass das zentrale Ereignis früher aufgelöst wird. Als es dann schließlich thematisiert wurde, wurde klar, dass es sich – ohne zu spoilern – um eine wirklich einschneidende und belastende Situation handelt. Nach und nach tun sich weitere Abgründe auf, wodurch die Geschichte immer wieder neue überraschende Wendungen nimmt. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass viel aufgestaute Wut und vor allem mangelnde Kommunikation die Eskalation der Ereignisse begünstigt haben. Sprachlich bin ich stellenweise über die Satzkonstruktionen gestolpert, was meinen Lesefluss gestört hat. Dadurch ließ ich mich häufiger ablenken, was für mich eher ein negativer Aspekt war. Auch Sophies Verhalten konnte ich nicht immer nachvollziehen – insbesondere ihr Wunsch, die Freundschaft unbedingt aufrechtzuerhalten, erschien mir nicht ganz schlüssig. Gleichzeitig wurde für mich im Verlauf verständlich, warum Romy sich letztlich abgewendet und den Kontakt abgebrochen hat. Es ist einfach zu viel vorgefallen, und manchmal ist es besser, etwas Zerbrochenes loszulassen, anstatt daran festzuhalten.

“Spielverderberin” von Marie Menke erzählt die Dreiecksgeschichte einer Jugendfreundschaft, die durch ein Ereignis vor mehreren Jahren aus den Angeln gerissen wurde. Auf verschiedenen Zeitebenen lässt Ich-Erzählerin Sophie die Geschehnisse Revue passieren. Mir ist es hier teilweise sehr schwer gefallen, der Handlung zu folgen, da ich die Zeitsprünge und Rückblenden innerhalb der Sprünge nicht klar abgrenzen konnte. Auch war für mich sehr viel Luft nach oben, was die Freundschaft zwischen Romy, Sophie und Lotte betrifft. Die Konflikte, die durch die zugezogene Romy ausgelöst wurden, waren mit teilweise unverständlich, auch die plötzliche Distanz zwischen Lotte und Sophie, die schon seit ihrer Kindheit befreundet waren, die dann im Studium in Köln plötzlich wieder in Nähe umschlägt. Dazwischen dann noch der Konflikt mit Milan, der nie klar als Sophies fester Freund benannt wird, aber wohl doch irgendwie ist. Das Buch wirkte in seiner Gesamtheit sehr unausgegoren und die Geschehnisse, die eigentlich schon dramatisch sind, kamen nur trivial bei mir an und haben mich an keiner Stelle berührt. Lediglich die Hörbuchfassung mit Henriette Schreurs war angenehm zu hören, sodass ich nicht vorzeitig ausgestiegen bin. Viele lose Fäden, die schlampig miteinander verknotet wurden und dann irgendwo enden - leider nicht mein Geschmack. *Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Ein wahres Highlight!
Das Buch handelt von Sophie, Lotte und Romy, die zusammen auf dem Dorf groß geworden sind, wobei der Roman aus Sophies Perspektive geschrieben ist. Ein Erzählstrang handelt von der Phase kurz vor und nach dem Abitur, in der es vor allem um die Zukunftspläne, die damit verbundenen Ängste und die Freundschaft der dreien, die dadurch auf die Probe gestellt wird, geht. Der zweite Erzählstrang, mit dem das Buch auch beginnt, spielt vier Jahre später. Lotte und Sophie sind beide in die Großstadt gezogen, haben studiert und werden plötzlich von Romy für ein Wiedersehen aufs Dorf eingeladen. Es wird schnell klar, dass vor vier Jahren etwas vorgefallen sein muss, was die Freundschaft der dreien für immer verändert hat… Dadurch wird direkt zu Beginn eine gewisse Spannung aufgebaut, die über das gesamte Buch hinweg aufrechterhalten wird, während immer mehr Details über den Sommer nach dem Abitur zutage kommen. Neben dieser erzeugten Spannung hat mir der Roman auch ansonsten so gut gefallen, dass ich ihn in einem Stück durchlesen wollte. Mit Sophies Sorgen und Gedanken nach dem Abitur konnte ich mich sehr gut identifizieren. Wer wie Sophie auf dem Land groß geworden ist, kennt es bestimmt: Es gibt auf dem Dorf keine Lebensvorstellungen / -entwürfe, die über die Dorfgrenzen hinausgehen. Wie soll man also Entscheidungen über die eigene Zukunft treffen, wenn man nicht mal alle Optionen kennt? Während Sophie nicht sicher ist, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte, scheint Lotte genau zu wissen, was sie macht und machen will. Und so entsteht eine immer (toxischere) Beziehung der Abhängigkeit zwischen den beiden, in denen Sophie sich immer mehr versucht an Lotte zu orientieren. Auch diese ungesunde Freundinnenschaft kam mir aus meiner eigenen Schulzeit sehr bekannt vor. Dadurch, dass das Buch aus Sophies Perspektive geschrieben ist, konnte man sehr mit ihr mit fühlen und ihre Handlungen gut nachvollziehen, auch wenn sie vielleicht keine grundsätzlich sympathische Hauptfigur ist. All die behandelten Themen – der Dorf-Stadt-Unterschied, die Privilegien, die entstehen, je nachdem wo und wie man aufwächst, die toxische Freundinnenschaft, von der man sich trotzdem nicht ganz lösen kann – waren es, was das Buch für mich besonders und zu einem Highlight gemacht hat. Ich konnte mich sehr gut damit identifizieren und kann es jedem empfehlen, der selbst den Sprung vom Land in die Großstadt gewagt hat, oder ebenso keine genauen Zukunftsvorstellungen hat. Aber auch für alle anderen, die einfach nach einer spannenden Geschichte mit mehreren Erzählsträngen suchen, ist dieses Buch empfehlenswert. Für mich jetzt schon ein Jahreshighlight! 💛

Marie Menke erzählt auf zwei Zeitebenen von drei Freundinnen, wobei deren Freundinnenschaft - so wird im Laufe des Buchs klar - immer eher Zweiergrüppchen umfasst hat. Erst am Ende erfährt die Leserin, was dazu geführt hat, dass sich die drei 4 Jahre lang nicht gesehen haben. Ich habe gebraucht, um in das Buch hinzukommen und zu verstehen, dass es auf einen Höhepunkt zuläuft. Bis dahin hat es mich wenig abgeholt, dann wollte ich unbedingt wissen, was wie und warum passiert ist.
"Drei sind eine zuviel" (Klappentext) Ist das wirklich so, oder passen Sophie, Lotte und Romy einfach per se nicht zusammen. Denn so kommt es mir in Marie Menkes Roman "Spielverderberin" vor. Sophie und Lotte kennen sich bereits ihr ganzes Leben. Gemeinsam wachsen sie im ländlich-bäuerlichen Süthland auf, in einer Gegend, die von Landwirtschaft, Routine und engen sozialen Strukturen geprägt ist. Ihre Beziehung wirkt eingespielt, fast selbstverständlich – bis Romy in ihr Leben tritt. Sie kommt aus München, aus der großen Stadt, und bringt damit eine andere Welt mit sich. Ihre Art, ihr Auftreten und vielleicht auch ihre Möglichkeiten unterscheiden sie deutlich von den beiden Mädchen vom Land. Zu dritt gehen sie zur Schule, verbringen Zeit miteinander und entwerfen lose Pläne für die Zukunft: eine gemeinsame Studentinnen-WG, ein Leben jenseits des Dorfes. Doch dazu kommt es nicht. Ihre Wege nehmen einen getrennten Lauf. Auslöser ist ein kurzer Moment, in dem aus Spiel Ernst wird und die Konsequenzen einen tiefen Cut bedeuten. Der Roman wird aus Sophies Perspektive erzählt und bewegt sich zwischen Gegenwart und Erinnerung. Immer wieder blickt sie zurück auf die Zeit mit Lotte und Romy, auf die Dynamik dieser Dreierkonstellation und auf jene Nacht, die schließlich alles verändert hat. Doch bis es zur Auflösung dessen kommt, was zum großen Bruch führte, ist das Buch bereits auf seinen letzten zwanzig Seiten und ich konnte ihm bis dahin nur schwer bis gar nicht folgen. Weder habe ich verstanden, was sich diese drei Freundinnen eigentlich sind (denn Freundinnen sind sie nicht wirklich) noch bin ich bei der Handlung und ihren Sprüngen hinterher gekommen. Alles wirkte auf mich irgendwie unfertig, ins Unreine geschrieben, so dass man schon im Kopf der Autorin hätte sitzen müssen, um ihre Gedanken und Ideen nachvollziehen zu können. Die Dialoge verlaufen in Rätseln und aneinander vorbei. Unterm Strich bleibt für mich ein Roman, der viel andeutet, aber wenig wirklich greifbar macht. Die Idee einer brüchigen Dreierfreundschaft und eines Moments, der alles kippen lässt, ist durchaus interessant. Doch in der Umsetzung blieb mir zu vieles unklar und zu wenig ausgearbeitet, um mich wirklich in die Figuren und ihre Geschichte hineinzuziehen.
Verschenktes Potenzial
Wie viele Personen verträgt eine Freundschaft? Nur zwei? Oder doch drei? Ich würde sagen, es kommt darauf an. Mit manchen Menschen passt es zu zweit am besten, mit anderen dagegen wieder nur dann, wenn noch weitere Personen dabei sind. Die Freundschaft von Sophie und Lotte scheint eine zu sein, die am besten zu zweit funktioniert- zumindest wenn man sie aus Sophies Sicht betrachtet. Bei Lotte scheint dies etwas anders zu sein, denn als Romy dazukommt, wird die Freundschaft zu Sophie auf die Probe gestellt. Romy kommt aus der großen Stadt und ist daher für die beiden Mädchen spannend und exotisch. Als das Abitur vorbei ist und alle ihre Wege gehen, nimmt die Geschichte eine weitere Wendung. Ich finde den Gedanken, Freundschaften genauer zu untersuchen sehr spannend. Denn, wie es auch im Buch gesagt wird, bei Trennung und Liebeskummer wissen wir, was zu tun ist. Was jedoch auch recht häufig vorkommt, ist das Ende von Freundschaften. Dabei gibt es solche durch Umzüge oder andere räumliche Trennungen wie Schulwechsel, diese sind zwar traurig, aber meist nicht so schmerzhaft. Und dann gibt es die, bei denen eine lange tiefe Verbundenheit durch sich ändernde Interessen, plötzliche Ereignisse oder ein neues Umfeld zerreißt. Das ist die schmerzhafte Variante. Spielverderberin hätte also sehr Potenzial gehabt und Marie Menke schreibt auch schön, rein sprachlich gefiel mir das Buch wirklich gut. Mein Problem waren die vielen zeitlichen Sprünge und die Dinge, die ich mir beim Lesen erst mühsam heraussagen musste. Ich konnte die Handlungen (vor allem von Sophie) oft nur schwer nachvollziehen. Lotte kam mir insgesamt auch viel zu wenig vor. Zusätzlich gibt es noch die Stadt-Land-Thematik. Diese wurde mir viel zu klischeehaft dargestellt, es gab da auch nur schwarz-weiß. Das fand ich ebenfalls sehr schade, dazu habe ich schon bessere Bücher gelesen.
