Offene See
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Description
Book Information
Author Description
BENJAMIN MYERS, geboren 1976, ist Journalist und Schriftsteller. Myers hat nicht nur Romane, sondern auch Sachbücher und Lyrik geschrieben. Für seine literarischen Arbeiten hat er mehrere Preise erhalten. Sein Roman ›Offene See‹ (DuMont 2020) stand wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde mit dem Preis des unabhängigen Buchhandels als Lieblingsbuch des Jahres ausgezeichnet. 2021 erschien ›Der perfekte Kreis‹ (DuMont). Er lebt mit seiner Frau in Nordengland.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Poetisch und sensibel
Eine wunderbare Geschichte über das Zu sich selbst finden während man unterwegs ist. Der Schreibstil ist sehr poetisch, die Natur und Landschaftsbeschreibungen der englischen Küste so lebendig, dass man sie direkt vor Augen hat. Und natürlich geht es um Liebe und Poesie 😊. Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können.
Leseprojekt 2026: 26x Europa - Land 13: Großbritannien Benjamin Myers' Stil ist nicht meine Sache. Diese Tatsache hat mir den Einstieg in den Roman erschwert und auch später bin ich immer wieder darüber gestolpert. Der 16-jährige Robert ist froh, endlich der langweiligen Schule entkommen zu sein. Bevor sein Vater ihn nötigt, auch unter Tage zu arbeiten, macht er erstmal etwas, was man heute work and travel nennt. Während seiner Wanderreise trifft er auf die Erwachsene Dulcie, bei der er zunächst zum Essen bleibt. Die Menge und Art des Essens sind neu für ihn und für die Zeit nach dem 2. Weltkrieg unüblich. Ab dem Aufeinandertreffen von Robert und Dulcie mochte ich den Roman mehr, denn Dulcie ist eine coole und lebenserfahrene Frau, die Robert viele Gedankenanstöße gibt und ihm die Augen für Literatur, insbesondere Lyrik, öffnet. Ich wusste nicht, dass dies ein Roman über Schriftstellerei und Literatur ist, sonst hätte ich ihn nicht ausgesucht. Irgendwie spricht mich diese Thematik nicht mehr an. Ich habe das Gefühl, schon zu oft Ähnliches gelesen zu haben. Und obwohl Dulcies Leben noch Überraschungen parat hält, hat mich der Roman leider erst im letzten Kapitel gekriegt. [Im Rahmen meines Europaprojekts 2026 habe ich bisher Texte aus folgenden Ländern gelesen; in alphabetischer Reihenfolge: Albanien, Belgien, Bosnien, Deutschland, Italien, Island, Irland, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz, Spanien.]
*„Eine Begegnung am Meer, die ein ganzes Leben verschiebt. Und die zeigt, wie viel ein Sommer verändern kann.“*
Klappentext: Eine zeitlose und geradezu zärtliche Geschichte über die Bedeutung und Kraft menschlicher Beziehungen. Der junge Robert weiß schon früh, dass er wie alle Männer seiner Familie Bergarbeiter sein wird. Dabei ist ihm Enge ein Graus. Er liebt Natur und Bewegung, sehnt sich nach der Weite des Meeres. Daher beschließt er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, sich zum Ort seiner Sehnsucht, der offenen See, aufzumachen. Fast am Ziel angekommen, lernt er eine ältere Frau kennen, die ihn auf eine Tasse Tee in ihr leicht heruntergekommenes Cottage einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus dem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben. Als Dank für ihre Großzügigkeit bietet er ihr seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet sie das barsch. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. Gedichte, die Dulcie gewidmet sind, die sie aber auf keinen Fall lesen will. Rezension: Offene See ist ein Roman über Übergänge. Zwischen Jugend und Erwachsensein, zwischen Enge und Freiheit, zwischen dem, was man kennt, und dem, was möglich ist. Benjamin Myers erzählt von Einsamkeit, von Begegnungen, die tragen, und von der Bedeutung von Zeit – nicht als etwas, das man misst, sondern als etwas, das man erlebt. Das Meer steht dabei nicht nur für Weite, sondern auch für Offenheit: für Gedanken, für Möglichkeiten, für ein anderes Leben. Mich hat dieser Roman sofort erreicht. Die Sprache ist ruhig, präzise, klar und dich sehr poetisch. Kein Satz wirkt überflüssig. Die Beziehung zwischen Robert und Dulcie ist das Herz des Buches. Unaufgeregt, ehrlich und ohne große Gesten – und genau deshalb so berührend. Ich habe beim Lesen oft innegehalten, nicht weil es kompliziert ist, sondern weil es so viel in der Einfachheit liegt. Ein Buch, das leise erzählt und trotzdem sehr viel auslöst, auch eine Träne am Ende. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ „Man muss nicht weit gehen, um etwas zu finden. Man muss nur offen sein.“ #OffeneSee #BenjaminMyers #ComingOfAge #LeiseLiteratur #Begegnungen

Offene See erzählt von dem jungen Robert, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zu Fuß durch England reist. Unterwegs trifft er auf Dulcie Piper, eine ältere, unabhängige Frau, bei der er eine Zeit lang bleibt. Zwischen den beiden entstehen Gespräche über das Leben, Freiheit, Bücher und die Suche nach dem eigenen Weg. Wunderschönes Buch ♥️ „Dann musst du dein Netz weiter auswerfen. Was du ja wohl schon tust, einfach, indem du hier bist. Ja, wirf dein Netz aus und hol es ein. Der Fischer wartet nicht ab, bis die Fische aus dem Meer in sein Boot springen. Er fährt raus zu den Laichgebieten.“ „… Romantik ist nämlich nicht gleichbedeutend mit Herzschmerz und Rosen. Romantik ist ein Gefühl, und Romantik ist Freiheit. Romantik ist Abenteuer und Natur und Wanderlust. Sie ist Meeresrauschen und der Regen auf der Zeltplane und ein Bussard hoch über einer Wiese und das morgendliche Erwachen mit der Frage, was der Tag wohl bringen mag, um dann loszuziehen und das herauszufinden. Das ist Romantik.“ „Bienen sind wahre Wunderwesen, die unermüdlich Pollen in Gold verwandeln.“
Ein Buch wie frischer Hummer am Meer, guter Wein und bitter-süßer Honig 🐝
Den 16-jährigen Robert erwartet nach Ende des zweiten Weltkrieges ein trostloses Leben in den Kohle-Minen seiner Heimat, doch zuvor will er einen Sommer lang die Welt sehen. Seine Reise führt ihn an einen kleinen Ort an der englischen Küste und vor die Tore von Dulcie‘s Cottage, einer Dame von Welt, die ihn in die Freuden von gutem Essen und Gedichten einweiht, ihn herausfordert, weiter zu denken und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen! Zum Dank bietet er ihr seine Hilfe mit dem wilden Garten an und renoviert die kleine Hütte auf Dulcie‘s Grund, wo er auf alte Gedichtmanuskripte stößt, die seiner Gönnerin gewidmet sind. Als er Dulcie damit konfrontiert, erzählt sie Robert ihre Lebensgeschichte: vom Krieg und von Leid, von einer intensiven Liebe und vom Meer, an das sie diese verlor… ⭐️⭐️⭐️⭐️ Das Buch durfte wegen des wunderschönen Covers und des Klappentextes mit, aber nichts konnte mich auf die Reise vorbereiten, die ich mit Robert erleben durfte! Traumhafte Landschaftsschilderungen und ein unfassbares Talent, die kleinen Momente einzufangen, machen dieses Buch unglaublich atmosphärisch! Wer sich nicht in Dulcie und ihre flapsige, wenn auch gutherzige Art verliebt, hat kein Herz ♥️ Ich liebte die Dialoge, die Geschichten und die Möglichkeiten, die sie Robert damit aufzeigte.. jeder sollte eine Dulcie in seinem Leben haben!
Mit bildhafter Sprache beschreibt Benjamin Myers die Wanderschaft eines jungen Mannes und seine Suche nach seinem Weg, der ihn direkt zu Dulcie führt. Es entsteht eine wunderbare Freundschaft, die für beide eine Bereicherung ist. Die Beschreibung der Natur, des einfach-reichen Lebens und die ruppig-liebenswerte Dulcie machen diese Geschichte für mich zu etwas besonderem.
Bis jetzt schönstes Buch des Jahres!
In manchen Büchern markiere ich Sätze und Gedanken, die mir gefallen und in diesem Buch hätte ich wirklich eigentlich fast alles markieren können. Ein wunderschönes Sommerbuch, das eine ganz wichtige Botschaft enthält: Egal wer du glaubst zu sein oder sein zu müssen; du kannst immer noch einen anderen Weg einschlagen und neu beginnen. Ich liebe Coming-Of-Age Geschichten und diese hier ist wirklich eine wunderschöne Variante. Liebe zur Natur, zur Poesie und tiefgründige Gespräche sind das, was mir aus dem Buch am meisten in Erinnerung geblieben sind. Darüberhinaus ist das Buch auch noch wundervoll geschrieben und trotzdem leicht zu lesen. Ein absolutes 5-Sterne-Buch.

