Liebewesen

Liebewesen

Softcover
4.11203

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Description

Lios Körper ist ihr Albtraum, daran ändert auch ihr Freund Max nichts. Als sie ungeplant schwanger wird, starrt sie nicht nur fassungslos auf den positiven Test, weil jemand wie sie doch gar nicht schwanger werden kann, sondern auch auf das Ende einer mühsam erarbeiteten Normalität. Sie ist unfähig, Max von der Schwangerschaft zu erzählen, und genauso unfähig, diese zu beenden. Während das Kind in Lios Bauch wächst, prasseln Erinnerungen auf sie ein: an ihre kalte Mutter, ihren hilflosen Vater und an all das andere, das sie für immer vergessen wollte. Zum ersten Mal stellt sie sich ihrer Vergangenheit - und riskiert damit, dass alles zusammenbricht.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
224
Price
14.40 €

Author Description

Caroline Schmitt, Jahrgang 1992, studierte Journalismus an der University of the Arts London. Sie lebt in Berlin und arbeitet als freie Journalistin für Deutschlandfunk Kultur und die Deutsche Welle. LIEBEWESEN ist ihr erster Roman.

Characteristics

11 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
65%
38%
6%
21%
50%
36%
79%
77%
41%
45%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
61%
82%
72%
68%

Pace

Fast9%
Slow0%
Moderate91%
Variable0%

Writing Style

Simple64%
Complex9%
Moderate27%
Bildhaft (78%)Minimalistisch (22%)Poetisch (22%)Außergewöhnlich (44%)

Posts

231
All
4.5

Hat mir unheimlich gut gefallen ⭐️⭐️⭐️⭐️,5

Ich mochte den Schreibstil sehr, man fliegt wirklich durch die Seiten. Ebenso gefallen hat mir der humorvolle Schlagabtausch zwischen Max und Lio, das hat dazu beigetragen dass ich gleich von Beginn an im Buch war. Insgesamt ein absolut lesenswertes Buch über Traumata, Depression und ungewollter Schwangerschaft. Nicht immer leicht zu ertragen und ein Buch das nachhallt. Das tolles Debüt 👍🏻

5

Die anonyme emotional leere/traumatisierte Protagonistin bewegt sich zwischen Nähe und Abstoßung und erfährt letztendlich weder Heilung noch Erlösung - beeindruckend schonungslos verfasst!

5

Das Buch dreht sich um Lio, die versucht, ihren Platz im Leben und in Beziehungen zu finden. Zwischen Nähe, Unsicherheiten und dem Wunsch, geliebt und gesehen zu werden, tastet sie sich durch ihre Erfahrungen und Gefühle. Die Beziehung zu Max wird sehr realistisch dargestellt. Es ist definitiv kein „Gute-Laune-Buch“ und ich musste öfter ganz schön Schlucken. Der Schreibstil hat mich direkt gefesselt. Tolles Debüt von Caroline Schmitt. „Ich hatte keine großen Erwartungen an das Leben, außer der, dass Probleme von allein weggehen sollten und zwar ohne auf dem Weg nach draußen zu pöbeln.“ „Vielleicht krachen nicht wir gegeneinander, sondern die Welten, aus denen wir kommen.“

4

Kindheitswunden und der lange Weg zurück zu sich

In einem Rutsch weggelesen – kaum zweihundertzwanzig Seiten, aber so dicht und ehrlich geschrieben, dass man gar nicht aufhören will. Caroline Schmitt erzählt von Lio, einer jungen Frau, die mit den Schatten ihrer Kindheit kämpft – und das trifft. Besonders stark fand ich, wie das Buch zeigt, wie sehr uns Kindheitstraumata noch in den Zwanzigern begleiten, oft ohne dass wir es selbst richtig merken. Der Weg zur Heilung ist leise, schmerzhaft und sehr glaubwürdig erzählt. Dazu kommt das Thema der ungeplanten Schwangerschaft und des Schwangerschaftsabbruchs – behandelt ohne Dramatisierung, ohne Urteil, einfach ehrlich und menschlich. Ein beeindruckendes Debüt. Ich werde auf jeden Fall mehr von dieser Autorin lesen.

Kindheitswunden und der lange Weg zurück zu sich
5

✨ Berührend und aufwühlend zugleich! Große Leseempfehlung!!!✨

Hab das Buch in einem Rutsch durchgesuchtet. Toller Schreibstil. Sehr bewegend.

✨ Berührend und aufwühlend zugleich! Große Leseempfehlung!!!✨
4

⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was mir das Buch sagen wollte – aber ich konnte trotzdem nicht aufhören zu lesen. Es ist sprachlich richtig stark, irgendwie hypnotisch, fast traumartig. Ich war oft verwirrt, aber auch komplett eingenommen. Ein Buch, das man eher fühlt als versteht. Und vielleicht ist genau das die Botschaft…🤯

Abbruch bei 10%. Ich denke, die Autorin und ich finden nicht zusammen. Hier bin ich einfach zu alt für die Handlung.

4

Traumadumping Premium (not in a bad way tho)

Interessanter Roman der mich ein wenig an "Okaye Tage" erinnert hat. Mich hat das Cover gecached aber man könnte im Nachhinein etwas reininteepretieren. Oder eben auch nicht. War gut

5

Würde gerne noch mehr Sterne geben 🤗 Liebe einfach alles an diesem Buch!

Es war so gut geschrieben, dass man es quasi in einem durchlesen konnte. Habe mich selbst, oder Frauen die mir nahe stehen in so vielen Situationen wiedererkannt! Bin total begeistert von der schön verpackten brutalen Art dieser Geschichte! Mutig und inspirierend!

