Iowa
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Description
Das neue Buch der österreichischen Bestsellerautorin ("Dicht"). Stefanie Sargnagels Blick auf die USA ist so unverwechselbar wie ihr Schreiben: Sarkastisch, schonungslos ehrlich und doch voll Sympathie bringt sie uns das ländliche Amerika nahe und berichtet nebenbei herzerwärmend über die Lebensnotwendigkeit von Frauenfreundschaften.
2022 tauscht Stefanie Sargnagel widerstrebend das bequeme Wiener Sofa gegen ein Flugticket in die USA ein. In Iowa soll sie an einem College mitten im Nirgendwo Creative Writing unterrichten. In der Kleinstadt Grinnell mit ihren 8000 Einwohnern gibt es außer endlosen Maisfeldern: nichts. Mit von der Partie ist Musiklegende Christiane Rösinger, und gemeinsam machen die beiden sich auf, das Nichts zu erkunden. Sie finden übergewichtige freundliche Einheimische, traditionelle Geschlechterrollen, Riesensupermärkte, unglaubliche Würstchen und ein Glas voller eingelegter Truthahnmägen.
Mit korrigierenden Fußnoten von Christiane Rösinger.
Book Information
Author Description
Stefanie Sargnagel, geboren 1986, studierte in der Akademie der bildenden Künste Wien Malerei, verbrachte aber mehr Zeit bei ihrem Brotjob im Callcenter. Seit 2016 ist sie freie Autorin – und verbringt seitdem mehr Zeit bei ihrem Steuerberater. Im selben Jahr wurde sie beim Bachmann-Wettbewerb mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, weitere Preise folgten. Ihre Bücher Statusmeldungen, Dicht, Iowa und Opernball waren Bestseller.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Frau Sargnagel fährt nach Iowa, um dort als Gastdozentin einen Kurs an der Uni zu geben und liefert in ihrem launigen Roman spitzzüngige Kommentare zu amerikanischer Lebensart. Sympathisch: Sie verschont dabei sich selbst keineswegs. Für Leser, die etwas Übung mit österreichischen Humor haben, unbedingt lesenswert
Einöde gespickt mit Humor🏜
Stefanie Sargnagel versteht es, mit ihrem Schreibstil die Menschen gleichzeitig zum Lachen und zum Nachdenken zu bringen. Und das schafft sie sogar vor der reizlosen Kulisse Iowas. Das ist auch der große Schwachpunkt des Buches, denn in der Handlung passiert nicht wirklich viel. Der Schauplatz gibt nicht viel her. Dafür darf man sich als Leser auf humorvolle Anekdoten aus dem Leben der Autorin, politische Dialoge mit ihrer Freundin Christiane und den ein oder anderen Funfact über den Bundesstaat Iowa freuen!
Das Buchcover passt perfekt zum Inhalt
Ich mag Stefanie Sargnagel. Das Buch ist witzig geschrieben. Genauso wäre auch mein Aufenthalt in der amerikanischen Pampa. Zum Schluss hin wird das Buch sozialkritisch. Ein Ausflug nach Kalifornien zeigt die Probleme der USA mit Obdachlosigkeit und Drogenabhängigkeit. Dieser Teil hätte fast ein eigenes Buch verdient. Ich werde bald eine Lesung mit Sargnagel und Rösinger besuchen. Ich freue mich schon darauf.
Ob durch unser beiderseitiges Einverständnis über die USA im Allgemeinen ("Amerika ohne Auto ist wie Hausarrest"), ihre meinerseits geteilte Antipathie gegenüber LA oder diverse Anspielungen aus Serien wie The Housewives of Beverly Hills oder The Walking Dead - ich habe mich nicht nur abgeholt, sondern geradewegs durch das Buch getragen gefühlt! Mit fast so viel Sarkasmus wie Witz - der exakt so österreichisch-trocken ausfällt, wie es die dröge Umgebung Iowas verlangt - begleitet man Stefanie Sargnagel auf dieser ulkigen Reise. Auch die transgenerationale Freundschaft zu Christiane Rösinger, die zwischen Anhimmelei und augenzwinkernder Abwertung hin und her pendelt, wirkt so schön authentisch. Eindeutige Empfehlung!

Wie wichtig sind dir Buchauszeichnungen? Ich habe mich bislang nur wenig daran orientiert. Mal sehen, ob sich das zukünftig ändert, denn Iowa (auf der Longlist zum deutschen Buchpreis) war wirklich eine kleine Entdeckung. Weniger das Buch an sich als vielmehr die Autorin Stefanie Sargnagel und Ihre Schreibweise. Die Schilderungen sind persönlich, lustig und gleichzeitig nie verurteilend. 3,5 Sterne bekommt das Buch, weil es sich teilweise echt gezogen hat (vielleicht absichtlich wie der Besuch in Iowa?). Welches Buch der aktuellen Buchpreis Nominierungen sollte ich deiner Meinung nach noch unbedingt lesen?

Eine Autorin aus Wien wird an ein College aus Iowa eingeladen um den Studenten kreatives Schreiben näher zu bringen. Begleitet wird sie von ihrer Freundin Christiane, einer über 20 Jahre älteren Sängerin. Gemeinsam stürzen sie sich in das Abenteuer Amerika und lernen die alltäglichen Gewohnheiten und Absurditäten kennen, die ihre besuchte Kleinstadt und Umgebung so zu bieten haben. Klug erzählt, auf den Punkt, mit viel Humor, Selbstironie und voller Klischees. Ich hab viel gelacht aber es gab auch Abschnitte, die mich nachdenklich gestimmt haben. Die beiden Frauen sind absolute Unikate. Schonungslos berichten sie über den langweiligen Alltag, die Menschen, mit denen sie zu tun haben, dem oft ungewohnten Essen, Abtreibung, Waffenbesitz usw. Hier wird nichts ausgelassen. Auch die vielen Fußnoten haben mir richtig gut gefallen. Ich wurde bestens unterhalten. Nach Iowa zieht mich nun gar nichts mehr aber da verpasse ich ganz bestimmt nichts.
Das war leider absolut gar nichts für mich
Das Buch scheint zu polarisieren, ich hab es mir vor einer Weile auf Basis vieler sehr guter Bewertungen gekauft und gehöre jetzt leider zum anderen Ende der Bewertungsskala. Nicht Ansatzweise mein Humor und dafür dann zu langatmig. Keine Ahnung, was ich hieraus mitnehmen soll.
Vorneweg: ich hab "Iowa" als Hörbuch gehört, von der Autorin selbst gelesen mit Einwürfen und Widersprüchen ihrer Freundin Christiane Rösinger. Gemeinsam waren die beiden 2021 in Iowa, wo Stefanie Sargnagel als eingeladene Gästin an der Uni einen kreativen Schreibkurs gegeben hat. Mit ihrem ihr eigenen Humor berichtet Sargnagel von Iowa und den Menschen dort, von Amerika, von der stumpfsinnigen Einsamkeit und Ödnis auf dem Land. Auf die Longlist hätte ich es nicht gesetzt, aber es hat mich gut unterhalten und Spaß gemacht ihr zuzuhören👍
Gestochen scharfe, ur-komische Beobachtungen aus der amerikanischen Kleinstadthölle und eine herzerwärmende Freundschaft.
Stefanie Sargnagel bringt mich immer wieder laut zum Lachen. Sie ist klug, humorvoll und gnadenlos ehrlich. Die Freundschaft zwischen ihr und Christiane ist großartig – beide sind unglaublich liebenswerte Feministinnen. Ihre Beobachtungen und Beschreibungen aus Grinnell und Des Moines sind messerscharf und absolut treffend. Mit schonungsloser Offenheit schildert die Autorin ihre Exzesse, Depressionen und sozialen Ängste – dafür verdient sie großen Respekt. Für das Ende in L.A. und San Francisco ziehe ich allerdings einen halben Stern ab: Es wirkt auf mich etwas gezwungen und nicht ganz stimmig.
Sarkastisch, selbstironisch, manchmal tragikomisch erzählter Reisebericht über Iowa, bei dessen Schilderung man hin und wieder nicht weiß, ob man lachen oder geschockt sein soll. Gleichzeitig die mal fast befremdliche, mal anrührende Geschichte einer besonderen Freundschaft und ein Seelenstriptease einer Mitt30erin. Highlight: Lesung der Autorin mit Einschüben der Fußnotenverfasserin und Mitreisenden. Insgesamt erfrischend andere Autofiktionalität, die diesen Erzähltrend selbst gewissermaßen parodiert. Wirklich fein!
Amüsant, jedoch auch erschreckend
Hier darf Hörer*-/Leser*in die Autorin, die gleichzeitig die Sprecherin ist, auf ihrer Reise nach Amerika begleiten. Mit typisch österreichischen Blick, rotzfrech, kritisch, rabenschwarz und sehr humorvoll fand ich diese "Begleitung" höchstt spannend, jedoch auch sehr erschreckend. Amerika hat große Probleme, die wir hier gar nicht so mitbekommen. Schon alleine für die "Fußnoten" lohnt sich dieses Buch/ Hörbuch! ABSOLUT EMPFEHLENSWERT.