Leise erzählt - tief empfunden
„𝘙𝘦𝘪𝘴𝘦𝘯 𝘪𝘴𝘵 𝘥𝘪𝘦 𝘚𝘶𝘤𝘩𝘦 𝘯𝘢𝘤𝘩 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘴𝘦𝘭𝘣𝘴𝘵, 𝘨𝘭𝘢𝘶𝘣 𝘮𝘪𝘳. 𝘜𝘯𝘥 𝘮𝘢𝘯𝘤𝘩𝘮𝘢𝘭 𝘨𝘦𝘯ü𝘨𝘵 𝘴𝘤𝘩𝘰𝘯 𝘢𝘭𝘭𝘦𝘪𝘯 𝘥𝘢𝘴 𝘚𝘶𝘤𝘩𝘦𝘯.“ Der zweite Weltkrieg ist gerade vorbei und Roberts Sehnsucht nach dem Leben ist groß. So zieht der 16-Jährige mit seinem Rucksack aus dem Norden Englands los. Es lockt ihn der Süden und das Meer, bevor er in den Bergbau einsteigen wird. Auf seiner Reise begegnet Robert der älteren Dulcie, die ein unkonventionelles Leben in einem abgelegenen Cottage führt. Eine Begegnung, die das Leben der beiden für immer verändern wird. - „Offene See“ ist definitiv eins der schönsten Bücher, die ich je gelesen habe und das mich mit Sicherheit noch sehr lange begleiten wird. Durch den wunderschönen, ruhigen und poetischen Schreibstil von Benjamin Myers bin ich vollkommen in die Geschichte von Robert und Dulcie und die Schönheiten des englischen Südens eingetaucht. Die ausladenden Naturbeschreibungen malten eine atemberaubende Natur vor meinen Augen, die ich gar nicht mehr verlassen wollte. Das Buch entschleunigt und lässt den Alltag mit den eigenen Sorgen des Lebens in den Hintergrund rücken. In der Geschichte begleiten wir Robert auf seiner Reise zur offenen See, zu Dulcie und zu sich selbst. Ganz konträr zu dem jungen Robert lebt Dulcie: Sie lebt nicht nur für andere - sie lebt für sich selber. Etwas, was wir im Alltag in der ständigen Konfrontation mit der Erwartungshaltung anderer an uns viel zu schnell vergessen. Auch Dulcies sorglos wirkendes Herz wird vom Geist der Vergangenheit belastet und ihre Geschichte hat mich sehr berührt. Sie lernt mit Robert zusammen, diesen Geist anzunehmen und gehen zu lassen. Und wir lernen mit Robert zusammen von Dulcie, was es heißt, sein Leben wirklich zu leben und dass wir die Zeit, die wir haben, nicht mit Belanglosigkeiten vergeuden sollten. Wir lernen, wie wichtig ein selbstbestimmtes Leben fernab von Traditionen und Erwartungen ist. Wie lebensverändernd Begegnungen mit manchen Menschen sein können und wie wichtig der Bezug zur Natur für den Menschen ist. Wir dürfen uns selber entdecken. Wir dürfen das Leben und die Welt entdecken. Wir dürfen anders sein und Raum einnehmen. Wir dürfen wir sein. Fazit: Es ist schwierig die Größe dieses Buchs in wenige Sätze zu fassen. Der poetische und ruhige Schreibstil entschleunigt und erfüllt. Für mich war es ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern gefühlt werden wollte – still, tief und voller Menschlichkeit. „Offene See“ hat mich daran erinnert, dass wahres Leben dort beginnt, wo Erwartungen aufhören und dass die Freiheit manchmal in der Einfachheit liegt.

Unbedingt bis zum Schluss lesen!
Ich muss gestehen, dass ich mich anfangs schwer in Myers Sprache einfinden konnte. Kein Buch, welches man „mal eben“ so wegliest. Auch der Anfang war mir etwas „schleppend“ aber nach Roberts Ankunft bei Dulcie und ihrem Hund Buttlers war ich voll drin. Sie sind mir sehr ans Herz gewachsen und Roberts Entwicklung war toll. Auch wenn ich mit Lyrik nicht so viel anfangen kann, hat mir dieses Buch dennoch sehr gut gefallen und jetzt, wo ich es beendet habe, fehlt mir sogar Benjamin Myers Schreibweise!

Ein Buch zum Wohlfühlen
Ein wundervolles Buch. Ganz unaufgeregt und mit soviel Liebe zum Detail in der Beschreibung von Natur und Umgebung. Das Buch vermittelt, dass man einfach mal den Alltagsstress beiseite legen sollte und einfach mal das Leben genießen. Ich empfehle das Buch jedem, der mal wieder ein wenig Positivität vermittelt bekommen möchte.
Tolle Charaktere und sehr schöner Schreibstil
Der Schreibstil war wirklich toll, es wirkte alles so malerisch. Robert und Dulcie habe ich schnell ins Herz geschlossen und fand ihre Entwicklung auch toll. Aber die Story an sich konnte mich nicht so richtig fesseln. Und Gedichte sind halt einfach nicht meins.
Eine Geschichte über Freundschaft und das Leben
Offene See erzählt die Geschichte des 16-jährigen Robert, der nach dem Zweiten Weltkrieg aus seinem kleinen, engen Heimatdorf aufbricht, um das Meer zu sehen – und dabei nicht nur die Weite der Landschaft, sondern auch die der menschlichen Seele entdeckt. Auf seiner Reise trifft er auf eine ältere Frau, die sein Leben für immer verändert. Anfangs musste ich mich etwas an die besondere, poetische Sprache gewöhnen, doch schon nach wenigen Seiten war ich völlig eingetaucht in die melancholisch-schöne Atmosphäre an Englands Ostküste. Benjamin Myers schafft es mit wenigen Worten, ganze Landschaften zum Leben zu erwecken. Ich konnte das Salz in der Luft schmecken, das Moos unter den Füßen spüren und das Knistern im Kaminfeuer hören. Die Figuren – allen voran Robert und Dulcie – sind tiefgründig, menschlich und voller Wärme. Das Buch ist ruhig, aber nie langweilig. Es erzählt von Freiheit, Bildung, Freundschaft und dem Mut, den eigenen Weg zu gehen. Ich habe jede Seite geliebt und spüre jetzt schon ein leichtes Fernweh – nicht nur nach der offenen See, sondern auch nach Geschichten, die so tief berühren.

Gewaltig
Wir befinden uns in der Nachkriegszeit des 2. Weltkrieges. Alles ist unstet, im Wandel, im Wiederaufbau. Unser Protagonist Robert zieht es raus aus dem dunklen Heimatort, raus aufs freie Land und an das Meer. Er macht sich zu Fuß auf an die Englische Küste und wir begleiten ihn. Auf jedem Schritt und Tritt sind wir bei Robert, nehmen in uns auf, was er sieht, riechen was er riecht und schmecken was er schmeckt. Benjamin Meyers schafft es so wunderbar uns all diese Eindrücke perfekt zu übermitteln. Wie ein verhungernder nimmt Robert all diese Eindrücke, die Ruhe und vor allem die Freiheit in sich auf. Er schläft unter freiem Himmel, arbeitet hier und da für Lebensmittel und wandert seinem Traum, dem Meer entgegen. Wir beobachten gemeinsam mit Robert wie Tage sich dem Ende neigen und was den aufmerksamen Beobachter in der Nacht an Leben erwartet. Jede Maus, jede Eule wird erwähnt. Man merkt als Leser deutlich, dass Robert all diese Eindrücke, ob Tag, oder Nacht, fast schon inhaliert. Diese beinahe schon poetischen Naturbeschreibungen haben mir so sehr gefallen! Als Robert auf Dulcie trifft, eine ältere Dame mit Hund, und ihr in ihrem kleinen Cottage ein wenig zur Hand geht, werden wir Zeugem wie sich eine wunderbare Freundschaft entspinnt. Aber in diesem Buch geht es nicht nur um Freundschaft. Es geht darum, den eigenen Wert zu erkennen, unabhängig aller geltenden gesellschaftlichen Regeln, es geht darum auch nach dem Schrecklichen wieder das Schöne im Leben zu finden. Es geht darum, über sich hinaus zu wachsen. Dieses Buch ist eine Hommage an die Ruhe und an die zwischenmenschlichen Beziehungen. Es wird sehr langsam und beschaulich erzählt und es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als selber zur Ruhe zu kommen und in den Text abzutauchen. Wir genießen das Leben, auf das Einfachste reduziert: gutes Essen und gute Gespräche. Und die haben mein Herz gerührt. Es geht auch ein wenig um Lyrik in diesem Buch und meine Neugierde ist nun endtgültig geweckt. Ich kann dieses Buch sehr schlecht in Worte fassen, auch wenn es derer schon viele waren. Man muss diese Geschichte einfach spüren und fühlen und leben. Ich war mit Robert und Dulcie in diesem Cottage, ich saß mit ihnen am Tisch und ich habe ihren Gesprächen gelauscht. Und ich werde diese Geschichte für immer im Herzen tragen.

Wunderbar entschleunigender Sommerroman
Ein sehr ruhiges Sommer-Buch, das mich durch seine wunderschöne Sprache absolut umgehauen hat. Dieser lyrische Roman hat zwar nicht viel Handlung, jedoch hat mich das in diesem Fall absolut nicht gestört. Mit seiner Sprache hat der Autor umwerfend schöne Bilder geschaffen, die noch lange nachwirken.
Menschen fangen keine Kriege an, wenn sie innerlich erfüllt sind, und das Streben nach persönlicher Freiheit kann derzeit als ein radikaler Akt betrachtet werden.
Für manche Bücher braucht man den richtigen Zeitpunkt - und in der Nostalgie des Frühsommers hat mich dieses Buch mit seiner langsamen Poesie sehr berührt und bewegt. Wenn ich es mir nicht ausgeliehen hätte, hätte ich vermutlich auf jeder Seite einen Satz markiert 😅

Eine poetische Reise zur „Offenen See“ von Benjamin Myers
Benjamin Myers „Offene See“ ist ein ruhiges, entschleunigendes Buch, das den Leser*innen in die englische Nachkriegszeit entführt. Der junge Robert macht sich nach seiner Schulzeit auf den Weg das Land zu erkunden und trifft dabei auf Dulcie, eine faszinierende, unkonventionelle Frau, die dem Roman seinen besonderen Charme verleiht. Die Gespräche der beiden über Leben, Freiheit, Kunst und den Tod sind für mich die Höhepunkte. Die Liebe des Autors zur Natur, besonders zur Küste von Yorkshire und Scarborough, ist spürbar und verleiht der Geschichte eine authentische, stimmungsvolle Atmosphäre. Das Buch glänzt durch seine poetische Sprache und die langsame, bedächtige Erzählweise. Es geht nicht um große Abenteuer, sondern um leise Momente, die Natur und die inneren Veränderungen der Figuren. Für manche mag diese Gemächlichkeit ein kleiner Minuspunkt sein, da sich die Handlung Zeit nimmt, was nicht jedem gefallen dürfte. Wer sich jedoch auf diese entschleunigte Reise einlässt, wird reich belohnt. Ich habe es im Urlaub gelesen, und die Stimmung des Buches passte perfekt zur Ruhe der freien Tage. Offene See ist ideal für Leser*innen, die poetische Sprache und ruhige Geschichten lieben. Bitte die Triggerpunkte beachten! In meinem Buch standen leider keine.