4

Mir fällt es wahnsinnig schwer diesen Roman zu bewerten. Der Anfang war genau nach meinem Geschmack, der Schreibstil und der Sarkasmus, das hätte ein Highlight werden können. Dann kam der zweite Teil, und ein Zeitsprung von zwei Jahren, der mir dann gar nicht mehr so zugesagt hat. Lio war die meiste Zeit nervtötend, ich habe ihre Entscheidungen (trotz ihrer schweren Kindheit und ihrer Lebenserfahrung) nicht verstehen können, auch die mitterweile toxische Beziehung mit ihrem Freund Max, war kein Lesevergnügen mehr. Nichtsdestotrotz ist sowohl Lios Geschichte als auch die als Liebespaar authentisch dargestellt. Obwohl mich ein Punkt sehr getriggert hat und ich damit ein persönliches Problem habe, möchte ich den Roman nicht schlecht bewerten, weil er eben realistisch erzählt wurde und zum Nachdenken anregt. Von mir eine eingeschränkte Leseempfehlung.

4.5

Dieses Buch hat mich alles - und zwar alles auf einmal - fühlen lassen

Ich mochte Lio sehr und mit ihrem Humor hat sie bei mir voll ins Schwarze getroffen. Ich hab mit Lio gelacht, geweint, war mit ihr wütend und habe sie und ihre Geschichte einfach nur gefühlt. Vielleicht habe ich nicht alles, oder nicht jede Situation, bis ins kleinste Detail verstanden, aber vielleicht muss man das auch gar nicht. Vielleicht geht's eher darum zu fühlen. Dieses Buch lässt mich auf jeden Fall sehr nachdenklich und mit eingeknackstem Herzen zurück.

5

Liebewesen hat mich überrascht und überzeugt. Max zeigt sich als überraschend rücksichtsvoller und verständnisvoller Partner, doch im Lauf der Zeit reiben sich Lio und Max sehr aneinander auf. Irgendwann scheint es eher Kampf als Liebe zu sein. Zentraler Aspekt des Buches ist die Schwangerschaft und Lios Umgang damit. Lios Verhalten, v.a. in Intimität, ist sehr von Erlebnissen aus ihrer Vergangenheit geprägt, was ich überzeugend erzählt finde. Das Buch ist in packender, gut lesbarer Sprache erzählt und zwischendurch gibt es immer wieder pointierte und auch humorvolle Dialoge.

5

Ich weiß, das Jahr ist noch jung, aber Liebewesen ist jetzt schon ein Highlight für mich. Puh! Die Geschichte zeichnet keine rosarote Rom-Com Liebe, sondern eine Beziehung nach dem ersten Verliebtsein – mit all den Rissen, Altlasten und Traumata, die zwei Menschen mitbringen. Lio und Max lieben sich, aber sie tun sich auch weh. Und genau das macht die Geschichte so intensiv und so ehrlich. Beim Lesen war ich oft aufgewühlt, dann wieder hoffnungsvoll, manchmal enttäuscht und ja, ich musste auch Lachen – und war Lio oft dabei unglaublich nah. Ihre Gedanken haben sich echt angefühlt, roh und reflektiert zugleich. Mehr als einmal dachte ich: Ja, genau so ist es manchmal. Kein Wohlfühlbuch. Triggerwarnungen sollte man ernst nehmen!!! Aber für mich eines der stärksten, emotionalsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen und durch die Geschichte „geflogen“ bin.

5

Alles, aber keine Lovestory!

"Liebewesen" ist keine Liebesgeschichte. Es ist ein Drama, das die Abgründe und Zweifel zweier Menschen darstellt, die eine scheinbar gute Beziehung führen könnten - wären da nicht Traumata, Depressionen und viel zu viele Dinge, die ein Leben lang unverarbeitet blieben. Die Autorin beschreibt das ungeschönte Leben mit all seinen Schattenseiten und lässt dabei wenig Platz für Träume und Hoffnung. Ich habe während des Lesens einen ständigen inneren Kampf geführt. Einige Situationen waren kaum auszuhalten. Andere wiederum haben mich, durch den flüssigen und plumpen Schreibstil der Autorin, zum Lachen gebracht. Lio's Geschichte hat mich sehr berührt. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen. 🫶🏼 Achtung: Triggerwarnung ernst nehmen!

Alles, aber keine Lovestory!
5

„Anstatt sich abzuwenden, würde er mich in den Arm nehmen, und ich würde um mich schlagen, weil ich nicht wüsste, wie man mit Umarmungen umging, aber bitte halt mich trotzdem fest, sonst falle ich tot um,…“ „Als wäre es in der Geschichte von Beziehungen jemals eine gute Idee gewesen zusammenzubleiben, um einander in Krisen beizustehen, die man ohne die andere Person nicht hätte.“ „Wir atmeten einander schweigend ein und aus, zwei weinerliche Kinder mit Daddy Issues, mit einem dritten in der Mitte, das Besseres verdient hatte.“

Es geht um das Leben von Lio, die als Kind misshandelt wurde und nun in einer Beziehung steckt, in der ihr immer mehr bewusst wird, welches Päckchen sie mitbringt und in der es ihr besonders schwer fällt, sich selbst zu lieben und zu akzeptieren. Da das Buch ganz viele schwierige Themen behandelt, sollte man die Triggerwarnung beachten, ansonsten muss ich aber sagen, dass mir das Buch sehr „gefallen“ hat (wenn man das so sagen kann) und ich es sehr gerne gelesen habe. Ich mochte den Schreibstil unglaublich gerne, es war super flüssig zu lesen und auch die Charaktere fand ich richtig toll, da sie echte Menschen mit echten Problemen darstellen und daher sehr real sind. Besonders toll finde ich die Freundschaft zwischen Lio und Mariam, ich glaube so eine Freundschaft wünscht sich jeder. Überrascht haben mich Lios doch sehr reflektierte und rationale Gedanken, die immer wieder im Gegensatz zu ihren Selbstzweifeln und ihren Abwertungen standen. Jeder bringt ein anderes Päckchen mit in Beziehungen jeglicher Art und das Leben verläuft nicht immer so, wie man es gerne hätte, ich fand es schön, dass das Buch das thematisiert hat.

