
8 Followers
June Haywards Neid
„Sind erfolgreiche Bücher nur so erfolgreich, weil irgendwann alle ohne ersichtlichen Grund beschlossen haben, sie zum Titel der Stunde zu küren?“ (S. 97) 24 mit ausgeschriebenen Zahlen betitelte Kapitel formen diesen Roman über die Protagonistin June Hayward. In Ich-Form erzählt June vom Tod ihrer Freundin, der Autorin Athena Liu, und ihrem anschließenden Diebstahl des Manuskripts von Athenas nächstem Roman. Sie bringt dieses als historischen Roman „Die letzte Front“, eine Aufarbeitung der Geschichte chinesischer Arbeiter in Europa während des Ersten Weltkriegs, unter dem Namen Juniper Song heraus. Rebecca F. Kuang lässt Juniper über den Literaturbetrieb sowie Lob und Hetze im Netz erzählen. Der Plot ist recht spannend und reißt viele Themen an: kulturelle Aneignung, Rassismus, Sensitivity Reading, Cyber-Mobbing, Hate Speech etc. und befriedigt den eigenen Voyeurismus. Die Erzählerin ist unzuverlässig, gibt tiefe Einblicke in ihre Psyche preis und lässt einen in manchen Szenen „fremdschämen“. Zunächst scheint Neid das Hauptmotiv ihres Handelns zu sein. Nach und nach werden andere, tieferliegende Motive zunächst angeteasert, später ausgeführt. Das hält die Spannung aufrecht und lässt auch ein gewisses Mitgefühl mit ihr aufkommen. Der Blick auf die Literatur- und Verlagsszene ist zunächst interessant und informativ (ob er realistisch ist, kann ich nicht beurteilen), wird aber zu sehr ausgedehnt, wiederholt sich und bedient Klischees. Die Sprache ist modern, einfach, ich empfand sie als hastig. Die Themenvielfalt ist enorm und die einzelnen Themen verlieren dadurch an Tiefe. Der Showdown war mir zu „fantasyhaft“, das Ende fast zu glatt und harmonisch.

5 hours ago
June Haywards Neid
„Sind erfolgreiche Bücher nur so erfolgreich, weil irgendwann alle ohne ersichtlichen Grund beschlossen haben, sie zum Titel der Stunde zu küren?“ (S. 97) 24 mit ausgeschriebenen Zahlen betitelte Kapitel formen diesen Roman über die Protagonistin June Hayward. In Ich-Form erzählt June vom Tod ihrer Freundin, der Autorin Athena Liu, und ihrem anschließenden Diebstahl des Manuskripts von Athenas nächstem Roman. Sie bringt dieses als historischen Roman „Die letzte Front“, eine Aufarbeitung der Geschichte chinesischer Arbeiter in Europa während des Ersten Weltkriegs, unter dem Namen Juniper Song heraus. Rebecca F. Kuang lässt Juniper über den Literaturbetrieb sowie Lob und Hetze im Netz erzählen. Der Plot ist recht spannend und reißt viele Themen an: kulturelle Aneignung, Rassismus, Sensitivity Reading, Cyber-Mobbing, Hate Speech etc. und befriedigt den eigenen Voyeurismus. Die Erzählerin ist unzuverlässig, gibt tiefe Einblicke in ihre Psyche preis und lässt einen in manchen Szenen „fremdschämen“. Zunächst scheint Neid das Hauptmotiv ihres Handelns zu sein. Nach und nach werden andere, tieferliegende Motive zunächst angeteasert, später ausgeführt. Das hält die Spannung aufrecht und lässt auch ein gewisses Mitgefühl mit ihr aufkommen. Der Blick auf die Literatur- und Verlagsszene ist zunächst interessant und informativ (ob er realistisch ist, kann ich nicht beurteilen), wird aber zu sehr ausgedehnt, wiederholt sich und bedient Klischees. Die Sprache ist modern, einfach, ich empfand sie als hastig. Die Themenvielfalt ist enorm und die einzelnen Themen verlieren dadurch an Tiefe. Der Showdown war mir zu „fantasyhaft“, das Ende fast zu glatt und harmonisch.
5 hours ago







