Prima facie
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Book Information
Author Description
Suzie Miller, geboren in Melbourne, hat jahrelang als Strafverteidigerin gearbeitet, mit besonderem Augenmerk auf sexuellen Missbrauch. Ihr Stück »Prima Facie«, auf dem ihr Roman basiert, gewann alle großen Preise Australiens sowie den Olivier Award, die wichtigste Auszeichnung im britischen Theater. »Prima Facie« ist ihr erster Roman.
Characteristics
7 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Dieses Buch schlägt ein wie ein Blitz! Zu Recht! Unbedingt lesen! ⚡️⚖️🌟🌟🌟🌟🌟⚖️⚡️
Triggerwarnung: Das Buch behandelt Themen wie sexuelle Gewalt, Machtmissbrauch und retraumatisierende Situationen im juristischen Kontext. „Geh nie davon aus, dass du dir selbst die Wahrheit erzählst. Vertrau nicht auf das, was du zu wissen glaubst. Das ist nicht das Leben - es ist das Gesetz.“ ~Zitat Seite 44~ Puh, dieses Buch war wirklich ein Blitzeinschlag! Nach der letzten Seite saß ich erst einmal da, war sprachlos und emotional komplett überfordert. Aber eins kann ich schon mal sagen: Dieses Buch lohnt sich und MUSS gelesen werden! Suzie Millers Schreibstil ist unheimlich spannend und trägt die Handlung mit großer Sogwirkung, ohne jemals die Sensibilität gegenüber dem schweren Thema zu verlieren. Und Tessa Ensler, die Hauptprotagonistin, wird mit einer Wucht dargestellt, die mich bis ins Mark getroffen hat. Besonders beeindruckt hat mich aber die sooooo wichtige Botschaft des Buches. Denn die Autorin legt schonungslos offen, wie fragil Gerechtigkeit sein kann und wie dringend wir über Machtstrukturen, Glaubwürdigkeit und gesellschaftliche Verantwortung sprechen müssen. Für mich ist „Prima Facie“ eindeutig eine Pflichtlektüre! Kraftvoll, relevant und emotional so packend, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als noch lange darüber nachzudenken und vieles in Frage zu stellen! Unbedingt lesen! ⚡️⚖️🌟🌟🌟🌟🌟⚖️⚡️
⚖️⚡️⚖️
Wie verändern unsere eigenen Erfahrungen unseren Blick auf Gerechtigkeit? Wieviel Leid bleibt ungesehen? Ungehört? Unverstanden? Sexualisierte Gewalt ist kein leichtes Thema. Doch Suzie Miller gelingt es über dieses so wichtige Thema so toll zu schreiben, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte zu lesen. Auch, wenn ich schon geahnt habe, worauf es hinausläuft, geht die Spannung nicht verloren. Tessas Entscheidungen, ihre Gedanken und Gefühle sind so authentisch, dass ich mich gefreut habe, diese kluge Protagonistin kennengelernt zu haben. Ein toller Roman über Klassismus, Patriachat, sexualisierte Gewalt, englisches Rechtssystem, den noch viel mehr Menschen lesen sollten!!!
„Prima Facie“ von Suzie Miller 4🌟🌟🌟🌟 „Prima Facie“ bedeutet so viel wie dem ersten Anschein nach. Ursprünglich als Theaterstück konzipiert, wurde es 2025 als Buch veröffentlicht. So findet es ein breiteres Publikum – und das zu Recht. Ein provozierendes Buch, das wütend machen will. Ein kraftvolles und kluges Buch, das meine Blick uf Recht, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung geschärft hat – und dessen Nachhall lange bleibt.
Tessa kommt aus einfachen Verhältnissen und hat sich ihren Platz in der juristischen Elite mit Disziplin und unbedingtem Willen erkämpft. Heute ist sie eine gefragte Strafverteidigerin, souverän, scharf argumentierend, gefürchtet im Gerichtssaal. Auch in Verfahren des Sexualstrafrechts schreckt sie nicht davor zurück, Zeuginnen mit präzisen Fragen und juristischer Härte ins Kreuzverhör zu nehmen, ohne dabei gewisse Grenzen zu überschreiten. Sie bleibt dabei höflich und wirkt trotz allem verständnisvoll. Das führt dazu, dass die Zeuginnen sich zunächst verstanden fühlen und sich vielleicht mehr öffnen als sie es einem männlichen Verteidiger gegenüber würden. Für die Jury-Mitglieder bedeutet die Tatsache, dass eine Frau einen Mandanten verteidigt, dem eine Sexualstraftat zur Last gelegt wird, oft unterschwellig, eine Art erweiterter Unschuldsvermutung. Für Tessa hingegen ist der Prozess ein Wettstreit der Narrative: Entscheidend ist nicht, was geschehen ist, sondern welche Geschichte die Jury überzeugt. In diesem System glaubt sie an Chancengleichheit – zwischen den von der Anklage gestützten Zeuginnen und den Mandanten, denen sie ihre Stimme leiht. Über Schuld oder Unschuld möchte sie bestenfalls nichts wissen; Wissen könnte Zweifel säen, und Zweifel haben in ihrer Verteidigungsstrategie keinen Platz. Dann kippt die Perspektive: Aus der Strafverteidigerin wird eine Zeugin. Tessa findet sich im Kreuzverhör wieder – geführt mit derselben Unerbittlichkeit und Präzision, die sie selbst so beherrscht. Sie kennt jede Frage, jedes Manöver, jede mögliche Falle. Und doch zeigt sich, wie gnadenlos dieses System gebaut ist: Selbst perfekte Vorbereitung bietet keinen Schutz, wenn das Verhör weniger der Wahrheit als ihrer Zersetzung und der Streuung von Zweifeln dient. Sie sieht ihre eigene Glaubwürdigkeit in Frage gestellt und ist dem fast hilflos ausgeliefert. Diese Geschichte hat mich tief beeindruckt und nachhaltig bewegt. Es ist mehr als nur ein Gerichtsdrama – es ist eine schonungslose, kluge und zugleich zutiefst menschliche Auseinandersetzung mit Macht, Gerechtigkeit und den Grenzen eines Rechtssystems, das sich selbst als objektiv versteht. Und es ist ein Plädoyer für Frauenrechte und gegen das immer noch in weiten Teilen der Justiz vorherrschende Patriarchat. Die Geschichte ist in das britische Rechtssystem eingebettet, das sich doch in einigen Dingen vom deutschen System unterscheidet. Es basiert auf der sog., adversatorischen Struktur, einem Prozesmodell, bei dem sich zwei Parteien (Anklage und Verteidigung) als Gegner gegenüberstehen. Dabei lebt dieses System von rhetorischer Überzeugungskraft, strategischer Argumentation und der Glaubwürdigkeit von Zeugen und Zeuginnen. Die Geschichte zeigt eindrücklich, dass „Wahrheit“ vor Gericht nicht unbedingt das ist, was tatsächlich geschehen ist, sondern das, was bewiesen werden kann. Zitat:“ Die juristische Wahrheit ist eine Sache für sich. Und nur die suchen wir. Die juristische Wahrheit. Mit der arbeitest du, damit dein Mandant möglichst nicht ins Gefängnis wandert.« Unter feministischen Gesichtspunkten entfaltet „Prima Facie“ eine enorme Wucht durch die deutliche mutige Kritik an patriarchalen Strukturen, die tief im Rechtssystem verankert sind. Besonders eindringlich ist die Darstellung, wie sexualisierte Gewalt juristisch verhandelt wird – oft durch das Streuen von Zweifeln, Misstrauen und impliziten Vorurteilen gegenüber den Betroffenen. Laut „Prima Facie“ ist jede dritte Frau schon einmal von sexualisierter Gewalt betroffen, aber nicht mal ein Drittel bringt das zur Anzeige. Die Story macht sichtbar, warum. Suzie Miller zeigt auf, wie sehr Frauen im Gerichtssaal nicht nur ihre Geschichte erzählen, sondern auch ihre Glaubwürdigkeit „beweisen“ müssen.
Bewegend, packend, intensiv.
Das Hörbuch von Prima Facie hat mich von der ersten Minute an gefesselt. Die Sprecherin ist herausragend – eindringlich und nuanciert. Ich habe das Hörbuch nahezu in einem Rutsch durchgehört, auch wenn ich dafür kaum geschlafen habe. Im Zentrum steht Tessa Ensler, eine ehrgeizige Strafverteidigerin, die sich aus schwierigen Verhältnissen nach oben gearbeitet hat. Sie glaubt fest an das Rechtssystem und daran, dass es ihre Aufgabe ist, dem Gericht die bestmögliche Version der Geschichte des Angeklagten zu präsentieren – damit am Ende ein objektives und faires Urteil entstehen kann. Auch deshalb verteidigt sie Vergewaltiger und ist für ihre kompromisslosen Kreuzverhöre bekannt. Die Autorin hat selbst als Strafverteidigerin gearbeitet, daher wirken die juristischen Einblicke authentisch und schärfen den Blick für die Mechanismen des Systems. Tessas Überzeugungen und die des Lesers werden erschüttert, als sie selbst Opfer einer Vergewaltigung durch einen angesehenen Kollegen wird. Plötzlich steht Aussage gegen Aussage. Trotz der erschreckend geringen Verurteilungsquote von 2 % entscheidet sie sich, nicht zu schweigen und den Rechtsweg zu gehen. Als Hörer leidet man intensiv mit ihr nicht nur am quälenden Verfahren sondern auch an vielen Reaktionen des Umfeldes davor. Im Verlauf des Verfahrens wird schmerzhaft deutlich, dass Gerechtigkeit, Objektivität und Fairness oft nicht so existieren, wie wir sie uns vorstellen. Und doch hinterlässt einen das Buch am Ende nicht hoffnungslos. Ein wichtiges, bewegendes und intensives Werk, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. . :::

Wichtiges Buch! Erzählt wird hier die Geschichte von Tessa, die es geschafft hat, sich aus der Arbeiterklasse hochzuarbeiten und eine unglaublich talentierte Strafverteidigerin in London ist. Sie ist sehr ehrgeizig, verteidigt viele männliche Sexualstraftäter und glaubt an die Gerechtigkeit des Gesetzes, bis sie selbst zum Opfer wird. Die Story hat mich wirklich von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Ich bin ein Fangirl von Serien in denen Anwälte und Gerichtsverfahren eine Rolle spielen und ich dadurch ein wenig das Gefühl bekomme, hinter die Kulissen schauen zu dürfen. Genau so ging es mir mit diesem Buch. Ich war von Anfang an gefesselt von der durchsetzungsstarke Tessa, wie sie ihren Mandaten verteidigt ohne Rücksicht auf das Opfer. Und doch ist sie nicht unsympathisch oder kaltherzig, sondern strebsam und ehrgeizig und will nur das Beste für ihre Mandanten. S.74 „Natürlich haben wir hinter den Kulissen eine Meinung, aber es ist unsere Aufgabe, diese Meinung rauszuhalten und unsere Rolle zu spielen. Wir erzählen die beste Version der Geschichte unserer Mandanten.“ Der Einblick in ihre Vergangenheit und ihre Bodenständigkeit machen sie mir sympathisch. Ich erkenne sofort, dass nicht Machtgier ihr Antrieb ist, sondern die Macht des Gesetzes und die Suche nach der Wahrheit. Auf 3 Zeitebenen wird die Geschichte erzählt, sodass die Spannung lange anhält. Die Sprache ist eher nüchtern, aber nicht kalt. Einige wenige Begriffe musst ich nachschlagen, da ich nichts über das englische Rechtssystem wusste. Einen Stern Abzug gibt es, da es trotz Spannung, mir an manchen Stellen ein wenig vorhersehbar und konstruiert wirkte. S. 135 „Die juristische Wahrheit ist eine Sache für sich. Und nur die suchen wir. Die juristische Wahrheit. Mit der arbeitest du, damit dein Mandant möglichst nicht ins Gefängnis wandert.“ S. 192 „Den Glauben daran, dass man nur aufrichtig handeln, einen guten Verteidiger haben und die Wahrheit zu sagen braucht, damit die einzelnen Rädchen des Justizsystems ineinandergreifen und die Gerechtigkeit triumphiert.“ S. 124 „ Wo ich einmal hingehört habe und wo ich jetzt verzweifelt versuche hinzugehören, sind nun Orte, an denen ich so tun muss, als ob. Beide. Aus meiner Welt habe ich mich herausstudiert, aber es braucht mehr als nur Köpfchen, um sich in dieser neuen Welt einzufügen - einer Welt, deren obligatorisches Kostüm ich hier in einer großen Tasche mit einem klangvollen Namen darauf herumtrage.“
Warum wird so oft von Zustimmung ausgegangen?
