Das Gedächtnis der Tiere
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Description
Book Information
Author Description
Claire Fuller, 1967 geboren, lebt im englischen Winchester. Ihre Romane, in denen sie stets Außenseiter:innen unserer Gesellschaft eine Stimme verleiht, werden in viele Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien ihr Roman »Jeanie und Julius«, der mit dem Women’s Prize for Fiction ausgezeichnet wurde.
Posts
Dystopien ziehen mich magisch an. Ich liebe besonders daran, die Entwicklung von Menschen in menschenfeindlichen Szenarien zu beobachten. Und auch Claire Fuller ist es gelungen, in diesem Setting mit Neffy eine besondere Protagonistin zu kreieren, die mir mit ihrem ständigen Wunsch, das richtige zu tun und ihrer ausgeprägten Liebe zu Oktopoden, schnell ans Herz gewachsen ist. Das Setting einer durch eine Pandemie aussterbenden Menschheit ist nicht neu, auch wenn Claire Fuller das Buch bereits vor der Corona-Pandemie begonnen hat zu schreiben. Durch ihre geschickte Gegenüberstellung von Erinnerungen und der aktuellen Gefahrenlage entsteht ein starker Sog. Der auch mit einem Twist belohnt wird. Für mich hätte das Ende gerne etwas ausführlicher sein dürfen. Empfehlung für Liebhaber von dystopischen Erzählungen mit Figurenfokus.

Was für ein Buch! Ein Highlight! Eine Liebeserklärung an Oktopoden 🐙💓 "Kann man sich mit zwölf eigentlich ernsthaft verlieben? In einen Oktopus?" Neffy passiert genau das. Sie entdeckt beim Schnorcheln im Ionischen Meer von Griechenland einen Oktopus und wird für immer eine besondere Faszination und Liebe zu diesen Tieren haben. Als Meeresbiologin und Mitarbeiterin in einem großen Aquarium kann sie es irgendwann nicht mehr ertragen und bringt ihren Schützling zurück ins Meer. Das Institut verklagt sie und verlangt viel Geld als Schadensersatz. Als eine Pandemie die Welt in Angst und Schrecken versetzt, und sie die Möglichkeit erhält an einer Studie für ein Gegenmittel teilzunehmen, nimmt sie an. Sie braucht das Geld. Der Roman beginnt mit einem tagebuchartigen, liebevollen Brief an H. und jedes Kapitel endet auch mit einem solchen. Lange ist unklar wer das ist. In diesen Briefen geht es um Oktopoden und ihr faszinierendes Verhalten, aber auch darum was Menschen ihnen antun um sie dann essen zu können. Ich werde das nie wieder können. Zusammen mit anderen jungen Menschen wird sie in einem Einzelzimmer einer Klinik untergebracht, mit dem Virus infiziert und erhält dann das Gegenmittel. Als Neffy wieder einigermaßen zu sich kommt ist sie mit ein paar Teilnehmenden des Experiments allein, alle Klinikmitarbeiter sind weg. Was folgt ist eine beklemmende Dystopie. Gefesselt verfolge ich dem Geschehen was natürlich gedanklich auch die Corona-Krise aufleben lässt. Leon, ebenfalls ein Proband hat ein eigentümliches Gerät dabei, den Revisitor. Hiermit können geeignete Menschen in ihre Erinnerungen zurückkehren. Neffy gelingt dies und wir begleiten sie dabei. "Es st ein befremdliches Gefühl, sich an eine Erinnerung zu erinnern, wie Rückwärtsfallen ohne Halt." Da ich nicht weiter spoilern möchte, werde ich auf diese Erinnerungen nicht weiter eingehen. Fakt ist, es ist ein unheimlich gut zu lesendes und so vielschichtiges Buch, welches ich jedem nur empfehlen kann. Der Autorin gelingt, es einen ganz dicht in die Stimmung der Gruppe eindringen zu lassen und der Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Zum Schluss hin erinnert er mich sogar ein klein wenig an Marlen Haushofers "Die Wand".
