Alte Sorten
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Book Information
Author Description
EWALD ARENZ, 1965 in Nürnberg geboren, hat englische und amerikanische Literatur und Geschichte studiert. Er arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium in Nürnberg. Seine Romane und Theaterstücke sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Mit ›Alte Sorten‹ (DuMont 2019) stand er auf der Liste »Lieblingsbuch der Unabhängigen« 2019 und ›Der große Sommer‹ (DuMont 2021) erhielt 2021 ebenjene Auszeichnung. Zuletzt erschienen ›Zwei Leben‹ (DuMont 2024) und ›Katzentage‹ (DuMont 2025).
Characteristics
17 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Wie ein Spätsommerabend
🐝🍐🚜 In Alte Sorten erzählt Ewald Arenz die Geschichte einer Freundschaft zweier Frauen, die sich nicht gesucht haben aber umso mehr brauchen. Mich hat vor allem die Sprache berührt. Arenz erzählt feinsinnig, poetisch, romantisierend und tief von einer wunderschönen Natur und vielen Gefühlen. Zwischen Birnenduft und Bienensummen hatte die Story die ein oder andere Schwachstelle für mich aber bleibt trotzdem ein Buch zum Wohlfühlen.
Die Freiheit wohnt, wo die Bienen summen
Als sich Sally und Liss in einem Weinberg begegnen, prallen Welten aufeinander. Sally ist eine wütende junge Ausreißerin aus der Stadt, Liss seit Jahrzehnten Landwirtin in einem winzigen Dörfchen. Zunächst geraten die beiden aneinander, doch mit der Zeit entsteht eine wunderbare, stille Freundschaft und die beiden finden ineinander genau die Person, die sie gebraucht haben. Wenn der Spätsommer den Herbst begrüßt, die Sonne den Wind noch etwas wärmt und die Felder gelb werden, dann ist es Zeit, diesen Roman zu lesen. Ewald Arenz entführt den Leser in ein namenloses Dörfchen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, zeigt Entschleunigung und starre Traditionen gleichermaßen. Mit ruhigem Erzählstil und Tempo nimmt er den Leser mit auf Kartoffeläcker und durch Weinberge, in alte Wälder und über schlecht geflickte Landstraßen und entdeckt dabei die Schönheit der Stille und das Wunder eines Augenblicks. An manchen Stellen wirken die Charaktere überspitzt, gerade Sally ist manchmal die Karikatur eines wütenden Teenagers, während Liss beinahe eiskalt und unberührbar wirkt. Dann vertauschen die beiden ihre Rollen und beginnen, voneinander zu lernen und gemeinsam zu wachsen, auch wenn ihr Verhalten nicht immer ganz verständlich blieb und ich gern mehr über Sallys Vergangenheit erfahren hätte. Alte Sorten ist flüssig und leicht zu lesen, schafft es aber trotzdem, tiefgründige Fragen anzusprechen und eine wunderbare Atmosphäre zu erschaffen, sodass man die Birnen beim Lesen praktisch schmecken kann und den kühlen Herbstwind im Haar fühlt. Der Roman vereint zwei komplett verschiedene Lebensbilder und Lebensrealitäten miteinander und zwischen Liss und Sally entsteht eine leise Harmonie von gegenseitiger Akzeptanz, die uns daran erinnert, dass die kleinen Momente im Leben die bedeutungsvollsten sind und dass Stille manchmal wertvoller ist als tausend Worte.

Einfühlsame und sensible Erzählung über eine Frauenfreundschaft und die Kraft der Natur
Einfühlsam, sensibel, und trotzdem lebensweise erzählt Ewald Arenz in seinem Buch „Alte Sorten“ mit sanfter, aber eindringlicher Sprache von der Macht der Natur, die den Menschen helfen kann, den Wert des Wesentlichen zu erkennen und sie wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Auf einem einsamen Bauernhof irgendwo im Fränkischen Land treffen zwei Frauen mit einer dunklen Vergangenheit aufeinander. Zwischen Lisa und Sally entwickelt sich eine zaghafte Freundschaft. Beide brauchen einander, um ihr Leben wieder in die richtige. Bahnen zu lenken. Arenz gelingt es in meinen Augen insbesondere das Leben auf dem Land und in der Natur mit einer sehr schönen und bilderreichen Sprache zu beschreiben. Die anfallenden Arbeiten wie z.B. die Weinernte werden einfühlsam und stimmig geschildert, ohne sie zu sehr zu romantisieren. Die beiden Protagonistinnen sind mir nicht unbedingt sympathisch geworden. Ich habe ihre Entwicklung aber trotzdem gerne verfolgt, obwohl mir die dunkle Vergangenheit insbesondere von Liss nicht immer glaubhaft und etwas übertrieben erschien. Auch der überbordende Einsatz der Symbolik (siehe z.B. Gebeinhaus, Schnapsdestillation, Wildunfall usw. ) fand ich an manchen Stellen etwas aufdringlich. Insgesamt trotzdem dank der tollen Naturbeschreibungen und der entschleunigenden Atmosphäre ein guter Roman. Empfehlenswert!
Wie ein tiefes Durchatmen
Bei Alte Sorten hab ich ein bisschen gebraucht, um reinzukommen, aber dann hat es mich auf eine ganz ruhige, intensive Art total gepackt. Es war, als würde man beim Lesen einmal tief durchatmen. Die beiden Protagonistinnen haben mich richtig berührt, ich fand sie super authentisch und stark auf ihre eigene Weise. Das Landleben, das in dem Buch beschrieben wird, war nicht nur Kulisse, sondern hat irgendwie den Raum geschaffen, damit die beiden zur Ruhe kommen, reflektieren und sich einander annähern konnten. Das hatte etwas ganz Besonderes. Still, aber total wirkungsvoll.
Brutal ehrlich
Das Buch hat eine sommerliche Atmosphäre, ist aber kein "Wohlfühl-Sommerbuch". Es ist brutal ehrlich, nichts wird beschönigt. Die Figuren sind voller Makel und psychologisch komplex. Es wirkt fast so, als wolle der Autor gar nicht erst versuchen, sie sympathisch zu machen – sie sind einfach, wie sie sind. Sally zum Beispiel: So viel Wut, so viel Trotz, so viel Hass auf die Welt. Manchmal wollte ich sie echt anschreien, so frech war sie. Aber genau das macht sie glaubwürdig. Ich arbeite mit Jugendlichen und finde, sie ist extrem authentisch gezeichnet. Liss ist eine "angenehme" Figur, aber keine "ich bin alt und weise" Persönlichkeit. Sie hat auch mit ihren Dämonen zu kämpfen. Allerdings hätre Sallys Vergangenheit gerne ausführlicher erzählt werden können, das hätte der Geschichte noch mehr Tiefe gegeben. Der Schreibstil ist sehr bildhaft, manchmal für meinen Geschmack fast zu bildhaft, sodass es etwas abschweift. Trotzdem schafft er es, eine besondere Atmosphäre zu erzeugen. Für mich ist Alte Sorten ein Buch, das man beim 2.mal Lesen noch mehr entdeckt.
So schön!
Wie nach Hause kommen, so hat sich das Buch angefühlt, für mich. Ich habe es so gerne gelesen, ich mochte Liss einfach so sehr! Sally war anfangs nicht immer nett, aber sie hat eine wunderbare Entwicklung durch gemacht, durch das Landleben mit Liss. Die Gerüche und den Geschmack der oft beschrieben wurde konnte man beim lesen fast mit erleben. Für mich ein Highlight, diese Buch!
"Wie gut es sich manchmal anfühlt, einfach am Leben zu sein. Nichts sonst. Einfach nur am Leben zu sein."
Zwei fremde Frauen treffen aufeinander: Sally, eine junge Abiturientin, die vor ihrem bisherigen Leben flieht, und Liss, eine zurückgezogen lebende Bäuerin mittleren Alters. Als Liss Sally ein Zimmer auf ihrem Hof anbietet, entsteht zwischen den beiden eine leise, ungewöhnliche Freundschaft. Die Geschichte ist unglaublich atmosphärisch und bildhaft erzählt. Man begleitet die beiden bei alltäglichen bäuerlichen Aufgaben – dabei hatte ich plötzlich selbst das Bedürfnis, Brot zu backen. Sally fragt sich im Buch: „Wann hatte sie vorher jemals die Hände in der Erde gehabt?“ – und genau dieser Gedanke blieb bei mir hängen. Es ist eine stille, tiefgehende Geschichte, die entschleunigt und herzerwärmend ist. Sie regt dazu an, über Freiheit und Selbstbestimmung nachzudenken. Die Freundschaft, die zwischen Sally und Liss wächst, ist zart und bewegend. Alte Sorten ist ein Geschichte, die nachwirkt.

