Monstergott

Monstergott

Hardback
4.0882

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Description

Eigentlich haben Ben und Esther alles, was sie brauchen: eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus und wichtige Funktionen in ihrer Gemeinde – dem göttlich funkelnden Safe Space, in dem der Pastor teure Sneaker trägt, seine Frau Highlights aus der Predigt auf Instagram teilt und Gott uns so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, und so weiter.

Doch Ben hat ein Problem, das zwischen ihm und seinem göttlichen Vater steht. Niemand weiß davon, nicht mal seine Schwester Esther. Je verzweifelter er sich aus den Fängen der Sünde befreien will, desto mehr tyrannisiert sie sein Leben.

Esther hat ihr Leben lang gelernt, dass sich die Frau unterordnet. Das steht in der Bibel. Das ist Gottes Wille. Aber sie will endlich ernst genommen werden als eigenständiger Mensch und als Musikerin. Als sie einen verloren geglaubten, aber nie vergessenen Menschen von früher wiedertrifft, spürt sie einen Hunger nach der Welt da draußen, die gar nicht so verdorben wirkt.

Monstergott erzählt von zwei Geschwistern, für die es überlebenswichtig wird, ihren Glauben und seine Regeln infrage zu stellen – und damit alles, was sie kennen.

»Caroline Schmitt schreibt furchtlos präzise über den Hunger nach Glauben und die Verzweiflung am eigenen Menschsein. Ihre Protagonisten sind einem so fremd und dann doch so nah, dass man nicht weiß, ob man sie umarmen oder lieber vor ihnen wegrennen möchte.« Alina Bronsky

»Falls wir Menschen uns versehentlich kurz mal glücklich und frei fühlen sollten, hilft unsere teuflischste Erfindung uns rasch zurück in die Misere: Religion. Caroline Schmitt erzählt in Monstergott furios und hochkomisch von dieser freiwilligen Selbstunterdrückung, die von Erlösung plappert und doch nur Schmerz zu bieten hat. Dolles Aua, super Buch.« Benjamin von Stuckrad-Barre

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
272
Price
23.70 €

Author Description

Caroline Schmitt, Jahrgang 1992, studierte Journalismus an der University of the Arts London. Sie lebt in Berlin und arbeitet als freie Journalistin für Deutschlandfunk Kultur und die Deutsche Welle. 2023 erschien ihr literarisches Debüt Liebewesen.

Characteristics

3 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
42%
N/A
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Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
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Pace

Fast50%
Slow0%
Moderate50%
Variable0%

Writing Style

Simple100%
Complex0%
Moderate0%
Bildhaft (50%)Minimalistisch (50%)

Posts

142
All
4.5

Wichtiger Roman über Selbstfindung im freikirchlichen Kontext

Bewertung: Highlight Monstergott war mein erstes Buch der Autorin und konnte mich sehr überzeugen. Ich selber bin katholisch aufgewachsen und erzogen, war als Messdienerin in der Gemeinde aktiv, auf einem erzbischöflichen Gymnasium und habe Theologie studiert. Mir ist also Glaube und Religiosität nicht fremd, fremd war mir aber Glaube und Religiosität innerhalb einer evangelikalen Freikirche. Wir lernen die Geschwister Ben und Esther kennen und ihr Leben, in dem die Freikirche mit ihrem Gemeindeleben und Glauben bestimmend ist. Beide Geschwister beginnen jedoch aus unterschiedlichen Gründen mit ihrem Glauben und der Kirche zu hadern. Ich war sehr gefesselt und habe ihren Weg und ihre Probleme sehr gerne gelesen, auch wenn ich oft schlucken musste (vor allem wenn Bens Erlebnisse geschildert wurden). Doppelmoral, Sexualität, Unterdrückung der Frau bzw. die Unterordnung der Frau dem Mann gegenüber sind beherrschende Themen und werden sehr gut dargestellt in dem konservativen Kontext der Freikirche. Caroline Schmitt schreibt sehr angenehm und leicht zu lesen, was bei den schweren Themen eine große Leistung ist. Sie differenziert sehr gut was Glaube und Kirche bedeuten können und zeichnet ein treffendes Bild (zumindest meiner Recherche nach) von konservativen evangelikalen Freikirchen. Mein einziger Kritikpunkt: teilweise war es dann doch mal langatmig. Das Cover muss auch noch einmal gelobt werden, es passt so gut zur Geschichte mit dem angebissenen Apfel.

5

Perfekter Roman

Wenn dich das Thema anspricht, lies dieses Buch! Es ist mein Jahreshighlight.

5

Ben und Esther, zwei Geschwister in ihren 20ger Jahren, meinen ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Nur der passende Partner fehlt. Ansonsten haben sie alles, gute Berufe, gute Eltern und Freunde und eine Freikirche, in der sie mit ihrem christlichen Glauben fest verwurzelt sind und diesen ausleben können. Doch es scheint etwas nicht zu stimmen, denn woher kommen Zweifel und wieso gelingt es Ben nicht gegen Versuchungen anzukämpfen. Und wie mit der eigenen Sexualität innerhalb dieser starren Grenzen umgehen, Erfüllung finden, einen Pastner. Eine Geschichte von der Suche nach Lebenserfüllung, mit Zweifeln in engen Glaubensnormen, nimmt den Lesenden mit, man möchte ihnen zurufen: wacht auf, es gibt noch mehr! Echte Freiheit kann man auch als gläubiger Christ finden und leben, sei offen! Man erfährt, dass Glaube sich im Laufe des Lebens verändert, reift und lebenstüchtig macht, wenn man offen für Veränderungen und die Abdersartigleit der Menschen wird und auch andere Lebensentwürfe akzeptiert. Eine Warnung, Glauben einseitig zu leben, sich eingrenzen zu lassen. Eine Aufforderung an Menschen, die dies beobachten, dass sie besonders junge Menschen ermutigen, eigene Wege und Freiheiten zu erkennen und sich selbst zu erkennen und anzunehmen. Dass dies auch im christlichen Kontext möglich ist, zeigen viele andere Beispiele. Auch mit unterschiedlichsten Lebenskonzepten kann man als gläubiger leben. Caroline Schmitt trifft mit diesem Roman wunderbar die Sprache und den Ton in vielen Gemeinden, besonders dieser Art von Freikirchen. Sie fängt die Gefühle und Stimmung unter den jungen Leuten ausgezeichnet ein. Es gelingt ihr auch sehr gut aufzuzeigen, dass sich Glaube entwickelt und verändert und man sich von Zwängen befreien kann. Wie viel Mut dies aber fordert und wie schwer es ist, schildert sie hervorragend. Spannend und mitfühlend geschrieben. Mit Charakteren, die sympathisch und authentisch sind und die man ins Herz schließt. Ein wichtiges, gutes Buch, das Denkanstöße gibt und im Gedächtnis bleibt.

