Eva
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Description
Book Information
Author Description
Verena Keßler, geboren 1988 in Hamburg, lebt in Leipzig, wo sie am Deutschen Literaturinstitut studierte. Ihr Debütroman Die Gespenster von Demmin wurde für zahlreiche Preise nominiert und mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihr bei Hanser Berlin der Roman Eva, für den sie den Literaturpreis „Der zweite Roman“ erhielt.
Characteristics
5 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
"Eva" ist ein interessanter und teilweise polarisierender Roman über vier Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen und mit unterschiedlichen Einstellungen zum Thema Mutterschaft im Kontext zur heutigen Gesellschaft und dem Klimawandel. Jeder der vier Protagonistinnen ist ein separater Abschnitt gewidmet, aber alle Kapitel und auch alle Frauen hängen direkt oder indirekt miteinander zusammen. Dabei schafft es die Autorin jede einzelne Geschichte ohne moralische Wertung zu erzählen. Ein wichtiger und nachdenklich stimmender Roman.
(Nicht) Muttersein Vier Erzählungen über Frauen, die in sich abgeschlossen sind, aber doch miteinander verbunden sind. Dabei geht es um Themen rund um die Mutterschaft. Der unerfüllte Kinderwunsch, bewusste Kinderlosigkeit, die Erschöpfung einer Mutter und ein Kindsverlust werden thematisiert. Jede der vier Frauen steht dabei für einen Aspekt rund ums (Nicht) Muttersein. Verena Kessler gelingt es sehr gut, die verschiedenen Emotionen und Lebensrealitäten zu beschreiben. Ich konnte mich in alle Geschichten gut einfühlen. „Wusstest du, dass Meeresschildkröten immer an denselben Strand kommen, um ihre Eier abzulegen? (…) Die Weibchen kommen nachts aus dem Wasser, ziehen sich mit ihren Flossen über den Sand, legen ihre Eier in eine Grube und verscharren sie dort. Danach verschwinden sie wieder im Meer, Aufgabe erledigt, das Ausbrüten übernimmt die Sonne. (…) Keine Meeresschildkröte lernt je ihre Mutter kennen.“ Keine muss je eine sein. Das Buch ist direkt auf meine 🩷- Bücherliste gewandert!
Verena Kessler beleuchtet in ihrem Roman "Eva" das Thema Mutterschaft bzw. Elternschaft aus vier Perspektiven. Gekonnt verwebt sie die Geschichten von Mona, der überforderten Mutter, die sich nach Atempausen sehnt, mit der ihrer Schwester Sina, die ungewollt kinderlos ist, und der von Eva, die bewusst auf Kinder verzichtet, um die Ressourcen unseres Planeten nicht noch mehr zu überfordern. Hinzu kommt noch eine namenlose Frau, die ihr Kind verloren hat und versucht, einen Weg zurück ins Leben zu finden.
Die Autorin begleitet jede dieser vier Frauen durch einen kurzen Lebensabschnitt und lässt sie auch zurückschauen und erzählen, wie alles gekommen ist. Partner sind auch mit an Bord, bleiben aber im Hintergrund, gehen verloren oder kommen erst dazu. In den Geschichten der vier wird schnell klar, wie emotional dieses Thema ist, wie viele unterschiedliche Werte damit verbunden sind, und wie gross das Unverständnis sein kann, wenn es um die Perspektiven anderer geht. Besonders Eva, die ihre Haltung öffentlich macht und andere auffordert, es ihr gleich zu tun, ist massiven Angriffen ausgesetzt. Aber auch die anderen Frauen erleben wenig Solidarität. Verena Kessler gelingt es auf gerade 200 Seiten die Komplexität des Themas deutlich zu machen und Frauen ins Gespräch zu bringen. Sie schreibt klar und schnörkellos, wählt prägnante Szenen und überzeugende Verbindungen und lässt mir als Leserin Raum, mich in ihre Figuren hineinzufühlen. Mit Mona und Sina fühle ich mich schnell verbunden, aber so nach und nach kann ich auch Eva und die namenlose Frau verstehen. Wir haben lange damit gelebt, dass Frauen ihre unterschiedlichen Lebensmodelle verteidigten und kritisch auf die der anderen sehen. Meist sind wir ohne es zu wollen in diese Strukturen hineingewachsen. Doch immer mehr Autorinnen erinnern uns daran, wie wichtig gegenseitiger Support ist, um bessere Lebens- und Arbeitsbedigungen für Frauen zu schaffen. Mich hat Verena Kesslers Buch sehr berührt. Ein besonderes Highlight ist dabei Evas Erfahrung, dass Kinder das Leben bereichern und uns wachsen lassen können und dass wir um ihretwillen eine Verantwortung ergreifen, die vorher nicht vorstellbar war.
Schweres Thema, aber sie kann einfach schreiben
“Man hat entweder Kinder oder man hat keine. Niemand macht beide Erfahrungen.” Genau diese unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Mutterschaft bringt Verena Keßler in diesem Buch zusammen. Am besten gefallen hat mir die Figur Eva Lohmanns, weil ich die im Roman und in der Realität sehr umstrittenen Positionen dieser Figur nachvollziehen konnte - ob heute denn wirklich noch jeder Kinder bekommen MUSS, wo doch die Zukunft dieser Kinder durch den Klimawandel nicht sehr rosig aussieht und wir doch sowieso schon mehr als zwei Erden bräuchten, um den Ressourcenbedarf der Menschheit zu decken… Aber die Autorin stellt Eva noch drei andere Frauen zur Seite: Sina, die alles versucht, um ihrem Partner den Wunsch nach Vaterschaft zu erfüllen. Mona, ihre Schwester, die schon früh Mutter von drei Kindern wird und einfach nur noch müde ist. Und zuletzt noch eine verwaiste Mama. Dieses letzte Kapitel hat mich sehr runtergezogen. Ich verstehe, warum diese Mutterfigur wichtig ist, für mich hat es leider -neben dem 💔- den Fokus weggenommen von der Frage nach “definiert sich Frausein durch Mutterschaft” und dem “kann man so etwas eigentlich mit dem Kopf entscheiden”, “ kann man sich jemals RICHTIG entscheiden” und “warum können sich Gesellschaft und Familie nicht einfach mal raushalten bei dieser Frage, die doch alleine uns Frauen und unseren Körper etwas angehen sollte”… Viele gute Gedanken 💭wirft dieses Buch in den Raum, verpackt in eine flüssig geschriebene Handlung um glaubhafte Frauenfiguren. Schreiben kann Verena Keßler wirklich richtig gut 👍
Tolles Leseerlebnis. Kurzweilig und interessant geschrieben. Klare Sätze und gute Gedanken. Kinder kriegen und Klimaschutz. Erzählt werden 4 Geschichten von 4 Frauen mit 4 verschiedene Ansichten. Die Geschichten mal mehr, mal weniger miteinander verbunden. Jede Frau kämpft mit ihren Problemen. Eva hat sich gegen Kinder entschieden, weil Kinder zu viel CO2 ausstoßen und die Welt aussichtslos für eine neue Generation ist. Sina möchte mit ihrem Mann am liebsten ganz viele Kinder, aber bekommt keine. Mona hat drei und wünscht sich so gerne wieder Zeit für sich. Und die vierte Frau hat ihre Tochter verloren. Jede Frau bekommt ihren Teil in diesem Buch und meine volle Aufmerksamkeit. 200 Seiten voller faszinierender Ansichten und Problemen. Absolute Leseempfehlung. Mein erstes aber bestimmt nicht mein letztes Buch von der Autorin. S.67 „Sie sagen also: Lieber denen, die bereits geboren sind, ein angenehmes Leben ohne Einschränkungen ermöglichen?“ S.76 „Eva verdrehte innerlich die Augen. Leute, die von sich behaupteten, eine besonders gute Menschenkenntnis zu haben, hatten meist vor allem Vorurteile. Doch sie wollte nicht den gleichen Fehler begehen und ihn direkt abschreiben.“ S.199 „In den Stunden, in denen du starbst, lag ich neben dir in deinem Bett, dein Kopf auf meiner Brust, meine Wange an deinem Haar. Ich weiß nicht, wie viel du noch verstehen konntest, aber in diesen Stunden erzählte ich dir dein ganzes Leben. Alles, was darin geschehen war, und alles, was noch hätte geschehen sollen
Sehr gut und kurzweilig geschrieben. Behandelt genau die Themen, die Frauen in den 30ern u.a. am meisten beschäftigen: Mutterschaft (ja/nein?) und Klimakrise. Die beiden Themen werden so gut zusammengeführt und ergänzen sich gegenseitig. Die Perspektiven von allen 4 Frauen fand ich sehr bereichernd, so dass ich mich auch in allen ein bisschen wiederfinden konnte. Habe das Buch sehr gerne und fast am Stück durchgelesen!