Der Morgendunst begann, sich aufzulösen, und sie sah, es würde ein sonniger Tag werden, und nichts regte sich in ihr.
Dieses Buch lag einige Jahre bei mir im Regal und anfangs hatte ich gar keine Lust darauf es zu lesen und habe es eher als Zwischensnack gesehen. Jetzt bin ich so froh es gelesen zu haben. Die Geschichte war ehrlich, roh und tief. In den Schreibstil habe ich mich komplett verliebt. Ich war dabei, auf dem Hof, den Weinbergen, im Obstgarten, hab die Anni auf ihrem Rad gesehen, den Wald, das Reh und konnte die Protagonistinnen immer irgendwie verstehen, auch ohne viele Worte. Manchmal ist es die Stille, das Sein lassen und einfach nur das da sein in seiner ganzen Rohheit. Ich glaube das Buch ist mein Jahreshighlight.
Eine schöne Geschichte, aber für meinen Geschmack hat es Herr Arenz hier mit der bildhaften Sprache doch etwas übertrieben. In den anderen beiden Büchern, die ich bislang von ihm gelesen habe (zwei Leben und der große Sommer) mochte ich das, aber hier war es mir zu viel des Guten, es nahm der Geschichte etwas an Fahrt.
Das war schöööön
Das Buch hat mir wirklich sehr gefallen. Ich finde man entwickelt total schnell eine Sympathie für beide Protagonistinnen, die unterschiedlicher nicht sein können, doch beide so ihre Päckchen zu tragen haben. Der Autor malt tolle Bilder mit seinen Worten und schafft es, dass man genau so wissbegierig wie die Protagonistin Sally ist! Selten musste ich mich so zusammenreißen, nicht einfach alles andere beiseite zu legen und das Buch an einem Stück zu verschlingen.
Ein heilsamer Roman, ein idyllisches Setting und ein bisschen Systemkritik - Definitiv ein neues Lieblingsbuch🧡.
🍐Der Roman "Alte Sorten" von Ewald Arenz ist eine heilsame Geschichte und handelt von zwei Frauen, die mit einer traumatischen Vergangenheit zu kämpfen haben. 🍐Liss wohnt nach einem schweren Schicksalsschlag ganz alleine auf einem Bauernhof und ihr Alltag besteht nur aus Hofarbeit. Sally ist noch im Jugendalter, ist aus einer Klinik geflohen und fühlt sich von ihren Eltern unverstanden. Hier mochte ich vor allem die angedeutete Systemkritik und dass das psychiatrische System eben nicht für alle Menschen ein sicherer Ort ist. 🍐Als sich Liss und Sally zufällig auf dem Weinberg begegnet sind, hat Liss sie bei sich aufgenommen und ihr einen Platz zum Schlafen angeboten. Die Geschichte ist ruhig und kommt ohne all zu viel äußere Action aus. Das idyllische Setting auf dem Bauernhof ist bildhaft beschrieben und ich mochte es beim Lesen in die Natur einzutauchen. So gerne habe ich mit Liss und Sally Birnen und Trauben geerntet und die Morgenluft an den Feldern eingeatmet. 🍐Der Autor hat einen wunderschönen und einfühlsamen Schreibstil und das Inneleben und die Vergangenheit von Liss wurden gut aufgearbeitet. Auch mit Sally konnte ich so gut mitfühlen, aber hier hätte ich mir noch mehr Einblick in ihre Vergangenheit gewünscht. Fragen, die für mich offen geblieben sind: Warum hatte sie eine so schlechte Bindung zu ihren Eltern und wie kam es dazu, dass sie so stark traumatisiert wurde? 🍐Doch im großen und Ganzen besaß die Geschichte eine unglaubliche Tiefe mit authentischen Charakteren und ging sehr unter die Haut. Es war schön zu sehen, dass die beiden Frauen füreinander da waren und sich ein Stück weit heilen konnten.

„Alte Sorten“ ist ein ruhiger, berührender…
…Roman über die unerwartete Freundschaft zwischen zwei Frauen, die beide mit ihren eigenen Verletzungen kämpfen. In der Abgeschiedenheit eines Bauernhofs finden sie durch Arbeit, Natur und gegenseitiges Vertrauen langsam zu sich selbst. Ein stilles, poetisches Buch über Heilung und Neuanfang. Absolute Leseempfehlung <3

Die Geschichte von Sally und Liss - eindringlich und wunderschön erzählt
Zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, finden auf eine ganz besondere Weise zueinander. Ohne viele Fragen, ohne Erwartungen. Aber mit einer Tiefe, die unter die Haut geht. Sally: jung, wütend, verletzt & auf der Flucht vor einer Welt, die sie formen will, obwohl sie einfach nur sie selbst sein möchte. Liss: ruhig, geerdet, und doch voller Schmerz, den sie tief in sich vergraben hat. Und dann begegnen sich diese beiden und beginnen - fast wortlos - zu heilen, weil sie sich gegenseitig den Raum geben, einfach zu sein. Ich liebe diese Verbindung, die zwischen den beiden entsteht. Dieses stille gegenseitige Erkennen, das Vertrauen, das langsam wächst. Sie brauchen einander - nicht im Sinne von Abhängigkeit, sondern als Spiegel, als Halt. Ewald Arenz' Sprache ist klar, poetisch und voller Atmosphäre. Ich habe die Natur gespürt, den Hof gesehen, die Birnen geschmeckt. Das Setting gibt der Geschichte eine fast meditative Ruhe - genau richtig für die Themen, die darin verhandelt werden: Schmerz, das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, die Kraft von Freundschaft und Nähe. Ein stilles, großes Buch - zart, traurig, hoffnungsvoll. Für mich ein echtes Herzensbuch!
Großartig, ehrlich
Sally hasst alles und jeden. Sie ist abgehauen. Und trifft in einem Weinberg, wo sie gerade wütend durch die Gegend stampft auf Liss. Liss fährt mit ihrem Trecker nach Hause. Und fragt Sally ob sie dort übernachten möchte. Liss ist sehr verschlossen, doch macht sie vor allem eins. Sie lässt Sally in Ruhe. Jeder sagt Sally was sie zu tun und zu lassen hat. Hier auf dem Hof von Liss, mit der körperlichen Arbeit kommt sie endlich dazu Frieden zu finden. Doch auch Liss hat eine schwere Vergangenheit. Die beiden Frauen Freunden sich an und es entsteht etwas unglaublich schönes. Das ist ein sehr empfehlenswertes Buch und kurzweilig zu lesen.