4

Ist Gott wirklich tot oder würfelt er etwa?

In diesem Buch geht es um die Geschwister Esther und Ben. Beide wachsen bei christlichen Eltern in einer freikirchlichen Gemeinde auf. Dort verbringen die beiden auch noch als Erwachsene viel ihrer Freizeit. Beide glauben Fest an das, was ihnen beigebracht wurde. Dieses Buch beschäftigt sich viel mit Religiosität. Dabei schaut es nicht von oben herab und kritisiert nur den Glauben, sondern beschäftigt sich mit den Guten, sowie mit den schlechten Aspekten dessen und einem Leben in einer religiösen Gemeinschaft. Beide Charaktere sind am Anfang des Buches komplett von ihrem Glauben eingenommen, je weiter es fortschreitet, desto mehr bröckelt dieser aus verschiedenen Gründen. Es ist immer spannend durch Bücher andere Lebensrealitäten zu erfahren. Auch, wenn ich christlich aufgewachsen bin, wurde ich nicht religiös erzogen. Trotzdem ist es immer irgendwo Thema. Das Buch kritisiert dabei in meinen Augen die richtigen Themen, zeigt aber auch auf, was es einem Menschen geben kann. Besonders berührt hat mich zum Ende hin das Gespräch zwischen Vater und Sohn. Ein Roman zum nachdenken, aber auch ein berührender.

4

In „Monster Gott“

von Caroline Schmitt, stehen die Geschwister Ben und Esther im Mittelpunkt, deren innere Entwicklung und das Überdenken ihres Glaubens die Handlung prägen. Besonders beeindruckend ist der Perspektivwechsel zwischen den beiden und die sensible Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität im Kontext einer freikirchlichen Erziehung. Der Schreibstil ist dabei flüssig und fesselnd, wodurch die Atmosphäre authentisch und greifbar wird. Insgesamt ergibt das Buch eine tiefgründige und vielschichtige Lektüre.

3.5

Ben und Esther haben eine lebendige Beziehung zu Jesus. Sie sind Mitglieder in einer freien Kirche und voll integriert in ihrer Gemeinde. Gemeinsame Freizeiten, sonntags zum Gottesdienst, Kirchen-Bandmitglieder. Sie wissen, wie man ein glückliches Leben führt - mit Gott verbunden und mit klaren Regeln. Ihre Gemeinde erscheint modern - hipper Pastor, der selbst Social Media nutzt, um die Gemeinde bekannter zu machen und während des Gottesdienstes wird auf Englisch gesungen. Aber auch hier gibt es starre Regeln, die Ben und Esther in der freien Persönlichkeit eingrenzen. Ben kämpft mit sich und seiner Sünde, der unbändigen Lust, zu masturbieren. Und Esther fragt sich, ob die Frauen sich wirklich unterordnen müssen. Ich hätte dieses Buch so gern zu 100 % gefühlt, aber leider hab ich es nicht. Der Schreibstil von Caroline Schmitt gefällt mir sehr (zum Glück hab ich noch eins von ihr hier liegen ;) ) und auch die Geschichte ist gut und wichtig, aber mir hat irgendwie die Tiefe gefehlt. Ich kann auch gar nicht sagen, warum, denn natürlich werden hier auch einige tiefere Themen durchleuchtet: Machtmissbrauch, Selbstfindung, fundamentale Ansichten, Doppelmoral… Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es wohl daran liegen könnte, dass ich selbst sehr streng im Glauben erzogen wurde und so einige Krisen mit den alten Glaubenssätzen durchlebt habe, die für mich viel intensiver waren, und ich viele „Erleuchtungen“ dazu schon hatte. Vielleicht liegt es aber auch an meinem Alter. Ich glaube, in meinen Zwanzigern hätte es mich mehr gecatcht, als ich noch gefangen war in dem „wahren Blick“ auf diese Welt. Ich würde es all jenen empfehlen, die sich noch nicht so intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben. S. 34 „Ihre Gemeinschaft wuchs zu einer Großfamilie, die gemeinsam Weihnachten und das Abendmahl feierte, die füreinander betete und miteinander sang. Im Unterschied zu einer normalen Familie gab es kaum Konflikte. Wenn sich alle nach Gott ausstreckten und ihn als Autorität anerkannten, verdursteten Egos.“ S.71 „Wenn er heute an diesen perfekten Abend zurückdachte, drängte sich die Erinnerung an den Morgen danach mit auf. So ging es Ben mit allem, das Spaß machte. Leichtigkeit wurde abgelöst von Schwere. Lust von Scham.“ S.135 „Er kam freiwillig auf diese verlorene, gebrochene Welt. Er stand von den Toten auf, um sich mit Sündern abzugeben, obwohl er das nicht hätte machen müssen. Aus diesem gnädigen, liebenden, vergebenden Gott ergeben sich für mich Rückschlüsse darauf, wie er sich die Welt vorstellt und wie er möchte, dass wir miteinander umgehen. Und wie nicht.“ S.193 „Ich verstehe, dass man Gott und die Gemeinde nicht gleichsetzen kann. Aber der Typ hat mich dahin manipuliert, dass ich Liebe für eine Versuchung von Satan gehalten habe.“

4.5

Lässt sich super gut lesen und die Figuren sind einem sehr nahe und man fühlt sehr mit. Ein so wichtiges Thema und mit viel Sachverstand und Fingerspitzengefühl geschrieben.

