Im Schnee
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Description
Von der Schönheit und der Härte des einfachen Lebens, von der Gnade der Freundschaft und dem Moment des Verlusts
Der alte Max hat alle Zeit. Draußen vor dem Fenster legt sich der Schnee wie eine Decke über das Dorf. Da dringt das Läuten des Totenglöckchens durch die Stille. Es schlägt für den Schorsch, der viel mehr war als nur ein Freund, ein Leben lang. So macht sich Max am Abend auf zur Totenwacht, wo die Alten zusammenkommen, um des Verstorbenen zu gedenken und sich zu erinnern.
Eine ganze Nacht erzählen sie von den Freuden bei der Ernte, von Abenden in der Wirtsstube, vom kleinen Glück. Und vom Schorsch. Aber auch von der Enge im Dorf und dem eisigen Schweigen. Erst im Morgengrauen kehrt der Max heim. Im Licht des neuen Tages ist ihm klar: Nichts davon wird wiederkommen. Nur die Erinnerungen an dieses Leben bleiben, solange er da ist...
»Ein großes kleines Buch« Bayerischer Rundfunk
»›Im Schnee‹ von Tommie Goerz macht einfach glücklich. Die Geschichten und Anekdoten bringen eigene Erinnerungen zum Vorschein. Diesem Autor möchte man tagelang, ach was, ein Leben lang zuhören, weil er etwas in uns berührt, wie kaum ein anderer.« WDR 4 – Bücher
Book Information
Author Description
Tommie Goerz war gebürtiger Erlanger. Über Jahre machte er sich als mehrfach ausgezeichneter Krimiautor einen Namen. Auch sein literarisches Debüt »Im Tal« (2023) wurde von Publikum und Kritik begeistert aufgenommen. Der literarische Durchbruch gelang Tommie Goerz mit seinem Roman »Im Schnee«, der einhelliges Lob erfuhr und wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand.
Characteristics
3 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Ein Buch über Verlust, den Wandel der Zeit und dem Dorfleben . Anschaulich werden die Dorfbewohner dargestellt. Mit viel Atmosphäre wird deren Leben geschildert. Über Ärger, Wut, Arbeit, Fröhlichkeit, Geselligkeit,Trauer und Traditionen geschrieben. Die wichtigste Botschaft allerdings ist die Freundschaft, die bis zum Ende und auch darüber hinaus bleibt. Ein sehr empfehlenswertes Buch.
Die lebenslange Freundschaft von Schorsch und Max endet, als Schorsch plötzlich stirbt und der alte Max zurückbleibt. Viele der alten Dorfbewohner sind inzwischen gestorben, dafür gibt es unliebsame Neubürger. Bei der Totenwache erinnert sich Max an früher ... Ein Buch über Gemeinschaft, den Wandel der Zeit und den Wert von Erinnerungen, das einige kluge Gedanken enthält. Zu 100% authentisch fand ich es nicht. Als Hörbuch sehr angenehm, wobei Sprecher Thomas Loibl leider auch manchmal zu sehr den Märchenonkel-Ton annimmt.
Was für ein schönes Buch ☺️🤩 Ich habe etwas ganz anderes erwartet und bin dann versunken in den Charme eines kleinen Dorfes, in dem die Zeit stehen geblieben scheint und die Menschen miteinander reden, aber auch gut miteinander schweigen können...über Dinge, die dann doch nicht immer so harmonisch und Menschen, die nicht immer so freundlich sind. Man kommt dort meistens gut miteinander aus, wenn man des öfteren mal weg sieht oder weghört. Dieser Roman ist in einer ganz poetischen Sprache geschrieben, die ans Herz geht und viele wahre und tiefgründige Sätze möchte man sich abspeichern. Er hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht und ich kann euch nur empfehlen, diese 170 Seiten zu lesen und in eine komplett andere Welt einzutauchen, die es fast nicht mehr gibt !!!🥰
"Das Leben geht halt weiter, dachte er sich, und muss auch weitergehen, auch ohne den Schorsch, und er sah hinüber zu dem Aufgebahrten, wie er noch da war, aber schon weg." Seite 92 "Erinnerungen tragen dich weiter als jemals deine Füße, dachte er sich, und kehrte zum alten Schulhaus zurück." Seite 102 "Dieses Dorf", sagte er schließlich, nachdem er eine Zeit lang hin und her gedacht hatte, "ist wie jedes Dorf. Da wohnen Leute, und da gibt es Misthaufen. Und je näher man herankommt, desto mehr stinkt es " Seite 159 Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf, die Zeit scheint still zu stehen, es wird an Traditionen festgehalten, manches verheimlicht und Neubürger haben kaum eine Chance, in diesen inneren Kern vorzudringen. Das Totenglöckchen läutet und Max muss sich von Schorsch verabschieden, seinem besten Freund seit Kindertagen. Bei der traditionellen Totenwacht wird der Verstorbene geehrt, es werden Erinnerungen ausgetauscht. Dieses schmale Buch umfasst nur eine Zeitspanne von wenigen Tagen, ist aber durch die Rückblicke und die Geschichten der Dorfbewohner inhaltlich sehr dicht. Sehr atmosphärisch in der Sprache war ich sofort eingetaucht ins Dorfleben. Für mich eine ganz klare Leseempfehlung ⭐