Ein Buch voller Wut und Liebe
Der Schreibstil ist anders, für mich war er anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Aber man kommt schnell rein. Liss und Sally sind zwei sehr komplexe Frauen, bei denen unglaublich viel unter der Oberfläche brodelt. Beide gingen mir oft furchtbar auf die Nerven. Besonders Sally. Aber das soll vermutlich auch genau so sein. Und auf der anderen Seite besitzt Sally eine außergewöhnliche emotionale Intelligenz. Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam, aber man spürt von Seite zu Seite immer mehr, dass diese beiden Frauen ihre gegenseitigen Spiegel sind und sie sich brauchen ohne dass sie sich brauchen. Macht das Sinn? Leser*innen werden es vermutlich verstehen. Ich mochte das Setting auf dem Hof und der Natur unglaublich gern. Man lernt auch einiges über die Herstellung diverser Genuss- & Lebensmittel. Fand ich ganz toll! Kleiner Hinweis noch: Das Buch spielt im September/Oktober und die Jahreszeit steht auch oft im Fokus. Wer also über den „richtigen“ Lesezeitpunkt nachdenkt, dem würde ich den Spätsommer empfehlen!
Das war mein zweites Buch von Ewald Arenz und schon wie beim ersten schafft er es schon auf den ersten Seiten mich total in die Geschichte zu ziehen und auch nicht unbedingt leichte Themen so gut zu erzählen dass man es am Ende schade findet dass die Geschichte schon aus ist. Ausserdem fand ich es faszinierend wie eindrücklich er Dinge beschrieben kann.
Ein wirklich schönes Buch über eine ungewöhnliche Freundschaft. Sally und Liss, zwei unterschiedliche Frauen. Beide Frauen haben mit unterschiedlichen Lasten zu tun. Die eine richtet ihre Wut gegen alles und jeden, die andere lebt so vor sich hin und trägt die Last ihrer Vergangenheit. Durch eine zufällige Begegnung entstehen langsam zarte Bande der Freundschaft. Stück für Stück offenbaren sich die Lasten. Wie gesagt eine schöne Geschichte die sich gut und verständlich lesen lässt. Ich gebe definitiv eine Leseempfehlung.
✨️Highlight ❗️Spoilerwarnung
📚 Inhalt Sally flüchtet aus einer Klinik in der sie zum wiederholten Mal wegen ihrer Essstörung behandelt wird. Sie trifft auf ihrer Flucht zufällig auf die Bäuerin Liss. Diese bietet Sally an, auf ihrem Hof zu übernachten und Sally nimmt das Angebot an. Sie beschliesst länger zu bleiben, da Liss sie zu nichts drängt und sie so sein lässt, wie sie ist. Liss erträgt Sallys Wutausbrüche und bindet sie Stück für Stück in die Hofarbeit mit ein. Langsam bildet sich ein freundschaftliches Band zwischen den ungleichen Frauen und sie beginnen sich langsam zu öffnen. In Rückblenden erfährt man Einzelheiten aus den Leben der beiden Frauen, doch Sally erfährt nicht, wieso Liss alleine den Hof bestellt und von den Leuten aus dem Dorf gemieden wird. Erst, als die Polizei auf den Hof kommt um Sally zu suchen, erfährt Sally die Wahrheit. Sie versteckt sich und Liss wird mitgenommen. Ihre Eltern informieren sie per Telefon, dass Liss vor Jahren versucht hat, ihren Ehemann zu töten und dafür im Gefängnis war. Sally fügt sich in ihr altes Leben ein, das wieder in regelmässigen Bahnen verläuft. Sie möchte mehr über Liss Vergangenheit herausfinden und beschliesst sie nochmal zu Besuchen. Liss ist unterdessen in eine Depression gerutscht, das Trauma ihrer ersten Verhaftung hat sie wieder eingeholt. Sally findet auf dem verlassenen Hof einen Abschiedsbrief und macht sich auf die Suche nach Liss. Sie kann Liss vor dem geplanten Suizid abhalten und erfährt die wahre Geschichte hinter dem Mordversuch. Liss’ Ehemann hat sie und ihren Sohn mehrfach misshandelt. Sie hat auch keinen Kontakt mehr zu ihrem Sohn, für den der Abschiedsbrief gewesen wäre. Die beiden Frauen machen sich gegenseitig ein Versprechen: Sally beendet ihre Schule und Liss nimmt Kontakt zu ihrem Sohn auf. 📖 Meinung Dieses wunderbare Buch hat mich als Blinddate gefunden. Eingepackt in braunes Papier, nur mit einer handschriftlichen Notiz über die Kernthemen des Buchs, hat es mich total angesprochen und ich habe es gekauft. Wahrscheinlich hätte ich es sonst nie gekauft und gelesen, da diese Art der Bücher normalerweise nicht in mein Repertoire gepasst hätten. Ich bin so froh, dieses Buch gefunden zu haben, denn ich habe jede Seite davon geliebt. Die Freundschaft zwischen den beiden Frauen baut sich so langsam und so schön auf, es ist ein Genuss dieses Buch zu lesen. Die schweren Themen des Romans werden immer wieder durch die Beschreibungen der harten Hofarbeit unterbrochen, die mir ebenfalls sehr gut gefallen haben. Das Buch hat mich entschleunigt und runter geholt. Es ist wunderschön geschrieben und der Autor schafft eine ruhige Stimmung, obwohl er sehr schwere, wichtige Themen anspricht. Dieser Roman hat sich mit jedem Satz in mein Herz geschlichen und wird dort für immer einen speziellen Platz haben. Eine 100% Leseempfehlung von mir.
Richtig richtig schön !
Das Buch erinnert mich an eine Mischung aus zwei Filmen. Wie eine Mischung aus „Call me by your Name“ und „Ziemlich beste Freunde“. Spätsommer Flair mit einer Geschichte über das Entstehen einer Freundschaft der zwei maximal ungleichen Charaktere die sich mit der Zeit mehr ähnlich sind wie die beiden glauben.
Ein wunderbares Buch über eine ältere und eine ganz junge Frau, die sich gegenseitig zeigen, dass das Leben trotz all dem Schlimmen, was passiert, lebenswert ist. Am Ende bleibt man nicht hoffnungslos zurück, das hat Ewald Arenz ganz wunderbar aufgelöst, und man weiß, egal wie es dann tatsächlich kommen wird, dass beide Frauen aufeinander aufpassen werden und ihren Weg gehen.
Ich habe Alte Sorten von Ewald Arenz mit gemischten Gefühlen gelesen. Die Verbindung zwischen Liss und Sally war auf jeden Fall spürbar – ihre Begegnung und die stille Annäherung hatten etwas Intensives und Berührendes. Aber mit den Figuren selbst bin ich nicht richtig warm geworden. Ich konnte sie nicht wirklich greifen oder verstehen. Es blieb mir alles zu vage. Besonders schade fand ich, dass über die Vergangenheit beider Frauen nur angedeutet wurde: Sallys Klinikaufenthalt, ihre Familie, Liss’ Geschichte mit Sonny und Peter – das alles wurde nur oberflächlich angerissen, statt wirklich erzählt. Ich hätte mir mehr Tiefe und Hintergrund gewünscht, um die Charaktere besser nachvollziehen zu können. Generell hat sich vieles eher oberflächlich und distanziert angefühlt. Auch die Thematik rund um Wein und Weinherstellung war mir persönlich zu komplex und teilweise irrelevant für die eigentliche Geschichte – es hat mich eher vom Kern der Handlung abgelenkt. Nach Der große Sommer, der mir richtig gut gefallen hat, hatte ich große Erwartungen an dieses Buch. Leider konnte Alte Sorten diese nicht erfüllen.
"Sie war wirklich geworden in dieser Zeit. Vielleicht waren es all die Berührungen mit der Erde gewesen. Wann hatte sie vorher jemals die Hände in der Erde gehabt? Wann Bienen auf der Haut? Wann hatte sie in einem Baum gestanden?"
Auch "Alte Sorten" habe ich gern gelesen. Ich mag Arenz' poetischen Schreibstil sehr gerne. Mit welcher Leichtigkeit er schreibt, begeistert mich immer wieder. Auch das Buchcover finde ich sehr ansprechend und thematisch passend :) Ich finde es toll, dass Arenz hier zwei unabhängige und starke Frauen geschaffen hat, die auch eine verletzte Seite haben. Beide haben ihre ganz eigenen, unterschiedlichen Erfahrungen gemacht und sind sich doch sehr ähnlich. Am liebsten mochte ich den Bezug zur Natur! 🍃 Arenz hat schön herausgearbeitet, wie die Natur auf die menschliche Psyche einwirken kann, finde ich. Insbesondere in unserer schnelllebigen Zeit, mit vielen Reizen und Einflüssen, kann man sich schnell verlieren. Die Geschichte wirkte auf mich entschleunigend und ehrlich. Das anstrengende Leben einer Bäuerin wird hier nicht heruntergespielt oder beschönigt. Die Einblicke in Erntevorgänge oder Schnapsbrennen haben mir auch gut gefallen. Die Geschichten der beiden Frauen finde ich tiefgründig, verstörend und schön zugleich. Manchmal ist Stille ganz laut, und nicht jeder kann einen dann verstehen. Es war schön zu lesen, dass Sally und Liss sich gegenseitig guttun und sich mit wenigen Worten so viel sagen können. Definitiv nicht das letzte Buch von Ewald Arenz, das ich gelesen habe :)

