In ihrem Haus
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Description
Man kann sich nur so lange vor der Wahrheit verschließen, bis sie an die Tür klopft.
1961, in der niederländischen Provinz: Seit dem Tod ihrer Mutter lebt Isabel allein in dem großen, von der Zeit gezeichneten Familienhaus. Die Tage ziehen ruhig und geordnet dahin. Doch als ihr Bruder Louis seine ungehobelte Freundin Eva bei ihr einquartiert, geraten Isabels stille Routinen ins Wanken, und das Haus, das einst Schutz und Sicherheit bot, wird zum Schauplatz unheimlicher Veränderungen. Plötzlich verschwinden Dinge und Isabel wird immer misstrauischer gegenüber Eva, die nicht das zu sein scheint, was sie vorgibt.
In der flirrenden Sommerhitze entwickelt sich eine unerwartete Anziehung zwischen den beiden Frauen, die Isabels festgefügtes Weltbild erschüttert. Die Vergangenheit, die Isabel zu verdrängen versucht hat, holt sie endgültig ein und zwingt sie, sich ihren Vorurteilen und der dunklen Geschichte des Hauses zu stellen.
In sinnlich dichter Sprache und mit subtiler Spannung erzählt Yael van der Wouden von Begierde, verdrängten Geheimnissen, unerwarteter Rache und den Abgründen, die sich hinter den Fassaden scheinbar geordneter Leben verbergen.
»Außerordentlich bemerkenswert … Van der Woudens Schreibstil ist elegant und präzise.« The New York Times Book Review
»Ein beeindruckendes Debüt.« The Guardian
»Intensiv und brillant geschrieben.« The Observer
» In ihrem Haus ist ein außergewöhnliches Buch, das man beinahe körperlich miterlebt.« The Wall Street Journal
»Ein gelungenes Debüt... Van der Woudens sinnlicher Schreibstil und ihr Gespür für Dramatik machen dieses Buch zu einem Gewinner.« Publishers Weekly
»Ein scharfsinniger, perfekt geschriebener Debütroman.« The Sunday Times
»Bewegend, verstörend und zutiefst sexy.« — Tracy Chevalier, Autorin von "Das Mädchen mit dem Perlenohrring"
»Dies ist ein intimer Roman, sorgfältig und brillant erzählt. . . Ein gelungenes Debüt.« New York Journal of Books
» In ihrem Haus ist ein Traum von einem Roman … hypnotisierend und schockierend … ich war völlig hin und weg.« Miranda Cowley Heller, Bestsellerautorin von "Der Papierpalast"
»[…] hochspannend, schockierend und herzzerreißend zugleich …« Rachel Joyce, Bestsellerautorin von „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“
»Eine Meisterleistung in dramatischer Spannung.« The Bookseller
Book Information
Author Description
Yael van der Wouden ist Schriftstellerin und Dozentin im niederländischen Utrecht und lehrt Kreatives Schreiben und Vergleichende Literaturwissenschaft. Für ihre Kurzgeschichten und Essays, die sich mit Jüdischsein und queerer Identität auseinandersetzen, erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. In ihrem Haus wird von der Kritik gefeiert, stand auf der Shortlist des Booker Prize 2024 und wurde mit dem Woman's Prize for Fiction 2025 ausgezeichnet.
Characteristics
31 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
„Man erkennt die Wahrheit oft erst, wenn sie sich nicht mehr verbergen lässt.“ ✨
Genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch. Am Anfang passiert alles eher ruhig, fast schon unscheinbar aber Stück für Stück baut sich eine Spannung auf, die immer stärker wird und einen komplett reinzieht. Die Charaktere fand ich richtig gut gemacht: nicht perfekt, sondern mit Ecken und Kanten, was sie total echt wirken lässt. Besonders die Dynamik zwischen den Protagonistinnen hat mir super gefallen intensiv, manchmal schwierig, aber genau das macht es so spannend zu lesen. Und dann die letzten Seiten… damit habe ich echt nicht gerechnet. Dieser emotionale Wendepunkt hat mich nochmal komplett erwischt und das Buch für mich richtig rund gemacht. Für mich ein absolutes Highlight – 5/5 Sterne ⭐️

Ambivalent. Ich mochte den 1. Teil, den 2. Gar nicht und den 3. sehr - bis auf das Ende.
Ich bin begeistert von der einzigartigen Perspektive von Isabel und der sehr eingeschränkten Sicht dadurch. Ich bin überhaupt nicht für Sexszenen zu haben, deshalb lese ich auch keinen spice und hab mich durch den 2. Teil gequält auch weil mir die Chemie gefehlt hat. Der dritte Teil war dann fantastisch, weil es ein Kapitel in Nachkriegseuropa behandelt hat, das zu selten behandelt wird. Ich mochte das Aufbrechen der Perspektive und die Wucht der Gefühle. Das Ende hat mir dann wieder nicht gefallen, weil es mir zu sauber erscheint in einer Welt, wo man es nicht mehr "richtig" machen kann. Sprachlich haben mich die Satzellipsen fertig gemacht. Ich verstehe, dass es eine spachlose Generation ist, die für das was geschehen ist keine Worte hat,aber es ist mir irgendwann mächtig auf die Nerven gegangen.
Ein Volltreffer ! Große Themen wie Enteignung der Juden während des Holocaust, Verlust, Schuld, lesbische Liebe
Zeitlich einzuordnen in die Nachkriegszeit der 60iger Jahre in der niederländischen Provinz. Shortlist des britischen Booker Prizes 2024 Nach einem sehr gemächlichen Einstieg in den kammerspielähnlichen (mag ich oft sehr) Plot, war ich zunächst nicht überzeugt, wohin die Reise geht. Doch welch fulminante Entwicklung mit überraschenden Wendungen nimmt der Roman dann auf und bringt mit und mit Licht in die geheimnisvolle Geschichte des Hauses. Besonders war die Entwicklung der obsessiven, unterkühlten,fast böswilligen Protagonistin Isabel, die durch die Liebesbeziehung zur Freundin ihres Bruders erstmalig Leidenschaft und Begierde erfährt und eine komplette Charakterveränderung durchlebt. Sprachlich ist der Roman ein Leseerlebnis mit vielen literarischen "Bonbons" ! Gestört haben mich allerdings die nicht gerade wenigen Schreib-/Grammatikfehler sowie das für meinen Geschmack viel zu umfangreiche "Dankespamphlet" am Ende. Ein witziges Detail ist hier allerdings, dass die Autorin sich bei ihren Schwestern bedankt, die Kapitel 10 des Romans unkommentiert ließen. Dies sind die von vielen Leser:innen als" too much" kritisierten exzessiven Sexszenen zwischen den beiden Frauen. Mich hat das Buch vollkommen überrascht und begeistert.

Das Buch stand schon lange auf meiner Leseliste, und jetzt habe ich es endlich gelesen. Bin also ein bisschen late to the Party. Ich mochte es aber insgesamt wirklich sehr gern! Besonders der Schreibstil hat mir gefallen, weil er gleichzeitig ruhig, atmosphärisch und emotional ist. Auch die Themen und zwischenmenschlichen Beziehungen (besonders die queere Liebesgeschichte) fand ich sehr gut und sensibel umgesetzt. Die Figuren und ihre Dynamik waren spannend zu verfolgen, und ich habe oft mitgefiebert. Trotzdem hat sich das Buch für mich stellenweise etwas gezogen, obwohl es eigentlich recht kurz ist. Ich glaube aber, das lag auch daran, dass ich zwischen Lesen und Hörbuch gewechselt habe. Beim Hörbuch höre ich oft nebenbei, wodurch mir wahrscheinlich einige Details oder Stimmungen verloren gegangen sind. Rückblickend hätte ich das Buch lieber komplett lesen sollen, weil ich glaube, dass ich dann noch mehr daraus mitgenommen hätte. Trotzdem ist es für mich ein sehr gelungenes, intensives Buch, das definitiv zurecht so viel Aufmerksamkeit bekommen hat.
Über die Dinge, die unsere Geschichten erzählen Romane, in denen Häuser quasi die Protagonisten sind, haben mich schon immer fasziniert. Das Haus als Herberge des Unterbewussten, das Haus als Folie für all die dort gelebten Leben, für die Dramen und das Glück. Das Haus als Motiv für das Bleibende, vor dem die Flüchtigkeit des Menschenlebens nur noch stärker und unbarmherziger zum Vorschein kommt. Der Roman “The Safe Keep” der niederländerischen Autorin Yael van der Wouden ist so ein Buch, in dem ein Haus die Hauptrolle spielt. Die deutsche Übersetzung beim Gutkind Verlag, die jetzt im Januar erscheint, wird dementsprechend “In ihrem Haus” heißen. Wissenswert: Das Buch war 2024 auf der Shortlist des Booker Prize, da es in der Originalsprache Englisch erschienen ist. Dies ist bemerkenswerter Weise nicht die Muttersprache von Yael van der Wouden. Man “hört” dem Buch dies aber in keinem Moment an, die englische Prosa ist makellos. Vereinzelt gibt es niederländische Begriffe, die aber erklärt werden. Im Mittelpunkt des Romans steht das Haus der drei Geschwister Hendrik, Isabel und Louis, die im Jahr der Handlung 1961 alle um die 30 Jahre alt sind, Louis ist mit 31 der Älteste. Das Haus befindet sich auf dem Land, im Osten der Niederlande. Während Hendrik und Louis in Den Haag wohnen, lebt Isabel seit dem Tod der Mutter alleine in dem großen Anwesen. Die Brüder haben beide gute Jobs, Isabel lebt vom Nachlass ihrer Eltern, der von ihrem Onkel verwaltet wird. Hendrik ist homosexuell und seit vielen Jahren mit seinem Partner Sebastian zusammen. Louis hingegen hat wechselnde Partnerinnen. Eines Tages stellt Louis seinen Geschwistern die mysteriöse Eva vor. Isabel hegt eine sofortige Ablehnung ihr gegenüber, die sich im Laufe der Handlung in eine leidenschaftliche Anziehung verwandeln wird… Dieses Buch wimmelt. Es wimmelt von Dingen und von der Geschichte, die jedem Gegenstand innewohnt. Isabel hegt die Paranoia, ihre Haushaltshilfe Neelke würde sie bestehlen, sie führt akribisch Buch über alle Gegenstände, die sie besitzt. Unterschwellig stellt sich die Frage, ob uns die Dinge, die wir besitzen, zu dem gemacht haben, was wir sind. Gerechtigkeit ist ebenfalls ein Thema des Romans. Louis soll als Ältester das Haus erben, obwohl er als Erster der drei Geschwister in die Stadt zurück ging. Das Recht der frühen Geburt. Und das, obwohl es doch Isabel ist, die ihr ganzes Leben diesem Haus widmet. Überhaupt Isabel: Sie ist schroff und spröde - kein liebenswerter Charakter. Ich mochte sie nicht und kann auch verstehen, dass Eva ihre liebe Not mit ihr hatte. Eva war auch ein wenig seltsam, obwohl das alles im Nachhinein auf herzherausreißende Weise erklärt wird. Obwohl die Anzahl der handelnden Personen relativ gering ist, menschelt es sehr in diesem Roman. Stimmungen, Meinungen, kleine große Gesten und natürlich Dialoge. Animositäten und Anziehung. Die erotischen Szenen sind sehr intensiv und leidenschaftlich. Muss man mögen, ich wäre gut mit weniger Körperlichkeit ausgekommen. Ich denke aber, dass es hier nicht anders ging, um die Argumentationslinie der Autorin mit Leben zu erwecken. Trotzdem kommt man sich beim Lesen voyeuristisch vor. Der Roman ist ein intimes Kammerspiel. Szenen, die nicht für die Augen anderer bestimmt sind - das Tagebuch, neben der Figur des Hasen ein Leitmotiv von “The Safe Keep”. Übrigens ist es ein “Sommerbuch”, denn die Haupthandlung passiert in einem warmen Juni, der in einen heißen Juli übergeht. Draußen kocht die Luft und drinnen die Emotionen. Mich hat die Lektüre beim Lesen in der starren winterlichen Hochphase oft gewärmt. Fast ganz am Ende ist es aber auch mal kalt und grau in der Handlung - wie bei mir tiefster Januar. Ein Buch, das einen wirklich umhaut mit einer prosaischen Wucht und einem Plot Twist, der unvergleich tragisch ist. Zurecht auf der Shortlist des Booker.