Das Buch hat mich, im warsten Sinne des Wortes, eiskalt erwischt. Was für eine berührende und tragische Geschichte! Eine Dorfgeschichte. "Das Dorf, ein ruhiger See, eine Idylle? Es war ein Rattennest." Der 80-jährige Max lebt alleine in seinem alten Haus in einem Dorf und muss erfahren, das sein Freund aus Kindertagen gestorben ist. Sein Freund Schorsch mit dem er nicht nur sein Leben, sondern auch manchmal, ganz züchtig, die Chaiselonge geteilt hat. Still beobachtet Max das Leben um ihn herum, schaut in die Natur, sieht den Schnee fallen und hängt seinen Gedanken nach. "Erinnerungen tragen dich weiter als jemals deine Füße, dachte er sich... ." Es ist üblich, dass Totenwache gehalten wird und so geht Max am Abend zum Haus vom Schorsch und seiner Frau. Erst treffen sich bis Mitternacht die Männer, danach die Frauen. Max bleibt. Es werden Erinnerungen ausgetauscht, Geschichten zum wiederholten Male erzählt, Geschichten die mit dem letzten der sie kennt in Vergessenheit geraten werden. Aber es sind auch Geschichten des Schweigens. "Doch wenn man schweigt, kommt man sehr gut miteinander aus. Worüber man nicht spricht, gibt es nicht." Und es wird über vieles geschwiegen. Über die harten Zeiten, die harten Hände der Männer und manch harte Sitten. Das Leben auf dem Dorf mit seinen schönen und dunklen Seiten. "Dieses Dorf.... ist wie jedes Dorf. Da wohnen Leute, und da gibt es Misthaufen. Und je näher man herankommt, um so mehr stinkt es." Und es stinkt oft erbarmungslos, besonders für die Frauen. Mich hat der Autor mit dieser Geschichte, die oft auch so zärtlich schön ist, wirklich in seinen Bann gezogen. Kenne ich doch das Leben auf dem Dorf und konnte soviel total gut nachvollziehen. Richtig schön finde ich die Tradition der Totenwache. Dem Menschen nochmal würdigen, seiner gedenken. Ob ich das auch machen wollte? Das weiß ich nicht. Hier bin ich gerne dabei gewesen, bei der Wache und bei Max, der mir so sehr ans Herz gewachsen ist. Große, sehr große Leseempfehlung für dieses schöne Werk!
Leise, melancholisch, berührend
Tommy Goerz’ Im Schnee ist ein leises Buch. Damit fügt es sich perfekt in die Umgebung der Handlung und in das Handeln der Protagonisten ein. So entsteht eine Symbiose, die gefällt. Erzählt wird von Freundschaft, vom Dasein auf Zeit und von einer Welt, die irgendwie aus der Zeit gefallen scheint.Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Schorsch und Max, die nie ganz ausgesprochen, sondern eher angedeutet wird. Vieles bleibt zwischen den Zeilen, wirkt nach und hallt nach. Auf diese Weise wird der Schnee für den Leser förmlich spürbar. Geprägt ist ihre Verbindung von stiller Vertrautheit, aber auch von einer gewissen Melancholie, die das ganze Buch durchzieht. Als Ort der Handlung wirkt das Dorf ruhig und vertraut, doch unter der Oberfläche liegt spürbar viel Morast. Insgesamt bleibt die Atmosphäre ruhig und entrückt. Beim Lesen entsteht das Gefühl, in eine vergessene Zeit einzutauchen, in der alles etwas langsamer und zugleich bedeutungsvoller ist. So entwickelt sich eine Stimmung, die sich schwer greifen lässt: traurig und schön zugleich. Zu Beginn fiel es mir nicht leicht, in das Buch hineinzufinden. Vielleicht lag es an der zurückhaltenden Erzählweise oder daran, dass ich mich erst auf den Ton einlassen musste. Mit der Zeit hat mich die Geschichte jedoch immer mehr erreicht, sodass am Ende ein sehr stimmiger, nachdenklicher Eindruck blieb. Langsam entfaltet sich der Roman Im Schnee. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer stillen und berührenden Geschichte über Freundschaft und Vergänglichkeit belohnt.

