Working Class Girl
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Book Information
Author Description
Katriona O'Sullivan wurde 1977 als Kind irischer Eltern in Coventry, England, geboren. Mit zwanzig zog sie nach Dublin und nahm dort am Trinity College Access Programme teil, das Studierende aus sozial benachteiligten Familien fördert. Sie promovierte in Psychologie und arbeitet heute an der Maynooth University. Sie hält Vorträge für die UN, das World Education Forum und den European Gender Action Workshop. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Dublin. »Working Class Girl« ist ihr erstes Buch.
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Was für ein Buch. Katriona wächst mit süchtigen Eltern und vier Geschwistern auf. Sie zeigt uns ihren Weg von dem vernachlässigten Mädchen, dass nicht weiß wie man sich wäscht, zur Doktorantin der Psychologie. Es ist schön, dass es die Programme damals in Irland gab, die es Menschen mit einem weniger guten Elternhaus ermöglicht hat zu studieren. Umso trauriger, dass es sie nicht mehr gibt. Die Worte im Nachtwort machen sehr nachdenklich, da wir wissen auf welchem Weg wir uns befinden. Die Zwei-Klassen-Gesellschaft ist keine Fiktion und jeder von uns ist näher an der Armut dran, als an der ersten Million. Es traurig zu sehen, welche Einschnitte und Einsparungen es gibt. Menschen wie Katriona hätten heute kaum noch eine Chance, diesen Weg zu gehen.
Katriona O’Sullivan beschreibt in Working Class Girl ihre Lebensgeschichte: Sie wächst in Irland als Kind Alkohol- und Drogenabhängiger Eltern in Armut auf. Ihre Kindheit ist geprägt von Hunger, Entbehrung, Missbrauch und Vorverurteilung durch ihr Umfeld. Katriona spürt, dass sie etwas besseres verdient, ihr Umfeld und die Umstände, lassen jedoch kaum etwas besseres zu. Sie wird selbst abhängig, mit fünfzehn schwanger und obwohl ihr Weg vorbestimmt scheint, schafft sie über Förderprogramme mehrere Studienabschlüsse und promoviert schließlich in Psychologie. Wow. Working Class Girl ist eine Geschichte, die ich nicht so schnell vergessen werde. Und wenn ich es mir leicht machen würde, würde ich schreiben, es ist die Geschichte einer Frau, die sich von ganz unten hochgekämpft hat. Und das stimmt, aber es geht hier um so viel mehr: Es geht um ein Aufwachsen in Armut, um Kinder denen man hätte helfen können- die aber durch Behördenversagen zum Unheil verurteilt wurden. Es geht um Sucht und darum, wie schnell wir moralisch werden, wenn wir über Sucht sprechen. Natürlich geht es auch um Scham und wie herablassend sich die Gesellschaft gegenüber Menschen verhält, die aus armen Verhältnissen kommen. Darum, wie wichtig es ist, dass man Menschen um sich hat, die einem helfen, selbst wenn man keine Hilfe will. Und es geht darum, wie sehr unser aller Weg durch unsere Herkunft vorgezeichnet ist. Working Class Girl ist kein einfaches Buch- es ist schonungslos ehrlich und genau deshalb so lesenswert. Vor allem die Schilderungen aus Katrionas Kindheit sind mir nahe gegangen. Dass man ihr und ihren Geschwistern hätte helfen können, wenn die Behörden ihre Job gemacht hätten, macht mich betroffen. Der Gedanke daran, wie viele Kinder in Armut aufwachsen müssen, weil sie aufgrund ihrer Herkunft von keinem System aufgefangen werden ist kaum zu ertragen. Wir leben in einer Welt, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufreißt. Umso wichtiger ist es, das Thema Armut genauer zu beleuchten, sich damit auseinanderzusetzen und Geschichten wie die von Katriona zu lesen. Working Class Girl- ein absolutes must read!

Katriona O'Sullivan: Working Class Girl. Kjona Verlag. Ü: Sylvia Spatz. Wie schnell urteilen wir manchmal und kennen die Menschen hinter den Leben nicht. Diese Geschichte war für mich schwer auszuhalten. Die Autorin erzählt autobiographisch über ihren Weg als Kind schwer suchtkranker Eltern hin zu der starken Frau, die sie heute ist. Es ist nicht auszuhalten, was dieses kluge und wissbegierige Mädchen im Sumpf der Armut und Drogenabhängigkeit der Eltern ertragen musste - Hunger, Verwahrlosung, schlimmste Misshandlung. Und doch gab es immer wieder Menschen in ihrem Leben, die ihr die Hand gereicht und ihr den Weg in eine ganz andere Lebensrichtung gezeigt haben. Eine Lehrerin, die ihr das Mindestmaß an Körperhygiene beibringt, sie mit frischer Wäsche versorgt. Die Sozialarbeiterin, die ihr zur Seite steht. Die Verantwortliche für das Förderprogramm für benachteiligte Familen am College. Immer wieder gefangen zwischen Selbstsabotage, eigener Sucht und der Ungerechtigkeit einer Klassengesellschaft kämpft sie für ihren Weg. Für Bildung und ein Leben, das für ihre Kinder ein anderes, ein besseres sein soll als ihr eigenes. Diese Geschichte macht fassungslos und zeigt die Missstände von Armut und Suchtkrankheit klar auf. Gleichzeitig wird so deutlich, wie wichtig Menschen sind, die nicht urteilen und wegsehen, wenn Hilfe am dringendsten gebraucht wird. Es überrascht, dass die Autorin trotz allem versöhnliche Worte für ihre Eltern findet. Ich wünsche ihr von Herzen ein erfülltes und ruhiges Leben. Sie kann so stolz sein!
Große Empfehlung!
Der erste Teil des Buches hat mir die Schuhe ausgezogen - sehr direkt, erschütternd und nah. Diese Eindringlichkeit verliert sich jedoch ab etwa der Hälfte, wenn die Handlung zunehmend rasant voranschreitet und in großen Zeitsprüngen erzählt wird. Gerade hier verschenkt der Text erzählerisches Potenzial; Entwicklungen, die zuvor sorgfältig aufgebaut wurden, werden nur noch skizzenhaft abgehandelt. Trotz dieser Schwäche gehört die Geschichte zu einer der eindrücklicheren Aufsteigerinnenerzählungen, die ich bisher gelesen habe. Der Originaltitel Poor trifft dabei den Kern deutlich präziser als die deutsche Fassung Working Class Girl. Denn erzählt wird weniger die klassische Bildungs- oder Klassenaufstiegsgeschichte als vielmehr das Leben in extremer Armut: das Porträt einer zutiefst prekären, suchtkranken Familie, die im permanenten Chaos existiert und sich verzweifelt an jeden Strohhalm klammert. Auch wenn der Titel für mich zum Teil irreführend ist und die zweite Hälfte erzählerisch an Tiefe verliert, bleibt das Buch insgesamt eindrucksvoll - gerade wegen seiner kompromisslosen Darstellung von Armut und Überleben.
"Hosenpisserin. Stinkig. Dreckschlampe.[...] Mutter. Alle diese Wörter gehörten zu mir und zu meiner Geschichte,"
Die Bewertung bezieht sich absolut nicht auf den Inhalt, sondern auf den Stil. Das Leben einer Person zu bewerten, steht niemandem zu. Das Buch tat weh, auf so vielen Ebenen. Geschehnisse, aber auch eigene Glaubenssätze bzw. Glaubenssätze die von den eigenen Eltern eingepflanzt werden, beeinflussen so vieles. Es hätte so viele andere Lebensverläufe für die Autorin geben können, aber sie hatte das Glück Menschen zu begegnen denen sie etwas bedeutete, die etwas in ihr sahen und die unterstützen wollten. Sie macht eindrücklich klar wie wichtig solche Menschen für Schicksale sein können. Mutig, dass sie ihr Leben so offen legt ❤️ (Halber Stern abgezogen wegen Lektorat. Manchmal doppelte Worte, falsche Namen oder Tippfehler. Schade Kjona.)