„Anstatt sich abzuwenden, würde er mich in den Arm nehmen, und ich würde um mich schlagen, weil ich nicht wüsste, wie man mit Umarmungen umging, aber bitte halt mich trotzdem fest, sonst falle ich tot um,…“

„Als wäre es in der Geschichte von Beziehungen jemals eine gute Idee gewesen zusammenzubleiben, um einander in Krisen beizustehen, die man ohne die andere Person nicht hätte.“

„Wir atmeten einander schweigend ein und aus, zwei weinerliche Kinder mit Daddy Issues, mit einem dritten in der Mitte, das Besseres verdient hatte.“
4.5

Die Geschichte von Lio und Max hat mich sehr berührt. Content note im Buch (nicht in der Rezension): sexualisierte und häusliche Gewalt, selbstverletzendes Verhalten

Ich habe das Buch innerhalb von 3 Tagen aufgesogen. Die Beziehungen zwischen Lio und Max mochte ich irgendwie sehr. Es steht so viel Schwere zwischen ihnen. Mir gefällt der Erzählstil der Autorin. Die Kommunikation zwischen Max und Lio ist sowohl witzig als auch traurig. Ich mag Geschichten, die nicht auf die eine große Liebe auf immer und Ewig abzielen. Die Entwicklung und Schwierigkeiten ihres Zusammenseins konnte ich gut mitfühlen. Also von meiner Seite große Empfehlung! Aber tbh: ich verstehe das Cover nicht :D

4.5

Keine Liebesgeschichte.

Lio erfährt als Kind Gewalt und wird schwer misshandelt. Dadurch hat sie kein positives Gefühl zu ihrem Körper, lehnt ihn sowie auch sich ab. Mariam, ihre Freundin und Mitbewohnerin, überredet sie, da sie schon lange Single ist, sich mit einem Typen von einer Dating-App zu treffen. Lio lernt Max kennen und lieben. Nach einiger Zeit ziehen sie zusammen. Auch Max bringt ein Trauma aus der Vergangenheit mit. Die beiden kommen immer wieder an ihre Grenzen. Lio wird ungewollt schwanger und verheimlicht es gegenüber Max. Durch die Schwangerschaft werden alte und verdrängte Wunden wieder aufgerissen. Sie stellt sich nun ihrer Vergangenheit, auch wenn das bedeutet, dass alles zusammenbricht. Ein Buch mit schweren Themen, die nicht beschönigt, aber respektvoll beschrieben werden. Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Die Kapitel sind kurz gehalten, sodass man schnell voran kommt. Eine harte, aber realistische Story mit nahbaren Protagonisten. Leseempfehlung - Triggerwarnung beachten.

Keine Liebesgeschichte.
3

War ok.. aber wenn man es nicht ließt hat man auch nichts verpasst. Der Schreibstil war nicht meins, die Geschichte war ganz schön.

4

Ein gewaltiger Roman - intensiv ind absolut lesenswert

Liebewesen von Caroline Schmitt ist ein Roman mit knapp über 200 Seiten, der mit erstaunlicher Wucht daherkommt. Thematisch alles andere als leichte Kost. Besonders als Mama war das Ende für mich schwer auszuhalten – emotional fordernd, fast schmerzhaft, und gerade deshalb so gut nachvollziehbar. Der Text ist authentisch geschrieben, nah an seinen Figuren, kompromisslos in dem, was er erzählt. Die Charaktere wirken stellenweise etwas überzeichnet, teilweise anstrengend immer Dialog zwischen Lio und Max. Die Protagonistin ist mir gelegentlich zu trüb, manchmal auch zu überzogen – ja, stellenweise sogar übertrieben. Und doch: Man gerät in einen Sog. Es gibt keine klassische Spannung, kein großes Tempo und trotzdem wollte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Man liest weiter, weil einen die Geschichte festhält, nicht weil sie antreibt. Mein Fazit: kleine Schwächen in der Figurenzeichnung, aber insgesamt ein gewaltiger Roman. Unbequem, intensiv und absolut lesenswert. ⭐️⭐️⭐️⭐️ und eine klare Empfehlung.

5

Lio hat Probleme mit sich, mit ihrem Körper und mit Sexualität. Aber sie liebt Max und außerdem möchte sie ein normales Erwachsenenleben führen. Doch dann wird sie schwanger und sie weiß, sie kann das nicht, Mutter sein. Doch sie kann auch nicht handeln. Und während sie sich wochenlang in Paralyse befindet, in der sie weder Max von der Schwangerschaft berichten noch sich mit der geplanten Abtreibung auseinander setzen kann, kommen nach und nach die Erinnerungen aus ihrer Kindheit zurück. Die Geschichte, die Caroline Schmitt hier erzählt, ist keine allzu außergewöhnliche. Außergewöhnlich hingegen ist für mich, wie gut sie sie erzählt, mit wie viel Empathie sie uns die Charaktere nahe bringt und wie sie es schafft, einen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, der einen das Buch kaum zur Seite legen lässt. Das war nach "Monstergott" mein zweites Buch von Caroline Schmitt (und ihr erstes), aber sicher nicht mein letztes, ich freue mich auf hoffentlich noch viele Bücher dieser Autorin.