Eine Liebeserklärung an die Poesie! - Lesenswerter Roman über die Suche nach sich selbst
„Reisen ist auch immer eine Suche nach sich selbst“ Schaut man sich den Kern der Geschichte an, kann man »Offene See« in eine Reihe mit »Der kleine Prinz«, »Das Café am Rande der Welt« oder »Alte Sorten“ einordnen. Ein junger Mensch macht sich auf eine Reise, und an einem entfernten Ort, führt ihn eine Person, die selbst ein Geheimnis in sich trägt, in das Leben ein. Die Grundkonstruktion des Romans ist also bekannt. In dem Roman ist es der 16-jährige Robert, der sich auf den Weg macht. Er hat soeben die Schulzeit beendet, er stammt aus der Kohleregion im mittleren England, und eigentlich ist ihm vorherbestimmt, dass er wie sein Vater und Großvater und all die Männer vor ihnen, hinunter in die Zeche fahren wird. Es ist das Jahr 1946, und England ist noch stark vom Krieg geprägt. Robert läuft dem Sommer entgegen und nahe der Nordseeküste in den Süden und kommt zum einsam gelegenen Haus einer älteren Dame namens Dulcie Piper. Robert verdient sich sein Essen durch Handlangerdienste und so bietet er auch Dulcie an, ihren Garten von Unkraut und Gestrüpp zu befreien. Dieser Sommer wird beide verändern und auch Dulcie mit etwas konfrontieren, das sie verdrängen wollte. Was den Roman besonders und lesenswert macht ist die wunderbare Figur der älteren und etwas verschrobenen Lebensdamen Dulcie, die einem sofort ans Herz wächst. Mit Charme leitet sie den Jungen zum selbstständigen Denken an und macht ihn ganz nebenbei mit dem Zauber der Poesie vertraut. Der Roman wird so zu einer großen Liebeserklärung an die Lyrik und vermittelt dem Leser auf wunderbare Weise den Wert der Literatur, ohne mir dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen. Besonders macht den Roman auch seine außergewöhnliche Sprache und der Bilderreichtum der Naturbeschreibungen. Zu Beginn fand ich den ausschweifenden Ausdruck etwas bemüht und gewollt, mit der Zeit weiß man ihn aber zunehmend zu schätzen. Insgesamt eine tolle Urlaubslektüre. Man wünscht sich, das der Roman in den Kanon der Schullektüre aufgenommen wird. Empfehlenswert!
"Hier war Leben, geschah überall um mich herum und in mir und durch mich hindurch, in dieser neuen Zeit des Wachsens und Werdens, dieser Phase des ungehemmten Entstehens." Der Zweite Weltkrieg ist gerade vorbei, als der 16-jährige Robert, dessen Schicksal als Bergarbeiter vorherbestimmt ist, beschließt, vorher noch die offene See erleben zu wollen. Er bricht zur Küste Englands auf, ganz allein, ohne Pläne, mit nichts als dem Wunsch nach Freiheit. Dort lernt er die deutlich ältere Dulcie kennen - eine Frau, wie er sie noch nie getroffen hat: unkonventionell, direkt, leidenschaftlich und den Menschen gegenüber aufgeschlossen. Dulcie nimmt Robert unter ihre Fittiche und zeigt ihm, wie viel das Leben bereithält, wenn man nur hinschaut. Ich hatte vorab schon sehr viel Gutes über “Offene See” gehört, bevor ich es selbst gelesen habe. Mir hat sehr gefallen, wie atmosphärisch Benjamin Myers schreibt. Jede Mahlzeit wirkt real, jede Laune des Meeres wird zu einem umfassenden Bewegtbild im Kopf. Das Highlight ist jedoch die besondere Freundschaft zwischen Dulcie und Robert - zwei Personen, die erst einmal nichts verbindet und die doch miteinander und durch einander das Leben auf ganz neue, intensivere Art kennenlernen. Wer einen Roman mit einem komplexen, abwechslungsreichen Plot sucht, wird hier nicht fündig. Das Buch ist unaufgeregt und hat wenig Handlung. Außer man betrachtet einen ausgedehnten Spaziergang als Handlung, Gartenarbeit, das gemeinsame Sinnieren über das Leben. “Offene See” ist ein sinnliches Buch für ruhige Stunden. Übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. CN: Tierl3id, Kr1eg, Z-Wort, Abl3ismus
"Im Schweigen liegt Poesie, aber die meisten nehmen sich nicht die Muße, sie zu hören. Sie reden und reden und reden, aber sie sagen nichts, weil sie Angst haben, ihren eigenen Herzschlag zu hören. Angst vor ihrer eigenen Sterblichkeit." (S. 76) Für mich das richtige Zitat als Einleitung zu meiner Rezension. Denn "Offene See" ist ein Buch voller Poesie und stiller Momente, das mich oft innehalten und in mich hineinhorchen ließ... 🌊 Der 16-jährige Robert hat gerade seinen Abschluss in einem nordenglischen Städtchen gemacht. Es ist 1946, der Krieg ist vorbei und bevor Robert sich dem Bergbau verpflichtet, weil sein Vater und Großvater auch schon unter Tage waren, will er unbedingt das Meer sehen. So macht er sich auf nach Süden, schlägt sich durch die Natur und landet irgendwann in der Nähe von Scarborough, wo er Bekanntschaft mit der Einsiedlerin Dulcie macht. Dulcie ist selbstbewusst, bunt und laut und zwischen dem schüchternen Robert und der schroffen Frau entwickelt sich eine besondere Freundschaft, in der einer für den jeweils anderen da ist, ohne es richtig zu merken... 🌊 Die wunderschönen Naturbeschreibungen und die unglaublich poetische Sprache haben mich förmlich durch das Buch getragen. Ich fühlte mich selbst inmitten der alten Bäume, Moore und schließlich an der offenen See. Dulcie mochte ich von ihrem ersten Satz an! Eine unkonventionelle, selbstbestimmte Frau, die - auf den ersten Blick - nicht viel umhauen kann. Mit ihrer offenen Art schafft sie es, den schüchternen Robert aus seinem Schneckenhaus zu locken und die beiden entwickeln eine wunderbare Freundschaft, die sich gegenseitig trägt. 🌊 Ich mochte dieses leise Büchlein sehr und kann es jedem ans Herz legen, der Geschichten über besondere Freundschaften und ausschweifende, wunderschöne Naturbeschreibungen mag.
Der Anfang dieses Buches hat mich zuerst etwas abgeschreckt, kam mir trocken und langweilig vor. Dennoch habe ich weiter gelesen und zugelassen das sich die Geschichte entfalten kann. Die Worte, die Art und das Setting... diese Ruhe welche jede Seite ausstrahlt hat mich zuerst überrumpelt und dann mein ganzes Selbst eingenommen. Beim lesen dieses Buches bin ich dem, was ich "Inneren Frieden" nenne am nächsten gekommen.
“but a good poem shucks the oyster shell of one’s mind to reveal the pearl within”🌊
Robert, 16, möchte nicht wie seine Väter vor ihm sein Leben in der Kohlemine verbringen. Geprägt durch den zweiten Weltkrieg und auf der Suche nach sich selbst, wandert er durch England und findet dabei nicht nur die Antworten auf all seine Fragen, sondern auch Dulcie Piper🦋 eine ältere Dame, die die richtigen Prioritäten im Leben setzt und trotz ihres Alters (für mich und auch für Robert) eine starke bewundernswerte Frau ist!!✨ Sehr atmosphärisch begleiten wir die zwei authentischen Charaktere, die vieles von einander lernen und Themen diskutieren wie Krieg, Verlust, Liebe, Genuss und immer im Bezug zur Poesie und Natur!!🌷🌊 Bis auf eine Seite (79) ist das Buch für mich Perfektion und hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen eingenommen ❤️ absolute Must-Read und einer meiner Favourites von 2023!! „people are people […] some are brave and some are foolish, and almost all are scared” “on this day for fools, all I want is to sleep forever, so sleep I shall, beneath a blanket of water”🌊
"Offene See" verbindet eine Coming-of-Age-Geschichte mit Naturbeobachtungen, Reflexionen zur Literatur, historischen Einsichten und Erfahrungen von Freundschaft und Heilung. Bei all dem ist es ein sanftes und unaufgeregtes Buch, das mich inspiriert hat und noch lange in mir nachklingt.
Im Mittelpunkt des Buches stehen Robert, der gerade die Schule beendet hat, und die viel ältere Dulcie, die in einem Cottage an der englischen Küste ein unkonventionelles Leben führt. Robert soll die Tradition seiner Familie weiterführen und Bergmann werden. Doch bevor er diesen Job antritt, möchte er eine Wanderung ans Meer machen. Das ist in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, in der überall Mangel herrscht, keine einfache Sache, doch Robert fühlt sich der Natur eng verbunden und findet auf seinem Weg immer wieder Möglichkeiten sich zu ernähren und zu übernachten. Dabei kommt er auch zu Dulcie, die ihn bei sich aufnimmt und für ihn kocht. Erst will er nur eine Nacht lang bleiben, doch dann entspinnt sich zwischen beiden ein Gespräch, das über einen längeren Zeitraum geht und Robert neue Perspektiven eröffnet. Im Gegenzug bringt Robert das eine oder andere auf Dulcies Anwesen in Ordnung. Als er ihr Gartenhaus renoviert, macht er eine Entdeckung, die auch Dulcies Leben noch einmal eine neue Richtung gibt.

Eine Ode an das Leben, den Genuss und die Lyrik
Ein Roman, der sich wie die See an einem ruhigen Frühlingsmorgen sanft hin und her bewegt. Er ist nicht weltbewegend, strotzt nicht vor Spannung, aber es ist eine schöne Geschichte, die einem zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt. Also esst gutes Essen, trinkt leckeren Wein und lebt euer bestes Leben. Es ist zu kurz um es mit Langeweile zu füllen.
„Offene See“ von Benjamin Myers ist für mich ein schöner, stimmungsvoller Roman über einen Sommer, der alles verändert – zugleich aber oft so rührselig erzählt, dass er für meinen Geschmack gefährlich nah an den Kitsch gerät. .
Der 16‑jährige Robert verlässt nach dem Krieg sein englisches Arbeiterdorf und wandert ans Meer, wo er zufällig auf die exzentrische Dulcie trifft, die allein an der Küste lebt. Aus ein paar Tagen werden Wochen: Er arbeitet im Garten, sie bekocht ihn, schenkt ihm Gedichte und Geschichten, und zwischen den beiden entsteht eine innige Freundschaft. Diese Ausgangsidee fand ich sehr reizvoll, und viele Szenen – etwa die Gespräche über Literatur und die langen Küstenspaziergänge – haben eine starke, ruhige Atmosphäre. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, dass das Buch diese besondere Begegnung sehr stark romantisiert. Die Naturbeschreibungen sind poetisch und detailreich, aber für meinen Geschmack manchmal zu üppig; immer wieder gleitet die Sprache in eine sanfte Verklärung, in der alles ein bisschen zu golden, zu bedeutungsvoll, zu symbolisch wirkt. Auch die Figuren – der sensible Junge aus einfachen Verhältnissen und die kluge, lebensweise, leicht geheimnisvolle ältere Frau – wirken sehr idealisiert. Dulcie bleibt oft fast zu perfekt in ihrer Mischung aus Exzentrik, Schlagfertigkeit und Warmherzigkeit, während Robert in seiner Entwicklung vom unsicheren Arbeiterjungen zum „erwachten“ jungen Mann recht glatt gezeichnet wird. Berührend sind viele Momente trotzdem, besonders wenn Dulcies eigene Verletzungen und Verluste zur Sprache kommen und deutlich wird, wie sehr der Krieg in den Biografien nachwirkt. Aber gerade in diesen Passagen kippt der Ton für mich gelegentlich ins sehr Rührselige: große Lebensweisheiten, perfekt gesetzte symbolische Bilder, sehr runde Schlusspointen. Das wirkt zwar emotional, nimmt der Geschichte aber ein Stück Glaubwürdigkeit und Rauheit. Insgesamt habe ich „Offene See“ gerne gelesen – wegen der Stimmung, der Küstenlandschaft und der Grundidee einer lebensverändernden Begegnung. Gleichzeitig blieb bei mir der Eindruck, dass der Roman seine Themen Freiheit, Bildung und Neubeginn etwas zu weichzeichnet und oft näher am gefälligen Wohlfühlroman als an einer wirklich kantigen Coming‑of‑Age‑Geschichte ist. Wer poetische, sanft melancholische Bücher mag, wird sich hier wohlfühlen; ich hätte mir an einigen Stellen weniger Rührseligkeit und ein wenig mehr Widerstand gewünscht.