Ein etwas anderes Buch über Amerika
„50 Shades of Brown“ nimmt man wahr, wenn man sich durch den US-Staat Iowa bewegt. Er ist der größte Mais – und Schweinefleischerzeuger der Staaten und ein so genannter „Flyover State“. Kurz gesagt: Da fliegt man drüber - man reist nicht hin, wenn man sich den American Way of Life antun möchte. Dabei ist genau dort das wahre Amerika zu finden. Dass, das Trump wählt, Pick-up fährt, Waffenbesitz zelebriert und ansonsten auch eher männlichen Attributen fröhnt. Stefanie Sargnagel, eine Wiener Autorin und Cartoonistin wird genau dorthin eingeladen, um in Grinnell kreatives Schreiben am ansässigen College zu unterrichten. Mit von der Partie ist die 25 Jahre ältere Christiane Rösinger, Autorin, Journalistin und Musikerin, die mir vor allem als Mitglied der Lassie Singers bekannt ist. Ein Abenteuer der besonderen Art beginnt. Auf bissige, sarkastische, aber doch wohlwollende Art und Weise wird uns Leser*innen der „Hawkeye State“ näher gebracht. Wir gehen mit den beiden Freundinnen in Rabbitt‘s Tavern und verlieben uns ein bisschen in Homer, wandeln durch das triste braun-grün der Landschaft, probieren Lebensmittel und Speisen aus, die unseren Cholesterinspiegel gigantisch in die Höhe treiben, und lassen uns von wildfremden Menschen als „Darling“ oder „Honey“ ansprechen. Dass so viel „Deutsches“ in Iowa steckt, ist kurzweilig beschrieben, denn besonders der Transfer von unseren (verlorenen) Traditionen, Lebensweisen und Sprachen. ins amerikanische ist gleichzeitig amüsant und befremdlich. Mir ist sofort aufgefallen, dass sich hier nicht lustig gemacht wird über einen Alltag, der uns vielleicht sehr rückwärtsgewandt erscheint, bisweilen wirft die Autorin sogar einen liebevollen Blick auf die Menschen. Sagnagel spart nicht mit Kritik, die sie zwar humorvoll verpackt, die aber auch unseren europäischen Lebensstil genauestens unter die Lupe nimmt. Die Freundschaft zwischen den beiden Frauen ist durch Ehrlichkeit und gegenseitiges Infragestellen geprägt. Das spiegelt sich auch textlich wieder, wenn Rösingers kommentierende Fußnoten in Sargnagels Darstellungen reingrätschen, um einiges richtig zu stellen oder ihrer Sichtweise anzupassen. Dabei war ich mir jetzt nicht sicher, ob ich mit einer von beiden gerne verreisen würde. Mit Rösingers kleptomanischen Anwandlungen wäre ich wahrscheinlich gar nicht klargekommen und Sagnagels Naivität hätte mir auch Sorgen bereitet. Als Zuschauerin finde ich das aber äußerst lustig. Ich war schon ein bisschen traurig, als Christiane Rösinger nach einem berührenden Abschlusskonzert in die Heimat zurückflog, doch bald wurde sie ja von Mutti ersetzt, die mit der Tatkraft vieler Boomer, Iowa und die Umgebung drumherum kann selbstverständlich in ihr Leben integrierte. Oder umgekehrt. Der Trip nach Kalifornien bei denen das Mutter-Tochter Gespann nach den Reichen und Schönen sucht und das Elend findet, hat in mir Erinnerungen an eine Reise nach San Francisco wach gerufen, in der es mir ganz ähnlich ging. Überhaupt ist dieses Buch nicht einfach nur Kabarett im literarischer Form, sondern Sozialkritik am kapitalistischen System, die deshalb greift, weil sie uns über das Humorzentrum erreicht. Und dass beißt! Was nun diesen etwas anderen Reiseführer dazu befähigt auf der #Longlist zum deutschen @Buchpreis zu erscheinen hat mich verwundert. Ich würde so gern wissen, welche Kriterien da gegriffen haben. Ich finde das Buch zwar äußerst kurzweilig und bin nur so durch die Seiten geflogen, aber es würde auch gut in das alte Sesamstraßen-Spiel „Eins von diesen Dingen ist nicht wie die andern“ passen. Andererseits hat die @buechergilde auch schon das Potenzial erkannt und das ist eigentlich immer ein Zeichen für Qualität. Tatsächlich finde ich die Entscheidung der Jury sehr erfrischend etwas so vielschichtig Unterhaltenddes mit zu den besten Büchern deutscher Sprache in 23/24 zu zählen. Von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung für alle, die kabarettistische Texte lieben. Und jetzt, liebe Stefanie Sargnagel, hätte ich noch gerne ein Buch über Delaware, Rhode Island, Michigan und Kentucky. Da kenne ich mich nämlich auch noch nicht aus.😀
GENIAL. Eine grantelnde Wiener Jungfeministin (Sargnagel, die Königin von Wien) und die Berliner Zweite-Welle-Feministin und Punk-Sängerin (Christiane Rösinger, die Königin von Berlin) machen sich auf nach Iowa - in die Einöde des Mittleren Westens, wo Sargnagel als Gastdozentin unterrichten soll. Das Buch erzählt auf sehr humorvolle Weise von amerikanischen Klischees wie Riesen-Walmarts und Abtreibungsdebatten (die scheinbar alle wahr sind!) und Skurrilitäten dieses Provinzlebens. Auch die Freundschaft zwischen den beiden Reisenden, die 20 Jahre Altersunterschied trennen, ist herzlich komisch und liebenswert zugleich. Am Schluss weiß man nicht, ob man unbedingt auch mal dorthin will oder doch lieber unter keinen Umständen jemals. Besonderer Highlight war das Hörbuch gelesen von der Autorin selbst, sehr empfehlenswert! 👌🏻
„Das weibliche Genie ist immer allein und wenn Männer sagen, sie stünden auf Frauen mit Humor, meinen sie in der Regel, die Frauen sollen über ihre Witze lachen und nicht witziger sein als sie.“ Sehr humorvoller und schöner Erfahrungsbericht dank dem ich nicht selbst in die USA reisen muss - und doch irgendwie Lust bekommen habe, es irgendwann einmal zu tun.

Die österreichische Schriftstellerin und Cartoonistin Stefanie Sargnagel und die Musikerin Christiane Rösinger kennen sich noch gar nicht so lange und gut, als sie gemeinsam zu einem mehrwöchigen Trip nach Iowa, einem ländlichen US-Bundestaat, aufbrechen. Sie wurden von einer Eliteuniversität in der Kleinstadt Grinnell eingeladen, Sargnagel als Gastdozentin für einen Creative-Writing-Kurs, Rösinger für einen Auftritt als Musikerin und Comedienne. Gemeinsam beziehen sie ein Haus in der Einöde, sind gelangweilt von den spärlichen Freizeitmöglichkeiten der Kleinstadt und erkunden, als sie endlich ein Auto mieten können, den Mittleren Westen. Über diesen Ausflug nach Amerika berichtet Stefanie Sargnagel in ihrem Buch "Iowa", mit korrigierenden (und herrlich bissigen) Fußnoten von Christiane Rösinger. "Iowa" ist aber nicht nur ein Reisebericht, sondern auch eine Erzählung über eine Frauenfreundschaft mit Altersunterschied, gespickt mit humorvollen und klischeehaften Beobachtungen der amerikanischen Gesellschaft. Sargnagel und Rösinger besuchen beispielsweise ein von hessischen Siedlern gegründetes Dorf, halten bei einer Scheune mit Horrorelementen, gönnen sich Würstchen von der Tankstelle und versacken in ranzigen Bars mit einem Glas voll eingelegter Truthahnmägen. Auch die Dialoge miteinander und mit den Einwohner*innen Grinnells hält die Autorin in Teilen fest. Stefanie Sargnagel blickt auf amerikanisches Land und Leute, für mich etwas belanglos und teils langweilig, aber doch im Großen und Ganzen unterhaltsam. Ich musste während der Lektüre natürlich gleich die Instagramstories der Autorin checken, sie hat gleich mehrere Highlights mit Eindrücken aus Iowa erstellt, es lohnt sich, diese als Ergänzung zum Buch anzusehen. "Iowa" ist für mich kein Buch, das man unbedingt lesen muss, auch die Buchpreisnominierung kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Für ein paar leichte und teilweise lustige Lesestunden ist der Reise- und Freundschaftsbericht aber durchaus geeignet.

Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört, welches von der Autorin selbst eingelesen wurde. Thematisch hat es mich nicht sonderlich interessiert, mir wurde allerdings die Autorin schon öfters empfohlen, weshalb ich ihm eine Chance geben wollte. Hätte ich es als Buch gelesen, hätte ich es vermutlich abgebrochen. Teilweise war es durchaus witzig und interessant, streckenweise aber auch irgendwie dröge und nicht so meinem Geschmack. Durch den Wiener Schmäh der Autorin wird es aber insgesamt lustiger. Daher kann ich bei Interesse definitiv das Hörbuch empfehlen, die Meinungen über das Buch selbst ging ja sehr weit auseinander.