Eine Stärke des Buches ist, wie sie Personen und Ereignisse von verschiedenen Seiten erzählt. So ändert sich beim Lesen auch die eigene Sicht auf die Figuren und es führt vor Augen, wie wir in der Realität auch immer nur einen Teil des Ganzen sehen und kennen. Manche Ereignisse werden angerissen, aber nicht auserzählt und dann tauchen sie irgendwann noch mal wieder auf und das Bild wird etwas runder. Thematisch geht es um Mutterschaft: darum Kinder zu haben, keine Kinder zu bekommen, sich bewusst gegen Kinder zu entscheiden und auch darum, ein Kind zu verlieren. Ich selbst konnte gut an die Erzählung der erschöpfenden Mutterschaft andocken, an den großen Wunsch nach Zeit mit sich selbst und Abstand von allen, die etwas möchten. Andere Leser*innen werden sich von anderen Perspektiven angesprochen fühlen.
Die verschiedenen Blickwinkel fand ich sehr spannend und insgesamt hat mich die Geschichte gut mitgenommen. In der Mitte wurde es für mich kurz etwas zäh, aber der sehr schöne Schreibstil hat das wieder ausgeglichen. Besonders das Ende hat mir richtig gut gefallen und insgesamt hat es stark zum Nachdenken angeregt.
Vier Frauen, vier Geschichten über das Leben mit und ohne Kinder
Besonders genossen habe ich die ersten beiden Frauen-Geschichten. Auch die dritte empfand ich als elegant in die vorherigen eingesponnen. Jedoch wurde bereits hier der reflexive Bezug auf die von der Figur Eva Lohaus aufgestellte Theorie, man solle aus Klimaschutzgründen keine Kinder bekommen, immer weniger. Zumindest hätte ich mir einen stärkeren Bezug dazu gewünscht. Sicherlich, die Reflexion hat mam stets selbst ziehen können. Jedoch wäre dann eine andere These für mich persönlich gewinnbringender. In der letzten Frauenfigur fehlt der wirkliche Bezug zur These vollkommen. Ohne zu viel verraten zu wollen: Diese Frau hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich. Und bringt man ihr Schicksal mit Lohmanns Aussage (keine Kinder für mehr Klimaschutz) in Korrelation, bzw. stellt man sich vor, wie diese These für die letzte Figur sich anhören muss, stockt einem der Atem. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass das Buch den einen oder anderen Hinweis darauf herstellt. Für mich persönlich interessant war, dass ich gleichzeitig dieses Hörbuch gehört und den Roman "Das Leben der Anderen" von Anne Sauer gelesen habe. Hier gibt es sich ähnelnde Textaussagen, wie beispielsweise, dass man nicht gleichzeitig zwei Leben führen könne - eins mit und eines ohne Kinder. Hat jemand von euch auch beide Bücher gelesen/gehört? Muss nochmal herausfinden, in welchem Bezug die beiden Autorinnen stehen.
Unterschiedliche lebensmodelle ohne Wertung
Es werden vier verschiedene Frauen gezeigt (1 kann nicht schwanger werden, 2. ist überfordert mit ihrer Familie, 3. will keine Kinder, 4. verliert ein Kind). Es werden alle leben der Frauen gezeigt und das ohne Wertung! Man kann sich ein eigenes bild machen. Sprachlich sehr gut!
Kinder kriegen oder nicht, das ist hier die Frage! „Eva" gibt Einblicke in das Leben von vier Frauen, die der K-Frage unterschiedlich gegenüberstehen und Entscheidungen treffen, die mitunter kontroverse Reaktionen hervorrufen. Die Verfechterin der Kinderlosigkeit zugunsten des Klimaschutzes erfährt beispielsweise Hass und Anfeindungen ob ihrer Einstellung. „Mir ist klar, dass sich nicht alle dafür entscheiden werden, auf Kinder zu verzichten, nicht annähernd. Aber man muss doch mal darüber sprechen können, man kann das Thema doch nicht einfach aussparen." Die Episoden zeigen, mal nüchtern, mal hoch emotional, welche Gefühle die Frauen in ihrem jeweiligen Lebenskonzept umtreiben. Sie wirken nahbar und realistisch; eine lose Verbindung zeigt, dass sie durchaus Gemeinsamkeiten haben, die vielleicht erst auf den zweiten Blick ersichtlich werden. Mir gefiel der ruhige Erzählton und wie die einzelnen Handlungsstränge für sich stehen, ohne mit einem großen Knall eine Auflösung zu erfahren. Das Ziel ist erreicht durch den Gedankenanstoß, der sprachlich ansprechend in diesem Roman gegeben wurde.
Ein ehrliches Buch
Wow. Das Buch ist kurz, präzise und so wahrhaftig. Der Erzählstil hatte mich von der ersten Seite. Das Thema Nachwuchs wird aus den verschiedensten Blickwinkeln beschrieben. Es ist kein dystopischer Roman, aber das Buch ist ehrlich. Hart, aber nicht unfair. Nicht anklagend, aber doch aufrüttelnd. Manche Sätze haben den Nagel so auf den Kopf getroffen, dass mir fast der Atem wegblieb. Einmal musste ich weinen. Absolute Leseempfehlung. Nicht nur für Menschen, die (keine) Kinder wollen, sondern auch für Menschen, die bereits Kinder haben.