4.5

Tolles Debut

Vor allem der erste Teil hat mich - mal wieder- begeistert.Danach empfand ich die Figuren und den Plot als nicht ganz so ausgereift. Als Debut super, der zweite Roman der Autorin (Monstergott) hat mich komplett von den Socken gehauen. Ich freue mich auf MEHR! :)

5

Lies mir keine Luft zum Atmen

Ich weiß gar nicht was die anderen zu diesem Buch so sagen, aber ich bin total fassungslos. Das Buch ist für mich so spannend gewesen, vielleicht weil es so nah an meiner eigenen Lebensrealität und Gefühlswelt ist. Es ist so authentisch geschrieben und die Geschichte um Lios und Max‘ Beziehung ist eine Achterbahn durch Liebe, Schmerz, Depression, Angst und unterschiedlichen Lebenszielen. Ich musste trotz allem oft lachen, weil es wirklich gut, klug und an den richtigen Stellen lustig geschrieben ist. Ich fand es aber auch oft schwer zu ertragen, wie die Beziehung sich verändert hat und ehrlich gesagt verstehe ich garnicht warum das passiert ist - und genau das macht es so echt. So oft kommt es vor das Paare sich ohne externen Auslöser immer weiter auseinander driften - vorallem wenn sie nicht individuell und gemeinsam an ihren Baustellen arbeiten. Beide verhalten sich oft sehr toxisch und sind dann wieder gut für einander, aber es kippt und ab da gibt es kein Weg mehr zurück zur guten Zeit und zur gesunden Beziehung. Ich liebe das Cover und für mich steht es einfach für den inneren Konflikt von Lio deren Zerstörungswut ich ganz oft zwischen den Zeilen lesen konnte, die aber meist unter ihrer gut erzogen und angepassten Schale versteckt blieb.

4

Oha, was für ein Buch! Hat auch nur ein kleines bisschen weh getan…💔

4

Ich habe das Buch in einer Sitzung gehört. Vielleicht war das ein kleiner Fehler. Obwohl das Buch doch recht langsam startet behandelt es durchaus komplexe Themen. Identität, Beziehungen, Zukunft, Schwangerschaft und Selbstwirksamkeit werden in diesem Buch unterschwellig immer wieder angerissen und behandelt. Ich musste bei ca. 70% des Buches kurz pausieren, da mir doch sehr mulmig wurde und mein Kopf anfing zu schwirren. Die Komplexität von Lios psychischer Verfassung wird sehr gut dargestellt und lässt den einen nicht los. Wer selber psychische Belastungen kennt wird hier auf Wiedererkennung stoßen.

4

Die Geschichte ist fantastisch erzählt und die Figuren sind wunderbar mehr dimensional. Hier gibt es keine einfachen Antworten und niemand ist "Schuld". Trotzdem habe ich festgestellt, dass sich 220 Seiten ziehen können. War ich nicht in der richtigen Stimmung oder kam dann irgendwann nichts neues mehr? Aber allein für das Thema und die Art Figuren zu erschaffen ein tolles Buch.

5

Liebewesen ist die Geschichte einer Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen. Es wird geschildert wie sie sich kennenlernen, zusammenfinden und wie ihre Geschichte sich entwickelt, mit allen Höhen und Tiefen, die eine realistisch erzählte Lovestory mit sich bringt. Genau dieses Realistische ist es, was das Buch großartig macht. Da sind zwei Menschen, die sich ineinander verlieben und erst mal gut zusammenzupassen scheinen. Im Laufe der Story wird jedoch deutlich, wo ihre Differenzen und Konfliktpunkte sind. Es stellt sich die Frage, über wie viele Probleme, gegenseitige Zuneigung und Liebe hinweghelfen kann und wo die Grenzen sind. Darüber hinaus dreht sich das Buch auch um die ganz persönlichen Traumata der Protagonistin und wie sie versucht, diese zu überwinden bzw. zumindest gut damit zu leben. Ihr Heilungsprozess (der auch am Ende des Buches noch nicht abgeschlossen ist) wird auf sensible und einfühlsame Weise von der Autorin dargestellt. Insgesamt punktet das Buch auf ganzer Linie hinsichtlich Glaubwürdigkeit, Figurenzeichnung und dem sezieren einer unperfekten Paarbeziehung, die aus dem Leben gegriffen zu sein scheint und damit überzeugt. Sehr lesenswert.

4

Anders, aber bewegend

Der Klappentext hat inhaltliche Erwartungen in mir geweckt, die das Buch nicht zu erfüllen vermochte (zum Glück). Erwartet habe ich eine Schwangerschaft im Fokus, bekommen habe ich die Geschichte einer (scheiternden) Beziehung. Viele Gedanken der Protagonistin hängen in mir nach, lassen mich überlegen und vergleichen mit meinem eigenen Empfinden. Ich kann tatsächlich Vieles nachempfinden und reflektierte mich selbst durch dieses Buch noch etwas mehr. Ich habe das Hörbuch vom Lübbe Verlag gehört, kann es sehr weiterempfehlen, die Stimme passt sehr gut zur Geschichte. Wichtig zu wissen ist aber auch, dass in diesem Buch Vergew*ltigung, Missbr*uch/ häusl. Gew*lt und Schwangerschaftsabbruch sowie Blut thematisiert werden.