Grosse Freude, dieses Buch zu lesen. Zumindest die ersten 80%. Rösinger & Sargnagel sind ein Traumduo. Extrem lustige Energie. Sie die glatte Tante, sie die altkluge pubertäre Tochter. Zusammen im Mittleren Westen, wo gar nichts passiert. Wehmut, als sich Rösinger verabschieden muss. Letzter Teil mit der Mutter dann zu dröge, sozialmiefig (das pöse US-Gesundheitssystem etc.). Rösinger mit ihrem träfen Common-Sense egalisiert die sarkastische Ernsthaftigkeit von Sargnagel wohltuend.
Ich hoffe “Iowa” ist die letzte Rezension, die ich schreibe, in einer Welt, in der noch nie eine Frau das mächtigste Land der Welt regiert hat bzw. erstmal bald für viele Jahre regiert. Und in einer Welt, in der ca. 47% der Amerikaner:innen in Erwägung ziehen, “Nr. 45” (seinen Namen möchte ich gar nicht mehr nennen) eine zweite Amtszeit im weißen Haus zu geben. Amerika ist eine “divided Nation”, wie viele Beobachter:innen es ausdrücken. In dieses geteilte Land, in dem Unmut und Aufbruchsstimmung zugleich herrschen, sind im Jahr 2022 die Wiener Autorin/Künstlerin Stefanie Sargnagel und die Berliner Singer-Songwriterin/Autorin Christiane Rösinger gereist, Erstere um an einem kleinen College (Grinnell) einen Workshop über das kreative Schreiben zu geben. Rösinger als Sargnagels Begleitung und um dort ein bisschen zu performen. “Iowa” ist 2024 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises gelandet. Während sich eine andere Autorin der erfolgreichen Belletristik gefragt hat, warum sie dort nicht gelandet ist, wird sich Stefanie Sargnagel insgeheim, das behaupte ich jetzt mal weil ich es stark vermute, gefragt haben, warum ihr autofiktionaler Reisebericht dort auftaucht. Ich mache das auch, denn das Buch - Roman möchte ich es gar nicht nennen - hat in meinen Augen keinerlei literarische Relevanz. Als humorvoller Reisebericht kann es - da Humor Geschmackssache ist - gerade noch so durchgehen. Wie es sich aber gegen Bücher von hoher literarischer Qualität durchsetzen konnte, die nicht auf der Longlist gelandet sind, ist mir ein Rätsel. Wenn es denn wirklich ein tiefer Einblick in die Seele Amerikas anhand des Beispiels von Iowa gewesen wäre. Es geht aber leider mehr um die beiden Reisenden als um Land und Leute, obwohl die zwischendurch natürlich auch schon mal vorkommen. Der Schlagabtausch zwischen Stefanie und Christiane - Millenial vs. Boomerin - ist zwar anfangs ganz nett, da sich die Themen (Altern/Ageism, Süchte, Essen, Berlin/Wien, die Vergangenheit und jeweilige ausgeprägte Persönlichkeit der beiden Freundinnen, Feminismus, Körpergewicht, Kinderwunsch/Mutterschaft, Künstlermilieu/Künstlerinnendasein, selten Amerika) aber ständig wiederholen, ziehen sich die endlosen Dialoge der beiden wie Kaugummi, den man nicht unter der Tischplatte rausbekommt, obwohl man kratzt und gleichzeitig zieht. So Sätze wie: “Der Speichelfluss ist angeregt” (S. 205), wenn beschrieben wird, wie sie eine Pizza aufteilen, lassen mich innerlich tatsächlich aufschreien. Sargnagel ist starke Raucherin und greift dauernd zum Glimmstängel, obwohl es auf dem Campus Gelände verboten ist: “Aus Trotz gegen die Schwingungen, die ich wahrnehme, rauche ich noch mehr, schmiere den Teer auf die Poren, rauche mir die Finger gelb [...] Am liebsten würde ich die Marlboro direkt in den Hummus stecken.” (S. 241) Hier wird suggeriert, dass es cool und subversiv wäre, zu rauchen. Auch eine Eigenschaft, die man vielleicht im Buch aus Jugendschutzgründen hätte unterschlagen können. Schließlich ist es keine 1:1-Wiedergabe des Iowa-Aufenthalts, sondern fiktional bearbeitet. Auch die Tatsache, dass Christiane Rösinger in Geschäften Sachen mitgehen lässt, macht sie für mich jetzt nicht grundsympathisch. Das Klauen wird hier ebenfalls als cool dargestellt. Ich bin wahrscheinlich kein Moralapostel, aber ob das wirklich sein muss weiß ich echt nicht. Die “korrigierenden Fußnoten” von Rösinger sollen witzig rüberkommen, sind aber einfach nur ein weiteres Ärgernis, das den ohnehin schon zähen Lesefluss unterbricht. Und dann immer wieder der “Running Gag", dass Sargnagel behauptet, Rösinger würde sich einen “kleinen Hund” wünschen, obwohl sie in den Fußnoten ständig “kleine-Hunde-Bashing” betreibt, als wäre es 2003. Ja, wir haben es verstanden: kleine Hunde sind keine echten Hunde, sehen aus wie Ratten und sie würde sich höchstens auf einen “halbhohen” einigen können. Nicht. Was ich noch anmerken möchte: Auch wenn die Autorin Triggerwarnungen erwähnt, bei ihrem eigenen Buch kann ich keine finden, obwohl sie kaum ein unangehmes Thema unangetastet lässt, oft in Form von Nacherzählungen von Pressemeldungen (“Zeitungsberichte werden um die Welt gehen über…” S. 268) und was ihr ein Typ im Darknet alles Traumatisierendes gezeigt hat. Sollte die Autorin das jetzt zufällig lesen und über mich denken “dumme Trutschn" oder so, dann sag ich jetzt schon mal sorry: Ich muss “leider” meine ehrliche Meinung sagen, weil sonst glauben mir die Leute nichts mehr. Aber hey, die Deutsche-Buchpreis-Jury fand das Buch supi, Sargnagel wird mit Thomas Bernhard verglichen (ich hör ihn sich schon umdrehen) und ihr Humor wird von “titel, thesen, temperamente” als “mit nichts zu vergleichen” bezeichnet… Ich muss wohl keine Ahnung haben. Also lass ich es jetzt lieber mal darauf beruhen.
Lasst es im Laden liegen!
Ich hatte mir viel von dem Buch erhofft, ein differenzierter Blick auf Land und Leute. Was hab ich bekommen: scheinbar innerliche Depressionen der Autorin mit dem Wunsch von Nacktheit zwischen Seeelefanten, Infos zu Masturbation bei „Katergeilheit“ und wirre Wechsel von Reisebericht und Kettenrauch-Update. Reiseberichte sind sicher eine individuelle Sache. „Iowa“ fand ich furchtbar. Unstrukturiert und schwer zu lesen. Buch wandert in den öffentlichen Buchschrank; vielleicht findet sich ein neuer, diesmal glücklich faszinierter Besitzer.
Irgendwann habe ich dann doch noch zu Iowa von Stefanie Sargnagel gefunden, nachdem ich das Buch schon mehrmals in der Hand hatte und habe es nicht bereut. Man erfährt einiges Skurriles über die Menschen des Mittleren Westens, was man zwar eh alles weiß, wenn man die amerikanische Politik und Gesellschaftsentwicklung verfolgt, aber darüber zu lesen ist dann doch auch ganz lustig ist. Ebenso die Dialoge zwischen der Autorin und Frau Rösinger.
Nett, aber auch nicht mehr.
Vom angekündigten und gelobten Sarkasmus ist zumindest bis zu 2/3 des Buches leider nicht viel zu merken. Die Geschichte plätschert vor sich hin. Beide Charaktere wirken ziemlich unsympathisch und jammern und meckern scheint ihr größter Zeitvertreib zu sein. Wenn man das Ende verpasst, verpasst man wahrscheinlich nicht viel.
Bin sicher nicht der richtige Leser für dieses Buch, das Buch wurde mir 40 Jahre männlich von meiner Kollegin empfohlen. Eigentlich wegen den Reiseberichten, ja das war ganz spannend Iowa von Amish, Casinos und anderen Städten und Ghettos. Oft musste ich schmunzeln oder lacheln und die Autorin mag auch die Simpsons und hat wohl in USA Stereo-typische Dinge wieder erkannt. Das gendern und teils Woke ist nicht meins. Dennoch für USA interessierte ein zum Teil lesenswertes Buch. Ich empfehle aufgrund des Buchtitels "ein Ausflug nach Amerika" das Lied von Residente "This is not America". Richtig müsste es also heißen, ein Ausflug in die USA....