Story 5 ⭐️! Umsetzung leider 👎🏼
Ich schreibe wirklich sehr ungern schlechte Rezensionen. 😫 Leider bleibt es mir hier nicht erspart. Und dafür muss ich sogar ein bisschen spoilern – auch das mache ich nur ungern. 😅 Der Grundgedanke der Geschichte hat mich nämlich sofort angesprochen: Isabell, die Menschen eher meidet, stark von ihren Zwängen und festen Routinen bestimmt wird und Veränderungen nur schwer zulassen kann. Und Ava, die durch den Krieg auf traumatische Weise alles verloren hat und sich zunächst in das Leben von Isabells Bruder einschleicht, um ihr Elternhaus zurückzubekommen. Natürlich kommt alles anders und zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte. Das Ganze spielt zudem in der Nachkriegszeit – eigentlich also genau mein Ding und voller Potential. Umso enttäuschter war ich leider beim Lesen. Weder der Schreibstil noch die inhaltliche Umsetzung konnten mich wirklich überzeugen. Während der gesamten Geschichte hatte ich das Gefühl, dass so viel mehr möglich gewesen wäre. Immer wieder habe ich gehofft, dass mich das Buch doch noch packt, emotional tiefer wird oder die Figuren mehr Tiefe bekommen. Leider blieb dieses Gefühl bis zum Ende aus. Wirklich sehr schade, denn die Idee hinter der Geschichte hätte unglaublich viel hergegeben.
Empfehlung - kurz und knapp: gebt der Geschichte eine Chance
Bücher dieser Art sind doch irgendwie selten. Zuerst wusste ich weder, wo das Buch hin wollte, noch, ob es mir wirklich gefallen würde. Aber es hat mich emotional wirklich abgeholt, da es mehr als ein schweres Thema beinhaltet. Es ist definitiv keine leichte Geschichte, aber meiner Meinung nach eine, die sich zu lesen lohnt. Der Schreibstil ist nicht locker (ein Roman eben, kein NA), dennoch kommt man gut durch die Seiten. Ab und zu verwirrte mich die indirekte Erzählweise, aber daran gewöhnt man sich schnell. Spoiler - enthaltene Themen: selbstbestimmtes Leben & Einsamkeit Kriegszeit & damit Tod von Familienmitgliedern Homosexualität und wie man '61 damit umging
Ab der Hälfte macht es süchtig
Einfach wow! Tiefgründig, queer, plottwist - alles was man braucht… Ich habs absolut geliebt und bin nach anfänglicher Verwirrung einfach so in das Buch gesogen worden, dass ich es nicht mehr weglegen konnte! Man versteht die Charaktere so sehr nachdem alles aufgeklärt wird und es ist einfach toll geschrieben. Auch die Art der Auflösung, indem man das Tagebuch selbst liest - sehr schön gelöst.
„In ihrem Haus“ war ein Buch, das mich vor allem durch seine Atmosphäre überzeugt hat. Beim Lesen hatte ich ständig dieses unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt, und genau das hat die Geschichte so spannend gemacht. Der Schreibstil war ruhig, aber gleichzeitig sehr intensiv und detailreich. Besonders interessant fand ich die Beziehung zwischen den Charakteren und wie viel unausgesprochen blieb. Dadurch wirkte vieles noch emotionaler und geheimnisvoller. Das Buch ist eher langsam erzählt, aber gerade diese ruhige Spannung macht es besonders. Für mich definitiv eine Geschichte, die man nicht so schnell vergisst.
„In ihrem Haus“ stand schon lange auf meiner Leseliste - empfehlenswert!!
Endlich habe ich es geschafft, „In ihrem Haus“ zu lesen. Niederlande, Nachkriegszeit, der Titel verrät auf mehreren Wegen, worum es im Buch geht: Isabel wohnt alleine im großen Haus, das nicht ihr selbst gehört. Ihr Onkel, hat es in Kriegszeiten für Isabels Mutter gekauft, es soll irgendwann Isabels Bruder Louis gehören. Nach und nach enthüllt sich aber, dass „In ihrem Haus“ noch auf jemanden anderen anspielt. Eine Geschichte über das Aufwachsen in der Nachkriegszeit, nicht zu wissen, wer Mensch selbst ist, queere Liebe, Sich selbst finden, Zugehörigkeit und die Frage, wer ich eigentlich bin und sein möchte. Sehr empfehlenswert!

So etwas habe ich nie zuvor gelesen
Ich habe dieses Buch blind gekauft ohne irgend einer Ahnung worum es hier geht. Isabel hatte mich von Anfang an neugierig darauf gemacht, mehr von ihr zu erfahren. die Geschichte, wie sie zu den Menschen geworden ist, der sie am Ende dieses Buches ist, ist wirklich sehr ergreifend und emotional. Man konnte sich wirklich sehr gut in alle Emotionen alle Charaktere hineinversetzen. Das Buch wurde nie langweilig, sondern immer nur spannender. Eine klare Empfehlungen. 
Ich liebe Bücher über Häuser- und deren Menschen ( natürlich). Eine große Überraschung ist dieser Roman. War auf der Shortlist des Booker Prize 2024…zu recht! Isabel ( Niederlande/1961) lebt allein im Haus der verstorbenen Mutter. Sie hat zwei Brüder und regelmäßig treffen die Geschwister sich und verbringen Zeit / ein Essen miteinander. Alle sind so in etwa in ihren 30zigern.Isabel kümmert sich um das Haus (+Haushaltshilfe) -das Haus gehört ihr aber nicht- es soll Louis gehören, sobald dieser eine Familie gründet.
Eva - die derzeitige Freundin von Louis, wird im Haus mit einquartiert, weil er eine Weile dienstlich unterwegs ist. Isabel passt das gar nicht….So- damit bin ich eingestiegen und der erste Teil des Romans arbeitet sich auch daran ab…ABER DANN..Große Leseempfehlung- sehr süffiger, direkter aber auch zarter, sehr clever sich immer intensiver anfühlender Schreibstil. Besonders der dritte Teil-da kommen Tagebucheinträge- hat mich emotional sehr berührt. Es sind nur 320 Seiten…
Das beste Buch seit langem. Das ist ein Buch, was man körperlich fühlen kann. In jeglicher Hinsicht.
Am.Anfang wusste ich nicht genau, in welche Richtung das Buch geht und habe mich einfach mitnehmen lassen. Die Autorin schreibt so wundervoll, ich kann es nicht beschreiben. Ich habe lange nicht mehr so viel gefühlt beim Lesen. Einfach nur wow.
Tolles Buch🫶🏻
Ein fesselndes Buch, das sich mit Themen wie Besitz, Liebe, Besessenheit und der Angst vor dem Verlust auseinandersetzt. Isabel lebt in dem Haus, in dem ihre Mutter gestorben ist. Sie war das einzige von drei Kindern, das am Sterbebett saß, und alles, was ihrer Mutter gehörte, wird mit größter Sorgfalt behandelt. Es gibt sogar eine Liste, die die Anzahl der Bestecke, Teller und anderer Gegenstände im Haus akribisch dokumentiert, denn Isabel vertraut niemandem – nicht einmal ihrer Haushaltshilfe. Jeder könnte ein Dieb sein. Eines Tages bringt ihr Bruder eine Freundin namens Eva mit. Louis muss für eine Weile nach Paris, und Eva bleibt während dieser Zeit bei Isabel, auch wenn Isabel es nicht wirklich akzeptiert. Ab diesem Moment nimmt die Geschichte eine Wendung, und Isabel lässt zum ersten Mal jemanden an sich heran. Von diesem Punkt an wird die Geschichte zu einer Achterbahn der Gefühle. Man fiebert mit Isabel mit, möchte sie packen und schütteln. Der Schreibstil ist ausgezeichnet und lässt sich flüssig lesen. Gegen Ende zieht sich die Geschichte etwas, aber das erhoffte Happy End ist trotzdem da. 🫶🏻
Yael van der Wouden: In ihrem Haus. Gutkind Verlag. Meine Leseapril habe ich gestern noch mit diesem viel besprochenen und gelobten Roman beendet. Isabel und Ihre Brüder sind lose im Kontakt seit dem Tod der Mutter. Jeder lebt sein Leben- Isabel am liebsten zurückgezogen, gut sortiert, in bewährter Ordnung und allein im Haus der Familie. Entsprechend abweisend reagiert sie, als ihr Bruder Louis seine Freundin Eva vorübergehend bei ihr unterbringen möchte. Letztendlich willigt sie ein. In diesem heißen Sommer 1961 in den Niederlanden verschwinden plötzlich Dinge im Haus, das Mißtrauen wächst und schwebt von der ersten Minute an über dem Kennenlernen der beiden Frauen. Wir erleben Annäherung und starke Emotionen, intensiv und intim beschrieben. Und doch wohnt Ungewissheit, ja ein Geheimnis, mit den beiden Frauen in diesem Haus. Den hier oft zu lesenden, wirklich ergreifenden, Plottwist habe auch ich so nicht erwartet. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich durch die vielen Ankündigungen von der Neugier getrieben quasi auf die große Wendung hingelesen habe. Diese Auflösung gibt am Ende nochmal ein vollkommen unerwartetes Bild. Ich hätte mir nur gewünscht, dass dafür mehr Raum gewesen wäre. Mehr Raum für Evas Geschichte. Aber lest selbst. Am besten ohne vorher irgendwo nach Hinweisen zum Plottwist zu suchen.
Intensiv mit Luft nach oben
Im Vorfeld wurde mir von vielen Seiten gesagt, dass ich mich über dieses Buch auf gar keinen Fall irgendwo informieren sollte, weil ein Mega Twist kommt und mir jeder Hinweis das Vergnügen vermiesen würde. Daran habe ich mich gehalten . Schauen wir mal, ob mich die Wendung mitgerissen hat. 1960 ins Zwolle. Isabel lebt in einem Haus ein ruhiges, zurückgezogenes Leben. Ihre Brüder, Hendrik, der mit einem Mann zusammen lebt und und Louis der ständig eine neue Freundin hat, besuchen Sie ab und zu. Letzterer soll das Haus einmal erben, wenn Onkel Karel, dem es gehört, nicht mehr lebt. Sie sind mit ihrer Mutter während des Kriegs aus der Großstadt hier hin geflohen, um von den Folgen der Bombardierungen verschont zu bleiben. Isabel ist penibel darauf bedacht, dass alles an seinem Platz steht, nichts verschwindet und sorgsam mit allen Gegenständen umgegangen wird. Eines Tages quartiert Louis seine aktuelle Freundin Eva vorübergehend bei Isabel ein, obwohl diese das gar nicht möchte. Widerwillig duldet sie die extrovertierte Person. Bei einem Besuch von Henry kommt es zu einer Annäherung, die sich in mehr als Neugier und Zuneigung verwandelt. Das ist erst die halbe Wahrheit. Hinter allem steckt noch viel, viel mehr. Was das müsst ihr selber lesen. Ich bin bei diesem Roman sehr zweigeteilt. Wir haben hier eine atmosphärisch erzählte Geschichte, die ein ganz bestimmtes Gefühl wiedergeben soll und das auch schafft. Der langsame und teilweise repetitive Erzählton trägt dazu bei Anspannung, Erwartung, Angst und Leidenschaft zu transportieren. Das Haus als zentrale Stelle und wichtigen Protagonisten war sehr plastisch dargestellt. Ich hätte mich hier auch gerne einmal aufgehalten. Durch die intensive Erzählweise werden einem auch die Figuren sehr nahe gebracht. Sympathisch sind sie deswegen nicht unbedingt. Auf der anderen Seite waren manche Wiederholungen sehr ermüdend. Die Autorin hat für die Dialoge ein Stilmittel verwandt, dass mir später auf den Geist gegangen ist. Sehr viele Sätze werden nur angerissen und nicht zu Ende erzählt. Die dann folgenden drei Pünktchen (…) die den Satz beenden, haben mich extrem genervt. Ich habe durchaus die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass die Autorin das in vollem Bewusstsein getan hat um das Unausgesprochene, das Unsagbare zu symbolisieren. Da sie das aber so inflationär tut, glaube ich nicht mehr an einen literarischen Kniff, sondern schlichtweg an schreiberischer Inkompetenz. Richtig schlimm fand ich die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler. Ich glaube nicht, dass es an der Übersetzung liegt, sondern am Korrektorat. Hat das überhaupt stattgefunden? Ganze Wörter waren schlichtweg falsch, so dass sich der Sinn des Satzes nicht erschloss. Sowas ärgert mich. Der von vielen beschriebene Twist war für mich keiner. Schon zu Anfang des Buches ahnte ich, wo die Reise hingeht, gibt es doch schon im ersten Fünftel des Romans, eine Stelle, die als Schlüsselszene zu bezeichnen ist. Das Thema um das es geht, finde ich gut gewählt und wichtig, es hätte meinem Empfinden nach noch viel tiefer beschrieben werden können. Somit ist es für mich nicht wirklich die Aufarbeitung historischer Ereignisse, die diesem Roman Substanz geben, sondern die queere Liebesgeschichte, die leidenschaftlich und intensiv ist, sich aber etwas zieht. Ein gutes Buch, dass ich aufgrund der Atmosphäre und der Eindringlichkeit weiterempfehlen kann, das aber besonders stilistisch viel Luft nach oben und meine Fehlertoleranz herausgefordert hat.
Ein bemerkenswertes Debüt!
Niederlande, 1961: Isabel lebt allein im Haus ihrer verstorbenen Mutter. Als ihr Bruder seine ungehobelte Freundin Eva bei Isabel einquartiert, gerät das geordnete Leben aus den Fugen. Plötzlich verschwinden Gegenstände - ein Löffel, ein Messer, eine Schale. In der flirrenden Sommerhitze wird Eva zur Versuchung - oder zur Bedrohung. Und der Krieg ist noch immer nicht ganz vorbei. Yael van der Wouden erzählt eine Geschichte über die Zerbrechlichkeit von Ordnung, das Aufbrechen unterdrückter Sehnsüchte und die Macht verdrängter Geheimnisse. Toller Schreibstil! Tolle Geschichte! Hat richtig Spaß gemacht zu lesen 🥰
The perfect read
„In Ihrem Haus“ hat mich sehr begeistert. Der Roman entwickelt einen unglaublichen Sog, wie man ihn eigentlich eher bei einem Spannungsroman erwarten würde. Und obwohl es einen ordentlichen Twist gibt, und man sehnsüchtig darauf hinliest, dass die Puzzleteile sich endlich zu einem vollständigen Bild zusammenfügen, ist es natürlich keiner. Es ist auch kein historischer Roman im klassischen Sinne, und doch schließt er beim Lesenden eine Lücke, vielleicht nicht unbedingt eine Wissenslücke, aber doch sicherlich eine der Perspektive und des Tiefenverständnisses. Und das passiert ganz nebenbei, während man einfach komplett versunken ist in die Atmosphäre des Romans und in die Erfahrungen und Konflikte seiner Figuren. Und obwohl es im Grunde die Beweggründe und Gefühle der Hauptfigur sind, die uns weiterlesen lassen, kann man nicht gerade behaupten, dass Isabel einem sonderlich sympathisch wäre. Aber gerade darin liegt über weite Strecken der Reiz dieser Lektüre - im Ergründen wollen, im Verstehen wollen. Und das wird man. Letztlich ist dieser Roman aber vor allem auch eine dramatische und bewegende Liebesgeschichte, und zwar eine mit den schönsten und intensivsten Liebeszenen, die ich je gelesen habe. Vollkommen egal, ob man das Ende nur ahnt, längst kommen sieht, oder es einen komplett überrascht. Dieser Roman ist hinreißend und eine Lektüre, die einen fort aus dem Alltag reißt. „In ihrem Haus“ mag für den einen vielleicht eine Spur zu perfekt konstruiert und dadurch ein wenig zu gefällig sein, für den anderen liegt aber womöglich genau darin das, was dieses Puzzlebild am Ende so befriedigend vollkommen macht. Gefallen haben wird der Weg dahin vermutlich beiden. Eine große Empfehlung für alle, die nach einer fesselnden Lektüre mit Nachhall suchen. Und chef‘s Kiss: Nach der Lektüre den Titel neu sehen.