Prima Facie schlägt ein wie der Blitz. Von der ersten Seite an ist das Buch fesselnd, intensiv und lässt einen kaum los. Es ist nicht nur spannend, sondern auch tief erschütternd und regt zum Nachdenken an. Die Geschichte beginnt mit einem faszinierenden Einblick in die Denkweise einer Strafverteidigerin. Man erlebt hautnah, wie sie arbeitet, wie sie argumentiert und wie sie auch vermeintlich „schuldige“ Mandanten verteidigt. Dieser Teil ist besonders packend, weil er zeigt, wie das Rechtssystem funktioniert – und wo seine Grenzen liegen. Im Zentrum steht das Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Das Buch macht auf eindringliche Weise deutlich, was in unserem Rechtssystem nicht stimmt. Es stellt unbequeme Fragen: Warum wird so oft von Zustimmung ausgegangen? Warum ist es für Betroffene so schwer, gehört zu werden? Gleichzeitig erzählt Prima Facie auch eine Geschichte über Herkunft und soziale Ungleichheit. Die Rückblicke („davor“ und „früher“) zeigen eindrucksvoll, wie die Protagonistin sich aus einfachen Verhältnissen herauskämpfen musste. Trotz harter Arbeit und exzellenter Ausbildung muss sie sich mehr beweisen als andere, die aus privilegierteren Verhältnissen stammen. Dieser Aspekt verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und macht sie noch realistischer. Der Teil „jetzt“ wirkt dagegen wie ein schonungsloser Blick auf die Realität: Er zeigt die Schwächen des Systems und konfrontiert den Leser mit Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Insgesamt ist Prima Facie ein unglaublich starkes, wichtiges und emotional aufwühlendes Buch. Es verbindet Spannung mit gesellschaftlicher Relevanz und bleibt lange im Kopf.
Lässt mich enttäuscht zurück *** enthält Spoiler ***
Ich traue mich gar nicht. bei der allgemein überragenden Bewertung die 3,5 Sterne zu erklären… Vorneweg: es ist mir klar, dass sexualisierte Gewalt gegen Frauen und die niedrige Verurteilungsquote ein wichtiges Thema sind. Trotzdem kann auch ein wichtiges Thema schlecht in einem Roman verarbeitet werden, und das ist hier für mich der Fall gewesen. Tessa ist als Person für mich überhaupt nicht greifbar. Auf der eine Seite wird ihre Kindheit im Armutsmillieu von England beschrieben, dann aber ihre doch selbstbewusste Art, sich in der neuen High Society der Anwälte zurechtgefunden zu haben. Was denn nun? Ich fand sie manchmal regelrecht arrogant, dann wieder super pathetisch. Und die ständigen Nebensätze, die ein „wir hier unten gegen die da oben“ haben raushören lassen, haben mich ernsthaft genervt. Auch für die Story fand ich das nicht unterstützend, weil sie ja durchaus genauso Partei ergreift, wie sie es anderen vorwirft. Insgesamt war das Setting also nichts Neues. Armes Mädchen prallt gegen reichen Jungen, der sich nimmt, wozu er sich im Recht sieht. Ja, das ist abartig und das Rechtssystem lässt einen im Stich. Ist das deshalb ein guter Roman? Nicht, wenn keine Emotionen rüberkommen. Was mich zum nächsten Punkt bringt: Den hier so gepriesenen Schreibstil sehe ich nicht als geradlinig und klar, sondern als steril und protokollarisch. Dadurch - und es tut mir wirklich leid das zu sagen - kam für mich nicht mal bei der Vergewaltigung sowas wie Empathie auf. Nur bei ihrem Monolog am Ende hatte sie mich kurz. Dieser Monolog zeigte durchaus, wie völlig unpassend die Unschuldsvermutung im Falle einer Vergewaltigung ist. Und trotzdem, es gab für mich keine Überraschungen, keine Emotionen und das Ende war auch enttäuschend. Ich habe gelesen, dass das Buch ursprünglich ein Theaterstück ist, das nur durch eine einzige Schauspielerin in einem Monolog getragen wird. Das stelle ich mir tatsächlich interessant vor. Aber in dieser Umsetzung keine Empfehlung.
Hörbuch. Auszug aus einer Rezension auf den Punkt gebracht: "Jede dritte Frau. Mindestens einmal im Leben erlebt sie physische und/oder sexualisierte Gewalt. Und nur jede zehnte Betroffene geht zur Polizei. Die Verurteilungsrate? 1,3 %. Eine Zahl, die sich einbrennt. Suzie Miller bringt diese bittere Realität auf den Punkt. Mit messerscharfer Klarheit, mit juristischer Präzision, mit emotionaler Wucht. "Prima Facie", ursprünglich als Theatermonolog geschrieben, erzählt die Geschichte von Tessa: einer brillanten Strafverteidigerin, die selbst zur Klägerin wird – und feststellen muss, dass ein System, das Täter schützt, Opfer zermalmt. Dass Wahrheit manipulierbar ist, wenn sie nicht ins Schema passt. Dieses Buch ist kein Appell. Es ist ein Verdacht, der zur Gewissheit wird. Eine Wunde, die sich nicht mehr zudecken lässt. Ein Aufschrei, der das System selbst auf die Anklagebank zerrt. Prima Facie, lateinisch für "auf den ersten Blick" oder "dem Anschein nach" schreit: Es war nie für uns gemacht. Jetzt liegt es an uns, die Botschaft weiterzutragen. Lest dieses Buch. Sprecht darüber. Lasst es nicht ungehört verhallen." Anmerkung: In unserer Stadt wird das Theaterstück am 27.9.25 aufgeführt.
Dieses Buch lässt einen nicht unberührt. Und das sollte es auch nicht.
Ich habe Prima Facie vor Wochen beendet, und es hallt immer noch nach. Für mich ist es ein absolutes 5-Sterne-Buch, ein Jahreshighlight, vielleicht sogar ein Lebenshighlight. Nicht, weil es schön ist. Sondern weil es wehtut. Der Roman erzählt von einer Strafverteidigerin im britischen Rechtssystem, die fest an Gerechtigkeit glaubt. An Beweise, an Logik, an das Prinzip „prima facie“ – solange nichts anderes bewiesen ist. Sie verteidigt Männer, stellt Fragen, zerlegt Aussagen. Bis sie selbst Opfer sexueller Gewalt wird. Und plötzlich auf der anderen Seite steht. Wort gegen Wort. Ohne Zeugen. Ohne eindeutige Beweise. In einem System, das genau dafür gemacht ist, Zweifel zu säen. Erschütternd sind nicht nur die Handlung, sondern auch die Zahlen, die der Text aufruft: jede dritte Frau. Diese Statistik ist kein abstrakter Hintergrund, sie steht mitten im Raum. Besonders nachhallend ist eine Szene, in der die Protagonistin über die Jury nachdenkt. Darüber, dass dort auch Frauen sitzen. Frauen, von denen statistisch viele selbst Erfahrungen mit sexueller Gewalt gemacht haben. Und dass ein Schuldspruch mehr bedeuten würde als nur ein Urteil: Er würde verlangen, sich einzugestehen, dass das Erzählte wahr ist. Dass Missbrauch real ist. Und vielleicht auch, dass das, was man selbst erlebt hat, ebenfalls Missbrauch war. Diese Wahrheit tut weh. Und genau deshalb entscheiden sich manche, auch weibliche Jurymitglieder, für ein „nicht schuldig“. Nicht aus Kälte, sondern aus Selbstschutz. Was diesen Roman für mich so stark macht, ist nicht nur das Thema, sondern die Konsequenz: Eine Frau, die für das System gekämpft hat, glaubt am Ende nicht mehr an dieses System. Nicht, weil sie schwach ist, sondern weil sie es von innen verstanden hat. Prima Facie zeigt gnadenlos, wie kaputt ein System sein kann, das vorgibt, neutral zu sein. Und dabei strukturell gegen diejenigen arbeitet, die ohnehin schon verletzt sind.
"Prima facie – auf den ersten Blick. Aber was, wenn der erste Blick täuscht? Was, wenn das System nur das sieht, was es sehen will?"
"Prima Facie" ist ein Roman, der sich mit den Themen Recht, Gerechtigkeit und sexueller Missbrauch auseinandersetzt. Die Geschichte folgt einer Strafverteidigerin, die selbst zum Opfer wird und plötzlich auf der anderen Seite des Rechtssystems steht. Das Buch beleuchtet kritisch die Lücken im Justizsystem, besonders bei der Behandlung von Sexualdelikten, und stellt dabei wichtige Fragen zur Gerechtigkeit und zur Behandlung von Opfern. Anfangs habe ich etwas gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, aber dann hat sie mich vollkommen in ihren Bann gezogen. Das Thema ist bewegend, die Spannung baut sich kontinuierlich auf, und die Erzählweise ist sehr eindringlich. Besonders bewegt haben mich die Beschreibungen der emotionalen und psychologischen Folgen eines Übergriffs, die Tessa am eigenen Leib erfährt. Ein super spannendes Buch, das zum Nachdenken anregt und lange nachhallt. Absolut lesenswert!