Ich liebe das Buch und gleichzeitig bin ich ein wenig enttäuscht. Aber die Enttäuschung kann ich umwandeln, weil ich meine Erwartungen ein wenig verändere. Stefanie Sargnagel konnte ich hier ein wenig kennenlernen. Sie gibt einiges von dich preis. Sie beschreibt ihre Erlebnisse in Iowa und verknüpft aktuelle, brisante Themen. Mit ihrer anfangs für mich gewöhnungsbedürftigen Sprache hat sie mich aber immer mehr in den Bann gezogen. Ihr Aufenthalt in Grinnell hatte sehr ungewöhnlich Begegnungen. Die Geschichte hat mich zum Lachen gebracht aber oft blieb das Lachen im Hals stecken. Das Leben in Iowa vereint viele Vorurteile, um doch wieder zu überraschen. Manches Mal sehr positiv und dann wieder mit erschreckenden Meldungen. Die Autorin wandert auf jeden Fall mit ihren anderen Büchern 📚 auf meine Merkliste. Und nicht nur mit ihren literarischen Werken sondern auch durch ihre andere kreative Arbeit.

Um dieses Buch bin ich seit seinem Erscheinen herumgezogen. Immer wieder mal hatte ich es in der Hand, hab mich dann aber doch noch für ein anderes entschieden. Monatelang. Dann wurde dieses Buch aber für den Deutschen Buchpreis 2024 nominiert, also sah ich das als mein Omen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für dieses Buch gekommen war. Der Beginn meiner Leseerfahrung war dann (wie erhofft) super gut. Ich fand den Stil sehr lustig, konnte gut in der Geschichte versinken und fand Stefanie Sargnagel, die hier die Rolle der Protagonistin einnimmt, auch sympathisch. Und so freute ich mich darauf, mit ihr Iowa zu erkunden, Amerika so ein bisschen näher kennenzulernen und war gespannt darauf, was sie so entdecken würde. Ungefähr bei der Hälfte änderte sich dann aber meine Wahrnehmung des Buches leider: Plötzlich begannen mich einige Aspekte daran zu nerven. Wie auch Sargnagel ist auch Christiane Rösinger, die zweite Protagonistin, eine real existierende Person. Genau wie auch Stefanie Sargnagel kenne ich Christiane Rösinger nicht persönlich und kann deswegen auch nur anhand dieses Berichts werten. Wahrscheinlich ist Rösinger in der Realität eine sympathische und spannende Person - in diesem Text wirkte das aber auf mich nicht so. Vor allem ihre Kommentare über die "jüngere" Generation gingen mir irgendwann leider nur noch auf den Geist. Ich weiß, dass das hier wahrscheinlich neben Erfahrungsbericht wahrscheinlich auch Satire sein soll. Und wie gesagt: Gerade zu Beginn hat das in meinen Augen auch funktioniert. Aber wenn sich die gleichen Themen dann ein ganzes Buch lang immer wieder wiederholen, dann wird das irgendwann langweilig und danach nervig. Auch war ich überrascht, wie traurig die Stimmung dieses Buches eigentlich war, vor allem in der zweiten Hälfte. Ich erkenne hier keinerlei Lebensfreude und das finde ich schade - wäre doch in einem Text wie diesem so viel Möglichkeit dazu. Das letzte Drittel dieses Buches konnte ich gar nicht einordnen. Was war das denn? Vielleicht wäre es besser gewesen, diese Erzählung mit der Abreise Christianes Enden zu lassen - denn so wirkte das alles ein bisschen planlos und willkürlich. Und sorgte dafür, dass ich selbst ein bisschen planlos zurückblieb - denn wie kann ich ein solches Buch bewerten? Alles in allem war das kein schlechtes Buch, vor allem die erste Hälfte nicht. Aber so gut, dass ich eine Nominierung für den Deutschen Buchpreis nachvollziehen kann? Nein, leider nicht, zumindest in meinen Augen. Schade, aber das war meiner Meinung nach nur mittelmäßig.
Von dem autofiktionalen Reisebericht der Autorin über ihre Zeit in Iowa hatte ich mir mehr versprochen. Thematisch ziemlich oberflächlich und sprachlich auch nicht besonders originell, wundert es mich, dass der Titel für den Buchpreis nominiert war. Über einige Stellen musste ich schmunzeln, fand es im Großen und Ganzen aber doch recht zäh.
Leider kann ich mich dem Hype rund um Stefanie Sargnadel so garnicht anschließen.
Das Buch erzählt (autobiografisch?) von der Reise der Autorin mit Musikerin Christiane Rösinger in die USA, spezifisch nach Iowa, ihre dort gesammelten Erfahrungen als Gast-Lehrende an einem College und ihre Ausflüge in verschiedene Städte und Orte im Land. Der Humor war überhaupt nicht lustig, vieles politisch Inkorrekte wurde unnötigerweise ausgesprochen, statt es sich zu sparen (auch wenn es teils eingeordnet wurde), die Symbiose aus den beiden Frauen fand ich unangenehm. Das einzige Positive, was ich aus dem Buch ziehen kann, sind die Erzählungen rund um US-amerikanische Zustände, Statistiken, spannende Fakten, etc. Ansonsten war das wohl mein letztes Werk der Autorin 🥹
ich liebe stefanie sargnagel und christiane rösinger. das buch war ok. leider hat es sich sehr oft verrannt, und es hat mich nicht sonderlich berührt. wo ich "dicht“ am schluss mit tränen in den augen dankbar an die brust drückte, legte ich diese lektüre nach den letzten sätzen wenig beeindruckt und unbekümmert zurück ins regal. es gab durchaus witzig beschriebenes, vor allem das beige lebensgefühl erheiterte mich, und das cover ist süß. alles in allem ja ok, es kann halt nicht alles der oberburner sein
Ein Reisebericht
Stefanie Sargnagel war in Iowa und hat einen Reisebericht geschrieben. Sie traf Homer und Marge. Nur, dass die wohl nicht Simpson hießen. Aber doch entsprachen diese Menschen genau dem, was man aus dem Fernsehen kennt. Stefanie Sargnagel schreibt sarkastisch und vielleicht ein bisschen überzogen. Mit spitzer Zunge beschreibt sie ihren Aufenthalt im mittleren Westen der USA. Einem Landstrich, der von Landwirtschaft geprägt ist, wo man Sehenswürdig vergeblich sucht. Dort findet man an den endlos langen Straßen eine Fastfoodkette neben der anderen. 20 verschiedene Hotdogwürstchen, die sich auf den Grills stundenlang um sich selber drehen. Stefanie Sargnagel durfte dort, im Grinnell College über kreatives Schreiben Kurse geben. Sie bekam auf dem Campusgelände eine Unterkunft, ein typisches Haus der Region, gestellt. Zu ihrer Unterstützung nahm Sargnagel ihre Freundin, die Musikerin Christiane Rösinger, mit. Mit ihrem eigenen Humor, nimmt Stefanie Sargnagel den Leser mit, Iowa und seine Menschen kennenzulernen. Iowa, eine Reise Stefanie hat einen wirklich eigenen Humor. Sie macht auf eigene Kosten Witze über ihr Leben, das inzwischen in sehr strukturierten Bahnen verläuft. Laut ihrer Aussage im Buch wollte sie das so nie haben. Sie bewundert dafür ihre Freundin Christiane um so mehr. Diese schafft es mit ihren (quasi 50) 60 Jahren immer noch mit jugendlichen Punks, um die Häuser zu ziehen. Sargnagel macht vor sich selber nicht halt: Kinderwunsch, ihr eigenes Gewicht, das Kette rauchen, ihre Depression ... sie verwurstet einfach alles. Die Vorträge, die Stefanie im College halten soll, sie hat sowas noch nie gemacht, sind in dem Buch Nebendarsteller. Sie gibt sich große Mühe und die wenigen (meist chinesischen) Studentinnen sind auch angetan von ihrem Unterricht, aber so richtig überzeugend kommt das nicht rüber. Viel mehr ist es der ganze Aufenthalt in den USA, den die Schriftstellerin, Comedian und Künstlerin nutzt, Feldstudien zu betreiben. Dabei kommt sie selber, wie oben schon erwähnt, auch nicht gut weg. Und meine eigene Lust, die USA zu bereisen, ist mit Sargnagels "Reisebericht" noch mehr gesunken. Ihre Texte sind bissig und werfen ein interessantes Bild auf die Bewohner von Iowa. Klischees werden nur noch mehr bestätigt. Und nun? Ich habe mich mit dem Buch manchmal etwas schwergetan. Das mag auch daran liegen, dass mich Comedy nicht allzu schnell zum Lachen abholt. Ich versuche immer den Sinn dahinter zu verstehen und das zerstört wohl die Pointen. Der schwarze Humor von Stefanie Sargnagel gefällt mir zwar, doch fand ich nicht alles lustig. Wer die Künstlerin in Iowa begleiten möchte, der kann sich ihren Instagramkanal ansehen, da hat sie ihre Reise in den Storys beschrieben. Erst als ich die Bilder zu dem Buch gesehen habe, wurde mir die Absurdität bewusst, die die Autorin beschrieben hatte. (In dem Buch findet an Mich hat dieses Buch nicht abgeholt. Aber das liegt nicht an der Autorin, vielmehr an mir. Es ist wohl so, dass ich für solche Bücher einfach nicht den Sinn habe. Für mich bekommt dieses Buch 🐭🐭🐭 als gute Unterhaltung, wer es mag.

Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Das neue Buch der österreichischen Bestsellerautorin ("Dicht"). Stefanie Sargnagels Blick auf die USA ist so unverwechselbar wie ihr Schreiben: Sarkastisch, schonungslos ehrlich und doch voll Sympathie bringt sie uns das ländliche Amerika nahe und berichtet nebenbei herzerwärmend über die Lebensnotwendigkeit von Frauenfreundschaften.
2022 tauscht Stefanie Sargnagel widerstrebend das bequeme Wiener Sofa gegen ein Flugticket in die USA ein. In Iowa soll sie an einem College mitten im Nirgendwo Creative Writing unterrichten. In der Kleinstadt Grinnell mit ihren 8000 Einwohnern gibt es außer endlosen Maisfeldern: nichts. Mit von der Partie ist Musiklegende Christiane Rösinger, und gemeinsam machen die beiden sich auf, das Nichts zu erkunden. Sie finden übergewichtige freundliche Einheimische, traditionelle Geschlechterrollen, Riesensupermärkte, unglaubliche Würstchen und ein Glas voller eingelegter Truthahnmägen.
Mit korrigierenden Fußnoten von Christiane Rösinger.
Book Information
Author Description
Stefanie Sargnagel, geboren 1986, studierte in der Akademie der bildenden Künste Wien Malerei, verbrachte aber mehr Zeit bei ihrem Brotjob im Callcenter. Seit 2016 ist sie freie Autorin – und verbringt seitdem mehr Zeit bei ihrem Steuerberater. Im selben Jahr wurde sie beim Bachmann-Wettbewerb mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, weitere Preise folgten. Ihre Bücher Statusmeldungen, Dicht, Iowa und Opernball waren Bestseller.
Posts
Frau Sargnagel fährt nach Iowa, um dort als Gastdozentin einen Kurs an der Uni zu geben und liefert in ihrem launigen Roman spitzzüngige Kommentare zu amerikanischer Lebensart. Sympathisch: Sie verschont dabei sich selbst keineswegs. Für Leser, die etwas Übung mit österreichischen Humor haben, unbedingt lesenswert
Einöde gespickt mit Humor🏜
Stefanie Sargnagel versteht es, mit ihrem Schreibstil die Menschen gleichzeitig zum Lachen und zum Nachdenken zu bringen. Und das schafft sie sogar vor der reizlosen Kulisse Iowas. Das ist auch der große Schwachpunkt des Buches, denn in der Handlung passiert nicht wirklich viel. Der Schauplatz gibt nicht viel her. Dafür darf man sich als Leser auf humorvolle Anekdoten aus dem Leben der Autorin, politische Dialoge mit ihrer Freundin Christiane und den ein oder anderen Funfact über den Bundesstaat Iowa freuen!
Das Buchcover passt perfekt zum Inhalt
Ich mag Stefanie Sargnagel. Das Buch ist witzig geschrieben. Genauso wäre auch mein Aufenthalt in der amerikanischen Pampa. Zum Schluss hin wird das Buch sozialkritisch. Ein Ausflug nach Kalifornien zeigt die Probleme der USA mit Obdachlosigkeit und Drogenabhängigkeit. Dieser Teil hätte fast ein eigenes Buch verdient. Ich werde bald eine Lesung mit Sargnagel und Rösinger besuchen. Ich freue mich schon darauf.
Ob durch unser beiderseitiges Einverständnis über die USA im Allgemeinen ("Amerika ohne Auto ist wie Hausarrest"), ihre meinerseits geteilte Antipathie gegenüber LA oder diverse Anspielungen aus Serien wie The Housewives of Beverly Hills oder The Walking Dead - ich habe mich nicht nur abgeholt, sondern geradewegs durch das Buch getragen gefühlt! Mit fast so viel Sarkasmus wie Witz - der exakt so österreichisch-trocken ausfällt, wie es die dröge Umgebung Iowas verlangt - begleitet man Stefanie Sargnagel auf dieser ulkigen Reise. Auch die transgenerationale Freundschaft zu Christiane Rösinger, die zwischen Anhimmelei und augenzwinkernder Abwertung hin und her pendelt, wirkt so schön authentisch. Eindeutige Empfehlung!

Wie wichtig sind dir Buchauszeichnungen? Ich habe mich bislang nur wenig daran orientiert. Mal sehen, ob sich das zukünftig ändert, denn Iowa (auf der Longlist zum deutschen Buchpreis) war wirklich eine kleine Entdeckung. Weniger das Buch an sich als vielmehr die Autorin Stefanie Sargnagel und Ihre Schreibweise. Die Schilderungen sind persönlich, lustig und gleichzeitig nie verurteilend. 3,5 Sterne bekommt das Buch, weil es sich teilweise echt gezogen hat (vielleicht absichtlich wie der Besuch in Iowa?). Welches Buch der aktuellen Buchpreis Nominierungen sollte ich deiner Meinung nach noch unbedingt lesen?

Eine Autorin aus Wien wird an ein College aus Iowa eingeladen um den Studenten kreatives Schreiben näher zu bringen. Begleitet wird sie von ihrer Freundin Christiane, einer über 20 Jahre älteren Sängerin. Gemeinsam stürzen sie sich in das Abenteuer Amerika und lernen die alltäglichen Gewohnheiten und Absurditäten kennen, die ihre besuchte Kleinstadt und Umgebung so zu bieten haben. Klug erzählt, auf den Punkt, mit viel Humor, Selbstironie und voller Klischees. Ich hab viel gelacht aber es gab auch Abschnitte, die mich nachdenklich gestimmt haben. Die beiden Frauen sind absolute Unikate. Schonungslos berichten sie über den langweiligen Alltag, die Menschen, mit denen sie zu tun haben, dem oft ungewohnten Essen, Abtreibung, Waffenbesitz usw. Hier wird nichts ausgelassen. Auch die vielen Fußnoten haben mir richtig gut gefallen. Ich wurde bestens unterhalten. Nach Iowa zieht mich nun gar nichts mehr aber da verpasse ich ganz bestimmt nichts.
Das war leider absolut gar nichts für mich
Das Buch scheint zu polarisieren, ich hab es mir vor einer Weile auf Basis vieler sehr guter Bewertungen gekauft und gehöre jetzt leider zum anderen Ende der Bewertungsskala. Nicht Ansatzweise mein Humor und dafür dann zu langatmig. Keine Ahnung, was ich hieraus mitnehmen soll.
Vorneweg: ich hab "Iowa" als Hörbuch gehört, von der Autorin selbst gelesen mit Einwürfen und Widersprüchen ihrer Freundin Christiane Rösinger. Gemeinsam waren die beiden 2021 in Iowa, wo Stefanie Sargnagel als eingeladene Gästin an der Uni einen kreativen Schreibkurs gegeben hat. Mit ihrem ihr eigenen Humor berichtet Sargnagel von Iowa und den Menschen dort, von Amerika, von der stumpfsinnigen Einsamkeit und Ödnis auf dem Land. Auf die Longlist hätte ich es nicht gesetzt, aber es hat mich gut unterhalten und Spaß gemacht ihr zuzuhören👍
Gestochen scharfe, ur-komische Beobachtungen aus der amerikanischen Kleinstadthölle und eine herzerwärmende Freundschaft.
Stefanie Sargnagel bringt mich immer wieder laut zum Lachen. Sie ist klug, humorvoll und gnadenlos ehrlich. Die Freundschaft zwischen ihr und Christiane ist großartig – beide sind unglaublich liebenswerte Feministinnen. Ihre Beobachtungen und Beschreibungen aus Grinnell und Des Moines sind messerscharf und absolut treffend. Mit schonungsloser Offenheit schildert die Autorin ihre Exzesse, Depressionen und sozialen Ängste – dafür verdient sie großen Respekt. Für das Ende in L.A. und San Francisco ziehe ich allerdings einen halben Stern ab: Es wirkt auf mich etwas gezwungen und nicht ganz stimmig.
Sarkastisch, selbstironisch, manchmal tragikomisch erzählter Reisebericht über Iowa, bei dessen Schilderung man hin und wieder nicht weiß, ob man lachen oder geschockt sein soll. Gleichzeitig die mal fast befremdliche, mal anrührende Geschichte einer besonderen Freundschaft und ein Seelenstriptease einer Mitt30erin. Highlight: Lesung der Autorin mit Einschüben der Fußnotenverfasserin und Mitreisenden. Insgesamt erfrischend andere Autofiktionalität, die diesen Erzähltrend selbst gewissermaßen parodiert. Wirklich fein!
Amüsant, jedoch auch erschreckend
Hier darf Hörer*-/Leser*in die Autorin, die gleichzeitig die Sprecherin ist, auf ihrer Reise nach Amerika begleiten. Mit typisch österreichischen Blick, rotzfrech, kritisch, rabenschwarz und sehr humorvoll fand ich diese "Begleitung" höchstt spannend, jedoch auch sehr erschreckend. Amerika hat große Probleme, die wir hier gar nicht so mitbekommen. Schon alleine für die "Fußnoten" lohnt sich dieses Buch/ Hörbuch! ABSOLUT EMPFEHLENSWERT.