!["Hosenpisserin. Stinkig. Dreckschlampe.[...] Mutter. Alle diese Wörter gehörten zu mir und zu meiner Geschichte,"](https://social-cdn.read-o.com/images/1776552704910-98.jpg)
In “Working Class Girl” beschreibt Katriona O’Sullivan (ins Deutsche übersetzt von Sylvia Spatz), wie ihre Herkunft sie und ihr ganzes Leben geprägt hat. Als Kind drogenabhängiger Eltern verwahrlost, in Armut und ohne verlässliche Erwachsene groß geworden, wurde sie bereits im Grundschulalter Opfer s+xuellen Missbrauchs und bekam mit 16 ihr erstes Kind. Trotz allem schaffte sie es, sich aus dem erwarteten Leben zwischen Sozialhilfe und Alkohol herauszukämpfen, am Trinity College in Dublin zu studieren und sogar einen Doktortitel in Psychologie zu erlangen. Die Erzählung ihres Lebens ist brutal und zeigt auf, wie wenig die angebliche Chancengleich in Irland und Großbritannien wirklich existiert, welch großen Unterschied Bildung und engagierte Erwachsene im Leben eines Menschen machen können und wie sehr die eigene Entwicklung von den Erfahrungen und Entscheidungen unserer Vorfahren unbewusst beeinflusst wird. Die Autorin hat fesselnd und nachfühlbar und sehr bildlich über das Erlebte geschrieben, sodass man das Gefühl hatte, an ihrer Seite alles noch einmal zu durchleben. Der Klappentext ist dem Buch leider nicht gerecht geworden, sodass ich mich auf den tatsächlichen Inhalt nicht gut vorbereitet gefühlt habe. Auch fand ich den deutschen Titel im Vergleich zum Originaltitel (“Poor”) nicht so ganz passend, denn mit der Arbeiterklasse assoziiere ich ein anderes Lebensumfeld und hatte dementsprechend andere Erwartungen an den Text. Nichtsdestotrotz fand ich das Buch beeindruckend und kann es allen Lesenden nur ans Herz legen, denn vieles ließe sich genau so auch auf Deutschland übertragen und zeigt auf, wo man ansetzen müsste, um Menschen wirklich eine bessere Zukunft zu ermöglichen. *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Der Kampf aus der Armut
Die Autorin beschreibt in diesem Buch ihren persönlichen Lebensweg. Katriona ist in England in sehr armen Verhältnissen aufgewachsen. Jeden Tag von alkohol- und drogenabhängigen Eltern umgeben zu sein, war Standard. Es gab keine Seife und Handtuch zum Waschen zu Hause, sie freute sich jeden Tag auf die Schule, da es dort ein warmes Mittagessen gab. Tagein, tagaus gingen Freunde und Fremde in ihrem Haus ein und aus und der ein oder andere vergriff sich auch an Katriona. Katriona erzählt von dieser Kindheit und wie sie dafür kämpfte, heute so zu leben, wie sie es tut. Als promovierte Psychologin, verheiratet und 3-fache Mutter. „Es ist schön, dass sie „wir“ sagt. Sonst gehöre ich nie zu einem „wir“. Das Buch gehört zu der Kategorie, welche man nicht mehr vergisst. Schon das zweite Buch vom Kjona Verlag, was sehr eindringlich geschrieben mir sehr im Kopf bleiben wird (das erste war Prima Facie von Suzie Miller). Selbst behütet aufgewachsen, war für mich die Kindheit von Katriona pures Neuland. Eine Mischung aus Sensationslust (was man nicht kennt) , Mitgefühl und Wut hat mich begleitet. Sie schreibt über Armut, die Chancen, die man verpasst und auch nutzt, Versagen und wieder aufstehen und über das Leben mit Eltern, die Drogen mehr lieben als die eigenen Kinder. Die Schere zwischen arm und reich wird immer bestehen, aber mit solchen Büchern kann Verständnis geschaffen werden für ein besseres Miteinander auf dieser großen Welt. Danke für dieses Buch ✨🤍
unglaublich heftige Lebensgeschichte
Die Autorin schreibt hautnah und ehrlich über ihre Kindheit und Jugend in Armut, und wie sie trotz Suchtkranker Eltern und als junge Mutter durch Förderprogramme schließlich ins Studium zu ihrem Doktortitel in Psychologie gelangt. Eine absolut bemerkenswerte Frau, die die enormen Lücken zwischen den Gesellschaftsschichten aufzeigt und was das für einen immensen Einfluss auf die Chance auf Bildung hat. Das Buch beeindruckt und ermutigt, die eigenen Privilegien mehr zu schätzen und an sich selbst zu glauben.
Mir fällt es jetzt auch schwer dieses Buch zusammenzufassen oder zu bewerten, weil ich immer wieder daran denken muss, dass sie das alles erlebt hat. Es ist jedoch nicht nur erschütternd, was die Autorin aufgrund ihrer Kindheit bei drogenabhängigen Eltern in Armut erlebt hat, sondern es ist auch sprachlich sehr gut umgesetzt. Normalerweise lese ich keine Biographien, aber hier hat man das Gefühl mittendrin im Geschehen zu sein, wie in einer gut erzählten Geschichte. Allerdings ist es keine Geschichte, sondern die Realität der Autorin gewesen. Ich muss waren, dass die Inhalte natürlich verstörend, aufwühlend und teilweise unglaublich furchtbar sind. Allerdings ist dieses Buch keine Abrechnung, sondern voller Liebe für die eigene Familie und Verständnis. Das ist eine beeindruckende Frau, die so viel Kraft haben musste und jetzt ihren Weg gefunden hat. Danke auch für die gute Beratung am Stand vom Verlag auf der Buchmesse. Sonst hätte ich dieses Buch wahrscheinlich nicht gelesen.
Lesenswerte Memoiren über Armutserfahrungen, mit Fragezeichen am Ende…
Katriona O’Sullivans „Working Class Girl. Aufstieg einer Frau von ganz unten“ ist eine Sammlung ihrer persönlichen Memoiren über ihre eigene Aufstiegsgeschichte. Dabei erzählt sie stets aus einer Perspektive ihrer eigenen Herkunft, ordnet Situationen und Geschichten ihrer Kindheit und Jugend in ihre Armutsprägung ein und kontextualisiert damit ihre Erfahrungen vor dem gesellschaftlichen Hintergrund einer britischen und irischen bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft. Ihre Darstellungen sind geprägt von einer durch Sucht gefesselten Familie, von expliziter Ausführung eigens erlebter sexualisierter Gewalt, von dem eigenen Dasein einer minderjährigen Mutter und von einer Perspektivlosigkeit, mit der sie permanent konfrontiert wurde. Zwischen den teils schwer auszuhaltenden, gewaltvollen Schilderungen erstreckt sich eine Geschichte, die von systematischen Verfehlungen des Staates erzählt, der Armut gewährt und duldet und der nur Förderprogramme zum Aufstieg bereit hält, wenn es wirtschaftlich gerade zulässig ist. Katriona O’Sullivan spricht davon, dass sie einerseits viel Glück hatte, in einer solchen Zeit aufgewachsen zu sein, in der Geld für Förderprogramme vorhanden war, und sie durch den bedingungslosen Support von einzelnen Personen außerhalb der Familie einen solchen Aufstieg schaffen konnte, aber andererseits auch davon, dass die Verfehlungen, das Herablassende und Vorverurteilende einer Mittelschicht ihr Vertrauen in staatliche Institutionen grundsätzlich zerrüttet hatte. „Aber die Leute um uns herum - die Polizei, die Lehrer, die Sozialarbeiter - waren nicht vertrauenswürdig. Sie stellten uns in eine Ecke und schüchtern uns ein. Wie sollten wir da als Heranwachsende etwas anderes tun, als die Zähne zu zeigen und uns zu wehren?“ (S. 71) Diese Memoiren sind erschütternd und gleichsam erhellend. Sie fokussieren sich nicht auf O’Sullivans eigenen Erfolg, sondern geben einen intimen Einblick in Armut und wie eine wegsehende Gesellschaft die Schuld für jede einzelne unter Armut leidende Person trägt und weiter tragen wird. Was mich nicht loslässt, ist die Namensgebung des Buches. Ursprünglich erschienen unter dem Titel „Poor“ liegt hier jetzt der Titel „Working Class Girl. Aufstieg einer Frau von ganz unten“ vor. Die Geschichte von O’Sullivan ist bedrückend, sie ist in bitterer Armut und gewaltvollen Verhältnissen aufgewachsen. Selbst früh angehörig einer Klasse der Besitzlosen, die nichts als ihre Arbeitskraft haben, die sie veräußern könnten, trifft es, bezogen auf Interessen, die die Arbeiter*innenklasse verfolgen kann, schon den Kern - sie bezeichnet ihre Mutter und sich explizit als „working class girls“ (S. 156), unter den Umständen des Aufwachsens ist es zumindest nachvollziehbar. Verschränkung von Sucht, prekärer Wohnverhältnissen und damit einhergehender Mittellosigkeit steht in Bezug zu aufkeimendem Pessismus und Ohnmacht zentral in den Ausführungen der Autorin. Aber noch einmal auf den Ursprungspunkt zurückkommend: Es bleibt ein fader Beigeschmack, dass die Titeländerung auch nur ein selling point ist. Aufstiegsgeschichten verkaufen sich ja gar wunderbar, um der bürgerlichen Seele ihren Balsam zu liefern - das will ich nicht der Autorin und ihrer persönlichen Geschichte anhängen, Verlagsseitig hinterlässt es bei mir aber Fragezeichen, weil mir die Intention nicht klar ist. Es wird aus meiner Sicht auch nicht der Geschichte gerecht, irritierend klingt dementsprechend dann auch die im Epilog vorgenommene Formulierung zum Buchtitel: „Der Buchtitel Working Class Girl. Aufstieg einer Frau von ganz unten soll einem unter die Haut gehen. Manch einer erkennt sich darin vielleicht wieder, andere halten es für völlig normal, dass es in einer Gesellschaft Menschen gibt, die ganz unten sind.“ (S. 257) Ich verstehe nicht, wie der neue Titel „unter die Haut gehen“ soll, mit dem Ursprungstitel „Poor“ sehe ich das schon eher. Irritierend, nichtsdestotrotz sehr eindrucksvolle Memoiren der Autorin. Eine Leseempfehlung möchte ich trotzdem unbedingt aussprechen! Mit dem Hinweis, dass im Buch dargestellte Situationen sehr gewaltvoll sind.