"Das Gesetz ist dazu da ALLE Menschen zu beschützen! Oder???" ⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️
4,25 ⭐ ⚖️„Prima Facie“ ist ein eindringliches, kraftvolles Buch, das mich emotional sehr bewegt hat und dessen Nachhall man so schnell nicht loswird. Es erzählt die Geschichte von Tessa, einer jungen und brillanten Anwältin, die mit beeindruckender Sicherheit Strafprozesse führt, zu ihrem Alltag gehört es unter anderem Sexualstraftäter zu verteidigen. Sie ist zutiefst von der Gerechtigkeit des Strafsystems überzeigt, bis sie plötzlich selbst Opfer einer Vergewaltigung wird und gezwungen ist, das System, dass sie bisher verteidigt hat, aus der Perspektive der Klägerin zu erleben. 🧑🏼⚖️Gerade dieser Perspektivwechsel ist erschütternd. Auf eindrucksvolle Weise legt das Buch offen, wie unbarmherzig das Rechtssystem Betroffene behandelt. Statt Unterstützung erfährt Tessa Kälte, Zweifel und eine permanente Infragestellung ihrer Glaubwürdigkeit. Der Schutz der Täter durch juristische Feinheiten, alte Strukturen und ein überholtes System wird in einer Intensität sichtbar gemacht, die kaum auszuhalten ist. Als Leser fühlt man die Ungerechtigkeit und Ohnmacht beinahe körperlich mit. ⚖️Trotz der Schwere des Themas ist es nicht nur eine Anklage, sondern auch ein zutiefst menschlicher Appell für Veränderung. „Prima Facie“ zeigt Mut, Zerrissenheit und Hoffnung zugleich und genau darin liegt die große große Stärke des Romans. 🧑🏼⚖️Den kleinen Abzug gebe ich lediglich, weil sich an wenigen Stellen kleine Längen eingeschlichen haben, die den Lesefluss etwas bremsten. Das schmälert jedoch nicht die Relevanz oder Wucht des Inhalts. ⚖️⚖️⚖️Fazit: Ein wichtiges, unbequemes und berührendes Buch, das man gelesen haben sollte, weil es nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern eine gesellschaftliche Realität sichtbar macht, die nicht länger ignoriert werden darf.

Eine junge erfolgreiche Strafverteidigerin im britischen Justizsystem, die unter anderem auch einige Vergewaltiger verteidigt, wird selbst vergewaltigt. Sie zeigt den Vergewaltiger einen Kollegen, an. Wichtig!
Suzie Miller hat zuerst das Theaterstück Prima Facie (das bedeutet erster Anschein, ein juristischer Begriff) zum Thema geschrieben und auf dieser Basis ist dann das Buch entstanden. Die Autorin hat als Juristin Ahnung von der Thematik und geleitet den Leser oder die Leserin durch die Abgründe des Justizsystems und durch das Gefühlsleben einer vergewaltigten Frau. Das Buch sollte Pflichtlektüre für jeden potentiellen Vergewaltiger werden, zumindest das aufrüttelnde Schlussplädoyer.
Eines meiner Liebslingsbücher 2025
„Prima Facie“ von Suzie Miller erzählt die Geschichte einer Frau, die im britischen Rechtssystem Fuß fassen möchte. Tessa entstammt einer Familie, die sich im sozialen Gefüge am unteren Rand befindet. Klassismuserfahrung sind ihr, ebenso wie häusliche Gewalt oder Armuterfahrungen bekannt. Mit ihrem Jurastudium und der beginnenden Karriere als Strafverteidigerin will sie das klassistische Muster durchbrechen. Dafür ist sie bereit zu kämpfen. Sie scheint zudem von dem Rechtssystem total überzeugt, wie sie es im Studium kennengelernt hat, übernimmt auch zahlreiche streitige Fälle mit Begeisterung. Erst durch eine höchstpersönliche Erfahrung stellt sie diese Überzeugung in Frage. Diese Diskussion wird nach gebührender Einleitung vorgestellt und von Miller ausgearbeitet. Ich war durch die Geschichte schon von Beginn an richtig hooked. Dazu hat auch die Lesart von Pegah Ferydoni beigetragen. Die Thematik hat mich total brennend interessiert und die Antwort auf die Frage der Überzeugung der Protagonistin hat mich nicht losgelassen. Die Auflösung hat mich nicht enttäuscht. Doch ich möchte nicht zu viel preisgeben. Hast du Prima Facie schon gelesen? Wie ist deine Haltung zur Diskussion der Protagonistin? Autorin: Suzie Miller Übersetzung: Katharina Martl Erschienen bei: kjona Hörbuchverlag: speak low Lesung: Pegah Ferydoni
Riesen Leseempfehlung!⚡ Triggerwarnung lesen!
Wooow. Harte, geniale Kost! Empfehlung von @bookaholicgroup. Und was soll ich sagen?! Sie hat mich noch nie enttäuscht! So ein wichtiges Thema, benötigt unbedingt noch mehr Aufmerksamkeit! Klasse Schreibstil. Mitgefiebert und mitgelitten.. ✏️ "Jede Dritte - das sind eine ganze Menge Frauen, die etwas zu sagen haben. Zu viele, um sie zu ignorieren."
Ein feministisches Gerichtsdrama
"Hab dich lieb. In Textnachrichten ist es immer einfach, das zu sagen. Persönlich ist das unmöglich." (Seite 99) Tessa Ensler hat alles erreicht. Sie ist eine angesehene, junge Strafverteidigerin, die für ihre Erfolge vor Gericht bekannt ist. Sie bewegt sich in London in einem illustren Kreis. Die meisten ihrer Kolleg:innen stammen aus altehrwürdigen Familien, denen die Juristerei sozusagen im Blut liegt. Geld spielt oft keine Rolle. Niemand erahnt dort, aus welchen Verhältnissen Tessa kommt. Welche Vergangenheit sie hinter sich gelassen hat. Suzie Miller zeichnet das Bild einer ehrgeizigen, jungen Frau, ohne dass sie unsympathisch oder unnahbar wirkt. In Rückblenden entblättert sich Tessas verletzlich Seite. Ein Leben mit einen gewalttätigen Vater, einem Bruder, der mit einem Bein im Gefängnis steht, einer Mutter, die am Existenzminimum lebt. Trotz dieser harten Fakten, beschreibt Miller dies nüchtern und dennoch mit einer großen Zuneigung für ihre Protagonistin und deren engster Vertrauten. In dem Buch gibt es, wie schon angedeutet, mehrere Zeitebenen, ein Damals, ein Davor, ein Jetzt. Tessa hat sich den knallharten Ruf erarbeitet, in Fällen von sexueller Gewalt, kein Pardon mit den weiblichen Zeuginnen zu haben und für ihre männlichen Mandanten einen Freispruch zu erwirken. Das sorgt größtenteils für Bewunderung, aber seitens einer Kollegin auch für unterschwellige Kritik. Als Leser:in ahnt man, welchen Wendepunkt die Geschichte nehmen wird. Umso gespannter war ich, wie Tessa diese Erfahrung beeinflussen wird. Die Geschichte einer Aufsteigerin entwickelt sich zu einem Justizdrama. Die junge Frau, die sich aus ihrem sozialen Milieu befreien konnte, muss sich nun entscheiden, auf welcher Seite sie steht und für was sie steht. Ein gelungener Roman, der mich zunehmend fesseln konnte, dessen Ende mich als Feministin vielleicht nicht ganz beglückt, aber der in seiner Fiktion nah an der Realität steht

Wichtig, interessant, erschreckend, frustrierend...
... so hat sich das hören dieses Buches angefühlt. Für mich ein Augenöffner. Es geht um Tessa, junge Anwältin in London, die männliche Straftäter verteidigt. Mehr möchte ich über den Inhalt nicht vorweg nehmen. Das Einnehmen der verschiedenen Perspektiven hat mich einige Vorurteile überdeken lassen. Zurück bleibt die Wut auf das System.
„Das Gesetz wurde von Generationen um Generationen weißer, heterosexueller Männer geformt“
Die Londoner Strafverteidigerin Tessa Ensler hat sich aus schwierigen sozialen Verhältnissen hoch gearbeitet und vertritt sehr erfolgreich Mandanten, immer häufiger auch in Sexualstrafverfahren. Sie ist überzeugt davon, dass das Gesetz funktioniert und der Gerechtigkeit genüge getan wird. Dieser Glaube gerät plötzlich ins Wanken, als sie selbst Oper eines sexuellen Übergriffes wird und sich als Zeugin vor Gericht wiederfindet. Ich kam sehr schnell in die Geschichte rein und vorallem in der zweiten Hälfte war ich richtig gefesselt und konnte den Roman gegen Ende kaum mehr aus der Hand legen. Er hat mich damit konfrontiert, dass wir immer noch in einer patriarchal strukturieren Gesellschaft leben und unheimlich viele Frauen Opfer von sexueller Gewalt werden. Nur sehr wenige gehen vor Gericht und nur wenige Täter werden verurteilt. Ich hatte häufig Tränen in den Augen, mal aus Wut, mal weil ich sehr berührt war von der Stärke und Verletzlichkeit der Protagonistin. Suzie Miller beschreibt die Traumatisierung von Tessa sehr eindrücklich und zeigt gleichzeitig auf wie diese dennoch für sich kämpft und ihr Leben bewältigt. Prima Facie hat mich tief berührt und ich spreche eine große Leseempfehlung aus.
Tessa Ensler hat sich in den Reihen der Strafverteidiger einen Namen gemacht. Und dass sie es soweit bringen würde hat am wenigsten sie selbst geglaubt. Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie in einem Vorort Londons, häusliche Gewalt durch den Vater, die Mutter hält die Familie als Putzkraft über Wasser, der Bruder immer wieder auf der schiefen Bahn. Doch Tessa geht ihren Weg, studiert in Cambridge und ist eine der besten in jenem Studium, das nur wenige erfolgreich beenden. Und so landet sie als Strafverteidigerin am Gericht, vertritt mit eiserner Disziplin zumeist Männer, denen s3xualdelikte zur Last gelegt werden. Dabei geht es für sie nie um die Frage von Schuld. Schuldfragenzu klären, ist nicht der Job. In diesem Rechtssystem ist es ihre Aufgabe, eine Geschichte zu erzählen, Zeugenaussagen in Kreuzverhören so zu hinterfragen, dass Zweifel entstehen und Strafen von Ihren Mandaten abzuwenden. Und das hatte sie perfektioniert. Nur die Jury entscheidet, welche Geschichte sie am Ende für die wahrscheinlichste hält. Gerade als Tessa ein Angebot erhält, in eine noch renommiertere Kanzlei zu wechseln, geschieht etwas, das sie zwingt, die Seiten zu wechseln und selbst auszusagen. Und das Rechtssystem, das ihr bisher so vertraut und richtig erschien, erblickt sie nun in einem ganz anderen Licht. Ein wirklicher kraftvoller Roman! Monologartig erzählt die Protagonistin ihre Geschichte, lässt uns in ihre Vergangenheit schauen, ihren Weg über Cambridge zur Strafverteidigerin begleiten und an ihren Erfahrungen und intensiven Emotionen teilhaben. Keine leichte Kost, aber eine kraftvolle Message! Einmal angefangen, muss man einfach immer weiterlesen. Ein Pageturner.