5

Wow! Was für ein Buch! Am Anfang war ich skeptisch, weil es sehr viel um die Kirche ging, der Esther und Ben angehörten, aber je länger man liest und je mehr man in diese "absurde" Gemeinde und deren Vorgehensweisen abtaucht, desto spannender wurde es. Spätestens als dann Paul und Noah auftauchen und etwas passiert, mit dem ich so nicht gerechnet hatte, konnte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen ... kompromisslos, nachdenklich, manchmal schwer zu ertragen (wenn Ben sich in Frage stellt), aber auch bewundernswert, wie sich die Geschwister immer wieder gegenseitig helfen und versuchen, da durch zu kommen - unbedingte Leseempfehlung!

Uff! Das war ein so gutes Buch. Ich habe mich nach erster Verwirrung und einigen Fragezeichen sehr schnell in der Geschichte einfinden können, die im Wechsel aus den Perspektiven der Geschwistern Ben und Esther erzählt wird. Ben und Esther sind aktive Mitglieder einer „modernen“ (medial präsenten) freikirchlichen Glaubensgemeinschaft, in der sie sich in verschiedenen Funktionen einbringen. Der Alltag ist durch die Beziehung zu Jesus geprägt. Gleichzeitig werden auch Themen wie der eigene Selbstwert und Selbstzweifel, die immer wieder eingepflanzt werden, verhandelt. Neben dem Glauben spielen patriarchal geprägten Geschlechterollen und Feminismus in der Gemeinde und die Beziehung zur Sünde eine Rolle. Eingebettet in Schilderungen der familiären Verhältnisse (aufgewachsen in einer gut situierten Familie) und Erfahrungen mit Gleichaltrigen entsteht ein umfassender Eindruck zur Lebenswelt der beiden Geschwister. Auch die Beziehung zwischen Ben und Esther spielt für den Roman eine prägende Rolle. Der Roman stellt so viele Fragen. Ich möchte aber nicht das Ende oder wichtige Entwicklungen vorwegnehmen.

5

Wow!

Ein ungewöhnliches Thema für einen Roman, aber mich hat die Geschichte um Esther und Ben sehr berührt und zum Nachdenken angeregt.

5

Von radikaler Kompromisslosigkeit/Kommerzialisierung im Glauben hin zu Selbstliebe/-bestimmung - eindringlich und emotional nahbar erzählt!

4

Für mich ein lesenswerter Roman über das Thema Glaube und Gemeinden. Die Entwicklung der Protagonisten hat mir besonders gefallen.

4

Hier geht es um eine Befreiung aus evangelikalen Freikirchen. Ohne Bezug in die Richtung wird man vieles für Übertreibung halten, wenn man es mitbekommen hat, weiß man leider: viel ist da nicht überspitzt. In einigen der Gemeinden sind die Einstellungen so wie beschrieben. Die Hauptpersonen sind ein Geschwisterpaar in ihren Zwanzigern und beide haben ihre eigenen Gründe für beginnende Zweifel an den Inhalten, die ihnen seit früher Kindheit aufdoktriniert wurden.

3.5

Gute Geschichte, toller Schreibstil. Leider hat es mich nicht komplett überzeugt.

„Monstergott“ ist Caroline Schmitts zweites Buch, ihr erstes Buch „Liebewesen“ mochte ich sehr. Ihr Schreibstil ist locker und sehr gut und flüssig zu lesen. Diesmal hat Caroline Schmitt sich dem Thema Freikirche gewidmet – ein Thema, über das ich noch nicht so viel gelesen habe und das mich sehr interessiert. Ich kam auch sehr gut in die Geschichte rein und befand mich inmitten der religiösen Gemeinschaft, inmitten von Scheinheiligkeit, von Unterdrückung, von Homophobie und von Erwartungen. Das Buch handelt von den Geschwistern Ben und Esther, die seit ihrer Kindheit einer Freikirche angehören. Sie versuchen ihr Leben nach den Regeln dieser Kirche zu leben und engagieren sich in dieser. Die Kirche ist ihr Anker, ihr Leben. Allerdings ist diese Kirche auch sehr konservativ eingestellt. Was der Leser sehr schnell merkt, entfaltet sich für die Geschwister erst nach und nach: dass diese Kirche ihr Leben bestimmt, es beherrschen möchte, ihnen Regeln aufzwingt, sie kontrolliert. Die Geschwister fangen an, an dieser Struktur zu zweifeln, sie zu hinterfragen. Allerdings passiert das sehr zögerlich, die Angst vor den Konsequenzen schwingt immer mit. Esther erkennt, dass sie als Frau keine Möglichkeiten hat, in der Gemeinde eine Führungsposition zu erhalten und Ben stößt mit seiner Sexualität an die Grenzen der Toleranz der Kirche. Caroline Schmitt zeichnet die Entwicklung der Geschwister unaufgeregt und ruhig. Die Figuren und ihre Handlungen wirken glaubwürdig und durchdacht. Allerdings kratzt die Autorin auch oft nur an der Oberfläche, hier hätte ich mir mehr Einblicke in die Gedankenwelt, sowie auch mehr Hintergrundwissen gewünscht. Wie kamen die Geschwister in die Kirche? Welche Rolle spielen ihre Eltern dabei? Insgesamt ein lesenswertes Buch mit einem packenden Thema, bei dem mir aber zu viele Fragen offen blieben.