Poetisch und langsam - ein Genuss zu lesen
Robert ist 16 und Sohn eines Bergarbeiters in Englands Norden nach dem 2. Weltkrieg. Um seinem vorgezeichneten Lebensweg in der Zeche zu entgehen, geht er auf Wanderschaft durch England. Gegen Kost und Logis arbeitet er in jedem Job, den er findet. Bis er an Englands Südküste auf ein verwunschenes Cottage stößt. Dort wohnt Dulcie, eine ältere wohlhabende, sehr gebildete Dame, ein Freigeist. Sie öffnet ihm neue Türen, bringt ihm gehobene Küche, Literatur, Politik und eigenes Denken nah und ändert so seinen Lebensweg. "Offene See" besticht durch eine wunderschöne und poetische Sprache und einen langsamen und ruhigen Erzählfluss mit vielen Naturbeschreibungen und eigener Lyrik. Ein ganz zauberhaftes, warmherziges und eigenwilliges Buch.
Poetisches Meisterwerk! So wie es Lieder ohne Worte gibt, so ist Lyrik Worte ohne Noten. – Erhard Blanck Es gibt sie noch: die Bücher, deren poetische Sprache mich mitreißt in eine See der Poesie. So geschehen bei Benjamin Myers´ Roman „Offene See“. Dabei war die Welle der Begeisterung zunächst relativ flach. Vergleichbar mit der flachen Brandung an einem geschützten Strand. Denn es braucht seine Zeit, bis man „ankommt“ bei Dulcie Piper und ihrem Sinn für das Leben, das so ganz anders verläuft, als man es gemeinhin annimmt, wie es 1946 im Nachkriegsengland gewesen sein muss. Wenn man als Leser dann aber mit dem 16-jährigen Robert bei Dulcie und ihrem Hund Butler eintrifft und die ersten spitzen Bemerkungen über Dulcie´s Lippen kommen – ja, dann wird die Strömung und die Brandung stärker und man kann sich dem Sog der offenen See nicht mehr entziehen. Die geneigte Leserschaft wird mitgerissen von Dulcie´s Weisheit, von ihrem Sinn für ein unkonventionelles, autarkes L E B E N, von ihrem Wunsch, die Welt verändern, ja – verbessern zu wollen. Und Robert, der sich am Anfang noch sicher ist, ein Leben zu führen, dass genauso abläuft wie das seines Vaters und seines Opas? Er fasst Vertrauen zu Dulcie, bringt sie mit seinen naiven Fragen „um den Verstand“ und erkennt im Laufe der Zeit die Wahrheit und Schönheit der Worte in den Lyrikbänden von Dulcie – und revanchiert sich auf seine ganz eigene Art und Weise bei ihr. Das ganze Buch strotzt vor Poesie, vor Lyrik, vor Schönheit – es ist ein besonderer Schatz, den der Autor Benjamin Myers hier seinen Leserinnen und Lesern präsentiert. Hervorzuheben ist jedoch auch die Arbeit der Übersetzer Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. „Offene See“ sei hiermit allen ans Herz gelegt, die sich gerne poetischen Worten und Lyrik hingeben. 5* und absolute Leseempfehlung! ©kingofmusic
Wer Bücher mag, die zum Nachdenken anregen und eine besondere Stimmung transportieren, wird hier viel finden.
„Offene See“ hat mich total entschleunigt 🌊📖 Eine ruhige, poetische Geschichte über Freiheit, Begegnung und die kleinen Dinge im Leben. Besonders die Naturbeschreibungen und die besondere Freundschaft haben mich berührt. Kein spannendes Drama, sondern ein Buch zum Nachdenken und Genießen. 4 von 5 ⭐️ – absolut lesenswert!
Im Leben ankommen
Eine berührende - wenn auch kurzweilige Geschichte - wie zwei Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenslangen aufeinander treffen und sich gegenseitig bereichern. Die zufällige Begegnung führt zu Momenten, die beide für ihr restliches Leben prägen. Definitiv eine schöne Urlaubslektüre!

Es passiert fast nichts und doch so viel.
Ein sehr poetisches Buch, das die Lesenden mit tiefgründiger Sprache zum Andenken anregt. Wir begleiten den 16-jährigen Robert nach dem Ende seiner Schulzeit auf einer Wanderung entlang der englischen Küste. Nach einigen entbehrungsreichen Tagen und Wochen kommt er auf dem Hof von Dulcie an und wir werden Zeugen einer schicksalshaften Begegnung, die auf das Leben der beiden großen Einfluss hat. Robert hilft Dulcie ohne es zu ahnen bei der Bewältigung eines schweren Verlusts. Dulcie hingegen erkennt Roberts wahres Talent und unterstützt ihn, dieses zur Entfaltung zu bringen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es gab immer wieder wunderbare Sätze. Zwei Zitate sind hier exemplarisch aufgeführt: S. 66: Wandere lange genug mit offenen Augen durch die Welt, dann fängst du irgendwann an, Entdeckungen zu machen. Bei großen Reisen geht es nie nur um das Ziel. S. 239; Gedicht von Romy an Dulcie. Durch Lachen gestärkt, durch Liebe beschwingt bin ich für immer in deinen Atomen. Die ersten 30 Seiten waren etwas zäh, deswegen ein Punkt Abzug.
„𝓤𝓷𝓭 𝓳𝓮𝓽𝔃𝓽 𝔀𝓪𝓻 𝓲𝓬𝓱 […] 𝓪𝓷𝓭𝓮𝓻𝓼𝔀𝓸, 𝓯𝓻𝓮𝓲 𝓿𝓸𝓷 𝓭𝓮𝓷 𝓕𝓮𝓼𝓼𝓮𝓵𝓷 𝓭𝓮𝓻 𝓥𝓮𝓻𝓽𝓻𝓪𝓾𝓽𝓱𝓮𝓲𝓽 𝓿𝓸𝓷 𝓞𝓻𝓽𝓮𝓷 𝓾𝓷𝓭 𝓜𝓮𝓷𝓼𝓬𝓱𝓮𝓷.“
Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen. Angefangen mit dem wunderschönen, beruhigenden & außergewöhnlichen nahezu poetischen Schreibstil, welches sich auch damit erklären lässt, dass Lyrik & Kunst eines der Themen sind. Natürlich ist die Nachkriegszeit hier eines der hauptsächlichen Kernthemen & die anstehenden Veränderungen. Vor allem am Anfang sind einige Reime in einzelnen Sätzen vorhanden die dem ganzen eine romantische & verträumte Atmosphäre verleihen. Einfach wow! Die Beschreibung des Fernweh‘s, das Verlangen dem sich ständig wiederholdendem Alltag zu entfliehen hätte ich nicht besser auf den Punkt bringen können. Ich habe eine Vielfalt an Emotionen verspürt. Sei es vor Traurigkeit die Tränen zu vergießen oder aufgrund der Schönheit des Inhalts. Es behinhaltet alles um einen Roman perfekt zu machen. Du beginnst Sachen zu hinterfragen oder erkennst Parallelen aus dem Jahr 1946 und der Gegenwart („Schau dir wenigstens Europa an, solange das noch geht, denn es wird nicht lange dauern, bis der Nächste versucht, es wieder zu zerstören.“) Die Protagonisten Dulcie die in ihrem Cottage lebt & Robert, der auf seiner Reise bei Dulcie landet sind sehr sympathisch & harmonisch. Da gab es ebenfalls einen kleinen Plost Twist, mit welchem ich nicht gerechnet hatte, welches für zusätzliche Spannung sorgte. Dulcie ist eine sehr starke Frau, die nichts von den gesellschaftlich aufgestellten Regelungen hält & steht‘s ihre für damalige Zeit ungewöhnlich Meinung so lautstark und direkt als Frau vertritt. Eine Person zu welcher ich wirklich aufsehen kann. Mich hat das Buch emotional zutiefst berührt & kann ich von Herzen nur weiter empfehlen.
Wunderbar entschleunigend
Man muss sich auf dieses Buch einlassen, sich Zeit nehmen und es genießen, dann ist es wunderbar. Es besticht nicht durch viel Action, Spannung oder unerwartete Wendungen, hält keine tragische Romanze bereit oder große heroische Gesten. Es geht einfach um einen jungen Mann, der sich in der Nachkriegszeit selbst finden möchte und sich auf Wanderschaft begibt. Unterwegs trifft er auf die betagte Einsiedlerin Dulcie, die ihn unter seine Fittiche nimmt und es entsteht eine wundervolle, besondere Freundschaft, die beiden hilft, in ihrem Leben weiter zu kommen. Ein schönes, ruhiges und malerisch geschriebenes Buch, welches einen dazu bringt inne zu halten und zu träumen.
England in Zeiten des zweiten Weltkrieges. Dieses Buch war und ist ein absolutes Highlight für mich. Die Sprache hat mich total eingenommen. Der Inhalt mich völlig berührt und die außergewöhnlichen Charaktere haben ihr übriges getan. Ich sag nur so viel: Doulcie und Robert, die Geschichte über eine ganz besondere zwischenmenschliche Beziehung, einsames Cottage in den Felsen am Meer. Ein Buch das einem ein absolut tolles Gefühl gibt.
Poetisch und bildgewaltig
Die ersten Seiten plätschern so dahin. In einer lyrisch ruhigen Sprache. So idyllisch wie die Natur es sei kann. Der Krieg ist vorbei und der junge Robert will sich den Traum erfüllen, ans Meer zu reisen. Und so zieht er los, immer das Ziel vor Augen, bis er auf die eigenbrötlerische Dulcie trifft. Immer wieder neue Umstände, aber auch das Lüften von Geheimnissen führen dazu, dass Robert bleibt. Es entsteht eine Freundschaft die berührt und zum immer weiterlesen verführt. Ein Buch voller Ruhe und Kraft in einem.

Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
BENJAMIN MYERS, geboren 1976, ist Journalist und Schriftsteller. Myers hat nicht nur Romane, sondern auch Sachbücher und Lyrik geschrieben. Für seine literarischen Arbeiten hat er mehrere Preise erhalten. Sein Roman ›Offene See‹ (DuMont 2020) stand wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde mit dem Preis des unabhängigen Buchhandels als Lieblingsbuch des Jahres ausgezeichnet. 2021 erschien ›Der perfekte Kreis‹ (DuMont). Er lebt mit seiner Frau in Nordengland.
Posts
Poetisch und sensibel
Eine wunderbare Geschichte über das Zu sich selbst finden während man unterwegs ist. Der Schreibstil ist sehr poetisch, die Natur und Landschaftsbeschreibungen der englischen Küste so lebendig, dass man sie direkt vor Augen hat. Und natürlich geht es um Liebe und Poesie 😊. Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können.
Leseprojekt 2026: 26x Europa - Land 13: Großbritannien Benjamin Myers' Stil ist nicht meine Sache. Diese Tatsache hat mir den Einstieg in den Roman erschwert und auch später bin ich immer wieder darüber gestolpert. Der 16-jährige Robert ist froh, endlich der langweiligen Schule entkommen zu sein. Bevor sein Vater ihn nötigt, auch unter Tage zu arbeiten, macht er erstmal etwas, was man heute work and travel nennt. Während seiner Wanderreise trifft er auf die Erwachsene Dulcie, bei der er zunächst zum Essen bleibt. Die Menge und Art des Essens sind neu für ihn und für die Zeit nach dem 2. Weltkrieg unüblich. Ab dem Aufeinandertreffen von Robert und Dulcie mochte ich den Roman mehr, denn Dulcie ist eine coole und lebenserfahrene Frau, die Robert viele Gedankenanstöße gibt und ihm die Augen für Literatur, insbesondere Lyrik, öffnet. Ich wusste nicht, dass dies ein Roman über Schriftstellerei und Literatur ist, sonst hätte ich ihn nicht ausgesucht. Irgendwie spricht mich diese Thematik nicht mehr an. Ich habe das Gefühl, schon zu oft Ähnliches gelesen zu haben. Und obwohl Dulcies Leben noch Überraschungen parat hält, hat mich der Roman leider erst im letzten Kapitel gekriegt. [Im Rahmen meines Europaprojekts 2026 habe ich bisher Texte aus folgenden Ländern gelesen; in alphabetischer Reihenfolge: Albanien, Belgien, Bosnien, Deutschland, Italien, Island, Irland, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz, Spanien.]
*„Eine Begegnung am Meer, die ein ganzes Leben verschiebt. Und die zeigt, wie viel ein Sommer verändern kann.“*
Klappentext: Eine zeitlose und geradezu zärtliche Geschichte über die Bedeutung und Kraft menschlicher Beziehungen. Der junge Robert weiß schon früh, dass er wie alle Männer seiner Familie Bergarbeiter sein wird. Dabei ist ihm Enge ein Graus. Er liebt Natur und Bewegung, sehnt sich nach der Weite des Meeres. Daher beschließt er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, sich zum Ort seiner Sehnsucht, der offenen See, aufzumachen. Fast am Ziel angekommen, lernt er eine ältere Frau kennen, die ihn auf eine Tasse Tee in ihr leicht heruntergekommenes Cottage einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus dem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben. Als Dank für ihre Großzügigkeit bietet er ihr seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet sie das barsch. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. Gedichte, die Dulcie gewidmet sind, die sie aber auf keinen Fall lesen will. Rezension: Offene See ist ein Roman über Übergänge. Zwischen Jugend und Erwachsensein, zwischen Enge und Freiheit, zwischen dem, was man kennt, und dem, was möglich ist. Benjamin Myers erzählt von Einsamkeit, von Begegnungen, die tragen, und von der Bedeutung von Zeit – nicht als etwas, das man misst, sondern als etwas, das man erlebt. Das Meer steht dabei nicht nur für Weite, sondern auch für Offenheit: für Gedanken, für Möglichkeiten, für ein anderes Leben. Mich hat dieser Roman sofort erreicht. Die Sprache ist ruhig, präzise, klar und dich sehr poetisch. Kein Satz wirkt überflüssig. Die Beziehung zwischen Robert und Dulcie ist das Herz des Buches. Unaufgeregt, ehrlich und ohne große Gesten – und genau deshalb so berührend. Ich habe beim Lesen oft innegehalten, nicht weil es kompliziert ist, sondern weil es so viel in der Einfachheit liegt. Ein Buch, das leise erzählt und trotzdem sehr viel auslöst, auch eine Träne am Ende. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ „Man muss nicht weit gehen, um etwas zu finden. Man muss nur offen sein.“ #OffeneSee #BenjaminMyers #ComingOfAge #LeiseLiteratur #Begegnungen

Offene See erzählt von dem jungen Robert, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zu Fuß durch England reist. Unterwegs trifft er auf Dulcie Piper, eine ältere, unabhängige Frau, bei der er eine Zeit lang bleibt. Zwischen den beiden entstehen Gespräche über das Leben, Freiheit, Bücher und die Suche nach dem eigenen Weg. Wunderschönes Buch ♥️ „Dann musst du dein Netz weiter auswerfen. Was du ja wohl schon tust, einfach, indem du hier bist. Ja, wirf dein Netz aus und hol es ein. Der Fischer wartet nicht ab, bis die Fische aus dem Meer in sein Boot springen. Er fährt raus zu den Laichgebieten.“ „… Romantik ist nämlich nicht gleichbedeutend mit Herzschmerz und Rosen. Romantik ist ein Gefühl, und Romantik ist Freiheit. Romantik ist Abenteuer und Natur und Wanderlust. Sie ist Meeresrauschen und der Regen auf der Zeltplane und ein Bussard hoch über einer Wiese und das morgendliche Erwachen mit der Frage, was der Tag wohl bringen mag, um dann loszuziehen und das herauszufinden. Das ist Romantik.“ „Bienen sind wahre Wunderwesen, die unermüdlich Pollen in Gold verwandeln.“
Ein Buch wie frischer Hummer am Meer, guter Wein und bitter-süßer Honig 🐝
Den 16-jährigen Robert erwartet nach Ende des zweiten Weltkrieges ein trostloses Leben in den Kohle-Minen seiner Heimat, doch zuvor will er einen Sommer lang die Welt sehen. Seine Reise führt ihn an einen kleinen Ort an der englischen Küste und vor die Tore von Dulcie‘s Cottage, einer Dame von Welt, die ihn in die Freuden von gutem Essen und Gedichten einweiht, ihn herausfordert, weiter zu denken und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen! Zum Dank bietet er ihr seine Hilfe mit dem wilden Garten an und renoviert die kleine Hütte auf Dulcie‘s Grund, wo er auf alte Gedichtmanuskripte stößt, die seiner Gönnerin gewidmet sind. Als er Dulcie damit konfrontiert, erzählt sie Robert ihre Lebensgeschichte: vom Krieg und von Leid, von einer intensiven Liebe und vom Meer, an das sie diese verlor… ⭐️⭐️⭐️⭐️ Das Buch durfte wegen des wunderschönen Covers und des Klappentextes mit, aber nichts konnte mich auf die Reise vorbereiten, die ich mit Robert erleben durfte! Traumhafte Landschaftsschilderungen und ein unfassbares Talent, die kleinen Momente einzufangen, machen dieses Buch unglaublich atmosphärisch! Wer sich nicht in Dulcie und ihre flapsige, wenn auch gutherzige Art verliebt, hat kein Herz ♥️ Ich liebte die Dialoge, die Geschichten und die Möglichkeiten, die sie Robert damit aufzeigte.. jeder sollte eine Dulcie in seinem Leben haben!
Mit bildhafter Sprache beschreibt Benjamin Myers die Wanderschaft eines jungen Mannes und seine Suche nach seinem Weg, der ihn direkt zu Dulcie führt. Es entsteht eine wunderbare Freundschaft, die für beide eine Bereicherung ist. Die Beschreibung der Natur, des einfach-reichen Lebens und die ruppig-liebenswerte Dulcie machen diese Geschichte für mich zu etwas besonderem.
Bis jetzt schönstes Buch des Jahres!
In manchen Büchern markiere ich Sätze und Gedanken, die mir gefallen und in diesem Buch hätte ich wirklich eigentlich fast alles markieren können. Ein wunderschönes Sommerbuch, das eine ganz wichtige Botschaft enthält: Egal wer du glaubst zu sein oder sein zu müssen; du kannst immer noch einen anderen Weg einschlagen und neu beginnen. Ich liebe Coming-Of-Age Geschichten und diese hier ist wirklich eine wunderschöne Variante. Liebe zur Natur, zur Poesie und tiefgründige Gespräche sind das, was mir aus dem Buch am meisten in Erinnerung geblieben sind. Darüberhinaus ist das Buch auch noch wundervoll geschrieben und trotzdem leicht zu lesen. Ein absolutes 5-Sterne-Buch.

