Wild wuchern

Wild wuchern

Hardback
4.1927

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Description

»Katharina Köller erzählt beherzt, feinsinnig und abgründig. Ein soghaftes Alpen-Kammerspiel.« Daniela Dröscher

Marie rennt panisch einen Berg hinauf. Auf der Flucht vor einer Welt, in der vieles aus dem Lot geraten ist, sucht sie Schutz bei ihrer Cousine Johanna. Ausgerechnet bei Johanna, die seit Jahren wie eine Eremitin auf einer entlegenen Tiroler Alm lebt. Marie und Johanna, sie könnten nicht unterschiedlicher sein: die scharfzüngige Wienerin, Luxusgeschöpf aus einer Luxuswelt, zugleich verwöhnt und verachtet von Ehemann Peter – und das »wilde Tier im Körper von einem Menschen« (Marie über Johanna), das beim Erwachsenwerden scheinbar die Sprache verloren und die Gesellschaft hinter sich gelassen hat. Für die beiden Frauen beginnt ein ungewöhnliches Kräftemessen, ein Ringen um ihr Selbstverständnis, aber auch um einen gemeinsamen Weg.

In ihrem so poetischen wie politischen Roman, Märchen, Parabel und pulsierende Zivilisationskritik in einem, feiert Katharina Köller zwei Frauen und ihren eigensinnigen Aufbruch ins Leben.

»Ich war dort, wo man mich hingepflanzt hat, wie ein Ziergewächs in einem Topf. Jetzt bin ich hier und wuchere.«

»Kann man noch weiblicher, noch österreichischer, noch besser schreiben? Ich denke nicht!« Mareike Fallwickl

Buchcover Award: Gewinner Belletristik 2025

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
208
Price
22.70 €

Author Description

Katharina Köller wurde 1984 in Eisenstadt, Österreich geboren, hat Philosophie und Schauspiel studiert und ist seit 2011 freiberuflich als Autorin, Schauspielerin und Theatermacherin tätig. 2020 erschien ihr Debütroman »Was ich im Wasser sah«, der mit dem Phantastikpreis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet wurde. Ihr zweiter Roman »Wild wuchern« wurde mit dem Puchheimer Literaturpreis 2025 ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Evangelischen Buchpreises 2026. Katharina Köller lebt mit ihrer Familie in Wien und Innsbruck.

Characteristics

16 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
41%
22%
11%
0%
50%
2%
55%
62%
29%
55%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
60%
68%
74%
60%

Pace

Fast19%
Slow38%
Moderate31%
Variable13%

Writing Style

Simple38%
Complex19%
Moderate44%
Bildhaft (63%)Minimalistisch (13%)Poetisch (38%)Außergewöhnlich (38%)

Posts

207
All
5

"Seit du da bist, bin ich einsam." "Heute kann ich dich nicht mehr wegschicken, aber morgen gehst du, und du kommst nicht wieder." "Ich habe mich vom Großvater ins Tal schleppen lassen und vom Peter nach Wien. Ich war dort, wo man mich eingepflanzt hat, wie ein Ziergewächs in einem Topf. Jetzt bin ich hier und wuchere. Und niemand mehr da, der mich stutzt. Aber auch niemand, der mir Wasser gibt." "Es war so schön im Sturm, denk ich. Es war so schön, ein Spielball zu sein und selbst nichts entscheiden zu müssen. So schön einfach, vom Berg zu fallen, federleicht und vom Aufwind hochgehoben, irgendwie ganz frei." "Reden war ganz sinnlos für Johanna, weil Antworten, die man dringend braucht, die kriegt man nicht durchs Fragen. Wozu also was sagen wollen? Wozu in Kontakt treten mit den Menschen?" Marie flüchtet aus Wien zu ihrer Cousine Johanna, die wie ein Emerit einsam auf einer kleinen Hütte auf einer Alm lebt. Man spürt die Ablehnung von Johanna gegenüber Marie in dem Verhalten und den wenigen Sätzen gegenüber Marie. Ablehnung, die auf Vorfälle aus ihrer gemeinsamen Kindheit basieren. Durch Rückblicke offenbart sich ihre Vergangenheit und man kann das Verhalten der beiden zum Großteil nachvollziehen. Ich war ab der ersten Seite in der Geschichte angekommen und teile die allgemeine Begeisterung für dieses atmosphärische Buch. Deswegen gibt's von mir eine ganz klare Leseempfehlung ⭐

5

Hat mich tief berührt 🤍

✨Rezensionsexemplar✨ 🤍Zitat🤍 „Weil ich bin jetzt auch nicht mehr dieser fanatische People Pleaser, der ich noch vor Kurzem war. Ich hab mich selbst aus meinem Blumentopf gerissen und begonnen, wild zu wuchern.“ (Seite 159) Das war mein erstes Buch der Autorin und es hat mir sehr gut gefallen: Marie flüchtet sich von ihrem gewalttätigen Ehemann auf die Almhütte ihrer Cousine Johanna. Die beiden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Tatsächlich kann man dieses Buch kaum beschreiben, denn es ist sehr ungewöhnlich und die Besonderheit liegt definitiv in der Sprache. Katharina Köller schreibt so toll, so österreichisch und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Musste ich auch nicht, wir haben ca. 200 Seiten, geschrieben als ein Kapitel und eine Geschichte, die sich aus Erinnerungen von Marie und der Gegenwart flechtet. Ich habe mehrfach versucht, weitere Zitate rauszuschreiben, aber ehrlich, das ganze Buch ist ein Zitat. Ich werde es auf den jeden Fall wieder lesen und bis dahin täglich darüber nachdenken. Ich habe mich dann noch für diesen kleinen Ausschnitt entschieden, den ich unbedingt mit Euch teilen möchte, damit Ihr einen Eindruck vom wunderbaren Schreibstil der Autorin gewinnen könnt. 🤍 Zitat 🤍 „Ich werd also den Strick schön in der Truhe lassen und ausharren wie eine Zecke im Unterholz. Ich werd mich hier festbeißen und nicht mehr loslassen, und ich werd warten, wie Zecken warten, bis meine Zeit gekommen ist, in der ich wieder eine neue Bewegung machen kann.“ Das Buch hat mich sehr bewegt! Große Leseempfehlung! 5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️❤️

Hat mich tief berührt 🤍
4

Wild und überraschend, das Tempo steigert sich.

Bei diesem Buch brauchte ich eine kurze Weile un mich wirklich auf die Geschichte einzulassen und mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Aber es hat sich gelohnt. Der Schreibstil ist an sich recht einfach gehalten, aber wirkte auf mich trotzdem poetisch. Einige Sätze sind verschachtelt, was gut zu der Situation der Protagonistin passt. Man erfährt im Laufe des Buches immer mehr und kommt langsam aber sicher hinter die genauen Gründe, warum sie reißaus genommen hat. Die Figuren sind durchaus vielschichtig und konnten mich überraschen, wobei keine fehlerfrei ist. Das Ende hat mich überrascht und war für mich ein gut gewähltes Ende. Die Geschichte ist eine interessante Erzählung darüber zu sich selbst zu finden und sich zu reflektieren. Auch wird klar, dass jeder anders und niemand perfekt ist, das aber auch nicht sein muss. Es wird der Kampf von Frauen mit patriarchalen Strukturen beschrieben. Denn je mehr jemand abweicht, desto schwieriger hat diese Person es auch mit der heutigen (Norm)Gesellschaft. Es wird aber auch klar, dass Anpassung nur bedingt eine Lösung ist bzw. Abhilfe schafft. Definitiv eine empfehlenswerte, obwohl kurze Erzählung, die viel Stoff für Diskussionen bietet.