Es ist kein Buch, warum man Kinder kriegen sollte
Es ist ein Buch, dass sich vielmehr mit der Last derer beschäftigt und so gut ich es finde, dass dieses Thema mehr Raum bekommt und die heile Familie nicht die Realität ist so hat mir doch eine Stimme gefehlt, die Kinder bedingungslos liebt und die harte Realität meistert ohne dass es das Kind nicht mehr gibt, aber! Das ist mein persönliches Thema und eben nicht die Geschichte dieses Buches. Der schreibstil ist wunderbar und ich konnte das Buch in einem durchlesen. Ich finde es wunderbar, dass sich mit dem Thema beschäftigt wird. Es sollte mehr Bücher dazu geben, aber für mich fehlte was, dass das Buch in mein Herz einzieht. Zudem ist das Buch so gut recherchiert, da wundert es mich, dass eine schwangere Frau Lakritz ist. Es ist nicht gut für das ungeborene Baby und ich glaube dieser Beigeschmack hat mich durchweg gestört. Die Kinder in den Geschichten laufen so mit als zwar Haupthema, aber sie sind gefühlt nicht 100 Prozent gewollt und sind sie es doch, sind sie verstorben und verdienen es auch irgendwie nicht zu leben und schuld ist die Mutter, die sie geboren hat und wäre es dann nicht doch besser gewesen, sie erst gar nicht zu bekommen? (Gedanken der Mutter)
Ich hatte mehr „ Krach“ erwartet in diesem Buch. Gerade für die Themen Klimawandel und Kinder(-losigkeit). Aber es war wirklich ruhig erzählt. Die Autorin hat ihre Protagonistinnen nicht den Zeigefinger permanent in der Luft schwingen lassen. Das Buch ist in 4 Teile gegliedert. Und jeder Teil widmet sich einer Protagonistin. Alle haben enge oder lose Berührungspunkte. Wir haben z.B. 2 Schwestern: Sina und Mona. Mona hat 3 Kinder und einen Ehemann. Sina hingegen hat einen Lebenspartner, mit dem sie gerne Kinder hätte. Dies wiederum gestaltet sich nicht so einfach. Wir begleiten die 4 Frauen immer nur ein wenig, lernen sie etwas besser kennen und gehen dann jeweils zur Nächsten. Ich konnte mit allen 4 Protagonistinnen -deren Leben unterschiedlicher nicht sein konnten- mitfühlen, ihre Gedanken nachvollziehen und wollte alle irgendwie gern umarmen. Der Schreibstil, der Autorin war einfach und flüssig. Ich mochte diese Ruhe, die der Text verströmte, die stillen Momente, die zum Nachdenken anregten. Tolle Protagonistinnen, warmherzig erzählt. Werde die Autorin weiterhin im Blick behalten.
Zwei Mütter, zwei Nicht-Mütter, das Patriarchat und die Klimakrise. Das sind die Zutaten für "EVA" von Verena Kessler. Das Buch liest sich super schnell und hat mich gestern durch den Tag begleitet. 📚 In den vier Kapiteln wirft jeweils eine der vier Frauen einen Blick auf "CO2-Schleudern" (Kinder) sowie gesellschaftliche Erwartungen an Frauen und Mütter. Jede Perspektive ist individuell und immer vor dem Hintergrund der Klimakrise erzählt. Ohne zu viel zu verraten: jede der Frauen hat ein ordentliches Packerl zu tragen. Klare Leseempfehlung von mir!

Vier Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen, mit ganz verschiedenen Einstellungen zum Thema Mutterschaft ... Mutter sein, Mutter werden und ob man, trotz Klimakrise, Mutter werden möchte. "Eva" ist ein wichtiges Buch, das Probleme offen anspricht und Stoff liefert, sich selbst Gedanken zu machen. Eine klare Leseempfehlung
Aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt Verena Kessler hier, immer geht es um das Thema Mutterschaft und egal ob sie nun Mütter sind oder nicht, es vielleicht einmal waren oder noch werden wollen oder es gerade nicht wollen, alle hadern irgendwie mit dem Thema und den Erwartungen der Gesellschaft. Ein sehr wichtiges Thema. Absolute Empfehlung!
Klimakrise & Mutterschaft aus vier Perspektiven. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und dem es gelingt, nicht für eine Sicht Partei zu ergreifen.
“Man hat entweder Kinder, oder man hat keine. Niemand macht beide Erfahrungen." (164) - Mutterschaft in all ihrer Ambivalenz steht im Mittelpunkt von Verena Keßlers Roman „Eva". Vier unterschiedliche Blicke machen all die Facetten von Mutterschaft deutlich. Sina, ungewollt kinderlose und gleichzeitig unsicher, ob sie Mutter werden möchte. Mona, ihre Schwester, wird ungeplant schwanger und ist von der Care-Arbeit überfordert. Eva ist Lehrerin und fordert Kinderlosigkeit zur Rettung des Klimas ein - und wird von der Wucht des ideologisierten Frauen- und Mutterbild schier erschlagen. Den Reigen beschließt eine namenlose Ich-Erzählerin, die um ihren Sohn trauert. Groß ist der Bogen, der hier gespannt wird, denn es werden keine Antworten aufgezeigt, sondern vielmehr zahlreiche Dimensionen von Mutterschaft. Letztlich werden hier die ganz großen Fragen gestellt: Worauf sind wir bereit zu verzichten? Kann, darf man ein Menschenleben gegen ein anderes (potentielles) Menschenleben aufwiegen?
EVA Verena Kessler Vier Frauen erzählen in jeweils einem Kapitel nacheinander ihre Geschichten: - Sina und ihr Mann wünschen sich Kinder - am besten gleich ganz viele, doch der ersehnte Kindersegen bleibt aus. Sex nach Fahrplan und Fieberthermometer bestimmen ihr Leben. - Eva Lohaus will keine Kinder. Und andere sollten ihrem Beispiel dringend und schnellstmöglich folgen. Ein Kind in Deutschland stößt durchschnittlich 58,6 Tonnen CO² pro Jahr aus und verbraucht im Schnitt dreißigmal so viele Ressourcen wie ein Kind in Subsahara-Afrika. Sie fragt sich, wie man in diese Welt noch Kinder setzen kann, wo man doch weiß, dass diese Generation demnächst nicht genug zu Essen haben wird. - Mona hat drei Kinder. Was würde sie für ein paar Stunden alleine geben, ein paar Minuten ohne Verantwortung? Ehemann Milo sieht die Warnsignale nicht. - Die vierte Frau hat ihre Tochter gerade verloren. Sie waren ein Team, dann kam der Tod. Alle Frauen und deren Geschichten sind miteinander verbunden und verwoben. Ein Buch mit gerade einmal 200 Seiten, das unglaublich viele Emotionen in mir ausgelöst hat. Es geht um Mutterschaft, um Klimaschutz und um die Stellung der Frau - mit all ihren Erwartungen von außen in dieser Welt. Ein faszinierendes Buch, ein wahrer Pageturner und es wird direkt auf die Liste #highlights2023 einziehen. Große Leseempfehlung! 5/ 5

«» Eva ist eines dieser Bücher, das mich total überrascht und schon nach ein paar Sätzen völlig in seinen Bann gezogen hat. Eva Lohaus will die Klimakrise mit einem Geburtenstopp in den Griff kriegen. Sina, eine junge Journalistin, interviewt die umstrittene Lehrerin und stellt deren Leben mit ihrem reißerischen Teaser auf den Kopf. Eva Lohaus muss einen üblen Shitstorm, Nachstellungen und schließlich noch weitaus Schlimmeres über sich ergehen lassen, während Sina verzweifelt versucht, schwanger zu werden. In vier Teilen erzählt Verena Kessler die Geschichte von vier Frauen. Im ersten Teil begegnet Sina Eva und deren radikalen Ideen und unternimmt einen letzten Versuch, auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Im zweiten Teil porträtiert Verena Kessler Eva und deren Verzweiflung über die Untätigkeit der Welt angesichts der Klimakrise. Der dritte Teil widmet sich Sinas Schwester Mona, der dreifachen erschöpften Mutter. Im vierten Teil betritt eine namenlose Frau die Bühne und erweitert die Erfahrungen der Mutterschaft auf eine ganz andere Weise. Auch ihr Leben ist mit dem Evas und Monas verflochten – aber hier soll nicht zu viel verraten werden. Für mich war dieses Buch eine grosse Entdeckung! Verena Kessler schreibt klar und präzise, ohne Ballast und Füllmaterial. Treffend und berührend. Ein trauriges und doch auch warmes Buch, einfühlsam, vielschichtig und gekonnt aufgebaut, ohne plakative Schuldzuweisungen. Ein Buch darüber, wie sich der Klimawandel und die Hoffnungslosigkeit auf die Kinderwunschfage auswirkt, aber auch auf das Leben als Familie. Aber auch darüber, wie unsere Gesellschaft Menschen ausgrenzt, die unbequeme Wahrheiten auszusprechen wagen und über die Unfähigkeit, einander zuzuhören, auch wenn wir nicht gleicher Meinung sind. Ganz große Herzensempfehlung!