„Wenn man schweigt, kommt man sehr gut miteinander aus. Worüber man nicht spricht, das gibt es nicht." Schorsch ist gestorben. Zurück bleibt sein Freund Max, den wir in diesem Buch für ein paar Tage begleiten dürfen. Max sinniert über die gemeinsame Zeit mit Max und auch das Leben im Dorf. Das Leben ist geprägt von Einfachheit und viel Arbeit. Traditionen sind wichtig, zum Beispiel die Totenwacht und das Läuten der Totenglocke. Viel ist passiert in den letzten Jahren auf dem Dorf aber darüber wird nicht gesprochen. In diesem Roman wurde eine ganz besondere Atmosphäre erschaffen. Leicht düster, traurig aber auch zart. Viele Themen werden hier angesprochen, z. B. häusliche Gewalt, ein Kind mit einer Behinderung, Alkoholmissbrauch. Das wurde alles sehr unaufgeregt in die Geschichte eingebaut. Leise, wie mit ganz viel Schnee bedeckt aber auch voller Kraft steht hier eigentlich das meiste zwischen den Zeilen. Jeder kennt jeden, jeder weiß alles über jeden. Nur die Zugezogenen, denen geht man lieber aus dem Weg. Sie sind ja erst seit ca. 30 Jahren da. Ein wunderbar authentischer Roman über das harte Leben auf dem Land, über Freundschaft, Tradition und Zusammenhalt. Für Fans der leisen Zwischentöne ein wahrer Lesegenuss.
Mikrokomplex ländliches Dorfleben mit viel Tiefe in einer ruhigen, einfühlsamen Erzählung.
Selbst in einem ländlichen Dorf aufgewachsen, erkennt man schnell typische Strukturen und Denkweisen wieder. Der Autor schafft es eine stimmige Erzählung aufzuziehen, sodass man in einen ruhigen Flow gerät und einfach weiterlesen möchte. Der Protagonist ist vielleicht nach außen und auch manchmal zu sich selbst im Gedanken etwas distanziert von der Emotionalität, jedoch reichen seine Beschreibungen aus, um uns Lesenden tief blicken zu lassen und das Wesentliche zu Erkennen. Besonders das Ende habe ich als sehr stimmig und emotional empfunden. Es wird viel zwischen den Zeilen vermittelt. Es kommen in dem Roman auch schwere Themen wie häusliche Gewalt, Alkoholmissbrauch und Straftaten zur Sprache - oder eben auch nicht. Denn im Dorf wird viel geschwiegen und man hält sich heraus. Eine klare Leseempfehlung und eines meiner Jahreshighlights! Es zeigt sich wieder: Gute Romane brauchen nicht übermäßig viele Seiten. "Wenn dann die Menschen starben, waren die Geschichten weg. Und damit alles, was sie wussten und immer verschwiegen hatten." - S. 165
Der Goerz Tommie und die kleine Welt
Wehmütig, nostalgisch und herzerwärmend. Ein kleines Dorf, eine schon immer dagewesene Nachbarschaft und eine Welt, die sich nach und nach auflöst. Der beste Freund vom Max ist verstorben, die traditionelle Nachtwache findet statt. Erst die Männer, dann ab Mitternacht die Frauen. Alte Geschichten werden erzählt, das Bier geöffnet und auch vieles im Stillen ausgemacht. In dieser fragilen Struktur, in der Schweigen Gold ist und Wegsehen das Zusammenleben bestimmt, findet Tommie Goerz die richtigen Worte und mit dem Max die berührende Hauptfigur. Sentimentale Gedanken und Erinnerungen kommen auf, werden aber auch wenn’s notwendig ist, schnell wieder beiseite gewischt. Dieses Dorf versinkt im Schnee, im Schweigen, irgendwann in der Vergangenheit. Was für eine berührende Geschichte, welche abschließt mit der Frage: Wofür die große Welt sehen, wenn man sie im kleinen schon kaum überblicken oder verstehen kann?
Im Schnee kann man sehr gut ganzjährig lesen.