Ganz besonders.
Ich wusste eigentlich gar nicht, was mich in diesem Buch erwartet. Aber ich habe durchweg nur gute Stimmen über das Buch gehört und ich kann mich hier nur anschließen. Isabel lebt seit dem Tod ihrer Mutter alleine in ihrem Haus. Als ihr Bruder plötzlich für eine Weile verreisen muss, möchte er seine neue Freundin Eva gerne bei Isabel im Haus lassen. Diese ist wenig begeistert. Sie traut Eva nicht. Ihr Haus ist ihr heilig und sie mag es ruhig. Als dann noch Dinge aus dem Haus verschwinden wird Isabel immer misstrauischer.Ist Eva die Frau, die sie vorgibt zu sein? Die Autorin schafft es, von Beginn an eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen. Man hört Isabels Haus praktisch atmen. Der Leser wandelt mit Isabel durch die Räume und schnell sind uns Wege und Abläufe vertraut. Isabel mit ihrer extrem schrulligen und eingefahrenen Art, hat es mir zu Beginn nicht leicht gemacht. Sollte sie auch nicht. Sie ist ein Charakter an dem man sich reiben muss. Aber genau das hat sie auf der anderen Seite unheimlich nahbar gemacht. Eva konnte ich überhaupt nicht einschätzen. Da ging es mir einfach wie Isabel. Was hatte sie vor? Hatte sie überhaupt etwas vor? Diese zwei so unterschiedlichen Persönlichkeiten auf so engem Raum. Ich war gespannt, was so geschieht. Dieses Buch lebt einfach von der Stimmung die herrscht. Die Nerven sind angespannt und ich habe immer auf den Knall gewartet. Yael van der Wouden hat extrem mit mir als Leserin gespielt und das hat mir unheimlich gut gefallen. Ich habe wirklich nichts kommen sehen. Dieses Buch hat mich einfach immer und immer wieder komplett überraschen können. Und die Geschichte, die es erzählt, wiegt schwer. Sie ist bittersüß. Ich habe dieses Buch einfach so gerne gelesen und möchte es eigentlich jedem ans Herz legen.

Schon jetzt ein kleines Jahreshighlight
Liebe, Begehren, Besitzen… ich fange an zu lesen und denke, dass es ein subtiler Thriller wird. Ich lese weiter, nein es bearbeitet die Nachkriegszeit. Oder doch eine Geschichte über eine unwahrscheinliche Freundschaft? Es ist all das und mehr… es ist schön, traurig, spannend, romantisch, schmerzhaft.

Zwei Frauen und doch so viele Ähnlichkeiten!
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Anfangs wusste ich nicht ganz, in welche Richtung es geht, aber dann hat es sich immer mehr gezeigt und ich war gefesselt, weiter zu lesen. Beide Frauen, Isabel und Eva, haben eine beeindruckende Lebensgeschichte und das hat mich sehr mitgenommen.
1961, Niederlande. Isabel lebt alleine und zurückgezogen in ihrem Elternhaus, lediglich ein Dienstmädchen und hin und wieder kommen ihre beiden Brüder zu Besuch. Als eines Tages einer der beiden seine neue Freundin bei Isabel einquartiert, gerät ihr Leben aus den Fugen. Die junge Frau benimmt sich in Isabels Augen verdächtig und hin und wieder verschwinden auch Gegenstände. Doch da ist noch mehr... Doch was hinter dem Verhalten der jungen Frau steht, erfahren Isabel und somit auch wir erst viel später... Die Geschichte selbst hat mir sehr gut gefallen. Es geht um ein wichtiges Kapitel der niederländischen Geschichte, um die Schatten des Nationalsozialismus, die noch Jahrzehnte nach dem 2.WK die Leben der Menschen beeinflussen. Das Buch ist aber auch eine Geschichte über Liebe und Leidenschaft sowie ein Coming-Out Mir war es dadurch etwas zu überfrachtet, die Ursprungsgeschichte alleine hätte mir gereicht, die integrierte Liebesgeschichte habe ich nur überflogen. Trotzdem ein tolles Buch.
Wem gehört das Haus?
Der Roman spielt 1961 in Amsterdam und erzählt von der 28-jährigen Isabel, die noch immer das Haus bewohnt, in dem ihre Familie 1945 Zuflucht fand. Eine Scherbe im Garten weckt verdrängte Kindheitserinnerungen und löst eine innere Unruhe aus. Isabel, die als alleinige Verwalterin des Hauses fungiert – während ihr Bruder Louis als zukünftiger Erbe gilt und seine unbeschwerte Art immer wieder neue Beziehungen ins Haus bringt – steht im Konflikt mit ihrer konservativen Einstellung, die sie auch von ihrer Mutter übernommen hat. Die Spannung des Romans entsteht durch die tiefgründige Psychologie der Figuren, die nicht nur persönliche Konflikte, sondern auch Familiengeheimnisse und die nationalsozialistische Vergangenheit berührt. Authentische Dialoge, stimmungsvolle Schauplätze und poetische Elemente untermauern die Darstellung der restriktiven Frauenrollen der 1960er Jahre. Trotz eines etwas langatmigen Mittelteils überzeugt der Roman insgesamt als ein historisch und feministisch bedeutendes Debüt, das 2024 auf der Bookerpreisshortlist stand.
"In ihren Haus" ist ein besonders im ersten Drittel überzeugender psychologisch-spannender Roman, der auch über die niederländische Nachkriegsgeschichte informiert. Dieser Aspekt hat mich in diesem Buch am meisten interessiert - jedoch hat die Autorin den Fokus eher auf die gesellschaftliche Stellung homosexueller Liebe gelegt, welcher natürlich auch ein wichtiger Blickpunkt ist. Nur leider hat mich die Liebe zwischen den beiden Protagonistinnen nicht überzeugt und die exzessiven und expliziten Sexszenen haben meinen Lesegenuss geschmälert. Auch das Stilmittel der 'Auslassung am Ende von Dialogen' hat mich zumeist sehr genervt. Gerade im letzten Drittel des Buches werden Sätze nur noch angedeutet und den Figuren kommt kaum mehr ein vollständiger Satz über die Lippen.
✨ Große Leseempfehlung ✨ Auf der Shortlist des Booker Prize 2024 »Die Geschichte wird auf so mutige und zugleich zarte Weise aufgelöst, dass sie nicht nur clever erscheint, sondern unvergesslich wird.« The New York Times Begehren, (unterdrückte) Sehnsüchte, Macht verdrängter Geheimnisse, (gesellschaftliche) Zwänge, Familienbande Mein Leseeindruck: Dies war ehrlicherweise mein erster Roman um eine queere Liebe und ich bin etwas hineingerutscht, aber das Ganze ist psychologisch gut aufgebaut, sodass es mir nicht unangenehm war .Denn van der Wouden ist ein unglaublich starker, mutiger Debütroman gelungen, sprachlich erstklassig, perfekt abgestimmter Ton, super übersetzt, raffiniert konstruiert, verstörend, mitreißend. Eine außergewöhnlich emotionale Geschichte mit lebendigen Figuren, wo die Schicksale greifbar werden. Kennt ihr den Spruch „Über jedem Dach, gibt‘s ein Ach“? Dieses Sprichwort finde ich passt 100% zu diesem Buch: Niederlande im Jahre 1961: Isabel lebt alleine in ihrem Elternhaus, die Mutter verstorben, ihre Brüder Hendrik und Louis leben weiter entfernt, sie ist bis zuletzt geblieben. Die Brüder besorgt, quartieren ihrer Schwester eines Tages die neue, ungehobelte Freundin Eva im Haus in der Provinz ein. Ihr bis dato geordnetes Leben gerät aus den Fugen, in der Hitze eines Sommers entfacht zwischen beiden ein Band, das sie beide nicht einordnen können. Ist es Bedrohung, Versuchung oder sogar mehr? Was steckt hinter dieser Anziehung wirklich? Und welche Geheimnisse hütet dieses Haus, in dem plötzlich Dinge verschwinden? Und welche Rolle spielt der Onkel? Fazit: Ein bewegende, fesselnde Lektüre, die ich euch gerne weiterempfehle Eure, Claudia
Stetige Steigerung
„In ihrem Haus“ von Yael van der Wouden ist ein ganz atmosphärische, geheimnisvolle und reduzierte Geschichte. Für mich ein Augenöffner bezüglich der ein oder anderen Thematik. Der Roman stellt in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs gesellschaftliche Fragen danach: Wer kann welche Rolle(n) in der Gesellschaft übernehmen? Wer darf mit wem in einer Beziehung leben? Kann eine Frau alleine in einem Haus Leben und: braucht sie nicht einen Mann? Darüber hinaus gibt es aber noch so viel mehr zu entdecken. Das soll aber auch hier weiter ein Geheimnis bleiben. Zugegeben, die ersten 100 Seiten waren für mich eher zäh. Dennoch hat es van der Wouden immer wieder mit kleinen Hints und Snippets geschafft, mich bei der Stange zu halten. Es gibt viele bedrückende, aber auch viele lockere und losgelöste Szenen, die eine schöne Abwechslung bieten.
Kurze Anmerkung: Habe mich bemüht Spoiler zu vermeiden, aber solltet ihr völlig voreingenommen in die Geschichte gehen wollen, lest das hier am besten danach 😄 Übersetzt von Stefanie Ochel Auch, wenn die Zeiten wild sind, wenn sie uns ängstigen, wenn wir uns an Hoffnungen klammern, die zum Glück links sind und hinter uns stehen, wenn die Welt uns zu viel wird, können wir Büchermenschen immer noch flüchten. Wir haben und werden sie immer haben: die Literatur. Gute Bücher, die uns auffangen und uns versinken lassen in andere Leben, die uns aber auch erinnern, die glücklicherweise nie aufhören damit und uns süchtig machen nach den Worten in ihnen. Meine Güte noch einmal, was ist "In ihrem Haus" für ein großartiger Debütroman geworden? Eine Geschichte, die ganz leise aber allumfassend einen Sog um ihre Leser:innen legt, den man unmöglich entrinnen kann. Ein Familenroman, eine Erinnerungsgeschichte, eine hauchzart poetische Liebesgeschichte, einen Hauch Daphne du Maurier, einfach ein Mix, der mich schon nach wenigen Seiten süchtig gemacht hat. Doch worum geht's eigentlich? Seit dem Tod ihrer Mutter lebt Isabel alleine im Haus ihrer Kindheit. Ihre beiden Brüder, zu denen sie zwar regelmäßigen aber nicht unbedingt herzlichen Kontakt hat sind über die Niederlande verteilt und leben ihr eigenes Leben. Isabel hat sich mit ihrer Mischung aus Alleinsein und Einsamkeit arrangiert und lebt in dem Haus, dessen Schatten der Mutter es nie ganz verlassen hat. Als ihr Bruder Louis dann plötzlich seine aktuelle Freundin Eva aus heiterem Himmel im Haus einquartiert, steht Isabels Welt und Ordnung plötzlich auf dem Kopf. Eva ist ihr nicht geheuer, irgendwas scheint mit ihr nicht zu stimmen und als plötzlich Dinge im Haus auf mysteriöse Art und Weise verschwinden, scheinen sich Isabels Befürchtungen zu bestätigen. Doch da ist auch noch diese unglaubliche Faszination, die Eva auf Isabel ausübt und der sie sich immer schwerer entziehen kann... Yael van der Wouden hat einen unfassbar guten, intensiven und wunderschönen Roman geschrieben. Tieftraurig aber auch immer mit Hoffnung auf etwas Besseres versehen. Intensiv, allumfassend, in die Geschichte hineinziehend aber auch gleichzeitig so unglaublich zart, zerbrechlich und poetisch. Ein Plot, der sich strikt und gerade zu entwickeln scheint und dann doch zu allen Seiten ausbricht. Ein Roman von Verdrängung und Geheimnissen, aber auch einer über eine Familie, die ihrem Platz im Leben sucht. "In ihrem Haus" hat so unfassbar viele Facetten, so viele Schichten, durch die man geht und in die man sich am liebsten einwickeln möchte. Und eine Hauptfigur, die so unglaublich intensiv gezeichnet wurde, dass alles andere manchmal neben ihr verblasst. Isabel ist eine Einzelgängerin, wirkt pendantisch und mehr als einmal neurotisch und wie jemand, der so von Unsicherheiten überzogen ist, dass sie scheinbar nie wirkliches Glück erfahren hat. Und genau sie macht in diesem Roman eine so krasse Wandlung durch, dass es durch jede Seite scheint. Fast körperlich verspürt man den Drang sie zu schubsen aus der Lethargie hinein ins für sich einstehen, klarer zu sehen, was um sie herum ist und dann fühlt man alles mit, wie sowieso die ganze Zeit. Selten zuvor habe ich einen geschaffenen Raum in einem Roman so sehr gefühlt wie das Haus, Isabel und Eva. Alles, was kam hat sich wie Eindringlinge angefühlt, weil nur das hier wichtig scheint. Den Schluss von "In ihrem Haus" hätte ich kommen sehen müssen wegen der Intensität und der Sogwirkung des Vorangegangenen, habe ich aber nicht. Um das einmal vorwegzunehmen, selten habe ich einen Roman gelesen, der so gut endete wie "In ihrem Haus". Eine Auflösung, die die gesamte Geschichte aus den Angeln hebt, alles viel klarer und nüchterner werden lässt, aber nicht vergisst, was entstanden war. Eine Ende, so wichtig auch für diese Zeit in der Realität, und eines, das aus "In ihrem Haus" ein Stück Erinnerung macht. Lest bitte dieses großartige Buch. "Was war das Glück wert, wenn es einen Krater hinterlässt, der dreimal so groß war?" S. 71