Wild und überraschend, das Tempo steigert sich.
5

Katharina Köllers "Wild Wuchern" erzählt die Geschichte der Befreiung und Selbstermächtigung zweier Frauen, die beide ganz unterschiedliche Wege gehen und schliesslich doch am selben Punkt zusammenfinden. "Wild wuchern" ist ein lebhafter, spannungsvoller und doch stiller und feinsinniger Roman, der für mich zu den Highlights meines bisherigen Lesejahres zählt.

Marie, die Ich-Erzählerin, und Johanna sind Cousinen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Marie lebt wohlhabend in Wien, Johanna hat sich für ein hartes und einsames Leben in den Tiroler Bergen entschieden. Als Kinder und Jugendliche haben sie viel Zeit miteinander verbracht, später aber den Kontakt zueinander verloren. "Wild wuchern" beginnt damit, dass Marie mitten in der Nacht unterwegs zu Johannas Berghütte ist. Sie ist getrieben von grosser Angst, die sie die Gefahren des nächtlichen Aufstiegs und die Ungewissheit, ob Johannna noch dort oben lebt, überwinden lässt. In der Berghütte angekommen, findet sie Johanna tatsächlich vor, die sich aber offenbar gestört fühlt und ihre Cousine sehr distanziert aufnimmt. Marie ist entschlossen zu bleiben und Johanna zu zeigen, dass ihr Aufenthalt Vorteile für beide bringt. Sie hat keine andere Wahl, denn offenbar ist in Wien etwas passiert, das ihr den Weg zurück versperrt. So nach und nach entwickelt sich eine Geschichte, die von der Annäherung beider Frauen und ihren Erfahrungen mit der Natur und der Selbstversorgung in den Bergen erzählt. In Rückblicken erschliessen sich auch Details der früheren gemeinsamen Zeit der Cousinen und ihrer späteren Entwicklung. Ihr kauziger Grossvater, dem die Hütte einst gehörte, spielt dabei eine wichtige Rolle, aber auch ihre Eltern, die sie beide in Lebensentwürfe drängten, die sie beschädigt haben. Immer wieder geht es um Maries Anpassung und Johannas Anderssein. Goldmarie und Pechmarie, das sind sie gewesen, denkt die Wienerin, und merkt schliesslich, dass das nicht stimmt.

Katharina Köllers "Wild Wuchern" erzählt die Geschichte der Befreiung und Selbstermächtigung zweier Frauen, die beide ganz unterschiedliche Wege gehen und schliesslich doch am selben Punkt zusammenfinden. "Wild wuchern" ist ein lebhafter,  spannungsvoller und doch stiller und feinsinniger Roman, der für mich zu den Highlights meines bisherigen Lesejahres zählt.
5

Marie flieht aus Wien und sucht Zuflucht bei ihrer Cousine auf einer abgelegenen Alm. Völlig unterschiedliche Lebensentwürfe prallen aufeinander und entwickeln sich zu einer vielschichtigen Beziehung. Absolut fesselnd!

5

Dieses Buch ist eine Wucht. Einmal angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Marie ist auf der Flucht und rettet sich auf die Berghütte ihres Großvaters. Hier lebt ihre Cousine Johanna. Zwei Cousinen, die nicht unterschiedlicher sein können, sich aber auch brauchen. Auf dem Klapoentext steht "Ein Roman wie eine Naturgewalt: Stürmisch, fesselnd und dabei voller Zärtlichkeit ". Das trifft es auf dem Punkt. Absolut lesenswert

5

Highlight 2025

Das war mal wieder ein Pageturner vom Feinsten. Eine Reiseempfehlung aus dem Bücherwurm in Minden/Westfalen. Die Geschichte ist kurz erzählt. Ehe/Frau flüchtet in die Berge in eine Hütte, in der ihre Cousine ausgestiegen lebt. Der Roman hat ein unglaubliches Tempo von Anfang an. In Rückblicken wird erzählt, wieso sie blutend in der Nacht vor der Hütte steht, wieso ihre Cousine die Berge als Lebensmittelpunkt gewählt hat. Die Sprache ist immer wieder überraschend: Ich bin einsam, seitdem du bei mir bist. Die Naturgewalten und die „feinen“ Familien wunderbar beschrieben. Großes Kopfkino.

3

Ich hab mich selbst aus meinem Blumentopf gerissen und begonnen, wild zu wuchern. (S.159)

Johanna lebt abgelegen auf einer Alm, ohne fließendes Wasser und Strom. Ihre Cousine Marie, eine Wienerin, die scheinbar zivilisiert ist, sucht Zuflucht bei ihr, nachdem ihr Ehemann gewalttätig geworden ist und ihr Leben aus den Fugen geraten ist. Die Cousinen versuchen sich anzunähern, was ihnen jedoch schwerfällt, weil sie lange Zeit keinen Kontakt hatten und eine traumatische Vergangenheit hinter ihnen liegt. Man lernt die beiden Protagonisten immer besser kennen. Dadurch hatte ich einen besseren Zugriff auf die Geschichte. Das Buch ist kurzweilig und tiefgründig, mit kritischen Themen und einem klaren, feinfühligen Schreibstil. Ein sehr atmosphärisches Buch. Doch irgendwie hat mich das Buch nicht komplett zufrieden zurückgelassen.

Ich hab mich selbst aus meinem Blumentopf gerissen und begonnen, wild zu wuchern. (S.159)
5

"Wild wuchern" ist ein kraftvoller und bildgewaltiger Roman der österreichischen Autorin Katharina Köller über die beiden gegensätzlichen Cousinen Marie und Johanna und ihre vielschichtige Vergangenheit. Der klare, präzise Schreibstil und der reichlich vorhandene Humor hat mich nur so durch die Seiten fliegen lassen. Für mich ist "Wild wuchern" eine großartige Lektüre mit intensiver Atmosphäre. Ganz große Leseempfehlung!

5

"Jetzt bin ich da und wuchere. Und niemand mehr da, der mich stutzt. Aber auch niemand, der mir Wasser gibt." 🗻🐐

Es geht um Cousinen, die eine lebt augenscheinlich zivilisiert, die andere hat sich tief in den Bergen zurück gezogen. Aus der Not findet die eine zur Anderen. Gegenseitig verstehen und wahrnehmen tun sie sich deshalb erstmal noch nicht... Es stellt sich eine unglaubliche urige Stimmung ein beim lesen. Ich mochts sau gern. Es ist amüsant, so herzig, schockierend, traurig und augenöffnend.

"Jetzt bin ich da und wuchere. Und niemand mehr da, der mich stutzt. Aber auch niemand, der mir Wasser gibt." 🗻🐐
4

Mitreißender Gedankenstrom, der oft etwas subtil märchenhaftes besitzt und im schroffen (Umgangs-)Ton von Zerrüttung und Annäherung erzählt - sehr fesselnd und mit passendem Dialekt von der Autorin vertont! Mir hat lediglich eine stärkere emotionale Verbindung zu den beiden Frauencharakteren gefehlt.

5

Ein unerwartetes Highlight mit dem ich so gar nicht gerechnet habe! Der Roman kommt locker-leicht daher. Es gibt keine Kapitel, aber kurze Abschnitte weswegen man schnell voran kommt. Der Schreibstil ist einfach gehalten, wobei dieser ab und an poetische Züge annimmt. Gleich zu Beginn wird angedeutet, dass etwas vorgefallen ist das Marie zwingt zu ihrer Cousine in die Berge zu flüchten. Nach und nach taucht man immer mehr in die Geschichte ab und erfährt genauere Hintergründe. Es war schön zu erleben wie Marie und Johanna immer mehr zueinander finden, denn auch sie haben eine Vorgeschichte. Generell wirken die beiden wie Tag und Nacht. Das Ende hat mich sehr berührt und ihre Geschichte war tiefgründiger als ich jemals vermutet hätte. Das Buch war eine echte Überraschung! Daher eine absolute Leseempfehlung!