Was für eine schöne Geschichte über die Wandlung von Dörfern. Bei der Totenwache zusammen sitzen und über das Leben nachzudenken und die Erinnerungen zu teilen. Sehr friedlich und wünschenswert. Ps: Für alle nicht „Franken“ - die seltsam anmutenden Städte/Dorfnamen gibt es wirklich 😊
Berührende Geschichte
Von der Schönheit und der Härte des einfachen Lebens, von der Gnade der Freundschaft und dem Moment des Verlusts. Der alte Max hat alle Zeit. Draußen vor dem Fenster legt sich der Schnee wie eine Decke über das Dorf. Da dringt das Läuten des Totenglöckchens durch die Stille. Es schlägt für den Schorsch, der viel mehr war als nur ein Freund, ein Leben lang. So macht sich Max am Abend auf zur Totenwacht, wo die Alten zusammenkommen, um des Verstorbenen zu gedenken und sich zu erinnern. Wir begleiten Max über 2-3 Tage in diesem Buch und erfahren so viel aus seinem Leben und seinen Gedanken. Das Buch ist wirklich sehr Atmosphärisch geschrieben und berührt ein auf gute und schlechte Weise sehr. Es wird darüber berichtet, wie ein Dorf im Wandel ist, ein abgeschiedenes Dorf aus alten Zeiten und alten Werten mit alter Sichtweise. Die Neuzeit mit der alten Zeit kollidiert. Mich hat diese harte Einfachheit sehr berührt und auch geerdet und tatsächlich sehr zum Nachdenken angeregt. Das Buch ist eine klare Leseempfehlung!
IM SCHNEE Tommie Goerz Der Schorsch ist tot - die Totenglocke hat für ihn geläutet. Jahrelang haben sie sich begleitet - der Schorsch, der eigentlich Georg hieß - doch so nannte ihn keiner - und der Max. Im selben Dorf aufgewachsen, gemeinsam die Schulbank gedrückt - sogar auf dieselbe Frau hatten sie ein Auge geworfen. Doch sie entschied sich für Schorsch, und Max blieb allein. Eigentlich hätte es ein schöner Wintertag werden können, mit glitzerndem Schnee und klarer Luft. Doch ausgerechnet heute holte der Tod den Schorsch. Und so begleiten wir Max zur Totenwache. Die Männer dort erzählen Geschichten aus dem Dorf - über die, die gegangen sind, und die, die geblieben sind. Über alte Fehden, die selbst nach vierzig Jahren noch schwelen. Über die „Neuen“, die vor 30 Jahren hergezogen sind und noch immer „Neubürger“ genannt werden, aber nie wirklich dazugehören. Sie erinnern sich gemeinsam. Sie hielten zusammen und schwiegen, denn Geheimnisse blieben im Dorf, auch wenn jeder sie kannte. Doch das Dorf verändert sich. Die Jungen verkaufen die Höfe, das Land. Und die Neuen? Sie wollen keine Bauern sein, keine Felder bestellen. Sie wollen spazieren gehen und das Leben genießen. Was wird aus dem Dorf, wenn bald auch für sie die Totenglocke läutet? Tommie Goerz hat ein leises, eindringliches Buch geschrieben - eine Momentaufnahme des Dorflebens, das zwischen Tradition und Veränderung schwankt. Ein Ort, an dem jeder jeden kennt, an dem man seit Generationen zusammenlebt und füreinander einsteht. Gerne habe ich den Anekdoten und Erzählungen gelauscht. Die Stimme von Thorsten Loibl hat dazu beigetragen, dass ich mich fühlte, als säße ich selbst in einem kleinen Dorf, während es draußen stürmt und schneit. 4½/5

Unter den Apfelbäumen lag Schnee. Es schneite, und er musste nicht nach draußen. Er hatte alles.... Es hätte ein so schöner Tag werden können.
Ein kleiner Roman, aber große Literatur. Ein Buch über Trauer, aber nüchtern. Ein Dorfleben, eine Gemeinschaft, aber manchmal unbarmherzig und rauh. Ein idyllisches Dorf oder eher ein Rattennest, voller Dreck und Müll? Schorsch ist gestorben und Max trauert um ihn. Sie haben viel Zeit miteinander verbracht. Max geht zur Nachtwache. Bleibt die ganze Nacht. Die Anwesenden erzählen sich wehmütig alte Geschichten. Doch die meisten Geschichten sterben zusammen mit den Alten, die gehen. Ob man alles richtig gemacht hat? Nein. Aber: "Doch wenn man schweigt, kommt man sehr gut miteinander aus. Worüber man nicht spricht, das gibt es nicht. " Der Schrecken steckt zwischen den Sätzen. Aber die Dorfgemeinschaft hält zusammen. Es ist kein Krimi aber die nüchterne und schmerzhafte Beschreibung eines Dorflebens, das ausstirbt, das in seinem eigenen Mikrokosmos lebt. Hat mir sehr gut gefallen!