3.5

Ein Schreibstil, der anfangs sehr verwirrend war und dennoch Sogwirkung hatte. Nicht immer hab ich die Dialoge verstanden, viel Ironie und abgehackte Sätze, zeitweise für mich sogar kryptisch. Es ist nur ein kurzes Buch, aber ein gewaltiges. Hier geht’s mit Spoilern weiter: Lio hatte eine schwere Kindheit und eine andere traumatische Erfahrung. Daher ist für sie Sex eigentlich nichts erstrebenswertes. Dann kommt sie mit Max zusammen und eine Annäherung beginnt. Dabei fand ich schön, wie ruhig Max war. Dann gibt es einen Zeitsprung von zwei Jahren, den ich leider gar nicht gefühlt habe. Da fehlt so viel dazwischen. Plötzlich ist Lio schwanger, obwohl sie es gar nicht sein will und Max ist für mich nicht wiederzuerkennen. Im Endeffekt hatte ich so viele Fragen. Mehr Fragen als Antworten. Warum sie Dinge tut, die ich nicht verstanden habe. Warum sie Max überhaupt getroffen hat. Weil eigentlich hatte ich nicht das Gefühl, dass sie eine Beziehung gesucht hat, wollte und es gab so viele Einbußen, die sie machen musste. Wo Max im ersten Teil noch so ruhig und bedächtig war, ist er im zweiten Teil jemand, den sie nicht mal mehr richtig mag. Der Teil dazwischen wird irgendwie weggelassen. Ich möchte auch mal erwähnen, dass ich das Cover schrecklich finde. Nicht mal an sich, aber überhaupt nicht zum Buch und Inhalt passend. Für mich hat es stark angefangen, hat dann ab der zweiten Hälfte stark nachgelassen. Mir fehlte einfach mehr Kommunikation und ein paar mehr Seiten hätten dem Ganzen gut getan. Der Schluss mit dem Schwimmen war für mich nicht stimmig und ich hätte zum Beispiel auch gerne mehr über Karin und Lios Beziehung zueinander gelesen. Ein Schritt näher an der Selbsthilfe. So war es mehr eine Momentaufnahme ohne Weiterentwicklung. Das Thema Abtreibung fand ich interessant, hat aber nicht so viel Raum eingenommen, wie ich dachte. Für sie war es klar und das ist auch gut so. Fand das dann aber zu aufgebauscht in diesem dünnen Buch. Ohje, ihr seht, ich bin ziemlich kritisch. Dennoch habe ich das Buch sehr gern gelesen.

5

(Re-)Produktion!?

Kann man seiner Geschichte entkommen und was geschieht, wenn man es versucht? In der Zirkularität des Romans – also der Klammerung durch denselben Anfang und dasselbe Ende – deutet sich bereits an, dass unser menschliches Handeln sich fortwährend wiederholt. Zwar in anderen Ausdrücken und Formen, aber grundsätzlich bleiben wir die Person, die wir sind: mit den Erfahrungen, die wir gemacht haben, und den Strategien, die uns schon immer geschützt haben.

4

Diese Geschichte hat mich ein wenig an "Die schönste Version" von Ruth-Maria Thomas erinnert. Altersmäßig bin ich sicher nicht mehr die Zielgruppe, aber es ist trotzdem sehr spannend und lehrreich, Einblick in die Gefühlswelt junger Frauen zu bekommen.

4

Ein Debüt mit harter Kost

Anhand des Klappentextes ahnt man schon, dass dieses Buch alles andere als eine Liebesgeschichte ist. Es liest sich schnell und man will auch wissen, wie die Protagonistin sich entwickelt. An manchen Stellen mag es wie Oberflächlichkeit und Flachheit der Protagonistin wirken, aber letztlich ist es ein vermeintlicher Mangel an Zugang zu ihren eigenen Gefühlen oder besser gesagt, sich dieser ernst anzunehmenden, sich einzugestehenden… Ich hätte mir gewünscht, wenn das Buch einige Seiten mehr gehabt hätte und wir an der Entwicklung von Lio noch etwas teilhaben hätten können.

4

Auszug aus einem Leben..

Ein Buch, dass nachdenklich macht. Gern hätte ich noch weitere 100 oder 200 Seiten gehabt, um tiefer in das Seelenleben von Lio einzutauchen. Auch in die Freundschaft zu Mariam und die Beziehung zu Max. Der Klappentext hat mich nicht auf die tatsächliche Geschichte vorbereitet, ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber enttäuscht hat es mich nicht. Die Beziehung und die Vergangenheit sind anhand weniger Sequenzen sehr eindrücklich gezeichnet und die Autorin hat es geschafft, mit wenig Worten viel in mir auszulösen. Eine große moralische Frage steht im Zentrum der Geschichte, die nur jede Frau für sich selbst beantworten kann und niemand hat das Recht dazu, dies zu bewerten oder zu hinterfragen. Das Ende kam ein wenig plötzlich, was wiederum Raum für Interpretation lässt. Die Geschichte wird wohl noch eine Weile meine Begleitung in Gedanken sein.