Ein etwas anderes Buch über Amerika
„50 Shades of Brown“ nimmt man wahr, wenn man sich durch den US-Staat Iowa bewegt. Er ist der größte Mais – und Schweinefleischerzeuger der Staaten und ein so genannter „Flyover State“. Kurz gesagt: Da fliegt man drüber - man reist nicht hin, wenn man sich den American Way of Life antun möchte. Dabei ist genau dort das wahre Amerika zu finden. Dass, das Trump wählt, Pick-up fährt, Waffenbesitz zelebriert und ansonsten auch eher männlichen Attributen fröhnt. Stefanie Sargnagel, eine Wiener Autorin und Cartoonistin wird genau dorthin eingeladen, um in Grinnell kreatives Schreiben am ansässigen College zu unterrichten. Mit von der Partie ist die 25 Jahre ältere Christiane Rösinger, Autorin, Journalistin und Musikerin, die mir vor allem als Mitglied der Lassie Singers bekannt ist. Ein Abenteuer der besonderen Art beginnt. Auf bissige, sarkastische, aber doch wohlwollende Art und Weise wird uns Leser*innen der „Hawkeye State“ näher gebracht. Wir gehen mit den beiden Freundinnen in Rabbitt‘s Tavern und verlieben uns ein bisschen in Homer, wandeln durch das triste braun-grün der Landschaft, probieren Lebensmittel und Speisen aus, die unseren Cholesterinspiegel gigantisch in die Höhe treiben, und lassen uns von wildfremden Menschen als „Darling“ oder „Honey“ ansprechen. Dass so viel „Deutsches“ in Iowa steckt, ist kurzweilig beschrieben, denn besonders der Transfer von unseren (verlorenen) Traditionen, Lebensweisen und Sprachen. ins amerikanische ist gleichzeitig amüsant und befremdlich. Mir ist sofort aufgefallen, dass sich hier nicht lustig gemacht wird über einen Alltag, der uns vielleicht sehr rückwärtsgewandt erscheint, bisweilen wirft die Autorin sogar einen liebevollen Blick auf die Menschen. Sagnagel spart nicht mit Kritik, die sie zwar humorvoll verpackt, die aber auch unseren europäischen Lebensstil genauestens unter die Lupe nimmt. Die Freundschaft zwischen den beiden Frauen ist durch Ehrlichkeit und gegenseitiges Infragestellen geprägt. Das spiegelt sich auch textlich wieder, wenn Rösingers kommentierende Fußnoten in Sargnagels Darstellungen reingrätschen, um einiges richtig zu stellen oder ihrer Sichtweise anzupassen. Dabei war ich mir jetzt nicht sicher, ob ich mit einer von beiden gerne verreisen würde. Mit Rösingers kleptomanischen Anwandlungen wäre ich wahrscheinlich gar nicht klargekommen und Sagnagels Naivität hätte mir auch Sorgen bereitet. Als Zuschauerin finde ich das aber äußerst lustig. Ich war schon ein bisschen traurig, als Christiane Rösinger nach einem berührenden Abschlusskonzert in die Heimat zurückflog, doch bald wurde sie ja von Mutti ersetzt, die mit der Tatkraft vieler Boomer, Iowa und die Umgebung drumherum kann selbstverständlich in ihr Leben integrierte. Oder umgekehrt. Der Trip nach Kalifornien bei denen das Mutter-Tochter Gespann nach den Reichen und Schönen sucht und das Elend findet, hat in mir Erinnerungen an eine Reise nach San Francisco wach gerufen, in der es mir ganz ähnlich ging. Überhaupt ist dieses Buch nicht einfach nur Kabarett im literarischer Form, sondern Sozialkritik am kapitalistischen System, die deshalb greift, weil sie uns über das Humorzentrum erreicht. Und dass beißt! Was nun diesen etwas anderen Reiseführer dazu befähigt auf der #Longlist zum deutschen @Buchpreis zu erscheinen hat mich verwundert. Ich würde so gern wissen, welche Kriterien da gegriffen haben. Ich finde das Buch zwar äußerst kurzweilig und bin nur so durch die Seiten geflogen, aber es würde auch gut in das alte Sesamstraßen-Spiel „Eins von diesen Dingen ist nicht wie die andern“ passen. Andererseits hat die @buechergilde auch schon das Potenzial erkannt und das ist eigentlich immer ein Zeichen für Qualität. Tatsächlich finde ich die Entscheidung der Jury sehr erfrischend etwas so vielschichtig Unterhaltenddes mit zu den besten Büchern deutscher Sprache in 23/24 zu zählen. Von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung für alle, die kabarettistische Texte lieben. Und jetzt, liebe Stefanie Sargnagel, hätte ich noch gerne ein Buch über Delaware, Rhode Island, Michigan und Kentucky. Da kenne ich mich nämlich auch noch nicht aus.😀
GENIAL. Eine grantelnde Wiener Jungfeministin (Sargnagel, die Königin von Wien) und die Berliner Zweite-Welle-Feministin und Punk-Sängerin (Christiane Rösinger, die Königin von Berlin) machen sich auf nach Iowa - in die Einöde des Mittleren Westens, wo Sargnagel als Gastdozentin unterrichten soll. Das Buch erzählt auf sehr humorvolle Weise von amerikanischen Klischees wie Riesen-Walmarts und Abtreibungsdebatten (die scheinbar alle wahr sind!) und Skurrilitäten dieses Provinzlebens. Auch die Freundschaft zwischen den beiden Reisenden, die 20 Jahre Altersunterschied trennen, ist herzlich komisch und liebenswert zugleich. Am Schluss weiß man nicht, ob man unbedingt auch mal dorthin will oder doch lieber unter keinen Umständen jemals. Besonderer Highlight war das Hörbuch gelesen von der Autorin selbst, sehr empfehlenswert! 👌🏻
„Das weibliche Genie ist immer allein und wenn Männer sagen, sie stünden auf Frauen mit Humor, meinen sie in der Regel, die Frauen sollen über ihre Witze lachen und nicht witziger sein als sie.“ Sehr humorvoller und schöner Erfahrungsbericht dank dem ich nicht selbst in die USA reisen muss - und doch irgendwie Lust bekommen habe, es irgendwann einmal zu tun.

Die österreichische Schriftstellerin und Cartoonistin Stefanie Sargnagel und die Musikerin Christiane Rösinger kennen sich noch gar nicht so lange und gut, als sie gemeinsam zu einem mehrwöchigen Trip nach Iowa, einem ländlichen US-Bundestaat, aufbrechen. Sie wurden von einer Eliteuniversität in der Kleinstadt Grinnell eingeladen, Sargnagel als Gastdozentin für einen Creative-Writing-Kurs, Rösinger für einen Auftritt als Musikerin und Comedienne. Gemeinsam beziehen sie ein Haus in der Einöde, sind gelangweilt von den spärlichen Freizeitmöglichkeiten der Kleinstadt und erkunden, als sie endlich ein Auto mieten können, den Mittleren Westen. Über diesen Ausflug nach Amerika berichtet Stefanie Sargnagel in ihrem Buch "Iowa", mit korrigierenden (und herrlich bissigen) Fußnoten von Christiane Rösinger. "Iowa" ist aber nicht nur ein Reisebericht, sondern auch eine Erzählung über eine Frauenfreundschaft mit Altersunterschied, gespickt mit humorvollen und klischeehaften Beobachtungen der amerikanischen Gesellschaft. Sargnagel und Rösinger besuchen beispielsweise ein von hessischen Siedlern gegründetes Dorf, halten bei einer Scheune mit Horrorelementen, gönnen sich Würstchen von der Tankstelle und versacken in ranzigen Bars mit einem Glas voll eingelegter Truthahnmägen. Auch die Dialoge miteinander und mit den Einwohner*innen Grinnells hält die Autorin in Teilen fest. Stefanie Sargnagel blickt auf amerikanisches Land und Leute, für mich etwas belanglos und teils langweilig, aber doch im Großen und Ganzen unterhaltsam. Ich musste während der Lektüre natürlich gleich die Instagramstories der Autorin checken, sie hat gleich mehrere Highlights mit Eindrücken aus Iowa erstellt, es lohnt sich, diese als Ergänzung zum Buch anzusehen. "Iowa" ist für mich kein Buch, das man unbedingt lesen muss, auch die Buchpreisnominierung kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Für ein paar leichte und teilweise lustige Lesestunden ist der Reise- und Freundschaftsbericht aber durchaus geeignet.

Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört, welches von der Autorin selbst eingelesen wurde. Thematisch hat es mich nicht sonderlich interessiert, mir wurde allerdings die Autorin schon öfters empfohlen, weshalb ich ihm eine Chance geben wollte. Hätte ich es als Buch gelesen, hätte ich es vermutlich abgebrochen. Teilweise war es durchaus witzig und interessant, streckenweise aber auch irgendwie dröge und nicht so meinem Geschmack. Durch den Wiener Schmäh der Autorin wird es aber insgesamt lustiger. Daher kann ich bei Interesse definitiv das Hörbuch empfehlen, die Meinungen über das Buch selbst ging ja sehr weit auseinander.