Wow, was für ein Pageturner! 😱 Suzie Millers "Prima Facie" hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. In diesem fesselnden Roman begleiten wir Tessa Ensler, eine brillante junge Strafverteidigerin in London, die es aus schwierigen Verhältnissen ganz nach oben geschafft hat. 💼 Ihre scharfsinnige Art, Zeuginnen ins Kreuzverhör zu nehmen, macht sie zur Shooting Star der Anwaltsszene. Doch dann wendet sich das Blatt dramatisch... 😰 Miller schafft es meisterhaft, uns tief in die Welt der Justiz eintauchen zu lassen und gleichzeitig ein erschütterndes Porträt einer Frau zu zeichnen, deren Weltbild ins Wanken gerät. Die Autorin, selbst ehemalige Anwältin, verleiht dem Roman eine beeindruckende Authentizität. 👩⚖️ Was "Prima Facie" so besonders macht, ist die schonungslose Kritik am Patriarchat und einem Rechtssystem, das Opfer oft im Stich lässt. Es ist ein Weckruf, der lange nachhallt und zum Nachdenken anregt. 🤔 Fans von Ferdinand von Schirach werden dieses Buch lieben - es bietet den gleichen juristischen Tiefgang, aber mit einer erfrischend feministischen Perspektive. 💪 Fazit: Ein absolutes Must-read! Spannend, berührend und hochaktuell. Suzie Miller hat mit "Prima Facie" nicht nur einen packenden Gerichtsthriller geschrieben, sondern auch ein wichtiges Stück Literatur, das hoffentlich etwas bewegen wird. 5/5 Sterne! ⭐⭐⭐⭐⭐

Taxistandprinzip
Tessa‘s Karriere, ihre Entscheidungen und der Prozess, in dem es im Buch ging, haben mich total in ihren Bann gezogen. Ich habe für sie gehofft, mit ihr mitgefühlt und sie bewundert. Dass die Autorin immer wieder sehr anschauliche Anekdoten verwendet hat, die sich nicht nur auf den juristischen Kontext beziehen lassen und auf subtile Art und Weise zu verstehen gaben, worum es im Kern geht, sorgte für mich dafür, dass Tessa’s Geschichte einen tieferen Sinn hatte. Ich werde mit Sicherheit des Öfteren noch an sie denken. Letztendlich ziehe ich einen halben Stern ab, da sich die erste Hälfte des Buches ein wenig gezogen hat, dennoch hat mich Tessa‘s Entwicklung zum Ende hin sehr berührt 🚕
Das Gesetz ist dazu da, alle Menschen zu beschützen. Oder?
"Prima Facie" von Suzie Miller greift auf eindringliche Weise das Thema Vergewaltigung und sexuelle Gewalt auf. Das Buch beleuchtet die Ohnmacht der Betroffenen innerhalb eines Systems, das oft ungerecht erscheint. Die Protagonistin steht stellvertretend für viele, die gegen die Ungerechtigkeiten und die emotionale Wucht solcher Erfahrungen kämpfen müssen. Miller gelingt es, die Wut und Verzweiflung authentisch darzustellen und gleichzeitig wichtige Fragen zu Machtstrukturen und Gerechtigkeit aufzuwerfen. Ein tief bewegendes und geniales Buch, das zum Nachdenken anregt und die Leser nicht unberührt lässt.
Aktueller und wichtiger feministischer Roman
Der Roman befasst sich mit Themen der sexualisierten Gewalt, Gerechtigkeit, Macht(strukturen) und Sprache. Dabei wird vor Allem Augenmerk auf die Diskrepanz zwischen persönlicher und rechtlicher Wahrheit gelegt. Im Mittelpunkt steht die Strafverteidigerin Tessa Ensler, die sich aus einfachen Verhältnissen bis an die Spitze gearbeitet hat. Sie glaubt fest an das Rechtssystem, bis sie selbst Opfer sexualisierter Gewalt wird. Ihre darauf folgenden Erfahrungen ändern nachhaltig ihr bisheriges Weltbild. "Prima Facie" fügt sich wunderbar in aktuelle Debatten über #MeToo, strukturelle Ungleichheiten und die Gerechtigkeit eines juristischen Systems, welches Zweifel an einem Tathergang stärker gewichtet als Opferschutz, ein. Von mir klare Leseempfehlung 👍
Ein richtig gutes Buch und ein ganz wichtiges Thema. Am Anfang fand ich es ein bisschen schwierig durch die unterschiedlichen Zeitebenen der Geschichte zu folgen und die Protagonistin war mir am Anfang auch etwas unsympathisch. Aber je näher man sie kennen lernt umso sympathisch wird sie. Und sie hat mir so unendlich Leid getan. Eine absolute Leseempfehlung!
schwacher Anfang, starkes Finale
Prima Facie beginnt zäh. Stellenweise sogar langweilig, doch wer bis Kapitel 18 durchhält, wird mit einer scharfen Wendung belohnt, die das gesamte Werk in ein neues Licht rückt. Ab diesem Moment wird die Erzählung spürbar spannender, dichter und emotional packender. Das zentrale Thema, das sich erst dann voll öffnet, wird klug, eindringlich und vor allem augenöffnend aufgearbeitet. Besonders das Ende überzeugt auf ganzer Linie und hallt noch lange nach. Ein wichtiges Buch, das man gerade denjenigen ans Herz legen sollte, die sich für gesellschaftlich relevante, fordernde Stoffe interessieren. Ich empfehle es wärmstens.
"Schaut nach links, schaut nach rechts."...
Tessa hat sich im Leben alles erkämpft. Ihr Studium, den Job in der Kanzlei und alles was sie besitzt. Sie ist Strafverteidigerin und dazu noch richtig gut in ihrem Job! Sie verteidigt u.a. Männer, die wegen sexueller Übergriffe angeklagt sind. Es scheint, als hätte sie ihre Bestimmung gefunden. Bis sie selbst in den Zeug*innenstand tritt. Ich schüttel en Kopf...Ich lese weiter...Ich lege das Buch wütend zur Seite. Ich bin fassungslos. Ich bin sprachlos. Dieses Buch ist einfach unfassbar gut und gleichzeitig so erschütternd. Es ist so realitätsnah, was dieses Buch einfach umso schwerer zum verdauen macht. Das Buch sollte viel mehr Aufmerksamkeit bekommen und unbedingt von mehr Menschen gelesen werden! ⚡️✊️
Auf den ersten Blick …
… so lautet der lateinische Titel auf deutsch. Das Buch zeigt auf eine schonungslose Art und Weise, wie schwer es für Opfer sexueller Gewalt ist, eine Stimme oder auch nur Gerechtigkeit zu bekommen. Tessa Ensler, die Protagonistin, arbeitet sich aus der vermeintlichen Unterschicht nach oben. Als Strafverteidigerin hat sie im Kreuzverhör Frauen, die Opfer von sexuellen Straftaten wurden, selber dazu beigetragen, dass die Angeklagten freigesprochen wurden. Bis zu dem Tag, wo sie selber auf der anderen Seite sitzt, war sie von der Vorgehensweise dieser Befragungen, immer überzeugt. Wir müssen in kein anderes Land gucken, um zu sehen, dass dies auch bei uns passiert. Die Opfer haben oft selber nichts davon, dass sie dagegen vorgehen, da sie oft alles verlieren. Ich wünsche mir, dass gerade Menschen, die Aussagen in Frage stellen, dieses Buch lesen …
Super intensiv und mit TW definitiv. Starkes Buch, in zwei Tagen habe ich es verschlungen. Das System ist das Problem und es muss sich ändern. In Gedanken an alle Frauen, denen so etwas passiert ist ❤️🩹
Die Autorin hat mich sprachlich direkt in den Bann gezogen. Das Thema ist hart und wurde auch in der Schwere beschrieben, wobei es für solche Taten eigentlich keine Worte gibt. Großartiges Buch. Danke.
Eine Geschichte, die mich irgendwann nicht mehr losließ (männliche Pflichtlektüre)
Das Buch hat zäh angefangen. In der ersten Hälfte habe ich mich oft gefragt, wann denn eine packende Handlung anfängt. Und in der zweiten Hälfte hat mich die Handlung gar nicht mehr losgelassen. Ich war selten so ergriffen, habe gespürt wie sich mein eigener Herzschlag erhöht und ich hätte die zweite Halt Hälfte am liebsten an einem Stück gelesen. Das Ende setzt dem Ganzen dann die Krönung auf. Es hat auf mich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Gerade als Mann in diese Perspektive gezogen zu werden erscheint mir sehr wichtig. In mir ist der Wunsch geblieben, mich dem Thema mehr zu widmen.
Ungeschönt
Ich würde das Buch in zwei Teile einordnen - ein Davor und ein Danach- In dem Abschnitt - Davor - lernt man viel über das Rechtssystem. Im - Danach - wird viel über die Zeit bis zum Prozess und über den Prozess selbst geschrieben. Mich hat das Buch gefesselt auch, wenn das Thema nicht einfach zu lesen ist. Die Beschreibungen waren stilvoll und die Gefühle und Gedanken der Protagonisten fein ausgearbeitet.
Prima Facie hat mich echt umgehauen. Das Buch zeigt, wie schnell sich Überzeugungen über Gerechtigkeit ändern können, wenn das Schicksal plötzlich selbst zuschlägt. Ich habe mich der Protagonistin unglaublich nah gefühlt, ihre Stärke und Verletzlichkeit gingen direkt unter die Haut. Am Ende blieb dieses klare Fünf-Sterne-Gefühl – definitiv mein Jahreshighlight!
Desillusionierend stark!
Prima Facie ist kein Buch, das man „gerne“ liest – zumindest nicht im Sinne von Spaß. Es ist ein Buch, das man lesen muss. Suzie Miller zeigt die Ungerechtigkeiten eines Rechtssystems, das Überlebende sexualisierter Gewalt immer wieder retraumatisiert, während Täter durch Lücken im System geschützt werden. Mich hat dieses Buch tief bewegt, und ich musste beim Lesen öfter Pausen machen. Es ist desillusionierend, weil es zeigt, was der wirkliche Unterschied zwischen Recht haben und Recht bekommen ist. Aber genau deshalb ist es so stark – und so wichtig. Die Geschichte öffnet die Augen für eine Realität, die viele lieber ignorieren würden. Vor allem zum Ende hin. Für mich sollte Prima Facie zur Pflichtlektüre werden. Es ist kein angenehmes Buch, aber eines, das jede:r gelesen haben sollte.
stark, emotional, mitreißend, ermutigend und wut hinterlassend!
zu beginn fand ich die beschreibung der hauptcharakterin etwas stereotypisch und oberflächlich, aber tessa entwickelt sich mit der erfahrung die sie macht in eine frau, die das system hinterfragt von dem sie selbst so lange teil war! es macht wütend, traurig und mutig zu gleich - insbesondere das letzte drittel hat mich sehr emotional berührt, schließlich ist es tatsächlich „jede dritte frau“! es wird ganz klar: das system muss sich ändern, um sexuelle übergriffe auch vor gericht schließlich anerkennen zu können.

