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Die Projektoren

3.7(27)
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About the book

Der neue Roman von Clemens Meyer: Ein Epos über die Krisen Europas und die Kunst des Erzählens

Von Leipzig bis Belgrad, von der DDR bis zur Volksrepublik Jugoslawien, vom Leinwandspektakel bis zum Abenteuerroman. Schonungslos und rasant erzählt »Die Projektoren« von unserer an der Vergangenheit zerschellenden Gegenwart – und von unvergleichlichen Figuren: Im Velebit-Gebirge erlebt ein ehemaliger Partisan die abenteuerlichen Dreharbeiten der Winnetou-Filme. Jahrzehnte später finden an genau diesen Orten die brutalen Kämpfe der Jugoslawienkriege statt – mittendrin eine Gruppe junger Rechtsradikaler aus Dortmund, die die Sinnlosigkeit ihrer Ideologie erleben muss. Und in Leipzig werden bei einer Konferenz in einer psychiatrischen Klinik die Texte eines ehemaligen Patienten diskutiert: Wie gelang es ihm, spurlos zu verschwinden? Konnte er die Zukunft voraussagen? Und was verbindet ihn mit dem Weltreisenden Dr. May, der einst ebenfalls Patient der Klinik war?

Editions (2)

ISBN9783100022462
PublisherS. FISCHER
Publication Date08/28/24
Pages1056

Characteristics

1 reviews

ComplexUnusualExcitingThoughtfulInformativeHeartwarming

Reviews & Ratings

27 ratings

8 reviews

3.7

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  • tante_tanja
    tante_tanja

    542 Followers

    2.0

    "Nun wollen Sie sicher wissen, was ein Projektor ist, Herr Wein ..." "Nein. Ein Mann, der Projekte vorantreibt, nehme ich an." Er nickte. "Ein Projektor, Herr Wein. Wir lenken das Licht." - Zitat, Seiten 930, 931 Erleuchtung zu finden, in diesem ziegelschweren und seitenstarken Wälzer, ist nicht unbedingt ein Projekt, welches mit Erfolg gekrönt ist. Dabei klingt der Klappentext sehr verheißungsvoll und so erwartet man mit Spannung einen großen europäischen Roman zu lesen, der eine Zeitspanne vom 2. Weltkrieg bis in die Gegenwart umfasst, die deutsch-jugoslawische Filmgeschichte zum Leben erweckt und die hässliche Fratze des Krieges zeigt. Darüber weht die Fahne der Nostalgie und der Mythos von Dr. May, der berühmter Patient in der Nervenheilanstalt war, wird in Gestalt von Cowboy und Indianer lebendig. Und nach all den Kämpfen und verlorenen Illusionen bleiben die bewegten Bilder, die den Suchenden wie Lichtpunkte im Dunkeln erscheinen. Aber wen oder was suchen sie: die Lebenden oder die Toten? Ein wenig überrascht es schon, wenn man liest, dass der Autor erst 1977 geboren ist. Seine Ausdrucksweise wirkt zum Teil nämlich oft ein wenig aus der Zeit gefallen und nicht dem zeitlichen Kontext seiner Geschichte entsprechend. Als Beispiel sei eine Szene genannt, die in den 1980er Jahren stattgefunden haben muss: Georg wusste plötzlich, wen der Kahlköpfige meinte. Maik war im ganzen Viertel bekannt. Niemand wollte sich mit ihm anlegen. Es gab regelrechte Legenden über seine Schlägereien. Seinen eigenen Vater hatte er bezwungen, ... -Zitat, Seite 505. Ernsthaft? Er hat seinen Vater bezwungen? Und das sollen die Gedanken eines Teenagers sein? Auch die Allwissenheit des Erzählers, der Hinweise darüber einstreut, geht mit der Zeit gewaltig auf die Nerven. FAZIT Dieser Roman hat mich gepflegt gelangweilt. Man merkt dem Text durchaus an, dass die eingebauten Fragmente anderer Romane und auch die historischen Hintergründe sehr sorgfältig und mit Bedacht eingefügt wurden. Aber weder die für mich sehr künstlich wirkende Struktur noch der aufgesetzte Schreibstil konnten mich begeistern. Der emotionale Zugang zu den Figuren blieb mir komplett verschlossen, auch wenn ich bei Georg kurz Hoffnung hatte. Vielleicht können Lesende, die einen Bezug zu Karl May und/oder den Verfilmungen haben, eher einen Bezug herstellen. Ich habe keinen Abenteuerroman gelesen und nur eine ganz schwache Erinnerung an die Figuren der Filme, wahrscheinlich waren die möglichen Anspielungen hierauf im Roman bei mir vergebliche Liebesmüh. Als europäischen Gegenwartsroman mit historischen Bezügen ist er für mich persönlich keine Empfehlung wert.