IN IHREM HAUS Yeal van der Wouden 1961 in einem niederländischen Dorf: Die 30-jährige Isabel lebt nach dem Tod ihrer Mutter allein im Familienhaus. Ihre Brüder sind längst ausgezogen. Während sie sich um den Garten kümmert und das gute Geschirr sowie das Silber in Ehren hält, sorgt eine Haushaltshilfe für den Rest. Isabel ist einsam, verbittert und neigt dazu, andere Menschen vorschnell zu verurteilen. Einzig zu ihrem jüngeren Bruder Hendrik hat sie eine enge Bindung – ein Band, das von einem gefährlichen Geheimnis geprägt ist. Hendrik liebt Männer, eine Liebe, die in den Niederlanden jener Zeit unter Strafe steht. Doch auch das unbeständige Liebesleben ihres älteren Bruders Louis sorgt für Spannungen: Zu jedem Treffen bringt er eine neue Frau mit, die er als seine große Liebe vorstellt. Als Louis seine neueste Freundin Eva präsentiert, reagieren Isabel und Hendrik mit Ablehnung. Eva stammt aus einfachen Verhältnissen, ihre Haare sind blondiert, ihre Kleidung wirkt abgetragen – sie entspricht in keiner Weise den gesellschaftlichen Erwartungen. Als Louis überraschend für einen Monat auf Geschäftsreise gehen muss, bittet er Isabel, Eva bei sich aufzunehmen. Entsetzt, aber ohne Wahl, da das Haus ohnehin Louis versprochen ist, fügt sich Isabel. Die Wochen mit Eva werden für Isabel zur Qual. Sie, die Stille und Ordnung gewohnt ist, fühlt sich von der lebhaften, unkonventionellen Frau überfordert. Als dann auch noch Teile des Silberbestecks verschwinden, wächst ihr Misstrauen ins Unermessliche – Isabel lässt Eva nicht mehr aus den Augen. Doch dann nimmt alles eine unerwartete Wendung. Durch einen Zufall kommen sich die beiden Frauen näher und entdecken eine verbotene Leidenschaft füreinander. Doch ihre Liebe ist nicht nur gesellschaftlich inakzeptabel, sondern auch von dunklen Familiengeheimnissen überschattet, die drohen, sie für immer auseinanderzureißen. Yeal van der Wouden gelingt mit diesem Debüt ein eindringliches und atmosphärisch dichtes Werk. Sprachstil und Erzählstruktur haben mich besonders beeindruckt und die Emotionen der Protagonistinnen wurden mit großer Sensibilität vermittelt. Immer wieder streut die Autorin subtile Hinweise auf die Kriegsvergangenheit der Familie ein, sodass das Ende konsequent und doch ergreifend wirkt. Ich habe das Buch in nur zwei Tagen verschlungen – eine klare Leseempfehlung! 4½/5

Überraschendes Highlight. Impulsiv, sexy und weiblich
✨ „Jedes Haus hat eine Geschichte. Oder kennst du eins, das keines hat?“ ✨ Wow. Ich bin immer noch nicht über dieses Buch hinweg. Es hat mich überrascht, überrollt und tief berührt. So viele Wendungen – unerwartet, schockierend, brillant. Eva und Isabel sind impulsiv, manchmal unsympathisch, aber vor allem eines: echt. Zwei Frauen in den 60ern, so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Die eine modern und freiheitsliebend, die andere gefangen in den Glaubenssätzen ihrer Mutter. Der Schreibstil? Roh, ungeschönt, sinnlich. Die Beziehung zwischen den beiden? Wild, heiß und voller weiblicher Energie. Doch zwischen all der Leidenschaft lauert Schmerz – alte Wunden, unausgesprochene Worte, eine Vergangenheit, die Schatten wirft. Besonders Isabels Entwicklung hat mich mitgerissen: Wie sie ihre Gefühle für Eva annimmt, während sie gleichzeitig die Homosexualität ihres Bruders nicht einmal aussprechen kann. Und Eva? Lebensfroh nach außen, doch innerlich zerrissen. Nach den ersten 100 eher ruhigen Seiten nahm die Story Fahrt auf – und ich konnte die letzten 200 nicht mehr aus der Hand legen. Yael van der Wouden erzählt mit Eleganz und Tiefe von den Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs, von Kriegskindern, die erwachsen wurden, und von einer Liebe, die nicht sein durfte. Ich bin verliebt – in dieses Buch, in diesen Schreibstil, in diese Autorin. Absolute Empfehlung!

Isabel lebt ein einsames Leben in einem großen Haus, was eigentlich nicht ihr gehört, sondern ihrem Bruder Louis versprochen ist. Ihr einziger Kontakt besteht zur Haushälterin und ab und zu zu ihren Brüdern. Dieses Leben ist selbst gewählt. Isabel mag es ruhig, scheut soziale Interaktion, will Ordnung und Regeln. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, als ihr Bruder seine Freundin Eva für einige Wochen in dem Haus einquartiert um eine Geschäftsreise anzutreten. Als wäre es nicht genug, dass nun ständig jemand da ist, verschwinden auch Gegenstände und Eva darf im Zimmer der verstorbenen Mutter schlafen. Nach anfänglicher Abneigung, kommen sich die beiden Frauen jedoch näher als geplant, verfallen einem Verlangen nacheinander, was vor allem Isabels Weltbild erschüttert, denn sie findet sich in einer heimlichen sexuellen Beziehung zu einer Frau wieder und das obwohl sie selbst die homosexuelle Beziehung ihres Bruders nie akzeptieren konnte. Als Isabel herausfindet, dass Eva hinter dem Verschwinden der Gegenstände steckt, kommt es zum Bruch und Isabel muss sich mit ihrer eigenen Vergangenheit und der des Hauses, in dem sie lebt, auseinandersetzen. - Nachdem mich der Roman im Mittelteil fast verloren hätte, war ich am Ende begeistert. Vor allem den abrupte Cut und Perspektivwechsel im letzten Drittel fand ich stark gemacht. Yael van der Wouden schreibt auf den Punkt. Ihre klare Sprache, die tiefgreifende Charakterzeichnung, sowie die Thematik haben mich überzeugt. Über Kriegstraumata, Flucht, queere Liebe (in den 1950/60er Jahren), Vertreibung und Zwangsenteignung von jüdischen Menschen im zweiten Weltkrieg, bis zu dysfunktionalen Familien findet alles einen Platz in der Erzählung, ohne überladen zu wirken. Isabel, als Protagonsitin, ist mir über den ganzen Roman hinweg, sehr unsympathisch geblieben, allerdings fand ich sie auch super interessant. Es gab immer wieder Rückblicke, die ihr Verhalten einordenbar gemacht haben und es war spannend ihre innere Zerissenheit, sowie den Einfluss ihrer Erziehung, auf ihr jetziges Begehren von Eva, mitzuerleben, auch wenn mir die expliziten Darstellungen dieses Begehrens zu ausführlich waren. Im Nachhinein fand ich die Fokusierung darauf und damit die Fokusierung auf Isabel aber sehr clever gemacht, denn in meinen Augen war das Ende dadurch um so mehr eine Überraschung. Im Fazit ein gelungenes, tiefgründiges Debüt das ich euch gern empfehle.
Liebe auf den zweiten Blick
Viele Lobeshymnen gibt es zu diesem Buch, das wird wohl eine etwas andere. Denn ich bin mit großen Erwartungen in diese Geschichte gestartet, gebannt und gespannt auf den Plot Twist, den jeder erwähnt. Ich begann also über Isabel zu lesen, die einsam und allein in ihrem Elternhaus lebt, zurückgezogen und einsam, verschlossen und kalt. Und von Eva, die die Freundin von Isabels Bruder ist und mit im Haus strandet. Und ich las und dachte mir: nett, aber wirklich fühlen tu ich diese Geschichte nicht. Ich kämpfte mich also durchs erste Drittel, welches zwar wunderschön geschrieben war. Aber die Charaktere, ich bekam sie einfach nicht zu fassen, wusste nicht wohin diese Geschichte führt und warum sich die beiden genauso so verhalten, wie sie es denn eben tun. Denn sympathisch war mir keine von ihnen so richtig. Und doch spürte ich einen gewissen Sog, eine Neugier und die Ahnung auf das grandiose, was da noch kommen würde. Tja und dann, dann öffneten sich alle Türen. Die des Hauses, die von Isabel und Eva und die für die vergessene Seite der Nachkriegszeit, die dieser Roman hell erleuchtet. Und ich war gebannt, begeistert und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Dieser aha- Effekt, den habe ich bei wenigen Büchern, aber er hat mich einfach absolut umgeworfen und mir die Augen geöffnet und plötzlich ergab einfach alles Sinn. Auch die ganzen Lobeshymnen. Zurecht ein Roman, der begeistert, der wichtiges aufdeckt und über den man inhaltlich gar nicht so viel verraten sollte, den der Überraschungsmoment ist Gold wert! Wenn’s euch zu Beginn so geht wie mir: lest weiter, es lohnt sich so sehr!
Sternebewertung fiktiv
Yael van der Wouden gelingt mit „ In ihrem Haus“ ein außergewöhnlicher Debütroman, der die Leser in eine tiefgründige und atmosphärische Geschichte entführt. Auf den ersten Blick scheint es eine klassische Familiengeschichte zu sein, doch schnell entfaltet sich ein komplexes Spiel voller Spannung, Emotionen und psychologischer Tiefe. Die Protagonistin Isabel lebt allein auf dem Anwesen ihrer verstorbenen Mutter, festgehalten in starren Routinen und getrieben von Zwangsneurosen. Ihr Alltag ist von Ordnung und Struktur geprägt, bis Eva, die Freundin ihres Bruders, plötzlich bei ihr einziehen muss. Während Isabel zurückhaltend, kontrolliert und misstrauisch ist, verkörpert Eva das pure Gegenteil. Frei, unkonventionell und lebenslustig. Der Kontrast zwischen den beiden Frauen erzeugt eine Spannung, die sich durch den gesamten Roman zieht. Eine Mischung aus Anziehung und Misstrauen. Doch die Geschichte entwickelt sich über zweier gegensätzlicher Charaktere hinaus. Als plötzlich Gegenstände aus dem Haus verschwinden, verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Einbildung. Wem kann Isabel noch trauen? Ihrer eigenen Wahrnehmung, dem Dienstmädchen oder doch Eva? Die Autorin erzählt mit viel Feingefühl und Liebe zum Detail. Die Dialoge sind intensiv, die Atmosphäre dicht, und die psychologische Zeichnung der Figuren macht das Buch zu einem fesselnden Leseerlebnis. Besonders beeindruckend sind die überraschenden Wendungen, die das Geschehen immer wieder in eine neue Richtung lenken. Ein stilles, aber kraftvolles Buch. Wer literarische Tiefe, emotionale Intensität und fein gezeichnete Charaktere liebt, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen.
Was für ein Brett!
„In Ihrem Haus“ ist ein eindrucksvoller Debüt Roman. Der Roman setzt sich auf bewegende Weise mit den Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs auseinander und erzählt zugleich eine leidenschaftliche, tiefgründige Geschichte. Van der Woudens Debüt besticht durch facettenreiche Charaktere und eine Atmosphäre, die eine enorme Sogkraft entfaltet. Ein bemerkenswertes Debüt – meisterhaft erzählt.
Wow, was für ein ergreifendes Buch. Die Geschichte ging mir richtig unter die Haut: Diese diffuse Erzählweise, die immer Platz für eigene Interpretation lässt. Die Konflikte, die wie tiefschwarze Wolken über jedem Dialog schweben. Das Begehren, dass sich in Bildern Bahn bricht und diese schockierende Plottwist, der mich kalt erwischte ... Ganz große Leseempfehlung!