Ein Buch das die Lesenden bis zum vorletzten Kapitel im Unklaren lässt. Auf der einen Seite wow, auf der anderen hat mich das genervt.
Ich möchte keine Spielverderberin sein, aber ich habe mich mit dem Roman schwer getan. Dabei war ich anfangs wirklich schnell gecached. Ich mag den flüssigen Schreibstil sehr. Außerdem ist die Stimmung zwischen den Mädchen schnell bei mir angekommen und die vielen Andeutungen haben mich neugierig gemacht. Auch mochte ich zunächst, dass die Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt und die Geheimnisse nur langsam aufgedeckt werden. Im Laufe des Romans wurde dieses langsame Entschlüsseln der Vorkommnisse zunehmend zu einer Geduldsprobe für mich. Immer wieder wird darüber gesprochen, dass es Geheimnisse gibt, aber wir erfahren nichts Auflösendes. Das passt gut zur toxischen Beziehung der drei Freundinnen, sodass es mich gleichzeitig genervt und fasziniert hat. Gut gefallen hat mir die meiste Zeit, wie die Beziehung von Sophie zu ihrem "Liebhaber" dargestellt wird. Ich finde, damit trifft die Autorin die aktuelle Lage der feministischen jungen Frauen und der jungen Männer, die nicht ganz mitkommen, sehr genau. Etwas irritiert hat mich, dass es die ländliche Region, die im Roman eine große Rolle spielt, fiktiv ist. Interessanter Ansatz, da dieses im Gegensatz steht zu real existierenden Großstädten. Ich hätte aus diesem Grund aber auch eine reale ländliche Region besser gefunden. Ich bin nicht der Meinung, dass alle ländlichen Regionen gleich sind, daher hätte die Verortung für mich schon einen Unterschied gemacht. Erst im letzten Kapitel erfahren wir, was zwischen den Freundinnen vorgefallen ist. Das ist schon ein ziemlich genialer Coup der Autorin. So macht am Ende das etwas nervige Tappen im Dunkeln schon Sinn. Trotzdem hätte es mir, glaube ich, besser gefallen, hätte ich mehr Informationen zu früheren Zeitpunkten bekommen.
Ein Kleeblatt geht in Flammen auf
Kleeblatt-Freundschaften sind eine besondere Herausforderung. Sie bergen immer die große Gefahr, das eine/r außen vor bleibt. Drei ist meist Eine zu viel.-das mussten auch Sophie, Lotte und Romy schmerzhaft lernen. Die ICH- Erzählerin ist schon lange mit Lotte befreundet, als Romy aus München in das Dorf Aulbach im Süthland zieht. Hier gibt es nicht viel zu erleben, und die Umgebung besteht aus so genannten Bauernschaften. Obwohl man den Eindruck hat, dass man irgendwo im Nirgendwo ist, wissen die Leute erstaunlich viel über einander. Romy drängt mit dem Geruch nach Großstadt in bestehende Freundschaften und Sophie gibt ihr bereitwillig Raum. Dabei merkt sie nicht, in was für schwierige Situationen sie sich katapultiert und wie sie sich von Romy manipulieren lässt. Man kann der neuen Freundin noch nicht mal einen Vorwurf machen, denn sie tut das, was sie schon immer getan hat— für andere interessant sein. Aber Sophie, die kurz vor dem Abitur steht und all das, was Romy gut findet, aufsagt wie ein Schwamm gibt sich fast selbst auf. Lotte kann da nicht mithalten. Romy wird zum Zünglein an der Waage, das mal zur einen und mal zur anderen Freundin ausschlägt. Und dann passiert etwas, das zum großen Geheimnis des Buches wird. Die Autorin erzählt in einer sehr bildhaften und ausgestalteten Sprache in zwei Zeitsträngen vom Loslassen der Kindheit, von der Aufgabe des Althergebrachten und der Furcht vor dem Neuen. In dem sie Sophie sowohl in ihrem gewohnten Habitat reden, als auch in die Großstadt verfrachtet und dort ihre Erfahrungen teilen lässt, schafft sie zwei interessante Pole, und man weiß nicht so genau, was man Sophie wünschen soll. Im Mittelpunkt aber steht die Freundschaft zu Lotte und Romy und ihre Folgen. Dabei ist mir sehr schnell klar geworden, dass Sophie ein Teil des Problems ist. Manchmal war das kaum auszuhalten. Lotte bleibt mir als Figur, etwas blass. Die anderen beiden Protagonistinnen werden schon sehr vielschichtig dargestellt und man muss auch ein bisschen zwischen den Zeilen lesen, damit sich das Bild vervollständigt. Nah sind sie mir trotzdem nicht gekommen. Es ist ja schon etwas her, dass ich mich in so einem Spannungsfeld bewegt habe und ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie anstrengend solche Freundschaften sein können, trotzdem hatte ich auch das Gefühl, dass hier viel gemutmaßt, interpretiert und gefühlt wird aber wenig geredet. Im Dreieck von Frauenfreundschaften ist das eher ungewöhnlich. Viele Ereignisse und Aktionen wirken unüberlegt, dafür, dass besonders Sophie so viel nachdenkt. Das hatte für mich einen starken Jugendbuchcharakter. Über Lotte hätte ich tatsächlich gerne mehr erfahren, und das Ende lässt mich unbefriedigt zurück. Obwohl ich stellenweise genervt von den Protagonistinnen war, hat mich die Sprache des Romans bis zum Ende durch das Buch getragen. Marie Menke hat großes Talent und ich freu mich schon auf alles, was da noch kommt. Ich empfehle euch das Buch, wenn ihr vor anstrengenden Protagonisten nicht zurückschreckt und den Kontrast von Land zu Stadt sehr mögt
Eher durchschnittliches Debüt
Es ist ein eigentlich ganz okayes Debüt, was vor allem durch den leicht verständlichen und trotzdem teilweise auch schönen Schreibstil der Autorin Marie Menke. Der Schreibstil ist, vor allem für ein Debüt, sehr einfühlsam und kann vor allem auf den ersten Seiten, eine schöne sogwirkung entfachen. Die Story hingegen finde ich persönlich eher dürftig. Es ist das alt bekannte Spiel einer Dreier-Freundschaft, in der immer eine außen vor ist. Keine der drei Protagonistinnen handelt meiner Meinung nach plausibel oder verständlich und erst recht ist niemand der drei auch nur im Ansatz sympathisch und solche Freundinnen würde ich nicht gerne haben. Und das immer nur kurz ein vorheriges Ereignis angeschnitten wird ohne das der Leser erfährt was genau passiert ist, ist eher unkreativ, um einen Leser zu fesseln und hat mich eher genervt als gepackt.
Sophie und Lotte kommen aus der gleichen Bauernschaft und sind beste Freundinnen, bis Romy aus München dazustößt. Drei sind plötzlich eine zu viel und Sophie wird an den Rand gedrängt. Sie entwickelt eine Obsession mit Romy und die Dreierkonstellation ist geprägt von Neid und Distanz. Später in ihren Zwanzigern, versuchen die drei sich einander anzunähern, bis Romy plötzlich verschwindet und alte Wunden aufgerissen werden. Was ist vor vier Jahren schlimmes geschehen, das die Freundinnen auseinandergerissen hat? Marie Menkes Debütroman konnte mich trotz ihrer nüchternen, intelligenten und zugleich sehr bildhaften Sprache nicht überzeugen. Die Protagonistinnen waren für mich nicht hinreichend ausgearbeitet, ihre Gedanken und Taten nicht nachvollziehbar. Es haftet zudem der Eindruck eines Jugendromans am Buch, es fehlt an Tiefe und einer gewissen Ernsthaftigkeit, die der Geschichte gut getan hätten. Dafür, dass es um eine obsessive Freundschaft gehen soll, gibt es erstaunlich wenige Interaktionen zwischen den Frauen. Etwa bei der Hälfte habe ich angefangen mich zu fragen, was der Sinn der Geschichte ist und was man mir eigentlich mitteilen will, denn so wahnsinnig viel passiert da nicht. Das frage ich mich jetzt, wo ich zu Ende gelesen habe, immer noch.
Vielschichtig.
Spielverderberin erzählt die Geschichte von Sophie, Lotte und Romy, drei jungen Frauen, deren Freundschaft über Jahre hinweg immer wieder auf die Probe gestellt wird. Sophie und Lotte sind von Kindesbeinen an eng verbunden und wachsen gemeinsam in der kleinen Bauerschaft Aulbach auf. Romy hingegen zieht als neue Mitschülerin aus München hinzu und verändert das Gefüge der Freundschaft spürbar. Schon früh zeigen sich Eifersucht, Unsicherheiten und subtile Machtspiele, die die Beziehungen der drei komplizieren. Ein einschneidender Abend nach dem Abitur prägt sie alle nachhaltig und wirft lange Schatten auf ihre Freundschaft. Später pendelt die Geschichte zwischen Dorf und Großstadt und beleuchtet Themen wie Heimat, Zugehörigkeit und den Unterschied zwischen Stadt- und Landleben. Besonders gelungen finde ich die feinfühlige, präzise Sprache von Marie Menke. Kleine Gesten, Blicke oder Momente des Missverstehens werden so genau beschrieben, dass die Figuren sehr lebendig wirken. Die Freundschaft der drei Mädchen erscheint dadurch authentisch und nachvollziehbar: Sie halten aneinander fest, verletzen einander unbeabsichtigt und zeigen in ihren Handlungen sowohl Nähe als auch Widersprüchlichkeit. Auch die Beschreibungen des Dorflebens und später der Großstadt sind atmosphärisch dicht und geben der Geschichte einen realistischen Rahmen. Die Figuren selbst sind vielschichtig. Sophie etwa zeigt eine obsessive Bindung zu Romy, die gleichzeitig von Vernarrtheit, Neid und Kränkung geprägt ist. Romy wirkt selbstbewusst und unabhängig, fast wie eine Art Gegenpol, der Sophies Unsicherheiten spiegelnd verstärkt. Lotte hingegen ist die stille Konstante, gerät aber durch die Spannungen zwischen den anderen beiden ebenfalls unter Druck. Diese Dynamik zwischen den drei Freundinnen macht den Roman besonders interessant und regt dazu an, über eigene Beziehungen und Machtverhältnisse in Freundschaften nachzudenken. Einige Aspekte empfand ich als weniger gelungen. Manche Handlungsstränge und Konflikte werden nur angerissen und wirken daher stellenweise unvollständig. Sophies Verhalten blieb mir manchmal schwer nachvollziehbar, und die wechselnden Zeitebenen über vier Jahre hinweg führten an einigen Stellen zu Verwirrung. Auch das Ende wirkt vergleichsweise abrupt, sodass es wenig Raum für emotionale Verarbeitung lässt. Trotz dieser kleineren Schwächen ist Spielverderberin ein ruhiger, reflektierter Roman über Freundschaft, Selbstzweifel und das Erwachsenwerden. Die Geschichte lebt von authentischen Figuren, fein beobachteten zwischenmenschlichen Dynamiken und einem sensiblen Schreibstil, der kleine Nuancen und Spannungen zwischen Menschen sichtbar macht. Wer Interesse an literarischen Romanen mit psychologischer Tiefe, gut beobachteten Charakteren und einer ruhigen, nachwirkenden Atmosphäre hat, wird hier auf jeden Fall fündig.