Dieses Buch hat meine Erwartungen übertroffen, es war ganz anders als erwartet.
Dieser Roman ist so ehrlich und authentisch geschrieben. Ohne Probleme zu romantisch da zu stellen, sondern genau so ungefiltert wie das Leben eben ist. Mit einigen Wendungen am Ende habe ich nicht gerechnet. Und manchmal mochte ich das Mädchen wirklich nicht und an anderen Stellen konnte ich es so gut verstehen. Obwohl die Story ernste Themen behandelt, habe ich selten so viel Ruhe in einem Buch gespürt. Die Landschaftsbeschreibungen, wie etwas richt,schmeckt haben mich wirklich eingefangen und das schöne in den kleinen Dingen sehen lassen.
Es wurde gerade erst hell, aber sie machte das Licht nicht an. So waren die Farben noch so Leise wie der Morgen.
Mit einer unglaublichen Sprachgewalt führt der Autor durch die Geschichte von Sally und Liss, die sich zufällig treffen. Die beiden Protagonistinnen könnten unterschiedlicher nicht sein und doch entdecken sie, dass sie viel gemein haben und einander brauchen. Ein entschleunigendes und bewegendes Buch, mit fein gezeichneten Charakteren welches zum Nachdenken anregt. Für mich ist es ein gelungenes Buch in das ich eintauchen konnte. Die Welt um Sally und Liss hat Der Autor so bildlich beschrieben, dass man das Gefühl hatte, selber inmitten der Hühner und der Birnenbäume zu sein.
SuB-Challenge 📚🎡 Nummer 7
Mein fünftes Buch von Ewald Arenz und nach zweien, die ich nicht so gerne mochte, endlich mal wieder eins, das ich wirklich gerne gelesen habe. Ich mochte die beiden Protagonist*innen im Laufe des Buches immer mehr. Trotz der allgemein sehr ruhigen Atmosphäre gab es einige spannende Entwicklungen. Insgesamt sind es für mich wohl eher 3,75 ⭐️ weil es mich anfangs einfach nicht so gecatched hat

Ein stilles Buch, das nachwirkt
Ich habe „Alte Sorten“ von Ewald Arenz auf einer längeren Zugfahrt gelesen und war positiv überrascht. Die Geschichte ist ruhig, aber sehr intensiv erzählt. Die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren wirkt authentisch, ohne klischeehaft zu sein. Besonders gefallen hat mir die klare Sprache und die unaufgeregte Art, wie ernste Themen behandelt werden. Kein actionreiches Buch, aber sehr berührend – ideal für ein paar Stunden ungestörtes Lesen.

Warum war da immer einer, der einem die Stimmung nahm, der einen dumm anmachte?
Ich musste mich erstmal in den Schreibstil reinfinden. Auch die Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit fielen mir manchmal schwer gleich zu erkennen. Doch irgendwann habe ich mich an den Schreibstil gewöhnt und kann jetzt sogar sagen, dass er mir wirklich sehr gut gefallen hat. Ich konnte mit alles so gut bildlich vorstellen, alle Beschriebungen waren wirklich schön. Ich habe viele interessante Dinge gelesen über die Arbeit auf Feld und Hof. Die Geschichte der beiden Frauen war sehr emotional, sie haben beide eine spannende Entwicklung durchgemacht. Ein wunderbares Herbstbuch! 💕
Ein Buch zum genießen, in die Natur abtauchen und den Herbst fühlen. 🍐 🍂 🌳
Langsam, entschleunigend und interessant zu verfolgen, wie die beiden Charaktere ihre Beziehung aufbauen und welche Vergangenheit sie mitbringen. Besonders gefielen mir die kleinen philosophischen Anekdoten und die Atmosphäre. Ich hab’s geliebt! Der Geschmack der Birnen, und die Erfahrungen auf dem Hof entfacht bei einer Protagonistinnen wieder den Geschmack am Leben. Und Ich habe richtig Hunger auf Birnen bekommen! Also seid vorbereitet! 🍐 😅

Eindrücke in aller Sinnlichkeit
Das Buch hat mich überrascht. Es kommt leichtfüßig daher, aus der Perspektive zweier Frauen und jeweils in ihrer eigenen Sprache erzählt. Sally, das wütende Mädchen trifft auf die abgeklärte und ruhige Liss. Eine Geschichte von zwei Frauen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein können. Aber nur auf den ersten Blick. Es entspinnt sich eine Geschichte, wie ich sie nicht erwartet hätte. Und die Eindrücke werden mit einer solchen Sinnlichkeit geschildert, dass ich beinahe alles selber schmecke, rieche und spüre.
„Wenn man von jemandem alles wusste, dann konnte man ihn an tausend Fäden halten“ 🍎🌾
Eine schöne Geschichte, bei der mir insbesondere die Beziehung der beiden Charaktere sowie die Beschreibung der Natur und des Umfelds gefallen hat. Manchmal waren mir die Beschreibungen der Arbeitsabläufe zu technisch und die Handlung auf den letzten 50-100 Seiten hat sich für mich nicht so natürlich eingefügt, sondern sich zu sehr nach einem gewollten „Showdown“ angefühlt. Obwohl die Charaktere menschlich sehr anders als ich sind, konnte ich mich anhand der Beschreibungen gut in sie hineinversetzen. 😇
Starkes Buch über zwei starke Frauen und das (Land)Leben
Ganz begeistert. Die beiden Frauen Sally und Lisa sind ganz unterschiedlich und sich doch ähnlich. Arenz hat sie wunderbar feinfühlig gezeichnet, aber auch das Landleben ist wunderbar beschrieben, ob Kartoffelernte, Birnenschnaps herstellen, das Imkern oder die Weinlese, alles ist sehr eindrücklich und schön beschrieben. Die beiden Außenseiterinnen nähern sich an und bauen eine fragile Freundschaft auf, und die langsam aufgebaute Spannung tut ein übriges. Sehr schön, danke für den Tipp @robins.
Mein erstes Buch von Ewald Arenz und es wurde zum Highlight! Eine sehr schöne und einfühlsame Geschichte, die eine Sogwirkung auf mich ausgeübt hat, sodass ich es an einem Tag inhaliert habe. Sally und Liss- die sich jeweils an verschiedenen Punkten ihres Lebens befinden, treffen zufällig aufeinander. Ab da an begleiten wir sie beide auf dem Hof von Liss, beobachten wie sie sich näher kennenlernen und sich daraus eine Freundschaft entwickelt. Beide Protagonist:innen haben mich sehr berührt und deren Geschichten sehr bewegt. Vor allem das Setting und die detaillierten Beschreibungen des Autor‘s haben es zu einem Wohlfühlbuch gemacht.
'Alte Sorten' war ein Geschenk an mich und lag nun sicherlich zwei Jahre auf meinem SuB. Belletristik war vor diesem Jahr so gar nicht meins, aber da es ein Geschenk war, hatte ich es auf meine #24für2024 Liste gepackt. Zur Frankfurter Buchmesse war es dann soweit und ich habe den Roman im Zug begonnen. Er wird sowohl aus Sallys, als auch aus Liss Perspektive erzählt. Das Annähern der beiden Frauen war wirklich spannend zu lesen. Ganz langsam baut sich ein Vertrauen zwischen den beiden auf und es war wirklich schön zu lesen, wie sie sich gegenseitig helfen konnten. Sally ist sehr impulsiv, sagt vom Fleck weg was sie denkt und nimmt kein Blatt vor den Mund. Das war hin und wieder etwas überraschend, manchmal konnte ich es nicht ganz nachvollziehen und dennoch war es überaus stimmig. Liss hingegen ist sehr geheimnisvoll. Sie ist gefasst, ruhig und ernst, das komplette Gegenteil zu Sally und doch ergänzten sich die beiden gut. Das Aufarbeiten beider Vergangenheiten hat Ewald Arenz gelungen verpackt und es gab sogar einen Moment, bei dem ich echt mitgefiebert habe, weil ich ihn absolut nicht erwartet hatte. Insgesamt hat mir der Roman also viel besser gefallen, als ich es erwartet hatte! Von mir gibt es ⭐️⭐️⭐️⭐️ Sterne und meine Reise in die Belletristik wird weitergehen 🤭