Eine sehr besondere Geschichte, die mich zu Anfang etwas irritiert hat, da ich keine Ahnung hatte, wohin das alles führen sollte. Es gibt viele Wendungen die ich nicht habe kommen sehen. Geschrieben ist der Roman hauptsächlich aus der Sicht der Hauptprotagonistin, deren Verhalten eher bieder und oftmals nicht einzuschätzen ist. Mich hat das Buch sehr gefesselt und ich habe es quasi in einem Rutsch gelesen. Das Buch hat eine diffus bedrückende Atmosphäre und ist recht eigen mit der Stimmung das es bei mir erzeugte. Ein starkes Buch das mich sicher noch eine Weile beschäftigen wird, und eins meiner wenigen Highlights bisher für dieses Jahr. Von mir eine klare Empfehlung.
Characteristics
31 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Man kann sich nur so lange vor der Wahrheit verschließen, bis sie an die Tür klopft.
1961, in der niederländischen Provinz: Seit dem Tod ihrer Mutter lebt Isabel allein in dem großen, von der Zeit gezeichneten Familienhaus. Die Tage ziehen ruhig und geordnet dahin. Doch als ihr Bruder Louis seine ungehobelte Freundin Eva bei ihr einquartiert, geraten Isabels stille Routinen ins Wanken, und das Haus, das einst Schutz und Sicherheit bot, wird zum Schauplatz unheimlicher Veränderungen. Plötzlich verschwinden Dinge und Isabel wird immer misstrauischer gegenüber Eva, die nicht das zu sein scheint, was sie vorgibt.
In der flirrenden Sommerhitze entwickelt sich eine unerwartete Anziehung zwischen den beiden Frauen, die Isabels festgefügtes Weltbild erschüttert. Die Vergangenheit, die Isabel zu verdrängen versucht hat, holt sie endgültig ein und zwingt sie, sich ihren Vorurteilen und der dunklen Geschichte des Hauses zu stellen.
In sinnlich dichter Sprache und mit subtiler Spannung erzählt Yael van der Wouden von Begierde, verdrängten Geheimnissen, unerwarteter Rache und den Abgründen, die sich hinter den Fassaden scheinbar geordneter Leben verbergen.
»Außerordentlich bemerkenswert … Van der Woudens Schreibstil ist elegant und präzise.« The New York Times Book Review
»Ein beeindruckendes Debüt.« The Guardian
»Intensiv und brillant geschrieben.« The Observer
» In ihrem Haus ist ein außergewöhnliches Buch, das man beinahe körperlich miterlebt.« The Wall Street Journal
»Ein gelungenes Debüt... Van der Woudens sinnlicher Schreibstil und ihr Gespür für Dramatik machen dieses Buch zu einem Gewinner.« Publishers Weekly
»Ein scharfsinniger, perfekt geschriebener Debütroman.« The Sunday Times
»Bewegend, verstörend und zutiefst sexy.« — Tracy Chevalier, Autorin von "Das Mädchen mit dem Perlenohrring"
»Dies ist ein intimer Roman, sorgfältig und brillant erzählt. . . Ein gelungenes Debüt.« New York Journal of Books
» In ihrem Haus ist ein Traum von einem Roman … hypnotisierend und schockierend … ich war völlig hin und weg.« Miranda Cowley Heller, Bestsellerautorin von "Der Papierpalast"
»[…] hochspannend, schockierend und herzzerreißend zugleich …« Rachel Joyce, Bestsellerautorin von „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“
»Eine Meisterleistung in dramatischer Spannung.« The Bookseller
Book Information
Author Description
Yael van der Wouden ist Schriftstellerin und Dozentin im niederländischen Utrecht und lehrt Kreatives Schreiben und Vergleichende Literaturwissenschaft. Für ihre Kurzgeschichten und Essays, die sich mit Jüdischsein und queerer Identität auseinandersetzen, erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. In ihrem Haus wird von der Kritik gefeiert, stand auf der Shortlist des Booker Prize 2024 und wurde mit dem Woman's Prize for Fiction 2025 ausgezeichnet.
Posts
„Man erkennt die Wahrheit oft erst, wenn sie sich nicht mehr verbergen lässt.“ ✨
Genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch. Am Anfang passiert alles eher ruhig, fast schon unscheinbar aber Stück für Stück baut sich eine Spannung auf, die immer stärker wird und einen komplett reinzieht. Die Charaktere fand ich richtig gut gemacht: nicht perfekt, sondern mit Ecken und Kanten, was sie total echt wirken lässt. Besonders die Dynamik zwischen den Protagonistinnen hat mir super gefallen intensiv, manchmal schwierig, aber genau das macht es so spannend zu lesen. Und dann die letzten Seiten… damit habe ich echt nicht gerechnet. Dieser emotionale Wendepunkt hat mich nochmal komplett erwischt und das Buch für mich richtig rund gemacht. Für mich ein absolutes Highlight – 5/5 Sterne ⭐️

Ambivalent. Ich mochte den 1. Teil, den 2. Gar nicht und den 3. sehr - bis auf das Ende.
Ich bin begeistert von der einzigartigen Perspektive von Isabel und der sehr eingeschränkten Sicht dadurch. Ich bin überhaupt nicht für Sexszenen zu haben, deshalb lese ich auch keinen spice und hab mich durch den 2. Teil gequält auch weil mir die Chemie gefehlt hat. Der dritte Teil war dann fantastisch, weil es ein Kapitel in Nachkriegseuropa behandelt hat, das zu selten behandelt wird. Ich mochte das Aufbrechen der Perspektive und die Wucht der Gefühle. Das Ende hat mir dann wieder nicht gefallen, weil es mir zu sauber erscheint in einer Welt, wo man es nicht mehr "richtig" machen kann. Sprachlich haben mich die Satzellipsen fertig gemacht. Ich verstehe, dass es eine spachlose Generation ist, die für das was geschehen ist keine Worte hat,aber es ist mir irgendwann mächtig auf die Nerven gegangen.
Ein Volltreffer ! Große Themen wie Enteignung der Juden während des Holocaust, Verlust, Schuld, lesbische Liebe
Zeitlich einzuordnen in die Nachkriegszeit der 60iger Jahre in der niederländischen Provinz. Shortlist des britischen Booker Prizes 2024 Nach einem sehr gemächlichen Einstieg in den kammerspielähnlichen (mag ich oft sehr) Plot, war ich zunächst nicht überzeugt, wohin die Reise geht. Doch welch fulminante Entwicklung mit überraschenden Wendungen nimmt der Roman dann auf und bringt mit und mit Licht in die geheimnisvolle Geschichte des Hauses. Besonders war die Entwicklung der obsessiven, unterkühlten,fast böswilligen Protagonistin Isabel, die durch die Liebesbeziehung zur Freundin ihres Bruders erstmalig Leidenschaft und Begierde erfährt und eine komplette Charakterveränderung durchlebt. Sprachlich ist der Roman ein Leseerlebnis mit vielen literarischen "Bonbons" ! Gestört haben mich allerdings die nicht gerade wenigen Schreib-/Grammatikfehler sowie das für meinen Geschmack viel zu umfangreiche "Dankespamphlet" am Ende. Ein witziges Detail ist hier allerdings, dass die Autorin sich bei ihren Schwestern bedankt, die Kapitel 10 des Romans unkommentiert ließen. Dies sind die von vielen Leser:innen als" too much" kritisierten exzessiven Sexszenen zwischen den beiden Frauen. Mich hat das Buch vollkommen überrascht und begeistert.

Das Buch stand schon lange auf meiner Leseliste, und jetzt habe ich es endlich gelesen. Bin also ein bisschen late to the Party. Ich mochte es aber insgesamt wirklich sehr gern! Besonders der Schreibstil hat mir gefallen, weil er gleichzeitig ruhig, atmosphärisch und emotional ist. Auch die Themen und zwischenmenschlichen Beziehungen (besonders die queere Liebesgeschichte) fand ich sehr gut und sensibel umgesetzt. Die Figuren und ihre Dynamik waren spannend zu verfolgen, und ich habe oft mitgefiebert. Trotzdem hat sich das Buch für mich stellenweise etwas gezogen, obwohl es eigentlich recht kurz ist. Ich glaube aber, das lag auch daran, dass ich zwischen Lesen und Hörbuch gewechselt habe. Beim Hörbuch höre ich oft nebenbei, wodurch mir wahrscheinlich einige Details oder Stimmungen verloren gegangen sind. Rückblickend hätte ich das Buch lieber komplett lesen sollen, weil ich glaube, dass ich dann noch mehr daraus mitgenommen hätte. Trotzdem ist es für mich ein sehr gelungenes, intensives Buch, das definitiv zurecht so viel Aufmerksamkeit bekommen hat.
Über die Dinge, die unsere Geschichten erzählen Romane, in denen Häuser quasi die Protagonisten sind, haben mich schon immer fasziniert. Das Haus als Herberge des Unterbewussten, das Haus als Folie für all die dort gelebten Leben, für die Dramen und das Glück. Das Haus als Motiv für das Bleibende, vor dem die Flüchtigkeit des Menschenlebens nur noch stärker und unbarmherziger zum Vorschein kommt. Der Roman “The Safe Keep” der niederländerischen Autorin Yael van der Wouden ist so ein Buch, in dem ein Haus die Hauptrolle spielt. Die deutsche Übersetzung beim Gutkind Verlag, die jetzt im Januar erscheint, wird dementsprechend “In ihrem Haus” heißen. Wissenswert: Das Buch war 2024 auf der Shortlist des Booker Prize, da es in der Originalsprache Englisch erschienen ist. Dies ist bemerkenswerter Weise nicht die Muttersprache von Yael van der Wouden. Man “hört” dem Buch dies aber in keinem Moment an, die englische Prosa ist makellos. Vereinzelt gibt es niederländische Begriffe, die aber erklärt werden. Im Mittelpunkt des Romans steht das Haus der drei Geschwister Hendrik, Isabel und Louis, die im Jahr der Handlung 1961 alle um die 30 Jahre alt sind, Louis ist mit 31 der Älteste. Das Haus befindet sich auf dem Land, im Osten der Niederlande. Während Hendrik und Louis in Den Haag wohnen, lebt Isabel seit dem Tod der Mutter alleine in dem großen Anwesen. Die Brüder haben beide gute Jobs, Isabel lebt vom Nachlass ihrer Eltern, der von ihrem Onkel verwaltet wird. Hendrik ist homosexuell und seit vielen Jahren mit seinem Partner Sebastian zusammen. Louis hingegen hat wechselnde Partnerinnen. Eines Tages stellt Louis seinen Geschwistern die mysteriöse Eva vor. Isabel hegt eine sofortige Ablehnung ihr gegenüber, die sich im Laufe der Handlung in eine leidenschaftliche Anziehung verwandeln wird… Dieses Buch wimmelt. Es wimmelt von Dingen und von der Geschichte, die jedem Gegenstand innewohnt. Isabel hegt die Paranoia, ihre Haushaltshilfe Neelke würde sie bestehlen, sie führt akribisch Buch über alle Gegenstände, die sie besitzt. Unterschwellig stellt sich die Frage, ob uns die Dinge, die wir besitzen, zu dem gemacht haben, was wir sind. Gerechtigkeit ist ebenfalls ein Thema des Romans. Louis soll als Ältester das Haus erben, obwohl er als Erster der drei Geschwister in die Stadt zurück ging. Das Recht der frühen Geburt. Und das, obwohl es doch Isabel ist, die ihr ganzes Leben diesem Haus widmet. Überhaupt Isabel: Sie ist schroff und spröde - kein liebenswerter Charakter. Ich mochte sie nicht und kann auch verstehen, dass Eva ihre liebe Not mit ihr hatte. Eva war auch ein wenig seltsam, obwohl das alles im Nachhinein auf herzherausreißende Weise erklärt wird. Obwohl die Anzahl der handelnden Personen relativ gering ist, menschelt es sehr in diesem Roman. Stimmungen, Meinungen, kleine große Gesten und natürlich Dialoge. Animositäten und Anziehung. Die erotischen Szenen sind sehr intensiv und leidenschaftlich. Muss man mögen, ich wäre gut mit weniger Körperlichkeit ausgekommen. Ich denke aber, dass es hier nicht anders ging, um die Argumentationslinie der Autorin mit Leben zu erwecken. Trotzdem kommt man sich beim Lesen voyeuristisch vor. Der Roman ist ein intimes Kammerspiel. Szenen, die nicht für die Augen anderer bestimmt sind - das Tagebuch, neben der Figur des Hasen ein Leitmotiv von “The Safe Keep”. Übrigens ist es ein “Sommerbuch”, denn die Haupthandlung passiert in einem warmen Juni, der in einen heißen Juli übergeht. Draußen kocht die Luft und drinnen die Emotionen. Mich hat die Lektüre beim Lesen in der starren winterlichen Hochphase oft gewärmt. Fast ganz am Ende ist es aber auch mal kalt und grau in der Handlung - wie bei mir tiefster Januar. Ein Buch, das einen wirklich umhaut mit einer prosaischen Wucht und einem Plot Twist, der unvergleich tragisch ist. Zurecht auf der Shortlist des Booker.

