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"Ich denke, dass eine Geschichte immer aus zweierlei besteht: dem, was erzählt wird, und dem, was unerwähnt bleibt. " Die Geschichte die Ronya Othmann erzählt ist auf jeden Fall eines, nämlich kaum zu ertragen. Fast stakatoartig berichtet die Autorin von dem was ihrer Familie und ihrem Volksstamm, den Êzîden, am 3. August 2014 und in den Jahren danach, angetan wurde. Und das nicht zum ersten Mal, sondern zum Vierundsiebzigsten mal. Täter sind auch die Nachbarn, die plötzlich zu Feinden werden. "Ich schreibe: Wie hält man es aus, nicht zu wissen, ob der Mann neben dir deine Verwandten, deine Freunde ermordet hat, deine Schwester, deine Cousine, deine Nachbarin vergewaltigt." Immer wieder reist Ronya Othmann in die Heimat ihrer Vorfahren, auch gemeinsam mit ihrem Vater. Besucht die Orte der Gräueltaten, der Massaker, der unfassbare Untaten. Sie spricht mit Freunden, Verwandten und Fremden und hört sich deren Geschichten an, auch das ungesagte, das zwischen den Wörtern versteckt bleibt. Und immer wieder: Ich schreibe Ich lese Ich schreibe Ich schreibe Ich denke .... Das Gelesene hämmert sich förmlich in meinen Kopf. In einer Nebengeschichte wird von der Gerichtsverhandlung gegen eine Deutsche berichtet, die mit einem Dschihadisten verheiratet ist und in Falludscha wohnt Das Ehepaar kaufte sich eine êsîdische Sklavin die vorher von Terrormilizen des islamischen Staates verschleppt wurde, samt ihrer kleinen Tochter. Das Ehepaar quälte und misshandelt vor allem die Tochter, ...bis diese starb. Dieses Buch ist schwer auszuhalten und ich brauchte zwischendurch Pausen und trotzdem hoffe ich, daß es viele LeserInnen finden wird. Denn wir müssen die Geschichte von diesen vierundsiebzig Genoziden an den Êzîden hören, lesen und darüber sprechen. Die Menschen dürfen nicht vergessen werden, die hierbei auf das Grausamste ihr Leben verloren haben. "Ich denke: Mein Vater sieht in der einen Landschaft die Abwesenheit der anderen. "
Oct 29, 2024
"Ich denke, dass eine Geschichte immer aus zweierlei besteht: dem, was erzählt wird, und dem, was unerwähnt bleibt. " Die Geschichte die Ronya Othmann erzählt ist auf jeden Fall eines, nämlich kaum zu ertragen. Fast stakatoartig berichtet die Autorin von dem was ihrer Familie und ihrem Volksstamm, den Êzîden, am 3. August 2014 und in den Jahren danach, angetan wurde. Und das nicht zum ersten Mal, sondern zum Vierundsiebzigsten mal. Täter sind auch die Nachbarn, die plötzlich zu Feinden werden. "Ich schreibe: Wie hält man es aus, nicht zu wissen, ob der Mann neben dir deine Verwandten, deine Freunde ermordet hat, deine Schwester, deine Cousine, deine Nachbarin vergewaltigt." Immer wieder reist Ronya Othmann in die Heimat ihrer Vorfahren, auch gemeinsam mit ihrem Vater. Besucht die Orte der Gräueltaten, der Massaker, der unfassbare Untaten. Sie spricht mit Freunden, Verwandten und Fremden und hört sich deren Geschichten an, auch das ungesagte, das zwischen den Wörtern versteckt bleibt. Und immer wieder: Ich schreibe Ich lese Ich schreibe Ich schreibe Ich denke .... Das Gelesene hämmert sich förmlich in meinen Kopf. In einer Nebengeschichte wird von der Gerichtsverhandlung gegen eine Deutsche berichtet, die mit einem Dschihadisten verheiratet ist und in Falludscha wohnt Das Ehepaar kaufte sich eine êsîdische Sklavin die vorher von Terrormilizen des islamischen Staates verschleppt wurde, samt ihrer kleinen Tochter. Das Ehepaar quälte und misshandelt vor allem die Tochter, ...bis diese starb. Dieses Buch ist schwer auszuhalten und ich brauchte zwischendurch Pausen und trotzdem hoffe ich, daß es viele LeserInnen finden wird. Denn wir müssen die Geschichte von diesen vierundsiebzig Genoziden an den Êzîden hören, lesen und darüber sprechen. Die Menschen dürfen nicht vergessen werden, die hierbei auf das Grausamste ihr Leben verloren haben. "Ich denke: Mein Vater sieht in der einen Landschaft die Abwesenheit der anderen. "
Oct 29, 2024






