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Die Freiheit wohnt, wo die Bienen summen
Als sich Sally und Liss in einem Weinberg begegnen, prallen Welten aufeinander. Sally ist eine wütende junge Ausreißerin aus der Stadt, Liss seit Jahrzehnten Landwirtin in einem winzigen Dörfchen. Zunächst geraten die beiden aneinander, doch mit der Zeit entsteht eine wunderbare, stille Freundschaft und die beiden finden ineinander genau die Person, die sie gebraucht haben. Wenn der Spätsommer den Herbst begrüßt, die Sonne den Wind noch etwas wärmt und die Felder gelb werden, dann ist es Zeit, diesen Roman zu lesen. Ewald Arenz entführt den Leser in ein namenloses Dörfchen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, zeigt Entschleunigung und starre Traditionen gleichermaßen. Mit ruhigem Erzählstil und Tempo nimmt er den Leser mit auf Kartoffeläcker und durch Weinberge, in alte Wälder und über schlecht geflickte Landstraßen und entdeckt dabei die Schönheit der Stille und das Wunder eines Augenblicks. An manchen Stellen wirken die Charaktere überspitzt, gerade Sally ist manchmal die Karikatur eines wütenden Teenagers, während Liss beinahe eiskalt und unberührbar wirkt. Dann vertauschen die beiden ihre Rollen und beginnen, voneinander zu lernen und gemeinsam zu wachsen, auch wenn ihr Verhalten nicht immer ganz verständlich blieb und ich gern mehr über Sallys Vergangenheit erfahren hätte. Alte Sorten ist flüssig und leicht zu lesen, schafft es aber trotzdem, tiefgründige Fragen anzusprechen und eine wunderbare Atmosphäre zu erschaffen, sodass man die Birnen beim Lesen praktisch schmecken kann und den kühlen Herbstwind im Haar fühlt. Der Roman vereint zwei komplett verschiedene Lebensbilder und Lebensrealitäten miteinander und zwischen Liss und Sally entsteht eine leise Harmonie von gegenseitiger Akzeptanz, die uns daran erinnert, dass die kleinen Momente im Leben die bedeutungsvollsten sind und dass Stille manchmal wertvoller ist als tausend Worte.

Aug 1, 2025
Die Freiheit wohnt, wo die Bienen summen
Als sich Sally und Liss in einem Weinberg begegnen, prallen Welten aufeinander. Sally ist eine wütende junge Ausreißerin aus der Stadt, Liss seit Jahrzehnten Landwirtin in einem winzigen Dörfchen. Zunächst geraten die beiden aneinander, doch mit der Zeit entsteht eine wunderbare, stille Freundschaft und die beiden finden ineinander genau die Person, die sie gebraucht haben. Wenn der Spätsommer den Herbst begrüßt, die Sonne den Wind noch etwas wärmt und die Felder gelb werden, dann ist es Zeit, diesen Roman zu lesen. Ewald Arenz entführt den Leser in ein namenloses Dörfchen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, zeigt Entschleunigung und starre Traditionen gleichermaßen. Mit ruhigem Erzählstil und Tempo nimmt er den Leser mit auf Kartoffeläcker und durch Weinberge, in alte Wälder und über schlecht geflickte Landstraßen und entdeckt dabei die Schönheit der Stille und das Wunder eines Augenblicks. An manchen Stellen wirken die Charaktere überspitzt, gerade Sally ist manchmal die Karikatur eines wütenden Teenagers, während Liss beinahe eiskalt und unberührbar wirkt. Dann vertauschen die beiden ihre Rollen und beginnen, voneinander zu lernen und gemeinsam zu wachsen, auch wenn ihr Verhalten nicht immer ganz verständlich blieb und ich gern mehr über Sallys Vergangenheit erfahren hätte. Alte Sorten ist flüssig und leicht zu lesen, schafft es aber trotzdem, tiefgründige Fragen anzusprechen und eine wunderbare Atmosphäre zu erschaffen, sodass man die Birnen beim Lesen praktisch schmecken kann und den kühlen Herbstwind im Haar fühlt. Der Roman vereint zwei komplett verschiedene Lebensbilder und Lebensrealitäten miteinander und zwischen Liss und Sally entsteht eine leise Harmonie von gegenseitiger Akzeptanz, die uns daran erinnert, dass die kleinen Momente im Leben die bedeutungsvollsten sind und dass Stille manchmal wertvoller ist als tausend Worte.
Aug 1, 2025