4

Anfangs holperig, dann super!

Mir haben anfangs Maries Sprache und ihre knappen abgehackten Sätze etwas Schwierigkeiten bereitet, so richtig ins Buch zu finden. Und ich fühlte mich im Storyverlauf etwas „hingehalten“, weil man auch einfach mehr über Johanna erfahren möchte … Aber nachdem ich es jetzt fertiggelesen habe gefällt es mir wirklich richtig richtig gut! Und ich kann es nur empfehlen!

Anfangs holperig, dann super!
4

Auf der Lesung war mir die Autorin sehr sympathisch und ich ein bisschen Angst das Buch zu lesen, weil ich es gerne mögen wollte. Tatsache ist, dass ich es wirklich mag. Ich habe zwar kurz gebraucht, um in die Geschichte rein zu kommen und mich an die bedächtige Erzählweise zu gewöhnen. Dann hat es mich aber gepackt und ich war so gespannt, wie sich das Verhältnis der beiden entwickelt hat und warum sie beide dort gelandet sind. Wirklich sehr gut ausgearbeitete Charaktere und Beschreibung der Natur und der dazugehörigen Lebensweise. Ein paar Mal war ich sogar schockiert...

4.5

Sehr intensives Buch über die tiefsitzende Misogynie, familiäre Erwartungen, an denen man zu zerbrechen droht und das einsame Leben in der Natur als einzige Ausflucht daraus 👌🏻

4.5

✨ Leseempfehlung ✨ Wer die Berge und die österreichische Kultur liebt, wird hier vollends abgeholt.

✨ Leseempfehlung ✨ Stimmen zum Buch: »EIN ROMAN WIE EINE NATURGEWALT: STÜRMISCH, FESSELND UND DABEI VOLLER ZÄRTLICHKEIT.« Doris Knecht Worum geht’s? Tiroler Alpen und Wien, Zwei Frauen, zwei Leben, Gewalt Zitate: »Ich war dort, wo man mich hingepflanzt hat, wie ein Ziergewächs in einem Topf. Jetzt bin ich hier und wuchere.« Mein Leseeindruck: Panisch rennt die Protagonistin Marie den Berg herauf, erneut fliehend vor ihrem Ehemann, mit dem sie in Streit geraten ist. Verfolgt aus einer urbanen, zivilisierten Welt in Wien, die ins Wanken geraten ist. Angst, Angst ganz viel Angst begleitet sie auf diesem Weg. Ihre Cousine Johanna, die ein Eremitenleben auf der Alm führt soll ihr helfen. Doch tut sie dies? Nähern sich die ungleichen Frauen an und bearbeiten das Vergangene, das Ungesagte? Ein Kräftemessen beginnt, ein Aufbruch für beide! Ein Buch mit fesselnder Dynamik, atmosphärisch und bildhaft, erzählt. Es entsteht ein Sog, die Sprache schnell, laut, panisch, authentisch mit österreichischem Dialekt gespickt. Ein sensibel, psychologisch klug konstruierter, intensiver Plot wird zu einem Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen will. Ein atemberaubendes, tempomachendes Alpen-Kammerspiel! Cover und Titel polarisieren und passen perfekt. Fazit: Scho a bisserl wuid, aber guat! I mog’s! ❤️ Wer die Berge und die österreichische Kultur liebt, wird hier vollends abgeholt.

✨ Leseempfehlung ✨ 
Wer die Berge und die österreichische Kultur liebt, wird hier vollends abgeholt.
5

Katharina Köllers "Wild Wuchern" ist ein sprachgewaltiger, intensiver Roman, der auf nur 200 Seiten eine beeindruckende Wucht entfaltet. Mit einer Mischung aus poetischer Erzählkunst, Gesellschaftskritik und psychologischer Tiefe erzählt er die Geschichte zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und sich doch auf einer abgelegenen Tiroler Alm begegnen müssen. Marie flieht aus einem Leben, das sie zunehmend einengt und bedroht. Sie sucht Zuflucht bei ihrer Cousine Johanna, die seit Jahren wie eine Eremitin lebt, wortkarg und eigen, in einer Natur, die ebenso hart wie befreiend ist. Während Marie aus einer Welt der Oberflächlichkeiten kommt, ist Johanna von einer rauen Ursprünglichkeit geprägt. Ihr Aufeinandertreffen ist von Spannung und Konfrontation, aber auch von unmerklicher Annäherung geprägt. Köllers Sprache ist atemberaubend: direkt, voller Wucht, manchmal rau und schroff wie die Bergwelt, dann wieder poetisch und feinfühlig. Besonders beeindruckend ist die Art, wie die Autorin Traumata, gesellschaftliche Zwänge und das Ringen um Selbstbestimmung thematisiert. Häusliche Gewalt, unterdrückte Wut, familiäre Lieblosigkeit und das Gefühl, sich in einer vorgefertigten Rolle zu verlieren, durchziehen den Roman – und doch ist er auch von einer wilden, fast anarchischen Lebenslust durchdrungen. Ein intensiver, emotional aufwühlender Roman, der einen mit seiner rohen Schönheit gefangen nimmt. Es geht um weibliche Selbstermächtigung, um das Überleben in einer Welt, die nicht für alle gleich gemacht ist. Ein wahnsinnig gutes Buch und definitiv eines meiner Frühjahrshighlights – I love it!

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4.5

Wild, Rauh und ursprünglich

Was für ein Wahnsinns Roman! Schlicht wirkt er, wenn man den Klappentext liest, einfach in der Geschichte, die erzählt wird. Aber die Komplexität ist bemerkenswert! Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, treffen sich unfreiwillig nach Jahren wieder. Marie ist auf der Flucht und sieht nur einen Ausweg: Zuflucht auf dem einsamen Berg bei ihrer Cousine Johanna finden. Johanna die seit Jahren kaum mehr redet. Alte Wunden brechen auf, in der Ödnis und doch bemerken die beiden Cousinen oben auf dem Berg, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie dachten. Die Themen wie häusliche Gewalt, antrainiertes Konkurrenzdenken unserer Gesellschaft, Lieblosigkeit in der Familie und Misogynie werden hier so schnörkellos erzählt, dass sie umso schwerer wiegen. Das alles in einer rauhen und ursprünglichen Sprache, die perfekt zu dem Gebirge in Tirol passt, das sich im Geiste vor einem erhebt. Und langsam taut man mit den beiden aus der Wintersmüdigkeit auf, rennt Hügel hinauf, arbeitet sich die Hände wund und riecht die klare Bergluft. Und man will es mit ihnen raus lassen, dieses Wilde, egal was die anderen denken, der Angepasstheit der Gesellschaft den Rücken kehren und leben. Leben in der Einfachheit, leben ohne dass es wichtig ist, was andere denken. Leben und lachen. Ein Roman fürs Wilde, ein Roman der erlaubt anders zu sein und der dabei so laut in die Welt hinausschreit, wie gut und wichtig dieses Anderssein ist! Große Empfehlung, lasst es wild wuchern!

5

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Super.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Super.
4

Was für eine wunderbar erzählte Geschichte, mit einfach so kräftigen und ausdrucksstarken Landschaftsbeschreibungen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen!

5

Ein Buch das nachhallt, das bereichert, das weh tut.