Überraschend psychologisch. Überraschend realistisch.
Ich habe das Buch aufgrund einiger Rezensionen gekauft und gelesen. Es ist erstaunlich, wie man erst denkt, dass eine junge Frau mit Probleme wegläuft und bei einer anderen Frau einfach nur Unterschlupf bekommt. Doch man ist am Ende überrascht, wie sich die Geschichte emotional wendet. Es ist ein sehr flüssiger Schreibstil, der auch oft sehr umgangssprachlich und sehr modern ist, was es einfach machte, dass Buch innerhalb von 2 Tagen durchzuhaben. Es ist spannend zu sehen, wie sich trotz weniger Worte eine Verbindung irgendwie im stillschweigen zwischen den beiden Frauen aufbaut. Und dann aber auch wie schnell es in Sekunden zerbrechen kann. Man erkennt aber auch wie sie sich gegenseitig unterstützen und helfen auf ihre eigenen besonderen Arten. Bin positiv über das Buch überrascht und kann es gerne weiterempfehlen.
Characteristics
17 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
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Book Information
Author Description
EWALD ARENZ, 1965 in Nürnberg geboren, hat englische und amerikanische Literatur und Geschichte studiert. Er arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium in Nürnberg. Seine Romane und Theaterstücke sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Mit ›Alte Sorten‹ (DuMont 2019) stand er auf der Liste »Lieblingsbuch der Unabhängigen« 2019 und ›Der große Sommer‹ (DuMont 2021) erhielt 2021 ebenjene Auszeichnung. Zuletzt erschienen ›Zwei Leben‹ (DuMont 2024) und ›Katzentage‹ (DuMont 2025).
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Wie ein Spätsommerabend
🐝🍐🚜 In Alte Sorten erzählt Ewald Arenz die Geschichte einer Freundschaft zweier Frauen, die sich nicht gesucht haben aber umso mehr brauchen. Mich hat vor allem die Sprache berührt. Arenz erzählt feinsinnig, poetisch, romantisierend und tief von einer wunderschönen Natur und vielen Gefühlen. Zwischen Birnenduft und Bienensummen hatte die Story die ein oder andere Schwachstelle für mich aber bleibt trotzdem ein Buch zum Wohlfühlen.
Die Freiheit wohnt, wo die Bienen summen
Als sich Sally und Liss in einem Weinberg begegnen, prallen Welten aufeinander. Sally ist eine wütende junge Ausreißerin aus der Stadt, Liss seit Jahrzehnten Landwirtin in einem winzigen Dörfchen. Zunächst geraten die beiden aneinander, doch mit der Zeit entsteht eine wunderbare, stille Freundschaft und die beiden finden ineinander genau die Person, die sie gebraucht haben. Wenn der Spätsommer den Herbst begrüßt, die Sonne den Wind noch etwas wärmt und die Felder gelb werden, dann ist es Zeit, diesen Roman zu lesen. Ewald Arenz entführt den Leser in ein namenloses Dörfchen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, zeigt Entschleunigung und starre Traditionen gleichermaßen. Mit ruhigem Erzählstil und Tempo nimmt er den Leser mit auf Kartoffeläcker und durch Weinberge, in alte Wälder und über schlecht geflickte Landstraßen und entdeckt dabei die Schönheit der Stille und das Wunder eines Augenblicks. An manchen Stellen wirken die Charaktere überspitzt, gerade Sally ist manchmal die Karikatur eines wütenden Teenagers, während Liss beinahe eiskalt und unberührbar wirkt. Dann vertauschen die beiden ihre Rollen und beginnen, voneinander zu lernen und gemeinsam zu wachsen, auch wenn ihr Verhalten nicht immer ganz verständlich blieb und ich gern mehr über Sallys Vergangenheit erfahren hätte. Alte Sorten ist flüssig und leicht zu lesen, schafft es aber trotzdem, tiefgründige Fragen anzusprechen und eine wunderbare Atmosphäre zu erschaffen, sodass man die Birnen beim Lesen praktisch schmecken kann und den kühlen Herbstwind im Haar fühlt. Der Roman vereint zwei komplett verschiedene Lebensbilder und Lebensrealitäten miteinander und zwischen Liss und Sally entsteht eine leise Harmonie von gegenseitiger Akzeptanz, die uns daran erinnert, dass die kleinen Momente im Leben die bedeutungsvollsten sind und dass Stille manchmal wertvoller ist als tausend Worte.

Einfühlsame und sensible Erzählung über eine Frauenfreundschaft und die Kraft der Natur
Einfühlsam, sensibel, und trotzdem lebensweise erzählt Ewald Arenz in seinem Buch „Alte Sorten“ mit sanfter, aber eindringlicher Sprache von der Macht der Natur, die den Menschen helfen kann, den Wert des Wesentlichen zu erkennen und sie wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Auf einem einsamen Bauernhof irgendwo im Fränkischen Land treffen zwei Frauen mit einer dunklen Vergangenheit aufeinander. Zwischen Lisa und Sally entwickelt sich eine zaghafte Freundschaft. Beide brauchen einander, um ihr Leben wieder in die richtige. Bahnen zu lenken. Arenz gelingt es in meinen Augen insbesondere das Leben auf dem Land und in der Natur mit einer sehr schönen und bilderreichen Sprache zu beschreiben. Die anfallenden Arbeiten wie z.B. die Weinernte werden einfühlsam und stimmig geschildert, ohne sie zu sehr zu romantisieren. Die beiden Protagonistinnen sind mir nicht unbedingt sympathisch geworden. Ich habe ihre Entwicklung aber trotzdem gerne verfolgt, obwohl mir die dunkle Vergangenheit insbesondere von Liss nicht immer glaubhaft und etwas übertrieben erschien. Auch der überbordende Einsatz der Symbolik (siehe z.B. Gebeinhaus, Schnapsdestillation, Wildunfall usw. ) fand ich an manchen Stellen etwas aufdringlich. Insgesamt trotzdem dank der tollen Naturbeschreibungen und der entschleunigenden Atmosphäre ein guter Roman. Empfehlenswert!
Wie ein tiefes Durchatmen
Bei Alte Sorten hab ich ein bisschen gebraucht, um reinzukommen, aber dann hat es mich auf eine ganz ruhige, intensive Art total gepackt. Es war, als würde man beim Lesen einmal tief durchatmen. Die beiden Protagonistinnen haben mich richtig berührt, ich fand sie super authentisch und stark auf ihre eigene Weise. Das Landleben, das in dem Buch beschrieben wird, war nicht nur Kulisse, sondern hat irgendwie den Raum geschaffen, damit die beiden zur Ruhe kommen, reflektieren und sich einander annähern konnten. Das hatte etwas ganz Besonderes. Still, aber total wirkungsvoll.
Brutal ehrlich
Das Buch hat eine sommerliche Atmosphäre, ist aber kein "Wohlfühl-Sommerbuch". Es ist brutal ehrlich, nichts wird beschönigt. Die Figuren sind voller Makel und psychologisch komplex. Es wirkt fast so, als wolle der Autor gar nicht erst versuchen, sie sympathisch zu machen – sie sind einfach, wie sie sind. Sally zum Beispiel: So viel Wut, so viel Trotz, so viel Hass auf die Welt. Manchmal wollte ich sie echt anschreien, so frech war sie. Aber genau das macht sie glaubwürdig. Ich arbeite mit Jugendlichen und finde, sie ist extrem authentisch gezeichnet. Liss ist eine "angenehme" Figur, aber keine "ich bin alt und weise" Persönlichkeit. Sie hat auch mit ihren Dämonen zu kämpfen. Allerdings hätre Sallys Vergangenheit gerne ausführlicher erzählt werden können, das hätte der Geschichte noch mehr Tiefe gegeben. Der Schreibstil ist sehr bildhaft, manchmal für meinen Geschmack fast zu bildhaft, sodass es etwas abschweift. Trotzdem schafft er es, eine besondere Atmosphäre zu erzeugen. Für mich ist Alte Sorten ein Buch, das man beim 2.mal Lesen noch mehr entdeckt.
So schön!
Wie nach Hause kommen, so hat sich das Buch angefühlt, für mich. Ich habe es so gerne gelesen, ich mochte Liss einfach so sehr! Sally war anfangs nicht immer nett, aber sie hat eine wunderbare Entwicklung durch gemacht, durch das Landleben mit Liss. Die Gerüche und den Geschmack der oft beschrieben wurde konnte man beim lesen fast mit erleben. Für mich ein Highlight, diese Buch!
"Wie gut es sich manchmal anfühlt, einfach am Leben zu sein. Nichts sonst. Einfach nur am Leben zu sein."
Zwei fremde Frauen treffen aufeinander: Sally, eine junge Abiturientin, die vor ihrem bisherigen Leben flieht, und Liss, eine zurückgezogen lebende Bäuerin mittleren Alters. Als Liss Sally ein Zimmer auf ihrem Hof anbietet, entsteht zwischen den beiden eine leise, ungewöhnliche Freundschaft. Die Geschichte ist unglaublich atmosphärisch und bildhaft erzählt. Man begleitet die beiden bei alltäglichen bäuerlichen Aufgaben – dabei hatte ich plötzlich selbst das Bedürfnis, Brot zu backen. Sally fragt sich im Buch: „Wann hatte sie vorher jemals die Hände in der Erde gehabt?“ – und genau dieser Gedanke blieb bei mir hängen. Es ist eine stille, tiefgehende Geschichte, die entschleunigt und herzerwärmend ist. Sie regt dazu an, über Freiheit und Selbstbestimmung nachzudenken. Die Freundschaft, die zwischen Sally und Liss wächst, ist zart und bewegend. Alte Sorten ist ein Geschichte, die nachwirkt.

