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Was man von hier aus sehen kann

4.2(3.9K)
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About the book

Irgendwo im Westerwald - Mariana Lekys weiser und warmherziger Bestsellerroman über ein Dorf in der Provinz und seine skurrilen Bewohner Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. ›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …

Editions (9)

ISBN9783832198398
PublisherDuMont Buchverlag
Publication Date07/18/17
Pages320

Characteristics

24 reviews

LikableHeartwarmingCredibleThoughtfulMultifacetedVivid

Reviews & Ratings

3.9K ratings

584 reviews

4.2

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  • weinphilosoph
    weinphilosoph

    577 Followers

    3.5

    Durch die Schenkung meiner Schwester zum Geburtstag war dieses Buch nunmehr eine Art Zufallsfund als der selbstbestimmte Kauf. Der Tod unserer Großmutter kurz vor entsprechendem Geburtstag gibt der Geschichte eine noch größere Bedeutung als zuvor geahnt. Die Zeitsprünge, in denen Mariana Leky dieses Buch verfasst hat, sind bemerkenswert. In einigen Momenten der Geschichte bekommt man das Gefühl, die Zeit würde stehen bleiben. Während in anderen Momenten das gefühlt ganze Leben in einem Kapitel an einem vorbeizieht. In den Abschnitten, in denen die Zeit nicht vergeht, erfährt man jedoch so viel über die einzelnen Figuren dieses Romans, dass man sich ihnen und den Verbindungen untereinander fast unheimlich nah fühlt. Dieses Dorf, in dem nicht nur die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, sondern auch alle untereinander eine große Gemeinschaft des Vertrauens pflegen, ist ein herzerwärmendes Konstrukt. Die Bewohner:innen des Dorfes, in dem dieser Roman spielt, sind so voller Herzensgüte, dass man mit jedem Menschen, den sich der Tod mit der Zeit holt, mitfühlt. Die grundsätzliche Beschreibung von Gefühlen, Zeit und dem Tod ist Mariana Leky auf eine unvergleichliche Art und Weise gelungen. Jedoch fremdelte ich an einigen Stellen des Buches mit dem Vorgreifen in der Geschichte, in dem ein Ereignis angeteasert wurde und die Erzählung zurücksprang um die teilweise jahrelange Entwicklung, bis hin zu dem Ereignis, aufzuarbeiten. In diesem Buch lernt man viel über Liebe egal welchen Alters, jahrelange familiäre Bande eines ganzen Dorfes und über das Ausbrechen aus gewohnten Strukturen. Dies ist alles mit so feinen Worten und Metaphern beschrieben, dass man lange nichts vergleichbar schönes Lesen wird. Weswegen das Buch trotzdem unterschiedliche Gefühle hervorruft, ist, dass die Passagen, in denen im Dorf Trauer verarbeitet wird oder gar schlichtweg nichts passiert, auch sehr zäh sind und die fehlende Entwicklung der Zeit in diesem Dorf vorbeugen geführt wird. Das ist für den Lesefluss in einigen Momenten doch hinderlich. Nichtsdestotrotz sprechen wir hier von einem sanften, einfühlsamen Buch, welches man bedenkenlos weiterempfehlen kann. Es kann Menschen in der Leserschaft in schweren Zeiten mit Sicherheit Trost schenken.

    Nov 19, 2025

  • domiilu
    domiilu

    2 Followers

    5.0

    Dominik mochte dieses Buch sehr, was nicht überraschend war, da es von seinem Bruder empfohlen wurde, der ausnahmslos meistens gute Bücher empfahl. Es war eines dieser Bücher, die so schön waren, dass man manchmal ganz doll ungewollt schluchzen musste. Das konnte auch daran liegen, dass in dem Buch viel geliebt wurde. Und viel gestorben. Nur Alaska stirbt nicht. Was gut war, denn Alaska ist ein Hund. Außerdem ging es in dem Buch um ein Okapi, und Dominik fand, dass jeder Mensch von der Existenz des Okapis wissen sollte. Nur träumen sollte man davon nicht unbedingt.

    Jan 9, 2025

  • amygdalalimbus66
    amygdalalimbus66

    1.1K Followers

    5.0

    "Es sind nicht mehr alle da. Aber die ganze Welt gibt es noch. Die ganze Welt minus eins."