"Ästhetik ist wurscht. Es geht nur um Sinnhaftigkeit" In "Wild wuchern" begleiten wir Marie, die Hals über Kopf aus Wien flieht und sich schließlich in der einsamen Berghütte ihrer Cousine Johanna wiederfindet. So viel zur Geschichte. Mehr muss man nicht wissen. Beide Charaktere mochte ich gerne, wobei ich Johanna mehr ins Herz geschlossen habe. Sie ist die Eremitin, die die Gesellschaft von Tieren die der Menschen vorzieht und ihr Leben auf der Berghütte fernab der Zivilisation verbringt. Marie mochte ich zwar auch, aber sie ist eher das Stadtmädchen. Sie ekelt sich vor der Hütte und dem eiskalten Wasser aus dem Brunnen. Aber sie passt sich an. Jetzt zu den Details. Ich bin völlig überwältigt von der Klugheit dieses Romans. Katharina Köller schreibt eine sehr präzise Gesellschaftskritik und legt den Finger direkt in die Wunde. Es geht um die Entfremdung zur Natur, psychologischen Missbrauch, gestörte Eltern-Kind-Beziehung, Feminismus und Identitätssuche und um so viel mehr, was mir beim ersten Lesen bestimmt entgangen ist. Man möchte denken, ein Buch, das so viele verschiedene Themen abdecken möchte, erfüllt seine Aufgabe eher schlecht als recht. Nicht so hier. Katharina Köller muss nicht großartig ins Detail gehen, denn jeder Satz ist so auf den Punkt gebracht und trifft so ins Mark, sodass nicht mehr Worte oder mehr Details benötigt werden. Also ein unfassbar gut geschriebener Roman, der in mehrere Richtungen den ausgestreckten Mittelfinger zeigt, ohne an Klugheit oder Würde zu verlieren. Ein Buch das nachhallt, das bereichert, das weh tut. Lest es! P.S: besonders mochte ich es, dass die Autorin österreichische Wörter in den Text genommen hat. Das Hörbuch liest sie selbst und die Dialoge liest sie ebenfalls im Dialekt.

4

Wild wuchern - Katharina Köller Ja...was habe ich erwartet? Nichts in der Richtung! Ich brauchte tatsächlich einige Seiten da die Geschichte viel in Österreicher Mundart geschrieben ist. Das hat es dann aber später sehr authentisch gemacht. Wir haben hier einen ziemlich einschneidenden Roman über Häusliche Gewalt und ein Leben als unerwünschte Kinder. Die beiden Cousinen Marie und Johanna könnten unterschiedlicher nicht sein. Die eine immer das (ungesehene) Goldkind, die Andere zu eigenartig und eigentlich unerwünscht. Marie taucht nach vielen Jahren auf der Alm bei ihrer Cousine auf unangekündigt und genauso unerwünscht, denn die Cousine hat dem Leben in der Stadt abgeschworen und lebt gerne allein und abgeschieden. Marie weiß aber nicht wohin sonst, denn sie flüchtet vor ihren Mann der sie regelmäßig prügelt. Beide verstehen nicht so recht wieso die jeweils Andere in Kinderzeiten war wie sie war, bis sie nach einem schweren Gewitter auf der Alm und einem heftigen Streit (endlich) ein intensives Gespräch führen , über all das was die Familien ihnen angetan haben. Für mich sehr bewegend und hart. Man ist regelrecht mit wütend auf den prügelnden Mann, die Eltwen und Großeltern die Ihre Kinder regelrecht psychisch misshandeln

5

„Ich war dort, wo man mich hingepflanzt hat, wie ein Ziergewächs in einem Topf. Jetzt bin ich hier und wuchere.“ „Was mich der Geschichtsunterricht in der Oberstufe also gelehrt hat, ist, dass man immer noch kann, wenn man glaubt, dass man nicht mehr kann. Solange man nicht umgefallen ist, geht es.“ Marie ist auf der Flucht, sie rennt panisch einen Berg hinauf und hat Angst. Ihr Ziel ist ihre Cousine Johanna. Sie lebt seit Jahren in einer abgelegenen Hütte auf dem Berg, ein perfekter Ort um sich zu verstecken. Besonders gut hat Marie Johanna aber noch nie verstanden, sie ist ganz anders. Johanna liebt Tiere mehr als Menschen und redet nicht viel. Der Roman kommt daher wie ein Kammerspiel, mit einer ordentlichen Wucht, hart, schonungslos und manchmal wieder ganz zart. Marie reflektiert ihr Leben. Zum Großvater hatte sie kein gutes Verhältnis aber sonst mochten sie alle, sie war die Goldmarie. Sie ist schön, klug und erfolgreich. Ganz anders war es bei Johanna, sie war eher still und zurückhaltend, galt als nicht besonders schlau. Nun treffen die beiden unterschiedlichen Frauen wieder aufeinander und Marie sucht nach Antworten. Das Annähern ist nicht leicht, sie umkreisen sich, finden schwer zueinander. Nach und nach erfahren wir warum Marie geflüchtet ist und wie die beiden Frauen aufgewachsen sind. Es geht um Kindheitstraumata, ob die augenscheinliche „Normalität“ wirklich immer so richtig ist und auch um das harte, entbehrliche Leben auf der Alm. Dazu kommt österreichischer Dialekt , wunderbar bildliche Naturbeschreibungen und die manchmal fast raue Sprache. Ein grandioser Roman, den man gar nicht mehr weglegen möchte.

5

Zwischen Almidylle und Wortorkan – ein Buch wie ein Naturereignis

Also gut, ich geb’s zu: Ich wollte eigentlich nur ein paar Seiten lesen – so als literarisches Häppchen vorm Einschlafen. Tja. Blöd nur, dass mich dieses Buch mit der Wucht eines Lawinenabgangs erwischt hat. Köller schreibt nicht einfach, sie wuchert mit Worten. Und zwar wild. Und schön. Und ganz schön wild. Marie rennt da also in ihr Chaos hinein – den Berg rauf, versteht sich – und ich als Leser gleich hinterher, völlig außer Atem, aber glücklich. Was dann folgt, ist eine explosive Mischung aus Sprachkunst, Schwesternkrach (also Cousinenkrach, aber das klingt nicht so dramatisch) und einer Prise Eremiten-Mystik mit Almhütten-Aroma. Johanna ist sowas wie Gandalf, nur mit mehr Ziegen und weniger Redebedarf. Und Marie? Luxusweib trifft Überlebensinstinkt. Die Dialoge? Wie Pfeile aus Wermut – süßlich, bitter, treffend. Manchmal dachte ich, ich sei in einem feministischen Western auf 2000 Höhenmetern gelandet, dann wieder in einem poetischen Fiebertraum mit Kuhglocken. Und ja, es ist ein Kammerspiel – aber mit Gletscherblick und emotionaler Sprengkraft. Ich habe gelacht, gestaunt, fast einen Enzian-Tee aufgebrüht – und am Ende das Buch umarmt wie einen alten Freund. Wer denkt, das hier sei nur ein Frauenroman mit Almromantik, dem sei gesagt: Nein, Kollege, das ist Survival Training für die Seele. Unterm Strich: Eine literarische Wucherung, die man nicht jäten, sondern feiern sollte. Hut ab, Frau Köller – das war große Kunst mit Bergschuhen.