Ich fand Spielverderberin insgesamt echt gut, vor allem wegen der Dynamik zwischen den drei Freundinnen. Diese Dreierkonstellation ist super getroffen, man merkt schnell, dass an dem Sprichwort „Drei sind einer zu viel“ tatsächlich etwas dran ist. Irgendwie ist immer eine Person außen vor oder fühlt sich zumindest so, und genau dieses unterschwellige Ungleichgewicht wird im Buch sehr realistisch dargestellt. Mit Sophie konnte ich mich teilweise mehr identifizieren, als mir lieb war, was das Ganze nochmal intensiver gemacht hat. Die Beziehungen zwischen den drei wirken authentisch, nicht übertrieben dramatisch, sondern eher so, wie man es aus dem echten Leben kennt. Was mich allerdings gestört hat, war das Ende. Das Buch baut über lange Zeit wirklich Spannung und Tiefe auf, aber dann fühlt es sich plötzlich so an, als würde man einfach aus der Geschichte rausgerissen werden. Es ist nicht so, dass das Ende schlecht ist, es passt schon irgendwie, doch es hinterlässt ein Gefühl von Unvollständigkeit, als würde ein wichtiger Teil fehlen oder nicht zu Ende erzählt werden.

„Spielverderberin“ erzählt von der komplizierten Dreierfreundschaft zwischen der Ich-Erzählerin Sophie, Lotte und der später aus München zugezogenen Romy. Bereits zu Beginn schwingt eine düstere Grundstimmung mit, denn ein Vorfall im letzten Schuljahr vor 4 Jahren hat die Freundinnen entfremdet. Was genau passiert ist, wird dem Lesenden erstmal vorenthalten und nur durch Gedankenfetzen Sophies angedeutet. Marie Menke schafft es, die Spannung immer gerade so hoch zu halten, dass man zwischen Gegenwart (und dem ersten erneuten Aufeinandertreffen der drei) und den Geschehnissen von vor 4 Jahren getragen wird und man sich durch die zwei Zeitebenen langsam der Wahrheit annähert. Die Freundschaft zwischen Sophie, Lotte und Romy ist geprägt von Unsicherheit, Neid und Eifersucht und ich konnte ihr insgesamt nur wenig Positives abgewinnen. Während Sophie und Lotte sich seit Kindheitstagen kennen, wird die Freundschaft durch Romy aufgewirbelt. Sophie ist anschließend immer außen vor und ihre Unsicherheit ist während des ganzen Buches spürbar. Erst als Lotte in eine Klinik muss, nimmt Sophie den Platz an Romys Seite ein. Diese Freundschaft ist aber keinesfalls von Wohlwollen geprägt, viel eher weist sie obsessive Züge auf. Insgesamt war diese Dreierkonstellation für mich nur schwer greifbar und mir hat sich die Intention hinter dieser „Freundschaft“ nicht wirklich erschlossen. Alle drei, vor allem aber Sophie und Romy waren jedenfalls absolut keine Sympathieträgerinnen. Marie Menkes Schreib- und Erzählstil ist der Grund, warum ich das Buch trotz des nicht ganz nachvollziehbaren Plots und der etwas underwhelming Auflösung am Ende trotzdem gerne gelesen habe. Sie schreibt sehr zugänglich und wortgewandt, wenn auch manchmal etwas repititiv. Da es sich um ein Debüt handelt, bin ich jedenfalls gespannt, was zukünftig noch von der Autorin kommen wird.
Freundschaft hält nicht alles aus
Das Buch ist sehr hochwertig gemacht. Das Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen gefällt mir gut, das Cover eher nicht. Die drei Freundinnen Sophie, Lotte und Romy treffen sich nach langer Funkstille wieder. Die Stimmung ist angespannt, irgendwas steht zwischen ihnen. Die Geschichte ist aus der Sicht von Sophie geschrieben, startet am Tag des Wiedersehen und springt immer wieder in die Vergangenheit. Zu Beginn eines neuen Kapitel ist es nicht immer leicht zu erkennen, zu welcher Zeit und in welchem Umfeld wir uns gerade befinden. Jede der drei Hauptcharaktere hat ihr eigenes Päckchen zu tragen. Selbstzweifel, Selbstmitleid, Schuld, Eifersucht und Zugehörigkeit sind die zentralen Themen. Vieles bleibt ungesagt und auch am Ende bleiben Fragen offen. Der Schreibstil ist flüssig lesbar, ich war direkt drin und wollte unbedingt wissen, was zwischen den Freundinnen steht. Durch die 213 Seiten, bin ich nur so geflogen. Auch wenn mich manche Charakterzüge etwas genervt haben, ist das Buch eine gelungene Geschichte, die zeigt, wie sich eine Freundschaft über die Jahre verändert und durchaus auch an Ereignissen zerbrechen kann.
Ein solider und kluger Roman.
Marie Menkes Spielverderberin ist ein leiser, atmosphärisch dichter Roman über weibliche Freundschaft, Herkunft und die fragile Balance zwischen Nähe und Abhängigkeit. Die große Stärke des Buches liegt für mich eindeutig in seiner Sprache: Menke schreibt poetisch, bildreich und mit einem feinen Gespür für Stimmungen. Dorf, Baggersee, Köln – all diese Räume fühlen sich sinnlich und lebendig an. Inhaltlich begleitet der Roman die Freundschaft von Sophie, Lotte und Romy, die sich zwischen ländlicher Verwurzelung und städtischer Freiheit formt – und zunehmend verkompliziert. Besonders die Dynamik der Dreierkonstellation ist treffend beobachtet: Faszination, Eifersucht, Loyalität und Schuld liegen dicht beieinander. Das Verschwinden einer der Freundinnen wirkt dabei wie ein Katalysator, der alte Verletzungen freilegt und unausgesprochene Erinnerungen bedrohlich an die Oberfläche bringt. Trotz der starken Atmosphäre bleibt die emotionale Fallhöhe stellenweise hinter den Erwartungen zurück. Die Figuren wirken bewusst distanziert gezeichnet, was literarisch konsequent ist, aber den Zugang erschwert. Einige zentrale Konflikte – insbesondere die „harte Nacht“, um die sich vieles dreht – bleiben sehr vage und entfalten dadurch weniger Wucht, als sie könnten. Spielverderberin ist damit kein Roman für Spannung oder klare Auflösungen, sondern für Leser:innen, die sich auf Zwischentöne, Sprachbilder und ein langsames Erzählen einlassen möchten. Für mich ein stilistisch überzeugendes, inhaltlich jedoch nicht ganz erfüllendes Leseerlebnis – solide und klug.
Description
Über Landmenschen und Stadtkinder und das, was zwischen ihnen liegt
Marie Menke schreibt über eine obsessive Freundschaft zwischen Dorfjugend und Großstadtanonymität und über die Kraft, die drei junge Frauen zusammenhält und gleichzeitig zu zerstören droht. Stimmungsvoll und bildreich entwirft die Autorin ein perfektes Zusammenspiel zwischen Zartem und Abgründigem.
Sophie und Lotte kennen sich seit Kindertagen, sie stammen aus derselben Bauerschaft im Süthland. Erst in der Oberstufe stößt Romy dazu: Sie kommt aus der Stadt und ist freier und mutiger – aber auch unzuverlässiger. Die neue Dreierkonstellation ist getragen von gegenseitiger Faszination, die bald Gefahr läuft zu kippen.
Beim Versuch, in ihren frühen Zwanzigern ihre Freundschaft nach Köln zu transportieren, hadern die jungen Frauen. Als Romy plötzlich verschwindet, reißen alte Wunden auf: Zwischen all den intensiven Momenten der Vergangenheit liegt auch eine harte Nacht vergraben, an die eine der drei niemals erinnert werden darf.
»Was für eine kluge und schöne Sprache, die uns an ihre schwitzige Hand nimmt und mit den Füßen im Baggersee in die Tiefen einer Dreiecksfreundschaft bringt.« Sara Gmuer
Book Information
Author Description
Marie Menke, 1997 im Sauerland geboren, hat Politik, Medien und Soziologie in Bonn, Taipeh, Köln und Paris studiert. Ihre Prosa wurde in Literaturzeitschriften veröffentlicht und unter anderem mit dem OffSpring Award der lit.Cologne ausgezeichnet. »Spielverderberin« ist ihr Debüt.
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Schönes Cover, nicht meine Story
✨Hörbuch✨ Ganz spontan und trotz erdrückender Last durch den SuB und die Leseliste habe ich mir gestern dieses Hörbuch angehört. Und bin eben fertig geworden. Da ich dringend meinen Rezi Stau angehen muß, geht meine Meinung direkt online. Das Cover hat mich magisch angezogen, es ist total ungewöhnlich und mein Geschmack. ✨Zitat „Was aber, wenn Romy wirklich etwas zugestoßen war? Meine letzte Erinnerung an sie durfte nicht der Nachmittag am Baggersee sein, ihre Geschichten vom gemeinsamen Lernen fürs Staatsexamen, von der leer stehenden Wohnung über der Kaffeerösterei und von dem Freund, dessen Namen ich nicht einmal kannte, ihre dünnen Finger, von denen Romy die geschmolzene Schokolade geleckt hatte, ihr kahl rasierter Kopf und der Schmetterling zwischen ihren Schlüsselbeinen.“ ✨Inhalt und Meinung Es geht um die Freundinnen Sophie, Lotte und Romy. Zwei kommen vom Dorf und sind schon immer befreundet. Romy ist aus der Großstadt umgezogen und sie sind dann alle miteinander befreundet, aber nur von außen betrachtet. Obsession und toxische Freundinnenschaft beherrschen das Kleeblatt ☘️. Die Geschichte als solche mochte ich gern und habe überhaupt das Hörbuch gern gehört. Leider war es schlussendlich aber nicht mein Buch, ggf. ist es für Jüngere mehr geeignet. Ich bin heilfroh nichts mehr mit toxischen Freundschaften am Hut zu haben, vielleicht hat es mich deshalb etwas gestresst und nicht so sehr abgeholt. Mir fehlte ein roter Faden und die jungen Frauen waren nicht differenziert genug dargestellt. Ich mochte aber die sapphic vibes und hätte gern mehr dazu gelesen. Die Unterschiede zwischen Dorfleben und Stadtleben sowie die vielen Komplexe von Sprecherin Sophie, die aus diesem Zusammenhang stammen, empfand ich persönlich als etwas überspitzt dargestellt. Das Ende ist seht abrupt und manchmal mag ich das, aber in diesem Fall blieb für mich zu viel ungeklärt. Das Buch ist aber nicht schlecht, macht Euch unbedingt immer ein eigenes Bild! Nicht jede Geschichte passt zu jedem Leser, ich habe viele begeisterte Stimmen gesehen und würde auch mehr von der Autorin lesen. 2/5⭐️⭐️

Obsessive Dreiecksbeziehung unter Freundinnen
Sophie und Lotte wachsen auf dem Land auf, sind Schulfreundinnen, in der Oberstufe stößt Romy dazu, die mit ihren Akademiker – Eltern von München aufs Land zieht. Ihre Freundinnenschaft stößt aus verschiedenen Gründen an ihre Grenzen, spießt sich geradezu auf, eskaliert und doch gibt es immer wieder ein Aufeinanderzugehen. Zitat S.97: „So etwas fehlte in Freundinnenschaften, fand ich, ein Regelwerk, an dem man sich festhalten konnte. Nirgendwo stand geschrieben, ob die Schulzeit einen für immer aneinanderschweißte oder vielmehr etwas war, das es baldmöglichst zu verdrängen galt. In Freundinnenschaften gab es nicht einmal ein Protokoll für Trennungen. Niemand schien zu wissen, ob man sie beenden musste oder auslaufen lassen durfte und ob man anschließend mit verheulten Augen Schokoladeneis zu löffeln hatte. Sicher wusste ich nur: Wer wegzog, ohne Bescheid zu geben, würde nicht zurückkommen.“ Besonders Sophie, die ein ausgeprägtes moralisches Empfinden hat, es aber unterdrückt, trägt Scham – und Schuldgefühle mit sich herum und lässt eine Dynamik entstehen, die immer wieder hochkocht. Die zugleich zwischen ihnen auftretenden Kräfte von Zusammenhalt und Zerstörung werden von der Autorin zusätzlich mit Unterschieden zwischen Dorfjugend und Stadtkind in ein Spannungsverhältnis gebracht, das vor Augen führt, wie unterschiedlich die Verhältnisse sind, aus denen die Protagonisten kommen. Eine spannende Geschichte, die in zwei Zeitebenen erzählt wird (kurz vorm Abitur und vier Jahre später) und die erst kurz vor Ende die fatalen Geheimnisse auflöst, die Abgründe in der Freundinnenschaft haben entstehen lassen. Ein etwas anderer Coming of Age - Roman in sehr klarer, schöner Sprache, der glaubwürdige psychologische Spannungsfelder von Eifersucht, Schuld und Selbstzweifeln aufzeigt und sich flüssig weglesen lässt. Mein Wermutstropfen sind die aus meiner Sicht am Schluss nicht fertig auserzählten Ereignisse, aber das empfindet vielleicht jeder anders.