"Ich hatte bereits ein Drittel meines Romans geschrieben, als mich die Realität einholte..."
Wir begleiten in dieser Dystopie Neffy die Meeresbiologin durch eine Pandemie und einen großen Knall in der Menschheitsgeschichte. Das umsichgreifende Virus lässt einen verwirrt zurück, man dehydriert. Fünf junge Menschen, die an einer klinischen Studie für einen Impfstoff teilnehmen wollen. Nur Neffy bekommt ihn und wir begleiten die Gruppe 13 Tage lang durch ihr Endzeitfeeling. Nach und nach entschlüsseln wir was in der Zeit von Neffys Erkrankung passiert ist und begreifen das Ausmaß des Ganzen. Ein Studienteilnehmer führt eine Apparatur (den Revisitor) mit sich welche es den Nutzer:innen ermöglicht zu Erinnerungen zurück zu kehren. Neffy nutzt ihn mehrfach täglich. Dies scheint (zumindest eine Weile) das Hauptthema zu sein: Erinnerungen und der Schmerz darüber sie nicht ändern zu können, gleichzeitig erst durch den Abstand zu begreifen warum man in diesen Momenten so entschieden und reagiert hat und dann im Moment des Erwachens der Schmerz weil man wieder in der Realität ist. Ich selbst hätte ein erhöhtes Suchtpotential bei der Nutzung des Revisitors. Mein eigenes Gedächtnis hat schon genug Suchtpotential 😅 Ich liebe solche Dystopien und die Sprache der Autorin ist einfach wunderbar. Viele Fakten über Oktopoden. Jaaaaaaaa ich weiß 😉 ich vergebe zu oft 5 Sterne, aber dieses Buch hier hat es verdient.

"Tiere in Gefangenschaft versus Menschen in Gefangenschaft" (Seite 255)
Kennt ihr das: Ihr lest ein Buch, kommt aber einfach nicht rein und schweift ständig ab. Ihr zieht durch und am Ende versteht ihr gar nicht, warum der Anfang so schwer war. So ging es mir mit diesem Buch. Ich wollte es unbedingt lesen, weil mich der dystopische Inhalt sehr gereizt hat. Eine Pandemie, die alle dahinrafft. Da klingelt was. Die Autorin wurde tatsächlich beim Schreiben von der Wirklichkeit überholt. Einige Parallelen lassen sich in Buch erkennen, aber die Geschichte ist soviel mehr. Da ist die Frage, wie geht es weiter? Hinauswagen oder ausharren? Claire Fuller verknüpft das Endzeit-Szenario mit Erinnerungen. Mittels eines genialen Apparates, den Revisitor, kann Neffy, die Protagonistin ihre Vergangenheit anrufen und sich in ihre Erinnerungen fallen lassen. So sehr, dass dieser Revisitor bald einer Droge gleichzusetzen ist. In der Gegenwart schreibt Neffy Briefe an einen Oktopus, an ihren Oktopus. Auch hier entblättert sich nach und nach eine Geschichte, die uns die Protagonistin näher bringt und uns mehr von ihrem Wesen erkennen lässt. So finden wir in diesem Buch drei Handlungsstränge, die ineinander verwoben werden, sich dabei immer nah sind und mich teilweise sehr gerührt haben. Hoffen und Bangen vermischen sich und ich war gespannt, was mich am Ende erwarten wird. Ein wenig muss ich Spoilern, doch selten hat mir ein offenes Ende so gut gefallen.
Anti-Konformistisches Potenzial
Heute kam Post vom Kjona Verlag. Noch vor Veröffentlichung erreicht mich hier das vierte Buch aus dem „Lesen ist Liebe“ Abo. Natürlich wieder hübsch als Geschenk verpackt und mit einem Anschreiben von Flo und Lars. Freue mich schon sehr auf die Lektüre. Im Buch „Das Gedächtnis der Tiere“ erfahren wir mehr über die Meeresbiologin Neffy und ihre Beziehung zu einem Oktopus, den sie aus der Gefangenschaft befreit.