4.5

Ein sehr gutes weiteres Buch der Autorin. Wir begleiten hier ein Geschwisterpaar, Ben und Esther, die im Geiste einer modern anmutenden christlichen Freikirche aufwachsen. Die Autorin beschreibt hier sehr gut, wie essentiell und übergreifend auf alle Lebensbereiche hier Religion verstanden und gelebt wird. Ben wie auch Esther hadern beide damit, nicht vollkommen im Sinne Gottes und der Gemeinde zu sein, bzw. den immer wieder unterdrückten Emotionen und Gedanken die nicht sein sollten. Ganz toll beschrieben dieser innere Konflikt und der mühsame Weg, der bespickt ist mit Selbstzweifeln, Selbstvorwürfen und der Angst keinen Halt und Sinn mehr zu finden, sollte man den Schritt wagen sich von Gott/ der Gemeinde abzuwenden. Natürlich kommen hier auch die Doppelmoral und Heuchelei die oftmals in solchen Institutionen zu finden sind, deutlich zum Tragen. Sprachlich war es so, dass der Inhalt gut wirken konnte, fand ich genau richtig. Hat mir sehr gut gefallen und man beachte das tolle, zur Thematik passende cover. Ein abgebissenes Apfelstück vom Baum der Erkenntnis... Super Idee und tolles, empfehlenswertes Buch.

4

Zwei Geschwister, eine Freikirche, tiefer Glaube. Der Pastor predigt, schürt Angst. Bei Ben und Esther kommen langsam Zweifel auf. Ben hat ein Geheimnis, stürzt sich noch mehr in den Glauben. Esther als Frau hat sich unterzuordnen. Sie kann eigentlich mehr aus ihrem Leben machen. Beide fühlen sich eingeengt, fremdbestimmt. Doch die Gemeinschaft in der Gemeinde ist schön, fängt sie beide auf, ihre ganzen Freunde sind da. Doch passt der aufgedrängte Glaube noch zu ihrem Leben? Ein bewegender und kein einfacher Roman. Man muss sich schon mit diesem Thema auseinandersetzen wollen. Ich bin selber überhaupt nicht gläubig. Da passte das. Das Buch ist toll geschrieben, die Zerrissenheit der Geschwister deutlich spürbar. Oft musste ich mit dem Kopf schütteln. Traurig welche Werte da oft übermittelt werden. Da geht’s ja eigentlich mehr ums unterordnen als darum das Beste aus dem eigenen Leben zu machen. Hier wurde diese Kirche auch nicht grundsätzlich verteufelt. Sie ist die Heimat von Esther und Ben. Umso schwieriger ist es dieses Leben zu hinterfragen. Caroline Schmidt spielt toll mit dieser Ambivalenz, hinterfragt religiöse und gesellschaftliche Normen, klagt nicht an. In manchen Abschnitten hätte ich gern noch einen tieferen Einblick in die Gedanken bekommen. Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch mit einem spannenden Thema.

5

Was für ein Roman! Ich hatte selbst in den letzten zehn Jahren einige Berührungspunkte mit Freikirchen und habe so vieles, was für diese Religionsgemeinschaften charakteristisch ist, auf den ersten Seiten wieder erkannt. Kurz zum Inhalt: Im Roman geht es um Ben und Esther, zwei Geschwister, die in einer streng religiösen Freikirche aufwachsen. Ben kämpft mit einer Schuld, die er geheim hält und die ihn zunehmend von innen zerreißt. Esther spürt immer deutlicher, dass sie Leiteraufgaben in ihrer Religionsgemeinschaft übernehmen möchte, die aber in den rigiden Strukturen der Gemeinde für Frauen nicht vorgesehen sind. Finden die beiden einen Weg ihren Glauben und das Verhalten das die Gemeinde fordert mit ihren Wünschen und Bedürfnissen zu vereinbaren? Bens und und Esthers Geschichte hat mich tief bewegt, weil es die Zerrissenheit junger Menschen zeigt, die in einer Freikirche aufwachsen und dort gleichzeitig Geborgenheit und Enge erfahren. Sie sind hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, dazuzugehören, und dem Drang, eigene Entscheidungen zu treffen. Sie spüren oftmals, dass die Predigten nicht unbedingt mit dem zusammenpassen, was sie im Alltag erleben. Gerade die sich nach und nach offenbarende Doppelmoral machen das Buch so beklemmend. Mich hat besonders gefesselt, wie gut die Autorin die Gefahren fundamentalistischen Glaubens für Heranwachsende herausarbeitet. Anstatt ihnen Orientierung zu geben, schüren Regeln, Strafen und unausgesprochene Drohungen deren Angst, Selbstzweifel und Schuldgefühle. Gleichzeitig zeigt die Erzählung aber auch, dass es möglich ist sich aus solchen Strukturen zu befreien. „Er schob seinen Stuhl zurück und stand auf. Entgegen jeder seiner Vermutung waren an seinen Füßen keine Ketten der Finsternis. Weder Schwefel noch Feuer regte auf ihn. Die Sintflut blieb aus. Er wurde von keinem Schwert gefressen, nicht zur Schlachtung freigegeben. Stattdessen kühler Wind, Lichter hinter einigen Fenstern, Feierabend.“ Monstergott ist ein intensives Buch, das Fragen nach Identität, Freiheit und dem eigenen Weg aufwirft und mir definitiv im Gedächtnis bleiben wird.

5

Esther und Ben wachsen in einem liebevollen Elternhaus auf, sind intelligent und erfolgreich. Doch etwas unterscheidet sie von ihren Altersgenossen und Kolleg*innen: sie sind Mitglieder einer fundamentalistischen Freikirche, in die ihre Eltern und sie selbst eng eingebunden sind. Meistens gehen sie voll in ihren Gemeindetätigkeiten und Bibelstudien auf, doch hin und wieder kommen große Zweifel. Esther kann die Ungerechtigkeit nicht ertragen, als Frau in der Gemeinde kleingehalten zu werden und Ben kämpft gegen Schuldgefühle wegen seiner sexuellen Orientierung und Lust. Zwei ihrer ehemaligen Freunde haben der Kirche bereits den Rücken gekehrt, doch was würde Esther und Ben erwarten, wenn sie dem folgen würden? Ein hochinteressantes Buch über christlichen Fundamentalismus und kirchliche Zwänge und den Drang nach Befreiung und Emanzipation mit tollen Charakteren, mit denen ich das ganze Buch durch mitgefühlt und - gefiebert habe. Ich finde das Buch rundum gelungen und freue mich auf weitere Bücher der Autorin!