𝘚𝘱𝘪𝘦𝘭𝘷𝘦𝘳𝘥𝘦𝘳𝘣𝘦𝘳𝘪𝘯 erzählt von Freundschaft und ihren Grenzen, davon, wie sie wachsen oder zerbrechen kann. Vom Erwachsenwerden, von Unsicherheit, Träumen, Schuld und Scham. Vom Vergessenwollen. Von Klasse, Macht und all den feinen, oft unausgesprochenen Dynamiken dazwischen. In diesen wenigen Seiten steckt unglaublich viel.
🥿 𝘋𝘦𝘳 𝘏𝘶𝘴𝘬𝘺, 𝘥𝘪𝘦 𝘉𝘭𝘢𝘴𝘦𝘯, 𝘥𝘦𝘳 𝘚𝘦𝘵𝘻𝘭𝘪𝘯𝘨. 𝘚𝘪𝘦 𝘸𝘢𝘳𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘦 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘻𝘸𝘦𝘪𝘵𝘦 𝘙𝘦𝘢𝘭𝘪𝘵𝘢̈𝘵, 𝘪𝘯 𝘥𝘪𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘦𝘪𝘯𝘵𝘢𝘶𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘬𝘰𝘯𝘯𝘵𝘦 𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘦𝘴 𝘙𝘰𝘮𝘺 𝘯𝘰𝘤𝘩 𝘨𝘢𝘣, 𝘷𝘰𝘳 𝘥𝘦𝘳 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘵, 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘢𝘭𝘭𝘦𝘴 𝘨𝘦𝘬𝘪𝘱𝘱𝘵 𝘸𝘢𝘳. 💭 Wow. Was für ein Buch. So schmal, so leise und dabei so vielschichtig und komplex. Ich liebe es. Im Mittelpunkt stehen Sophie, Lotte und Romy. Drei Freundinnen auf dem Land, eine enge Schulfreundschaft. Romy kommt aus der Stadt, bringt etwas anderes mit, etwas Neues. Vier Jahre später ist von ihrer Freundschaft nicht mehr viel übrig. Als sie sich wiedersehen, liegt ein Schatten über allem. Nichts ist mehr leicht, nichts unbeschwert. Dieses Wiedersehen bewegt sich ständig zwischen Magie und Schmerz. Die Geschichte trägt von Beginn an etwas Geheimnisvolles, Dunkles in sich. Nie klar benannt, nur angedeutet. Zwischen den Zeilen schwingt permanent etwas mit, das mich nicht loslässt. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt: Was ist damals passiert? Und genau daraus entsteht diese enorme Sogwirkung. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen: Gegenwart und vier Jahre zuvor. Das ganze unglaublich clever verwoben. Vor allem folgen wir Sophies Perspektive. Dadurch bleibt alles einseitig gefärbt: Können wir ihr trauen? Was erinnert sie und was vielleicht nicht? Manche Gedankengänge sind bewusst sprunghaft und zunächst verwirrend, fügen sich aber immer wieder in einen klaren roten Faden ein. 𝘚𝘱𝘪𝘦𝘭𝘷𝘦𝘳𝘥𝘦𝘳𝘣𝘦𝘳𝘪𝘯 erzählt von Freundschaft und ihren Grenzen, davon, wie sie wachsen oder zerbrechen kann. Vom Erwachsenwerden, von Unsicherheit, Träumen, Schuld und Scham. Vom Vergessenwollen. Von Klasse, Macht und all den feinen, oft unausgesprochenen Dynamiken dazwischen. In diesen wenigen Seiten steckt unglaublich viel. Das ist ein Roman, den man problemlos ein zweites Mal lesen kann, vielleicht sogar muss. Ich werde das ganz sicher tun. Alles ist auf das Wesentliche reduziert, ohne jemals oberflächlich zu sein. Ich finde kaum Worte, um wirklich zu beschreiben, wie großartig ich dieses Buch finde. Am besten: Lest es selbst und erlebt, was ich meine. Eine ganz große Leseempfehlung und ganz viel Liebe für dieses Buch. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (10/10) 𝘔𝘢𝘯𝘤𝘩𝘦 𝘔𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘷𝘦𝘳𝘧𝘰𝘭𝘨𝘦𝘯 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘦 𝘎𝘦𝘪𝘴𝘵𝘦𝘳.

Sophie und Lotte kennen sich seit ihrer Kindheit. Sie leben in einer Kleinstadt, einer absoluten Idylle. Eine tiefe Freundschaft verbindet die Mädchen. Als Romy dazu kommt, ändert sich einiges. Neid, Konkurrenz und Eifersucht gehört zu dieser Dreierkonstellation jetzt mit dazu. Als ein Ereignis die Freundschaft komplett zerstört, entfernen sie sich voneinander, haben keinen Kontakt mehr. Jede lebt ihr eigenes Leben, auch außerhalb dieser Kleinstadt. In der Gegenwart versucht Sophie zu verstehen wie das eigentlich alles passieren konnte. Ein tolles Debüt über eine schwierige Mädchenfreundschaft. Erzählt wird aus der Sicht von Sophie auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Einmal in der Gegenwart und in der Vergangenheit vor ca. vier Jahren. Nach und nach kommen wir so dem tragischen Ereignis auf die Spur. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Sehr klar und präzise wurde hier geschrieben. Die Charaktere blieben mir leider etwas fremd. Vieles konnte ich nicht so richtig nachvollziehen aber muss ich auch nicht. Das gibt dem Buch noch eine sehr authentische Note. Die Atmosphäre ist recht melancholisch und nachdenklich. Schon spannend wie so eine Freundschaft aussehen kann. Ein sehr komplexes Thema, gut aufgearbeitet. Für mich kein Highlight aber ließ sich gut lesen. Deshalb empfehle ich euch das Buch gern weiter.
DIE SPIELVERDERBERIN von Marie Menke, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, ET 12.02.2026, 224 Seiten Stimmen zum Buch: »Was für eine kluge und schöne Sprache, die uns an ihre schwitzige Hand nimmt und mit den Füßen im Baggersee in die Tiefen einer Dreiecksfreundschaft bringt.« Sara Gmuer Worum geht’s? Obsessive Freundschaft, Coming-of-Age-Roman, über Landmenschen und Stadtkinder und das, was zwischen ihnen liegt Autorenportrait: Marie Menke, 1997 im Sauerland geboren, hat Politik, Medien und Soziologie in Bonn, Taipeh, Köln und Paris studiert. Ihre Prosa wurde in Literaturzeitschriften veröffentlicht und unter anderem mit dem OffSpring Award der lit. Cologne ausgezeichnet. »Spielverderberin« ist ihr Debüt. Mein Leseeindruck: Marie Menke verhandelt in ihrem Roman eine obsessive Freundschaft zwischen Sophie und Lotte, den Kindheitsfreundinnen vom Dorf und Romy, dem freigeistigen, mutigen, eher unbeständigen aus München stammenden Stadtmädchen, welches erst in der Oberstufe auf die andren trifft und die Kraft, die die drei junge Frauen zusammenhält und gleichzeitig zu zerstören droht. Mit stimmungsvollen und bildreichen Beschreibungen entwirft die Debütantin ein melancholisches Zusammenspiel zwischen Fragilem und Düsterem. Die Dreierkonstellation ist geprägt von gegenseitiger Faszination und Zerbrechlichkeit. Das geschmackvolle, moderne Cover und der Titel finde ich passend gewählt, zu dem Buch ist das Hörbuch im @argonverlag erschienen. Ich wünsche der Autorin weiterhin viel Erfolg. Fazit: Ein unterhaltsamer, kurzweiliger Roman zu Dreiecksfreundschaften

Literarischer Roman über Freundschaft
„Spielverderberin“ ist der unterhaltsame Debütroman von Marie Menke und er handelt von Freundschaft, Neid, Zusammenhalt und Missgunst. Im Mittelpunkt stehen die beiden Freundinnen Sophie und Lotte, sie kennen sich schon seit Kindertagen und leben in einem kleinen Dorf. Doch eines Tages stößt Romy aus der Großstadt zu ihnen und sie ist so ganz anders, freie und mutiger, aber auch unzuverlässig und so droht die Freundschaft bald schon auseinander zu brechen. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Sophie, auf verschiedenen Zeitebenen, erzählt. Wir erfahren einiges aus der Vergangenheit und ihrer Kindheit, aber auch aus dem Leben aktuell in ihren Zwanzigern. Es gab einige Themen die angesprochen wurden wie Selbstzweifel, Erwachsen werden und die unentschiedene zwischen Dorf- und Stadtmenschen. „Spielverderberin“ war mal etwas ganz anderes zu dem was ich sonst so lese, aber ich wurde trotzdem gut unterhalten und kann euch das Buch empfehlen, wenn ihr gerne literarische Romane über Freundschaften lest.
Spannende Thematik
Mich haben das Cover und auch der Inhalt sehr neugierig gemacht. Die Geschichte ist spannend und ich gut erzählt, aber irgendwie hätte ich was anderes erwartet. Das Ende des Romans hat ihn sowohl etwas gerettet, aber auch zu große Sprünge gemacht. Das war auch insgesamt eine Schwäche des Romans für mich. Hier hätten einige Momente mehr Zeit gebraucht, um mich mehr mitfühlen zu lassen.