Ist es moralisch vertretbar, angesichts der Klimakatastrophe noch Kinder in die Welt zu setzen? Die Autorin nähert sich dieser Frage, indem sie die Geschichte von 4 Frauen erzählt (die Frauen begegnen einander, aber die Geschichten fokussieren sich auf die einzelnen Frauen und wie sie für sich die Frage nach dem Kinderkriegen in diese Welt beantworten.
Ein tolles Buch, welches aus der Sicht und aus dem Leben vier unterschiedlicher Frauen berichtet. Sie alle eint das Thema „Kind“. Ein unerfüllter Kinderwunsch, eine bewusste Kinderlosigkeit, ein Hineinrutschen in eine Mutterschaft unüberlegt und eventuell bereut und in einer anderen Perspektive der Verlust eines Kindes. Man kommt wirklich schnell und gut in die Geschichte und kann wirklich jede einzelne Situation so nachempfinden und sich einfühlen. Verena Kessler gelingt es, dass man jeder Person Sympathie und Mitgefühl entgegen bringen kann.
Liebe.Es.
Liebe.das.Buch. Ausrufezeichen.! 🧡 Wollte so ein Buch seit zwei Jahren und endlich hat es jemand geschrieben. Vom Aufbau erinnert es mich an „Die Liebe im Ernstfall“, vier Frauen, alle sind miteinander verknüpft, alle haben unterschiedliche Lebensentwürfe. Alle verbindet die eine Frage: wie wäre mein Leben mit oder ohne Kinder? Aufgeworfen wird das Thema von einer der vier Frauen, die sich dafür ausspricht, dass es gänzlich unvertretbar wäre, heute noch Kinder in die Welt zu setzen, die später mit den noch fataleren Folgen des Klimawandels konfrontiert werden. Der Roman zeigt so schön auf, wie weder das Kinderhaben, noch die Abwesenheit von eigenen Kindern die absolute Garantie für Glück sein kann. Besonders gefallen hat mir die erste Erzählende, bei der klar wird, dass sie keine Kinder bekommen kann. Es scheint ihr weniger auszumachen, dass sie keine Nachkommen hat. Umso schlimmer ist es für sie das Leiden ihres Partners darunter zu sehen, was schließlich zur Trennung führt. Habe mir sehr viele Stellen markiert. Der Schreibsstil ist wunderbar leicht, doch alle paar Seiten kommt ein Satz, der einen komplett weghaut und richtig sitzt. Bekommt ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

«Kommt ein Pferd in die Kneipe...» Was dieses Rätsel mit dem Thema Kinderkriegen zu tun hat, wurde mir erst im letzten Satz des Buches bewusst. Verena Kessler portraitiert in ihrem Roman vier Frauen, vier ganz unterschiedliche Lebensrealitäten, welche ein Thema verbindet – die Frage danach, ob sie Mutter sein werden, können und wollen. Die Frauen werden nacheinander porträtiert, irgendwo gibt’s in ihrem Leben eine Schnittstelle, sodass sie miteinander zu tun haben, die Leben irgendwie miteinander vernetzt sind. Die Fragen, Themen und Argumente jeder einzelnen Frau, sind unfassbar gut auf den Punkt gebracht. So habe ich mit Sina und dem unerfüllten Kinderwunsch mitgelitten, Eva auf ihrer Flucht begleitet und auch ihren Standpunkt – konträr zu Sinas nachvollziehen können. War mit Mona frustriert und trauerte gemeinsam mit der vierten, namenlosen Frau. Für mich war dieses Buch eine tolle Entdeckung, welches viele Emotionen ausgelöst hat. Selber beschäftige ich mich auch mit meinem Kinderwunsch, bin mir nicht sicher und wurde von allen vier Frauen abgeholt.
Tiefgründiger Roman zum Thema Mutterschaft
Verena Keßlers Roman hat mich unglaublich berührt. Ich bin keiner Erwartung an das Werk herangetragen. Es war für mich ein Zufallsfund, weil es bei mir über die Ausleihtheke in der Bibliothek lief und ich es einfach mal ausgeliehen habe. Zufallsfunde sind oft die wahren Schätze. "Eva" beleuchtet das Leben von vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Verena Keßler hat ein nuanciertes, warmherziges und tiefgründiges Werk von Mutterschaft geschaffen. Zum Inhalt: Was, wenn Sina nicht schwanger werden kann? Wenn Mona nie Kinder bekommen hätte? Wäre die Welt dadurch ein besserer Ort? Ja, findet Klimaaktivistin Eva Lohaus: Nur ein Geburtenstopp kann unseren Planeten noch retten. Während Eva Lohhaus für ihre Ansichten angefeindet wird, hadern Sina und Mona mit ihren eigenen Schicksalen. Die vierte Frau bleibt namenlos und dennoch verändert ihre Ansicht den Blick nochmal auf das Muttersein wirklich. Fazit: Ich konnte mich mit allen Frauen zum Teil identifizieren. Keßler schafft es mit ihrer präzisen Erzählung verschiedene Blickwinkel auf das Frausein, kinderlos oder Mutter sein zu werfen. Klar bleibt am Ende, dass der Lebensentwurf nicht immer passt und von verschiedenen Faktoren abhängt. Für mich sind alle Leben authentisch nachvollziehbar. Ganz klare Leseempfehlung. ❤️
Vier Frauen, vier Leben mit und ohne Kinder. Ein packender Roman, der sprachlich gelungen aufzeigt, wie komplex und vielschichtig weibliche Lebensentwürfe sind.
Wir lernen in vier Kapiteln vier Frauen kennen, die ihre Perspektive auf ein Leben rund um das Thema Kind und Muttersein schildern. Fast nahtlos gehen die Geschichten ineinander über, alle Frauen sind in ihrem Mikrokosmos auf die ein oder andere Art miteinander verbunden und leben doch so unterschiedliche und wieder oftmals überraschend ähnliche Leben und machen jeweils auf ihre Art eine emotionale Achterbahnfahrt durch. Der Schreibstil ermöglicht trotz der unterschiedlichen Lebensentwürfe der Frauen, mit jeder mitzufühlen und regt zum Nachdenken an. Themen wie lebenswerte Zukunft für die nächsten Generationen, Klimaschutz und Klimawandel werden unaufdringlich in die Geschichte verwebt. Spannend ist auch die nebensächliche, aber dennoch nicht unwesentliche Darstellung der jeweiligen Männer, die zum Leben dieser Frauen gehören. Die ein oder andere Entwicklung der Beziehung, die in späteren Kapiteln beiläufig für aufmerksame Leser:innen aufgelöst wird, nimmt man teils mit Genugtuung, teils mit resigniertem Realismus zur Kenntnis. Klare Leseempfehlung.