Leise erzählt - tief empfunden
„𝘙𝘦𝘪𝘴𝘦𝘯 𝘪𝘴𝘵 𝘥𝘪𝘦 𝘚𝘶𝘤𝘩𝘦 𝘯𝘢𝘤𝘩 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘴𝘦𝘭𝘣𝘴𝘵, 𝘨𝘭𝘢𝘶𝘣 𝘮𝘪𝘳. 𝘜𝘯𝘥 𝘮𝘢𝘯𝘤𝘩𝘮𝘢𝘭 𝘨𝘦𝘯ü𝘨𝘵 𝘴𝘤𝘩𝘰𝘯 𝘢𝘭𝘭𝘦𝘪𝘯 𝘥𝘢𝘴 𝘚𝘶𝘤𝘩𝘦𝘯.“ Der zweite Weltkrieg ist gerade vorbei und Roberts Sehnsucht nach dem Leben ist groß. So zieht der 16-Jährige mit seinem Rucksack aus dem Norden Englands los. Es lockt ihn der Süden und das Meer, bevor er in den Bergbau einsteigen wird. Auf seiner Reise begegnet Robert der älteren Dulcie, die ein unkonventionelles Leben in einem abgelegenen Cottage führt. Eine Begegnung, die das Leben der beiden für immer verändern wird. - „Offene See“ ist definitiv eins der schönsten Bücher, die ich je gelesen habe und das mich mit Sicherheit noch sehr lange begleiten wird. Durch den wunderschönen, ruhigen und poetischen Schreibstil von Benjamin Myers bin ich vollkommen in die Geschichte von Robert und Dulcie und die Schönheiten des englischen Südens eingetaucht. Die ausladenden Naturbeschreibungen malten eine atemberaubende Natur vor meinen Augen, die ich gar nicht mehr verlassen wollte. Das Buch entschleunigt und lässt den Alltag mit den eigenen Sorgen des Lebens in den Hintergrund rücken. In der Geschichte begleiten wir Robert auf seiner Reise zur offenen See, zu Dulcie und zu sich selbst. Ganz konträr zu dem jungen Robert lebt Dulcie: Sie lebt nicht nur für andere - sie lebt für sich selber. Etwas, was wir im Alltag in der ständigen Konfrontation mit der Erwartungshaltung anderer an uns viel zu schnell vergessen. Auch Dulcies sorglos wirkendes Herz wird vom Geist der Vergangenheit belastet und ihre Geschichte hat mich sehr berührt. Sie lernt mit Robert zusammen, diesen Geist anzunehmen und gehen zu lassen. Und wir lernen mit Robert zusammen von Dulcie, was es heißt, sein Leben wirklich zu leben und dass wir die Zeit, die wir haben, nicht mit Belanglosigkeiten vergeuden sollten. Wir lernen, wie wichtig ein selbstbestimmtes Leben fernab von Traditionen und Erwartungen ist. Wie lebensverändernd Begegnungen mit manchen Menschen sein können und wie wichtig der Bezug zur Natur für den Menschen ist. Wir dürfen uns selber entdecken. Wir dürfen das Leben und die Welt entdecken. Wir dürfen anders sein und Raum einnehmen. Wir dürfen wir sein. Fazit: Es ist schwierig die Größe dieses Buchs in wenige Sätze zu fassen. Der poetische und ruhige Schreibstil entschleunigt und erfüllt. Für mich war es ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern gefühlt werden wollte – still, tief und voller Menschlichkeit. „Offene See“ hat mich daran erinnert, dass wahres Leben dort beginnt, wo Erwartungen aufhören und dass die Freiheit manchmal in der Einfachheit liegt.

Unbedingt bis zum Schluss lesen!
Ich muss gestehen, dass ich mich anfangs schwer in Myers Sprache einfinden konnte. Kein Buch, welches man „mal eben“ so wegliest. Auch der Anfang war mir etwas „schleppend“ aber nach Roberts Ankunft bei Dulcie und ihrem Hund Buttlers war ich voll drin. Sie sind mir sehr ans Herz gewachsen und Roberts Entwicklung war toll. Auch wenn ich mit Lyrik nicht so viel anfangen kann, hat mir dieses Buch dennoch sehr gut gefallen und jetzt, wo ich es beendet habe, fehlt mir sogar Benjamin Myers Schreibweise!

Ein Buch zum Wohlfühlen
Ein wundervolles Buch. Ganz unaufgeregt und mit soviel Liebe zum Detail in der Beschreibung von Natur und Umgebung. Das Buch vermittelt, dass man einfach mal den Alltagsstress beiseite legen sollte und einfach mal das Leben genießen. Ich empfehle das Buch jedem, der mal wieder ein wenig Positivität vermittelt bekommen möchte.
Tolle Charaktere und sehr schöner Schreibstil
Der Schreibstil war wirklich toll, es wirkte alles so malerisch. Robert und Dulcie habe ich schnell ins Herz geschlossen und fand ihre Entwicklung auch toll. Aber die Story an sich konnte mich nicht so richtig fesseln. Und Gedichte sind halt einfach nicht meins.
Eine Geschichte über Freundschaft und das Leben
Offene See erzählt die Geschichte des 16-jährigen Robert, der nach dem Zweiten Weltkrieg aus seinem kleinen, engen Heimatdorf aufbricht, um das Meer zu sehen – und dabei nicht nur die Weite der Landschaft, sondern auch die der menschlichen Seele entdeckt. Auf seiner Reise trifft er auf eine ältere Frau, die sein Leben für immer verändert. Anfangs musste ich mich etwas an die besondere, poetische Sprache gewöhnen, doch schon nach wenigen Seiten war ich völlig eingetaucht in die melancholisch-schöne Atmosphäre an Englands Ostküste. Benjamin Myers schafft es mit wenigen Worten, ganze Landschaften zum Leben zu erwecken. Ich konnte das Salz in der Luft schmecken, das Moos unter den Füßen spüren und das Knistern im Kaminfeuer hören. Die Figuren – allen voran Robert und Dulcie – sind tiefgründig, menschlich und voller Wärme. Das Buch ist ruhig, aber nie langweilig. Es erzählt von Freiheit, Bildung, Freundschaft und dem Mut, den eigenen Weg zu gehen. Ich habe jede Seite geliebt und spüre jetzt schon ein leichtes Fernweh – nicht nur nach der offenen See, sondern auch nach Geschichten, die so tief berühren.

Gewaltig
Wir befinden uns in der Nachkriegszeit des 2. Weltkrieges. Alles ist unstet, im Wandel, im Wiederaufbau. Unser Protagonist Robert zieht es raus aus dem dunklen Heimatort, raus aufs freie Land und an das Meer. Er macht sich zu Fuß auf an die Englische Küste und wir begleiten ihn. Auf jedem Schritt und Tritt sind wir bei Robert, nehmen in uns auf, was er sieht, riechen was er riecht und schmecken was er schmeckt. Benjamin Meyers schafft es so wunderbar uns all diese Eindrücke perfekt zu übermitteln. Wie ein verhungernder nimmt Robert all diese Eindrücke, die Ruhe und vor allem die Freiheit in sich auf. Er schläft unter freiem Himmel, arbeitet hier und da für Lebensmittel und wandert seinem Traum, dem Meer entgegen. Wir beobachten gemeinsam mit Robert wie Tage sich dem Ende neigen und was den aufmerksamen Beobachter in der Nacht an Leben erwartet. Jede Maus, jede Eule wird erwähnt. Man merkt als Leser deutlich, dass Robert all diese Eindrücke, ob Tag, oder Nacht, fast schon inhaliert. Diese beinahe schon poetischen Naturbeschreibungen haben mir so sehr gefallen! Als Robert auf Dulcie trifft, eine ältere Dame mit Hund, und ihr in ihrem kleinen Cottage ein wenig zur Hand geht, werden wir Zeugem wie sich eine wunderbare Freundschaft entspinnt. Aber in diesem Buch geht es nicht nur um Freundschaft. Es geht darum, den eigenen Wert zu erkennen, unabhängig aller geltenden gesellschaftlichen Regeln, es geht darum auch nach dem Schrecklichen wieder das Schöne im Leben zu finden. Es geht darum, über sich hinaus zu wachsen. Dieses Buch ist eine Hommage an die Ruhe und an die zwischenmenschlichen Beziehungen. Es wird sehr langsam und beschaulich erzählt und es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als selber zur Ruhe zu kommen und in den Text abzutauchen. Wir genießen das Leben, auf das Einfachste reduziert: gutes Essen und gute Gespräche. Und die haben mein Herz gerührt. Es geht auch ein wenig um Lyrik in diesem Buch und meine Neugierde ist nun endtgültig geweckt. Ich kann dieses Buch sehr schlecht in Worte fassen, auch wenn es derer schon viele waren. Man muss diese Geschichte einfach spüren und fühlen und leben. Ich war mit Robert und Dulcie in diesem Cottage, ich saß mit ihnen am Tisch und ich habe ihren Gesprächen gelauscht. Und ich werde diese Geschichte für immer im Herzen tragen.

Wunderbar entschleunigender Sommerroman
Ein sehr ruhiges Sommer-Buch, das mich durch seine wunderschöne Sprache absolut umgehauen hat. Dieser lyrische Roman hat zwar nicht viel Handlung, jedoch hat mich das in diesem Fall absolut nicht gestört. Mit seiner Sprache hat der Autor umwerfend schöne Bilder geschaffen, die noch lange nachwirken.
Menschen fangen keine Kriege an, wenn sie innerlich erfüllt sind, und das Streben nach persönlicher Freiheit kann derzeit als ein radikaler Akt betrachtet werden.
Für manche Bücher braucht man den richtigen Zeitpunkt - und in der Nostalgie des Frühsommers hat mich dieses Buch mit seiner langsamen Poesie sehr berührt und bewegt. Wenn ich es mir nicht ausgeliehen hätte, hätte ich vermutlich auf jeder Seite einen Satz markiert 😅

Eine poetische Reise zur „Offenen See“ von Benjamin Myers
Benjamin Myers „Offene See“ ist ein ruhiges, entschleunigendes Buch, das den Leser*innen in die englische Nachkriegszeit entführt. Der junge Robert macht sich nach seiner Schulzeit auf den Weg das Land zu erkunden und trifft dabei auf Dulcie, eine faszinierende, unkonventionelle Frau, die dem Roman seinen besonderen Charme verleiht. Die Gespräche der beiden über Leben, Freiheit, Kunst und den Tod sind für mich die Höhepunkte. Die Liebe des Autors zur Natur, besonders zur Küste von Yorkshire und Scarborough, ist spürbar und verleiht der Geschichte eine authentische, stimmungsvolle Atmosphäre. Das Buch glänzt durch seine poetische Sprache und die langsame, bedächtige Erzählweise. Es geht nicht um große Abenteuer, sondern um leise Momente, die Natur und die inneren Veränderungen der Figuren. Für manche mag diese Gemächlichkeit ein kleiner Minuspunkt sein, da sich die Handlung Zeit nimmt, was nicht jedem gefallen dürfte. Wer sich jedoch auf diese entschleunigte Reise einlässt, wird reich belohnt. Ich habe es im Urlaub gelesen, und die Stimmung des Buches passte perfekt zur Ruhe der freien Tage. Offene See ist ideal für Leser*innen, die poetische Sprache und ruhige Geschichten lieben. Bitte die Triggerpunkte beachten! In meinem Buch standen leider keine.