„Spielverderberin“ von Marie Menke ist ein eindringliches Debüt über Freundschaft, Herkunft und Schuld – und über die leisen Verschiebungen, die Beziehungen unwiderruflich verändern können. Zwischen Dorfidylle und Großstadtanonymität entfaltet sich das Porträt einer Dreierkonstellation, die von Faszination, Abhängigkeit und unausgesprochenen Verletzungen geprägt ist. Im Zentrum steht Sophie, die in wechselnden Zeitebenen aus ihrer Schulzeit im Süthland und aus der Gegenwart als Studentin in Köln erzählt. Gemeinsam mit Lotte ist sie im Dorf aufgewachsen – eine vertraute, fast symbiotische Verbindung. Erst mit dem Auftauchen der aus der Stadt zugezogenen Romy gerät das Gleichgewicht ins Wanken. Romy ist selbstbewusst, unberechenbar, faszinierend. Zwischen Bewunderung und Eifersucht beginnen Sophie und Lotte, um ihre Aufmerksamkeit zu kreisen. Die Dreierfreundschaft wirkt elektrisierend – und zugleich von Beginn an fragil. Der Roman setzt nach einer längeren Funkstille mit einem Wiedersehen der drei ein. Schnell wird klar: Etwas Unausgesprochenes steht im Raum. Eine verhängnisvolle Nacht in der Vergangenheit wirft lange Schatten, und Sophie kämpft mit Schuldgefühlen, die sich erst nach und nach entschlüsseln. Die fragmentarische Erzählweise – das Springen zwischen „Als Romy ging“ und „Vier Jahre zuvor“ – verstärkt diese Spannung. Nicht immer ist sofort klar, in welcher Zeit man sich befindet, doch genau diese Brüche spiegeln Sophies innere Zerrissenheit und die Unzuverlässigkeit ihrer Erinnerung. Thematisch kreist der Roman um Zugehörigkeit und Identität: Wer bleibt auf dem Land, wer geht in die Stadt – und was bedeutet das für das Selbstbild? Besonders Sophie leidet unter einer Obsession mit der Stadt, die sich in Minderwertigkeitsgefühlen gegenüber Romys urbaner Herkunft äußert. Das Landleben gibt Halt, wirkt aber auch begrenzend; die Stadt verspricht Freiheit, bleibt jedoch anonym und kühl. Menke zeichnet diese Gegensätze ohne Wertung, vielmehr als Spannungsfeld, in dem sich ihre Figuren verlieren. Auffällig ist, dass keine der drei Protagonistinnen eindeutig sympathisch erscheint. Gerade das macht die Dynamik glaubwürdig. Die Freundschaft wirkt streckenweise toxisch, getragen von Machtspielen, Projektionen und emotionaler Abhängigkeit. Sophie erscheint oft unsicher und orientierungslos, was sie als Erzählerin zugleich nahbar und distanziert macht. Ihre Perspektive ist subjektiv, vielleicht nicht immer verlässlich – und genau darin liegt ein Reiz der Lektüre. Sprachlich überzeugt Menke mit einer atmosphärischen, bildreichen Prosa, die zwischen Zartheit und Abgründigkeit changiert. Viele Szenen leben weniger von Handlung als von Stimmung, von Blicken, Andeutungen und Erinnerungsfetzen. Das langsame Enthüllen des dunklen Ereignisses hält die Spannung bis zum Schluss aufrecht, auch wenn das Finale eher leise als spektakulär ausfällt. „Spielverderberin“ ist kein klassischer Coming-of-Age-Roman mit klarer Katharsis. Stattdessen bietet er eine psychologisch feine, ruhig erzählte Studie über obsessive Freundschaft, über Schuld und die Frage, wie sehr unsere Herkunft unser Selbstbild prägt. Ein Debüt, das nachhallt – gerade, weil es keine einfachen Antworten liefert.

Drei ist eine zuviel
Marie Menkes Debütroman "Spielverderberin" erzählt von der komplizierten Freundschaft zwischen Sophie und Lotte, die vom Land kommen, und Romy, die aus München dazugezogen ist. Vermeintliche Unterschiede zwischen ländlicher Herkunft und städtischem Leben und sozialen Prägungen werden im Roman immer wieder aufgegriffen. Die Geschichte der drei Mädchen entfaltet sich in Rückblicken und Gegenwartsszenen, in denen vor allem Neid, Eifersucht, Unsicherheit und Schuldgefühle aufeinanderprallen. Konflikte kommen nach und nach zum Vorschein. Spannend ist das langsame Enthüllen eines dunklen Geheimnisses, das die Freundschaft der drei Freundinnen tief erschüttert. Bis zum Schluss ist nicht ganz klar, was genau zwischen ihnen vorgefallen ist. Der Spannungsaufbau ist hier wirklich gelungen. Ansonsten setzt der Coming-of-Age-Roman eher auf Stimmungen, Erinnerungen und inneren Konflikten. Gefallen hat mir, dass der Roman nicht auf einfache Lösungen setzt. Er zeigt die Grauzonen menschlicher Beziehungen und die Schattenseiten von Freundschaften. Die Autorin setzt auf zwischenmenschliche Dynamiken und geheime Konflikte. Weniger gefallen hat mir, dass die Geschichte sich in meinen Augen nur langsam entfaltet und dadurch etwas langatmig ist. Außerdem konnte ich zu den Figuren kaum Zugang finden. Die Charaktere sind zwar ambivalent, vielschichtig und menschlich, dennoch wurde ich nicht so richtig warm mit ihnen. Romy und Sophie finde ich persönlich sehr unsympathisch. Viele Verhaltensweisen der beiden kann ich einfach nicht nachvollziehen. "Spielverderberin" eignet sich vor allem für Leserinnen und Leser, die psychologisch tiefgehende, emotionale Geschichten mit realistischen Figuren mögen, die zwischen Drama, subtiler Spannung und einer melancholischen Grundstimmung pendeln.
"Drittes Rad am Wagen" oder "Drei sind einer zuviel"? 💭 In 'Spielverderberin' zeigt Marie Menke, wie fragil Dreierfreundschaften sein können. Sophie und Lotte sind in derselben kleinen Ortschaft aufgewachsen und seit Kindheitstagen eng befreundet. In der weiterführenden Schule kommt die aus München stammende Romy dazu - und aus dem vertrauten Zweiergespann wird ein Dreierbündnis, dessen Dynamik sich immer wieder verschiebt. Je nach Situation verändern sich Nähe, Rollen und Zugehörigkeit. Als Lotte zeitweise schwer greifbar wird, nutzt Sophie die Gelegenheit, ihren Platz neu zu definieren, und setzt alles daran, von Romy als cool wahrgenommen zu werden. Durch die Zeitsprünge wird früh deutlich, dass etwas Einschneidendes passiert ist und Lotte Schaden davongetragen hat. Was genau geschehen ist und welche Rolle die Freundschaft dabei spielt, erschließt sich jedoch erst ganz am Ende. Das sorgt einerseits für Spannung, ließ mich andererseits aber auch gelegentlich ungeduldig werden. Ich habe das Buch sowohl gelesen als auch gehört - beides funktioniert sehr gut. Die Sprache ist gelungen, auch wenn die Zeitsprünge nicht immer leicht einzuordnen sind. Besonders Lotte hätte mich als Figur noch mehr interessiert: Gerade bei ihr scheint so viel passiert zu sein, doch ihre Gedanken bleiben weitgehend im Verborgenen - das fand ich schade. Mit Sophie und Romy hingegen bin ich nicht richtig warm geworden. Beide wirken auf mich eher unsympathisch, und echte freundschaftliche Verbundenheit konnte ich kaum spüren. Allerdings passt das durchaus zu den zentralen Themen des Romans: Entfremdung, Schuld, Eifersucht, die Suche nach der eigenen Rolle - und die Frage, ob Freundschaften vielleicht auch ein Ablaufdatum haben. Insgesamt lässt sich das Buch gut lesen, auch wenn mir der Zugang durch die Figuren etwas erschwert wurde. Die Autorin werde ich dennoch im Auge behalten - ich bin gespannt was noch von ihr kommt. 😃

Sternebewertung fiktiv
Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was mich erwartet, dieses Buch hatte aber nehmen den Comic of Age Elementen auch ganz viele Spannungsmomente eines Krimis. Wir begleiten Sophie und Lotte. Zwei Mädchen, ein Dorf, eine Freundschaft, die eigentlich sicher scheint. Ein ganzes Leben verbindet die Mädchen. Dann taucht Romy auf. Großstadtmädchen aus München im Sauerland. Selbstbewusst, anders, irgendwie faszinierend. Beide Mädchen findet rasch Interesse an Romy und dann passiert etwas und Romy verschwindet. Was vorher leicht war, wird kompliziert. Was vertraut war, bekommt Risse. Eifersucht. Unsicherheit. Dieser stille Kampf um Nähe, um Aufmerksamkeit, um Bedeutung. Und manchmal zerbrechen genau dann die Erinnerungen, von denen man dachte, sie tragen einen. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, rund ums Abitur und Jahre später. Und genau dieses Zurückblicken macht es nochmal intensiver. Man spürt, was geblieben ist. Und was verloren ging. Und immer dabei, diese fast Auflösung der Ereignisse, die einst zum Bruch geführt haben. So ein unterschwelliges Gefühl, dass da noch etwas ist. Ein Geheimnis. Etwas Unausgesprochenes. Ein intensiver, emotionaler Roman über Freundschaft, das Erwachsenwerden und all die kleinen Brüche, die uns prägen. Still, klug und gleichzeitig richtig fesselnd
Wenn Freundschaft langsam Risse bekommt
Drei Freundinnen, ein Dorf, eine Stadt und irgendwo dazwischen dieser leise Druck, der sich langsam aufbaut und irgendwann knallt. Genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch wie so ein unterschwelliger Bass, den man erst richtig merkt, wenn er schon längst im Kopf sitzt. Sophie und Lotte wirken erstmal wie zwei, die sich blind verstehen. Dann kommt Romy rein, bringt frischen Wind, aber auch Chaos. Und ganz ehrlich, genau da fängt es an spannend zu werden. Diese Mischung aus Anziehung und Misstrauen hat mich immer wieder kurz innehalten lassen. So dieses Gefühl von, hier stimmt doch was nicht. Die Sprache ist dabei richtig stark. Teilweise fast schon poetisch, dann wieder roh und direkt. Hat mich an manchen Stellen echt abgeholt, an anderen musste ich mich ein bisschen durchkämpfen. Ist kein Buch für nebenbei, eher eins für ruhige Abende, wenn man bereit ist, sich drauf einzulassen. Was hängen bleibt, ist weniger die Handlung als dieses Gefühl von Nähe, die kippt. Von Freundschaft, die nicht nur hält, sondern auch weh tun kann. Und diese eine Nacht, die wie ein Schatten über allem liegt, hat mich nicht mehr losgelassen. Unterm Strich kein leichtes Buch, aber eins, das nachwirkt. Und manchmal reicht genau das.