Der Morgendunst begann, sich aufzulösen, und sie sah, es würde ein sonniger Tag werden, und nichts regte sich in ihr.
Dieses Buch lag einige Jahre bei mir im Regal und anfangs hatte ich gar keine Lust darauf es zu lesen und habe es eher als Zwischensnack gesehen. Jetzt bin ich so froh es gelesen zu haben. Die Geschichte war ehrlich, roh und tief. In den Schreibstil habe ich mich komplett verliebt. Ich war dabei, auf dem Hof, den Weinbergen, im Obstgarten, hab die Anni auf ihrem Rad gesehen, den Wald, das Reh und konnte die Protagonistinnen immer irgendwie verstehen, auch ohne viele Worte. Manchmal ist es die Stille, das Sein lassen und einfach nur das da sein in seiner ganzen Rohheit. Ich glaube das Buch ist mein Jahreshighlight.
Eine schöne Geschichte, aber für meinen Geschmack hat es Herr Arenz hier mit der bildhaften Sprache doch etwas übertrieben. In den anderen beiden Büchern, die ich bislang von ihm gelesen habe (zwei Leben und der große Sommer) mochte ich das, aber hier war es mir zu viel des Guten, es nahm der Geschichte etwas an Fahrt.
Das war schöööön
Das Buch hat mir wirklich sehr gefallen. Ich finde man entwickelt total schnell eine Sympathie für beide Protagonistinnen, die unterschiedlicher nicht sein können, doch beide so ihre Päckchen zu tragen haben. Der Autor malt tolle Bilder mit seinen Worten und schafft es, dass man genau so wissbegierig wie die Protagonistin Sally ist! Selten musste ich mich so zusammenreißen, nicht einfach alles andere beiseite zu legen und das Buch an einem Stück zu verschlingen.
Ein heilsamer Roman, ein idyllisches Setting und ein bisschen Systemkritik - Definitiv ein neues Lieblingsbuch🧡.
🍐Der Roman "Alte Sorten" von Ewald Arenz ist eine heilsame Geschichte und handelt von zwei Frauen, die mit einer traumatischen Vergangenheit zu kämpfen haben. 🍐Liss wohnt nach einem schweren Schicksalsschlag ganz alleine auf einem Bauernhof und ihr Alltag besteht nur aus Hofarbeit. Sally ist noch im Jugendalter, ist aus einer Klinik geflohen und fühlt sich von ihren Eltern unverstanden. Hier mochte ich vor allem die angedeutete Systemkritik und dass das psychiatrische System eben nicht für alle Menschen ein sicherer Ort ist. 🍐Als sich Liss und Sally zufällig auf dem Weinberg begegnet sind, hat Liss sie bei sich aufgenommen und ihr einen Platz zum Schlafen angeboten. Die Geschichte ist ruhig und kommt ohne all zu viel äußere Action aus. Das idyllische Setting auf dem Bauernhof ist bildhaft beschrieben und ich mochte es beim Lesen in die Natur einzutauchen. So gerne habe ich mit Liss und Sally Birnen und Trauben geerntet und die Morgenluft an den Feldern eingeatmet. 🍐Der Autor hat einen wunderschönen und einfühlsamen Schreibstil und das Inneleben und die Vergangenheit von Liss wurden gut aufgearbeitet. Auch mit Sally konnte ich so gut mitfühlen, aber hier hätte ich mir noch mehr Einblick in ihre Vergangenheit gewünscht. Fragen, die für mich offen geblieben sind: Warum hatte sie eine so schlechte Bindung zu ihren Eltern und wie kam es dazu, dass sie so stark traumatisiert wurde? 🍐Doch im großen und Ganzen besaß die Geschichte eine unglaubliche Tiefe mit authentischen Charakteren und ging sehr unter die Haut. Es war schön zu sehen, dass die beiden Frauen füreinander da waren und sich ein Stück weit heilen konnten.

„Alte Sorten“ ist ein ruhiger, berührender…
…Roman über die unerwartete Freundschaft zwischen zwei Frauen, die beide mit ihren eigenen Verletzungen kämpfen. In der Abgeschiedenheit eines Bauernhofs finden sie durch Arbeit, Natur und gegenseitiges Vertrauen langsam zu sich selbst. Ein stilles, poetisches Buch über Heilung und Neuanfang. Absolute Leseempfehlung <3

Die Geschichte von Sally und Liss - eindringlich und wunderschön erzählt
Zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, finden auf eine ganz besondere Weise zueinander. Ohne viele Fragen, ohne Erwartungen. Aber mit einer Tiefe, die unter die Haut geht. Sally: jung, wütend, verletzt & auf der Flucht vor einer Welt, die sie formen will, obwohl sie einfach nur sie selbst sein möchte. Liss: ruhig, geerdet, und doch voller Schmerz, den sie tief in sich vergraben hat. Und dann begegnen sich diese beiden und beginnen - fast wortlos - zu heilen, weil sie sich gegenseitig den Raum geben, einfach zu sein. Ich liebe diese Verbindung, die zwischen den beiden entsteht. Dieses stille gegenseitige Erkennen, das Vertrauen, das langsam wächst. Sie brauchen einander - nicht im Sinne von Abhängigkeit, sondern als Spiegel, als Halt. Ewald Arenz' Sprache ist klar, poetisch und voller Atmosphäre. Ich habe die Natur gespürt, den Hof gesehen, die Birnen geschmeckt. Das Setting gibt der Geschichte eine fast meditative Ruhe - genau richtig für die Themen, die darin verhandelt werden: Schmerz, das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, die Kraft von Freundschaft und Nähe. Ein stilles, großes Buch - zart, traurig, hoffnungsvoll. Für mich ein echtes Herzensbuch!
Großartig, ehrlich
Sally hasst alles und jeden. Sie ist abgehauen. Und trifft in einem Weinberg, wo sie gerade wütend durch die Gegend stampft auf Liss. Liss fährt mit ihrem Trecker nach Hause. Und fragt Sally ob sie dort übernachten möchte. Liss ist sehr verschlossen, doch macht sie vor allem eins. Sie lässt Sally in Ruhe. Jeder sagt Sally was sie zu tun und zu lassen hat. Hier auf dem Hof von Liss, mit der körperlichen Arbeit kommt sie endlich dazu Frieden zu finden. Doch auch Liss hat eine schwere Vergangenheit. Die beiden Frauen Freunden sich an und es entsteht etwas unglaublich schönes. Das ist ein sehr empfehlenswertes Buch und kurzweilig zu lesen.