5

Caroline Schmitt erzählt von zwei erwachsene Geschwistern, Esther und Ben, die der Gemeinde einer christlichen Freikirche angehören. Beide hardern, nicht mit ihrem Glauben an sich, aber mit dem Leben, das ziemlich strenge Religiösität eben mit sich bringt. Insbesondere mangelnde Gleichberechtigung der Geschlechter und unterdrückte sexuelle Bedürfnisse fordern die Protagonisten bis an ihre Grenzen heraus. Ich habe diesen Roman mit großer Begeisterung gelesen. Die Thematik ist eine, die mir, insbesondere in dieser Radikalität, nicht oft in moderner Literatur begegnet ist bisher. Gerade deutsche, neue Literatur wirkt auf mich manchmal wie ein Einheitsbrei an immer gleichen, oft autofiktionalen (don't get me started!) Motiven. Alina Bronsky sagt im Klappentext, man wisse nicht ob man die Figuren umarmen oder vor ihnen weglaufen möchte. So ging es mir während der ersten Hälfte des Buches. Später wollte ich sie dann nur noch umarmen, so sehr sind sie mir ans Herz gewachsen. Schmitt hat Charaktere geschaffen, die glaubhaft sind und realistisch, nicht immer sympathisch und meistens schwer nachvollziehbar, aber gerade deshalb auch spannend und liebenswert. Auch die Dialoge in dem Buch sind mir als sehr gelungen und authentisch, positiv aufgefallen. Also neben Alina Bronsky hat auch Benjamin von Stuckrad-Barre ganz Recht: "Oh Gott, ist das ein gutes Buch!"

5

Kein Buch hat mich bislang so berührt, wie dieses

Ok, mit diesem Buch habe ich mich etwas aus meiner Komfort-Unterhaltungsliteratur-Bubble herausbewegt... Und mein GOTT (haha), hat es sich gelohnt! In Monstergott geht's um Esther und Ben, einem Geschwisterpaar, die in einer evangelikalen Freikirche groß geworden, und dort tief verwurzelt sind. Wegen ganz unterschiedlicher Dinge beginnen aber beide mit der Freikirche und ihrem Glauben zu strugglen. Im Buch werden wir mitgenommen vom sehr-überzeugt-sein und alles-für-die-Kirche/Gott-machen über das Zweifeln bis hin zum großen Knall.  Für mich war das ein hochemotionales Buch, denn meine ganz persönliche Freikirchen-Erfahrung ist eine Mischung aus Esthers und Bens Geschichte. Ich habe mich seit langem nicht mehr so in einem Buch gesehen gefühlt, wie in diesem. Caroline schafft es, das Denken von Freikirchlern so exakt auf den Punkt zu bringen, dass man manchmal denkt, sie hat beim Schreiben wohl in meinen Kopf geschaut. Das Wording, die Gedanken, die Diskussionen... wirklich gruselig. Für Menschen, die nichts mit Freikirche zu tun haben/hatten mag dieses Buch etwas befremdlich sein, weil es so überspitzt wirkt (und es ständig nur um Sex geht... Der ja aber absolutes Tabu-Thema in Gemeinden ist... How ironic) ... Aber ich sags euch: genauso läuft es in den evangelikalen Gemeinden ab. Am Ende habe ich geweint weil Caroline so gut aufzeichnet, wie abgefuckt diese ganze Bubble ist und wie sehr vermeintlich göttliche Doktrine das Selbstbild von jungen Menschen zerstört. Falls ihr Angehörige habt, die in eine Freikirche gehen, selbst ausgestiegen seid, oder euch das Thema einfach interessiert: Lest dieses Buch! Es wird für immer in meinem Regal stehen.

4

Die Doppelmoral der Kirche

Seit jeher scheiden sich die Geister wie die Bibel zu lesen ist. Wir glauben in einer offenen toleranten Gesellschaft zu leben, jedoch sieht das in den Freikirchen anders aus. Ich habe in meiner Jugend erlebt wie Freundschaften aufgrund persönlicher Ideale auseinander gingen. Dieses Buch schildert sehr gut und spannend in was für einem Konflikt sich schwule oder lesbische Menschen befinden, die trotzdem an Gott glauben wollen aber in der Gemeinde nicht willkommen sind. Das Thema ist gut verpackt und mit einem Plottwist versehen, den ich nicht habe kommen sehen. Klare Leseempfehlung.

5

Furchtbar. Grandios. 10/10.

4

Gott ist tot

Monstergott überzeugt vor allem durch seinen schonungslos klaren und reflektierten Umgang mit Religion. Das Werk scheut weder Ambivalenz noch unangenehme Fragen, sondern zeigt, wie Glaube zu Trost, aber auch zu Herrschaft, Schuld und Angst werden kann. Besonders stark ist dabei, wie differenziert religiöse Mechanismen dargestellt werden, nicht pauschal verurteilt, sondern mit kritischer Tiefe beleuchtet. Das Buch hat manchmal seine Längen und mag nicht in jeder Szene die passende Antwort geben. Trotzdem ist es eine in sich gute Geschichte der beiden Geschwister.

3

Spannendes Setting (deutsche Freikirche) gepaart mit guter Lesbarkeit und sympathischen Charakteren. Ganz so "mindblowing" wie viele andere fand ich es nicht, die Entwicklungen und Abgründe der ProtagonistInnen blieben mir zu oberflächlich und berechenbar. VIelleicht auch, weil ich es zu schnell gelesen habe, was aber auch wiederum für das Buch spricht? Leseempfehlung, aber keine ganz eindeutige.