Ich muss alles von Tommie Goerz lesen!!
Es ist ein schmales Buch, doch es hat so viel viel Inhalt. Es ist unglaublich winterlich, atmosphärisch. Wir nehmen Teil am Max (über 80 Jahre alt) Gedanken und Erinnerungen teil. Es ist so schön , ruhig und friedlich. Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt.
Freundschaft und Verlust
Der inzwischen über 80-jährige Max lebt in einem sehr kleinen Dorf, in dem die Zeit stehengeblieben scheint. Es ist Winter, das Totenglöckchen läutet für seinen besten Freund Schorsch, der mehr war als nur ein Freund. Am Abend sitzt Max bei der Totenwacht, wo die Alten und im Dorf übriggebliebenen dem Verstorbenen gedenken und sich beim Erzählen von Geschichten und Begebenheiten erinnern. Doch über sehr vieles wird geschwiegen, denn was es nicht geben durfte, wird nicht angesprochen, vertuscht, hat nicht stattgefunden…in Max Gedanken werden uns die totgeschwiegen Geheimnisse des Dorflebens offenbart. Der still fallende Schnee deckt alles zu. Eine beeindruckende, leise Erzählung von der Härte, aber auch der Schönheit des einfachen Lebens, die durch einen ruhigen und gleichzeitig intensiven Schreibstil berührt. Unbedingte Leseempfehlung! Thomas Loibl gibt der Geschichte in der Hörbuchfassung mit seiner klaren, ruhigen Stimme eine angenehme Intensität, sehr gut anzuhören!
Ein wundervolles Buch, sehr ruhig erzählt, über eine lebenslange Freundschaft zwischen Max und Schorsch. Mit dem Tod von Schorsch bleibt Max allein zurück. Es geht um Freundschaft, Tod, Trauer und Einsamkeit und vor allem geht es um viele Erinnerungen und Erlebnisse von Beiden. Max erzählt ebenso über das strenge und einfache und schwere Leben in seinem kleinen Dorf, wie man es sich heute nicht mehr vorstellen kann.
Sehr schöne Geschichte die zunächst sehr einfach daherkommt, aber dann doch vielschichtig und tiefgründig wird. Der Autor erzählt hier über das ruhige Dorfleben in seiner Einfachheit, die verschrobenen und eigenbrötlerischen Charaktere, über das Alt sein, das Sterben...und über Max als Protagonist , der schon seit 80 Jahren im Dorf lebt und in Erinnerungen schwelgt, ausgelöst durch den Tod seines besten Freundes. Es ist sehr anrührend in Max Gedanken- und Gefühlswelt einzutauchen und sich ein Stück weit entschleunigen und ruhig werden zu lassen.
Melancholisch „ Wenn man schweigt, kommt man sehr gut miteinander aus. Worüber man nicht spricht, das gibt es nicht.“ Wenn das Totenglöckchen klingelt, gibt es wieder einen weniger in Max‘s Heimatdorf, in dem es scheint, als wäre die Zeit stehengeblieben. Diesmal ist es der Schorsch, Max bester Freund. Er ist einfach eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht, ein schöner Tod. Auf der Totenwacht treffen sich zunächst die Männer, schwelgen in Erinnerungen und stoßen auf den Toten an. Max bleibt auch noch als die Frauen zur Ablösung kommen. Bei ihnen geht es weit weniger lustig zu. Sie sind gläubiger, andächtiger und tauschen dann aber doch Geschichten und Rezepte aus. Der über 80jährige Max fragt sich wer der Nächste ist, denkt über die Veränderungen im Dorf nach. Inzwischen gibt es hier kein Geschäft mehr und alle die ein Handwerk beherrschten sterben allmählich weg. Die Neubürger sind auch nach Jahrzehnten noch Fremde. Es ist ruhig und still im Dorf. Der Schnee deckt alles zu, auch die schlimmen Geschichten von häuslicher Gewalt oder Ausländerfeindlichkeit. Darüber spricht man nicht. Dann ist es fast so, als wären sie nicht geschehen. Tommie Görtz erzählt ruhig und intensiv vom einfachen Leben auf dem Land, melancholisch und ohne es zu romantisieren. Der Tod gehört zu Leben, zum ewigen Kreislauf der Natur. Das hat man hier akzeptiert und feiert es mit den Ritualen, die sich gehören. Auch sprachlich hat mir das Buch gut gefallen. Es ist komplett aus der Sicht von Max erzählt, an dessen Gedankenwelt wir als Leser teilhaben dürfen . Es ist ein Buch, dass zum Nachdenken anregt und zum Innehalten aufruft und passt perfekt in den Winter. Das Hörbuch wurde wunderbar vertont von Thomas Loibl.