Story 5 ⭐️! Umsetzung leider 👎🏼
Ich schreibe wirklich sehr ungern schlechte Rezensionen. 😫 Leider bleibt es mir hier nicht erspart. Und dafür muss ich sogar ein bisschen spoilern – auch das mache ich nur ungern. 😅 Der Grundgedanke der Geschichte hat mich nämlich sofort angesprochen: Isabell, die Menschen eher meidet, stark von ihren Zwängen und festen Routinen bestimmt wird und Veränderungen nur schwer zulassen kann. Und Ava, die durch den Krieg auf traumatische Weise alles verloren hat und sich zunächst in das Leben von Isabells Bruder einschleicht, um ihr Elternhaus zurückzubekommen. Natürlich kommt alles anders und zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte. Das Ganze spielt zudem in der Nachkriegszeit – eigentlich also genau mein Ding und voller Potential. Umso enttäuschter war ich leider beim Lesen. Weder der Schreibstil noch die inhaltliche Umsetzung konnten mich wirklich überzeugen. Während der gesamten Geschichte hatte ich das Gefühl, dass so viel mehr möglich gewesen wäre. Immer wieder habe ich gehofft, dass mich das Buch doch noch packt, emotional tiefer wird oder die Figuren mehr Tiefe bekommen. Leider blieb dieses Gefühl bis zum Ende aus. Wirklich sehr schade, denn die Idee hinter der Geschichte hätte unglaublich viel hergegeben.
Empfehlung - kurz und knapp: gebt der Geschichte eine Chance
Bücher dieser Art sind doch irgendwie selten. Zuerst wusste ich weder, wo das Buch hin wollte, noch, ob es mir wirklich gefallen würde. Aber es hat mich emotional wirklich abgeholt, da es mehr als ein schweres Thema beinhaltet. Es ist definitiv keine leichte Geschichte, aber meiner Meinung nach eine, die sich zu lesen lohnt. Der Schreibstil ist nicht locker (ein Roman eben, kein NA), dennoch kommt man gut durch die Seiten. Ab und zu verwirrte mich die indirekte Erzählweise, aber daran gewöhnt man sich schnell. Spoiler - enthaltene Themen: selbstbestimmtes Leben & Einsamkeit Kriegszeit & damit Tod von Familienmitgliedern Homosexualität und wie man '61 damit umging
Ab der Hälfte macht es süchtig
Einfach wow! Tiefgründig, queer, plottwist - alles was man braucht… Ich habs absolut geliebt und bin nach anfänglicher Verwirrung einfach so in das Buch gesogen worden, dass ich es nicht mehr weglegen konnte! Man versteht die Charaktere so sehr nachdem alles aufgeklärt wird und es ist einfach toll geschrieben. Auch die Art der Auflösung, indem man das Tagebuch selbst liest - sehr schön gelöst.
„In ihrem Haus“ war ein Buch, das mich vor allem durch seine Atmosphäre überzeugt hat. Beim Lesen hatte ich ständig dieses unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt, und genau das hat die Geschichte so spannend gemacht. Der Schreibstil war ruhig, aber gleichzeitig sehr intensiv und detailreich. Besonders interessant fand ich die Beziehung zwischen den Charakteren und wie viel unausgesprochen blieb. Dadurch wirkte vieles noch emotionaler und geheimnisvoller. Das Buch ist eher langsam erzählt, aber gerade diese ruhige Spannung macht es besonders. Für mich definitiv eine Geschichte, die man nicht so schnell vergisst.
„In ihrem Haus“ stand schon lange auf meiner Leseliste - empfehlenswert!!
Endlich habe ich es geschafft, „In ihrem Haus“ zu lesen. Niederlande, Nachkriegszeit, der Titel verrät auf mehreren Wegen, worum es im Buch geht: Isabel wohnt alleine im großen Haus, das nicht ihr selbst gehört. Ihr Onkel, hat es in Kriegszeiten für Isabels Mutter gekauft, es soll irgendwann Isabels Bruder Louis gehören. Nach und nach enthüllt sich aber, dass „In ihrem Haus“ noch auf jemanden anderen anspielt. Eine Geschichte über das Aufwachsen in der Nachkriegszeit, nicht zu wissen, wer Mensch selbst ist, queere Liebe, Sich selbst finden, Zugehörigkeit und die Frage, wer ich eigentlich bin und sein möchte. Sehr empfehlenswert!

So etwas habe ich nie zuvor gelesen
Ich habe dieses Buch blind gekauft ohne irgend einer Ahnung worum es hier geht. Isabel hatte mich von Anfang an neugierig darauf gemacht, mehr von ihr zu erfahren. die Geschichte, wie sie zu den Menschen geworden ist, der sie am Ende dieses Buches ist, ist wirklich sehr ergreifend und emotional. Man konnte sich wirklich sehr gut in alle Emotionen alle Charaktere hineinversetzen. Das Buch wurde nie langweilig, sondern immer nur spannender. Eine klare Empfehlungen. 
Ich liebe Bücher über Häuser- und deren Menschen ( natürlich). Eine große Überraschung ist dieser Roman. War auf der Shortlist des Booker Prize 2024…zu recht! Isabel ( Niederlande/1961) lebt allein im Haus der verstorbenen Mutter. Sie hat zwei Brüder und regelmäßig treffen die Geschwister sich und verbringen Zeit / ein Essen miteinander. Alle sind so in etwa in ihren 30zigern.Isabel kümmert sich um das Haus (+Haushaltshilfe) -das Haus gehört ihr aber nicht- es soll Louis gehören, sobald dieser eine Familie gründet.
Eva - die derzeitige Freundin von Louis, wird im Haus mit einquartiert, weil er eine Weile dienstlich unterwegs ist. Isabel passt das gar nicht….So- damit bin ich eingestiegen und der erste Teil des Romans arbeitet sich auch daran ab…ABER DANN..Große Leseempfehlung- sehr süffiger, direkter aber auch zarter, sehr clever sich immer intensiver anfühlender Schreibstil. Besonders der dritte Teil-da kommen Tagebucheinträge- hat mich emotional sehr berührt. Es sind nur 320 Seiten…
Das beste Buch seit langem. Das ist ein Buch, was man körperlich fühlen kann. In jeglicher Hinsicht.
Am.Anfang wusste ich nicht genau, in welche Richtung das Buch geht und habe mich einfach mitnehmen lassen. Die Autorin schreibt so wundervoll, ich kann es nicht beschreiben. Ich habe lange nicht mehr so viel gefühlt beim Lesen. Einfach nur wow.
Tolles Buch🫶🏻
Ein fesselndes Buch, das sich mit Themen wie Besitz, Liebe, Besessenheit und der Angst vor dem Verlust auseinandersetzt. Isabel lebt in dem Haus, in dem ihre Mutter gestorben ist. Sie war das einzige von drei Kindern, das am Sterbebett saß, und alles, was ihrer Mutter gehörte, wird mit größter Sorgfalt behandelt. Es gibt sogar eine Liste, die die Anzahl der Bestecke, Teller und anderer Gegenstände im Haus akribisch dokumentiert, denn Isabel vertraut niemandem – nicht einmal ihrer Haushaltshilfe. Jeder könnte ein Dieb sein. Eines Tages bringt ihr Bruder eine Freundin namens Eva mit. Louis muss für eine Weile nach Paris, und Eva bleibt während dieser Zeit bei Isabel, auch wenn Isabel es nicht wirklich akzeptiert. Ab diesem Moment nimmt die Geschichte eine Wendung, und Isabel lässt zum ersten Mal jemanden an sich heran. Von diesem Punkt an wird die Geschichte zu einer Achterbahn der Gefühle. Man fiebert mit Isabel mit, möchte sie packen und schütteln. Der Schreibstil ist ausgezeichnet und lässt sich flüssig lesen. Gegen Ende zieht sich die Geschichte etwas, aber das erhoffte Happy End ist trotzdem da. 🫶🏻
Yael van der Wouden: In ihrem Haus. Gutkind Verlag. Meine Leseapril habe ich gestern noch mit diesem viel besprochenen und gelobten Roman beendet. Isabel und Ihre Brüder sind lose im Kontakt seit dem Tod der Mutter. Jeder lebt sein Leben- Isabel am liebsten zurückgezogen, gut sortiert, in bewährter Ordnung und allein im Haus der Familie. Entsprechend abweisend reagiert sie, als ihr Bruder Louis seine Freundin Eva vorübergehend bei ihr unterbringen möchte. Letztendlich willigt sie ein. In diesem heißen Sommer 1961 in den Niederlanden verschwinden plötzlich Dinge im Haus, das Mißtrauen wächst und schwebt von der ersten Minute an über dem Kennenlernen der beiden Frauen. Wir erleben Annäherung und starke Emotionen, intensiv und intim beschrieben. Und doch wohnt Ungewissheit, ja ein Geheimnis, mit den beiden Frauen in diesem Haus. Den hier oft zu lesenden, wirklich ergreifenden, Plottwist habe auch ich so nicht erwartet. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich durch die vielen Ankündigungen von der Neugier getrieben quasi auf die große Wendung hingelesen habe. Diese Auflösung gibt am Ende nochmal ein vollkommen unerwartetes Bild. Ich hätte mir nur gewünscht, dass dafür mehr Raum gewesen wäre. Mehr Raum für Evas Geschichte. Aber lest selbst. Am besten ohne vorher irgendwo nach Hinweisen zum Plottwist zu suchen.
Intensiv mit Luft nach oben
Im Vorfeld wurde mir von vielen Seiten gesagt, dass ich mich über dieses Buch auf gar keinen Fall irgendwo informieren sollte, weil ein Mega Twist kommt und mir jeder Hinweis das Vergnügen vermiesen würde. Daran habe ich mich gehalten . Schauen wir mal, ob mich die Wendung mitgerissen hat. 1960 ins Zwolle. Isabel lebt in einem Haus ein ruhiges, zurückgezogenes Leben. Ihre Brüder, Hendrik, der mit einem Mann zusammen lebt und und Louis der ständig eine neue Freundin hat, besuchen Sie ab und zu. Letzterer soll das Haus einmal erben, wenn Onkel Karel, dem es gehört, nicht mehr lebt. Sie sind mit ihrer Mutter während des Kriegs aus der Großstadt hier hin geflohen, um von den Folgen der Bombardierungen verschont zu bleiben. Isabel ist penibel darauf bedacht, dass alles an seinem Platz steht, nichts verschwindet und sorgsam mit allen Gegenständen umgegangen wird. Eines Tages quartiert Louis seine aktuelle Freundin Eva vorübergehend bei Isabel ein, obwohl diese das gar nicht möchte. Widerwillig duldet sie die extrovertierte Person. Bei einem Besuch von Henry kommt es zu einer Annäherung, die sich in mehr als Neugier und Zuneigung verwandelt. Das ist erst die halbe Wahrheit. Hinter allem steckt noch viel, viel mehr. Was das müsst ihr selber lesen. Ich bin bei diesem Roman sehr zweigeteilt. Wir haben hier eine atmosphärisch erzählte Geschichte, die ein ganz bestimmtes Gefühl wiedergeben soll und das auch schafft. Der langsame und teilweise repetitive Erzählton trägt dazu bei Anspannung, Erwartung, Angst und Leidenschaft zu transportieren. Das Haus als zentrale Stelle und wichtigen Protagonisten war sehr plastisch dargestellt. Ich hätte mich hier auch gerne einmal aufgehalten. Durch die intensive Erzählweise werden einem auch die Figuren sehr nahe gebracht. Sympathisch sind sie deswegen nicht unbedingt. Auf der anderen Seite waren manche Wiederholungen sehr ermüdend. Die Autorin hat für die Dialoge ein Stilmittel verwandt, dass mir später auf den Geist gegangen ist. Sehr viele Sätze werden nur angerissen und nicht zu Ende erzählt. Die dann folgenden drei Pünktchen (…) die den Satz beenden, haben mich extrem genervt. Ich habe durchaus die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass die Autorin das in vollem Bewusstsein getan hat um das Unausgesprochene, das Unsagbare zu symbolisieren. Da sie das aber so inflationär tut, glaube ich nicht mehr an einen literarischen Kniff, sondern schlichtweg an schreiberischer Inkompetenz. Richtig schlimm fand ich die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler. Ich glaube nicht, dass es an der Übersetzung liegt, sondern am Korrektorat. Hat das überhaupt stattgefunden? Ganze Wörter waren schlichtweg falsch, so dass sich der Sinn des Satzes nicht erschloss. Sowas ärgert mich. Der von vielen beschriebene Twist war für mich keiner. Schon zu Anfang des Buches ahnte ich, wo die Reise hingeht, gibt es doch schon im ersten Fünftel des Romans, eine Stelle, die als Schlüsselszene zu bezeichnen ist. Das Thema um das es geht, finde ich gut gewählt und wichtig, es hätte meinem Empfinden nach noch viel tiefer beschrieben werden können. Somit ist es für mich nicht wirklich die Aufarbeitung historischer Ereignisse, die diesem Roman Substanz geben, sondern die queere Liebesgeschichte, die leidenschaftlich und intensiv ist, sich aber etwas zieht. Ein gutes Buch, dass ich aufgrund der Atmosphäre und der Eindringlichkeit weiterempfehlen kann, das aber besonders stilistisch viel Luft nach oben und meine Fehlertoleranz herausgefordert hat.
Ein bemerkenswertes Debüt!
Niederlande, 1961: Isabel lebt allein im Haus ihrer verstorbenen Mutter. Als ihr Bruder seine ungehobelte Freundin Eva bei Isabel einquartiert, gerät das geordnete Leben aus den Fugen. Plötzlich verschwinden Gegenstände - ein Löffel, ein Messer, eine Schale. In der flirrenden Sommerhitze wird Eva zur Versuchung - oder zur Bedrohung. Und der Krieg ist noch immer nicht ganz vorbei. Yael van der Wouden erzählt eine Geschichte über die Zerbrechlichkeit von Ordnung, das Aufbrechen unterdrückter Sehnsüchte und die Macht verdrängter Geheimnisse. Toller Schreibstil! Tolle Geschichte! Hat richtig Spaß gemacht zu lesen 🥰
The perfect read
„In Ihrem Haus“ hat mich sehr begeistert. Der Roman entwickelt einen unglaublichen Sog, wie man ihn eigentlich eher bei einem Spannungsroman erwarten würde. Und obwohl es einen ordentlichen Twist gibt, und man sehnsüchtig darauf hinliest, dass die Puzzleteile sich endlich zu einem vollständigen Bild zusammenfügen, ist es natürlich keiner. Es ist auch kein historischer Roman im klassischen Sinne, und doch schließt er beim Lesenden eine Lücke, vielleicht nicht unbedingt eine Wissenslücke, aber doch sicherlich eine der Perspektive und des Tiefenverständnisses. Und das passiert ganz nebenbei, während man einfach komplett versunken ist in die Atmosphäre des Romans und in die Erfahrungen und Konflikte seiner Figuren. Und obwohl es im Grunde die Beweggründe und Gefühle der Hauptfigur sind, die uns weiterlesen lassen, kann man nicht gerade behaupten, dass Isabel einem sonderlich sympathisch wäre. Aber gerade darin liegt über weite Strecken der Reiz dieser Lektüre - im Ergründen wollen, im Verstehen wollen. Und das wird man. Letztlich ist dieser Roman aber vor allem auch eine dramatische und bewegende Liebesgeschichte, und zwar eine mit den schönsten und intensivsten Liebeszenen, die ich je gelesen habe. Vollkommen egal, ob man das Ende nur ahnt, längst kommen sieht, oder es einen komplett überrascht. Dieser Roman ist hinreißend und eine Lektüre, die einen fort aus dem Alltag reißt. „In ihrem Haus“ mag für den einen vielleicht eine Spur zu perfekt konstruiert und dadurch ein wenig zu gefällig sein, für den anderen liegt aber womöglich genau darin das, was dieses Puzzlebild am Ende so befriedigend vollkommen macht. Gefallen haben wird der Weg dahin vermutlich beiden. Eine große Empfehlung für alle, die nach einer fesselnden Lektüre mit Nachhall suchen. Und chef‘s Kiss: Nach der Lektüre den Titel neu sehen.