Wenn ich mir die vielen schlechten Bewertungen zu diesem Buch anschaue, habe ich ehrlich gesagt das Gefühl, dass man sich als Leser einmal bewusst machen sollte, dass es sich hier um ein Debüt handelt. Es ist das erste Buch dieser Autorin, und dafür finde ich die Geschichte wirklich grundsolide und gelungen. Natürlich ist es kein Buch, bei dem ich sagen würde, dass es sofort zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört. Trotzdem hat es mir vieles geboten, was ich an Geschichten schätze. Besonders gut gefallen hat mir die Dreierkonstellation der Figuren. Ich mochte es, dass man auf manche Charaktere wütend sein konnte, während man für andere wiederum sehr viel Empathie entwickelt hat. Auch der Schreibstil hat mich positiv überrascht. Für ein Debüt ist die Sprache bemerkenswert elegant und stellenweise fast poetisch. Gerade diese ruhige, sehr atmosphärische Sprache hat für mich wunderbar zu dem Dorfsetting gepasst, das im gesamten Buch einen besonderen, fast melancholischen Vibe erzeugt. Gleichzeitig gab es auch spannende Momente, vor allem durch die Ereignisse aus der Vergangenheit, die nach und nach ans Licht kommen. Dadurch stellt man sich beim Lesen immer wieder die Frage, was genau zwischen den Figuren passiert ist und warum sich bestimmte Freundschaften so stark verändert haben. Ein Motiv, mit dem ich persönlich immer etwas Schwierigkeiten habe, sind Freundschaften, in denen eine Person ständig versucht, die Nähe der anderen zu suchen, obwohl diese sie immer wieder zurückweist. Das ist wahrscheinlich ein sehr persönlicher Punkt, weil ich selbst glaube, dass ich mit so einer Situation nur schwer umgehen könnte. Trotzdem passt dieses Spannungsfeld gut zur Geschichte und zur Dynamik der Figuren. Was für mich in diesem Buch aber besonders hervorsticht, ist die Sprache. Sie ist ungewöhnlich schön und schafft eine sehr eigene Atmosphäre, die sich konsequent durch die gesamte Geschichte zieht. Genau deshalb finde ich, dass vier Sterne für dieses Buch absolut gerechtfertigt sind, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um ein Debüt handelt. Ich bin auf jeden Fall neugierig darauf, was die Autorin in Zukunft noch schreiben wird.
Nicht mehr ganz meine Lebenssituation
Drei junge Frauen, verbunden durch ihre gemeinsame Schulzeit und Jugend auf dem Land, zerstreuen sich nach ihrem Schulabschluss in verschiedene Richtungen und bleiben einander doch in den Köpfen. Gemeinsam haben sie in der Vergangenheit entscheidende Momente erlebt, wodurch eine Verbindung entstand, die sich nie ganz wieder trennen lässt. Jede geht anders mit dem Erlebten um und jede wählt einen anderen Weg für sich. Doch ist der Weg, den man sich da mit Anfang zwanzig aussucht auch wirklich der fürs Leben, oder gibt es vielleicht noch mehr Optionen? Andere Optionen? Bessere Optionen? Und darf eine einfach gehen, ohne zu sagen wohin? Einfach so die Verbindung kappen? Und dann gab es da auch noch eine schicksalhafte Nacht, in der Ereignisse in Gang gesetzt wurden, die alles für immer verändert haben. Sophie, Lotte und Romy sind drei junge Frauen, die mit dem Leben struggeln, mit dem Wie-geht-es-weiter?. Dabei konnte ich gut die Zerrissenheit zwischen Land und Stadt nachfühlen. Nirgends fühlt man sich so richtig zuhause, weil immer irgendetwas fehlt. Ansonsten sind mir die Protagonistinnen etwas fremd geblieben. Sie haben mich nicht wirklich nahe an sich herangelassen und viele Beweggründe für ihr Verhalten werden eben auch erst gegen Ende des Romans aufgedeckt, was mich während der Lektüre ab und an etwas ratlos zurückgelassen hat. Ansonsten mochte ich den Vibe gerne, die Kulissen des Romans und mit den Zweifeln, die in diesem Alter bei so vielen von uns auftreten konnte ich sehr gut relaten. Allerdings glaube ich, dass der Roman noch besser gekickt hätte, wäre ich zehn Jahre jünger, also einfach näher am Alter der Protagonistinnen. Meine Lebenswelt ist mittlerweile so anders und entsprechend fern fühlen sich die besprochenen Themen für mich an. Auf jeden Fall aber ein gelungenes Debüt, mit einer ganz wundervollen Sprache und einer Geschichte, die sich echt anfühlt.

Schon auf den ersten Seiten wird die angespannte Dynamik innerhalb der Gruppe deutlich. Unterschwelliger Unmut liegt spürbar in der Luft und prägt die gesamte Atmosphäre der Geschichte. Besonders bei Sophie merkt man die Stimmung. Ihre innere Zerrissenheit und das Gefühl, als Dorfkind in der Großstadt fehl am Platz zu sein, werden von der Autorin sehr greifbar und authentisch vermittelt. Ich hab mich da sehr drinnen gesehen. Allerdings fiel es mir schwer, eine wirkliche Sympathie für die Figuren zu entwickeln. Ich hatte zunächst erwartet, dass das zentrale Ereignis früher aufgelöst wird. Als es dann schließlich thematisiert wurde, wurde klar, dass es sich – ohne zu spoilern – um eine wirklich einschneidende und belastende Situation handelt. Nach und nach tun sich weitere Abgründe auf, wodurch die Geschichte immer wieder neue überraschende Wendungen nimmt. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass viel aufgestaute Wut und vor allem mangelnde Kommunikation die Eskalation der Ereignisse begünstigt haben. Sprachlich bin ich stellenweise über die Satzkonstruktionen gestolpert, was meinen Lesefluss gestört hat. Dadurch ließ ich mich häufiger ablenken, was für mich eher ein negativer Aspekt war. Auch Sophies Verhalten konnte ich nicht immer nachvollziehen – insbesondere ihr Wunsch, die Freundschaft unbedingt aufrechtzuerhalten, erschien mir nicht ganz schlüssig. Gleichzeitig wurde für mich im Verlauf verständlich, warum Romy sich letztlich abgewendet und den Kontakt abgebrochen hat. Es ist einfach zu viel vorgefallen, und manchmal ist es besser, etwas Zerbrochenes loszulassen, anstatt daran festzuhalten.

“Spielverderberin” von Marie Menke erzählt die Dreiecksgeschichte einer Jugendfreundschaft, die durch ein Ereignis vor mehreren Jahren aus den Angeln gerissen wurde. Auf verschiedenen Zeitebenen lässt Ich-Erzählerin Sophie die Geschehnisse Revue passieren. Mir ist es hier teilweise sehr schwer gefallen, der Handlung zu folgen, da ich die Zeitsprünge und Rückblenden innerhalb der Sprünge nicht klar abgrenzen konnte. Auch war für mich sehr viel Luft nach oben, was die Freundschaft zwischen Romy, Sophie und Lotte betrifft. Die Konflikte, die durch die zugezogene Romy ausgelöst wurden, waren mit teilweise unverständlich, auch die plötzliche Distanz zwischen Lotte und Sophie, die schon seit ihrer Kindheit befreundet waren, die dann im Studium in Köln plötzlich wieder in Nähe umschlägt. Dazwischen dann noch der Konflikt mit Milan, der nie klar als Sophies fester Freund benannt wird, aber wohl doch irgendwie ist. Das Buch wirkte in seiner Gesamtheit sehr unausgegoren und die Geschehnisse, die eigentlich schon dramatisch sind, kamen nur trivial bei mir an und haben mich an keiner Stelle berührt. Lediglich die Hörbuchfassung mit Henriette Schreurs war angenehm zu hören, sodass ich nicht vorzeitig ausgestiegen bin. Viele lose Fäden, die schlampig miteinander verknotet wurden und dann irgendwo enden - leider nicht mein Geschmack. *Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Ein wahres Highlight!
Das Buch handelt von Sophie, Lotte und Romy, die zusammen auf dem Dorf groß geworden sind, wobei der Roman aus Sophies Perspektive geschrieben ist. Ein Erzählstrang handelt von der Phase kurz vor und nach dem Abitur, in der es vor allem um die Zukunftspläne, die damit verbundenen Ängste und die Freundschaft der dreien, die dadurch auf die Probe gestellt wird, geht. Der zweite Erzählstrang, mit dem das Buch auch beginnt, spielt vier Jahre später. Lotte und Sophie sind beide in die Großstadt gezogen, haben studiert und werden plötzlich von Romy für ein Wiedersehen aufs Dorf eingeladen. Es wird schnell klar, dass vor vier Jahren etwas vorgefallen sein muss, was die Freundschaft der dreien für immer verändert hat… Dadurch wird direkt zu Beginn eine gewisse Spannung aufgebaut, die über das gesamte Buch hinweg aufrechterhalten wird, während immer mehr Details über den Sommer nach dem Abitur zutage kommen. Neben dieser erzeugten Spannung hat mir der Roman auch ansonsten so gut gefallen, dass ich ihn in einem Stück durchlesen wollte. Mit Sophies Sorgen und Gedanken nach dem Abitur konnte ich mich sehr gut identifizieren. Wer wie Sophie auf dem Land groß geworden ist, kennt es bestimmt: Es gibt auf dem Dorf keine Lebensvorstellungen / -entwürfe, die über die Dorfgrenzen hinausgehen. Wie soll man also Entscheidungen über die eigene Zukunft treffen, wenn man nicht mal alle Optionen kennt? Während Sophie nicht sicher ist, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte, scheint Lotte genau zu wissen, was sie macht und machen will. Und so entsteht eine immer (toxischere) Beziehung der Abhängigkeit zwischen den beiden, in denen Sophie sich immer mehr versucht an Lotte zu orientieren. Auch diese ungesunde Freundinnenschaft kam mir aus meiner eigenen Schulzeit sehr bekannt vor. Dadurch, dass das Buch aus Sophies Perspektive geschrieben ist, konnte man sehr mit ihr mit fühlen und ihre Handlungen gut nachvollziehen, auch wenn sie vielleicht keine grundsätzlich sympathische Hauptfigur ist. All die behandelten Themen – der Dorf-Stadt-Unterschied, die Privilegien, die entstehen, je nachdem wo und wie man aufwächst, die toxische Freundinnenschaft, von der man sich trotzdem nicht ganz lösen kann – waren es, was das Buch für mich besonders und zu einem Highlight gemacht hat. Ich konnte mich sehr gut damit identifizieren und kann es jedem empfehlen, der selbst den Sprung vom Land in die Großstadt gewagt hat, oder ebenso keine genauen Zukunftsvorstellungen hat. Aber auch für alle anderen, die einfach nach einer spannenden Geschichte mit mehreren Erzählsträngen suchen, ist dieses Buch empfehlenswert. Für mich jetzt schon ein Jahreshighlight! 💛

Marie Menke erzählt auf zwei Zeitebenen von drei Freundinnen, wobei deren Freundinnenschaft - so wird im Laufe des Buchs klar - immer eher Zweiergrüppchen umfasst hat. Erst am Ende erfährt die Leserin, was dazu geführt hat, dass sich die drei 4 Jahre lang nicht gesehen haben. Ich habe gebraucht, um in das Buch hinzukommen und zu verstehen, dass es auf einen Höhepunkt zuläuft. Bis dahin hat es mich wenig abgeholt, dann wollte ich unbedingt wissen, was wie und warum passiert ist.