"Kein Mensch hatte den Schorsch je Georg gerufen, nur in seinem Pass hatten sie es so geschrieben: "Georg Wenzel". Aber was wissen die am Amt schon von den Menschen.“ [S. 10] Als der Schorsch stirbt, treffen sich die Dorfbewohner zur Totenwacht und lassen das Leben ihres Freundes in ihren Erzählungen, Erinnerungen und Gedanken Revue passieren. Eine schöne Geschichte über eine alteingesessenene und traditionelle Dorfgemeinschaft, die ihrem "Freund" die letzte Ehre erweist.

Tiefsinnig, bewegend und einfach wunderschön 🥹. Tommie Goerz hat es wieder einmal geschafft, mich vollends zu begeistern. „Im Tal“ hat mir schon richtig gut gefallen und „Im Schnee“ steht diesem in keinster Weise nach. Wir begleiten Max für eine kurze Zeit und lernen das Leben im Dorf kennen, lesen über Freundschaft, Gemeinschaft und Zusammenhalt…aber auch über Dinge, vor denen gerne mal die Augen verschlossen werden. …& ab auf die Liste der Lieblingsbücher ❄️ 🫶🏼
Der Schorsch ist tot. Und wie in dem kleinen Dorf, in dem Tommie Goerz' Geschichte spielt, üblich, gibt es eine 24 stündige Totenwache. Erst die Männer, dann die Frauen. Schorschs bester Freund Max bleibt in großer Trauer zurück - er und Schorsch waren nicht wie die anderen Männer aus dem Dorf, sie packten zuhause mit an, liebten ihre Frauen und versuchten, das, was wir heute unter "toxischer Männlichkeit" verstehen, zu vermeiden so gut es ging. So bleibt Max auch nach der Totenwache der Männer noch bei der Totenwache der Frauen sitzen Und reflektiert die letzten Jahre und Jahrzehnte der Freundschaft zu Schorsch, aber auch die Vorkommnisse im Dorf gehen ihm durch den Kopf. Die Dorfgemeinschaft hat nämlich nicht immer moralisch richtig entschieden und gehandelt - ganz oft hat einfach das ganze Dorf weggeguckt, wenn ein Unrecht geschah. Und einmal haben sie sogar ganz aktiv Böses getan, als einige Männer aus der Dorfgemeinschfaft das alte Schulhaus angezündet haben, damit keine Geflüchteten im Dorf untergebracht werden können. Ein sehr ruhiges Buch, das einen aber immer wieder fast beiläufig mit irgendeiner Katastrophe oder Untat aus der dörflichen Vergangenheit aufschreckt. Ich mochte besonders die Unterschiede, die Max zwischen den Totenwachen der Männer und Frauen erlebt, diese ganz andere Stimmung und Nähe der Frauen im Vergleich zu den emotional unsicheren (und dadurch ungehobelt wirkenden) Männern. Lesenswert!
Ein wirklich tolles Buch (wunderbar gelesen von, Thomas Loibl) welches still in seinem Erzählstil daherkommt, jedoch ganz stark zwischen den Zeilen ist! „ … dann bimmelt irgendwann leise das Totenglöckchen. So erfährt man auf dem Dorf: Es ist jemand gestorben – einer von uns. Noch weiß der Max nicht, wer es ist. Aber als er es schließlich erfährt, verändert es seine Welt.“ Von einem Dorf, einer Totenwache und alten Erinnerungen - von einer Männerfreundschaft, hinter der mehr steckte! Und von einem schweren Verlust! Und über allem steht: Die alten Zeiten waren besser - oder nicht? Denn über das, was es nicht geben durfte, wurde nicht gesprochen, dann konnte man auch gut zusammenleben! Dieses Buch muss man selbst erleben - und dann darüber nachdenken. Von mir eine ganz klare Empfehlung für jeden, der auf den Zeilen dahingleiten möchte, die Seitenhiebe aber ebenfalls erträgt und einordnen kann.