4.5

Das Buch ist so schonungslos ehrlich und gleichzeitig wahnsinnig verletzlich…

Es erzählt die Geschichte von Lio, einer jungen Frau, die von ihrer gewaltvollen Kindheit gezeichnet ist und nie richtig gelernt hat, Nähe zuzulassen – weder zu anderen Menschen noch zu sich selbst. Anfangs gibt es noch diesen zarten Versuch einer Verbindung zwischen Lio und Max, aber je weiter die Geschichte voranschreitet, desto kälter und distanzierter wird alles. Irgendwann bleibt auch vom Sex nichts als ein verzweifelter versuch, etwas zusammenzuhalten, das längst zerfällt. Was sie als "Liebe" bezeichnen, ist eigentlich nur noch traurig. Und genau diese Trostlosigkeit in Beziehungen, in denen Nähe nicht heilen kann, weil die Wunden zu tief sind, wird so schmerzhaft deutlich. Liebewesen trifft einen Nerv, weil es sich traut, die dunklen Räume aufzumachen: Trauma, Selbstzweifel, die Brisanz einer ungeplanten Schwangerschaft, die Angst, das eigene Trauma weiterzugeben. Lio bleibt dabei eine Figur, deren innere Zerrissenheit fast greifbar wird. Man fühlt ihre Angst, ihre Wut, ihre tiefe Einsamkeit. Es gibt Passagen, die mich unglaublich berührt haben, aber manchmal hätte ich mir einfach mehr Tiefe gewünscht. Trotzdem ist es ein mutiges, ungeschöntes Buch, das keine einfachen Antworten gibt, sondern einen mitten in die Komplexität menschlicher Beziehungen und Selbstzweifel wirft. Und genau das macht es wertvoll.

4

Eine Geschichte mit Nachhall, die mich beklommen zurück gelassen hat. Viele potenziell Triggernde Punkte werden hier mit einer direkten Sprache Angesprochen. An dem einen oder anderen Punkt hätte es für mich nochmal mehr in die Tiefe gehen können.

4

Eine kurze, schmerzvolle Beziehungsgeschichte

Weggesuchtet in 2 Tagen - was sicher am ungeschönten, taktgebenden und zeitgenössischen Schreibstil von Caroline Schmitt liegt. Die Geschichte ist inhaltlich zwar an einigen Stellen tragisch (TW: sexualisierte und häusliche Gewalt) aber nicht unbedingt außergewöhnlich. Es ist eine Geschichte die so im wahren Leben stattfinden könnte, aber vielleicht macht gerade das sie auch so fesselnd und nahbar. Lio und Max haben beide psychische Probleme und beginnen eine Beziehung, die auf kurz oder lang zu Problemen führen musste. Gekrönt wird das ganze durch eine unvorhergesehen Schwangerschaft... Das Buch ist kurz also halte ich es ebenso 😉 Was mir ein wenig gefehlt hat war die Charakterentwicklung der beiden. Max wird durch einen inhaltlichen Zeitsprung vom tollen Typen zum nicht-erwachsen-werden-wollenden Halbstarken. Lio bleibt dafür in ihren Mustern gefangen. Dieser harte Cut könnte ein bewusst gewähltes Mittel von der Honeymoon Phase zur Beziehungsrealität sein. Ich fand es dennoch schade, dass die Beziehung und Entwicklung der beiden Figuren etwas zu kurz kam. Auch Lios Auseinandersetzung mit der Abtreibung kam mir insgesamt zu flach vor. Sie ist zwar eine Person die schwer mit Gefühlen und Nähe umgehen kann, aber hier hätte sie noch etwas mehr Tiefe bekommen können. Ihr ringen mit der Entscheidung kam mehrmals zum Vorschein aber gleichzeitig blieb es immer ein bisschen vage und distanziert. All in all ein sehr gelungenes Debüt. Wer "die schönste Version" von Ruth-Maria Thomas mochte, wird auch dieses Buch verschlingen - so wie ich.

4

Die Lücke, die niemand füllen kann

„Liebewesen“ von Caroline Schmitt hat mich ziemlich traurig zurückgelassen. Es zeigt eindrücklich, wie stark Kindheitstraumata ein Leben prägen können. Lio bleibt dabei schwer greifbar, man spürt ständig diese Distanz und kommt ihr auch als Leser nie wirklich nah. Der Schreibstil ist einfach und locker, wird aber an den richtigen Stellen überraschend roh und direkt. Das passt gut zur Geschichte und hat mir gut gefallen. Mit Max kommt nochmal eine eigene Dynamik rein. Trotz seines eigenen Ballasts mochte ich den Vibe zwischen ihm und Lio, auch wenn er manchmal echt arschig rüberkommt. Da scheint die ungeplante Schwangerschaft als Grund zum Scheitern der Beziehung nur die Spitze des Eisbergs zu sein. Das Ende wirkt bewusst offen. Kein Happy End, kein klarer Fortschritt für Lio, was es realistisch, aber auch ziemlich ernüchternd macht.

4

Auf wenig Seiten viele Ängste und Traumata, eine Beziehung und eine Freundschaft. Auch wenn es schnell gelesen ist, bleibt ein wenig Schwermut zurück

4

Tolle Geschichte, aber ich hätte gerne noch viel mehr gewollt. Mir war das Ende zu schnell und zu kurz, fühlt sich an, als würde da noch etwas fehlen, trotzdem kann ich das Buch empfehlen! Erinnert mich etwas an Cleopatra and Frankenstein, wenn man sowas mag, dann gefällt das Buch bestimmt einem.

3.5

Bedrückend, ergreifend und doch stark.