Zwischen Almidylle und Wortorkan – ein Buch wie ein Naturereignis
4.5

Richtig stark

Ich hatte irgendwie von Anfang an total den Fokus auf der Gefühlsebene. Das ist mir so aufgefallen. Für mich hat total die Angst im Vordergrund gestanden. Ich fand voll spannend wie es sich da über die verschiedenen Reaktionen „flight, freeze, fight“ entwickelt hat und Marie ihre Selbstwirksamkeit entdeckt hat. Mich hat das Buch sehr abgeholt. Es geht neben Beschriebenem auch um Beziehungsmuster, Achtsamkeit, Familie, Traditionen,…

4

Auch wenn der Roman nicht sehr lang ist brauchte ich etwas um reinzukommen. Musste mich irgendwie an dem Stil gewöhnen. Vorweg es gibt keine Kapitel nur Absätze was mein innerer Monk nicht ganz so mag. Die Story selbst steigert sich und man erfährt immer mehr über die Protagonisten die weg gerannt ist zur ihrer Cousine auf die Alm. Tatsächlich hat mich die Cousine und ihre Geschichte mehr angesprochen. Insgesamt aber eine sehr ansprechende Geschichte über toxische Besziehung, Selbstfindung und weiteren kritischen Themen.

5

Wild und schön

Marie schafft es aus einer toxischen Beziehung auszubrechen oder eher zu fliehen und das ausgerechnet auf eine Almhütte zu ihrer als seltsam geltenden Cousine. Eingerahmt in wilde Natur und die Tiroler Berge finden hier zwei Frauen zu sich und zueinander. Und das ist für mich so gut geschrieben, dass ich das Buch gar nicht mehr weggelegt hab. Vielleicht sollte man selber es auch manchmal machen wie Marie: “Ich habe mich selbst aus meinem Blumentopf gerissen und begonnen, wild zu wuchern.”

5

Highlight

Sprachlich reduziert und dadurch markant und stark. Die Geschichte hat einen starken Spannungbogen und zwei tolle Frauen. Beide tragen schwer an ihrer Geschichte und man möchte ihre Eltern und Familie schütteln, die dazu beigetragen haben. Die Kraft der Natur, des Alleinseins mit der Natur und der Umgang beider miteinander hat mich durch das Buch rauschen lassen . Große Empfehlung.

5

Ein bildgewaltiges Must-Read in diesem Frühjahr

Das Buch beginnt mit einem Paukenschlag: Marie ist auf der Flucht, auf der Flucht vor ihrem gut situierten Leben in der Glamourwelt der Mode in Wien, auf der Flucht vor ihrem Mann Peter und auf der Flucht vor dem, was aus ihr geworden ist. Ausgerechnet auf die einsame Almhütte zu ihrer Cousine Johanna flieht sie. Mit ihr verbinden sie viele gemeinsame Erinnerungen – im Guten wie im Schlechten. Denn Johanna war mal der Schützling von Marie, in der Kindheit der beiden. Doch jetzt hat sich die Welt umgedreht. Es beginnt ein hin und her, ein Verstehen und Missverstehen, ein Offenlegen und Verstecken. Und über allem stehen die beiden Frauen, schutzlos und zutiefst verletzt aber auch mit einem zarten Band der Liebe verbunden. Wieder ein grandioser Roman einer österreichischen Autorin – hier habe ich in den letzten Wochen einige mich begeisternde Bücher entdeckt. Ich kann mich den vielen begeisterten Stimmen nur anschließen, das Buch ist ein Highlight und ein absolutes Must-Read in diesem Frühjahr für alle, die gerne starke Frauenbücher mit einer klaren und mitreißenden Sprache und voller Feinfühligkeit und Stärke lesen. Im Vorsatz steht „Dieser Roman enthält Darstellungen von körperlicher und seelischer Gewalt.“ Wer das aushalten kann, der sollte das Buch lesen!

4.5

Bodenständig und tiefgründig. Archaisch und zugleich voller Prägungen.

Marie und Johanna - zwei Cousinen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Das Buch beginnt mit der Flucht von Marie vor ihrem Ehemann. Es wird sehr atmosphärisch geschildert wie gehetzt und voller Angst sie die Zugfahrt und den Weg hinauf zu Johanna, über Berge und Täler begeht, ohne dabei langatmig zu sein. Kurz und prägnant blitzen im gesamten Buch regelrecht bildhaft Erfahrungen der beiden auf. Von Marie und von Johanna, den Grosseltern, den eigenen Eltern und Familien der beiden. Alles geschickt zusammengefügt, so dass sich die Geschichten der beiden ineinander verflechten und am Ende wird klar: Unsere Gedanken und Eindrücke übereinander und unser Bild voneinander sind nichts weiter, als eben das: Gedanken und Bilder, welche es gilt mit der Realität des Gegenübers zu vergleichen, um sie richtig einschätzen zu können. Denn am Ende mögen sich die Cousinen eigentlich ganz gern und diejenige von beiden, die eigentlich die weniger „auffällige“ und eher „normale“ sein sollte, ist es vielleicht eigentlich gar nicht… Die Atmosphäre und „österreichische“ Art hat mich sofort überzeugt und in seinen Bann gezogen. Die Geschichte ist sehr bildhaft und so landet man in einem regelrechten Sog, den man nicht loslassen möchte. Leider war das Buch dann schneller zu Ende wie gewollt. 😅🫣 Das Ende kam am Ende auch etwas plötzlich, wenngleich es sehr schön ist für beide. Manche Begrifflichkeiten waren schwierig, da österreichisch oder „plump“. Tun der Geschichte aber gut, da sie sie regelrecht „untermauern“. 1- 2 Wörter und Situationen hätten auf den ersten Blick nicht sein müssen, sind im Nachhinein aber ebenfalls genau richtig. Sie unterstützen das Verständnis Marie gegenüber, wie „ausgebeutet“ und „missbraucht“ sie sich fühlt. Fazit: Unbedingt lesen! Es ist kurzweilig, präsent, prägnant, atmosphärisch und einfach gut. 👍🏻

Bodenständig und tiefgründig. 
Archaisch und zugleich voller Prägungen.
5

Ich glaube eines meiner absoluten Lieblingsbücher 2025. So wortgewaltig, so mitreißend. Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, Cousinen, die Geheimnisse und erfahrene Traumata trennen und doch vereinen. Die eine flieht von ihrem gewalttätigen Ehemann in Wien in die Tiroler Berge zu ihrer Cousine auf eine Berghütte. Diese lebt dort zurückgezogen in enger Verbindung mit der Natur. Eine Annäherung ein Abwenden und Ringen um Zuwendung…

3.5

So anders

Ein Buch, welches so anders ist als alles andere was ich bis jetzt gelesen hab. Die Sprache. Die Geschichte. Zwei Frauen, die sich wohl gegenseitig brauchen, obwohl sie es nicht wissen. Dazu kommt die Naturgewalt. Ein wichtiges und interessantes Buch. Mir gefiel nur nicht, dass es keine Kapitel gab. Ich brauch die einfach.

4

Ich mochte die Leichtigkeit auf der einen Seite und die schwere Thematik auf der anderen. Super zu lesen, interessante Frauen!