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Claire Fuller, 1967 geboren, lebt im englischen Winchester. Ihre Romane, in denen sie stets Außenseiter:innen unserer Gesellschaft eine Stimme verleiht, werden in viele Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien ihr Roman »Jeanie und Julius«, der mit dem Women’s Prize for Fiction ausgezeichnet wurde.
Posts
Dystopien ziehen mich magisch an. Ich liebe besonders daran, die Entwicklung von Menschen in menschenfeindlichen Szenarien zu beobachten. Und auch Claire Fuller ist es gelungen, in diesem Setting mit Neffy eine besondere Protagonistin zu kreieren, die mir mit ihrem ständigen Wunsch, das richtige zu tun und ihrer ausgeprägten Liebe zu Oktopoden, schnell ans Herz gewachsen ist. Das Setting einer durch eine Pandemie aussterbenden Menschheit ist nicht neu, auch wenn Claire Fuller das Buch bereits vor der Corona-Pandemie begonnen hat zu schreiben. Durch ihre geschickte Gegenüberstellung von Erinnerungen und der aktuellen Gefahrenlage entsteht ein starker Sog. Der auch mit einem Twist belohnt wird. Für mich hätte das Ende gerne etwas ausführlicher sein dürfen. Empfehlung für Liebhaber von dystopischen Erzählungen mit Figurenfokus.

Was für ein Buch! Ein Highlight! Eine Liebeserklärung an Oktopoden 🐙💓 "Kann man sich mit zwölf eigentlich ernsthaft verlieben? In einen Oktopus?" Neffy passiert genau das. Sie entdeckt beim Schnorcheln im Ionischen Meer von Griechenland einen Oktopus und wird für immer eine besondere Faszination und Liebe zu diesen Tieren haben. Als Meeresbiologin und Mitarbeiterin in einem großen Aquarium kann sie es irgendwann nicht mehr ertragen und bringt ihren Schützling zurück ins Meer. Das Institut verklagt sie und verlangt viel Geld als Schadensersatz. Als eine Pandemie die Welt in Angst und Schrecken versetzt, und sie die Möglichkeit erhält an einer Studie für ein Gegenmittel teilzunehmen, nimmt sie an. Sie braucht das Geld. Der Roman beginnt mit einem tagebuchartigen, liebevollen Brief an H. und jedes Kapitel endet auch mit einem solchen. Lange ist unklar wer das ist. In diesen Briefen geht es um Oktopoden und ihr faszinierendes Verhalten, aber auch darum was Menschen ihnen antun um sie dann essen zu können. Ich werde das nie wieder können. Zusammen mit anderen jungen Menschen wird sie in einem Einzelzimmer einer Klinik untergebracht, mit dem Virus infiziert und erhält dann das Gegenmittel. Als Neffy wieder einigermaßen zu sich kommt ist sie mit ein paar Teilnehmenden des Experiments allein, alle Klinikmitarbeiter sind weg. Was folgt ist eine beklemmende Dystopie. Gefesselt verfolge ich dem Geschehen was natürlich gedanklich auch die Corona-Krise aufleben lässt. Leon, ebenfalls ein Proband hat ein eigentümliches Gerät dabei, den Revisitor. Hiermit können geeignete Menschen in ihre Erinnerungen zurückkehren. Neffy gelingt dies und wir begleiten sie dabei. "Es st ein befremdliches Gefühl, sich an eine Erinnerung zu erinnern, wie Rückwärtsfallen ohne Halt." Da ich nicht weiter spoilern möchte, werde ich auf diese Erinnerungen nicht weiter eingehen. Fakt ist, es ist ein unheimlich gut zu lesendes und so vielschichtiges Buch, welches ich jedem nur empfehlen kann. Der Autorin gelingt, es einen ganz dicht in die Stimmung der Gruppe eindringen zu lassen und der Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Zum Schluss hin erinnert er mich sogar ein klein wenig an Marlen Haushofers "Die Wand".