5

Eine mir fremde Welt fühlt sich jetzt weniger fremd an

Monstergott erzählt die Geschichte von Ben und Esther, einem Geschwisterpaar, das in einer Freikirche aufgewachsen ist und sich nun als Erwachsene mit ihrer Vergangenheit, ihrem Glauben und der Kirche auseinandersetzt. Ben trägt ein Geheimnis mit sich herum, das kaum mit seinem Glauben vereinbar scheint, während Esther zunehmend an ihrer Rolle als Frau in der Gemeinde zweifelt. Ich selbst habe mit Kirche eigentlich gar nichts am Hut, vielleicht fand ich es gerade deshalb so spannend, in diese mir fremde Welt einzutauchen. Caroline Schmitt gelingt es trotzdem, die komplexen Gefühle von Ben und Esther auch für mich greifbar zu machen. Trotz all der Distanz zu dieser Welt in der die beiden sich bewegen, konnte ich völlig mit ihnen mitfühlen. Die Autorin schildert das Thema Religion und Glaube dabei ganz ohne Vorurteile, einfühlsam, ehrlich und unglaublich authentisch. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, berührt und lange nachhallt. Eine hundertprozentige Leseempfehlung von mir!

5

Einfach eingeatmet

Selbst wenn man keine Berührungspunkte mit Glauben & Kirche hat, ist dieses Buch mehr als nur gut. Es ist realitätsnäher als man denkt, systemkritisch & trotzdem wertschätzend. Der Schreibstil ist leicht zugänglich, emotional, manchmal vorhersehbar, manchmal sehr überraschend. Absolutes Highlight 2025 für mich :)

5

Kraftvoll, ehrlich und berührend.

Was für ein starkes Buch. Monstergott hat mich wirklich beeindruckt. Es ist faszinierend und stellenweise erschreckend zu lesen, wie Ben und Esther in ihrer streng religiösen Gemeinde leben. Nach außen wirkt dort alles perfekt, fast ein bisschen überhöht, als stünde man selbst auf der „richtigen“ Seite des Glaubens. Doch schnell zeigt sich die andere Seite: Scheinheiligkeit, Doppelmoral und die Kommerzialisierung eines Systems, das Liebe predigt, aber Enge und Schuld erzeugt. Genau das beschreibt Caroline Schmitt unglaublich gut. Esther war mir von Anfang an sympathisch, weil sie trotz allem ihren eigenen Weg sucht. Mit Ben hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten, aber zum Ende hin fand ich seine Entwicklung sehr stark, gerade weil sie nicht idealisiert ist. Kein kitschiges Happy End, sondern ein realistischer, offener Weg.

Kraftvoll, ehrlich und berührend.
4.5

Hoch interessantes Thema, was mich nachdenklich zurück lässt.

In Monster Gott wird das Thema Freikirchen mit all ihren Klischees auf gearbeitet. Die Protagonisten und das Setting werden dabei sehr authentisch dargestellt. Dieses Buch lässt mich wütend und nachdenklich zurück.

5

Gute Geschichte zu einem spannenden Thema! Natürlich unterstützt die Erzählung meine Vorbehalte, die ich gegenüber freien christlichen Gemeinden hege, weswegen ich mich dazu jetzt mal tiefer in die Recherche begebe.

4

Ein ganz ehrliches Buch mit schmerzhaften und sehr schönen Momenten! Ganz anders als Liebewesen, aber mindestens genauso gut und empfehlenswert.

4

Ich kann mich nicht erinnern, schon mal ein Buch mit dieser Thematik gelesen zu haben. Für mich sehr intensiv, glaubwürdig und ganz weit entfernt von meiner eigenen Lebenswelt. Ein Buch, über das es sich zu sprechen lohnt!!!

4.5

Toller Einblick in mir fremde Welt

Habe überhaupt nichts mit Kirche zu tun und mir hat das Buch gezeigt warum das auch so ist. Zwei tolle Charaktere.

4.5

Von Leben im Glauben und dem Herauswachsen daraus

Irgendwie ein Coming of Age Roman geprägt im christlichen Umfeld. Im Buch wird eine Freikirche wie Hillsong beschrieben. Zeitlich modern, mit hippen Pastoren und eingängigen Liedern, eingebunden in einer jungen und lebendigen Gemeinde. Doch merkt man schnell, dass die Werte darunter sehr konservativ sind. Kein Sex vor der Ehe, Frauen sollen sich unterordnen und keine gleichgeschlechtliche Verbindung. Umso mehr suchen Ben und Esther den richtigen Weg, den auch Gott bzw. die Gemeinde gut heißen würde. Caroline Schmitt hat ganze Arbeit geleistet. Toll beschrieben, wie Freikirchen (gerade die Pfingstler) funktionieren und wie auch dort oft eine Doppelmoral herrscht. Klares Jahreshighlight für mich

4.5

Ein sehr gelungener Roman von Caroline Schmitt - Abwechselnd spannend, mitfühlend und radikal beschreibt die Autorin hier, wie es ist in einer freikirchlichen Gemeinde groß zu werden. Sie verdeutlicht, wie übergreifend die Religion auf alle Lebensbereiche verstanden und ausgelebt wird und wie der Glaube sich mit der Jugend verändern und weiterentwickeln kann. Mit dem Thema Freikirche hatte ich bisher nur geringe Berührungspunkte, was ich mit dem Hörbuch ändern wollte. Dabei habe ich mich irgendwo zwischen Realität und Fiebertraum befunden. Es kritisiert die richtigen Stellen und stellt einige Aspekte in Frage. Die Protagonist:innen Ben und Esther wurden sehr gut ausgearbeitet. Die Autorin schaffte es Einblicke in das Innenleben beider zu geben und machte sie dadurch greifbarer und ließ sie dadurch authentisch wirken. Ein wichtiges Buch, was noch lange im Gedächtnis verweilen wird und zum Nachdenken anregt.