Characteristics
5 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Verena Keßler, geboren 1988 in Hamburg, lebt in Leipzig, wo sie am Deutschen Literaturinstitut studierte. Ihr Debütroman Die Gespenster von Demmin wurde für zahlreiche Preise nominiert und mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihr bei Hanser Berlin der Roman Eva, für den sie den Literaturpreis „Der zweite Roman“ erhielt.
Posts
"Eva" ist ein interessanter und teilweise polarisierender Roman über vier Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen und mit unterschiedlichen Einstellungen zum Thema Mutterschaft im Kontext zur heutigen Gesellschaft und dem Klimawandel. Jeder der vier Protagonistinnen ist ein separater Abschnitt gewidmet, aber alle Kapitel und auch alle Frauen hängen direkt oder indirekt miteinander zusammen. Dabei schafft es die Autorin jede einzelne Geschichte ohne moralische Wertung zu erzählen. Ein wichtiger und nachdenklich stimmender Roman.
(Nicht) Muttersein Vier Erzählungen über Frauen, die in sich abgeschlossen sind, aber doch miteinander verbunden sind. Dabei geht es um Themen rund um die Mutterschaft. Der unerfüllte Kinderwunsch, bewusste Kinderlosigkeit, die Erschöpfung einer Mutter und ein Kindsverlust werden thematisiert. Jede der vier Frauen steht dabei für einen Aspekt rund ums (Nicht) Muttersein. Verena Kessler gelingt es sehr gut, die verschiedenen Emotionen und Lebensrealitäten zu beschreiben. Ich konnte mich in alle Geschichten gut einfühlen. „Wusstest du, dass Meeresschildkröten immer an denselben Strand kommen, um ihre Eier abzulegen? (…) Die Weibchen kommen nachts aus dem Wasser, ziehen sich mit ihren Flossen über den Sand, legen ihre Eier in eine Grube und verscharren sie dort. Danach verschwinden sie wieder im Meer, Aufgabe erledigt, das Ausbrüten übernimmt die Sonne. (…) Keine Meeresschildkröte lernt je ihre Mutter kennen.“ Keine muss je eine sein. Das Buch ist direkt auf meine 🩷- Bücherliste gewandert!
Verena Kessler beleuchtet in ihrem Roman "Eva" das Thema Mutterschaft bzw. Elternschaft aus vier Perspektiven. Gekonnt verwebt sie die Geschichten von Mona, der überforderten Mutter, die sich nach Atempausen sehnt, mit der ihrer Schwester Sina, die ungewollt kinderlos ist, und der von Eva, die bewusst auf Kinder verzichtet, um die Ressourcen unseres Planeten nicht noch mehr zu überfordern. Hinzu kommt noch eine namenlose Frau, die ihr Kind verloren hat und versucht, einen Weg zurück ins Leben zu finden.
Die Autorin begleitet jede dieser vier Frauen durch einen kurzen Lebensabschnitt und lässt sie auch zurückschauen und erzählen, wie alles gekommen ist. Partner sind auch mit an Bord, bleiben aber im Hintergrund, gehen verloren oder kommen erst dazu. In den Geschichten der vier wird schnell klar, wie emotional dieses Thema ist, wie viele unterschiedliche Werte damit verbunden sind, und wie gross das Unverständnis sein kann, wenn es um die Perspektiven anderer geht. Besonders Eva, die ihre Haltung öffentlich macht und andere auffordert, es ihr gleich zu tun, ist massiven Angriffen ausgesetzt. Aber auch die anderen Frauen erleben wenig Solidarität. Verena Kessler gelingt es auf gerade 200 Seiten die Komplexität des Themas deutlich zu machen und Frauen ins Gespräch zu bringen. Sie schreibt klar und schnörkellos, wählt prägnante Szenen und überzeugende Verbindungen und lässt mir als Leserin Raum, mich in ihre Figuren hineinzufühlen. Mit Mona und Sina fühle ich mich schnell verbunden, aber so nach und nach kann ich auch Eva und die namenlose Frau verstehen. Wir haben lange damit gelebt, dass Frauen ihre unterschiedlichen Lebensmodelle verteidigten und kritisch auf die der anderen sehen. Meist sind wir ohne es zu wollen in diese Strukturen hineingewachsen. Doch immer mehr Autorinnen erinnern uns daran, wie wichtig gegenseitiger Support ist, um bessere Lebens- und Arbeitsbedigungen für Frauen zu schaffen. Mich hat Verena Kesslers Buch sehr berührt. Ein besonderes Highlight ist dabei Evas Erfahrung, dass Kinder das Leben bereichern und uns wachsen lassen können und dass wir um ihretwillen eine Verantwortung ergreifen, die vorher nicht vorstellbar war.
Schweres Thema, aber sie kann einfach schreiben
“Man hat entweder Kinder oder man hat keine. Niemand macht beide Erfahrungen.” Genau diese unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Mutterschaft bringt Verena Keßler in diesem Buch zusammen. Am besten gefallen hat mir die Figur Eva Lohmanns, weil ich die im Roman und in der Realität sehr umstrittenen Positionen dieser Figur nachvollziehen konnte - ob heute denn wirklich noch jeder Kinder bekommen MUSS, wo doch die Zukunft dieser Kinder durch den Klimawandel nicht sehr rosig aussieht und wir doch sowieso schon mehr als zwei Erden bräuchten, um den Ressourcenbedarf der Menschheit zu decken… Aber die Autorin stellt Eva noch drei andere Frauen zur Seite: Sina, die alles versucht, um ihrem Partner den Wunsch nach Vaterschaft zu erfüllen. Mona, ihre Schwester, die schon früh Mutter von drei Kindern wird und einfach nur noch müde ist. Und zuletzt noch eine verwaiste Mama. Dieses letzte Kapitel hat mich sehr runtergezogen. Ich verstehe, warum diese Mutterfigur wichtig ist, für mich hat es leider -neben dem 💔- den Fokus weggenommen von der Frage nach “definiert sich Frausein durch Mutterschaft” und dem “kann man so etwas eigentlich mit dem Kopf entscheiden”, “ kann man sich jemals RICHTIG entscheiden” und “warum können sich Gesellschaft und Familie nicht einfach mal raushalten bei dieser Frage, die doch alleine uns Frauen und unseren Körper etwas angehen sollte”… Viele gute Gedanken 💭wirft dieses Buch in den Raum, verpackt in eine flüssig geschriebene Handlung um glaubhafte Frauenfiguren. Schreiben kann Verena Keßler wirklich richtig gut 👍
Tolles Leseerlebnis. Kurzweilig und interessant geschrieben. Klare Sätze und gute Gedanken. Kinder kriegen und Klimaschutz. Erzählt werden 4 Geschichten von 4 Frauen mit 4 verschiedene Ansichten. Die Geschichten mal mehr, mal weniger miteinander verbunden. Jede Frau kämpft mit ihren Problemen. Eva hat sich gegen Kinder entschieden, weil Kinder zu viel CO2 ausstoßen und die Welt aussichtslos für eine neue Generation ist. Sina möchte mit ihrem Mann am liebsten ganz viele Kinder, aber bekommt keine. Mona hat drei und wünscht sich so gerne wieder Zeit für sich. Und die vierte Frau hat ihre Tochter verloren. Jede Frau bekommt ihren Teil in diesem Buch und meine volle Aufmerksamkeit. 200 Seiten voller faszinierender Ansichten und Problemen. Absolute Leseempfehlung. Mein erstes aber bestimmt nicht mein letztes Buch von der Autorin. S.67 „Sie sagen also: Lieber denen, die bereits geboren sind, ein angenehmes Leben ohne Einschränkungen ermöglichen?“ S.76 „Eva verdrehte innerlich die Augen. Leute, die von sich behaupteten, eine besonders gute Menschenkenntnis zu haben, hatten meist vor allem Vorurteile. Doch sie wollte nicht den gleichen Fehler begehen und ihn direkt abschreiben.“ S.199 „In den Stunden, in denen du starbst, lag ich neben dir in deinem Bett, dein Kopf auf meiner Brust, meine Wange an deinem Haar. Ich weiß nicht, wie viel du noch verstehen konntest, aber in diesen Stunden erzählte ich dir dein ganzes Leben. Alles, was darin geschehen war, und alles, was noch hätte geschehen sollen
Sehr gut und kurzweilig geschrieben. Behandelt genau die Themen, die Frauen in den 30ern u.a. am meisten beschäftigen: Mutterschaft (ja/nein?) und Klimakrise. Die beiden Themen werden so gut zusammengeführt und ergänzen sich gegenseitig. Die Perspektiven von allen 4 Frauen fand ich sehr bereichernd, so dass ich mich auch in allen ein bisschen wiederfinden konnte. Habe das Buch sehr gerne und fast am Stück durchgelesen!