Tommie Goerz schildert hier das idyllische und einfache Leben auf dem Dorf. Allerdings tun sich auch Abgründe auf, die für Zugezogene und Aussenstehende nicht sichtbar sind. Im Zuge der Totenwache für den verstorbenen Schorsch, werden viele Geschichten erzählt und so bekommt man als Außenstehender einen Einblick, wie das Leben im Dorf funktioniert. Die Geschichte ist sehr ruhig und unaufgeregt erzählt, man spürt, dass auch Max Leben nicht mehr von der Geschwindigkeit getrieben ist. Alt geworden ist er, nun muss er alleine weitergehen. Vieles wird nur angedeutet, manches endlich einmal angesprochen. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn einige Wiederholungen aufgefallen sind. Die Erzählweise ist ruhig und doch so lebendig. Zwischen den Zeilen.
„Im Schnee“ von Tommie Goerz ist ein leiser, aber eindringlicher Roman, der mit klarer Sprache und eindrucksvoller Winterstimmung die Themen Freundschaft, Vergänglichkeit und den Wandel des Dorflebens erzählt.
„Im Schnee“ von Tommie Goerz hat mich durch seine ruhige, einfache Sprache und die dichte Winteratmosphäre beeindruckt. Die Geschichte um Max, der nach dem Tod seines Freundes Schorsch in Erinnerungen an das Dorfleben und dessen Wandel versinkt, erzählt von Freundschaft, Verlust und Vergänglichkeit, ohne kitschig zu wirken. Besonders gelungen finde ich, wie der Schnee als Symbol für das Vergessen und das Unausgesprochene dient – und wie Goerz das Landleben zwischen Melancholie und kritischer Distanz beschreibt. Ein nachdenklich stimmendes Buch, das lange nachhallt.
Schön wie ein stiller See. Doch den Grund, den sieht man nicht.
Tommie Goerz konnte mich schon mit seinem Roman "Im Tal" sehr begeistern. Nun hat er scheinbar seinen Weg zu einem Großverlag gefunden und "Im Schnee" veröffentlicht. Der Autor schreibt das, was er kennt. Geschichten aus einem kleinen fränkischen Dorf, also meiner Gegend hier. Außerdem schreibt er so, wie ein Dörfler eben sprechen würde. Tommie Goerz gelingt es wieder ganz hervorragend, eine dichte Atmosphäre und Stimmung zu erzeugen. Sowas genieße ich immer sehr gerne. In der Geschichte geht es um den Max, einem alten Mann in einem kleinen Dorf und dessen Freund Schorsch. Aber ist denn Schorsch ein Freund? Hm, da hat der Max nie so wirklich drüber nachgedacht. Es war halt einfach so... Schorsch ist gestorben und die Geschichte handelt "nur" von drei Tagen. Dem Tod, der Wacht, der Beerdigung. Man erfährt aber viel. Viel davon wie das Leben so war, in diesem kleinen Örtchen. Viel dunkles. Aber es war ja schon immer so. Darüber redete man nicht. Es geht nur ums Vieh und dem Acker. Wie gesagt, wieder eine ganz starke und dichte Atmosphäre und Stimmung die Goerz hier ausbreitet und entstehen lässt und so sind die schmalen 176 Seiten ein Genuss.
Wunderbar berührend
In Tommie Goerz` Buch „Im Schnee“ habe ich mich in vielerlei Hinsicht wiedergefunden. Das Sterben der alten Dörfer, wie die Alten sie noch kennen. Der damit einhergehende Wandel und die Anpassungsfähigkeit, die vielleicht fehlt. Auch wenn das Alte nicht immer gut war, vieles in Erinnerungen romantisiert wird, haftet dieser Vergangenheit doch oft ein Charme an, den die Neuerungen vertreiben. Ähnlich wie Max im Buch, geht es mir mit meinem Heimatdorf. Ich bin dort unheimlich gerne aufgewachsen. Die vielen, kleinen Geschäfte. Der Mischwarenladen, der Getränkehandel, die Metzgerei, der Wolladen im Dorf nebenan, der Blumenladen, die Mühle und noch viele mehr. Alle hatten ihr Auskommen, ihr Dasein. All das gibt es in meinem Heimatdorf nicht mehr. Dafür einen Discounter und ich bin ehrlich, ich möchte dort nicht mehr leben wollen. Alles so fremd, nicht mehr mein heimeliges Dörfchen. Mit ähnlichen Gedanken trägt unser älterer Protagonist Max sich nach dem Tode seines Freundes Schorsch. Viele Erinnerungen an früher treiben ihn im Dorf umher. Ein Blick auf das, was noch da ist und auf das was fehlt. Das abgeschiedene Leben auf dem Land. Reduziert auf das einfachste. Ein Tod, der eine Freundschaft beendete und das Leben im Dorf, und im Allgemeinen, verändert Ein Abschied von alten Traditionen. Bei manchen ist es gut, bei anderen Dingen bringt es Wehmut. Der Autor bringt mit diesem Buch eine Saite in mir zum klingen. Auf nicht mal 200 Seiten schafft er es, alles zu berichten, alles zu erklären. Und ich war von Seite eins an, gleich in der Geschichte. Ich habe Max sofort in mein Herz geschlossen. Diese Lektüre hat mich so berührt, ich würde am liebsten gleich noch mal von vorne beginnen. Ich war einfach sofort Teil dieser Dorfgemeinschaft. Ich war Teil der Gedanken und auch der Erinnerungen. Ich war Teil der Wehmut und der Sehnsucht nach dem Früher, .. dem Damals. Eine Freundschaft endet. Ein Miteinander, das so viel mehr war, als nur ein sich kennen. Es war ein geteiltes Leben. Mit all den Erinnerungen. Im Schnee ist ein Buch, dass mich wieder mitten ins Herz getroffen hat. Worte, über die ich noch lange nachgedacht habe. Die Bilder vor Augen. Ein großartiges Buch, dass ich sehr gerne empfehle. Ich besitze die Ausgabe der Büchergilde Gutenberg.