4.5

Eine beeindruckende Geschichte über das sich selber finden & für sich selbst einzustehen.

3.5

irgendwie mochte ich das gerne

konnte nicht 100% mit allen charakteren bonden aber mag esther irgendwie unfassbar gern. der stil und das konzept des buches sind doch sehr sehr angenehm zu lesen!!

5

einnehmend und ehrlich berührend

Es gelingt sehr leicht, sich direkt an der Seite der Protagonist*innen zu sehen, durch tief verwurzelte Glaubenssätze zu gehen, um die Identität zu ringen und mit ihnen zu fühlen und zu wachsen.

4

Gerade in einer Zeit, in der Gemeinschaft und religiöse Zugehörigkeit für viele wieder an Bedeutung gewinnen und auch international evangelikale Strömungen politisch stark präsent sind, kommt „Monstergott" genau zur richtigen Zeit. Ein wichtiger, bewegender Roman, der Glaubenswelten aufschlüsselt, die vielen verborgen bleiben.

Schon das markante Cover von „Monstergott" zieht den Blick auf sich. Ein Buch, das sich optisch wie inhaltlich von der Masse abhebt. Caroline Schmitt erzählt die Geschichte der Geschwister Ben und Esther, die in einer Freikirche aufwachsen und auf sehr unterschiedliche Weise mit dem Glauben und den dortigen Strukturen umgehen. Mich persönlich hat das Buch besonders interessiert, weil ich mich sowohl im Studium intensiv mit Religion und damit auch mit Kirchen und verschiedenen Glaubensrichtungen des Christentums beschäftigt habe als auch durch persönliche Erzählungen einer Freundin, die selbst eine Zeit lang Teil einer Freikirche war. Dennoch war mir in diesem Ausmaß nicht bewusst, wie tiefgreifend und belastend die Einflüsse einer solchen Gemeinschaft sein können. Das hat mich beim Lesen nicht nur überrascht, sondern stellenweise auch schockiert. Die Darstellung der Zwiespälte zwischen den Geschwistern ist eindrücklich beschrieben. Während Esther zunehmend Distanz sucht, nach Freiheit strebt und feministisches Denken einfließen lässt, bleibt Ben eng mit der Gemeinde verbunden. Er ringt mit Schuld und Scham, sein Glaube ist zutiefst verankert und macht ihm den Ausstieg schwer. Dieses Spannungsfeld fand ich besonders stark, da es zeigt, wie individuell Glaubenserfahrungen ausfallen können, selbst innerhalb derselben Familie. Darüber hinaus beleuchtet die Autorin, wie sehr der Glaube in den Alltag der Figuren hineinwirkt und dadurch Freundschaften, Beziehungen und sogar die Berufswahl und Kollegenkontakte beeinflusst. Dass dabei auch Themen wie Liebe und Feminismus eine Rolle spielen, verleiht dem Roman zusätzliche Tiefe und Relevanz. Insbesondere der feministische Aspekt hat mich sehr in seinen Bann gezogen. Stilistisch überzeugt das Buch durch eine flüssige, klare Sprache, die den Lesefluss unterstützt und Authentizität vermittelt. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass an manchen Stellen mehr Spannung gutgetan hätte, um die Dramatik noch stärker herauszuarbeiten.

3.5

Sehr gut beschrieben und nah dran. Einzig der Sinneswandel von Ben geht für mich am Ende zu schnell. Dass der Pastor so involviert ist, überzieht das Ganze. Ohne das wäre es für mich schon aufschlussreich genug gewesen.

3.5

Interessantes Thema, gut geschrieben, inhaltlich aber leider sehr vorhersehbar.

Caroline Schmitt kann schreiben, so viel ist klar. Und mutig ist sie auch, sich ein solches Thema vorzunehmen und es möglichst realistisch und schonungslos niederzuschreiben. Esther und Ben sind zwei Charaktere, von denen es mit großer Wahrscheinlichkeit viele in den Freikirchen dieser Welt gibt. Ihre Ängste, Sorgen, Wünsche und Selbstzweifel fühlen sich über das ganze Buch echt und authentisch an - aber, jetzt kommt mein aber: Mir waren die Grundkonflikte, das sexuelle Aufbegehren, Masturbation, Homosexualität, Selbstbestimmtheit undsoweiter in diesem Kontext zu wenig. Genau das sind die Themen, die jeder direkt erwartet, wenn man ein Buch in die Hand nimmt, in dem es um die Befreiung aus einer solchen ideologischen Gruppe geht. Ich hätte mir gewünscht, dass da irgendwie noch mehr kommt, dass es tiefer geht, dass nicht der Pastor dreck am Stecken hat, sondern die Dynamiken komplexer sind. So bleibt es leider sehr vorhersehbar und konnte mich über die Strecke nicht wirklich fesseln, weil eigentlich schon ab Seite 50 klar ist, wo die Reise hingeht. Ich hätte mir mehr gewünscht.

4

Ich bin selbst in einem ähnlichen jedoch noch toxischeren Umfeld groß geworden und war von dem Buch deshalb sehr getroffen: sehr sehr nah an der Realität und gut geschrieben.

4

Eindrückliche Geschichte zweier Geschwister, deren Persönlichkeiten durch den Einfluss einer Freikirche in existenzgefährdendem Maße an ihrer Entfaltung gehindert werden.