"Drei sind eine zuviel" (Klappentext) Ist das wirklich so, oder passen Sophie, Lotte und Romy einfach per se nicht zusammen. Denn so kommt es mir in Marie Menkes Roman "Spielverderberin" vor. Sophie und Lotte kennen sich bereits ihr ganzes Leben. Gemeinsam wachsen sie im ländlich-bäuerlichen Süthland auf, in einer Gegend, die von Landwirtschaft, Routine und engen sozialen Strukturen geprägt ist. Ihre Beziehung wirkt eingespielt, fast selbstverständlich – bis Romy in ihr Leben tritt. Sie kommt aus München, aus der großen Stadt, und bringt damit eine andere Welt mit sich. Ihre Art, ihr Auftreten und vielleicht auch ihre Möglichkeiten unterscheiden sie deutlich von den beiden Mädchen vom Land. Zu dritt gehen sie zur Schule, verbringen Zeit miteinander und entwerfen lose Pläne für die Zukunft: eine gemeinsame Studentinnen-WG, ein Leben jenseits des Dorfes. Doch dazu kommt es nicht. Ihre Wege nehmen einen getrennten Lauf. Auslöser ist ein kurzer Moment, in dem aus Spiel Ernst wird und die Konsequenzen einen tiefen Cut bedeuten. Der Roman wird aus Sophies Perspektive erzählt und bewegt sich zwischen Gegenwart und Erinnerung. Immer wieder blickt sie zurück auf die Zeit mit Lotte und Romy, auf die Dynamik dieser Dreierkonstellation und auf jene Nacht, die schließlich alles verändert hat. Doch bis es zur Auflösung dessen kommt, was zum großen Bruch führte, ist das Buch bereits auf seinen letzten zwanzig Seiten und ich konnte ihm bis dahin nur schwer bis gar nicht folgen. Weder habe ich verstanden, was sich diese drei Freundinnen eigentlich sind (denn Freundinnen sind sie nicht wirklich) noch bin ich bei der Handlung und ihren Sprüngen hinterher gekommen. Alles wirkte auf mich irgendwie unfertig, ins Unreine geschrieben, so dass man schon im Kopf der Autorin hätte sitzen müssen, um ihre Gedanken und Ideen nachvollziehen zu können. Die Dialoge verlaufen in Rätseln und aneinander vorbei. Unterm Strich bleibt für mich ein Roman, der viel andeutet, aber wenig wirklich greifbar macht. Die Idee einer brüchigen Dreierfreundschaft und eines Moments, der alles kippen lässt, ist durchaus interessant. Doch in der Umsetzung blieb mir zu vieles unklar und zu wenig ausgearbeitet, um mich wirklich in die Figuren und ihre Geschichte hineinzuziehen.
Verschenktes Potenzial
Wie viele Personen verträgt eine Freundschaft? Nur zwei? Oder doch drei? Ich würde sagen, es kommt darauf an. Mit manchen Menschen passt es zu zweit am besten, mit anderen dagegen wieder nur dann, wenn noch weitere Personen dabei sind. Die Freundschaft von Sophie und Lotte scheint eine zu sein, die am besten zu zweit funktioniert- zumindest wenn man sie aus Sophies Sicht betrachtet. Bei Lotte scheint dies etwas anders zu sein, denn als Romy dazukommt, wird die Freundschaft zu Sophie auf die Probe gestellt. Romy kommt aus der großen Stadt und ist daher für die beiden Mädchen spannend und exotisch. Als das Abitur vorbei ist und alle ihre Wege gehen, nimmt die Geschichte eine weitere Wendung. Ich finde den Gedanken, Freundschaften genauer zu untersuchen sehr spannend. Denn, wie es auch im Buch gesagt wird, bei Trennung und Liebeskummer wissen wir, was zu tun ist. Was jedoch auch recht häufig vorkommt, ist das Ende von Freundschaften. Dabei gibt es solche durch Umzüge oder andere räumliche Trennungen wie Schulwechsel, diese sind zwar traurig, aber meist nicht so schmerzhaft. Und dann gibt es die, bei denen eine lange tiefe Verbundenheit durch sich ändernde Interessen, plötzliche Ereignisse oder ein neues Umfeld zerreißt. Das ist die schmerzhafte Variante. Spielverderberin hätte also sehr Potenzial gehabt und Marie Menke schreibt auch schön, rein sprachlich gefiel mir das Buch wirklich gut. Mein Problem waren die vielen zeitlichen Sprünge und die Dinge, die ich mir beim Lesen erst mühsam heraussagen musste. Ich konnte die Handlungen (vor allem von Sophie) oft nur schwer nachvollziehen. Lotte kam mir insgesamt auch viel zu wenig vor. Zusätzlich gibt es noch die Stadt-Land-Thematik. Diese wurde mir viel zu klischeehaft dargestellt, es gab da auch nur schwarz-weiß. Das fand ich ebenfalls sehr schade, dazu habe ich schon bessere Bücher gelesen.
Ein Buch das die Lesenden bis zum vorletzten Kapitel im Unklaren lässt. Auf der einen Seite wow, auf der anderen hat mich das genervt.
Ich möchte keine Spielverderberin sein, aber ich habe mich mit dem Roman schwer getan. Dabei war ich anfangs wirklich schnell gecached. Ich mag den flüssigen Schreibstil sehr. Außerdem ist die Stimmung zwischen den Mädchen schnell bei mir angekommen und die vielen Andeutungen haben mich neugierig gemacht. Auch mochte ich zunächst, dass die Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt und die Geheimnisse nur langsam aufgedeckt werden. Im Laufe des Romans wurde dieses langsame Entschlüsseln der Vorkommnisse zunehmend zu einer Geduldsprobe für mich. Immer wieder wird darüber gesprochen, dass es Geheimnisse gibt, aber wir erfahren nichts Auflösendes. Das passt gut zur toxischen Beziehung der drei Freundinnen, sodass es mich gleichzeitig genervt und fasziniert hat. Gut gefallen hat mir die meiste Zeit, wie die Beziehung von Sophie zu ihrem "Liebhaber" dargestellt wird. Ich finde, damit trifft die Autorin die aktuelle Lage der feministischen jungen Frauen und der jungen Männer, die nicht ganz mitkommen, sehr genau. Etwas irritiert hat mich, dass es die ländliche Region, die im Roman eine große Rolle spielt, fiktiv ist. Interessanter Ansatz, da dieses im Gegensatz steht zu real existierenden Großstädten. Ich hätte aus diesem Grund aber auch eine reale ländliche Region besser gefunden. Ich bin nicht der Meinung, dass alle ländlichen Regionen gleich sind, daher hätte die Verortung für mich schon einen Unterschied gemacht. Erst im letzten Kapitel erfahren wir, was zwischen den Freundinnen vorgefallen ist. Das ist schon ein ziemlich genialer Coup der Autorin. So macht am Ende das etwas nervige Tappen im Dunkeln schon Sinn. Trotzdem hätte es mir, glaube ich, besser gefallen, hätte ich mehr Informationen zu früheren Zeitpunkten bekommen.
Ein Kleeblatt geht in Flammen auf
Kleeblatt-Freundschaften sind eine besondere Herausforderung. Sie bergen immer die große Gefahr, das eine/r außen vor bleibt. Drei ist meist Eine zu viel.-das mussten auch Sophie, Lotte und Romy schmerzhaft lernen. Die ICH- Erzählerin ist schon lange mit Lotte befreundet, als Romy aus München in das Dorf Aulbach im Süthland zieht. Hier gibt es nicht viel zu erleben, und die Umgebung besteht aus so genannten Bauernschaften. Obwohl man den Eindruck hat, dass man irgendwo im Nirgendwo ist, wissen die Leute erstaunlich viel über einander. Romy drängt mit dem Geruch nach Großstadt in bestehende Freundschaften und Sophie gibt ihr bereitwillig Raum. Dabei merkt sie nicht, in was für schwierige Situationen sie sich katapultiert und wie sie sich von Romy manipulieren lässt. Man kann der neuen Freundin noch nicht mal einen Vorwurf machen, denn sie tut das, was sie schon immer getan hat— für andere interessant sein. Aber Sophie, die kurz vor dem Abitur steht und all das, was Romy gut findet, aufsagt wie ein Schwamm gibt sich fast selbst auf. Lotte kann da nicht mithalten. Romy wird zum Zünglein an der Waage, das mal zur einen und mal zur anderen Freundin ausschlägt. Und dann passiert etwas, das zum großen Geheimnis des Buches wird. Die Autorin erzählt in einer sehr bildhaften und ausgestalteten Sprache in zwei Zeitsträngen vom Loslassen der Kindheit, von der Aufgabe des Althergebrachten und der Furcht vor dem Neuen. In dem sie Sophie sowohl in ihrem gewohnten Habitat reden, als auch in die Großstadt verfrachtet und dort ihre Erfahrungen teilen lässt, schafft sie zwei interessante Pole, und man weiß nicht so genau, was man Sophie wünschen soll. Im Mittelpunkt aber steht die Freundschaft zu Lotte und Romy und ihre Folgen. Dabei ist mir sehr schnell klar geworden, dass Sophie ein Teil des Problems ist. Manchmal war das kaum auszuhalten. Lotte bleibt mir als Figur, etwas blass. Die anderen beiden Protagonistinnen werden schon sehr vielschichtig dargestellt und man muss auch ein bisschen zwischen den Zeilen lesen, damit sich das Bild vervollständigt. Nah sind sie mir trotzdem nicht gekommen. Es ist ja schon etwas her, dass ich mich in so einem Spannungsfeld bewegt habe und ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie anstrengend solche Freundschaften sein können, trotzdem hatte ich auch das Gefühl, dass hier viel gemutmaßt, interpretiert und gefühlt wird aber wenig geredet. Im Dreieck von Frauenfreundschaften ist das eher ungewöhnlich. Viele Ereignisse und Aktionen wirken unüberlegt, dafür, dass besonders Sophie so viel nachdenkt. Das hatte für mich einen starken Jugendbuchcharakter. Über Lotte hätte ich tatsächlich gerne mehr erfahren, und das Ende lässt mich unbefriedigt zurück. Obwohl ich stellenweise genervt von den Protagonistinnen war, hat mich die Sprache des Romans bis zum Ende durch das Buch getragen. Marie Menke hat großes Talent und ich freu mich schon auf alles, was da noch kommt. Ich empfehle euch das Buch, wenn ihr vor anstrengenden Protagonisten nicht zurückschreckt und den Kontrast von Land zu Stadt sehr mögt
Eher durchschnittliches Debüt
Es ist ein eigentlich ganz okayes Debüt, was vor allem durch den leicht verständlichen und trotzdem teilweise auch schönen Schreibstil der Autorin Marie Menke. Der Schreibstil ist, vor allem für ein Debüt, sehr einfühlsam und kann vor allem auf den ersten Seiten, eine schöne sogwirkung entfachen. Die Story hingegen finde ich persönlich eher dürftig. Es ist das alt bekannte Spiel einer Dreier-Freundschaft, in der immer eine außen vor ist. Keine der drei Protagonistinnen handelt meiner Meinung nach plausibel oder verständlich und erst recht ist niemand der drei auch nur im Ansatz sympathisch und solche Freundinnen würde ich nicht gerne haben. Und das immer nur kurz ein vorheriges Ereignis angeschnitten wird ohne das der Leser erfährt was genau passiert ist, ist eher unkreativ, um einen Leser zu fesseln und hat mich eher genervt als gepackt.