"Ich hatte bereits ein Drittel meines Romans geschrieben, als mich die Realität einholte..."
Wir begleiten in dieser Dystopie Neffy die Meeresbiologin durch eine Pandemie und einen großen Knall in der Menschheitsgeschichte. Das umsichgreifende Virus lässt einen verwirrt zurück, man dehydriert. Fünf junge Menschen, die an einer klinischen Studie für einen Impfstoff teilnehmen wollen. Nur Neffy bekommt ihn und wir begleiten die Gruppe 13 Tage lang durch ihr Endzeitfeeling. Nach und nach entschlüsseln wir was in der Zeit von Neffys Erkrankung passiert ist und begreifen das Ausmaß des Ganzen. Ein Studienteilnehmer führt eine Apparatur (den Revisitor) mit sich welche es den Nutzer:innen ermöglicht zu Erinnerungen zurück zu kehren. Neffy nutzt ihn mehrfach täglich. Dies scheint (zumindest eine Weile) das Hauptthema zu sein: Erinnerungen und der Schmerz darüber sie nicht ändern zu können, gleichzeitig erst durch den Abstand zu begreifen warum man in diesen Momenten so entschieden und reagiert hat und dann im Moment des Erwachens der Schmerz weil man wieder in der Realität ist. Ich selbst hätte ein erhöhtes Suchtpotential bei der Nutzung des Revisitors. Mein eigenes Gedächtnis hat schon genug Suchtpotential 😅 Ich liebe solche Dystopien und die Sprache der Autorin ist einfach wunderbar. Viele Fakten über Oktopoden. Jaaaaaaaa ich weiß 😉 ich vergebe zu oft 5 Sterne, aber dieses Buch hier hat es verdient.

"Tiere in Gefangenschaft versus Menschen in Gefangenschaft" (Seite 255)
Kennt ihr das: Ihr lest ein Buch, kommt aber einfach nicht rein und schweift ständig ab. Ihr zieht durch und am Ende versteht ihr gar nicht, warum der Anfang so schwer war. So ging es mir mit diesem Buch. Ich wollte es unbedingt lesen, weil mich der dystopische Inhalt sehr gereizt hat. Eine Pandemie, die alle dahinrafft. Da klingelt was. Die Autorin wurde tatsächlich beim Schreiben von der Wirklichkeit überholt. Einige Parallelen lassen sich in Buch erkennen, aber die Geschichte ist soviel mehr. Da ist die Frage, wie geht es weiter? Hinauswagen oder ausharren? Claire Fuller verknüpft das Endzeit-Szenario mit Erinnerungen. Mittels eines genialen Apparates, den Revisitor, kann Neffy, die Protagonistin ihre Vergangenheit anrufen und sich in ihre Erinnerungen fallen lassen. So sehr, dass dieser Revisitor bald einer Droge gleichzusetzen ist. In der Gegenwart schreibt Neffy Briefe an einen Oktopus, an ihren Oktopus. Auch hier entblättert sich nach und nach eine Geschichte, die uns die Protagonistin näher bringt und uns mehr von ihrem Wesen erkennen lässt. So finden wir in diesem Buch drei Handlungsstränge, die ineinander verwoben werden, sich dabei immer nah sind und mich teilweise sehr gerührt haben. Hoffen und Bangen vermischen sich und ich war gespannt, was mich am Ende erwarten wird. Ein wenig muss ich Spoilern, doch selten hat mir ein offenes Ende so gut gefallen.
Anti-Konformistisches Potenzial
Heute kam Post vom Kjona Verlag. Noch vor Veröffentlichung erreicht mich hier das vierte Buch aus dem „Lesen ist Liebe“ Abo. Natürlich wieder hübsch als Geschenk verpackt und mit einem Anschreiben von Flo und Lars. Freue mich schon sehr auf die Lektüre. Im Buch „Das Gedächtnis der Tiere“ erfahren wir mehr über die Meeresbiologin Neffy und ihre Beziehung zu einem Oktopus, den sie aus der Gefangenschaft befreit.