Wie bewertet man ein Buch, das kein Roman ist, sondern das ungeschönte Leben? Katriona O’Sullivan erzählt in Working Class Girl von einem Aufwachsen in Armut und zeigt damit schonungslos, wie sehr Klassismus Biografien prägt.
Armut bedeutet in ihrer Geschichte nicht nur fehlendes Geld. Sie bedeutet Scham, Ausgrenzung, fehlende Sicherheit, eine Gesellschaft, die wegschaut. Wenn Mitschülerinnen sie „Hosenpisserin“ nennen, dann ist das nicht nur Kindergrausamkeit – es ist das Spiegelbild einer Gesellschaft, die Kinder im Stich lässt. O’Sullivan macht deutlich: Klassismus ist nicht das Problem Einzelner, sondern ein strukturelles Machtverhältnis. Wer in Armut aufwächst, startet nicht bei null, sondern weit im Minus und der „Aufstieg“ wird zur Ausnahmegeschichte, die ohne Solidarität und Unterstützung kaum denkbar ist. Besonders berührt hat mich, wie klar sie zeigt, dass Bildungsaufstieg nicht allein von „Leistung“ abhängt, sondern davon, ob es Menschen gibt, die Türen öffnen. Zwei Lehrerinnen, ein Sozialarbeiter – kleine Gesten, die alles verändert haben. Dieses Buch ist unbequem, aber notwendig. Es rüttelt an der Illusion einer „Chancengleichheit“, die es so nicht gibt. Und es verbindet feministische Perspektiven mit einer dringenden Klassenkritik: Ohne die eine ist die andere unvollständig.
Pflichtlektüre, für alle die sich dem Wohl anderer und sich selbst verpflichtet fühlen :)
Katriona O’Sullivan konfrontiert die Lesenden mit ihren eigenen Vorurteilen und Wissenslücken zum Thema Armut, indem sie ihre persönliche Lebensgeschichte erzählt. Dabei macht sie deutlich, dass Armut weit mehr bedeutet als „kein Geld zu haben“. Vielmehr beschreibt sie, was Menschen verwehrt bleibt, wenn sie zur untersten Gesellschaftsschicht gehören – Zugang zu Bildung, Sicherheit, Chancen und gesellschaftlicher Teilhabe. Authentisch und (für mich zu)selbstkritisch betont sie, dass ihr eigener Bildungsaufstieg eine Ausnahme darstellt. Solche Erfolgsgeschichten dürfen nicht dazu dienen, strukturelle Ungleichheiten zu relativieren oder individuelle Leistung zu romantisieren. Stattdessen zeigt sie auf, dass gesellschaftliche Systeme soziale Unterschiede oft stabilisieren – sogar durch gut gemeinte Hilfsprogramme, wenn diese als „Geschenke“ inszeniert werden und Helfende sich als Wohltäter:innen präsentieren. Das Buch ist daher nicht nur eine autobiografische Erzählung, sondern ein gesellschaftspolitischer Appell: Es fordert dazu auf, Armut als strukturelles Problem zu begreifen und gemeinsam an echten sozialen Veränderungen zu arbeiten, die auf Gleichstellung und Gerechtigkeit für alle Menschen abzielen.
Wie kommt man dazu, einen Titel, der „Poor“ heißt mit „Working Class Girl“ zu übersetzen? Mit der Working Class hat die Familie der Autorin herzlich wenig zu tun. Sie ist suchtkrank und vor allem bitterarm, aber von harter Arbeit hab ich bei den Eltern nichts gelesen. Insgesamt ein erschütternder Lebensbericht, der schwer zu bewerten ist, da es einfach persönliche Erfahrungen sind. Der Epilog war für mich mit das Beste am Buch.
. Eine Lebensgeschichte, die unter die Haut geht und einen anderen Titel als „Working Class Girl“ verdient hätte! Der original Titel lautet: „Poor, Grit, Courage and the life- changing value of selfbelive“ und dieser Tiel passt so viel besser. Denn Katriona O’Sullivan beschreibt hier nicht das Leben eines Mädchen aus der Arbeiterklasse, sie beschreibt das Leben eines Mädchen aus der untersten Klasse der Gesellschaft. Ihr Leben zwischen Drogen, Alkohol, Elend, Verwahrlosung und Missbrauch! Jedoch zeigt sie in ihre Geschichte auch, das man niemals den Glauben an sich selbst verlieren sollte! Es ist ein Buch, das mich sehr wütend und sprachlos gemacht hat. Es ist definitiv eine Lebensgeschichte, die dich zum nachdenken bringen wird. Dies ist kein Film, keine Fiktion sondern das wahre Leben! 4/5 ⭐️ . Katriona O’Sullivan wird in eine Familie geboren, die geprägt durch ihr Suchtverhalten zur untersten Schicht Englands gehört. Von Beginn an ist es kein einfaches Leben, trotz aller Widrigkeiten fühlt sie sich zunächst sogar sehr geliebt. Jedoch nicht außerhalb der eigenen vier Wände. Sie erlebt schon in jüngsten Jahren Ausgrenzung, Unverständnis und Hass nicht nur ihr, sondern ihrer ganzen Familie gegenüber. Auch wenn es Menschen in ihrem Leben gab, außerhalb ihrer Familie, die ihr helfen wollten, war dies nie wirklich von langer Dauer und sie fiel immer wieder in ein Loch aus Selbstzweifel und Selbstzerstörung. Bis sie dann doch an einen Punkt in ihrem Leben kam und wirklich etwas ändern wollte. Sie schafft es ihr Leben auf die Reihe zu bekommen und sich aus dem Elend zu befreien. . Diese Lebensgeschichte zeigt ganz deutlich, wie sehr das eigentliche Auffangsystem versagt. Wie zutiefst gespalten die Gesellschaft ist. Einerseits möchte man helfen, andererseits aber nur so lang, wie es angenehm ist. Wird es kompliziert hört sie Nächstenliebe auf. . Katriona O’Sullivan ist eine bemerkenswerte Frau, die es aus dem Elend heraus geschafft hat und dafür verdient sie vollsten Respekt! . Schade, dass sie nicht mehr darauf eingeht, wie sie ihre Vergangenheit heute empfindet/sieht! . Nichtsdestotrotz ein sehr lesenswertes Buch, wobei man sich der Schwere der Themen bewusst sein sollte! Drogen- und Alkoholmissbrauch, Verwahrlosung und sexuelle Gewalt.

Wie viel bin ich wert?
In einer kapitalistischen Gesellschaft dreht sich alles um den Wert einer Sache. Nicht mal vor uns Menschen macht diese Frage halt. Was also, wenn man in Armut geboren wird, mit drogenabhängigen Eltern aufwächst und umgeben ist von einem zirkulierenden Chaos, das nicht zu kontrollieren ist, vor allem nicht als Kind? Im Auge dieses Sturms sitzt Katriona O‘Sullivan und erzählt uns ihre Geschichte. Von den herabwürdigenden Blicken der Sanitäter*innen, die ihren zugedröhnten Vater mitnehmen, jeder ihrer hastigen Schritte vermittelt Ekel und Abwertung. Sie erzählt von den Trampelpfaden ihrer Eltern, in die auch sie als Heranwachsende rutscht, wie man es von einer aus ihrem Milieu eben erwartet. Wie sogar sie selbst größtenteils unfähig ist, etwas anderes von sich zu erwarten. Wären da nicht auch Menschen in ihrem Umfeld, die dem wissbegierigen Mädchen, das sie ist, immer wieder Rückenwind geben. Freund*innen. Lehrer*innen, die ihr Potenzial erkennen. Und dann doch auch ihre Mutter, die ihr zur Seite steht, wenn’s drauf ankommt. Die ihrer Tochter beibringt, wann man dieser Welt den Mittelfinger zeigen muss. Ihr Vater. Der erste, der ihr Bücher gibt, Musik zum Tanzen und Liebe, trotz allem. Mit Ehrgeiz, Mut und Aufrichtigkeit schafft Katriona O‘Sullivan es tatsächlich, sich auf dem zerfurchten Feld des Lebens einen eigenen Weg zu bahnen. Dieses Buch ist eine Abrechnung - mit der eigenen Herkunft, den Eltern, der Gesellschaft. Es ist irgendwie auch eine Liebeserklärung an Teile von alledem. Aber vor allem eine Liebeserklärung an sich selbst. Glaubt mir: Am Ende wartet ein Eimer Tränen auf euch.
Respekt vor diesem harten Kampf
Katriona und ihre vier Geschwister wachsen bei drogenabhänigen Eltern auf. Ihr Leben ist geprägt von Armut, Missbrauch und Hilflosigkeit. Die Polizei und die Ämter sind keine Hilfe und so bleibt ihr nur der eiserne Wille irgendwie zu überleben. Obwohl Katriona von ihren Eltern nichts zu erwarten hat, liebt sie diese und wünscht sich nichts mehr, als etwas Aufmerksamkeit und Zuwendung. Katriona hatte das Glück, dass sie immer wieder auf Menschen traf, die ihr helfen und sie so die Möglichkeit bekommt ihr Leben in eine bessere Zukunft zu lenken. Eine Lebensgeschichte die mich traurig, wütend und fassungslos gemacht hat. Mir aber auch allen Respekt vor Katriona O'Sullivan abverlangt, die es mit Selbstdisziplin geschafft hat, ihren Weg zu finden und ihn entlang zu gehen, auch wenn es viele Hindernisse zu überwinden gab. Das größte Hinderniss dabei waren ihre Selbstzweifel. Ruhig und flüssig erzählt Katriona ihre Geschichte. Gerade diese ruhige Schreibweise macht das Buch so intensiv.