Characteristics
7 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Suzie Miller, geboren in Melbourne, hat jahrelang als Strafverteidigerin gearbeitet, mit besonderem Augenmerk auf sexuellen Missbrauch. Ihr Stück »Prima Facie«, auf dem ihr Roman basiert, gewann alle großen Preise Australiens sowie den Olivier Award, die wichtigste Auszeichnung im britischen Theater. »Prima Facie« ist ihr erster Roman.
Posts
Dieses Buch schlägt ein wie ein Blitz! Zu Recht! Unbedingt lesen! ⚡️⚖️🌟🌟🌟🌟🌟⚖️⚡️
Triggerwarnung: Das Buch behandelt Themen wie sexuelle Gewalt, Machtmissbrauch und retraumatisierende Situationen im juristischen Kontext. „Geh nie davon aus, dass du dir selbst die Wahrheit erzählst. Vertrau nicht auf das, was du zu wissen glaubst. Das ist nicht das Leben - es ist das Gesetz.“ ~Zitat Seite 44~ Puh, dieses Buch war wirklich ein Blitzeinschlag! Nach der letzten Seite saß ich erst einmal da, war sprachlos und emotional komplett überfordert. Aber eins kann ich schon mal sagen: Dieses Buch lohnt sich und MUSS gelesen werden! Suzie Millers Schreibstil ist unheimlich spannend und trägt die Handlung mit großer Sogwirkung, ohne jemals die Sensibilität gegenüber dem schweren Thema zu verlieren. Und Tessa Ensler, die Hauptprotagonistin, wird mit einer Wucht dargestellt, die mich bis ins Mark getroffen hat. Besonders beeindruckt hat mich aber die sooooo wichtige Botschaft des Buches. Denn die Autorin legt schonungslos offen, wie fragil Gerechtigkeit sein kann und wie dringend wir über Machtstrukturen, Glaubwürdigkeit und gesellschaftliche Verantwortung sprechen müssen. Für mich ist „Prima Facie“ eindeutig eine Pflichtlektüre! Kraftvoll, relevant und emotional so packend, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als noch lange darüber nachzudenken und vieles in Frage zu stellen! Unbedingt lesen! ⚡️⚖️🌟🌟🌟🌟🌟⚖️⚡️
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Wie verändern unsere eigenen Erfahrungen unseren Blick auf Gerechtigkeit? Wieviel Leid bleibt ungesehen? Ungehört? Unverstanden? Sexualisierte Gewalt ist kein leichtes Thema. Doch Suzie Miller gelingt es über dieses so wichtige Thema so toll zu schreiben, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte zu lesen. Auch, wenn ich schon geahnt habe, worauf es hinausläuft, geht die Spannung nicht verloren. Tessas Entscheidungen, ihre Gedanken und Gefühle sind so authentisch, dass ich mich gefreut habe, diese kluge Protagonistin kennengelernt zu haben. Ein toller Roman über Klassismus, Patriachat, sexualisierte Gewalt, englisches Rechtssystem, den noch viel mehr Menschen lesen sollten!!!
„Prima Facie“ von Suzie Miller 4🌟🌟🌟🌟 „Prima Facie“ bedeutet so viel wie dem ersten Anschein nach. Ursprünglich als Theaterstück konzipiert, wurde es 2025 als Buch veröffentlicht. So findet es ein breiteres Publikum – und das zu Recht. Ein provozierendes Buch, das wütend machen will. Ein kraftvolles und kluges Buch, das meine Blick uf Recht, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung geschärft hat – und dessen Nachhall lange bleibt.
Tessa kommt aus einfachen Verhältnissen und hat sich ihren Platz in der juristischen Elite mit Disziplin und unbedingtem Willen erkämpft. Heute ist sie eine gefragte Strafverteidigerin, souverän, scharf argumentierend, gefürchtet im Gerichtssaal. Auch in Verfahren des Sexualstrafrechts schreckt sie nicht davor zurück, Zeuginnen mit präzisen Fragen und juristischer Härte ins Kreuzverhör zu nehmen, ohne dabei gewisse Grenzen zu überschreiten. Sie bleibt dabei höflich und wirkt trotz allem verständnisvoll. Das führt dazu, dass die Zeuginnen sich zunächst verstanden fühlen und sich vielleicht mehr öffnen als sie es einem männlichen Verteidiger gegenüber würden. Für die Jury-Mitglieder bedeutet die Tatsache, dass eine Frau einen Mandanten verteidigt, dem eine Sexualstraftat zur Last gelegt wird, oft unterschwellig, eine Art erweiterter Unschuldsvermutung. Für Tessa hingegen ist der Prozess ein Wettstreit der Narrative: Entscheidend ist nicht, was geschehen ist, sondern welche Geschichte die Jury überzeugt. In diesem System glaubt sie an Chancengleichheit – zwischen den von der Anklage gestützten Zeuginnen und den Mandanten, denen sie ihre Stimme leiht. Über Schuld oder Unschuld möchte sie bestenfalls nichts wissen; Wissen könnte Zweifel säen, und Zweifel haben in ihrer Verteidigungsstrategie keinen Platz. Dann kippt die Perspektive: Aus der Strafverteidigerin wird eine Zeugin. Tessa findet sich im Kreuzverhör wieder – geführt mit derselben Unerbittlichkeit und Präzision, die sie selbst so beherrscht. Sie kennt jede Frage, jedes Manöver, jede mögliche Falle. Und doch zeigt sich, wie gnadenlos dieses System gebaut ist: Selbst perfekte Vorbereitung bietet keinen Schutz, wenn das Verhör weniger der Wahrheit als ihrer Zersetzung und der Streuung von Zweifeln dient. Sie sieht ihre eigene Glaubwürdigkeit in Frage gestellt und ist dem fast hilflos ausgeliefert. Diese Geschichte hat mich tief beeindruckt und nachhaltig bewegt. Es ist mehr als nur ein Gerichtsdrama – es ist eine schonungslose, kluge und zugleich zutiefst menschliche Auseinandersetzung mit Macht, Gerechtigkeit und den Grenzen eines Rechtssystems, das sich selbst als objektiv versteht. Und es ist ein Plädoyer für Frauenrechte und gegen das immer noch in weiten Teilen der Justiz vorherrschende Patriarchat. Die Geschichte ist in das britische Rechtssystem eingebettet, das sich doch in einigen Dingen vom deutschen System unterscheidet. Es basiert auf der sog., adversatorischen Struktur, einem Prozesmodell, bei dem sich zwei Parteien (Anklage und Verteidigung) als Gegner gegenüberstehen. Dabei lebt dieses System von rhetorischer Überzeugungskraft, strategischer Argumentation und der Glaubwürdigkeit von Zeugen und Zeuginnen. Die Geschichte zeigt eindrücklich, dass „Wahrheit“ vor Gericht nicht unbedingt das ist, was tatsächlich geschehen ist, sondern das, was bewiesen werden kann. Zitat:“ Die juristische Wahrheit ist eine Sache für sich. Und nur die suchen wir. Die juristische Wahrheit. Mit der arbeitest du, damit dein Mandant möglichst nicht ins Gefängnis wandert.« Unter feministischen Gesichtspunkten entfaltet „Prima Facie“ eine enorme Wucht durch die deutliche mutige Kritik an patriarchalen Strukturen, die tief im Rechtssystem verankert sind. Besonders eindringlich ist die Darstellung, wie sexualisierte Gewalt juristisch verhandelt wird – oft durch das Streuen von Zweifeln, Misstrauen und impliziten Vorurteilen gegenüber den Betroffenen. Laut „Prima Facie“ ist jede dritte Frau schon einmal von sexualisierter Gewalt betroffen, aber nicht mal ein Drittel bringt das zur Anzeige. Die Story macht sichtbar, warum. Suzie Miller zeigt auf, wie sehr Frauen im Gerichtssaal nicht nur ihre Geschichte erzählen, sondern auch ihre Glaubwürdigkeit „beweisen“ müssen.
Bewegend, packend, intensiv.
Das Hörbuch von Prima Facie hat mich von der ersten Minute an gefesselt. Die Sprecherin ist herausragend – eindringlich und nuanciert. Ich habe das Hörbuch nahezu in einem Rutsch durchgehört, auch wenn ich dafür kaum geschlafen habe. Im Zentrum steht Tessa Ensler, eine ehrgeizige Strafverteidigerin, die sich aus schwierigen Verhältnissen nach oben gearbeitet hat. Sie glaubt fest an das Rechtssystem und daran, dass es ihre Aufgabe ist, dem Gericht die bestmögliche Version der Geschichte des Angeklagten zu präsentieren – damit am Ende ein objektives und faires Urteil entstehen kann. Auch deshalb verteidigt sie Vergewaltiger und ist für ihre kompromisslosen Kreuzverhöre bekannt. Die Autorin hat selbst als Strafverteidigerin gearbeitet, daher wirken die juristischen Einblicke authentisch und schärfen den Blick für die Mechanismen des Systems. Tessas Überzeugungen und die des Lesers werden erschüttert, als sie selbst Opfer einer Vergewaltigung durch einen angesehenen Kollegen wird. Plötzlich steht Aussage gegen Aussage. Trotz der erschreckend geringen Verurteilungsquote von 2 % entscheidet sie sich, nicht zu schweigen und den Rechtsweg zu gehen. Als Hörer leidet man intensiv mit ihr nicht nur am quälenden Verfahren sondern auch an vielen Reaktionen des Umfeldes davor. Im Verlauf des Verfahrens wird schmerzhaft deutlich, dass Gerechtigkeit, Objektivität und Fairness oft nicht so existieren, wie wir sie uns vorstellen. Und doch hinterlässt einen das Buch am Ende nicht hoffnungslos. Ein wichtiges, bewegendes und intensives Werk, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. . :::

Wichtiges Buch! Erzählt wird hier die Geschichte von Tessa, die es geschafft hat, sich aus der Arbeiterklasse hochzuarbeiten und eine unglaublich talentierte Strafverteidigerin in London ist. Sie ist sehr ehrgeizig, verteidigt viele männliche Sexualstraftäter und glaubt an die Gerechtigkeit des Gesetzes, bis sie selbst zum Opfer wird. Die Story hat mich wirklich von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Ich bin ein Fangirl von Serien in denen Anwälte und Gerichtsverfahren eine Rolle spielen und ich dadurch ein wenig das Gefühl bekomme, hinter die Kulissen schauen zu dürfen. Genau so ging es mir mit diesem Buch. Ich war von Anfang an gefesselt von der durchsetzungsstarke Tessa, wie sie ihren Mandaten verteidigt ohne Rücksicht auf das Opfer. Und doch ist sie nicht unsympathisch oder kaltherzig, sondern strebsam und ehrgeizig und will nur das Beste für ihre Mandanten. S.74 „Natürlich haben wir hinter den Kulissen eine Meinung, aber es ist unsere Aufgabe, diese Meinung rauszuhalten und unsere Rolle zu spielen. Wir erzählen die beste Version der Geschichte unserer Mandanten.“ Der Einblick in ihre Vergangenheit und ihre Bodenständigkeit machen sie mir sympathisch. Ich erkenne sofort, dass nicht Machtgier ihr Antrieb ist, sondern die Macht des Gesetzes und die Suche nach der Wahrheit. Auf 3 Zeitebenen wird die Geschichte erzählt, sodass die Spannung lange anhält. Die Sprache ist eher nüchtern, aber nicht kalt. Einige wenige Begriffe musst ich nachschlagen, da ich nichts über das englische Rechtssystem wusste. Einen Stern Abzug gibt es, da es trotz Spannung, mir an manchen Stellen ein wenig vorhersehbar und konstruiert wirkte. S. 135 „Die juristische Wahrheit ist eine Sache für sich. Und nur die suchen wir. Die juristische Wahrheit. Mit der arbeitest du, damit dein Mandant möglichst nicht ins Gefängnis wandert.“ S. 192 „Den Glauben daran, dass man nur aufrichtig handeln, einen guten Verteidiger haben und die Wahrheit zu sagen braucht, damit die einzelnen Rädchen des Justizsystems ineinandergreifen und die Gerechtigkeit triumphiert.“ S. 124 „ Wo ich einmal hingehört habe und wo ich jetzt verzweifelt versuche hinzugehören, sind nun Orte, an denen ich so tun muss, als ob. Beide. Aus meiner Welt habe ich mich herausstudiert, aber es braucht mehr als nur Köpfchen, um sich in dieser neuen Welt einzufügen - einer Welt, deren obligatorisches Kostüm ich hier in einer großen Tasche mit einem klangvollen Namen darauf herumtrage.“
Warum wird so oft von Zustimmung ausgegangen?