Eine Stärke des Buches ist, wie sie Personen und Ereignisse von verschiedenen Seiten erzählt. So ändert sich beim Lesen auch die eigene Sicht auf die Figuren und es führt vor Augen, wie wir in der Realität auch immer nur einen Teil des Ganzen sehen und kennen. Manche Ereignisse werden angerissen, aber nicht auserzählt und dann tauchen sie irgendwann noch mal wieder auf und das Bild wird etwas runder. Thematisch geht es um Mutterschaft: darum Kinder zu haben, keine Kinder zu bekommen, sich bewusst gegen Kinder zu entscheiden und auch darum, ein Kind zu verlieren. Ich selbst konnte gut an die Erzählung der erschöpfenden Mutterschaft andocken, an den großen Wunsch nach Zeit mit sich selbst und Abstand von allen, die etwas möchten. Andere Leser*innen werden sich von anderen Perspektiven angesprochen fühlen.
Die verschiedenen Blickwinkel fand ich sehr spannend und insgesamt hat mich die Geschichte gut mitgenommen. In der Mitte wurde es für mich kurz etwas zäh, aber der sehr schöne Schreibstil hat das wieder ausgeglichen. Besonders das Ende hat mir richtig gut gefallen und insgesamt hat es stark zum Nachdenken angeregt.
Vier Frauen, vier Geschichten über das Leben mit und ohne Kinder
Besonders genossen habe ich die ersten beiden Frauen-Geschichten. Auch die dritte empfand ich als elegant in die vorherigen eingesponnen. Jedoch wurde bereits hier der reflexive Bezug auf die von der Figur Eva Lohaus aufgestellte Theorie, man solle aus Klimaschutzgründen keine Kinder bekommen, immer weniger. Zumindest hätte ich mir einen stärkeren Bezug dazu gewünscht. Sicherlich, die Reflexion hat mam stets selbst ziehen können. Jedoch wäre dann eine andere These für mich persönlich gewinnbringender. In der letzten Frauenfigur fehlt der wirkliche Bezug zur These vollkommen. Ohne zu viel verraten zu wollen: Diese Frau hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich. Und bringt man ihr Schicksal mit Lohmanns Aussage (keine Kinder für mehr Klimaschutz) in Korrelation, bzw. stellt man sich vor, wie diese These für die letzte Figur sich anhören muss, stockt einem der Atem. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass das Buch den einen oder anderen Hinweis darauf herstellt. Für mich persönlich interessant war, dass ich gleichzeitig dieses Hörbuch gehört und den Roman "Das Leben der Anderen" von Anne Sauer gelesen habe. Hier gibt es sich ähnelnde Textaussagen, wie beispielsweise, dass man nicht gleichzeitig zwei Leben führen könne - eins mit und eines ohne Kinder. Hat jemand von euch auch beide Bücher gelesen/gehört? Muss nochmal herausfinden, in welchem Bezug die beiden Autorinnen stehen.
Unterschiedliche lebensmodelle ohne Wertung
Es werden vier verschiedene Frauen gezeigt (1 kann nicht schwanger werden, 2. ist überfordert mit ihrer Familie, 3. will keine Kinder, 4. verliert ein Kind). Es werden alle leben der Frauen gezeigt und das ohne Wertung! Man kann sich ein eigenes bild machen. Sprachlich sehr gut!
Kinder kriegen oder nicht, das ist hier die Frage! „Eva" gibt Einblicke in das Leben von vier Frauen, die der K-Frage unterschiedlich gegenüberstehen und Entscheidungen treffen, die mitunter kontroverse Reaktionen hervorrufen. Die Verfechterin der Kinderlosigkeit zugunsten des Klimaschutzes erfährt beispielsweise Hass und Anfeindungen ob ihrer Einstellung. „Mir ist klar, dass sich nicht alle dafür entscheiden werden, auf Kinder zu verzichten, nicht annähernd. Aber man muss doch mal darüber sprechen können, man kann das Thema doch nicht einfach aussparen." Die Episoden zeigen, mal nüchtern, mal hoch emotional, welche Gefühle die Frauen in ihrem jeweiligen Lebenskonzept umtreiben. Sie wirken nahbar und realistisch; eine lose Verbindung zeigt, dass sie durchaus Gemeinsamkeiten haben, die vielleicht erst auf den zweiten Blick ersichtlich werden. Mir gefiel der ruhige Erzählton und wie die einzelnen Handlungsstränge für sich stehen, ohne mit einem großen Knall eine Auflösung zu erfahren. Das Ziel ist erreicht durch den Gedankenanstoß, der sprachlich ansprechend in diesem Roman gegeben wurde.
Ein ehrliches Buch
Wow. Das Buch ist kurz, präzise und so wahrhaftig. Der Erzählstil hatte mich von der ersten Seite. Das Thema Nachwuchs wird aus den verschiedensten Blickwinkeln beschrieben. Es ist kein dystopischer Roman, aber das Buch ist ehrlich. Hart, aber nicht unfair. Nicht anklagend, aber doch aufrüttelnd. Manche Sätze haben den Nagel so auf den Kopf getroffen, dass mir fast der Atem wegblieb. Einmal musste ich weinen. Absolute Leseempfehlung. Nicht nur für Menschen, die (keine) Kinder wollen, sondern auch für Menschen, die bereits Kinder haben.