Bot mir: Spannung • Empathie • Spiegel • Orientierung • Horizont erweitern • Denkanstöße • Mitreden Ich bin schwer beeindruckt vom Mut dieser Frau. Die Konfrontation und Selbstüberwindung, die es gekostet haben muss, dieses Buch zu schreiben! Und einer breiten Öffentlichkeit anzuvertrauen. Katriona O'Sullivan macht das System Armut anhand ihrer Lebensgeschichte sicht- und nachvollziehbar. Wer selbst im prekären Milieu aufgewachsen ist, kann hier lernen, sich besser zu verstehen. Wem es fremd ist, dem kann das Buch zu mehr informierter Empathie verhelfen – die performativem Mitleid viel voraus hat. Für beide Seiten.
Gutes Buch, ehrlich, schonungslos geschrieben. Themen/Trigger: Armut, Drogenmissbrauch, Vergewaltigung
Trotz der Thematik war das Buch sehr gut zu lesen, ein schöner schreibstil, flüssig , nachvollziehbar und mit einem roten Faden. Wir lesen die Geschichte von Katriona. Es beginnt mit ihr als kleines Mädchen, wir lesen von ihren Eltern die Süchtig sind, wie sie aufwächst. Wir lesen davon wer sie fallen lässt, weil sie kommt woher sie kommt und denen die ihr helfen. Menschen die an sie glauben, ihr einen möglichen Weg zeigen oder ihr einfach nur zuhören und da sind.
Wieder eines dieser Bücher, das ich nicht weglegen konnte. Katriona O' Sullivan hat ihre eigene Biographie für uns als Buch zugänglich gemacht und damit einen so wichtigen Einblick in das Leben in absoluter Armut gegeben. Ihre Biographie erzählt vom Aufwachsen in Armut, Zugängen die verwehrt und gewährt wurden und zeigt dabei immer wieder auf wie sehr klassistisches Denken in einer Gesellschaft verankert ist. Ich war wütend auf die Dinge, die ihr passiert sind (vor allem mit dem Hintergedanken, dass ihre Kindheit vielen anderen ähnelt) ich war berührt und habe mich mit ihr geärgert und gefreut. Ich hätte es gut gefunden, wenn es zu Beginn des Buches eine Triggerwarnung gegeben hätte, aber das ist so ziemlich das Einzige, was ich kritisieren würde. Ansonsten sehr lesenswert!🫶
„Working Class Girl“ erzählt die bewegende Lebensgeschichte von Katriona O’Sullivan – vom Aufwachsen in Armut, geprägt von Gewalt und Missbrauch, hin zu einer promovierten Psychologin. Katriona O’Sullivan, 1977 als Tochter irischer Eltern in England geboren, studierte später am Trinity College Dublin und arbeitet heute an der Maynooth University. Mit Vorträgen u.a. für die UN setzt sie sich für Chancengleichheit ein. Dieses Buch ist ihr Debüt. Worum geht’s genau? Katriona wächst in einer Familie auf, die von Sucht, Armut und Vernachlässigung geprägt ist. Schon früh erlebt sie Gewalt und Missbrauch, wird von Mitschüler:innen gehänselt und kämpft mit existenzieller Unsicherheit. Mit fünfzehn wird sie schwanger und obdachlos – und doch gelingt ihr dank einzelner Menschen, die an sie glauben, der Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Heute ist sie u.a. Mutter, Wissenschaftlerin und lebt in einer glücklichen Ehe. „Working Class Girl“ ist damit ein Zeugnis über die Kraft von Bildung, dem Gesehen-Werden und persönlicher Widerstandskraft. Meine Meinung Dieses Buch! Es hat mich wütend und traurig gemacht und ich musste auch ein paar Tränchen verdrücken. Beim Lesen wollte ich Katriona und ihre Geschwister oft einfach nur in den Arm nehmen. Die Schilderungen von Missbrauch und Vernachlässigung sind einfach nur sehr schwer zu ertragen. Denn O’Sullivan macht deutlich, wie Armut das ganze Leben bestimmt: „Armut prägt alles, was man tut, und alles, was man ist.“ (S.197). Dabei zeigt sie auf, dass Armut/Klassismus viele Gesichter hat: materielle, emotionale, sprachliche und gesellschaftliche. Hängen geblieben sind mir vor allem die Stellen, in denen einzelne Erwachsene zum rettenden Anker werden: Eine Lehrerin, die ihr frische Kleidung gibt, verändert ihr Selbstbild nachhaltig: „Dieser kleine praktische Akt der Selbstfürsorge ließ mich begreifen, dass ich die Fürsorge wert bin.“ (S.27). Momente wie diese machen klar, wie viel Macht Fürsorge im Alltag haben kann und wie entscheidend einzelne Menschen für das Leben anderer sind (im Positiven wie im Negativen). Der Schreibstil ist direkt, schonungslos und gleichzeitig aber auch voller Wärme. Mich hat besonders beeindruckt, wie reflektiert O’Sullivan über ihre Eltern schreibt: wütend, aber auch voller Liebe und auch ein Stück weit Verständnis da sie ja selbst Opfer der Verhältnisse waren. Dieser Zwiespalt zieht sich durch das Buch und macht es besonders authentisch. O’Sullivan verschweigt nicht, wie schwer der Weg war: Teenagerschwangerschaft, Alkohol- und Drogenerfahrungen, die Suche nach Anerkennung in toxischen Beziehungen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass hinter jeder sogenannten „Erfolgsstory“ nicht nur Mut und Fleiß, sondern vor allem auch Glück und ein Unterstützer:innen-Netzwerk stehen: „Mut und Entschlossenheit reichen nie aus. Bei mir jedenfalls nicht.“ (S.193). Diese Ehrlichkeit hebt das Buch von vielen Aufstiegserzählungen ab. Fazit „Working Class Girl“ ist ein schmerzhaftes, ehrliches und zugleich auch hoffnungsvolles Buch. Weil es zeigt, wie kleine Fürsorgeakte ein entscheidender Unterschied im Leben von armutsbetroffenen Menschen machen können. Herzlichen Dank an den kjona Verlag & NetGalley für das Rezensionsexemplar.
Absolute Leseempfehlung! Ein autobiografischer Roman, erschütternd, aufrüttelnd und unvergesslich.
Triggerwarnung: absolute Armut, Vernachlässigung, Alkohol-,Nikotin- und Drogenmissbrauch, Suchterkrankung, Sexueller Missbrauch, häusliche Gewalt, Mobbing, ungewollte Schwangerschaft und Abtreibung, Klassismus, Sexismus, u.v.m. Katriona O‘Sullivan erzählt über das Leben in absoluter, existenzieller Armut. Über ihr eigenes Leben, über das Leben eines kleinen Mädchens drogenabhängiger, suchtkranker Eltern, über Hunger, Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch. Sie erzählt von der ambivalenten Beziehung zu ihren Eltern, die ihre Sucht mehr lieben als ihre vier Kinder und die gleichzeitig für ebendiese die ganze Welt bedeuten. Denn trotz allem Schrecklichen wird in dieser Familie geliebt, gelacht, gelesen, getanzt und aufeinander aufgepasst. Jedenfalls meistens… Ich habe die Sätze und Kapitel gelesen und verschlungen , denn Katriona O‘Sullivan schreibt gut. Richtig gut. Dennoch musste ich viele Stellen zweimal lesen, weil ich nicht glauben konnte, was ich dort lese. Das kann doch nicht, das darf doch nicht wahr sein! Mein eigene behütete Kindheit steht im krassen Widerspruch zu jeglichen Erfahrungen, die Katriona O‘Sullivan durchleben und durchleiden musste. Ich werde und will dieses Buch niemals wieder vergessen. Nicht nur aufgrund der Tragik, sondern vor allem wegen der Kraft, dem Trotz, dem Willen diesen Verhältnissen zu entkommen . Wegen der Menschen, die Katriona O’Sullivan dabei geholfen und ihr Wert und Hoffnung gegeben haben. Wegen der erstaunlichen Liebe und Vergebung zu der sie fähig war und ihrem Humor, den sie sich bewahren konnte. Aber vor allem wegen der erschütternden Ehrlichkeit. In einer Zeit, in der die Schere zwischen Überreichen und Armen immer größer wird, wo letzteren das Leben immer schwerer gemacht und dringend benötigte Unterstützungen gekürzt oder gestrichen werden, ist dieses Buch umso wichtiger. Denn es gibt Armut ein menschliches Gesicht, eine eindringliche Sprache und eine eigene Geschichte. Es zeigt, wie wenig schon helfen und einen Unterschied machen kann. Deshalb empfehle ich dieses Buch ganz besonders denen, die wie ich selbst keine Ahnung davon haben was es bedeutet arm zu sein.