Prima Facie schlägt ein wie der Blitz. Von der ersten Seite an ist das Buch fesselnd, intensiv und lässt einen kaum los. Es ist nicht nur spannend, sondern auch tief erschütternd und regt zum Nachdenken an. Die Geschichte beginnt mit einem faszinierenden Einblick in die Denkweise einer Strafverteidigerin. Man erlebt hautnah, wie sie arbeitet, wie sie argumentiert und wie sie auch vermeintlich „schuldige“ Mandanten verteidigt. Dieser Teil ist besonders packend, weil er zeigt, wie das Rechtssystem funktioniert – und wo seine Grenzen liegen. Im Zentrum steht das Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Das Buch macht auf eindringliche Weise deutlich, was in unserem Rechtssystem nicht stimmt. Es stellt unbequeme Fragen: Warum wird so oft von Zustimmung ausgegangen? Warum ist es für Betroffene so schwer, gehört zu werden? Gleichzeitig erzählt Prima Facie auch eine Geschichte über Herkunft und soziale Ungleichheit. Die Rückblicke („davor“ und „früher“) zeigen eindrucksvoll, wie die Protagonistin sich aus einfachen Verhältnissen herauskämpfen musste. Trotz harter Arbeit und exzellenter Ausbildung muss sie sich mehr beweisen als andere, die aus privilegierteren Verhältnissen stammen. Dieser Aspekt verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und macht sie noch realistischer. Der Teil „jetzt“ wirkt dagegen wie ein schonungsloser Blick auf die Realität: Er zeigt die Schwächen des Systems und konfrontiert den Leser mit Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Insgesamt ist Prima Facie ein unglaublich starkes, wichtiges und emotional aufwühlendes Buch. Es verbindet Spannung mit gesellschaftlicher Relevanz und bleibt lange im Kopf.
Lässt mich enttäuscht zurück *** enthält Spoiler ***
Ich traue mich gar nicht. bei der allgemein überragenden Bewertung die 3,5 Sterne zu erklären… Vorneweg: es ist mir klar, dass sexualisierte Gewalt gegen Frauen und die niedrige Verurteilungsquote ein wichtiges Thema sind. Trotzdem kann auch ein wichtiges Thema schlecht in einem Roman verarbeitet werden, und das ist hier für mich der Fall gewesen. Tessa ist als Person für mich überhaupt nicht greifbar. Auf der eine Seite wird ihre Kindheit im Armutsmillieu von England beschrieben, dann aber ihre doch selbstbewusste Art, sich in der neuen High Society der Anwälte zurechtgefunden zu haben. Was denn nun? Ich fand sie manchmal regelrecht arrogant, dann wieder super pathetisch. Und die ständigen Nebensätze, die ein „wir hier unten gegen die da oben“ haben raushören lassen, haben mich ernsthaft genervt. Auch für die Story fand ich das nicht unterstützend, weil sie ja durchaus genauso Partei ergreift, wie sie es anderen vorwirft. Insgesamt war das Setting also nichts Neues. Armes Mädchen prallt gegen reichen Jungen, der sich nimmt, wozu er sich im Recht sieht. Ja, das ist abartig und das Rechtssystem lässt einen im Stich. Ist das deshalb ein guter Roman? Nicht, wenn keine Emotionen rüberkommen. Was mich zum nächsten Punkt bringt: Den hier so gepriesenen Schreibstil sehe ich nicht als geradlinig und klar, sondern als steril und protokollarisch. Dadurch - und es tut mir wirklich leid das zu sagen - kam für mich nicht mal bei der Vergewaltigung sowas wie Empathie auf. Nur bei ihrem Monolog am Ende hatte sie mich kurz. Dieser Monolog zeigte durchaus, wie völlig unpassend die Unschuldsvermutung im Falle einer Vergewaltigung ist. Und trotzdem, es gab für mich keine Überraschungen, keine Emotionen und das Ende war auch enttäuschend. Ich habe gelesen, dass das Buch ursprünglich ein Theaterstück ist, das nur durch eine einzige Schauspielerin in einem Monolog getragen wird. Das stelle ich mir tatsächlich interessant vor. Aber in dieser Umsetzung keine Empfehlung.
Hörbuch. Auszug aus einer Rezension auf den Punkt gebracht: "Jede dritte Frau. Mindestens einmal im Leben erlebt sie physische und/oder sexualisierte Gewalt. Und nur jede zehnte Betroffene geht zur Polizei. Die Verurteilungsrate? 1,3 %. Eine Zahl, die sich einbrennt. Suzie Miller bringt diese bittere Realität auf den Punkt. Mit messerscharfer Klarheit, mit juristischer Präzision, mit emotionaler Wucht. "Prima Facie", ursprünglich als Theatermonolog geschrieben, erzählt die Geschichte von Tessa: einer brillanten Strafverteidigerin, die selbst zur Klägerin wird – und feststellen muss, dass ein System, das Täter schützt, Opfer zermalmt. Dass Wahrheit manipulierbar ist, wenn sie nicht ins Schema passt. Dieses Buch ist kein Appell. Es ist ein Verdacht, der zur Gewissheit wird. Eine Wunde, die sich nicht mehr zudecken lässt. Ein Aufschrei, der das System selbst auf die Anklagebank zerrt. Prima Facie, lateinisch für "auf den ersten Blick" oder "dem Anschein nach" schreit: Es war nie für uns gemacht. Jetzt liegt es an uns, die Botschaft weiterzutragen. Lest dieses Buch. Sprecht darüber. Lasst es nicht ungehört verhallen." Anmerkung: In unserer Stadt wird das Theaterstück am 27.9.25 aufgeführt.
Dieses Buch lässt einen nicht unberührt. Und das sollte es auch nicht.
Ich habe Prima Facie vor Wochen beendet, und es hallt immer noch nach. Für mich ist es ein absolutes 5-Sterne-Buch, ein Jahreshighlight, vielleicht sogar ein Lebenshighlight. Nicht, weil es schön ist. Sondern weil es wehtut. Der Roman erzählt von einer Strafverteidigerin im britischen Rechtssystem, die fest an Gerechtigkeit glaubt. An Beweise, an Logik, an das Prinzip „prima facie“ – solange nichts anderes bewiesen ist. Sie verteidigt Männer, stellt Fragen, zerlegt Aussagen. Bis sie selbst Opfer sexueller Gewalt wird. Und plötzlich auf der anderen Seite steht. Wort gegen Wort. Ohne Zeugen. Ohne eindeutige Beweise. In einem System, das genau dafür gemacht ist, Zweifel zu säen. Erschütternd sind nicht nur die Handlung, sondern auch die Zahlen, die der Text aufruft: jede dritte Frau. Diese Statistik ist kein abstrakter Hintergrund, sie steht mitten im Raum. Besonders nachhallend ist eine Szene, in der die Protagonistin über die Jury nachdenkt. Darüber, dass dort auch Frauen sitzen. Frauen, von denen statistisch viele selbst Erfahrungen mit sexueller Gewalt gemacht haben. Und dass ein Schuldspruch mehr bedeuten würde als nur ein Urteil: Er würde verlangen, sich einzugestehen, dass das Erzählte wahr ist. Dass Missbrauch real ist. Und vielleicht auch, dass das, was man selbst erlebt hat, ebenfalls Missbrauch war. Diese Wahrheit tut weh. Und genau deshalb entscheiden sich manche, auch weibliche Jurymitglieder, für ein „nicht schuldig“. Nicht aus Kälte, sondern aus Selbstschutz. Was diesen Roman für mich so stark macht, ist nicht nur das Thema, sondern die Konsequenz: Eine Frau, die für das System gekämpft hat, glaubt am Ende nicht mehr an dieses System. Nicht, weil sie schwach ist, sondern weil sie es von innen verstanden hat. Prima Facie zeigt gnadenlos, wie kaputt ein System sein kann, das vorgibt, neutral zu sein. Und dabei strukturell gegen diejenigen arbeitet, die ohnehin schon verletzt sind.
"Prima facie – auf den ersten Blick. Aber was, wenn der erste Blick täuscht? Was, wenn das System nur das sieht, was es sehen will?"
"Prima Facie" ist ein Roman, der sich mit den Themen Recht, Gerechtigkeit und sexueller Missbrauch auseinandersetzt. Die Geschichte folgt einer Strafverteidigerin, die selbst zum Opfer wird und plötzlich auf der anderen Seite des Rechtssystems steht. Das Buch beleuchtet kritisch die Lücken im Justizsystem, besonders bei der Behandlung von Sexualdelikten, und stellt dabei wichtige Fragen zur Gerechtigkeit und zur Behandlung von Opfern. Anfangs habe ich etwas gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, aber dann hat sie mich vollkommen in ihren Bann gezogen. Das Thema ist bewegend, die Spannung baut sich kontinuierlich auf, und die Erzählweise ist sehr eindringlich. Besonders bewegt haben mich die Beschreibungen der emotionalen und psychologischen Folgen eines Übergriffs, die Tessa am eigenen Leib erfährt. Ein super spannendes Buch, das zum Nachdenken anregt und lange nachhallt. Absolut lesenswert!