Der Debüt-Roman Liebewesen von Caroline Schmitt erschien 2023 im eichborn-Verlag. Ich habe ihn als Hörbuch gehört, gelesen von Sarah Liu, erschienen bei Lübbe Audio. Der Roman erzählt von der Protagonistin Lio, ihrer Freundschaft mit Maryam und ihrer Beziehung zu Max. Zu Beginn der Geschichte wusste ich nicht ganz, was ich von Lio halten sollte. Sie wirkte auf mich irgendwie in einer Suchbewegung in ihrem Leben und nicht gerade in der Lage, sich gut um sich selbst und ihre Bedürfnisse zu kümmern. In dem einen Punkt, nämlich bezüglich ihrer Schwangerschaft ist sie sich sicher, wie sie damit umgehen möchte. Dabei fühlt man sich zwischendurch wie in einem Ratgeber zur Schwangerschaft, in dem aufgelistet wird, wie weit die Entwicklung des Embryos/Fötus in welcher Schwangerschaftswoche ist. Im Laufe der Geschichte lernt man einiges über Lios Leben und ihre Biografie kennen. Man erhält eine Idee davon, wie Lio zu der Person geworden ist, über die man liest. Dabei werden viele Stationen ihrer Lebenslinie in Rückblenden angesteuert, was Lio zu einem tiefgründigen Charakter werden lässt, mit dem man mitfühlt. Jeder Charakter, jede Einführung, hatte aus meiner Sicht seinen berechtigten Platz. Die Stimmung des Buches wirkte auf mich eher bedrückend und traurig, auch wenn es zwischendurch romantische, verrückte und lustige Szenen gibt. Ich hatte regelmäßig großes Mitgefühl mit Lio. Ein wichtiger Roman, auch in Hinsicht auf Thematiken wie sexuelle Identität, Umgang mit Depressionen, reproduktive Selbstbestimmung und Partnerschaftsbeziehungen

5

Dieser Roman lässt mich mit einem gebrochenen Herzen zurück und trotzdem fühle ich mich gestärkt. Er ist gewaltig und heftig, aber auch heftig schön und auf den Punkt geschrieben. Das Buch hat fast schon was poetisches, es ist definitiv keine klassische Liebesgeschichte, aber eine sehr echte. Viele Themen bräuchten hier allerdings eine kleine Triggerwarnung: Gewalt, Familie, sexualisierte Gewalt, Depressionen und Selbstverletzung.

5

Ein Buch das ich von Seite 1 an gefühlt habe

Dieses Buch hat in mir so viel unterschiedliche Emotionen ausgelöst das ich es nicht aus der Hand legen konnte. „Warum machst du alles so bunt? Damit noch ein bisschen Farbe da ist, wenn die große Schwarzmalerei losgeht“ Dieses Zitat beschreibt das Buch meiner Meinungen nach am besten. „Wir funktionieren nur, wenn einer von uns am Boden war, damit der andere den Karren aus dem Dreck ziehen und sich selbst eine Daseinsberechtigung ausstellen konnte. Die ehrliche Überraschung, dass die andere Person trotz allem blieb, nannten wir Liebe.“ Dieses Zitat beschreibt am besten um welche Beziehungsdynamik es in diesem Buch geht. Ich kann es nur empfehlen aber es ist kein Buch das jeder fühlen kann. Hier kommt es ganz klar darauf an mit welchen eigenen Erfahrungen die lesende Person in das Buch startet.

Ein Buch das ich von Seite 1 an gefühlt habe
4

Das Buch hat sich in eine andere Richtung entwickelt als erwartet. Die Story hat mich aber auf eine ganz besondere Art berührt. Das Ende kam etwas abrupt. Ich freue mich dennoch auf weitere Werke der Autorin.

4.5

Dies ist keine Liebesgeschichte, sondern eine traurige Geschichte, dass sehr lange in einem nachhalt.

Erwartet keine Liebesgeschichte. Diese hier ist etwas ganz anderes. Eher ein Drama oder eine traurige Geschichte. Wer ein Wohlfühlbuch sucht, ist hier falsch. Sehr schwere und tiefgründig Themen gepaart mit dem echt leben wird hier thematisiert und hat mich sehr berührt. Konnte voll und ganz mit Lio mitfühlen und verstehen. Ein richtig starkes Debut und eine Hörbuchempfehlung!

4

Mir wurde zuviel gegendert. Passte nicht in die Story und hat das ein bisschen ins Lächerliche gezogen. Schade