3

Glaubenskonflikt in evang. Freikirche Veraltete Glaubenssätze, Doppelmoral, Ausbruch , Neuorientierung und ein Versuch der Selbstfndung

Das ästhetische Cover und reihenweise postive Rezensionen haben hohe Erwartungen an dieses Buch geschürt, die sich für mich nicht wirklich erfüllt haben. Bereits das Jugendfreizeit- Pfadfinderfeeling zu Beginn hat mir nicht gefallen, ich ahnte schnell, dass dies nicht mein Buch werden wird. Bibelzitate, Songtexte und Lobpreisungen haben es nicht besser gemacht. Vielleicht weil das Thema Kirche nicht meins ist -oder weil das Buch keinen wirklich neuen Blickwinkel auf sexistische, frauen- und queerfeindliche Strukturen und realitätsfremde Dogmen aufzeigt. Die Handlung ist mitunter vorhersehbar, das Ende nicht wirklich glaubhaft und zu "rosarot"- wenngleich die beiden Hauptcharaktere nahbar und glaubhaft geschildert werden. Gemocht habe ich den Schreibstil, den ich als angenehm klar und schnörkellos empfand. Eine Kleinigkeit ist mir zudem "aufgestoßen": auf der Rückseite des Covers bejubeln Stukrad- Barre und Alina Bronsky den Roman- gleichzeitig werden sie in Schmitts Danksagung erwähnt - objektiv sind die Aussagen demnach nicht unbedingt ?

Glaubenskonflikt in evang. Freikirche 
Veraltete Glaubenssätze, Doppelmoral, Ausbruch , Neuorientierung und ein Versuch der Selbstfndung
4.5

Sehr kurzweilig

Liest sich sehr gut! Gefällt mir, eine längere Zugfahrt war nahezu ausreichend um es zu lesen ☺️

3

Oh Gott, oh Gott!

Monstergott zeigt sehr deutlich, wie viel Macht Glauben über Menschen haben kann und wie leicht diese ausgenutzt wird. Die Idee und das Thema sind spannend, aber insgesamt hat mich die Geschichte nur mäßig mitgerissen. Viele Figuren und Situationen wirken zu klischeehaft, die Handlung vorhersehbar, sodass es wenig Überraschungen gibt. Daher 3/5 Sternen. Amen.

4

Mega gute Kritik📚

Ich habe Liebewesen von Caroline Schmitt auch schon sehr geliebt, deswegen musste ich Monstergott uunbedingt auch lesen☺️ Es hat mich nicht enttäuscht, ich fand es mega gut🥰 Sie kritisiert den Machtmissbrauch in religiösen Gemeinden, wo die Bibel und ihr Inhalt gezielt benutzt werden, um Menschen zu kontrollieren und Frauen zu unterdrücken. Es wird aufgezeigt wie problematisch es ist, nicht man selbst sein zu dürfen und sich für seine Gefühle/Bedürfnisse zu schämen. Sie erwähnt aber auch, dass nicht Gott oder Religion das Problem sind, sondern die Menschen, die diese für Kontrolle ausnutzen🙏🏻

3

Ein Geschwisterpaar, welches sich nach und nach von der strengen Gemeinde löst. War interessant zu lesen aber hat mich auch nicht umgehauen.

4.5

Caroline Schmitts „Monstergott” widmet sich einem selten beleuchteten Thema: dem Leben zweier Geschwister in einer evangelikalen Freikirche, die deren Weltanschauung zunehmend infrage stellen. Schmitts besondere Stärke liegt in ihrer differenzierten Religionskritik. Anstatt pauschal zu verurteilen, zeigt sie meisterhaft die Ambivalenz zwischen positiven Aspekten wie Gemeinschaft und Nächstenliebe und den destruktiven Kontrollmechanismen auf. Die literarische Umsetzung ist von hoher Qualität – präzise und eindringlich. Einzig die Liebesgeschichte zwischen Esther und Paul wirkt zu romantisiert und wird der psychologischen Komplexität des übrigen Romans nicht gerecht. Trotzdem ist „Monstergott” ein außergewöhnlich wichtiges Buch, das gesellschaftlich brisante Themen literarisch durchdringt und absolut empfehlenswert ist.

4.5

Auf der Suche nach Orientierung und sich selbst

Was für ein tolles Buch von Caroline Schmitt! Ich wusste erst nicht so richtig, was mich erwarten soll, wurde aber so positiv überrascht, dass ich das Buch in wenigen Tagen durchgelesen habe. Mit Ben und Esther hat die Autorin zwei Hauptfiguren geschaffen, die sich für mich einerseits sehr ähneln, und andererseits ein ganz unterschiedliches Verhältnis zu Gott und der Kirche haben. Ich fand die Auseinandersetzung mit der Kirche, der Bibel und dem Gemeindenleben sehr intensiv. Ich habe für beide mitgefiebert, dass sie ihren Weg finden, dass sie Orientierung finden und ein Umgang mit sich selbst und der Kirche, der ihnen wirklich guttut. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und ist sicherlich Feel-Good-Buch. Aber allemal ein gutes Buch!

5

Wieso konnte dieses Buch nicht noch länger sein? 🥲 Caroline Schmitt hat einen unglaublich tollen Schreibstil, ich war wirklich bei vielen Sätzen und Absätzen maßlos begeistert. Was mir sehr gut gefallen hat, ist wie respektvoll sie gegenüber der Instution Glaube bzw. Freikirche geblieben ist, obwohl diese absolut zurecht angeprangert wird und scharf kritisiert werden muss! Ich fands toll Estehrs Emanzipation mit zu verfolgen, hier merkt man auch, dass nicht der Glaube an sich das Problem ist, sondern Sekten wie diese Freikirche. Ben tat mir einfach nur unglaublich leid, es war so schlimm zu sehen, wie sehr diese seit Kindheit andauernde Gehirnwäsche sich in ihn und seine Meinung über sich eingebrannt hat. Der Pastor ist die Definition von Scheinheilig und wie er mit der Scham und Angst der Leute gespielt hat, war wirklich ekelhaft. Bens Telefonat mit seinem Vater hat mir aber das ein oder andere Tränchen aus dem Auge kullern lassen, das war wirklich toll 🥲 Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen, vor allem wenn man auch eine recht "kirchliche" Kindheit (sprich Kinderkirche, Messdiener sein, usw.) hatte, da relatet man schon teilweise, obwohl man in einer normalen Kirche war.

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