Grosse Freude, dieses Buch zu lesen. Zumindest die ersten 80%. Rösinger & Sargnagel sind ein Traumduo. Extrem lustige Energie. Sie die glatte Tante, sie die altkluge pubertäre Tochter. Zusammen im Mittleren Westen, wo gar nichts passiert. Wehmut, als sich Rösinger verabschieden muss. Letzter Teil mit der Mutter dann zu dröge, sozialmiefig (das pöse US-Gesundheitssystem etc.). Rösinger mit ihrem träfen Common-Sense egalisiert die sarkastische Ernsthaftigkeit von Sargnagel wohltuend.
Ich hoffe “Iowa” ist die letzte Rezension, die ich schreibe, in einer Welt, in der noch nie eine Frau das mächtigste Land der Welt regiert hat bzw. erstmal bald für viele Jahre regiert. Und in einer Welt, in der ca. 47% der Amerikaner:innen in Erwägung ziehen, “Nr. 45” (seinen Namen möchte ich gar nicht mehr nennen) eine zweite Amtszeit im weißen Haus zu geben. Amerika ist eine “divided Nation”, wie viele Beobachter:innen es ausdrücken. In dieses geteilte Land, in dem Unmut und Aufbruchsstimmung zugleich herrschen, sind im Jahr 2022 die Wiener Autorin/Künstlerin Stefanie Sargnagel und die Berliner Singer-Songwriterin/Autorin Christiane Rösinger gereist, Erstere um an einem kleinen College (Grinnell) einen Workshop über das kreative Schreiben zu geben. Rösinger als Sargnagels Begleitung und um dort ein bisschen zu performen. “Iowa” ist 2024 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises gelandet. Während sich eine andere Autorin der erfolgreichen Belletristik gefragt hat, warum sie dort nicht gelandet ist, wird sich Stefanie Sargnagel insgeheim, das behaupte ich jetzt mal weil ich es stark vermute, gefragt haben, warum ihr autofiktionaler Reisebericht dort auftaucht. Ich mache das auch, denn das Buch - Roman möchte ich es gar nicht nennen - hat in meinen Augen keinerlei literarische Relevanz. Als humorvoller Reisebericht kann es - da Humor Geschmackssache ist - gerade noch so durchgehen. Wie es sich aber gegen Bücher von hoher literarischer Qualität durchsetzen konnte, die nicht auf der Longlist gelandet sind, ist mir ein Rätsel. Wenn es denn wirklich ein tiefer Einblick in die Seele Amerikas anhand des Beispiels von Iowa gewesen wäre. Es geht aber leider mehr um die beiden Reisenden als um Land und Leute, obwohl die zwischendurch natürlich auch schon mal vorkommen. Der Schlagabtausch zwischen Stefanie und Christiane - Millenial vs. Boomerin - ist zwar anfangs ganz nett, da sich die Themen (Altern/Ageism, Süchte, Essen, Berlin/Wien, die Vergangenheit und jeweilige ausgeprägte Persönlichkeit der beiden Freundinnen, Feminismus, Körpergewicht, Kinderwunsch/Mutterschaft, Künstlermilieu/Künstlerinnendasein, selten Amerika) aber ständig wiederholen, ziehen sich die endlosen Dialoge der beiden wie Kaugummi, den man nicht unter der Tischplatte rausbekommt, obwohl man kratzt und gleichzeitig zieht. So Sätze wie: “Der Speichelfluss ist angeregt” (S. 205), wenn beschrieben wird, wie sie eine Pizza aufteilen, lassen mich innerlich tatsächlich aufschreien. Sargnagel ist starke Raucherin und greift dauernd zum Glimmstängel, obwohl es auf dem Campus Gelände verboten ist: “Aus Trotz gegen die Schwingungen, die ich wahrnehme, rauche ich noch mehr, schmiere den Teer auf die Poren, rauche mir die Finger gelb [...] Am liebsten würde ich die Marlboro direkt in den Hummus stecken.” (S. 241) Hier wird suggeriert, dass es cool und subversiv wäre, zu rauchen. Auch eine Eigenschaft, die man vielleicht im Buch aus Jugendschutzgründen hätte unterschlagen können. Schließlich ist es keine 1:1-Wiedergabe des Iowa-Aufenthalts, sondern fiktional bearbeitet. Auch die Tatsache, dass Christiane Rösinger in Geschäften Sachen mitgehen lässt, macht sie für mich jetzt nicht grundsympathisch. Das Klauen wird hier ebenfalls als cool dargestellt. Ich bin wahrscheinlich kein Moralapostel, aber ob das wirklich sein muss weiß ich echt nicht. Die “korrigierenden Fußnoten” von Rösinger sollen witzig rüberkommen, sind aber einfach nur ein weiteres Ärgernis, das den ohnehin schon zähen Lesefluss unterbricht. Und dann immer wieder der “Running Gag", dass Sargnagel behauptet, Rösinger würde sich einen “kleinen Hund” wünschen, obwohl sie in den Fußnoten ständig “kleine-Hunde-Bashing” betreibt, als wäre es 2003. Ja, wir haben es verstanden: kleine Hunde sind keine echten Hunde, sehen aus wie Ratten und sie würde sich höchstens auf einen “halbhohen” einigen können. Nicht. Was ich noch anmerken möchte: Auch wenn die Autorin Triggerwarnungen erwähnt, bei ihrem eigenen Buch kann ich keine finden, obwohl sie kaum ein unangehmes Thema unangetastet lässt, oft in Form von Nacherzählungen von Pressemeldungen (“Zeitungsberichte werden um die Welt gehen über…” S. 268) und was ihr ein Typ im Darknet alles Traumatisierendes gezeigt hat. Sollte die Autorin das jetzt zufällig lesen und über mich denken “dumme Trutschn" oder so, dann sag ich jetzt schon mal sorry: Ich muss “leider” meine ehrliche Meinung sagen, weil sonst glauben mir die Leute nichts mehr. Aber hey, die Deutsche-Buchpreis-Jury fand das Buch supi, Sargnagel wird mit Thomas Bernhard verglichen (ich hör ihn sich schon umdrehen) und ihr Humor wird von “titel, thesen, temperamente” als “mit nichts zu vergleichen” bezeichnet… Ich muss wohl keine Ahnung haben. Also lass ich es jetzt lieber mal darauf beruhen.
Lasst es im Laden liegen!
Ich hatte mir viel von dem Buch erhofft, ein differenzierter Blick auf Land und Leute. Was hab ich bekommen: scheinbar innerliche Depressionen der Autorin mit dem Wunsch von Nacktheit zwischen Seeelefanten, Infos zu Masturbation bei „Katergeilheit“ und wirre Wechsel von Reisebericht und Kettenrauch-Update. Reiseberichte sind sicher eine individuelle Sache. „Iowa“ fand ich furchtbar. Unstrukturiert und schwer zu lesen. Buch wandert in den öffentlichen Buchschrank; vielleicht findet sich ein neuer, diesmal glücklich faszinierter Besitzer.
Irgendwann habe ich dann doch noch zu Iowa von Stefanie Sargnagel gefunden, nachdem ich das Buch schon mehrmals in der Hand hatte und habe es nicht bereut. Man erfährt einiges Skurriles über die Menschen des Mittleren Westens, was man zwar eh alles weiß, wenn man die amerikanische Politik und Gesellschaftsentwicklung verfolgt, aber darüber zu lesen ist dann doch auch ganz lustig ist. Ebenso die Dialoge zwischen der Autorin und Frau Rösinger.
Nett, aber auch nicht mehr.
Vom angekündigten und gelobten Sarkasmus ist zumindest bis zu 2/3 des Buches leider nicht viel zu merken. Die Geschichte plätschert vor sich hin. Beide Charaktere wirken ziemlich unsympathisch und jammern und meckern scheint ihr größter Zeitvertreib zu sein. Wenn man das Ende verpasst, verpasst man wahrscheinlich nicht viel.
Bin sicher nicht der richtige Leser für dieses Buch, das Buch wurde mir 40 Jahre männlich von meiner Kollegin empfohlen. Eigentlich wegen den Reiseberichten, ja das war ganz spannend Iowa von Amish, Casinos und anderen Städten und Ghettos. Oft musste ich schmunzeln oder lacheln und die Autorin mag auch die Simpsons und hat wohl in USA Stereo-typische Dinge wieder erkannt. Das gendern und teils Woke ist nicht meins. Dennoch für USA interessierte ein zum Teil lesenswertes Buch. Ich empfehle aufgrund des Buchtitels "ein Ausflug nach Amerika" das Lied von Residente "This is not America". Richtig müsste es also heißen, ein Ausflug in die USA....