"Das Gesetz ist dazu da ALLE Menschen zu beschützen! Oder???" ⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️⚖️🧑🏼⚖️
4,25 ⭐ ⚖️„Prima Facie“ ist ein eindringliches, kraftvolles Buch, das mich emotional sehr bewegt hat und dessen Nachhall man so schnell nicht loswird. Es erzählt die Geschichte von Tessa, einer jungen und brillanten Anwältin, die mit beeindruckender Sicherheit Strafprozesse führt, zu ihrem Alltag gehört es unter anderem Sexualstraftäter zu verteidigen. Sie ist zutiefst von der Gerechtigkeit des Strafsystems überzeigt, bis sie plötzlich selbst Opfer einer Vergewaltigung wird und gezwungen ist, das System, dass sie bisher verteidigt hat, aus der Perspektive der Klägerin zu erleben. 🧑🏼⚖️Gerade dieser Perspektivwechsel ist erschütternd. Auf eindrucksvolle Weise legt das Buch offen, wie unbarmherzig das Rechtssystem Betroffene behandelt. Statt Unterstützung erfährt Tessa Kälte, Zweifel und eine permanente Infragestellung ihrer Glaubwürdigkeit. Der Schutz der Täter durch juristische Feinheiten, alte Strukturen und ein überholtes System wird in einer Intensität sichtbar gemacht, die kaum auszuhalten ist. Als Leser fühlt man die Ungerechtigkeit und Ohnmacht beinahe körperlich mit. ⚖️Trotz der Schwere des Themas ist es nicht nur eine Anklage, sondern auch ein zutiefst menschlicher Appell für Veränderung. „Prima Facie“ zeigt Mut, Zerrissenheit und Hoffnung zugleich und genau darin liegt die große große Stärke des Romans. 🧑🏼⚖️Den kleinen Abzug gebe ich lediglich, weil sich an wenigen Stellen kleine Längen eingeschlichen haben, die den Lesefluss etwas bremsten. Das schmälert jedoch nicht die Relevanz oder Wucht des Inhalts. ⚖️⚖️⚖️Fazit: Ein wichtiges, unbequemes und berührendes Buch, das man gelesen haben sollte, weil es nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern eine gesellschaftliche Realität sichtbar macht, die nicht länger ignoriert werden darf.

Eine junge erfolgreiche Strafverteidigerin im britischen Justizsystem, die unter anderem auch einige Vergewaltiger verteidigt, wird selbst vergewaltigt. Sie zeigt den Vergewaltiger einen Kollegen, an. Wichtig!
Suzie Miller hat zuerst das Theaterstück Prima Facie (das bedeutet erster Anschein, ein juristischer Begriff) zum Thema geschrieben und auf dieser Basis ist dann das Buch entstanden. Die Autorin hat als Juristin Ahnung von der Thematik und geleitet den Leser oder die Leserin durch die Abgründe des Justizsystems und durch das Gefühlsleben einer vergewaltigten Frau. Das Buch sollte Pflichtlektüre für jeden potentiellen Vergewaltiger werden, zumindest das aufrüttelnde Schlussplädoyer.
Eines meiner Liebslingsbücher 2025
„Prima Facie“ von Suzie Miller erzählt die Geschichte einer Frau, die im britischen Rechtssystem Fuß fassen möchte. Tessa entstammt einer Familie, die sich im sozialen Gefüge am unteren Rand befindet. Klassismuserfahrung sind ihr, ebenso wie häusliche Gewalt oder Armuterfahrungen bekannt. Mit ihrem Jurastudium und der beginnenden Karriere als Strafverteidigerin will sie das klassistische Muster durchbrechen. Dafür ist sie bereit zu kämpfen. Sie scheint zudem von dem Rechtssystem total überzeugt, wie sie es im Studium kennengelernt hat, übernimmt auch zahlreiche streitige Fälle mit Begeisterung. Erst durch eine höchstpersönliche Erfahrung stellt sie diese Überzeugung in Frage. Diese Diskussion wird nach gebührender Einleitung vorgestellt und von Miller ausgearbeitet. Ich war durch die Geschichte schon von Beginn an richtig hooked. Dazu hat auch die Lesart von Pegah Ferydoni beigetragen. Die Thematik hat mich total brennend interessiert und die Antwort auf die Frage der Überzeugung der Protagonistin hat mich nicht losgelassen. Die Auflösung hat mich nicht enttäuscht. Doch ich möchte nicht zu viel preisgeben. Hast du Prima Facie schon gelesen? Wie ist deine Haltung zur Diskussion der Protagonistin? Autorin: Suzie Miller Übersetzung: Katharina Martl Erschienen bei: kjona Hörbuchverlag: speak low Lesung: Pegah Ferydoni
Riesen Leseempfehlung!⚡ Triggerwarnung lesen!
Wooow. Harte, geniale Kost! Empfehlung von @bookaholicgroup. Und was soll ich sagen?! Sie hat mich noch nie enttäuscht! So ein wichtiges Thema, benötigt unbedingt noch mehr Aufmerksamkeit! Klasse Schreibstil. Mitgefiebert und mitgelitten.. ✏️ "Jede Dritte - das sind eine ganze Menge Frauen, die etwas zu sagen haben. Zu viele, um sie zu ignorieren."
Ein feministisches Gerichtsdrama
"Hab dich lieb. In Textnachrichten ist es immer einfach, das zu sagen. Persönlich ist das unmöglich." (Seite 99) Tessa Ensler hat alles erreicht. Sie ist eine angesehene, junge Strafverteidigerin, die für ihre Erfolge vor Gericht bekannt ist. Sie bewegt sich in London in einem illustren Kreis. Die meisten ihrer Kolleg:innen stammen aus altehrwürdigen Familien, denen die Juristerei sozusagen im Blut liegt. Geld spielt oft keine Rolle. Niemand erahnt dort, aus welchen Verhältnissen Tessa kommt. Welche Vergangenheit sie hinter sich gelassen hat. Suzie Miller zeichnet das Bild einer ehrgeizigen, jungen Frau, ohne dass sie unsympathisch oder unnahbar wirkt. In Rückblenden entblättert sich Tessas verletzlich Seite. Ein Leben mit einen gewalttätigen Vater, einem Bruder, der mit einem Bein im Gefängnis steht, einer Mutter, die am Existenzminimum lebt. Trotz dieser harten Fakten, beschreibt Miller dies nüchtern und dennoch mit einer großen Zuneigung für ihre Protagonistin und deren engster Vertrauten. In dem Buch gibt es, wie schon angedeutet, mehrere Zeitebenen, ein Damals, ein Davor, ein Jetzt. Tessa hat sich den knallharten Ruf erarbeitet, in Fällen von sexueller Gewalt, kein Pardon mit den weiblichen Zeuginnen zu haben und für ihre männlichen Mandanten einen Freispruch zu erwirken. Das sorgt größtenteils für Bewunderung, aber seitens einer Kollegin auch für unterschwellige Kritik. Als Leser:in ahnt man, welchen Wendepunkt die Geschichte nehmen wird. Umso gespannter war ich, wie Tessa diese Erfahrung beeinflussen wird. Die Geschichte einer Aufsteigerin entwickelt sich zu einem Justizdrama. Die junge Frau, die sich aus ihrem sozialen Milieu befreien konnte, muss sich nun entscheiden, auf welcher Seite sie steht und für was sie steht. Ein gelungener Roman, der mich zunehmend fesseln konnte, dessen Ende mich als Feministin vielleicht nicht ganz beglückt, aber der in seiner Fiktion nah an der Realität steht

Wichtig, interessant, erschreckend, frustrierend...
... so hat sich das hören dieses Buches angefühlt. Für mich ein Augenöffner. Es geht um Tessa, junge Anwältin in London, die männliche Straftäter verteidigt. Mehr möchte ich über den Inhalt nicht vorweg nehmen. Das Einnehmen der verschiedenen Perspektiven hat mich einige Vorurteile überdeken lassen. Zurück bleibt die Wut auf das System.
„Das Gesetz wurde von Generationen um Generationen weißer, heterosexueller Männer geformt“
Die Londoner Strafverteidigerin Tessa Ensler hat sich aus schwierigen sozialen Verhältnissen hoch gearbeitet und vertritt sehr erfolgreich Mandanten, immer häufiger auch in Sexualstrafverfahren. Sie ist überzeugt davon, dass das Gesetz funktioniert und der Gerechtigkeit genüge getan wird. Dieser Glaube gerät plötzlich ins Wanken, als sie selbst Oper eines sexuellen Übergriffes wird und sich als Zeugin vor Gericht wiederfindet. Ich kam sehr schnell in die Geschichte rein und vorallem in der zweiten Hälfte war ich richtig gefesselt und konnte den Roman gegen Ende kaum mehr aus der Hand legen. Er hat mich damit konfrontiert, dass wir immer noch in einer patriarchal strukturieren Gesellschaft leben und unheimlich viele Frauen Opfer von sexueller Gewalt werden. Nur sehr wenige gehen vor Gericht und nur wenige Täter werden verurteilt. Ich hatte häufig Tränen in den Augen, mal aus Wut, mal weil ich sehr berührt war von der Stärke und Verletzlichkeit der Protagonistin. Suzie Miller beschreibt die Traumatisierung von Tessa sehr eindrücklich und zeigt gleichzeitig auf wie diese dennoch für sich kämpft und ihr Leben bewältigt. Prima Facie hat mich tief berührt und ich spreche eine große Leseempfehlung aus.
Tessa Ensler hat sich in den Reihen der Strafverteidiger einen Namen gemacht. Und dass sie es soweit bringen würde hat am wenigsten sie selbst geglaubt. Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie in einem Vorort Londons, häusliche Gewalt durch den Vater, die Mutter hält die Familie als Putzkraft über Wasser, der Bruder immer wieder auf der schiefen Bahn. Doch Tessa geht ihren Weg, studiert in Cambridge und ist eine der besten in jenem Studium, das nur wenige erfolgreich beenden. Und so landet sie als Strafverteidigerin am Gericht, vertritt mit eiserner Disziplin zumeist Männer, denen s3xualdelikte zur Last gelegt werden. Dabei geht es für sie nie um die Frage von Schuld. Schuldfragenzu klären, ist nicht der Job. In diesem Rechtssystem ist es ihre Aufgabe, eine Geschichte zu erzählen, Zeugenaussagen in Kreuzverhören so zu hinterfragen, dass Zweifel entstehen und Strafen von Ihren Mandaten abzuwenden. Und das hatte sie perfektioniert. Nur die Jury entscheidet, welche Geschichte sie am Ende für die wahrscheinlichste hält. Gerade als Tessa ein Angebot erhält, in eine noch renommiertere Kanzlei zu wechseln, geschieht etwas, das sie zwingt, die Seiten zu wechseln und selbst auszusagen. Und das Rechtssystem, das ihr bisher so vertraut und richtig erschien, erblickt sie nun in einem ganz anderen Licht. Ein wirklicher kraftvoller Roman! Monologartig erzählt die Protagonistin ihre Geschichte, lässt uns in ihre Vergangenheit schauen, ihren Weg über Cambridge zur Strafverteidigerin begleiten und an ihren Erfahrungen und intensiven Emotionen teilhaben. Keine leichte Kost, aber eine kraftvolle Message! Einmal angefangen, muss man einfach immer weiterlesen. Ein Pageturner.