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Katriona O'Sullivan wurde 1977 als Kind irischer Eltern in Coventry, England, geboren. Mit zwanzig zog sie nach Dublin und nahm dort am Trinity College Access Programme teil, das Studierende aus sozial benachteiligten Familien fördert. Sie promovierte in Psychologie und arbeitet heute an der Maynooth University. Sie hält Vorträge für die UN, das World Education Forum und den European Gender Action Workshop. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Dublin. »Working Class Girl« ist ihr erstes Buch.
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Was für ein Buch. Katriona wächst mit süchtigen Eltern und vier Geschwistern auf. Sie zeigt uns ihren Weg von dem vernachlässigten Mädchen, dass nicht weiß wie man sich wäscht, zur Doktorantin der Psychologie. Es ist schön, dass es die Programme damals in Irland gab, die es Menschen mit einem weniger guten Elternhaus ermöglicht hat zu studieren. Umso trauriger, dass es sie nicht mehr gibt. Die Worte im Nachtwort machen sehr nachdenklich, da wir wissen auf welchem Weg wir uns befinden. Die Zwei-Klassen-Gesellschaft ist keine Fiktion und jeder von uns ist näher an der Armut dran, als an der ersten Million. Es traurig zu sehen, welche Einschnitte und Einsparungen es gibt. Menschen wie Katriona hätten heute kaum noch eine Chance, diesen Weg zu gehen.
Katriona O’Sullivan beschreibt in Working Class Girl ihre Lebensgeschichte: Sie wächst in Irland als Kind Alkohol- und Drogenabhängiger Eltern in Armut auf. Ihre Kindheit ist geprägt von Hunger, Entbehrung, Missbrauch und Vorverurteilung durch ihr Umfeld. Katriona spürt, dass sie etwas besseres verdient, ihr Umfeld und die Umstände, lassen jedoch kaum etwas besseres zu. Sie wird selbst abhängig, mit fünfzehn schwanger und obwohl ihr Weg vorbestimmt scheint, schafft sie über Förderprogramme mehrere Studienabschlüsse und promoviert schließlich in Psychologie. Wow. Working Class Girl ist eine Geschichte, die ich nicht so schnell vergessen werde. Und wenn ich es mir leicht machen würde, würde ich schreiben, es ist die Geschichte einer Frau, die sich von ganz unten hochgekämpft hat. Und das stimmt, aber es geht hier um so viel mehr: Es geht um ein Aufwachsen in Armut, um Kinder denen man hätte helfen können- die aber durch Behördenversagen zum Unheil verurteilt wurden. Es geht um Sucht und darum, wie schnell wir moralisch werden, wenn wir über Sucht sprechen. Natürlich geht es auch um Scham und wie herablassend sich die Gesellschaft gegenüber Menschen verhält, die aus armen Verhältnissen kommen. Darum, wie wichtig es ist, dass man Menschen um sich hat, die einem helfen, selbst wenn man keine Hilfe will. Und es geht darum, wie sehr unser aller Weg durch unsere Herkunft vorgezeichnet ist. Working Class Girl ist kein einfaches Buch- es ist schonungslos ehrlich und genau deshalb so lesenswert. Vor allem die Schilderungen aus Katrionas Kindheit sind mir nahe gegangen. Dass man ihr und ihren Geschwistern hätte helfen können, wenn die Behörden ihre Job gemacht hätten, macht mich betroffen. Der Gedanke daran, wie viele Kinder in Armut aufwachsen müssen, weil sie aufgrund ihrer Herkunft von keinem System aufgefangen werden ist kaum zu ertragen. Wir leben in einer Welt, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufreißt. Umso wichtiger ist es, das Thema Armut genauer zu beleuchten, sich damit auseinanderzusetzen und Geschichten wie die von Katriona zu lesen. Working Class Girl- ein absolutes must read!

Katriona O'Sullivan: Working Class Girl. Kjona Verlag. Ü: Sylvia Spatz. Wie schnell urteilen wir manchmal und kennen die Menschen hinter den Leben nicht. Diese Geschichte war für mich schwer auszuhalten. Die Autorin erzählt autobiographisch über ihren Weg als Kind schwer suchtkranker Eltern hin zu der starken Frau, die sie heute ist. Es ist nicht auszuhalten, was dieses kluge und wissbegierige Mädchen im Sumpf der Armut und Drogenabhängigkeit der Eltern ertragen musste - Hunger, Verwahrlosung, schlimmste Misshandlung. Und doch gab es immer wieder Menschen in ihrem Leben, die ihr die Hand gereicht und ihr den Weg in eine ganz andere Lebensrichtung gezeigt haben. Eine Lehrerin, die ihr das Mindestmaß an Körperhygiene beibringt, sie mit frischer Wäsche versorgt. Die Sozialarbeiterin, die ihr zur Seite steht. Die Verantwortliche für das Förderprogramm für benachteiligte Familen am College. Immer wieder gefangen zwischen Selbstsabotage, eigener Sucht und der Ungerechtigkeit einer Klassengesellschaft kämpft sie für ihren Weg. Für Bildung und ein Leben, das für ihre Kinder ein anderes, ein besseres sein soll als ihr eigenes. Diese Geschichte macht fassungslos und zeigt die Missstände von Armut und Suchtkrankheit klar auf. Gleichzeitig wird so deutlich, wie wichtig Menschen sind, die nicht urteilen und wegsehen, wenn Hilfe am dringendsten gebraucht wird. Es überrascht, dass die Autorin trotz allem versöhnliche Worte für ihre Eltern findet. Ich wünsche ihr von Herzen ein erfülltes und ruhiges Leben. Sie kann so stolz sein!
Große Empfehlung!
Der erste Teil des Buches hat mir die Schuhe ausgezogen - sehr direkt, erschütternd und nah. Diese Eindringlichkeit verliert sich jedoch ab etwa der Hälfte, wenn die Handlung zunehmend rasant voranschreitet und in großen Zeitsprüngen erzählt wird. Gerade hier verschenkt der Text erzählerisches Potenzial; Entwicklungen, die zuvor sorgfältig aufgebaut wurden, werden nur noch skizzenhaft abgehandelt. Trotz dieser Schwäche gehört die Geschichte zu einer der eindrücklicheren Aufsteigerinnenerzählungen, die ich bisher gelesen habe. Der Originaltitel Poor trifft dabei den Kern deutlich präziser als die deutsche Fassung Working Class Girl. Denn erzählt wird weniger die klassische Bildungs- oder Klassenaufstiegsgeschichte als vielmehr das Leben in extremer Armut: das Porträt einer zutiefst prekären, suchtkranken Familie, die im permanenten Chaos existiert und sich verzweifelt an jeden Strohhalm klammert. Auch wenn der Titel für mich zum Teil irreführend ist und die zweite Hälfte erzählerisch an Tiefe verliert, bleibt das Buch insgesamt eindrucksvoll - gerade wegen seiner kompromisslosen Darstellung von Armut und Überleben.
"Hosenpisserin. Stinkig. Dreckschlampe.[...] Mutter. Alle diese Wörter gehörten zu mir und zu meiner Geschichte,"
Die Bewertung bezieht sich absolut nicht auf den Inhalt, sondern auf den Stil. Das Leben einer Person zu bewerten, steht niemandem zu. Das Buch tat weh, auf so vielen Ebenen. Geschehnisse, aber auch eigene Glaubenssätze bzw. Glaubenssätze die von den eigenen Eltern eingepflanzt werden, beeinflussen so vieles. Es hätte so viele andere Lebensverläufe für die Autorin geben können, aber sie hatte das Glück Menschen zu begegnen denen sie etwas bedeutete, die etwas in ihr sahen und die unterstützen wollten. Sie macht eindrücklich klar wie wichtig solche Menschen für Schicksale sein können. Mutig, dass sie ihr Leben so offen legt ❤️ (Halber Stern abgezogen wegen Lektorat. Manchmal doppelte Worte, falsche Namen oder Tippfehler. Schade Kjona.)