Ich liebe das Buch und gleichzeitig bin ich ein wenig enttäuscht. Aber die Enttäuschung kann ich umwandeln, weil ich meine Erwartungen ein wenig verändere. Stefanie Sargnagel konnte ich hier ein wenig kennenlernen. Sie gibt einiges von dich preis. Sie beschreibt ihre Erlebnisse in Iowa und verknüpft aktuelle, brisante Themen. Mit ihrer anfangs für mich gewöhnungsbedürftigen Sprache hat sie mich aber immer mehr in den Bann gezogen. Ihr Aufenthalt in Grinnell hatte sehr ungewöhnlich Begegnungen. Die Geschichte hat mich zum Lachen gebracht aber oft blieb das Lachen im Hals stecken. Das Leben in Iowa vereint viele Vorurteile, um doch wieder zu überraschen. Manches Mal sehr positiv und dann wieder mit erschreckenden Meldungen. Die Autorin wandert auf jeden Fall mit ihren anderen Büchern 📚 auf meine Merkliste. Und nicht nur mit ihren literarischen Werken sondern auch durch ihre andere kreative Arbeit.

Um dieses Buch bin ich seit seinem Erscheinen herumgezogen. Immer wieder mal hatte ich es in der Hand, hab mich dann aber doch noch für ein anderes entschieden. Monatelang. Dann wurde dieses Buch aber für den Deutschen Buchpreis 2024 nominiert, also sah ich das als mein Omen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für dieses Buch gekommen war. Der Beginn meiner Leseerfahrung war dann (wie erhofft) super gut. Ich fand den Stil sehr lustig, konnte gut in der Geschichte versinken und fand Stefanie Sargnagel, die hier die Rolle der Protagonistin einnimmt, auch sympathisch. Und so freute ich mich darauf, mit ihr Iowa zu erkunden, Amerika so ein bisschen näher kennenzulernen und war gespannt darauf, was sie so entdecken würde. Ungefähr bei der Hälfte änderte sich dann aber meine Wahrnehmung des Buches leider: Plötzlich begannen mich einige Aspekte daran zu nerven. Wie auch Sargnagel ist auch Christiane Rösinger, die zweite Protagonistin, eine real existierende Person. Genau wie auch Stefanie Sargnagel kenne ich Christiane Rösinger nicht persönlich und kann deswegen auch nur anhand dieses Berichts werten. Wahrscheinlich ist Rösinger in der Realität eine sympathische und spannende Person - in diesem Text wirkte das aber auf mich nicht so. Vor allem ihre Kommentare über die "jüngere" Generation gingen mir irgendwann leider nur noch auf den Geist. Ich weiß, dass das hier wahrscheinlich neben Erfahrungsbericht wahrscheinlich auch Satire sein soll. Und wie gesagt: Gerade zu Beginn hat das in meinen Augen auch funktioniert. Aber wenn sich die gleichen Themen dann ein ganzes Buch lang immer wieder wiederholen, dann wird das irgendwann langweilig und danach nervig. Auch war ich überrascht, wie traurig die Stimmung dieses Buches eigentlich war, vor allem in der zweiten Hälfte. Ich erkenne hier keinerlei Lebensfreude und das finde ich schade - wäre doch in einem Text wie diesem so viel Möglichkeit dazu. Das letzte Drittel dieses Buches konnte ich gar nicht einordnen. Was war das denn? Vielleicht wäre es besser gewesen, diese Erzählung mit der Abreise Christianes Enden zu lassen - denn so wirkte das alles ein bisschen planlos und willkürlich. Und sorgte dafür, dass ich selbst ein bisschen planlos zurückblieb - denn wie kann ich ein solches Buch bewerten? Alles in allem war das kein schlechtes Buch, vor allem die erste Hälfte nicht. Aber so gut, dass ich eine Nominierung für den Deutschen Buchpreis nachvollziehen kann? Nein, leider nicht, zumindest in meinen Augen. Schade, aber das war meiner Meinung nach nur mittelmäßig.
Von dem autofiktionalen Reisebericht der Autorin über ihre Zeit in Iowa hatte ich mir mehr versprochen. Thematisch ziemlich oberflächlich und sprachlich auch nicht besonders originell, wundert es mich, dass der Titel für den Buchpreis nominiert war. Über einige Stellen musste ich schmunzeln, fand es im Großen und Ganzen aber doch recht zäh.
Leider kann ich mich dem Hype rund um Stefanie Sargnadel so garnicht anschließen.
Das Buch erzählt (autobiografisch?) von der Reise der Autorin mit Musikerin Christiane Rösinger in die USA, spezifisch nach Iowa, ihre dort gesammelten Erfahrungen als Gast-Lehrende an einem College und ihre Ausflüge in verschiedene Städte und Orte im Land. Der Humor war überhaupt nicht lustig, vieles politisch Inkorrekte wurde unnötigerweise ausgesprochen, statt es sich zu sparen (auch wenn es teils eingeordnet wurde), die Symbiose aus den beiden Frauen fand ich unangenehm. Das einzige Positive, was ich aus dem Buch ziehen kann, sind die Erzählungen rund um US-amerikanische Zustände, Statistiken, spannende Fakten, etc. Ansonsten war das wohl mein letztes Werk der Autorin 🥹
ich liebe stefanie sargnagel und christiane rösinger. das buch war ok. leider hat es sich sehr oft verrannt, und es hat mich nicht sonderlich berührt. wo ich "dicht“ am schluss mit tränen in den augen dankbar an die brust drückte, legte ich diese lektüre nach den letzten sätzen wenig beeindruckt und unbekümmert zurück ins regal. es gab durchaus witzig beschriebenes, vor allem das beige lebensgefühl erheiterte mich, und das cover ist süß. alles in allem ja ok, es kann halt nicht alles der oberburner sein
Ein Reisebericht
Stefanie Sargnagel war in Iowa und hat einen Reisebericht geschrieben. Sie traf Homer und Marge. Nur, dass die wohl nicht Simpson hießen. Aber doch entsprachen diese Menschen genau dem, was man aus dem Fernsehen kennt. Stefanie Sargnagel schreibt sarkastisch und vielleicht ein bisschen überzogen. Mit spitzer Zunge beschreibt sie ihren Aufenthalt im mittleren Westen der USA. Einem Landstrich, der von Landwirtschaft geprägt ist, wo man Sehenswürdig vergeblich sucht. Dort findet man an den endlos langen Straßen eine Fastfoodkette neben der anderen. 20 verschiedene Hotdogwürstchen, die sich auf den Grills stundenlang um sich selber drehen. Stefanie Sargnagel durfte dort, im Grinnell College über kreatives Schreiben Kurse geben. Sie bekam auf dem Campusgelände eine Unterkunft, ein typisches Haus der Region, gestellt. Zu ihrer Unterstützung nahm Sargnagel ihre Freundin, die Musikerin Christiane Rösinger, mit. Mit ihrem eigenen Humor, nimmt Stefanie Sargnagel den Leser mit, Iowa und seine Menschen kennenzulernen. Iowa, eine Reise Stefanie hat einen wirklich eigenen Humor. Sie macht auf eigene Kosten Witze über ihr Leben, das inzwischen in sehr strukturierten Bahnen verläuft. Laut ihrer Aussage im Buch wollte sie das so nie haben. Sie bewundert dafür ihre Freundin Christiane um so mehr. Diese schafft es mit ihren (quasi 50) 60 Jahren immer noch mit jugendlichen Punks, um die Häuser zu ziehen. Sargnagel macht vor sich selber nicht halt: Kinderwunsch, ihr eigenes Gewicht, das Kette rauchen, ihre Depression ... sie verwurstet einfach alles. Die Vorträge, die Stefanie im College halten soll, sie hat sowas noch nie gemacht, sind in dem Buch Nebendarsteller. Sie gibt sich große Mühe und die wenigen (meist chinesischen) Studentinnen sind auch angetan von ihrem Unterricht, aber so richtig überzeugend kommt das nicht rüber. Viel mehr ist es der ganze Aufenthalt in den USA, den die Schriftstellerin, Comedian und Künstlerin nutzt, Feldstudien zu betreiben. Dabei kommt sie selber, wie oben schon erwähnt, auch nicht gut weg. Und meine eigene Lust, die USA zu bereisen, ist mit Sargnagels "Reisebericht" noch mehr gesunken. Ihre Texte sind bissig und werfen ein interessantes Bild auf die Bewohner von Iowa. Klischees werden nur noch mehr bestätigt. Und nun? Ich habe mich mit dem Buch manchmal etwas schwergetan. Das mag auch daran liegen, dass mich Comedy nicht allzu schnell zum Lachen abholt. Ich versuche immer den Sinn dahinter zu verstehen und das zerstört wohl die Pointen. Der schwarze Humor von Stefanie Sargnagel gefällt mir zwar, doch fand ich nicht alles lustig. Wer die Künstlerin in Iowa begleiten möchte, der kann sich ihren Instagramkanal ansehen, da hat sie ihre Reise in den Storys beschrieben. Erst als ich die Bilder zu dem Buch gesehen habe, wurde mir die Absurdität bewusst, die die Autorin beschrieben hatte. (In dem Buch findet an Mich hat dieses Buch nicht abgeholt. Aber das liegt nicht an der Autorin, vielmehr an mir. Es ist wohl so, dass ich für solche Bücher einfach nicht den Sinn habe. Für mich bekommt dieses Buch 🐭🐭🐭 als gute Unterhaltung, wer es mag.























