Es ist kein Buch, warum man Kinder kriegen sollte
Es ist ein Buch, dass sich vielmehr mit der Last derer beschäftigt und so gut ich es finde, dass dieses Thema mehr Raum bekommt und die heile Familie nicht die Realität ist so hat mir doch eine Stimme gefehlt, die Kinder bedingungslos liebt und die harte Realität meistert ohne dass es das Kind nicht mehr gibt, aber! Das ist mein persönliches Thema und eben nicht die Geschichte dieses Buches. Der schreibstil ist wunderbar und ich konnte das Buch in einem durchlesen. Ich finde es wunderbar, dass sich mit dem Thema beschäftigt wird. Es sollte mehr Bücher dazu geben, aber für mich fehlte was, dass das Buch in mein Herz einzieht. Zudem ist das Buch so gut recherchiert, da wundert es mich, dass eine schwangere Frau Lakritz ist. Es ist nicht gut für das ungeborene Baby und ich glaube dieser Beigeschmack hat mich durchweg gestört. Die Kinder in den Geschichten laufen so mit als zwar Haupthema, aber sie sind gefühlt nicht 100 Prozent gewollt und sind sie es doch, sind sie verstorben und verdienen es auch irgendwie nicht zu leben und schuld ist die Mutter, die sie geboren hat und wäre es dann nicht doch besser gewesen, sie erst gar nicht zu bekommen? (Gedanken der Mutter)
Ich hatte mehr „ Krach“ erwartet in diesem Buch. Gerade für die Themen Klimawandel und Kinder(-losigkeit). Aber es war wirklich ruhig erzählt. Die Autorin hat ihre Protagonistinnen nicht den Zeigefinger permanent in der Luft schwingen lassen. Das Buch ist in 4 Teile gegliedert. Und jeder Teil widmet sich einer Protagonistin. Alle haben enge oder lose Berührungspunkte. Wir haben z.B. 2 Schwestern: Sina und Mona. Mona hat 3 Kinder und einen Ehemann. Sina hingegen hat einen Lebenspartner, mit dem sie gerne Kinder hätte. Dies wiederum gestaltet sich nicht so einfach. Wir begleiten die 4 Frauen immer nur ein wenig, lernen sie etwas besser kennen und gehen dann jeweils zur Nächsten. Ich konnte mit allen 4 Protagonistinnen -deren Leben unterschiedlicher nicht sein konnten- mitfühlen, ihre Gedanken nachvollziehen und wollte alle irgendwie gern umarmen. Der Schreibstil, der Autorin war einfach und flüssig. Ich mochte diese Ruhe, die der Text verströmte, die stillen Momente, die zum Nachdenken anregten. Tolle Protagonistinnen, warmherzig erzählt. Werde die Autorin weiterhin im Blick behalten.
Zwei Mütter, zwei Nicht-Mütter, das Patriarchat und die Klimakrise. Das sind die Zutaten für "EVA" von Verena Kessler. Das Buch liest sich super schnell und hat mich gestern durch den Tag begleitet. 📚 In den vier Kapiteln wirft jeweils eine der vier Frauen einen Blick auf "CO2-Schleudern" (Kinder) sowie gesellschaftliche Erwartungen an Frauen und Mütter. Jede Perspektive ist individuell und immer vor dem Hintergrund der Klimakrise erzählt. Ohne zu viel zu verraten: jede der Frauen hat ein ordentliches Packerl zu tragen. Klare Leseempfehlung von mir!

Vier Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen, mit ganz verschiedenen Einstellungen zum Thema Mutterschaft ... Mutter sein, Mutter werden und ob man, trotz Klimakrise, Mutter werden möchte. "Eva" ist ein wichtiges Buch, das Probleme offen anspricht und Stoff liefert, sich selbst Gedanken zu machen. Eine klare Leseempfehlung
Aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt Verena Kessler hier, immer geht es um das Thema Mutterschaft und egal ob sie nun Mütter sind oder nicht, es vielleicht einmal waren oder noch werden wollen oder es gerade nicht wollen, alle hadern irgendwie mit dem Thema und den Erwartungen der Gesellschaft. Ein sehr wichtiges Thema. Absolute Empfehlung!
Klimakrise & Mutterschaft aus vier Perspektiven. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und dem es gelingt, nicht für eine Sicht Partei zu ergreifen.
“Man hat entweder Kinder, oder man hat keine. Niemand macht beide Erfahrungen." (164) - Mutterschaft in all ihrer Ambivalenz steht im Mittelpunkt von Verena Keßlers Roman „Eva". Vier unterschiedliche Blicke machen all die Facetten von Mutterschaft deutlich. Sina, ungewollt kinderlose und gleichzeitig unsicher, ob sie Mutter werden möchte. Mona, ihre Schwester, wird ungeplant schwanger und ist von der Care-Arbeit überfordert. Eva ist Lehrerin und fordert Kinderlosigkeit zur Rettung des Klimas ein - und wird von der Wucht des ideologisierten Frauen- und Mutterbild schier erschlagen. Den Reigen beschließt eine namenlose Ich-Erzählerin, die um ihren Sohn trauert. Groß ist der Bogen, der hier gespannt wird, denn es werden keine Antworten aufgezeigt, sondern vielmehr zahlreiche Dimensionen von Mutterschaft. Letztlich werden hier die ganz großen Fragen gestellt: Worauf sind wir bereit zu verzichten? Kann, darf man ein Menschenleben gegen ein anderes (potentielles) Menschenleben aufwiegen?
EVA Verena Kessler Vier Frauen erzählen in jeweils einem Kapitel nacheinander ihre Geschichten: - Sina und ihr Mann wünschen sich Kinder - am besten gleich ganz viele, doch der ersehnte Kindersegen bleibt aus. Sex nach Fahrplan und Fieberthermometer bestimmen ihr Leben. - Eva Lohaus will keine Kinder. Und andere sollten ihrem Beispiel dringend und schnellstmöglich folgen. Ein Kind in Deutschland stößt durchschnittlich 58,6 Tonnen CO² pro Jahr aus und verbraucht im Schnitt dreißigmal so viele Ressourcen wie ein Kind in Subsahara-Afrika. Sie fragt sich, wie man in diese Welt noch Kinder setzen kann, wo man doch weiß, dass diese Generation demnächst nicht genug zu Essen haben wird. - Mona hat drei Kinder. Was würde sie für ein paar Stunden alleine geben, ein paar Minuten ohne Verantwortung? Ehemann Milo sieht die Warnsignale nicht. - Die vierte Frau hat ihre Tochter gerade verloren. Sie waren ein Team, dann kam der Tod. Alle Frauen und deren Geschichten sind miteinander verbunden und verwoben. Ein Buch mit gerade einmal 200 Seiten, das unglaublich viele Emotionen in mir ausgelöst hat. Es geht um Mutterschaft, um Klimaschutz und um die Stellung der Frau - mit all ihren Erwartungen von außen in dieser Welt. Ein faszinierendes Buch, ein wahrer Pageturner und es wird direkt auf die Liste #highlights2023 einziehen. Große Leseempfehlung! 5/ 5

«» Eva ist eines dieser Bücher, das mich total überrascht und schon nach ein paar Sätzen völlig in seinen Bann gezogen hat. Eva Lohaus will die Klimakrise mit einem Geburtenstopp in den Griff kriegen. Sina, eine junge Journalistin, interviewt die umstrittene Lehrerin und stellt deren Leben mit ihrem reißerischen Teaser auf den Kopf. Eva Lohaus muss einen üblen Shitstorm, Nachstellungen und schließlich noch weitaus Schlimmeres über sich ergehen lassen, während Sina verzweifelt versucht, schwanger zu werden. In vier Teilen erzählt Verena Kessler die Geschichte von vier Frauen. Im ersten Teil begegnet Sina Eva und deren radikalen Ideen und unternimmt einen letzten Versuch, auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Im zweiten Teil porträtiert Verena Kessler Eva und deren Verzweiflung über die Untätigkeit der Welt angesichts der Klimakrise. Der dritte Teil widmet sich Sinas Schwester Mona, der dreifachen erschöpften Mutter. Im vierten Teil betritt eine namenlose Frau die Bühne und erweitert die Erfahrungen der Mutterschaft auf eine ganz andere Weise. Auch ihr Leben ist mit dem Evas und Monas verflochten – aber hier soll nicht zu viel verraten werden. Für mich war dieses Buch eine grosse Entdeckung! Verena Kessler schreibt klar und präzise, ohne Ballast und Füllmaterial. Treffend und berührend. Ein trauriges und doch auch warmes Buch, einfühlsam, vielschichtig und gekonnt aufgebaut, ohne plakative Schuldzuweisungen. Ein Buch darüber, wie sich der Klimawandel und die Hoffnungslosigkeit auf die Kinderwunschfage auswirkt, aber auch auf das Leben als Familie. Aber auch darüber, wie unsere Gesellschaft Menschen ausgrenzt, die unbequeme Wahrheiten auszusprechen wagen und über die Unfähigkeit, einander zuzuhören, auch wenn wir nicht gleicher Meinung sind. Ganz große Herzensempfehlung!