!["Hosenpisserin. Stinkig. Dreckschlampe.[...] Mutter. Alle diese Wörter gehörten zu mir und zu meiner Geschichte,"](https://social-cdn.read-o.com/images/1776552704910-98.jpg)
In “Working Class Girl” beschreibt Katriona O’Sullivan (ins Deutsche übersetzt von Sylvia Spatz), wie ihre Herkunft sie und ihr ganzes Leben geprägt hat. Als Kind drogenabhängiger Eltern verwahrlost, in Armut und ohne verlässliche Erwachsene groß geworden, wurde sie bereits im Grundschulalter Opfer s+xuellen Missbrauchs und bekam mit 16 ihr erstes Kind. Trotz allem schaffte sie es, sich aus dem erwarteten Leben zwischen Sozialhilfe und Alkohol herauszukämpfen, am Trinity College in Dublin zu studieren und sogar einen Doktortitel in Psychologie zu erlangen. Die Erzählung ihres Lebens ist brutal und zeigt auf, wie wenig die angebliche Chancengleich in Irland und Großbritannien wirklich existiert, welch großen Unterschied Bildung und engagierte Erwachsene im Leben eines Menschen machen können und wie sehr die eigene Entwicklung von den Erfahrungen und Entscheidungen unserer Vorfahren unbewusst beeinflusst wird. Die Autorin hat fesselnd und nachfühlbar und sehr bildlich über das Erlebte geschrieben, sodass man das Gefühl hatte, an ihrer Seite alles noch einmal zu durchleben. Der Klappentext ist dem Buch leider nicht gerecht geworden, sodass ich mich auf den tatsächlichen Inhalt nicht gut vorbereitet gefühlt habe. Auch fand ich den deutschen Titel im Vergleich zum Originaltitel (“Poor”) nicht so ganz passend, denn mit der Arbeiterklasse assoziiere ich ein anderes Lebensumfeld und hatte dementsprechend andere Erwartungen an den Text. Nichtsdestotrotz fand ich das Buch beeindruckend und kann es allen Lesenden nur ans Herz legen, denn vieles ließe sich genau so auch auf Deutschland übertragen und zeigt auf, wo man ansetzen müsste, um Menschen wirklich eine bessere Zukunft zu ermöglichen. *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Der Kampf aus der Armut
Die Autorin beschreibt in diesem Buch ihren persönlichen Lebensweg. Katriona ist in England in sehr armen Verhältnissen aufgewachsen. Jeden Tag von alkohol- und drogenabhängigen Eltern umgeben zu sein, war Standard. Es gab keine Seife und Handtuch zum Waschen zu Hause, sie freute sich jeden Tag auf die Schule, da es dort ein warmes Mittagessen gab. Tagein, tagaus gingen Freunde und Fremde in ihrem Haus ein und aus und der ein oder andere vergriff sich auch an Katriona. Katriona erzählt von dieser Kindheit und wie sie dafür kämpfte, heute so zu leben, wie sie es tut. Als promovierte Psychologin, verheiratet und 3-fache Mutter. „Es ist schön, dass sie „wir“ sagt. Sonst gehöre ich nie zu einem „wir“. Das Buch gehört zu der Kategorie, welche man nicht mehr vergisst. Schon das zweite Buch vom Kjona Verlag, was sehr eindringlich geschrieben mir sehr im Kopf bleiben wird (das erste war Prima Facie von Suzie Miller). Selbst behütet aufgewachsen, war für mich die Kindheit von Katriona pures Neuland. Eine Mischung aus Sensationslust (was man nicht kennt) , Mitgefühl und Wut hat mich begleitet. Sie schreibt über Armut, die Chancen, die man verpasst und auch nutzt, Versagen und wieder aufstehen und über das Leben mit Eltern, die Drogen mehr lieben als die eigenen Kinder. Die Schere zwischen arm und reich wird immer bestehen, aber mit solchen Büchern kann Verständnis geschaffen werden für ein besseres Miteinander auf dieser großen Welt. Danke für dieses Buch ✨🤍
unglaublich heftige Lebensgeschichte
Die Autorin schreibt hautnah und ehrlich über ihre Kindheit und Jugend in Armut, und wie sie trotz Suchtkranker Eltern und als junge Mutter durch Förderprogramme schließlich ins Studium zu ihrem Doktortitel in Psychologie gelangt. Eine absolut bemerkenswerte Frau, die die enormen Lücken zwischen den Gesellschaftsschichten aufzeigt und was das für einen immensen Einfluss auf die Chance auf Bildung hat. Das Buch beeindruckt und ermutigt, die eigenen Privilegien mehr zu schätzen und an sich selbst zu glauben.
Mir fällt es jetzt auch schwer dieses Buch zusammenzufassen oder zu bewerten, weil ich immer wieder daran denken muss, dass sie das alles erlebt hat. Es ist jedoch nicht nur erschütternd, was die Autorin aufgrund ihrer Kindheit bei drogenabhängigen Eltern in Armut erlebt hat, sondern es ist auch sprachlich sehr gut umgesetzt. Normalerweise lese ich keine Biographien, aber hier hat man das Gefühl mittendrin im Geschehen zu sein, wie in einer gut erzählten Geschichte. Allerdings ist es keine Geschichte, sondern die Realität der Autorin gewesen. Ich muss waren, dass die Inhalte natürlich verstörend, aufwühlend und teilweise unglaublich furchtbar sind. Allerdings ist dieses Buch keine Abrechnung, sondern voller Liebe für die eigene Familie und Verständnis. Das ist eine beeindruckende Frau, die so viel Kraft haben musste und jetzt ihren Weg gefunden hat. Danke auch für die gute Beratung am Stand vom Verlag auf der Buchmesse. Sonst hätte ich dieses Buch wahrscheinlich nicht gelesen.
Lesenswerte Memoiren über Armutserfahrungen, mit Fragezeichen am Ende…
Katriona O’Sullivans „Working Class Girl. Aufstieg einer Frau von ganz unten“ ist eine Sammlung ihrer persönlichen Memoiren über ihre eigene Aufstiegsgeschichte. Dabei erzählt sie stets aus einer Perspektive ihrer eigenen Herkunft, ordnet Situationen und Geschichten ihrer Kindheit und Jugend in ihre Armutsprägung ein und kontextualisiert damit ihre Erfahrungen vor dem gesellschaftlichen Hintergrund einer britischen und irischen bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft. Ihre Darstellungen sind geprägt von einer durch Sucht gefesselten Familie, von expliziter Ausführung eigens erlebter sexualisierter Gewalt, von dem eigenen Dasein einer minderjährigen Mutter und von einer Perspektivlosigkeit, mit der sie permanent konfrontiert wurde. Zwischen den teils schwer auszuhaltenden, gewaltvollen Schilderungen erstreckt sich eine Geschichte, die von systematischen Verfehlungen des Staates erzählt, der Armut gewährt und duldet und der nur Förderprogramme zum Aufstieg bereit hält, wenn es wirtschaftlich gerade zulässig ist. Katriona O’Sullivan spricht davon, dass sie einerseits viel Glück hatte, in einer solchen Zeit aufgewachsen zu sein, in der Geld für Förderprogramme vorhanden war, und sie durch den bedingungslosen Support von einzelnen Personen außerhalb der Familie einen solchen Aufstieg schaffen konnte, aber andererseits auch davon, dass die Verfehlungen, das Herablassende und Vorverurteilende einer Mittelschicht ihr Vertrauen in staatliche Institutionen grundsätzlich zerrüttet hatte. „Aber die Leute um uns herum - die Polizei, die Lehrer, die Sozialarbeiter - waren nicht vertrauenswürdig. Sie stellten uns in eine Ecke und schüchtern uns ein. Wie sollten wir da als Heranwachsende etwas anderes tun, als die Zähne zu zeigen und uns zu wehren?“ (S. 71) Diese Memoiren sind erschütternd und gleichsam erhellend. Sie fokussieren sich nicht auf O’Sullivans eigenen Erfolg, sondern geben einen intimen Einblick in Armut und wie eine wegsehende Gesellschaft die Schuld für jede einzelne unter Armut leidende Person trägt und weiter tragen wird. Was mich nicht loslässt, ist die Namensgebung des Buches. Ursprünglich erschienen unter dem Titel „Poor“ liegt hier jetzt der Titel „Working Class Girl. Aufstieg einer Frau von ganz unten“ vor. Die Geschichte von O’Sullivan ist bedrückend, sie ist in bitterer Armut und gewaltvollen Verhältnissen aufgewachsen. Selbst früh angehörig einer Klasse der Besitzlosen, die nichts als ihre Arbeitskraft haben, die sie veräußern könnten, trifft es, bezogen auf Interessen, die die Arbeiter*innenklasse verfolgen kann, schon den Kern - sie bezeichnet ihre Mutter und sich explizit als „working class girls“ (S. 156), unter den Umständen des Aufwachsens ist es zumindest nachvollziehbar. Verschränkung von Sucht, prekärer Wohnverhältnissen und damit einhergehender Mittellosigkeit steht in Bezug zu aufkeimendem Pessismus und Ohnmacht zentral in den Ausführungen der Autorin. Aber noch einmal auf den Ursprungspunkt zurückkommend: Es bleibt ein fader Beigeschmack, dass die Titeländerung auch nur ein selling point ist. Aufstiegsgeschichten verkaufen sich ja gar wunderbar, um der bürgerlichen Seele ihren Balsam zu liefern - das will ich nicht der Autorin und ihrer persönlichen Geschichte anhängen, Verlagsseitig hinterlässt es bei mir aber Fragezeichen, weil mir die Intention nicht klar ist. Es wird aus meiner Sicht auch nicht der Geschichte gerecht, irritierend klingt dementsprechend dann auch die im Epilog vorgenommene Formulierung zum Buchtitel: „Der Buchtitel Working Class Girl. Aufstieg einer Frau von ganz unten soll einem unter die Haut gehen. Manch einer erkennt sich darin vielleicht wieder, andere halten es für völlig normal, dass es in einer Gesellschaft Menschen gibt, die ganz unten sind.“ (S. 257) Ich verstehe nicht, wie der neue Titel „unter die Haut gehen“ soll, mit dem Ursprungstitel „Poor“ sehe ich das schon eher. Irritierend, nichtsdestotrotz sehr eindrucksvolle Memoiren der Autorin. Eine Leseempfehlung möchte ich trotzdem unbedingt aussprechen! Mit dem Hinweis, dass im Buch dargestellte Situationen sehr gewaltvoll sind.