Ein Buch voller Wut und Liebe
Der Schreibstil ist anders, für mich war er anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Aber man kommt schnell rein. Liss und Sally sind zwei sehr komplexe Frauen, bei denen unglaublich viel unter der Oberfläche brodelt. Beide gingen mir oft furchtbar auf die Nerven. Besonders Sally. Aber das soll vermutlich auch genau so sein. Und auf der anderen Seite besitzt Sally eine außergewöhnliche emotionale Intelligenz. Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam, aber man spürt von Seite zu Seite immer mehr, dass diese beiden Frauen ihre gegenseitigen Spiegel sind und sie sich brauchen ohne dass sie sich brauchen. Macht das Sinn? Leser*innen werden es vermutlich verstehen. Ich mochte das Setting auf dem Hof und der Natur unglaublich gern. Man lernt auch einiges über die Herstellung diverser Genuss- & Lebensmittel. Fand ich ganz toll! Kleiner Hinweis noch: Das Buch spielt im September/Oktober und die Jahreszeit steht auch oft im Fokus. Wer also über den „richtigen“ Lesezeitpunkt nachdenkt, dem würde ich den Spätsommer empfehlen!
Das war mein zweites Buch von Ewald Arenz und schon wie beim ersten schafft er es schon auf den ersten Seiten mich total in die Geschichte zu ziehen und auch nicht unbedingt leichte Themen so gut zu erzählen dass man es am Ende schade findet dass die Geschichte schon aus ist. Ausserdem fand ich es faszinierend wie eindrücklich er Dinge beschrieben kann.
Ein wirklich schönes Buch über eine ungewöhnliche Freundschaft. Sally und Liss, zwei unterschiedliche Frauen. Beide Frauen haben mit unterschiedlichen Lasten zu tun. Die eine richtet ihre Wut gegen alles und jeden, die andere lebt so vor sich hin und trägt die Last ihrer Vergangenheit. Durch eine zufällige Begegnung entstehen langsam zarte Bande der Freundschaft. Stück für Stück offenbaren sich die Lasten. Wie gesagt eine schöne Geschichte die sich gut und verständlich lesen lässt. Ich gebe definitiv eine Leseempfehlung.
✨️Highlight ❗️Spoilerwarnung
📚 Inhalt Sally flüchtet aus einer Klinik in der sie zum wiederholten Mal wegen ihrer Essstörung behandelt wird. Sie trifft auf ihrer Flucht zufällig auf die Bäuerin Liss. Diese bietet Sally an, auf ihrem Hof zu übernachten und Sally nimmt das Angebot an. Sie beschliesst länger zu bleiben, da Liss sie zu nichts drängt und sie so sein lässt, wie sie ist. Liss erträgt Sallys Wutausbrüche und bindet sie Stück für Stück in die Hofarbeit mit ein. Langsam bildet sich ein freundschaftliches Band zwischen den ungleichen Frauen und sie beginnen sich langsam zu öffnen. In Rückblenden erfährt man Einzelheiten aus den Leben der beiden Frauen, doch Sally erfährt nicht, wieso Liss alleine den Hof bestellt und von den Leuten aus dem Dorf gemieden wird. Erst, als die Polizei auf den Hof kommt um Sally zu suchen, erfährt Sally die Wahrheit. Sie versteckt sich und Liss wird mitgenommen. Ihre Eltern informieren sie per Telefon, dass Liss vor Jahren versucht hat, ihren Ehemann zu töten und dafür im Gefängnis war. Sally fügt sich in ihr altes Leben ein, das wieder in regelmässigen Bahnen verläuft. Sie möchte mehr über Liss Vergangenheit herausfinden und beschliesst sie nochmal zu Besuchen. Liss ist unterdessen in eine Depression gerutscht, das Trauma ihrer ersten Verhaftung hat sie wieder eingeholt. Sally findet auf dem verlassenen Hof einen Abschiedsbrief und macht sich auf die Suche nach Liss. Sie kann Liss vor dem geplanten Suizid abhalten und erfährt die wahre Geschichte hinter dem Mordversuch. Liss’ Ehemann hat sie und ihren Sohn mehrfach misshandelt. Sie hat auch keinen Kontakt mehr zu ihrem Sohn, für den der Abschiedsbrief gewesen wäre. Die beiden Frauen machen sich gegenseitig ein Versprechen: Sally beendet ihre Schule und Liss nimmt Kontakt zu ihrem Sohn auf. 📖 Meinung Dieses wunderbare Buch hat mich als Blinddate gefunden. Eingepackt in braunes Papier, nur mit einer handschriftlichen Notiz über die Kernthemen des Buchs, hat es mich total angesprochen und ich habe es gekauft. Wahrscheinlich hätte ich es sonst nie gekauft und gelesen, da diese Art der Bücher normalerweise nicht in mein Repertoire gepasst hätten. Ich bin so froh, dieses Buch gefunden zu haben, denn ich habe jede Seite davon geliebt. Die Freundschaft zwischen den beiden Frauen baut sich so langsam und so schön auf, es ist ein Genuss dieses Buch zu lesen. Die schweren Themen des Romans werden immer wieder durch die Beschreibungen der harten Hofarbeit unterbrochen, die mir ebenfalls sehr gut gefallen haben. Das Buch hat mich entschleunigt und runter geholt. Es ist wunderschön geschrieben und der Autor schafft eine ruhige Stimmung, obwohl er sehr schwere, wichtige Themen anspricht. Dieser Roman hat sich mit jedem Satz in mein Herz geschlichen und wird dort für immer einen speziellen Platz haben. Eine 100% Leseempfehlung von mir.
Richtig richtig schön !
Das Buch erinnert mich an eine Mischung aus zwei Filmen. Wie eine Mischung aus „Call me by your Name“ und „Ziemlich beste Freunde“. Spätsommer Flair mit einer Geschichte über das Entstehen einer Freundschaft der zwei maximal ungleichen Charaktere die sich mit der Zeit mehr ähnlich sind wie die beiden glauben.
Ein wunderbares Buch über eine ältere und eine ganz junge Frau, die sich gegenseitig zeigen, dass das Leben trotz all dem Schlimmen, was passiert, lebenswert ist. Am Ende bleibt man nicht hoffnungslos zurück, das hat Ewald Arenz ganz wunderbar aufgelöst, und man weiß, egal wie es dann tatsächlich kommen wird, dass beide Frauen aufeinander aufpassen werden und ihren Weg gehen.
Ich habe Alte Sorten von Ewald Arenz mit gemischten Gefühlen gelesen. Die Verbindung zwischen Liss und Sally war auf jeden Fall spürbar – ihre Begegnung und die stille Annäherung hatten etwas Intensives und Berührendes. Aber mit den Figuren selbst bin ich nicht richtig warm geworden. Ich konnte sie nicht wirklich greifen oder verstehen. Es blieb mir alles zu vage. Besonders schade fand ich, dass über die Vergangenheit beider Frauen nur angedeutet wurde: Sallys Klinikaufenthalt, ihre Familie, Liss’ Geschichte mit Sonny und Peter – das alles wurde nur oberflächlich angerissen, statt wirklich erzählt. Ich hätte mir mehr Tiefe und Hintergrund gewünscht, um die Charaktere besser nachvollziehen zu können. Generell hat sich vieles eher oberflächlich und distanziert angefühlt. Auch die Thematik rund um Wein und Weinherstellung war mir persönlich zu komplex und teilweise irrelevant für die eigentliche Geschichte – es hat mich eher vom Kern der Handlung abgelenkt. Nach Der große Sommer, der mir richtig gut gefallen hat, hatte ich große Erwartungen an dieses Buch. Leider konnte Alte Sorten diese nicht erfüllen.
"Sie war wirklich geworden in dieser Zeit. Vielleicht waren es all die Berührungen mit der Erde gewesen. Wann hatte sie vorher jemals die Hände in der Erde gehabt? Wann Bienen auf der Haut? Wann hatte sie in einem Baum gestanden?"
Auch "Alte Sorten" habe ich gern gelesen. Ich mag Arenz' poetischen Schreibstil sehr gerne. Mit welcher Leichtigkeit er schreibt, begeistert mich immer wieder. Auch das Buchcover finde ich sehr ansprechend und thematisch passend :) Ich finde es toll, dass Arenz hier zwei unabhängige und starke Frauen geschaffen hat, die auch eine verletzte Seite haben. Beide haben ihre ganz eigenen, unterschiedlichen Erfahrungen gemacht und sind sich doch sehr ähnlich. Am liebsten mochte ich den Bezug zur Natur! 🍃 Arenz hat schön herausgearbeitet, wie die Natur auf die menschliche Psyche einwirken kann, finde ich. Insbesondere in unserer schnelllebigen Zeit, mit vielen Reizen und Einflüssen, kann man sich schnell verlieren. Die Geschichte wirkte auf mich entschleunigend und ehrlich. Das anstrengende Leben einer Bäuerin wird hier nicht heruntergespielt oder beschönigt. Die Einblicke in Erntevorgänge oder Schnapsbrennen haben mir auch gut gefallen. Die Geschichten der beiden Frauen finde ich tiefgründig, verstörend und schön zugleich. Manchmal ist Stille ganz laut, und nicht jeder kann einen dann verstehen. Es war schön zu lesen, dass Sally und Liss sich gegenseitig guttun und sich mit wenigen Worten so viel sagen können. Definitiv nicht das letzte Buch von Ewald Arenz, das ich gelesen habe :)