    Kennt ihr diese Bücher, die womöglich ausschließlich für euch ganz alleine geschrieben worden zu sein scheinen? Die euch irgendwie vollständiger machen und die ihr mit euch tragt? Die ihr mit einer gewissen Zärtlichkeit betrachtet, weil sie ein Teil von euch geworden sind? So geht es mir mit -Was man von hier aus sehen kann-. Dieser Gedanke fühlt sich bei diesem Buch natürlich beinahe absurd an, schließlich avancierte es binnen kürzester Zeit zum absoluten Lese-Liebling vieler und war plötzlich in aller Munde. Aber genau die oben beschriebenen Gefühle hat mir dieses Buchstabenwunder beschert. Als wäre ich tatsächlich gemeint. Ich möchte etwas sehr persönliches formulieren. Sollte man mich wirklich kennen wollen, so wäre dieses Buch eine Pflichtlektüre im Studium meiner Person. Ich las es bereits vor einigen Jahren und seit dem immer wieder. Ich wusste nicht recht, was ich darüber schreiben soll, weil es für mich eben so viel mehr ist, als ein weiteres Buch, eine weitere Lesereise. Die gesamte Handlung ist voller Zuneigung, Wärme, Vergebung, Zusammenhalt, beinahe unaushaltbaren Schicksalsschlägen, Aberglaube, gelebter und ungelebter Liebe und Freundschaft. Für mich schlicht ein Meisterwerk. Jede der Figuren, im Zusammenspiel, eine Hauptrolle. Auch wenn sicherlich nicht jede so gedacht ist. Alle zusammen aber ergeben ein großes Ganzes. Jede rückt wie selbstverständlich, an den ihr angedachten Platz, ist rund und absolut notwendig. Luise und Selma sind aufgenommen in den Kreis meiner Romanheldinnen. Sie befinden sich zwischen Pippi & Ronja (die Beiden benötigen keinen weiteren Hinweis), Renée & Paloma (Die Eleganz des Igels), Rosa & Liesel (Die Bücherdiebin), Oma & Elsa (Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr Leid), Paulina (Die geheime Sehnsucht der Bücher) und Mary Rose (Lichter über dem Meer) in wirklich allerbester Gesellschaft. Ich bewundere den Schreibstil von Mariana Leky. Er ist pur und ehrlich, an manchen Stellen so wundervoll detailreich, wohlig warm und überaus intelligent. Teils zunächst belanglos erwähntes, tarnt sich als nichtig, nur um an anderer Stelle mit aller Wucht und klarer Präsenz wieder aufzutauchen. Dieser Roman, samt seiner vielfältigen Dorfbewohner ist ein klares Lese-Lebenshighlight. Auch das, von Sandra Hüller eingelesene, Hörbuch ist definitiv zu empfehlen. Die zärtlich beschriebenen Lebensmomente trage ich tatsächlich bei mir... Bauer Häubel, der den Tod so gerne willkommen heißen möchte, die Jahrzehnte währende Liebe des Optikers zu Selma und unzählige mehr. Luise, Selma, Fredrik, Marlies, Elsbeth, Optiker, Martin, Heinrich, Werner, Astrid, Alaska... ihr werdet mich alle ewiglich begleiten. ♡♡♡ "Wenn das, was man lange angeschaut hat, etwas Bedeutsames war, etwas, sagte Selma, das das ganze großflächige Leben in einer einzigen Bewegung umdreht, dann taucht dieses Nachbild immer wieder auf. Auch Jahrzehnte später ist es plötzlich wieder da, ganz egal, was man eigentlich gerade angesehen hat, bevor man die Augen schloss." "Selma war noch größer als die meisten anderen Erwachsenen, und sie war damals um die sechzig, aus meiner Perspektive also turmhoch und steinalt. Sie schien mir so hoch, dass ich glaubte, man könne von ihrem Kopf aus bis weit über das nächste Dorf hinaussehen, und so steinalt, dass ich glaubte, sie habe die Welt mit erfunden." "Die Leute im Dorf beargwöhnten ihr Herz, das so viel Aufmerksamkeit nicht gewohnt war, und deshalb verstörend schnell klopfte. Sie erinnerten sich, dass es bei einem aufziehenden Herzinfarkt in einem Arm kribbelt, sie erinnerten sich aber nicht, in welchem, deshalb kribbelte es den Leuten im Dorf in beiden Armen." "Einige Leute im Dorf fanden, dass es jetzt unbedingt an der Zeit sei, mit einer verschwiegenen Wahrheit herauszurücken. Sie schrieben Briefe, ungewohnt wortreiche, in denen von >>immer<< und >>niemals<< die Rede war." ♡♡♡

    "Es sind nicht mehr alle da. Aber die ganze Welt gibt es noch. Die ganze Welt minus eins."

    Mar 3, 2026

3 of 584 reviews

SocialReads

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milena.siena
milena.sienaApr 22, 2025

Es ist so sanft, wie Bauer Häubel sich den Tod vorstellt. Eine großartige Beschreibung.

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Author

About Mariana Leky

MARIANA LEKY studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Sie lebt in Berlin und Köln. Bei DuMont erschienen der Erzählband ›Liebesperlen‹ (2001), die Romane ›Erste Hilfe‹ (2004), ›Die Herrenausstatterin‹ (2010) sowie ›Bis der Arzt kommt‹ (2013). Ihr SPIEGEL-Bestsellerroman ›Was man von hier aus sehen kann‹ (2017) wurde in über zwanzig Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt, 2022 erschien ›Kummer aller Art‹ und wurde ebenfalls zum SPIEGEL-Bestseller.

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