Wie bewertet man ein Buch, das kein Roman ist, sondern das ungeschönte Leben? Katriona O’Sullivan erzählt in Working Class Girl von einem Aufwachsen in Armut und zeigt damit schonungslos, wie sehr Klassismus Biografien prägt.
Armut bedeutet in ihrer Geschichte nicht nur fehlendes Geld. Sie bedeutet Scham, Ausgrenzung, fehlende Sicherheit, eine Gesellschaft, die wegschaut. Wenn Mitschülerinnen sie „Hosenpisserin“ nennen, dann ist das nicht nur Kindergrausamkeit – es ist das Spiegelbild einer Gesellschaft, die Kinder im Stich lässt. O’Sullivan macht deutlich: Klassismus ist nicht das Problem Einzelner, sondern ein strukturelles Machtverhältnis. Wer in Armut aufwächst, startet nicht bei null, sondern weit im Minus und der „Aufstieg“ wird zur Ausnahmegeschichte, die ohne Solidarität und Unterstützung kaum denkbar ist. Besonders berührt hat mich, wie klar sie zeigt, dass Bildungsaufstieg nicht allein von „Leistung“ abhängt, sondern davon, ob es Menschen gibt, die Türen öffnen. Zwei Lehrerinnen, ein Sozialarbeiter – kleine Gesten, die alles verändert haben. Dieses Buch ist unbequem, aber notwendig. Es rüttelt an der Illusion einer „Chancengleichheit“, die es so nicht gibt. Und es verbindet feministische Perspektiven mit einer dringenden Klassenkritik: Ohne die eine ist die andere unvollständig.
Pflichtlektüre, für alle die sich dem Wohl anderer und sich selbst verpflichtet fühlen :)
Katriona O’Sullivan konfrontiert die Lesenden mit ihren eigenen Vorurteilen und Wissenslücken zum Thema Armut, indem sie ihre persönliche Lebensgeschichte erzählt. Dabei macht sie deutlich, dass Armut weit mehr bedeutet als „kein Geld zu haben“. Vielmehr beschreibt sie, was Menschen verwehrt bleibt, wenn sie zur untersten Gesellschaftsschicht gehören – Zugang zu Bildung, Sicherheit, Chancen und gesellschaftlicher Teilhabe. Authentisch und (für mich zu)selbstkritisch betont sie, dass ihr eigener Bildungsaufstieg eine Ausnahme darstellt. Solche Erfolgsgeschichten dürfen nicht dazu dienen, strukturelle Ungleichheiten zu relativieren oder individuelle Leistung zu romantisieren. Stattdessen zeigt sie auf, dass gesellschaftliche Systeme soziale Unterschiede oft stabilisieren – sogar durch gut gemeinte Hilfsprogramme, wenn diese als „Geschenke“ inszeniert werden und Helfende sich als Wohltäter:innen präsentieren. Das Buch ist daher nicht nur eine autobiografische Erzählung, sondern ein gesellschaftspolitischer Appell: Es fordert dazu auf, Armut als strukturelles Problem zu begreifen und gemeinsam an echten sozialen Veränderungen zu arbeiten, die auf Gleichstellung und Gerechtigkeit für alle Menschen abzielen.
Wie kommt man dazu, einen Titel, der „Poor“ heißt mit „Working Class Girl“ zu übersetzen? Mit der Working Class hat die Familie der Autorin herzlich wenig zu tun. Sie ist suchtkrank und vor allem bitterarm, aber von harter Arbeit hab ich bei den Eltern nichts gelesen. Insgesamt ein erschütternder Lebensbericht, der schwer zu bewerten ist, da es einfach persönliche Erfahrungen sind. Der Epilog war für mich mit das Beste am Buch.
. Eine Lebensgeschichte, die unter die Haut geht und einen anderen Titel als „Working Class Girl“ verdient hätte! Der original Titel lautet: „Poor, Grit, Courage and the life- changing value of selfbelive“ und dieser Tiel passt so viel besser. Denn Katriona O’Sullivan beschreibt hier nicht das Leben eines Mädchen aus der Arbeiterklasse, sie beschreibt das Leben eines Mädchen aus der untersten Klasse der Gesellschaft. Ihr Leben zwischen Drogen, Alkohol, Elend, Verwahrlosung und Missbrauch! Jedoch zeigt sie in ihre Geschichte auch, das man niemals den Glauben an sich selbst verlieren sollte! Es ist ein Buch, das mich sehr wütend und sprachlos gemacht hat. Es ist definitiv eine Lebensgeschichte, die dich zum nachdenken bringen wird. Dies ist kein Film, keine Fiktion sondern das wahre Leben! 4/5 ⭐️ . Katriona O’Sullivan wird in eine Familie geboren, die geprägt durch ihr Suchtverhalten zur untersten Schicht Englands gehört. Von Beginn an ist es kein einfaches Leben, trotz aller Widrigkeiten fühlt sie sich zunächst sogar sehr geliebt. Jedoch nicht außerhalb der eigenen vier Wände. Sie erlebt schon in jüngsten Jahren Ausgrenzung, Unverständnis und Hass nicht nur ihr, sondern ihrer ganzen Familie gegenüber. Auch wenn es Menschen in ihrem Leben gab, außerhalb ihrer Familie, die ihr helfen wollten, war dies nie wirklich von langer Dauer und sie fiel immer wieder in ein Loch aus Selbstzweifel und Selbstzerstörung. Bis sie dann doch an einen Punkt in ihrem Leben kam und wirklich etwas ändern wollte. Sie schafft es ihr Leben auf die Reihe zu bekommen und sich aus dem Elend zu befreien. . Diese Lebensgeschichte zeigt ganz deutlich, wie sehr das eigentliche Auffangsystem versagt. Wie zutiefst gespalten die Gesellschaft ist. Einerseits möchte man helfen, andererseits aber nur so lang, wie es angenehm ist. Wird es kompliziert hört sie Nächstenliebe auf. . Katriona O’Sullivan ist eine bemerkenswerte Frau, die es aus dem Elend heraus geschafft hat und dafür verdient sie vollsten Respekt! . Schade, dass sie nicht mehr darauf eingeht, wie sie ihre Vergangenheit heute empfindet/sieht! . Nichtsdestotrotz ein sehr lesenswertes Buch, wobei man sich der Schwere der Themen bewusst sein sollte! Drogen- und Alkoholmissbrauch, Verwahrlosung und sexuelle Gewalt.

Wie viel bin ich wert?
In einer kapitalistischen Gesellschaft dreht sich alles um den Wert einer Sache. Nicht mal vor uns Menschen macht diese Frage halt. Was also, wenn man in Armut geboren wird, mit drogenabhängigen Eltern aufwächst und umgeben ist von einem zirkulierenden Chaos, das nicht zu kontrollieren ist, vor allem nicht als Kind? Im Auge dieses Sturms sitzt Katriona O‘Sullivan und erzählt uns ihre Geschichte. Von den herabwürdigenden Blicken der Sanitäter*innen, die ihren zugedröhnten Vater mitnehmen, jeder ihrer hastigen Schritte vermittelt Ekel und Abwertung. Sie erzählt von den Trampelpfaden ihrer Eltern, in die auch sie als Heranwachsende rutscht, wie man es von einer aus ihrem Milieu eben erwartet. Wie sogar sie selbst größtenteils unfähig ist, etwas anderes von sich zu erwarten. Wären da nicht auch Menschen in ihrem Umfeld, die dem wissbegierigen Mädchen, das sie ist, immer wieder Rückenwind geben. Freund*innen. Lehrer*innen, die ihr Potenzial erkennen. Und dann doch auch ihre Mutter, die ihr zur Seite steht, wenn’s drauf ankommt. Die ihrer Tochter beibringt, wann man dieser Welt den Mittelfinger zeigen muss. Ihr Vater. Der erste, der ihr Bücher gibt, Musik zum Tanzen und Liebe, trotz allem. Mit Ehrgeiz, Mut und Aufrichtigkeit schafft Katriona O‘Sullivan es tatsächlich, sich auf dem zerfurchten Feld des Lebens einen eigenen Weg zu bahnen. Dieses Buch ist eine Abrechnung - mit der eigenen Herkunft, den Eltern, der Gesellschaft. Es ist irgendwie auch eine Liebeserklärung an Teile von alledem. Aber vor allem eine Liebeserklärung an sich selbst. Glaubt mir: Am Ende wartet ein Eimer Tränen auf euch.
Respekt vor diesem harten Kampf
Katriona und ihre vier Geschwister wachsen bei drogenabhänigen Eltern auf. Ihr Leben ist geprägt von Armut, Missbrauch und Hilflosigkeit. Die Polizei und die Ämter sind keine Hilfe und so bleibt ihr nur der eiserne Wille irgendwie zu überleben. Obwohl Katriona von ihren Eltern nichts zu erwarten hat, liebt sie diese und wünscht sich nichts mehr, als etwas Aufmerksamkeit und Zuwendung. Katriona hatte das Glück, dass sie immer wieder auf Menschen traf, die ihr helfen und sie so die Möglichkeit bekommt ihr Leben in eine bessere Zukunft zu lenken. Eine Lebensgeschichte die mich traurig, wütend und fassungslos gemacht hat. Mir aber auch allen Respekt vor Katriona O'Sullivan abverlangt, die es mit Selbstdisziplin geschafft hat, ihren Weg zu finden und ihn entlang zu gehen, auch wenn es viele Hindernisse zu überwinden gab. Das größte Hinderniss dabei waren ihre Selbstzweifel. Ruhig und flüssig erzählt Katriona ihre Geschichte. Gerade diese ruhige Schreibweise macht das Buch so intensiv.