Ganz besonders.
Ich wusste eigentlich gar nicht, was mich in diesem Buch erwartet. Aber ich habe durchweg nur gute Stimmen über das Buch gehört und ich kann mich hier nur anschließen. Isabel lebt seit dem Tod ihrer Mutter alleine in ihrem Haus. Als ihr Bruder plötzlich für eine Weile verreisen muss, möchte er seine neue Freundin Eva gerne bei Isabel im Haus lassen. Diese ist wenig begeistert. Sie traut Eva nicht. Ihr Haus ist ihr heilig und sie mag es ruhig. Als dann noch Dinge aus dem Haus verschwinden wird Isabel immer misstrauischer.Ist Eva die Frau, die sie vorgibt zu sein? Die Autorin schafft es, von Beginn an eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen. Man hört Isabels Haus praktisch atmen. Der Leser wandelt mit Isabel durch die Räume und schnell sind uns Wege und Abläufe vertraut. Isabel mit ihrer extrem schrulligen und eingefahrenen Art, hat es mir zu Beginn nicht leicht gemacht. Sollte sie auch nicht. Sie ist ein Charakter an dem man sich reiben muss. Aber genau das hat sie auf der anderen Seite unheimlich nahbar gemacht. Eva konnte ich überhaupt nicht einschätzen. Da ging es mir einfach wie Isabel. Was hatte sie vor? Hatte sie überhaupt etwas vor? Diese zwei so unterschiedlichen Persönlichkeiten auf so engem Raum. Ich war gespannt, was so geschieht. Dieses Buch lebt einfach von der Stimmung die herrscht. Die Nerven sind angespannt und ich habe immer auf den Knall gewartet. Yael van der Wouden hat extrem mit mir als Leserin gespielt und das hat mir unheimlich gut gefallen. Ich habe wirklich nichts kommen sehen. Dieses Buch hat mich einfach immer und immer wieder komplett überraschen können. Und die Geschichte, die es erzählt, wiegt schwer. Sie ist bittersüß. Ich habe dieses Buch einfach so gerne gelesen und möchte es eigentlich jedem ans Herz legen.

Schon jetzt ein kleines Jahreshighlight
Liebe, Begehren, Besitzen… ich fange an zu lesen und denke, dass es ein subtiler Thriller wird. Ich lese weiter, nein es bearbeitet die Nachkriegszeit. Oder doch eine Geschichte über eine unwahrscheinliche Freundschaft? Es ist all das und mehr… es ist schön, traurig, spannend, romantisch, schmerzhaft.

Zwei Frauen und doch so viele Ähnlichkeiten!
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Anfangs wusste ich nicht ganz, in welche Richtung es geht, aber dann hat es sich immer mehr gezeigt und ich war gefesselt, weiter zu lesen. Beide Frauen, Isabel und Eva, haben eine beeindruckende Lebensgeschichte und das hat mich sehr mitgenommen.
1961, Niederlande. Isabel lebt alleine und zurückgezogen in ihrem Elternhaus, lediglich ein Dienstmädchen und hin und wieder kommen ihre beiden Brüder zu Besuch. Als eines Tages einer der beiden seine neue Freundin bei Isabel einquartiert, gerät ihr Leben aus den Fugen. Die junge Frau benimmt sich in Isabels Augen verdächtig und hin und wieder verschwinden auch Gegenstände. Doch da ist noch mehr... Doch was hinter dem Verhalten der jungen Frau steht, erfahren Isabel und somit auch wir erst viel später... Die Geschichte selbst hat mir sehr gut gefallen. Es geht um ein wichtiges Kapitel der niederländischen Geschichte, um die Schatten des Nationalsozialismus, die noch Jahrzehnte nach dem 2.WK die Leben der Menschen beeinflussen. Das Buch ist aber auch eine Geschichte über Liebe und Leidenschaft sowie ein Coming-Out Mir war es dadurch etwas zu überfrachtet, die Ursprungsgeschichte alleine hätte mir gereicht, die integrierte Liebesgeschichte habe ich nur überflogen. Trotzdem ein tolles Buch.
Wem gehört das Haus?
Der Roman spielt 1961 in Amsterdam und erzählt von der 28-jährigen Isabel, die noch immer das Haus bewohnt, in dem ihre Familie 1945 Zuflucht fand. Eine Scherbe im Garten weckt verdrängte Kindheitserinnerungen und löst eine innere Unruhe aus. Isabel, die als alleinige Verwalterin des Hauses fungiert – während ihr Bruder Louis als zukünftiger Erbe gilt und seine unbeschwerte Art immer wieder neue Beziehungen ins Haus bringt – steht im Konflikt mit ihrer konservativen Einstellung, die sie auch von ihrer Mutter übernommen hat. Die Spannung des Romans entsteht durch die tiefgründige Psychologie der Figuren, die nicht nur persönliche Konflikte, sondern auch Familiengeheimnisse und die nationalsozialistische Vergangenheit berührt. Authentische Dialoge, stimmungsvolle Schauplätze und poetische Elemente untermauern die Darstellung der restriktiven Frauenrollen der 1960er Jahre. Trotz eines etwas langatmigen Mittelteils überzeugt der Roman insgesamt als ein historisch und feministisch bedeutendes Debüt, das 2024 auf der Bookerpreisshortlist stand.
"In ihren Haus" ist ein besonders im ersten Drittel überzeugender psychologisch-spannender Roman, der auch über die niederländische Nachkriegsgeschichte informiert. Dieser Aspekt hat mich in diesem Buch am meisten interessiert - jedoch hat die Autorin den Fokus eher auf die gesellschaftliche Stellung homosexueller Liebe gelegt, welcher natürlich auch ein wichtiger Blickpunkt ist. Nur leider hat mich die Liebe zwischen den beiden Protagonistinnen nicht überzeugt und die exzessiven und expliziten Sexszenen haben meinen Lesegenuss geschmälert. Auch das Stilmittel der 'Auslassung am Ende von Dialogen' hat mich zumeist sehr genervt. Gerade im letzten Drittel des Buches werden Sätze nur noch angedeutet und den Figuren kommt kaum mehr ein vollständiger Satz über die Lippen.
✨ Große Leseempfehlung ✨ Auf der Shortlist des Booker Prize 2024 »Die Geschichte wird auf so mutige und zugleich zarte Weise aufgelöst, dass sie nicht nur clever erscheint, sondern unvergesslich wird.« The New York Times Begehren, (unterdrückte) Sehnsüchte, Macht verdrängter Geheimnisse, (gesellschaftliche) Zwänge, Familienbande Mein Leseeindruck: Dies war ehrlicherweise mein erster Roman um eine queere Liebe und ich bin etwas hineingerutscht, aber das Ganze ist psychologisch gut aufgebaut, sodass es mir nicht unangenehm war .Denn van der Wouden ist ein unglaublich starker, mutiger Debütroman gelungen, sprachlich erstklassig, perfekt abgestimmter Ton, super übersetzt, raffiniert konstruiert, verstörend, mitreißend. Eine außergewöhnlich emotionale Geschichte mit lebendigen Figuren, wo die Schicksale greifbar werden. Kennt ihr den Spruch „Über jedem Dach, gibt‘s ein Ach“? Dieses Sprichwort finde ich passt 100% zu diesem Buch: Niederlande im Jahre 1961: Isabel lebt alleine in ihrem Elternhaus, die Mutter verstorben, ihre Brüder Hendrik und Louis leben weiter entfernt, sie ist bis zuletzt geblieben. Die Brüder besorgt, quartieren ihrer Schwester eines Tages die neue, ungehobelte Freundin Eva im Haus in der Provinz ein. Ihr bis dato geordnetes Leben gerät aus den Fugen, in der Hitze eines Sommers entfacht zwischen beiden ein Band, das sie beide nicht einordnen können. Ist es Bedrohung, Versuchung oder sogar mehr? Was steckt hinter dieser Anziehung wirklich? Und welche Geheimnisse hütet dieses Haus, in dem plötzlich Dinge verschwinden? Und welche Rolle spielt der Onkel? Fazit: Ein bewegende, fesselnde Lektüre, die ich euch gerne weiterempfehle Eure, Claudia
Stetige Steigerung
„In ihrem Haus“ von Yael van der Wouden ist ein ganz atmosphärische, geheimnisvolle und reduzierte Geschichte. Für mich ein Augenöffner bezüglich der ein oder anderen Thematik. Der Roman stellt in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs gesellschaftliche Fragen danach: Wer kann welche Rolle(n) in der Gesellschaft übernehmen? Wer darf mit wem in einer Beziehung leben? Kann eine Frau alleine in einem Haus Leben und: braucht sie nicht einen Mann? Darüber hinaus gibt es aber noch so viel mehr zu entdecken. Das soll aber auch hier weiter ein Geheimnis bleiben. Zugegeben, die ersten 100 Seiten waren für mich eher zäh. Dennoch hat es van der Wouden immer wieder mit kleinen Hints und Snippets geschafft, mich bei der Stange zu halten. Es gibt viele bedrückende, aber auch viele lockere und losgelöste Szenen, die eine schöne Abwechslung bieten.
Kurze Anmerkung: Habe mich bemüht Spoiler zu vermeiden, aber solltet ihr völlig voreingenommen in die Geschichte gehen wollen, lest das hier am besten danach 😄 Übersetzt von Stefanie Ochel Auch, wenn die Zeiten wild sind, wenn sie uns ängstigen, wenn wir uns an Hoffnungen klammern, die zum Glück links sind und hinter uns stehen, wenn die Welt uns zu viel wird, können wir Büchermenschen immer noch flüchten. Wir haben und werden sie immer haben: die Literatur. Gute Bücher, die uns auffangen und uns versinken lassen in andere Leben, die uns aber auch erinnern, die glücklicherweise nie aufhören damit und uns süchtig machen nach den Worten in ihnen. Meine Güte noch einmal, was ist "In ihrem Haus" für ein großartiger Debütroman geworden? Eine Geschichte, die ganz leise aber allumfassend einen Sog um ihre Leser:innen legt, den man unmöglich entrinnen kann. Ein Familenroman, eine Erinnerungsgeschichte, eine hauchzart poetische Liebesgeschichte, einen Hauch Daphne du Maurier, einfach ein Mix, der mich schon nach wenigen Seiten süchtig gemacht hat. Doch worum geht's eigentlich? Seit dem Tod ihrer Mutter lebt Isabel alleine im Haus ihrer Kindheit. Ihre beiden Brüder, zu denen sie zwar regelmäßigen aber nicht unbedingt herzlichen Kontakt hat sind über die Niederlande verteilt und leben ihr eigenes Leben. Isabel hat sich mit ihrer Mischung aus Alleinsein und Einsamkeit arrangiert und lebt in dem Haus, dessen Schatten der Mutter es nie ganz verlassen hat. Als ihr Bruder Louis dann plötzlich seine aktuelle Freundin Eva aus heiterem Himmel im Haus einquartiert, steht Isabels Welt und Ordnung plötzlich auf dem Kopf. Eva ist ihr nicht geheuer, irgendwas scheint mit ihr nicht zu stimmen und als plötzlich Dinge im Haus auf mysteriöse Art und Weise verschwinden, scheinen sich Isabels Befürchtungen zu bestätigen. Doch da ist auch noch diese unglaubliche Faszination, die Eva auf Isabel ausübt und der sie sich immer schwerer entziehen kann... Yael van der Wouden hat einen unfassbar guten, intensiven und wunderschönen Roman geschrieben. Tieftraurig aber auch immer mit Hoffnung auf etwas Besseres versehen. Intensiv, allumfassend, in die Geschichte hineinziehend aber auch gleichzeitig so unglaublich zart, zerbrechlich und poetisch. Ein Plot, der sich strikt und gerade zu entwickeln scheint und dann doch zu allen Seiten ausbricht. Ein Roman von Verdrängung und Geheimnissen, aber auch einer über eine Familie, die ihrem Platz im Leben sucht. "In ihrem Haus" hat so unfassbar viele Facetten, so viele Schichten, durch die man geht und in die man sich am liebsten einwickeln möchte. Und eine Hauptfigur, die so unglaublich intensiv gezeichnet wurde, dass alles andere manchmal neben ihr verblasst. Isabel ist eine Einzelgängerin, wirkt pendantisch und mehr als einmal neurotisch und wie jemand, der so von Unsicherheiten überzogen ist, dass sie scheinbar nie wirkliches Glück erfahren hat. Und genau sie macht in diesem Roman eine so krasse Wandlung durch, dass es durch jede Seite scheint. Fast körperlich verspürt man den Drang sie zu schubsen aus der Lethargie hinein ins für sich einstehen, klarer zu sehen, was um sie herum ist und dann fühlt man alles mit, wie sowieso die ganze Zeit. Selten zuvor habe ich einen geschaffenen Raum in einem Roman so sehr gefühlt wie das Haus, Isabel und Eva. Alles, was kam hat sich wie Eindringlinge angefühlt, weil nur das hier wichtig scheint. Den Schluss von "In ihrem Haus" hätte ich kommen sehen müssen wegen der Intensität und der Sogwirkung des Vorangegangenen, habe ich aber nicht. Um das einmal vorwegzunehmen, selten habe ich einen Roman gelesen, der so gut endete wie "In ihrem Haus". Eine Auflösung, die die gesamte Geschichte aus den Angeln hebt, alles viel klarer und nüchterner werden lässt, aber nicht vergisst, was entstanden war. Eine Ende, so wichtig auch für diese Zeit in der Realität, und eines, das aus "In ihrem Haus" ein Stück Erinnerung macht. Lest bitte dieses großartige Buch. "Was war das Glück wert, wenn es einen Krater hinterlässt, der dreimal so groß war?" S. 71