Dieses Buch hat meine Erwartungen übertroffen, es war ganz anders als erwartet.
Dieser Roman ist so ehrlich und authentisch geschrieben. Ohne Probleme zu romantisch da zu stellen, sondern genau so ungefiltert wie das Leben eben ist. Mit einigen Wendungen am Ende habe ich nicht gerechnet. Und manchmal mochte ich das Mädchen wirklich nicht und an anderen Stellen konnte ich es so gut verstehen. Obwohl die Story ernste Themen behandelt, habe ich selten so viel Ruhe in einem Buch gespürt. Die Landschaftsbeschreibungen, wie etwas richt,schmeckt haben mich wirklich eingefangen und das schöne in den kleinen Dingen sehen lassen.
Es wurde gerade erst hell, aber sie machte das Licht nicht an. So waren die Farben noch so Leise wie der Morgen.
Mit einer unglaublichen Sprachgewalt führt der Autor durch die Geschichte von Sally und Liss, die sich zufällig treffen. Die beiden Protagonistinnen könnten unterschiedlicher nicht sein und doch entdecken sie, dass sie viel gemein haben und einander brauchen. Ein entschleunigendes und bewegendes Buch, mit fein gezeichneten Charakteren welches zum Nachdenken anregt. Für mich ist es ein gelungenes Buch in das ich eintauchen konnte. Die Welt um Sally und Liss hat Der Autor so bildlich beschrieben, dass man das Gefühl hatte, selber inmitten der Hühner und der Birnenbäume zu sein.
SuB-Challenge 📚🎡 Nummer 7
Mein fünftes Buch von Ewald Arenz und nach zweien, die ich nicht so gerne mochte, endlich mal wieder eins, das ich wirklich gerne gelesen habe. Ich mochte die beiden Protagonist*innen im Laufe des Buches immer mehr. Trotz der allgemein sehr ruhigen Atmosphäre gab es einige spannende Entwicklungen. Insgesamt sind es für mich wohl eher 3,75 ⭐️ weil es mich anfangs einfach nicht so gecatched hat

Ein stilles Buch, das nachwirkt
Ich habe „Alte Sorten“ von Ewald Arenz auf einer längeren Zugfahrt gelesen und war positiv überrascht. Die Geschichte ist ruhig, aber sehr intensiv erzählt. Die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren wirkt authentisch, ohne klischeehaft zu sein. Besonders gefallen hat mir die klare Sprache und die unaufgeregte Art, wie ernste Themen behandelt werden. Kein actionreiches Buch, aber sehr berührend – ideal für ein paar Stunden ungestörtes Lesen.

Warum war da immer einer, der einem die Stimmung nahm, der einen dumm anmachte?
Ich musste mich erstmal in den Schreibstil reinfinden. Auch die Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit fielen mir manchmal schwer gleich zu erkennen. Doch irgendwann habe ich mich an den Schreibstil gewöhnt und kann jetzt sogar sagen, dass er mir wirklich sehr gut gefallen hat. Ich konnte mit alles so gut bildlich vorstellen, alle Beschriebungen waren wirklich schön. Ich habe viele interessante Dinge gelesen über die Arbeit auf Feld und Hof. Die Geschichte der beiden Frauen war sehr emotional, sie haben beide eine spannende Entwicklung durchgemacht. Ein wunderbares Herbstbuch! 💕
Ein Buch zum genießen, in die Natur abtauchen und den Herbst fühlen. 🍐 🍂 🌳
Langsam, entschleunigend und interessant zu verfolgen, wie die beiden Charaktere ihre Beziehung aufbauen und welche Vergangenheit sie mitbringen. Besonders gefielen mir die kleinen philosophischen Anekdoten und die Atmosphäre. Ich hab’s geliebt! Der Geschmack der Birnen, und die Erfahrungen auf dem Hof entfacht bei einer Protagonistinnen wieder den Geschmack am Leben. Und Ich habe richtig Hunger auf Birnen bekommen! Also seid vorbereitet! 🍐 😅

Eindrücke in aller Sinnlichkeit
Das Buch hat mich überrascht. Es kommt leichtfüßig daher, aus der Perspektive zweier Frauen und jeweils in ihrer eigenen Sprache erzählt. Sally, das wütende Mädchen trifft auf die abgeklärte und ruhige Liss. Eine Geschichte von zwei Frauen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein können. Aber nur auf den ersten Blick. Es entspinnt sich eine Geschichte, wie ich sie nicht erwartet hätte. Und die Eindrücke werden mit einer solchen Sinnlichkeit geschildert, dass ich beinahe alles selber schmecke, rieche und spüre.
„Wenn man von jemandem alles wusste, dann konnte man ihn an tausend Fäden halten“ 🍎🌾
Eine schöne Geschichte, bei der mir insbesondere die Beziehung der beiden Charaktere sowie die Beschreibung der Natur und des Umfelds gefallen hat. Manchmal waren mir die Beschreibungen der Arbeitsabläufe zu technisch und die Handlung auf den letzten 50-100 Seiten hat sich für mich nicht so natürlich eingefügt, sondern sich zu sehr nach einem gewollten „Showdown“ angefühlt. Obwohl die Charaktere menschlich sehr anders als ich sind, konnte ich mich anhand der Beschreibungen gut in sie hineinversetzen. 😇
Starkes Buch über zwei starke Frauen und das (Land)Leben
Ganz begeistert. Die beiden Frauen Sally und Lisa sind ganz unterschiedlich und sich doch ähnlich. Arenz hat sie wunderbar feinfühlig gezeichnet, aber auch das Landleben ist wunderbar beschrieben, ob Kartoffelernte, Birnenschnaps herstellen, das Imkern oder die Weinlese, alles ist sehr eindrücklich und schön beschrieben. Die beiden Außenseiterinnen nähern sich an und bauen eine fragile Freundschaft auf, und die langsam aufgebaute Spannung tut ein übriges. Sehr schön, danke für den Tipp @robins.
Mein erstes Buch von Ewald Arenz und es wurde zum Highlight! Eine sehr schöne und einfühlsame Geschichte, die eine Sogwirkung auf mich ausgeübt hat, sodass ich es an einem Tag inhaliert habe. Sally und Liss- die sich jeweils an verschiedenen Punkten ihres Lebens befinden, treffen zufällig aufeinander. Ab da an begleiten wir sie beide auf dem Hof von Liss, beobachten wie sie sich näher kennenlernen und sich daraus eine Freundschaft entwickelt. Beide Protagonist:innen haben mich sehr berührt und deren Geschichten sehr bewegt. Vor allem das Setting und die detaillierten Beschreibungen des Autor‘s haben es zu einem Wohlfühlbuch gemacht.
'Alte Sorten' war ein Geschenk an mich und lag nun sicherlich zwei Jahre auf meinem SuB. Belletristik war vor diesem Jahr so gar nicht meins, aber da es ein Geschenk war, hatte ich es auf meine #24für2024 Liste gepackt. Zur Frankfurter Buchmesse war es dann soweit und ich habe den Roman im Zug begonnen. Er wird sowohl aus Sallys, als auch aus Liss Perspektive erzählt. Das Annähern der beiden Frauen war wirklich spannend zu lesen. Ganz langsam baut sich ein Vertrauen zwischen den beiden auf und es war wirklich schön zu lesen, wie sie sich gegenseitig helfen konnten. Sally ist sehr impulsiv, sagt vom Fleck weg was sie denkt und nimmt kein Blatt vor den Mund. Das war hin und wieder etwas überraschend, manchmal konnte ich es nicht ganz nachvollziehen und dennoch war es überaus stimmig. Liss hingegen ist sehr geheimnisvoll. Sie ist gefasst, ruhig und ernst, das komplette Gegenteil zu Sally und doch ergänzten sich die beiden gut. Das Aufarbeiten beider Vergangenheiten hat Ewald Arenz gelungen verpackt und es gab sogar einen Moment, bei dem ich echt mitgefiebert habe, weil ich ihn absolut nicht erwartet hatte. Insgesamt hat mir der Roman also viel besser gefallen, als ich es erwartet hatte! Von mir gibt es ⭐️⭐️⭐️⭐️ Sterne und meine Reise in die Belletristik wird weitergehen 🤭

Überraschend psychologisch. Überraschend realistisch.
Ich habe das Buch aufgrund einiger Rezensionen gekauft und gelesen. Es ist erstaunlich, wie man erst denkt, dass eine junge Frau mit Probleme wegläuft und bei einer anderen Frau einfach nur Unterschlupf bekommt. Doch man ist am Ende überrascht, wie sich die Geschichte emotional wendet. Es ist ein sehr flüssiger Schreibstil, der auch oft sehr umgangssprachlich und sehr modern ist, was es einfach machte, dass Buch innerhalb von 2 Tagen durchzuhaben. Es ist spannend zu sehen, wie sich trotz weniger Worte eine Verbindung irgendwie im stillschweigen zwischen den beiden Frauen aufbaut. Und dann aber auch wie schnell es in Sekunden zerbrechen kann. Man erkennt aber auch wie sie sich gegenseitig unterstützen und helfen auf ihre eigenen besonderen Arten. Bin positiv über das Buch überrascht und kann es gerne weiterempfehlen.























