Bot mir: Spannung • Empathie • Spiegel • Orientierung • Horizont erweitern • Denkanstöße • Mitreden Ich bin schwer beeindruckt vom Mut dieser Frau. Die Konfrontation und Selbstüberwindung, die es gekostet haben muss, dieses Buch zu schreiben! Und einer breiten Öffentlichkeit anzuvertrauen. Katriona O'Sullivan macht das System Armut anhand ihrer Lebensgeschichte sicht- und nachvollziehbar. Wer selbst im prekären Milieu aufgewachsen ist, kann hier lernen, sich besser zu verstehen. Wem es fremd ist, dem kann das Buch zu mehr informierter Empathie verhelfen – die performativem Mitleid viel voraus hat. Für beide Seiten.
Gutes Buch, ehrlich, schonungslos geschrieben. Themen/Trigger: Armut, Drogenmissbrauch, Vergewaltigung
Trotz der Thematik war das Buch sehr gut zu lesen, ein schöner schreibstil, flüssig , nachvollziehbar und mit einem roten Faden. Wir lesen die Geschichte von Katriona. Es beginnt mit ihr als kleines Mädchen, wir lesen von ihren Eltern die Süchtig sind, wie sie aufwächst. Wir lesen davon wer sie fallen lässt, weil sie kommt woher sie kommt und denen die ihr helfen. Menschen die an sie glauben, ihr einen möglichen Weg zeigen oder ihr einfach nur zuhören und da sind.
Wieder eines dieser Bücher, das ich nicht weglegen konnte. Katriona O' Sullivan hat ihre eigene Biographie für uns als Buch zugänglich gemacht und damit einen so wichtigen Einblick in das Leben in absoluter Armut gegeben. Ihre Biographie erzählt vom Aufwachsen in Armut, Zugängen die verwehrt und gewährt wurden und zeigt dabei immer wieder auf wie sehr klassistisches Denken in einer Gesellschaft verankert ist. Ich war wütend auf die Dinge, die ihr passiert sind (vor allem mit dem Hintergedanken, dass ihre Kindheit vielen anderen ähnelt) ich war berührt und habe mich mit ihr geärgert und gefreut. Ich hätte es gut gefunden, wenn es zu Beginn des Buches eine Triggerwarnung gegeben hätte, aber das ist so ziemlich das Einzige, was ich kritisieren würde. Ansonsten sehr lesenswert!🫶
„Working Class Girl“ erzählt die bewegende Lebensgeschichte von Katriona O’Sullivan – vom Aufwachsen in Armut, geprägt von Gewalt und Missbrauch, hin zu einer promovierten Psychologin. Katriona O’Sullivan, 1977 als Tochter irischer Eltern in England geboren, studierte später am Trinity College Dublin und arbeitet heute an der Maynooth University. Mit Vorträgen u.a. für die UN setzt sie sich für Chancengleichheit ein. Dieses Buch ist ihr Debüt. Worum geht’s genau? Katriona wächst in einer Familie auf, die von Sucht, Armut und Vernachlässigung geprägt ist. Schon früh erlebt sie Gewalt und Missbrauch, wird von Mitschüler:innen gehänselt und kämpft mit existenzieller Unsicherheit. Mit fünfzehn wird sie schwanger und obdachlos – und doch gelingt ihr dank einzelner Menschen, die an sie glauben, der Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Heute ist sie u.a. Mutter, Wissenschaftlerin und lebt in einer glücklichen Ehe. „Working Class Girl“ ist damit ein Zeugnis über die Kraft von Bildung, dem Gesehen-Werden und persönlicher Widerstandskraft. Meine Meinung Dieses Buch! Es hat mich wütend und traurig gemacht und ich musste auch ein paar Tränchen verdrücken. Beim Lesen wollte ich Katriona und ihre Geschwister oft einfach nur in den Arm nehmen. Die Schilderungen von Missbrauch und Vernachlässigung sind einfach nur sehr schwer zu ertragen. Denn O’Sullivan macht deutlich, wie Armut das ganze Leben bestimmt: „Armut prägt alles, was man tut, und alles, was man ist.“ (S.197). Dabei zeigt sie auf, dass Armut/Klassismus viele Gesichter hat: materielle, emotionale, sprachliche und gesellschaftliche. Hängen geblieben sind mir vor allem die Stellen, in denen einzelne Erwachsene zum rettenden Anker werden: Eine Lehrerin, die ihr frische Kleidung gibt, verändert ihr Selbstbild nachhaltig: „Dieser kleine praktische Akt der Selbstfürsorge ließ mich begreifen, dass ich die Fürsorge wert bin.“ (S.27). Momente wie diese machen klar, wie viel Macht Fürsorge im Alltag haben kann und wie entscheidend einzelne Menschen für das Leben anderer sind (im Positiven wie im Negativen). Der Schreibstil ist direkt, schonungslos und gleichzeitig aber auch voller Wärme. Mich hat besonders beeindruckt, wie reflektiert O’Sullivan über ihre Eltern schreibt: wütend, aber auch voller Liebe und auch ein Stück weit Verständnis da sie ja selbst Opfer der Verhältnisse waren. Dieser Zwiespalt zieht sich durch das Buch und macht es besonders authentisch. O’Sullivan verschweigt nicht, wie schwer der Weg war: Teenagerschwangerschaft, Alkohol- und Drogenerfahrungen, die Suche nach Anerkennung in toxischen Beziehungen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass hinter jeder sogenannten „Erfolgsstory“ nicht nur Mut und Fleiß, sondern vor allem auch Glück und ein Unterstützer:innen-Netzwerk stehen: „Mut und Entschlossenheit reichen nie aus. Bei mir jedenfalls nicht.“ (S.193). Diese Ehrlichkeit hebt das Buch von vielen Aufstiegserzählungen ab. Fazit „Working Class Girl“ ist ein schmerzhaftes, ehrliches und zugleich auch hoffnungsvolles Buch. Weil es zeigt, wie kleine Fürsorgeakte ein entscheidender Unterschied im Leben von armutsbetroffenen Menschen machen können. Herzlichen Dank an den kjona Verlag & NetGalley für das Rezensionsexemplar.
Absolute Leseempfehlung! Ein autobiografischer Roman, erschütternd, aufrüttelnd und unvergesslich.
Triggerwarnung: absolute Armut, Vernachlässigung, Alkohol-,Nikotin- und Drogenmissbrauch, Suchterkrankung, Sexueller Missbrauch, häusliche Gewalt, Mobbing, ungewollte Schwangerschaft und Abtreibung, Klassismus, Sexismus, u.v.m. Katriona O‘Sullivan erzählt über das Leben in absoluter, existenzieller Armut. Über ihr eigenes Leben, über das Leben eines kleinen Mädchens drogenabhängiger, suchtkranker Eltern, über Hunger, Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch. Sie erzählt von der ambivalenten Beziehung zu ihren Eltern, die ihre Sucht mehr lieben als ihre vier Kinder und die gleichzeitig für ebendiese die ganze Welt bedeuten. Denn trotz allem Schrecklichen wird in dieser Familie geliebt, gelacht, gelesen, getanzt und aufeinander aufgepasst. Jedenfalls meistens… Ich habe die Sätze und Kapitel gelesen und verschlungen , denn Katriona O‘Sullivan schreibt gut. Richtig gut. Dennoch musste ich viele Stellen zweimal lesen, weil ich nicht glauben konnte, was ich dort lese. Das kann doch nicht, das darf doch nicht wahr sein! Mein eigene behütete Kindheit steht im krassen Widerspruch zu jeglichen Erfahrungen, die Katriona O‘Sullivan durchleben und durchleiden musste. Ich werde und will dieses Buch niemals wieder vergessen. Nicht nur aufgrund der Tragik, sondern vor allem wegen der Kraft, dem Trotz, dem Willen diesen Verhältnissen zu entkommen . Wegen der Menschen, die Katriona O’Sullivan dabei geholfen und ihr Wert und Hoffnung gegeben haben. Wegen der erstaunlichen Liebe und Vergebung zu der sie fähig war und ihrem Humor, den sie sich bewahren konnte. Aber vor allem wegen der erschütternden Ehrlichkeit. In einer Zeit, in der die Schere zwischen Überreichen und Armen immer größer wird, wo letzteren das Leben immer schwerer gemacht und dringend benötigte Unterstützungen gekürzt oder gestrichen werden, ist dieses Buch umso wichtiger. Denn es gibt Armut ein menschliches Gesicht, eine eindringliche Sprache und eine eigene Geschichte. Es zeigt, wie wenig schon helfen und einen Unterschied machen kann. Deshalb empfehle ich dieses Buch ganz besonders denen, die wie ich selbst keine Ahnung davon haben was es bedeutet arm zu sein.