Wow, was für ein Pageturner! 😱 Suzie Millers "Prima Facie" hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. In diesem fesselnden Roman begleiten wir Tessa Ensler, eine brillante junge Strafverteidigerin in London, die es aus schwierigen Verhältnissen ganz nach oben geschafft hat. 💼 Ihre scharfsinnige Art, Zeuginnen ins Kreuzverhör zu nehmen, macht sie zur Shooting Star der Anwaltsszene. Doch dann wendet sich das Blatt dramatisch... 😰 Miller schafft es meisterhaft, uns tief in die Welt der Justiz eintauchen zu lassen und gleichzeitig ein erschütterndes Porträt einer Frau zu zeichnen, deren Weltbild ins Wanken gerät. Die Autorin, selbst ehemalige Anwältin, verleiht dem Roman eine beeindruckende Authentizität. 👩⚖️ Was "Prima Facie" so besonders macht, ist die schonungslose Kritik am Patriarchat und einem Rechtssystem, das Opfer oft im Stich lässt. Es ist ein Weckruf, der lange nachhallt und zum Nachdenken anregt. 🤔 Fans von Ferdinand von Schirach werden dieses Buch lieben - es bietet den gleichen juristischen Tiefgang, aber mit einer erfrischend feministischen Perspektive. 💪 Fazit: Ein absolutes Must-read! Spannend, berührend und hochaktuell. Suzie Miller hat mit "Prima Facie" nicht nur einen packenden Gerichtsthriller geschrieben, sondern auch ein wichtiges Stück Literatur, das hoffentlich etwas bewegen wird. 5/5 Sterne! ⭐⭐⭐⭐⭐

Taxistandprinzip
Tessa‘s Karriere, ihre Entscheidungen und der Prozess, in dem es im Buch ging, haben mich total in ihren Bann gezogen. Ich habe für sie gehofft, mit ihr mitgefühlt und sie bewundert. Dass die Autorin immer wieder sehr anschauliche Anekdoten verwendet hat, die sich nicht nur auf den juristischen Kontext beziehen lassen und auf subtile Art und Weise zu verstehen gaben, worum es im Kern geht, sorgte für mich dafür, dass Tessa’s Geschichte einen tieferen Sinn hatte. Ich werde mit Sicherheit des Öfteren noch an sie denken. Letztendlich ziehe ich einen halben Stern ab, da sich die erste Hälfte des Buches ein wenig gezogen hat, dennoch hat mich Tessa‘s Entwicklung zum Ende hin sehr berührt 🚕
Das Gesetz ist dazu da, alle Menschen zu beschützen. Oder?
"Prima Facie" von Suzie Miller greift auf eindringliche Weise das Thema Vergewaltigung und sexuelle Gewalt auf. Das Buch beleuchtet die Ohnmacht der Betroffenen innerhalb eines Systems, das oft ungerecht erscheint. Die Protagonistin steht stellvertretend für viele, die gegen die Ungerechtigkeiten und die emotionale Wucht solcher Erfahrungen kämpfen müssen. Miller gelingt es, die Wut und Verzweiflung authentisch darzustellen und gleichzeitig wichtige Fragen zu Machtstrukturen und Gerechtigkeit aufzuwerfen. Ein tief bewegendes und geniales Buch, das zum Nachdenken anregt und die Leser nicht unberührt lässt.
Aktueller und wichtiger feministischer Roman
Der Roman befasst sich mit Themen der sexualisierten Gewalt, Gerechtigkeit, Macht(strukturen) und Sprache. Dabei wird vor Allem Augenmerk auf die Diskrepanz zwischen persönlicher und rechtlicher Wahrheit gelegt. Im Mittelpunkt steht die Strafverteidigerin Tessa Ensler, die sich aus einfachen Verhältnissen bis an die Spitze gearbeitet hat. Sie glaubt fest an das Rechtssystem, bis sie selbst Opfer sexualisierter Gewalt wird. Ihre darauf folgenden Erfahrungen ändern nachhaltig ihr bisheriges Weltbild. "Prima Facie" fügt sich wunderbar in aktuelle Debatten über #MeToo, strukturelle Ungleichheiten und die Gerechtigkeit eines juristischen Systems, welches Zweifel an einem Tathergang stärker gewichtet als Opferschutz, ein. Von mir klare Leseempfehlung 👍
Ein richtig gutes Buch und ein ganz wichtiges Thema. Am Anfang fand ich es ein bisschen schwierig durch die unterschiedlichen Zeitebenen der Geschichte zu folgen und die Protagonistin war mir am Anfang auch etwas unsympathisch. Aber je näher man sie kennen lernt umso sympathisch wird sie. Und sie hat mir so unendlich Leid getan. Eine absolute Leseempfehlung!
schwacher Anfang, starkes Finale
Prima Facie beginnt zäh. Stellenweise sogar langweilig, doch wer bis Kapitel 18 durchhält, wird mit einer scharfen Wendung belohnt, die das gesamte Werk in ein neues Licht rückt. Ab diesem Moment wird die Erzählung spürbar spannender, dichter und emotional packender. Das zentrale Thema, das sich erst dann voll öffnet, wird klug, eindringlich und vor allem augenöffnend aufgearbeitet. Besonders das Ende überzeugt auf ganzer Linie und hallt noch lange nach. Ein wichtiges Buch, das man gerade denjenigen ans Herz legen sollte, die sich für gesellschaftlich relevante, fordernde Stoffe interessieren. Ich empfehle es wärmstens.
"Schaut nach links, schaut nach rechts."...
Tessa hat sich im Leben alles erkämpft. Ihr Studium, den Job in der Kanzlei und alles was sie besitzt. Sie ist Strafverteidigerin und dazu noch richtig gut in ihrem Job! Sie verteidigt u.a. Männer, die wegen sexueller Übergriffe angeklagt sind. Es scheint, als hätte sie ihre Bestimmung gefunden. Bis sie selbst in den Zeug*innenstand tritt. Ich schüttel en Kopf...Ich lese weiter...Ich lege das Buch wütend zur Seite. Ich bin fassungslos. Ich bin sprachlos. Dieses Buch ist einfach unfassbar gut und gleichzeitig so erschütternd. Es ist so realitätsnah, was dieses Buch einfach umso schwerer zum verdauen macht. Das Buch sollte viel mehr Aufmerksamkeit bekommen und unbedingt von mehr Menschen gelesen werden! ⚡️✊️
Auf den ersten Blick …
… so lautet der lateinische Titel auf deutsch. Das Buch zeigt auf eine schonungslose Art und Weise, wie schwer es für Opfer sexueller Gewalt ist, eine Stimme oder auch nur Gerechtigkeit zu bekommen. Tessa Ensler, die Protagonistin, arbeitet sich aus der vermeintlichen Unterschicht nach oben. Als Strafverteidigerin hat sie im Kreuzverhör Frauen, die Opfer von sexuellen Straftaten wurden, selber dazu beigetragen, dass die Angeklagten freigesprochen wurden. Bis zu dem Tag, wo sie selber auf der anderen Seite sitzt, war sie von der Vorgehensweise dieser Befragungen, immer überzeugt. Wir müssen in kein anderes Land gucken, um zu sehen, dass dies auch bei uns passiert. Die Opfer haben oft selber nichts davon, dass sie dagegen vorgehen, da sie oft alles verlieren. Ich wünsche mir, dass gerade Menschen, die Aussagen in Frage stellen, dieses Buch lesen …
Super intensiv und mit TW definitiv. Starkes Buch, in zwei Tagen habe ich es verschlungen. Das System ist das Problem und es muss sich ändern. In Gedanken an alle Frauen, denen so etwas passiert ist ❤️🩹
Die Autorin hat mich sprachlich direkt in den Bann gezogen. Das Thema ist hart und wurde auch in der Schwere beschrieben, wobei es für solche Taten eigentlich keine Worte gibt. Großartiges Buch. Danke.
Eine Geschichte, die mich irgendwann nicht mehr losließ (männliche Pflichtlektüre)
Das Buch hat zäh angefangen. In der ersten Hälfte habe ich mich oft gefragt, wann denn eine packende Handlung anfängt. Und in der zweiten Hälfte hat mich die Handlung gar nicht mehr losgelassen. Ich war selten so ergriffen, habe gespürt wie sich mein eigener Herzschlag erhöht und ich hätte die zweite Halt Hälfte am liebsten an einem Stück gelesen. Das Ende setzt dem Ganzen dann die Krönung auf. Es hat auf mich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Gerade als Mann in diese Perspektive gezogen zu werden erscheint mir sehr wichtig. In mir ist der Wunsch geblieben, mich dem Thema mehr zu widmen.
Ungeschönt
Ich würde das Buch in zwei Teile einordnen - ein Davor und ein Danach- In dem Abschnitt - Davor - lernt man viel über das Rechtssystem. Im - Danach - wird viel über die Zeit bis zum Prozess und über den Prozess selbst geschrieben. Mich hat das Buch gefesselt auch, wenn das Thema nicht einfach zu lesen ist. Die Beschreibungen waren stilvoll und die Gefühle und Gedanken der Protagonisten fein ausgearbeitet.
Prima Facie hat mich echt umgehauen. Das Buch zeigt, wie schnell sich Überzeugungen über Gerechtigkeit ändern können, wenn das Schicksal plötzlich selbst zuschlägt. Ich habe mich der Protagonistin unglaublich nah gefühlt, ihre Stärke und Verletzlichkeit gingen direkt unter die Haut. Am Ende blieb dieses klare Fünf-Sterne-Gefühl – definitiv mein Jahreshighlight!
Desillusionierend stark!
Prima Facie ist kein Buch, das man „gerne“ liest – zumindest nicht im Sinne von Spaß. Es ist ein Buch, das man lesen muss. Suzie Miller zeigt die Ungerechtigkeiten eines Rechtssystems, das Überlebende sexualisierter Gewalt immer wieder retraumatisiert, während Täter durch Lücken im System geschützt werden. Mich hat dieses Buch tief bewegt, und ich musste beim Lesen öfter Pausen machen. Es ist desillusionierend, weil es zeigt, was der wirkliche Unterschied zwischen Recht haben und Recht bekommen ist. Aber genau deshalb ist es so stark – und so wichtig. Die Geschichte öffnet die Augen für eine Realität, die viele lieber ignorieren würden. Vor allem zum Ende hin. Für mich sollte Prima Facie zur Pflichtlektüre werden. Es ist kein angenehmes Buch, aber eines, das jede:r gelesen haben sollte.
stark, emotional, mitreißend, ermutigend und wut hinterlassend!
zu beginn fand ich die beschreibung der hauptcharakterin etwas stereotypisch und oberflächlich, aber tessa entwickelt sich mit der erfahrung die sie macht in eine frau, die das system hinterfragt von dem sie selbst so lange teil war! es macht wütend, traurig und mutig zu gleich - insbesondere das letzte drittel hat mich sehr emotional berührt, schließlich ist es tatsächlich „jede dritte frau“! es wird ganz klar: das system muss sich ändern, um sexuelle übergriffe auch vor gericht schließlich anerkennen zu können.

























