IN IHREM HAUS Yeal van der Wouden 1961 in einem niederländischen Dorf: Die 30-jährige Isabel lebt nach dem Tod ihrer Mutter allein im Familienhaus. Ihre Brüder sind längst ausgezogen. Während sie sich um den Garten kümmert und das gute Geschirr sowie das Silber in Ehren hält, sorgt eine Haushaltshilfe für den Rest. Isabel ist einsam, verbittert und neigt dazu, andere Menschen vorschnell zu verurteilen. Einzig zu ihrem jüngeren Bruder Hendrik hat sie eine enge Bindung – ein Band, das von einem gefährlichen Geheimnis geprägt ist. Hendrik liebt Männer, eine Liebe, die in den Niederlanden jener Zeit unter Strafe steht. Doch auch das unbeständige Liebesleben ihres älteren Bruders Louis sorgt für Spannungen: Zu jedem Treffen bringt er eine neue Frau mit, die er als seine große Liebe vorstellt. Als Louis seine neueste Freundin Eva präsentiert, reagieren Isabel und Hendrik mit Ablehnung. Eva stammt aus einfachen Verhältnissen, ihre Haare sind blondiert, ihre Kleidung wirkt abgetragen – sie entspricht in keiner Weise den gesellschaftlichen Erwartungen. Als Louis überraschend für einen Monat auf Geschäftsreise gehen muss, bittet er Isabel, Eva bei sich aufzunehmen. Entsetzt, aber ohne Wahl, da das Haus ohnehin Louis versprochen ist, fügt sich Isabel. Die Wochen mit Eva werden für Isabel zur Qual. Sie, die Stille und Ordnung gewohnt ist, fühlt sich von der lebhaften, unkonventionellen Frau überfordert. Als dann auch noch Teile des Silberbestecks verschwinden, wächst ihr Misstrauen ins Unermessliche – Isabel lässt Eva nicht mehr aus den Augen. Doch dann nimmt alles eine unerwartete Wendung. Durch einen Zufall kommen sich die beiden Frauen näher und entdecken eine verbotene Leidenschaft füreinander. Doch ihre Liebe ist nicht nur gesellschaftlich inakzeptabel, sondern auch von dunklen Familiengeheimnissen überschattet, die drohen, sie für immer auseinanderzureißen. Yeal van der Wouden gelingt mit diesem Debüt ein eindringliches und atmosphärisch dichtes Werk. Sprachstil und Erzählstruktur haben mich besonders beeindruckt und die Emotionen der Protagonistinnen wurden mit großer Sensibilität vermittelt. Immer wieder streut die Autorin subtile Hinweise auf die Kriegsvergangenheit der Familie ein, sodass das Ende konsequent und doch ergreifend wirkt. Ich habe das Buch in nur zwei Tagen verschlungen – eine klare Leseempfehlung! 4½/5

Überraschendes Highlight. Impulsiv, sexy und weiblich
✨ „Jedes Haus hat eine Geschichte. Oder kennst du eins, das keines hat?“ ✨ Wow. Ich bin immer noch nicht über dieses Buch hinweg. Es hat mich überrascht, überrollt und tief berührt. So viele Wendungen – unerwartet, schockierend, brillant. Eva und Isabel sind impulsiv, manchmal unsympathisch, aber vor allem eines: echt. Zwei Frauen in den 60ern, so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Die eine modern und freiheitsliebend, die andere gefangen in den Glaubenssätzen ihrer Mutter. Der Schreibstil? Roh, ungeschönt, sinnlich. Die Beziehung zwischen den beiden? Wild, heiß und voller weiblicher Energie. Doch zwischen all der Leidenschaft lauert Schmerz – alte Wunden, unausgesprochene Worte, eine Vergangenheit, die Schatten wirft. Besonders Isabels Entwicklung hat mich mitgerissen: Wie sie ihre Gefühle für Eva annimmt, während sie gleichzeitig die Homosexualität ihres Bruders nicht einmal aussprechen kann. Und Eva? Lebensfroh nach außen, doch innerlich zerrissen. Nach den ersten 100 eher ruhigen Seiten nahm die Story Fahrt auf – und ich konnte die letzten 200 nicht mehr aus der Hand legen. Yael van der Wouden erzählt mit Eleganz und Tiefe von den Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs, von Kriegskindern, die erwachsen wurden, und von einer Liebe, die nicht sein durfte. Ich bin verliebt – in dieses Buch, in diesen Schreibstil, in diese Autorin. Absolute Empfehlung!

Isabel lebt ein einsames Leben in einem großen Haus, was eigentlich nicht ihr gehört, sondern ihrem Bruder Louis versprochen ist. Ihr einziger Kontakt besteht zur Haushälterin und ab und zu zu ihren Brüdern. Dieses Leben ist selbst gewählt. Isabel mag es ruhig, scheut soziale Interaktion, will Ordnung und Regeln. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, als ihr Bruder seine Freundin Eva für einige Wochen in dem Haus einquartiert um eine Geschäftsreise anzutreten. Als wäre es nicht genug, dass nun ständig jemand da ist, verschwinden auch Gegenstände und Eva darf im Zimmer der verstorbenen Mutter schlafen. Nach anfänglicher Abneigung, kommen sich die beiden Frauen jedoch näher als geplant, verfallen einem Verlangen nacheinander, was vor allem Isabels Weltbild erschüttert, denn sie findet sich in einer heimlichen sexuellen Beziehung zu einer Frau wieder und das obwohl sie selbst die homosexuelle Beziehung ihres Bruders nie akzeptieren konnte. Als Isabel herausfindet, dass Eva hinter dem Verschwinden der Gegenstände steckt, kommt es zum Bruch und Isabel muss sich mit ihrer eigenen Vergangenheit und der des Hauses, in dem sie lebt, auseinandersetzen. - Nachdem mich der Roman im Mittelteil fast verloren hätte, war ich am Ende begeistert. Vor allem den abrupte Cut und Perspektivwechsel im letzten Drittel fand ich stark gemacht. Yael van der Wouden schreibt auf den Punkt. Ihre klare Sprache, die tiefgreifende Charakterzeichnung, sowie die Thematik haben mich überzeugt. Über Kriegstraumata, Flucht, queere Liebe (in den 1950/60er Jahren), Vertreibung und Zwangsenteignung von jüdischen Menschen im zweiten Weltkrieg, bis zu dysfunktionalen Familien findet alles einen Platz in der Erzählung, ohne überladen zu wirken. Isabel, als Protagonsitin, ist mir über den ganzen Roman hinweg, sehr unsympathisch geblieben, allerdings fand ich sie auch super interessant. Es gab immer wieder Rückblicke, die ihr Verhalten einordenbar gemacht haben und es war spannend ihre innere Zerissenheit, sowie den Einfluss ihrer Erziehung, auf ihr jetziges Begehren von Eva, mitzuerleben, auch wenn mir die expliziten Darstellungen dieses Begehrens zu ausführlich waren. Im Nachhinein fand ich die Fokusierung darauf und damit die Fokusierung auf Isabel aber sehr clever gemacht, denn in meinen Augen war das Ende dadurch um so mehr eine Überraschung. Im Fazit ein gelungenes, tiefgründiges Debüt das ich euch gern empfehle.
Liebe auf den zweiten Blick
Viele Lobeshymnen gibt es zu diesem Buch, das wird wohl eine etwas andere. Denn ich bin mit großen Erwartungen in diese Geschichte gestartet, gebannt und gespannt auf den Plot Twist, den jeder erwähnt. Ich begann also über Isabel zu lesen, die einsam und allein in ihrem Elternhaus lebt, zurückgezogen und einsam, verschlossen und kalt. Und von Eva, die die Freundin von Isabels Bruder ist und mit im Haus strandet. Und ich las und dachte mir: nett, aber wirklich fühlen tu ich diese Geschichte nicht. Ich kämpfte mich also durchs erste Drittel, welches zwar wunderschön geschrieben war. Aber die Charaktere, ich bekam sie einfach nicht zu fassen, wusste nicht wohin diese Geschichte führt und warum sich die beiden genauso so verhalten, wie sie es denn eben tun. Denn sympathisch war mir keine von ihnen so richtig. Und doch spürte ich einen gewissen Sog, eine Neugier und die Ahnung auf das grandiose, was da noch kommen würde. Tja und dann, dann öffneten sich alle Türen. Die des Hauses, die von Isabel und Eva und die für die vergessene Seite der Nachkriegszeit, die dieser Roman hell erleuchtet. Und ich war gebannt, begeistert und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Dieser aha- Effekt, den habe ich bei wenigen Büchern, aber er hat mich einfach absolut umgeworfen und mir die Augen geöffnet und plötzlich ergab einfach alles Sinn. Auch die ganzen Lobeshymnen. Zurecht ein Roman, der begeistert, der wichtiges aufdeckt und über den man inhaltlich gar nicht so viel verraten sollte, den der Überraschungsmoment ist Gold wert! Wenn’s euch zu Beginn so geht wie mir: lest weiter, es lohnt sich so sehr!
Sternebewertung fiktiv
Yael van der Wouden gelingt mit „ In ihrem Haus“ ein außergewöhnlicher Debütroman, der die Leser in eine tiefgründige und atmosphärische Geschichte entführt. Auf den ersten Blick scheint es eine klassische Familiengeschichte zu sein, doch schnell entfaltet sich ein komplexes Spiel voller Spannung, Emotionen und psychologischer Tiefe. Die Protagonistin Isabel lebt allein auf dem Anwesen ihrer verstorbenen Mutter, festgehalten in starren Routinen und getrieben von Zwangsneurosen. Ihr Alltag ist von Ordnung und Struktur geprägt, bis Eva, die Freundin ihres Bruders, plötzlich bei ihr einziehen muss. Während Isabel zurückhaltend, kontrolliert und misstrauisch ist, verkörpert Eva das pure Gegenteil. Frei, unkonventionell und lebenslustig. Der Kontrast zwischen den beiden Frauen erzeugt eine Spannung, die sich durch den gesamten Roman zieht. Eine Mischung aus Anziehung und Misstrauen. Doch die Geschichte entwickelt sich über zweier gegensätzlicher Charaktere hinaus. Als plötzlich Gegenstände aus dem Haus verschwinden, verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Einbildung. Wem kann Isabel noch trauen? Ihrer eigenen Wahrnehmung, dem Dienstmädchen oder doch Eva? Die Autorin erzählt mit viel Feingefühl und Liebe zum Detail. Die Dialoge sind intensiv, die Atmosphäre dicht, und die psychologische Zeichnung der Figuren macht das Buch zu einem fesselnden Leseerlebnis. Besonders beeindruckend sind die überraschenden Wendungen, die das Geschehen immer wieder in eine neue Richtung lenken. Ein stilles, aber kraftvolles Buch. Wer literarische Tiefe, emotionale Intensität und fein gezeichnete Charaktere liebt, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen.
Was für ein Brett!
„In Ihrem Haus“ ist ein eindrucksvoller Debüt Roman. Der Roman setzt sich auf bewegende Weise mit den Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs auseinander und erzählt zugleich eine leidenschaftliche, tiefgründige Geschichte. Van der Woudens Debüt besticht durch facettenreiche Charaktere und eine Atmosphäre, die eine enorme Sogkraft entfaltet. Ein bemerkenswertes Debüt – meisterhaft erzählt.
Wow, was für ein ergreifendes Buch. Die Geschichte ging mir richtig unter die Haut: Diese diffuse Erzählweise, die immer Platz für eigene Interpretation lässt. Die Konflikte, die wie tiefschwarze Wolken über jedem Dialog schweben. Das Begehren, dass sich in Bildern Bahn bricht und diese schockierende Plottwist, der mich kalt erwischte ... Ganz große Leseempfehlung!

























