Ist es moralisch vertretbar, angesichts der Klimakatastrophe noch Kinder in die Welt zu setzen? Die Autorin nähert sich dieser Frage, indem sie die Geschichte von 4 Frauen erzählt (die Frauen begegnen einander, aber die Geschichten fokussieren sich auf die einzelnen Frauen und wie sie für sich die Frage nach dem Kinderkriegen in diese Welt beantworten.
Ein tolles Buch, welches aus der Sicht und aus dem Leben vier unterschiedlicher Frauen berichtet. Sie alle eint das Thema „Kind“. Ein unerfüllter Kinderwunsch, eine bewusste Kinderlosigkeit, ein Hineinrutschen in eine Mutterschaft unüberlegt und eventuell bereut und in einer anderen Perspektive der Verlust eines Kindes. Man kommt wirklich schnell und gut in die Geschichte und kann wirklich jede einzelne Situation so nachempfinden und sich einfühlen. Verena Kessler gelingt es, dass man jeder Person Sympathie und Mitgefühl entgegen bringen kann.
Liebe.Es.
Liebe.das.Buch. Ausrufezeichen.! 🧡 Wollte so ein Buch seit zwei Jahren und endlich hat es jemand geschrieben. Vom Aufbau erinnert es mich an „Die Liebe im Ernstfall“, vier Frauen, alle sind miteinander verknüpft, alle haben unterschiedliche Lebensentwürfe. Alle verbindet die eine Frage: wie wäre mein Leben mit oder ohne Kinder? Aufgeworfen wird das Thema von einer der vier Frauen, die sich dafür ausspricht, dass es gänzlich unvertretbar wäre, heute noch Kinder in die Welt zu setzen, die später mit den noch fataleren Folgen des Klimawandels konfrontiert werden. Der Roman zeigt so schön auf, wie weder das Kinderhaben, noch die Abwesenheit von eigenen Kindern die absolute Garantie für Glück sein kann. Besonders gefallen hat mir die erste Erzählende, bei der klar wird, dass sie keine Kinder bekommen kann. Es scheint ihr weniger auszumachen, dass sie keine Nachkommen hat. Umso schlimmer ist es für sie das Leiden ihres Partners darunter zu sehen, was schließlich zur Trennung führt. Habe mir sehr viele Stellen markiert. Der Schreibsstil ist wunderbar leicht, doch alle paar Seiten kommt ein Satz, der einen komplett weghaut und richtig sitzt. Bekommt ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

«Kommt ein Pferd in die Kneipe...» Was dieses Rätsel mit dem Thema Kinderkriegen zu tun hat, wurde mir erst im letzten Satz des Buches bewusst. Verena Kessler portraitiert in ihrem Roman vier Frauen, vier ganz unterschiedliche Lebensrealitäten, welche ein Thema verbindet – die Frage danach, ob sie Mutter sein werden, können und wollen. Die Frauen werden nacheinander porträtiert, irgendwo gibt’s in ihrem Leben eine Schnittstelle, sodass sie miteinander zu tun haben, die Leben irgendwie miteinander vernetzt sind. Die Fragen, Themen und Argumente jeder einzelnen Frau, sind unfassbar gut auf den Punkt gebracht. So habe ich mit Sina und dem unerfüllten Kinderwunsch mitgelitten, Eva auf ihrer Flucht begleitet und auch ihren Standpunkt – konträr zu Sinas nachvollziehen können. War mit Mona frustriert und trauerte gemeinsam mit der vierten, namenlosen Frau. Für mich war dieses Buch eine tolle Entdeckung, welches viele Emotionen ausgelöst hat. Selber beschäftige ich mich auch mit meinem Kinderwunsch, bin mir nicht sicher und wurde von allen vier Frauen abgeholt.
Tiefgründiger Roman zum Thema Mutterschaft
Verena Keßlers Roman hat mich unglaublich berührt. Ich bin keiner Erwartung an das Werk herangetragen. Es war für mich ein Zufallsfund, weil es bei mir über die Ausleihtheke in der Bibliothek lief und ich es einfach mal ausgeliehen habe. Zufallsfunde sind oft die wahren Schätze. "Eva" beleuchtet das Leben von vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Verena Keßler hat ein nuanciertes, warmherziges und tiefgründiges Werk von Mutterschaft geschaffen. Zum Inhalt: Was, wenn Sina nicht schwanger werden kann? Wenn Mona nie Kinder bekommen hätte? Wäre die Welt dadurch ein besserer Ort? Ja, findet Klimaaktivistin Eva Lohaus: Nur ein Geburtenstopp kann unseren Planeten noch retten. Während Eva Lohhaus für ihre Ansichten angefeindet wird, hadern Sina und Mona mit ihren eigenen Schicksalen. Die vierte Frau bleibt namenlos und dennoch verändert ihre Ansicht den Blick nochmal auf das Muttersein wirklich. Fazit: Ich konnte mich mit allen Frauen zum Teil identifizieren. Keßler schafft es mit ihrer präzisen Erzählung verschiedene Blickwinkel auf das Frausein, kinderlos oder Mutter sein zu werfen. Klar bleibt am Ende, dass der Lebensentwurf nicht immer passt und von verschiedenen Faktoren abhängt. Für mich sind alle Leben authentisch nachvollziehbar. Ganz klare Leseempfehlung. ❤️
Vier Frauen, vier Leben mit und ohne Kinder. Ein packender Roman, der sprachlich gelungen aufzeigt, wie komplex und vielschichtig weibliche Lebensentwürfe sind.
Wir lernen in vier Kapiteln vier Frauen kennen, die ihre Perspektive auf ein Leben rund um das Thema Kind und Muttersein schildern. Fast nahtlos gehen die Geschichten ineinander über, alle Frauen sind in ihrem Mikrokosmos auf die ein oder andere Art miteinander verbunden und leben doch so unterschiedliche und wieder oftmals überraschend ähnliche Leben und machen jeweils auf ihre Art eine emotionale Achterbahnfahrt durch. Der Schreibstil ermöglicht trotz der unterschiedlichen Lebensentwürfe der Frauen, mit jeder mitzufühlen und regt zum Nachdenken an. Themen wie lebenswerte Zukunft für die nächsten Generationen, Klimaschutz und Klimawandel werden unaufdringlich in die Geschichte verwebt. Spannend ist auch die nebensächliche, aber dennoch nicht unwesentliche Darstellung der jeweiligen Männer, die zum Leben dieser Frauen gehören. Die ein oder andere Entwicklung der Beziehung, die in späteren Kapiteln beiläufig für aufmerksame Leser:innen aufgelöst wird, nimmt man teils mit Genugtuung, teils mit resigniertem Realismus zur Kenntnis. Klare Leseempfehlung.






















