    Jan 24, 2025

  • marzipanhirsch
    marzipanhirsch

    122 Followers

    5.0

    Man mag von Clemens Meyers' "Auftritt" bzw Ausrasten bei der Verleihung des deutschen Buchpreises halten was man will (ich fand das "unsportlich" und unangenehm), aber das Buch selbst ist ein großartiges, episches Werk. In "Die Projektoren" spannt er den Bogen von 1941, als Hitlers Truppen in Jugoslawien einfallen bis zur heutigen Zeit. Er kommt dabei auch an den Dreharbeiten der deutschen Karl-May- Filme (die auf gleichem Boden wie der Krieg 1941 stattfanden) vorbei ebenso wie am Jugoslawienkrieg in den 90er Jahren (wieder auf gleichem Boden). Wir erfahren, was deutsche Neonazis aus der ehemaligen DDR und aus Dortmund im Jugoslswienkrieg machen wollten und wie sie scheiterten und was aus ihnen wurde. Clemens Meyer hat wichtige (und mir zu großen Teilen unbekannte!) Teile der europäischen und deutsch-jugoslawischen Geschichte der letzten 80 Jahre recherchiert und literarisch für uns aufbereitet. 5 Sterne reichen eigentlich nicht für dieses Werk.

    Nov 23, 2024

  • enid.coleslaw
    enid.coleslaw

    25 Followers

    5.0

    Unglaublich komplexer und vielschichtiger Roman, der mich auf jeder Seite in seinen Bann ziehen konnte.

    Nov 23, 2024

3 of 8 reviews

Author

About Clemens Meyer

Clemens Meyer, geboren 1977 in Halle (Saale), lebt in Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman »Als wir träumten«, es folgten »Die Nacht, die Lichter. Stories« (2008), »Gewalten. Ein Tagebuch« (2010), der Roman »Im Stein« (2013), die Frankfurter Poetikvorlesungen »Der Untergang der Äkschn GmbH« (2016) und die Erzählungen »Die stillen Trabanten« (2017). Für sein Werk erhielt Clemens Meyer zahlreiche Preise, darunter den Preis der Leipziger Buchmesse. »Im Stein« stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, wurde mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet. Sein Roman »Die Projektoren« wurde mit dem Bayerischen Buchpreis 2024 und dem Preis der LiteraTour Nord 2025 ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2024. Für sein Gesamtwerk erhält Clemens Meyer den Lessing-Preis 2025 des Freistaates Sachsen.Literaturpreise:Preis der LiteraTour Nord 2025Lessing-Preis des Freistaates Sachsen 2025Bayerischer Buchpreis 2024Klopstock-Preis für neue Literatur 2020Stadtschreiber von Bergen-Enkheim 2018/2019Premio Salerno Libro d’Europa 2017Finalist Premio Gregor von Rezzori 2017Longlist Man Booker International Prize 2017Mainzer Stadtschreiber 2016Bremer Literaturpreis 2013Shortlist Deutscher Buchpreis 2013Stahl-Literaturpreis, 2010TAGEWERK-Stipendium der Guntram und Irene Rinke-Stiftung, 2009Preis der Leipziger Buchmesse 2008Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg, 2007Märkisches Stipendium für Literatur, 2007Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen, 2007Mara-Cassens-Preis, 2006Rheingau-Literatur-Preis, 2006Einladung zum Ingeborg Bachmann-Wettbewerb, 2006Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse, 20062. Platz MDR-Literaturwettbewerb, 2003Literatur-Stipendium des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, 20021. Platz MDR-Literaturwettbewerb, 2001

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