Sophie und Lotte kommen aus der gleichen Bauernschaft und sind beste Freundinnen, bis Romy aus München dazustößt. Drei sind plötzlich eine zu viel und Sophie wird an den Rand gedrängt. Sie entwickelt eine Obsession mit Romy und die Dreierkonstellation ist geprägt von Neid und Distanz. Später in ihren Zwanzigern, versuchen die drei sich einander anzunähern, bis Romy plötzlich verschwindet und alte Wunden aufgerissen werden. Was ist vor vier Jahren schlimmes geschehen, das die Freundinnen auseinandergerissen hat? Marie Menkes Debütroman konnte mich trotz ihrer nüchternen, intelligenten und zugleich sehr bildhaften Sprache nicht überzeugen. Die Protagonistinnen waren für mich nicht hinreichend ausgearbeitet, ihre Gedanken und Taten nicht nachvollziehbar. Es haftet zudem der Eindruck eines Jugendromans am Buch, es fehlt an Tiefe und einer gewissen Ernsthaftigkeit, die der Geschichte gut getan hätten. Dafür, dass es um eine obsessive Freundschaft gehen soll, gibt es erstaunlich wenige Interaktionen zwischen den Frauen. Etwa bei der Hälfte habe ich angefangen mich zu fragen, was der Sinn der Geschichte ist und was man mir eigentlich mitteilen will, denn so wahnsinnig viel passiert da nicht. Das frage ich mich jetzt, wo ich zu Ende gelesen habe, immer noch.
Vielschichtig.
Spielverderberin erzählt die Geschichte von Sophie, Lotte und Romy, drei jungen Frauen, deren Freundschaft über Jahre hinweg immer wieder auf die Probe gestellt wird. Sophie und Lotte sind von Kindesbeinen an eng verbunden und wachsen gemeinsam in der kleinen Bauerschaft Aulbach auf. Romy hingegen zieht als neue Mitschülerin aus München hinzu und verändert das Gefüge der Freundschaft spürbar. Schon früh zeigen sich Eifersucht, Unsicherheiten und subtile Machtspiele, die die Beziehungen der drei komplizieren. Ein einschneidender Abend nach dem Abitur prägt sie alle nachhaltig und wirft lange Schatten auf ihre Freundschaft. Später pendelt die Geschichte zwischen Dorf und Großstadt und beleuchtet Themen wie Heimat, Zugehörigkeit und den Unterschied zwischen Stadt- und Landleben. Besonders gelungen finde ich die feinfühlige, präzise Sprache von Marie Menke. Kleine Gesten, Blicke oder Momente des Missverstehens werden so genau beschrieben, dass die Figuren sehr lebendig wirken. Die Freundschaft der drei Mädchen erscheint dadurch authentisch und nachvollziehbar: Sie halten aneinander fest, verletzen einander unbeabsichtigt und zeigen in ihren Handlungen sowohl Nähe als auch Widersprüchlichkeit. Auch die Beschreibungen des Dorflebens und später der Großstadt sind atmosphärisch dicht und geben der Geschichte einen realistischen Rahmen. Die Figuren selbst sind vielschichtig. Sophie etwa zeigt eine obsessive Bindung zu Romy, die gleichzeitig von Vernarrtheit, Neid und Kränkung geprägt ist. Romy wirkt selbstbewusst und unabhängig, fast wie eine Art Gegenpol, der Sophies Unsicherheiten spiegelnd verstärkt. Lotte hingegen ist die stille Konstante, gerät aber durch die Spannungen zwischen den anderen beiden ebenfalls unter Druck. Diese Dynamik zwischen den drei Freundinnen macht den Roman besonders interessant und regt dazu an, über eigene Beziehungen und Machtverhältnisse in Freundschaften nachzudenken. Einige Aspekte empfand ich als weniger gelungen. Manche Handlungsstränge und Konflikte werden nur angerissen und wirken daher stellenweise unvollständig. Sophies Verhalten blieb mir manchmal schwer nachvollziehbar, und die wechselnden Zeitebenen über vier Jahre hinweg führten an einigen Stellen zu Verwirrung. Auch das Ende wirkt vergleichsweise abrupt, sodass es wenig Raum für emotionale Verarbeitung lässt. Trotz dieser kleineren Schwächen ist Spielverderberin ein ruhiger, reflektierter Roman über Freundschaft, Selbstzweifel und das Erwachsenwerden. Die Geschichte lebt von authentischen Figuren, fein beobachteten zwischenmenschlichen Dynamiken und einem sensiblen Schreibstil, der kleine Nuancen und Spannungen zwischen Menschen sichtbar macht. Wer Interesse an literarischen Romanen mit psychologischer Tiefe, gut beobachteten Charakteren und einer ruhigen, nachwirkenden Atmosphäre hat, wird hier auf jeden Fall fündig.
Ich fand Spielverderberin insgesamt echt gut, vor allem wegen der Dynamik zwischen den drei Freundinnen. Diese Dreierkonstellation ist super getroffen, man merkt schnell, dass an dem Sprichwort „Drei sind einer zu viel“ tatsächlich etwas dran ist. Irgendwie ist immer eine Person außen vor oder fühlt sich zumindest so, und genau dieses unterschwellige Ungleichgewicht wird im Buch sehr realistisch dargestellt. Mit Sophie konnte ich mich teilweise mehr identifizieren, als mir lieb war, was das Ganze nochmal intensiver gemacht hat. Die Beziehungen zwischen den drei wirken authentisch, nicht übertrieben dramatisch, sondern eher so, wie man es aus dem echten Leben kennt. Was mich allerdings gestört hat, war das Ende. Das Buch baut über lange Zeit wirklich Spannung und Tiefe auf, aber dann fühlt es sich plötzlich so an, als würde man einfach aus der Geschichte rausgerissen werden. Es ist nicht so, dass das Ende schlecht ist, es passt schon irgendwie, doch es hinterlässt ein Gefühl von Unvollständigkeit, als würde ein wichtiger Teil fehlen oder nicht zu Ende erzählt werden.

„Spielverderberin“ erzählt von der komplizierten Dreierfreundschaft zwischen der Ich-Erzählerin Sophie, Lotte und der später aus München zugezogenen Romy. Bereits zu Beginn schwingt eine düstere Grundstimmung mit, denn ein Vorfall im letzten Schuljahr vor 4 Jahren hat die Freundinnen entfremdet. Was genau passiert ist, wird dem Lesenden erstmal vorenthalten und nur durch Gedankenfetzen Sophies angedeutet. Marie Menke schafft es, die Spannung immer gerade so hoch zu halten, dass man zwischen Gegenwart (und dem ersten erneuten Aufeinandertreffen der drei) und den Geschehnissen von vor 4 Jahren getragen wird und man sich durch die zwei Zeitebenen langsam der Wahrheit annähert. Die Freundschaft zwischen Sophie, Lotte und Romy ist geprägt von Unsicherheit, Neid und Eifersucht und ich konnte ihr insgesamt nur wenig Positives abgewinnen. Während Sophie und Lotte sich seit Kindheitstagen kennen, wird die Freundschaft durch Romy aufgewirbelt. Sophie ist anschließend immer außen vor und ihre Unsicherheit ist während des ganzen Buches spürbar. Erst als Lotte in eine Klinik muss, nimmt Sophie den Platz an Romys Seite ein. Diese Freundschaft ist aber keinesfalls von Wohlwollen geprägt, viel eher weist sie obsessive Züge auf. Insgesamt war diese Dreierkonstellation für mich nur schwer greifbar und mir hat sich die Intention hinter dieser „Freundschaft“ nicht wirklich erschlossen. Alle drei, vor allem aber Sophie und Romy waren jedenfalls absolut keine Sympathieträgerinnen. Marie Menkes Schreib- und Erzählstil ist der Grund, warum ich das Buch trotz des nicht ganz nachvollziehbaren Plots und der etwas underwhelming Auflösung am Ende trotzdem gerne gelesen habe. Sie schreibt sehr zugänglich und wortgewandt, wenn auch manchmal etwas repititiv. Da es sich um ein Debüt handelt, bin ich jedenfalls gespannt, was zukünftig noch von der Autorin kommen wird.
Freundschaft hält nicht alles aus
Das Buch ist sehr hochwertig gemacht. Das Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen gefällt mir gut, das Cover eher nicht. Die drei Freundinnen Sophie, Lotte und Romy treffen sich nach langer Funkstille wieder. Die Stimmung ist angespannt, irgendwas steht zwischen ihnen. Die Geschichte ist aus der Sicht von Sophie geschrieben, startet am Tag des Wiedersehen und springt immer wieder in die Vergangenheit. Zu Beginn eines neuen Kapitel ist es nicht immer leicht zu erkennen, zu welcher Zeit und in welchem Umfeld wir uns gerade befinden. Jede der drei Hauptcharaktere hat ihr eigenes Päckchen zu tragen. Selbstzweifel, Selbstmitleid, Schuld, Eifersucht und Zugehörigkeit sind die zentralen Themen. Vieles bleibt ungesagt und auch am Ende bleiben Fragen offen. Der Schreibstil ist flüssig lesbar, ich war direkt drin und wollte unbedingt wissen, was zwischen den Freundinnen steht. Durch die 213 Seiten, bin ich nur so geflogen. Auch wenn mich manche Charakterzüge etwas genervt haben, ist das Buch eine gelungene Geschichte, die zeigt, wie sich eine Freundschaft über die Jahre verändert und durchaus auch an Ereignissen zerbrechen kann.
Ein solider und kluger Roman.
Marie Menkes Spielverderberin ist ein leiser, atmosphärisch dichter Roman über weibliche Freundschaft, Herkunft und die fragile Balance zwischen Nähe und Abhängigkeit. Die große Stärke des Buches liegt für mich eindeutig in seiner Sprache: Menke schreibt poetisch, bildreich und mit einem feinen Gespür für Stimmungen. Dorf, Baggersee, Köln – all diese Räume fühlen sich sinnlich und lebendig an. Inhaltlich begleitet der Roman die Freundschaft von Sophie, Lotte und Romy, die sich zwischen ländlicher Verwurzelung und städtischer Freiheit formt – und zunehmend verkompliziert. Besonders die Dynamik der Dreierkonstellation ist treffend beobachtet: Faszination, Eifersucht, Loyalität und Schuld liegen dicht beieinander. Das Verschwinden einer der Freundinnen wirkt dabei wie ein Katalysator, der alte Verletzungen freilegt und unausgesprochene Erinnerungen bedrohlich an die Oberfläche bringt. Trotz der starken Atmosphäre bleibt die emotionale Fallhöhe stellenweise hinter den Erwartungen zurück. Die Figuren wirken bewusst distanziert gezeichnet, was literarisch konsequent ist, aber den Zugang erschwert. Einige zentrale Konflikte – insbesondere die „harte Nacht“, um die sich vieles dreht – bleiben sehr vage und entfalten dadurch weniger Wucht, als sie könnten. Spielverderberin ist damit kein Roman für Spannung oder klare Auflösungen, sondern für Leser:innen, die sich auf Zwischentöne, Sprachbilder und ein langsames Erzählen einlassen möchten. Für mich ein stilistisch überzeugendes, inhaltlich jedoch nicht ganz erfüllendes Leseerlebnis – solide und klug.







