5

Marie ist auf der Flucht. Peter treibt sie in die Berge. Sie will möglichst schnell und unentdeckt weg von ihm, weg aus dieser toxischen Beziehung. Italien wäre ein schlechtes Ziel, da würde er sie sofort finden. Also werden es die Berge, die Alm. Dort, wo ihre Cousine Johanna lebt. Zwei Frauen treffen so aufeinander, die lange zusammen Zeit verbracht haben, die sich nun aber entfremdet haben und auch unterschiedliche Leben gelebt haben. Marie vergiftet Johannas Leben auf der Alm. Die Tiere, die sonst Johanna Gesellschaft geleistet haben, ziehen sich zurück. Lange geht es nicht gut auf der Alm. Erst als ein Sturm aufzieht, stellt man sich den Monstern der Vergangenheit, weitet den Blick für Offensichtliches, lässt los und kämpft. Kämpft ums Überleben, kämpft ums Weiterleben, kämpft für eine neue Schwesternschaft. „Aber ich kann nicht anders. Ich kann nicht. Weil ich bin jetzt auch nicht mehr dieser fanatische People Pleaser, der ich noch vor Kurzem war. Ich hab mich selbst aus meinem Blumentopf gerissen und begonnen, wild zu wuchern. Und deswegen zerstör ich die Stimmung jetzt, und es tut mir überhaupt nicht leid.“ Dieser Roman ist eindringlich, roh und kalt, teils schwarzhumorig, wild und kraftvoll. Katharina Köller fängt die Berge gut ein, die Umgebung, die Tiere. Lässt das Gegeneinander und Miteinander sein der beiden Frauen auf einer neuen Ebene ankommen. Ich liebe es, wie Johanna mit Marie umgeht, ich liebe es, wie genau Marie Johanna beobachtet, welche Rollen sie einnehmen und wie sie sich gegenseitig retten. Für „Wild wuchern“ muss man einiges aushalten können. Verschiedene Formen der Gewalt finden darin Platz. Am Ende zählt, nach vorne zu sehen.

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 WILD WUCHERN Katharina Köller Marie flieht in die Tiroler Alpen – dorthin, wo ihre Cousine Johanna seit Jahren zurückgezogen in einer abgelegenen Berghütte lebt. Auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann Peter sucht sie Zuflucht an einem Ort, an dem er sie hoffentlich zuletzt vermuten würde. Sie ist überzeugt, dass er nie auf die Idee käme, ausgerechnet bei ihrer absonderlichen Cousine nach ihr zu suchen – jener Frau, zu der sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. Die letzten Male, als sie zu fliehen versuchte, versteckte sie sich in Italien – doch er hatte sie dort immer wieder aufgespürt. Cousine Johanna ist alles andere als erfreut, als Marie mitten in der Nacht mit einer blutenden Kopfverletzung vor ihrer Tür steht. Ihr gemeinsamer Großvater hatte Marie einst der Hütte verwiesen, und die quirlige, luxusverwöhnte Cousine konnte sie hier oben schon gar nicht gebrauchen. Katharina Köller zeichnet ein Porträt zweier Frauen, die trotz ihrer Zwillingsmütter unterschiedlicher nicht sein könnten: Johanna – still, in sich gekehrt, die Worte schon als Kind nur zögerlich über die Lippen bringend. Und Marie – laut, lebenshungrig, der Mittelpunkt jeder Party. Nach und nach erfahren wir Dinge aus ihrer Kindheit und Gegenwart, die sich am Ende des Buches zu einem großen Ganzen fügen. Wow, was für ein gewaltiges Debüt! Wer Kitsch oder Sentimentalitäten erwartet, wird hier nicht fündig. Statt klassischer Kapitel erleben wir einen rasanten Gedankenstrom – Maries innere Stimme treibt den Text atemlos voran und zieht uns mit in ihren Strudel. Mich hat dieser Stil vollkommen gepackt: poetisch, bildgewaltig, eindringlich, wild wuchernd, kraftvoll – und erfrischend anders. Wer wortgewandte Literatur liebt, der sollte dieses Buch auf keinen Fall verpassen. 5/5

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4

Schönes Cover, traurige Geschichte

Mir gefiel der Schreibstil sehr gut, ich konnte es kaum weglegen & habs schnell gelesen. Das Thema Berge, Tirol & damit zusammenhängende Stereotypen fand ich interessant so zu lesen, da ich selbst aus Tirol komme. Vielleicht sind sie mir deshalb auch so aufgefallen. Ich finde, Tirol hat mehr zu bieten als Grantigkeit ;) TW Gewalt: Find ich echt manchmal schwer, so Bücher zu lesen wo es um häusliche und sexuelle Gewalt geht... hat mich schon berührt und zum nachdenken gebracht... Insgesamt ein ganz guter Read ✨️

Schönes Cover, traurige Geschichte
4

"Ich war dort, wo man mich hingepflanzt hat, wie ein Ziergewächs in einem Topf. Jetzt bin ich hier und wuchere. Und niemand mehr da, der mich stutzt. Aber auch niemand, der mir Wasser gibt." (S. 108) Marie ist auf der Flucht. Blutend und voller Angst macht sie sich auf den Weg, der ihr als erstes in den Sinn kommt: zu ihrer Cousine Johanna auf eine abgelegene Tiroler Alm. Ausgerechnet zu Johanna, die seit Jahren kauzig und stumm in ihrer Hütte am Berg hockt. Die beiden Frauen verbindet so viel wie sie trennt und Johanna ist keineswegs erfreut über den plötzlichen Besuch. Vor Jahren hat sie die Zivilisation hinter sich gelassen, während Marie ein Leben zum Gefallen anderer lebte. Doch sind die Rollen der Pech- und der Goldmarie wirklich zu klar verteilt?! Es ist eine gewittrige Stimmung zwischen ihnen. Unausgesprochenes, nie Gefragtes schwebt aufgeladen im Raum, bis es endlich krachen muss und Marie sich den Naturgewalten hingibt. Katharina Köllers Roman ist wie ein mühsamer Aufstieg - atemlos, brennend. Doch oben angelangt erwartet einen ein tiefes Ein- und wieder Ausatmen, das einem alle Last von den Schultern nimmt. Beide Figuren hatten sehr schnell mein Herz erobert. Ich konnte mich reinfühlen in die Verletzungen, die sie erlitten hatten - jede auf unterschiedliche Weise, von Kindesbeinen an. "Wild wuchern" handelt davon, wie wir in unserem Umfeld wachsen, blühen oder verdursten können - je nachdem, was man uns gibt. Es geht um negative Glaubenssätze, die einem von anderen eintätowiert werden, bis man sie tief verinnerlicht hat. Und um Gaslighting, das uns das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung nimmt. "Ich sammel alles und schreib es mir hinter die Ohren. Weißt, was ich da für eine Liste hab, hinter den Ohren? Die ist lang." (S. 159) Erst wenn man diese Menschen aus seinem Leben verbannt, kann man wieder in den Spiegel blicken und die Person erkennen, die man eigentlich einmal war. Also, weg mit euch Lichtdieben, Schattenwerfern und Giftranken! "[I]ch bin jetzt auch nicht mehr dieser fanatische People Pleaser, der ich noch vor Kurzem war. Ich hab mich selbst aus meinem Blumentopf gerissen und begonnen, wild zu wuchern." (S. 159)

3.5

Flucht vor häuslicher Gewalt auf eine Tiroler Alm und damit in ein einfacheres Leben - bringt das die Erfüllung?!