3

TW: Schwangerschaftsabbruch, Gewalt, Depression, toxische Beziehung, sexuelle Gewalt „Vor drei Monaten war ich sicher, dass ich nicht schwanger werden konnte. Dann war ich sicher, dass der Abbruch erfolgreich gewesen und ich in meinem Körper wieder allein war. Ich lag in beiden Fällen daneben.“ – Schon der erste Satz setzt den Ton für Caroline Schmitts Debüt: schmerzhaft ehrlich, körperlich, ungeschönt. Im Zentrum steht Lio, Anfang 30, Biologin, feministisch und voller Widersprüche. Sie lebt mit ihrer besten Freundin Mariam zusammen, bis Max in ihr Leben tritt – ein charmanter Radiomoderator mit depressiven Schüben. Zwischen den beiden entwickelt sich eine dysfunktionale Beziehung, die von Anfang an nicht wirklich funktioniert – aber trotzdem bleibt. Als Lio ungewollt schwanger wird, bricht alles auf, was sie mühsam überdeckt hat: Kindheitstrauma, Körperbild, Sprachlosigkeit. Und plötzlich steht sie vor einer Entscheidung, die alles verändert – und trotzdem nichts klärt. 🤯🌀 Caroline Schmitts Sprache hat mich größtenteils wirklich überzeigt. Ich musste bei manchen Sätzen lachen, obwohl’s eigentlich gar nicht lustig war – einfach weil die Formulierung so trocken und treffend war. Was ich mochte: Es ist kein Weichzeichner drin. Kein Kitsch. Kein „am Ende haben sich alle lieb“. Stattdessen wird in der Ich-Perspektive durchgedacht, gezweifelt, reflektiert. Aber – und das ist mein großes Aber – manchmal war’s mir zu distanziert. Die Sprache hat gut funktioniert, aber das Herz kam bei mir nicht immer an. Ich wollte mehr Gefühl, weniger Coolness. So als würde Lio ständig einen ironischen Filter drüberlegen, obwohl da drunter richtig viel wehtut. 🧠🖤 Plottechnisch passiert gar nicht so viel, zumindest nicht im klassischen Sinne. Keine großen Twists, kein Spannungsbogen, der einen wach hält. Aber das will das Buch auch gar nicht. "Liebewesen" ist eher so ein Blick in den Kopf einer Frau, die komplett überfordert ist mit sich selbst, ihrem Körper, ihren Erinnerungen und der Beziehung, in der sie irgendwie feststeckt. Der erste Teil war für mich ehrlich gesagt etwas zäh. Viele Themen wurden so angetippt: Trauma, Sex, Dysmorphie, Familienkonflikte, Depression. Aber nix davon wurde mal wirklich ausgepackt. Es war mir zu viel „nur angedeutet“. Ab der zweiten Hälfte war mehr Tiefe da. Aber gleichzeitig: Auch das hätte mehr Raum gebraucht. Das Buch ist ziemlich kurz, und man merkt’s leider. 🧩🫣 Ich hatte während des Lesens oft dieses Gefühl von: Okay, das ist eigentlich richtig gut, aber irgendwie… fehlt was. Der Roman macht viele Türen auf, aber geht selten richtig durch. Ich fand’s superwichtig, wie offen hier über Abtreibung gesprochen wird, wie ungeschönt Lios Körperwahrnehmung beschrieben wird. Aber mich nervt’s, dass wieder mal das Bild bedient wird: „Nur traumatisierte Frauen treiben ab.“ Das zieht sich durch so viele Bücher und ich find, da müsste der deutsche Buchmarkt endlich diverser erzählen. Schwangerschaftsabbrüche sind keine Ausnahmen, keine Dramen für den Ausnahmezustand. Was ich dem Buch lassen muss: Es hat mich beschäftigt. Nicht durch die Figuren, die blieben mir emotional echt fern, sondern durch die Themen. Ich hab danach noch lange drüber nachgedacht. Aber berührt hat’s mich nur stellenweise. Und das find ich schade, weil das Potenzial sowas von da war. 🫀💭 Fazit: Erwartet kein emotionales Feuerwerk. Wer sich für weibliche Körperrealitäten, Abtreibungsdebatten, dysfunktionale Beziehungen und feministische Erzählstimmen interessieren, wird hier Gefallen finden. ⭐️⭐️⭐️

5

Was für ein kurzweiliger, lockerer, aber keineswegs beliebiger Schreibstil für eine dramatische Beziehungsgeschichte. Mir hat es außerordentlich gut gefallen.

3

Liebewesen ließ sich insgesamt flüssig lesen, auch wenn der Einstieg für mich etwas mühsam war. Der Ton wirkte auf mich oft bemüht jugendlich – als wolle es besonders witzig oder relatable sein. Daran habe ich mich jedoch mit der Zeit gewöhnt. Mit der Protagonistin hatte ich so meine Schwierigkeiten. Ihr durchgehender Sarkasmus traf einfach nicht meinen Humor; zusätzlich machte es sie leider wenig nahbar, und emotional eher unzugänglich. Auch alle anderen Charaktere wirkten durch die unnahbare Erzählperspektive oft recht flach und austauschbar. Gegen Ende nahm das Buch dann noch einmal etwas Fahrt auf, wobei das Thema Abtreibung behandelt wurde – ein wichtiger Aspekt, der mehr Raum in Literatur und Gesellschaft verdient. Das hab ich als positiv empfunden. Trotzdem blieb Liebewesen für mich insgesamt eher durchschnittlich. Abgesehen vom Schluss fehlten mir neue Impulse oder emotionale Tiefe – vieles wirkte schon oft gelesen.

4

Intensiv, schmerzhaft, echt

Liebewesen ist definitiv keine leichte Lektüre: emotional intensiv und stellenweise echt schmerzhaft. Durch den Klappentext hatte ich etwas anderes erwartet, die Thematik rückt erst später in den Fokus. Vorher beschäftigt sich das Buch sehr authentisch mit der Liebesgeschichte der Protagonistin. Diese ist alles andere als perfekt und hebt sich dadurch deutlich von den stereotypischen Liebesromanen ab. Gerade die unperfekten Charaktere machen das Ganze sehr authentisch und nahbar. Trotzdem hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass einige eher oberflächlich bleiben. Auch die Dialoge fand ich stellenweise etwas zäh, und die Protagonistin war mir manchmal ein bisschen zu überzogen. Trotzdem habe ich das Buch super gerne gelesen. Auch ohne klassische Spannung hatte ich immer das Bedürfnis, weiterzulesen. 📖✨

Intensiv, schmerzhaft, echt
4

Trauma, Liebe, Selbstfindung

Die Geschichte von Lio und Max ist emotional und fesselnd. Anfangs wirken die beiden wie ein gutes Paar, doch schnell wird klar, dass beide mit eigenen Problemen kämpfen: Lio verarbeitet ein traumatisches Erlebnis aus ihrer Jugend und hat Schwierigkeiten mit Nähe, während Max unter Depressionen leidet. Besonders eindrücklich zeigt das Buch, dass Zuneigung allein nicht immer für eine gesunde Beziehung reicht. Die Situation spitzt sich mit Lios ungewollter Schwangerschaft weiter zu und macht ihre innere Zerrissenheit gut nachvollziehbar. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, sodass man schnell durch die Geschichte kommt. Die wichtigen Themen werden sensibel behandelt, auch wenn ich mir stellenweise etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Insgesamt eine bewegende Geschichte über Trauma, Selbstfindung und komplizierte Beziehungen – definitiv lesenswert.

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