Eine Liebeserklärung an die Poesie! - Lesenswerter Roman über die Suche nach sich selbst
„Reisen ist auch immer eine Suche nach sich selbst“ Schaut man sich den Kern der Geschichte an, kann man »Offene See« in eine Reihe mit »Der kleine Prinz«, »Das Café am Rande der Welt« oder »Alte Sorten“ einordnen. Ein junger Mensch macht sich auf eine Reise, und an einem entfernten Ort, führt ihn eine Person, die selbst ein Geheimnis in sich trägt, in das Leben ein. Die Grundkonstruktion des Romans ist also bekannt. In dem Roman ist es der 16-jährige Robert, der sich auf den Weg macht. Er hat soeben die Schulzeit beendet, er stammt aus der Kohleregion im mittleren England, und eigentlich ist ihm vorherbestimmt, dass er wie sein Vater und Großvater und all die Männer vor ihnen, hinunter in die Zeche fahren wird. Es ist das Jahr 1946, und England ist noch stark vom Krieg geprägt. Robert läuft dem Sommer entgegen und nahe der Nordseeküste in den Süden und kommt zum einsam gelegenen Haus einer älteren Dame namens Dulcie Piper. Robert verdient sich sein Essen durch Handlangerdienste und so bietet er auch Dulcie an, ihren Garten von Unkraut und Gestrüpp zu befreien. Dieser Sommer wird beide verändern und auch Dulcie mit etwas konfrontieren, das sie verdrängen wollte. Was den Roman besonders und lesenswert macht ist die wunderbare Figur der älteren und etwas verschrobenen Lebensdamen Dulcie, die einem sofort ans Herz wächst. Mit Charme leitet sie den Jungen zum selbstständigen Denken an und macht ihn ganz nebenbei mit dem Zauber der Poesie vertraut. Der Roman wird so zu einer großen Liebeserklärung an die Lyrik und vermittelt dem Leser auf wunderbare Weise den Wert der Literatur, ohne mir dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen. Besonders macht den Roman auch seine außergewöhnliche Sprache und der Bilderreichtum der Naturbeschreibungen. Zu Beginn fand ich den ausschweifenden Ausdruck etwas bemüht und gewollt, mit der Zeit weiß man ihn aber zunehmend zu schätzen. Insgesamt eine tolle Urlaubslektüre. Man wünscht sich, das der Roman in den Kanon der Schullektüre aufgenommen wird. Empfehlenswert!
"Hier war Leben, geschah überall um mich herum und in mir und durch mich hindurch, in dieser neuen Zeit des Wachsens und Werdens, dieser Phase des ungehemmten Entstehens." Der Zweite Weltkrieg ist gerade vorbei, als der 16-jährige Robert, dessen Schicksal als Bergarbeiter vorherbestimmt ist, beschließt, vorher noch die offene See erleben zu wollen. Er bricht zur Küste Englands auf, ganz allein, ohne Pläne, mit nichts als dem Wunsch nach Freiheit. Dort lernt er die deutlich ältere Dulcie kennen - eine Frau, wie er sie noch nie getroffen hat: unkonventionell, direkt, leidenschaftlich und den Menschen gegenüber aufgeschlossen. Dulcie nimmt Robert unter ihre Fittiche und zeigt ihm, wie viel das Leben bereithält, wenn man nur hinschaut. Ich hatte vorab schon sehr viel Gutes über “Offene See” gehört, bevor ich es selbst gelesen habe. Mir hat sehr gefallen, wie atmosphärisch Benjamin Myers schreibt. Jede Mahlzeit wirkt real, jede Laune des Meeres wird zu einem umfassenden Bewegtbild im Kopf. Das Highlight ist jedoch die besondere Freundschaft zwischen Dulcie und Robert - zwei Personen, die erst einmal nichts verbindet und die doch miteinander und durch einander das Leben auf ganz neue, intensivere Art kennenlernen. Wer einen Roman mit einem komplexen, abwechslungsreichen Plot sucht, wird hier nicht fündig. Das Buch ist unaufgeregt und hat wenig Handlung. Außer man betrachtet einen ausgedehnten Spaziergang als Handlung, Gartenarbeit, das gemeinsame Sinnieren über das Leben. “Offene See” ist ein sinnliches Buch für ruhige Stunden. Übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. CN: Tierl3id, Kr1eg, Z-Wort, Abl3ismus
"Im Schweigen liegt Poesie, aber die meisten nehmen sich nicht die Muße, sie zu hören. Sie reden und reden und reden, aber sie sagen nichts, weil sie Angst haben, ihren eigenen Herzschlag zu hören. Angst vor ihrer eigenen Sterblichkeit." (S. 76) Für mich das richtige Zitat als Einleitung zu meiner Rezension. Denn "Offene See" ist ein Buch voller Poesie und stiller Momente, das mich oft innehalten und in mich hineinhorchen ließ... 🌊 Der 16-jährige Robert hat gerade seinen Abschluss in einem nordenglischen Städtchen gemacht. Es ist 1946, der Krieg ist vorbei und bevor Robert sich dem Bergbau verpflichtet, weil sein Vater und Großvater auch schon unter Tage waren, will er unbedingt das Meer sehen. So macht er sich auf nach Süden, schlägt sich durch die Natur und landet irgendwann in der Nähe von Scarborough, wo er Bekanntschaft mit der Einsiedlerin Dulcie macht. Dulcie ist selbstbewusst, bunt und laut und zwischen dem schüchternen Robert und der schroffen Frau entwickelt sich eine besondere Freundschaft, in der einer für den jeweils anderen da ist, ohne es richtig zu merken... 🌊 Die wunderschönen Naturbeschreibungen und die unglaublich poetische Sprache haben mich förmlich durch das Buch getragen. Ich fühlte mich selbst inmitten der alten Bäume, Moore und schließlich an der offenen See. Dulcie mochte ich von ihrem ersten Satz an! Eine unkonventionelle, selbstbestimmte Frau, die - auf den ersten Blick - nicht viel umhauen kann. Mit ihrer offenen Art schafft sie es, den schüchternen Robert aus seinem Schneckenhaus zu locken und die beiden entwickeln eine wunderbare Freundschaft, die sich gegenseitig trägt. 🌊 Ich mochte dieses leise Büchlein sehr und kann es jedem ans Herz legen, der Geschichten über besondere Freundschaften und ausschweifende, wunderschöne Naturbeschreibungen mag.
Der Anfang dieses Buches hat mich zuerst etwas abgeschreckt, kam mir trocken und langweilig vor. Dennoch habe ich weiter gelesen und zugelassen das sich die Geschichte entfalten kann. Die Worte, die Art und das Setting... diese Ruhe welche jede Seite ausstrahlt hat mich zuerst überrumpelt und dann mein ganzes Selbst eingenommen. Beim lesen dieses Buches bin ich dem, was ich "Inneren Frieden" nenne am nächsten gekommen.
“but a good poem shucks the oyster shell of one’s mind to reveal the pearl within”🌊
Robert, 16, möchte nicht wie seine Väter vor ihm sein Leben in der Kohlemine verbringen. Geprägt durch den zweiten Weltkrieg und auf der Suche nach sich selbst, wandert er durch England und findet dabei nicht nur die Antworten auf all seine Fragen, sondern auch Dulcie Piper🦋 eine ältere Dame, die die richtigen Prioritäten im Leben setzt und trotz ihres Alters (für mich und auch für Robert) eine starke bewundernswerte Frau ist!!✨ Sehr atmosphärisch begleiten wir die zwei authentischen Charaktere, die vieles von einander lernen und Themen diskutieren wie Krieg, Verlust, Liebe, Genuss und immer im Bezug zur Poesie und Natur!!🌷🌊 Bis auf eine Seite (79) ist das Buch für mich Perfektion und hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen eingenommen ❤️ absolute Must-Read und einer meiner Favourites von 2023!! „people are people […] some are brave and some are foolish, and almost all are scared” “on this day for fools, all I want is to sleep forever, so sleep I shall, beneath a blanket of water”🌊
"Offene See" verbindet eine Coming-of-Age-Geschichte mit Naturbeobachtungen, Reflexionen zur Literatur, historischen Einsichten und Erfahrungen von Freundschaft und Heilung. Bei all dem ist es ein sanftes und unaufgeregtes Buch, das mich inspiriert hat und noch lange in mir nachklingt.
Im Mittelpunkt des Buches stehen Robert, der gerade die Schule beendet hat, und die viel ältere Dulcie, die in einem Cottage an der englischen Küste ein unkonventionelles Leben führt. Robert soll die Tradition seiner Familie weiterführen und Bergmann werden. Doch bevor er diesen Job antritt, möchte er eine Wanderung ans Meer machen. Das ist in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, in der überall Mangel herrscht, keine einfache Sache, doch Robert fühlt sich der Natur eng verbunden und findet auf seinem Weg immer wieder Möglichkeiten sich zu ernähren und zu übernachten. Dabei kommt er auch zu Dulcie, die ihn bei sich aufnimmt und für ihn kocht. Erst will er nur eine Nacht lang bleiben, doch dann entspinnt sich zwischen beiden ein Gespräch, das über einen längeren Zeitraum geht und Robert neue Perspektiven eröffnet. Im Gegenzug bringt Robert das eine oder andere auf Dulcies Anwesen in Ordnung. Als er ihr Gartenhaus renoviert, macht er eine Entdeckung, die auch Dulcies Leben noch einmal eine neue Richtung gibt.

Eine Ode an das Leben, den Genuss und die Lyrik
Ein Roman, der sich wie die See an einem ruhigen Frühlingsmorgen sanft hin und her bewegt. Er ist nicht weltbewegend, strotzt nicht vor Spannung, aber es ist eine schöne Geschichte, die einem zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt. Also esst gutes Essen, trinkt leckeren Wein und lebt euer bestes Leben. Es ist zu kurz um es mit Langeweile zu füllen.
„Offene See“ von Benjamin Myers ist für mich ein schöner, stimmungsvoller Roman über einen Sommer, der alles verändert – zugleich aber oft so rührselig erzählt, dass er für meinen Geschmack gefährlich nah an den Kitsch gerät. .
Der 16‑jährige Robert verlässt nach dem Krieg sein englisches Arbeiterdorf und wandert ans Meer, wo er zufällig auf die exzentrische Dulcie trifft, die allein an der Küste lebt. Aus ein paar Tagen werden Wochen: Er arbeitet im Garten, sie bekocht ihn, schenkt ihm Gedichte und Geschichten, und zwischen den beiden entsteht eine innige Freundschaft. Diese Ausgangsidee fand ich sehr reizvoll, und viele Szenen – etwa die Gespräche über Literatur und die langen Küstenspaziergänge – haben eine starke, ruhige Atmosphäre. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, dass das Buch diese besondere Begegnung sehr stark romantisiert. Die Naturbeschreibungen sind poetisch und detailreich, aber für meinen Geschmack manchmal zu üppig; immer wieder gleitet die Sprache in eine sanfte Verklärung, in der alles ein bisschen zu golden, zu bedeutungsvoll, zu symbolisch wirkt. Auch die Figuren – der sensible Junge aus einfachen Verhältnissen und die kluge, lebensweise, leicht geheimnisvolle ältere Frau – wirken sehr idealisiert. Dulcie bleibt oft fast zu perfekt in ihrer Mischung aus Exzentrik, Schlagfertigkeit und Warmherzigkeit, während Robert in seiner Entwicklung vom unsicheren Arbeiterjungen zum „erwachten“ jungen Mann recht glatt gezeichnet wird. Berührend sind viele Momente trotzdem, besonders wenn Dulcies eigene Verletzungen und Verluste zur Sprache kommen und deutlich wird, wie sehr der Krieg in den Biografien nachwirkt. Aber gerade in diesen Passagen kippt der Ton für mich gelegentlich ins sehr Rührselige: große Lebensweisheiten, perfekt gesetzte symbolische Bilder, sehr runde Schlusspointen. Das wirkt zwar emotional, nimmt der Geschichte aber ein Stück Glaubwürdigkeit und Rauheit. Insgesamt habe ich „Offene See“ gerne gelesen – wegen der Stimmung, der Küstenlandschaft und der Grundidee einer lebensverändernden Begegnung. Gleichzeitig blieb bei mir der Eindruck, dass der Roman seine Themen Freiheit, Bildung und Neubeginn etwas zu weichzeichnet und oft näher am gefälligen Wohlfühlroman als an einer wirklich kantigen Coming‑of‑Age‑Geschichte ist. Wer poetische, sanft melancholische Bücher mag, wird sich hier wohlfühlen; ich hätte mir an einigen Stellen weniger Rührseligkeit und ein wenig mehr Widerstand gewünscht.