Auch ich wollte wissen, welche Art Geschichte sich hinter diesem wunderschönen Cover verbirgt und bin ganz unvoreingenommen in die Story gestartet, denn ich achte vor meiner Lektüre eines Buches immer penibel darauf, nicht vorher gespoilert oder beeinflusst zu werden, denn ich möchte mir meinen ganz eigenen Eindruck verschaffen (und Euch anschließend hier daran teilhaben lassen). Das folgende Zitat spiegelt perfekt, worum es in „Wild wuchern“ geht: „Ich war dort, wo man mich hingepflanzt hat, wie ein Ziergewächs in einem Topf. Jetzt bin ich hier und wuchere. Und niemand mehr da, der mich stutzt. Aber auch niemand, der mir Wasser gibt.“ Unsere Protagonistin ist Marie, eine junge Wienerin mit wie man so schön sagt, einem geregelten Leben - ein Ziergewächs in einer hübschen Wohnung mitten in der Stadt (oder im Topf sinnbildlich). Allerdings läuft nicht alles so rund, wie es nach außen scheint, denn sie ist ein Opfer von häuslicher Gewalt seitens ihres Lebenspartners Peter. Wir steigen in die Story ein, als sie flüchtet - vor dem neuesten Gewaltausbruch, vor ihrem Lebensgefährten, vor ihrem Leben. Doch wohin? Wo ist sie sicher? Sie macht sich auf den Weg zu einem Ort ihrer Kindheit, einer Tiroler Alm, der von ihrer Cousine Johanna bewohnt wird. Johanna war schon in der gemeinsam verbrachten Kindheit psychisch auffällig geworden, indem sie Ihre Kommunikation aufs Nötigste beschränkte und oft nicht mal das - sprich: sie zog sich in sich selbst zurück und stellte die Konversation mit anderen Menschen auch teils komplett ein. Wir werden hineingezogen in Maries Gedankenstrudel aus Angst - Angst, verfolgt zu werden von Peter, Angst, gefunden zu werden von Peter, aber auch Angst, abgelehnt zu werden von Johanna. Denn Marie struggelt nicht nur mit ihrer aktuellen Situation, sondern auch mit gewissen Erfahrungen aus und Erinnerungen an ihre Kindheit. Denn ebendiese Alm wurde einst auch von ihrem Großvater bewohnt, der ihr nicht besonders zugetan war - was für sie nur schwer aushaltbar war und sie auch zu einer folgenschweren Tat getrieben hat (für alle, die es noch nicht gelesen haben, möchte ich die Tat an dieser Stelle nicht spoilern, an alle die es bereits gelesen haben: Stichwort Babygämse). Marie findet Unterschlupf bei Johanna, was man sich keinesfalls als luxuriöse Berghütten-Erfahrung vorstellen darf, sondern vielmehr als eine Besinnung auf das Leben in rudimentärster Weise. Denn Johanna lebt dort sehr einfach und verrichtet alle anfallenden Arbeiten rund um die Alm selbst, die fürs Überleben dort notwendig sind - da kommt natürlich eine Hilfe ganz gelegen, sollte man meinen. Doch Johanna fühlt sich zunehmend in ihrer Ruhe und ihrem friedlichen Leben dort gestört von dem „Eindringling“ Marie. Wie wird es also weitergehen? Werden sich die beiden Cousinen zusammenraufen? Muss Marie zurück zu ihrem gewalttätigen Mann?! Oder wird sie gar vorher dort gefunden von Peter oder der örtlichen Polizei?! In jedem Fall besinnt sich Marie auf der Tiroler Alm auf das, worauf es ankommt im Leben. Sie findet Gefallen an der Verrichtung einfachster Tätigkeiten und dem damit verbundenen Tagesablauf. Marie ist endlich in der Lage, sich frei zu entfalten, oder man könnte es auch „Wild wuchern“ nennen - denn sie ist nicht mehr beschränkt auf ihre Wiener Wohnung inklusive Haustyrann, sondern hier gehts nur um das (Über-) Leben und was dafür nötig ist, ohne jegliche Ablenkung. Sie dringt auch immer mehr zu Johanna vor, indem sie sich an Ihre Vorstellungen des Lebens anpasst, wie z.B. tunlichst darauf zu achten keine Spinnennetze zu zerstören und co. Kann so ein „einfaches“ Leben die Erfüllung bringen?! Haben wir nicht schon alle einmal darüber nachgedacht?! Ich für meinen Teil auf jeden Fall und diesen Aspekt des Buches mochte ich ganz besonders. Katharina Köller übt Zivilisationskritik aus mit „Wild Wuchern“, sie thematisiert häusliche Gewalt, aber auch der zwischenmenschliche Aspekt kommt nicht zu kurz, denn die Beziehung der beiden Cousinen ist verworren, auch aufgrund psychischer Auffälligkeiten seitens Johanna, wie ihrem elektiven Mutismus (ihr zeitweiliges Schweigen bzw. die Kommunikation nur mit bestimmten Personen). Ich habe das Buch gerne gelesen, aber in manchen Aspekten hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, wie insbesondere der Cousinen-Beziehung inklusive Charakteren - ein Psychogramm der Figuren wäre großartig gewesen. Nichtsdestotrotz hatte ich wundervolle Lesestunden und kann Euch nur ans Herz legen, Euch einen eigenen Eindruck zu verschaffen - also wenn Ihr Lust habt auf einen kleinen gedanklichen Ausflug in die Berge inklusive atemberaubender Naturbeschreibungen, zwischenmenschlichem Wirrwarr, aber auch tiefgreifenden Aspekten wie Gesellschaftskritik, häuslicher Gewalt und psychischer Erkrankung, dann solltet Ihr Euch „Wild Wuchern“ von Katharina Köller unbedingt mal genauer anschauen!

4

Zwei Frauen, die zu sich selbst finden (müssen).  Johanna, die Eremitin, die autark in einer Berghütte im Einklang mit der Natur lebt und ihre Cousine Marie, die aus dem Stadtleben ausbricht, um häuslicher Gewalt und Erniedrigung durch ihren Ehemann zu entfliehen.  Das Verhältnis der Beiden, seit Kindertagen nicht zum Besten bestimmt und doch nähern sie sich langsam an und beginnen einander zu respektieren, voneinander zu lernen/profitieren und sich gegenseitig zu öffnen.  Wild wuchern ist nicht nur der Titel dieses Buches.  Wild wuchern auch die beiden Protagonistinnen während ihrer jeweiligen Entwicklung in der einsamen Berghütte auf einem Tiroler Berg.  Wild wuchern ebenfalls die Sätze und Worte im Verlauf der Handlung.  Katharina Köller schafft es, dass sich einem einfache Sätze bildhaft einprägen. Anfangs war ich etwas irritiert, durch die österreichische Sprechweise, die hier verschriftlicht wurde, aber nichts anderes wäre passender gewesen, für diesen Ausflug in die Berge, um Marie und Johanna beim wild wuchern zu begleiten.  "Ich hab mich selbst aus meinem Blumentopf gerissen und begonnen wild zu wuchern." [S. 159] 

5

Ein großes Highlight für mich - und ganz bestimmt für alle, die gerne mit allen Sinnen lesen und fühlen. 🖤

Marie und Johanna sind Cousinen. Die eine lebt mit ihrem Mann in einer schicken Wohnung in Wien. Die andere lebt ein ursprüngliches Leben in den Bergen. Früher hat die eine der anderen beigebracht, wie man klarkommt. Heute ist es umgekehrt. Marie muss fliehen, ausbrechen und Schutz suchen bei Johanna. Und wir erfahren nach und nach, wie die beiden Mädchen zu den Frauen wurden, die sie heute sind. 🌾 Was für eine Wucht! Die Hütte auf der Tiroler Alm eingebettet in die bebende Natur, die so mächtig ist, dass sie alles verschlingen könnte, wenn sie nur will. Beschrieben hat Katharina Köller alles so lebendig, dass ich es fühlen kann - das eiskalte Brunnenwasser, den kriechenden Nebel, die tippelnden Mäusefüsschen, das pieksende Stroh und das wilde Wuchern. Wenn ich Herzklopfen und schwitzige Hände bekomme, weil mich Maries Schicksal so mitnimmt, wenn ich mit ihr den Berg hinauf hetze und versuche, Wurzeln zu schlagen auf der Alm. Und wenn die Tränen laufen, weil der Grund für Johannas Schweigen mich mitten ins Herz trifft. Was für eine Sprache - so nah, so echt, so intensiv, so packend. Dieser Roman ist bitter und erbarmungslos, so ungerecht und brutal wie das Leben. Und ganz unvermittelt bekomme ich vor Augen geführt, was Genugtuung bedeutet. Warm und zäh fließt das Gefühl über meine Seele, ebnet alle Narben und verschließt die Wunden. Warum Marie in die Berge flieht, erfahren wir ganz zum Schluss. Und glühend heiß brennt dann die Frage zwischen den Zeilen: Wer schreibt die Regeln? Wer beschließt, was richtig ist und was falsch? Das Leben passt nicht zu diesem Konzept. Das Muster verschiebt sich, es zeichnet sich neu mit jedem einzelnen Moment, in dem wir handeln - oder zur Handlung gezwungen sind. Was für eine Wucht! Ich werde dieses Buch und Johannas Hütte auf der Tiroler Alm nicht vergessen - als wäre ich selbst dort gewesen.

Ein großes Highlight für mich - und ganz bestimmt für alle, die gerne mit allen Sinnen lesen und fühlen. 🖤
4

Ein so tolles Buch über Kindheitstraumata, häusliche Gewalt in ihrer derben Varianz und über Familienbande - und darüber, dass einem der Mensch, der sich nach außen hin am meisten von einem unterscheidet, manchmal doch am meisten mit dir gemeinsam hat.

4

Alm ohne Öhi

Eine sehr bildhafte Sprache, zwei sehr individuelle Protagonistinnen und die Natur der Tiroler Berge machen diesen kurzweiligen Roman zu einem richtigen Leseerlebnis. Sehr zu empfehlen!

4.5

Die Geschichten der beiden Cousinen fand ich bedrückend aber auch sehr gut erzählt. Zwei sehr gegensätzliche Leben die miteinander verwoben sind. Die beiden wuchsen miteinander auf und finden nach Jahren einen Weg zueinander. Ich mag den Schreibstil der Autorin, klare Leseempfehlung!

4

Skurril, roh & intensiv

Ungewöhnliche Ich-Perspektive. Eigenwillige und besondere Protagonistinnen. Marie ignoriert sich so lange selbst, um den Erwartungen an sie als braves Mädchen zu entsprechen, bis sie ausbricht und bei ihrer Cousine Johanna zu wuchern beginnt.

Skurril, roh & intensiv
4.5

Werbung|Rezensionsexemplar Wild Wuchern| Katharina Köller| Penguin Verlag| ET 26.02.2025 ______________________________________ Intensiv, kraftvoll und fesselnd! ~ Jetzt bin ich hier und wuchere. Und niemand mehr da, der mich stutzt. Aber auch niemand, der mir Wasser gibt.~ Wenn ich dieses Buch Revue passieren lasse, sind das die 3 Schlagwörter, die mir als erstes einfallen. Worum gehts: Marie, aus deren Ich-Erzählperspektive auch geschrieben ist, will sich aus ihrem goldenen Käfig befreien und flüchtet aus der Stadt zu ihrer Cousine Johanna in die Berge. Sie versucht dort, neu zu wuchern. Ob ihr das gelingt und warum Sie überhaupt flüchtet und was sich alles hinter dieser Geschichte verbirgt, müsst ihr selbst lesen. Denn hier prallen nicht nur was das Setting angeht zwei Welten aufeinander. Aber ziemlich temporeich, mit ein wenig Ironie und ziemlich viel Ernsthaftigkeit, wird in diesem Buch über den Versuch des Loslösens erzählt, was mich ziemlich zum Staunen gebracht hat. Klare Leseempfehlung mit 4,5/5 ⭐️ Und ganz lieben Dank ans Teambloggerportal für dieses Rezensionsexemplar.

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4.5

'Wild wuchern' von Katharina Köller hat mich wirklich begeistert. Das Buch ist super kurzweilig, mit interessanten Figuren, tiefgründigen und kritischen Themen. Die Sprache ist toll, die Familiengeschichte spannend, und zwischendurch gibt es humorvolle Momente. Die Geschichte beginnt mit Maries Flucht vor ihrem tyrannischen Partner. Sie rennt nachts bergauf zur Almhütte ihrer Cousine Johanna um dort Schutz zu finden. Da die beiden seit ihrer Jugend keinen engen Kontakt mehr hatten und unterschiedlicher nicht sein könnten, entwickelt sich ein spannender Prozess des Annäherns, des gegenseitigen Verstehens und des Findens zueinander. Ich mochte die schweigsame und recht harsch wirkende Johanna sehr gerne. Dort oben, alleine mit ihren Tieren, führt sie ein friedliches Leben und hat wahrscheinlich mehr mit der neuen Situation zu kämpfen als Marie. Marie kennt es nicht anders, sie passt sich an und will gefallen, schon immer und bleibt dabei natürlich auf der Strecke. Was mich überrascht hat: Mir ist erst nach dem Lesen aufgefallen, dass das Buch keine Kapitel hat. Das hat mich aber überhaupt nicht gestört, denn ich wollte einfach immer weiterlesen und habe dabei nicht wie sonst immer mal wieder geschaut, wann Zeit für eine (Kapitel)-Pause ist. Die eingewebte österreichische Mundart hat mir sehr gut gefallen, ebenso die vielen klugen Zitate. Ich hätte mir alle markieren sollen, doch ich wollte mich nicht aus der Geschichte herausreißen lassen. Ein Zitat, das mir besonderes im Gedächtnis geblieben ist, lautet: "Seit du da bist, bin ich einsam." Das hat mich sehr berührt. Es gibt in diesem Roman einiger dieser ehrlichen, tiefgehenden und manchmal auch krassen Zitate. Alles in allem ein tolles Buch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

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5

Nach dem ich am Samstag eine Lesung mit Katharina Köller besucht habe und sie lesen gehört sowie erfahren habe, dass sie das Hörbuch selbst liest musste ich dieses Werk hören. Großartiger Roman welcher mich gefesselt hat und hervorragend gelesen von der Autorin selbst!

5

Tiefgründig, ruhig und ehrlich.

Schon die ersten Seiten haben mich gepackt, weil die Geschichte direkt rasant beginnt, ohne einen großen Einblick in das Leben der Protagonistin zu bekommen. Diese geheimnisvolle Stimmung der Geschichte zieht einen direkt in ihren Bann. Besonders bewegt hat mich die tiefe Naturverbundenheit, die das Buch durchzieht. Als jemand, der selbst viel Kraft aus den Bergen schöpft, konnte ich die geschilderten Erfahrungen sehr gut nachempfinden. Die poetische Sprache und die ruhige, intensive Erzählweise machen das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis, das noch lange nachhallt. Wild wuchern erzählt von der Kraft der Natur und davon, wie eng sie mit unserem Inneren verwoben ist. "Ich habe mich selbst aus dem Blumentopf gerissen und begonnen, wild zu wuchern."

4

Anders, aber gut

Ich musste mich erst an den Schreibstil gewöhnen. Er hat mich irgendwie an die Eberhofer Bücher erinnert 🤔 Auch, dass es keine Kapitel gibt, ist gewöhnungsbedürftig. Aber der Inhalt, der berührt. Marie steht plötzlich vor der Tür ihrer Cousine Johanna. Die lebt als Eremitin auf einer Hütte in den österreichischen Alpen. Unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein. Marie, aus Wien, ist kommunikativ und liebt Design und Partys. Johanna ist wortkarg und liebt Tiere und die Einsamkeit. Aus der Sicht von Marie wird erzählt, warum sie auf die Hütte gekommen ist. Und man erfährt auch von der Kindheit der Cousinen. Jede auf ihre Art, hat etwas zu bewältigen. Das ist sanft erzählt und ich konnte mitfühlen.

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