Poetisch und langsam - ein Genuss zu lesen
Robert ist 16 und Sohn eines Bergarbeiters in Englands Norden nach dem 2. Weltkrieg. Um seinem vorgezeichneten Lebensweg in der Zeche zu entgehen, geht er auf Wanderschaft durch England. Gegen Kost und Logis arbeitet er in jedem Job, den er findet. Bis er an Englands Südküste auf ein verwunschenes Cottage stößt. Dort wohnt Dulcie, eine ältere wohlhabende, sehr gebildete Dame, ein Freigeist. Sie öffnet ihm neue Türen, bringt ihm gehobene Küche, Literatur, Politik und eigenes Denken nah und ändert so seinen Lebensweg. "Offene See" besticht durch eine wunderschöne und poetische Sprache und einen langsamen und ruhigen Erzählfluss mit vielen Naturbeschreibungen und eigener Lyrik. Ein ganz zauberhaftes, warmherziges und eigenwilliges Buch.
Poetisches Meisterwerk! So wie es Lieder ohne Worte gibt, so ist Lyrik Worte ohne Noten. – Erhard Blanck Es gibt sie noch: die Bücher, deren poetische Sprache mich mitreißt in eine See der Poesie. So geschehen bei Benjamin Myers´ Roman „Offene See“. Dabei war die Welle der Begeisterung zunächst relativ flach. Vergleichbar mit der flachen Brandung an einem geschützten Strand. Denn es braucht seine Zeit, bis man „ankommt“ bei Dulcie Piper und ihrem Sinn für das Leben, das so ganz anders verläuft, als man es gemeinhin annimmt, wie es 1946 im Nachkriegsengland gewesen sein muss. Wenn man als Leser dann aber mit dem 16-jährigen Robert bei Dulcie und ihrem Hund Butler eintrifft und die ersten spitzen Bemerkungen über Dulcie´s Lippen kommen – ja, dann wird die Strömung und die Brandung stärker und man kann sich dem Sog der offenen See nicht mehr entziehen. Die geneigte Leserschaft wird mitgerissen von Dulcie´s Weisheit, von ihrem Sinn für ein unkonventionelles, autarkes L E B E N, von ihrem Wunsch, die Welt verändern, ja – verbessern zu wollen. Und Robert, der sich am Anfang noch sicher ist, ein Leben zu führen, dass genauso abläuft wie das seines Vaters und seines Opas? Er fasst Vertrauen zu Dulcie, bringt sie mit seinen naiven Fragen „um den Verstand“ und erkennt im Laufe der Zeit die Wahrheit und Schönheit der Worte in den Lyrikbänden von Dulcie – und revanchiert sich auf seine ganz eigene Art und Weise bei ihr. Das ganze Buch strotzt vor Poesie, vor Lyrik, vor Schönheit – es ist ein besonderer Schatz, den der Autor Benjamin Myers hier seinen Leserinnen und Lesern präsentiert. Hervorzuheben ist jedoch auch die Arbeit der Übersetzer Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. „Offene See“ sei hiermit allen ans Herz gelegt, die sich gerne poetischen Worten und Lyrik hingeben. 5* und absolute Leseempfehlung! ©kingofmusic
Wer Bücher mag, die zum Nachdenken anregen und eine besondere Stimmung transportieren, wird hier viel finden.
„Offene See“ hat mich total entschleunigt 🌊📖 Eine ruhige, poetische Geschichte über Freiheit, Begegnung und die kleinen Dinge im Leben. Besonders die Naturbeschreibungen und die besondere Freundschaft haben mich berührt. Kein spannendes Drama, sondern ein Buch zum Nachdenken und Genießen. 4 von 5 ⭐️ – absolut lesenswert!
Im Leben ankommen
Eine berührende - wenn auch kurzweilige Geschichte - wie zwei Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenslangen aufeinander treffen und sich gegenseitig bereichern. Die zufällige Begegnung führt zu Momenten, die beide für ihr restliches Leben prägen. Definitiv eine schöne Urlaubslektüre!

Es passiert fast nichts und doch so viel.
Ein sehr poetisches Buch, das die Lesenden mit tiefgründiger Sprache zum Andenken anregt. Wir begleiten den 16-jährigen Robert nach dem Ende seiner Schulzeit auf einer Wanderung entlang der englischen Küste. Nach einigen entbehrungsreichen Tagen und Wochen kommt er auf dem Hof von Dulcie an und wir werden Zeugen einer schicksalshaften Begegnung, die auf das Leben der beiden großen Einfluss hat. Robert hilft Dulcie ohne es zu ahnen bei der Bewältigung eines schweren Verlusts. Dulcie hingegen erkennt Roberts wahres Talent und unterstützt ihn, dieses zur Entfaltung zu bringen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es gab immer wieder wunderbare Sätze. Zwei Zitate sind hier exemplarisch aufgeführt: S. 66: Wandere lange genug mit offenen Augen durch die Welt, dann fängst du irgendwann an, Entdeckungen zu machen. Bei großen Reisen geht es nie nur um das Ziel. S. 239; Gedicht von Romy an Dulcie. Durch Lachen gestärkt, durch Liebe beschwingt bin ich für immer in deinen Atomen. Die ersten 30 Seiten waren etwas zäh, deswegen ein Punkt Abzug.
„𝓤𝓷𝓭 𝓳𝓮𝓽𝔃𝓽 𝔀𝓪𝓻 𝓲𝓬𝓱 […] 𝓪𝓷𝓭𝓮𝓻𝓼𝔀𝓸, 𝓯𝓻𝓮𝓲 𝓿𝓸𝓷 𝓭𝓮𝓷 𝓕𝓮𝓼𝓼𝓮𝓵𝓷 𝓭𝓮𝓻 𝓥𝓮𝓻𝓽𝓻𝓪𝓾𝓽𝓱𝓮𝓲𝓽 𝓿𝓸𝓷 𝓞𝓻𝓽𝓮𝓷 𝓾𝓷𝓭 𝓜𝓮𝓷𝓼𝓬𝓱𝓮𝓷.“
Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen. Angefangen mit dem wunderschönen, beruhigenden & außergewöhnlichen nahezu poetischen Schreibstil, welches sich auch damit erklären lässt, dass Lyrik & Kunst eines der Themen sind. Natürlich ist die Nachkriegszeit hier eines der hauptsächlichen Kernthemen & die anstehenden Veränderungen. Vor allem am Anfang sind einige Reime in einzelnen Sätzen vorhanden die dem ganzen eine romantische & verträumte Atmosphäre verleihen. Einfach wow! Die Beschreibung des Fernweh‘s, das Verlangen dem sich ständig wiederholdendem Alltag zu entfliehen hätte ich nicht besser auf den Punkt bringen können. Ich habe eine Vielfalt an Emotionen verspürt. Sei es vor Traurigkeit die Tränen zu vergießen oder aufgrund der Schönheit des Inhalts. Es behinhaltet alles um einen Roman perfekt zu machen. Du beginnst Sachen zu hinterfragen oder erkennst Parallelen aus dem Jahr 1946 und der Gegenwart („Schau dir wenigstens Europa an, solange das noch geht, denn es wird nicht lange dauern, bis der Nächste versucht, es wieder zu zerstören.“) Die Protagonisten Dulcie die in ihrem Cottage lebt & Robert, der auf seiner Reise bei Dulcie landet sind sehr sympathisch & harmonisch. Da gab es ebenfalls einen kleinen Plost Twist, mit welchem ich nicht gerechnet hatte, welches für zusätzliche Spannung sorgte. Dulcie ist eine sehr starke Frau, die nichts von den gesellschaftlich aufgestellten Regelungen hält & steht‘s ihre für damalige Zeit ungewöhnlich Meinung so lautstark und direkt als Frau vertritt. Eine Person zu welcher ich wirklich aufsehen kann. Mich hat das Buch emotional zutiefst berührt & kann ich von Herzen nur weiter empfehlen.
Wunderbar entschleunigend
Man muss sich auf dieses Buch einlassen, sich Zeit nehmen und es genießen, dann ist es wunderbar. Es besticht nicht durch viel Action, Spannung oder unerwartete Wendungen, hält keine tragische Romanze bereit oder große heroische Gesten. Es geht einfach um einen jungen Mann, der sich in der Nachkriegszeit selbst finden möchte und sich auf Wanderschaft begibt. Unterwegs trifft er auf die betagte Einsiedlerin Dulcie, die ihn unter seine Fittiche nimmt und es entsteht eine wundervolle, besondere Freundschaft, die beiden hilft, in ihrem Leben weiter zu kommen. Ein schönes, ruhiges und malerisch geschriebenes Buch, welches einen dazu bringt inne zu halten und zu träumen.
England in Zeiten des zweiten Weltkrieges. Dieses Buch war und ist ein absolutes Highlight für mich. Die Sprache hat mich total eingenommen. Der Inhalt mich völlig berührt und die außergewöhnlichen Charaktere haben ihr übriges getan. Ich sag nur so viel: Doulcie und Robert, die Geschichte über eine ganz besondere zwischenmenschliche Beziehung, einsames Cottage in den Felsen am Meer. Ein Buch das einem ein absolut tolles Gefühl gibt.
Poetisch und bildgewaltig
Die ersten Seiten plätschern so dahin. In einer lyrisch ruhigen Sprache. So idyllisch wie die Natur es sei kann. Der Krieg ist vorbei und der junge Robert will sich den Traum erfüllen, ans Meer zu reisen. Und so zieht er los, immer das Ziel vor Augen, bis er auf die eigenbrötlerische Dulcie trifft. Immer wieder neue Umstände, aber auch das Lüften von Geheimnissen führen dazu, dass Robert bleibt. Es entsteht eine Freundschaft die berührt und zum immer weiterlesen verführt. Ein Buch voller Ruhe und Kraft in einem.

























