Achtung, Spoiler!
“Im Schnee” beleuchtet, ausgehend von einem Todesfall mit anschließender Totenwache, die Dynamiken eines bayrischen Dorfs über mehr als ein halbes Jahrhundert aus der Perspektive des besten Freundes des Toten. Das Erzähltempo ist so gemächlich wie der Alte, aber nach und nach erinnert er sich an all das, was ungesagt blieb und in den Tiefen der sozialen Gemeinschaft verborgen wurde. Vieles kommt einem bekannt vor, wenn man aus ähnlichen räumlichen Strukturen kommt. Einige der Andeutungen und besonders das Ende lassen einen mit angeknackstem Herzen zurück. Eine Erzählung mit viel Liebe für ihre Figuren, die beim Lesen nachhallt und ein Zuhause- und Zugehörigkeitsgefühl auslöst. Wer “Ein ganzes Leben” von Robert Seethaler mochte, wird auch hieran gefallen finden.
Max & der Schorsch im Schnee ❄️
Im Schnee ist ein sehr tiefgründiges Buch, dass immer wieder um die Themen „Tod“, „Isolation“ und „Generationenkonflikt“ kreist. Max und Schorsch sind schon lange befreundet und leben in einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft. Als es dann eines Nachts zu schneien beginnt und die Totenglocke läutet ist es soweit - der Schorsch ist gestorben. Max begibt sich zur Totenwache und lässt die gemeinsame Freundschaft Revue passieren, oft schweifen die Geschichten auch ab und wir lernen andere Dorfbewohner und deren Geschichten kennen, während der Schnee alles in Stille eintaucht.
Sternebewertung fiktiv
Manchmal kommen Bücher genau zur richtigen Zeit, so wie dieses – knapp zwei Wochen vor Weihnachten, in einer Jahreszeit, die oft zwischen Besinnlichkeit und Melancholie schwankt. Die Freude an der Gemütlichkeit der kalten Tage mischt sich mit der Trauer um das vergangene Jahr und das Vermissen geliebter Menschen, die nicht mehr da sind. Es ist ein schmales Buch, doch der Inhalt ist tief und kraftvoll. Der Roman berührt mit einer stillen, intimen Atmosphäre und einem nachdenklichen Schreibstil, der einen direkt in die Gedankenwelt der Hauptfigur Max eintauchen lässt. Max, ein älterer Herr, dessen Leben sich auf kleinem Raum abspielt, ist Beobachter der Welt vor seinem Fenster: dem Dorf, den Bewohnern und den Geschehnissen, die das Leben im Winter mit sich bringt. Die Kälte des Winters, die Vergänglichkeit des Lebens und die Einsamkeit des Alters werden greifbar. Besonders berührend ist der Verlust von Max’ Freund Schorsch. Mit seinem Tod lernen wir die Dorfgemeinschaft und Max’ eigenen Charakter besser kennen – ihre kleinen Eigenheiten, ihre Sorgen und die Art, wie sie zusammenleben. Der Roman erzählt all das aus Max’ Sicht und zeigt dabei, wie kostbar und fragil das Leben ist. Dieses Buch hat mich sehr berührt, aber auch traurig zurückgelassen. Es ist eines dieser Werke, die melancholisch stimmen und dennoch eine reinigende Wirkung auf die Seele haben – fast wie ein stilles, befreiendes Weinen. Manchmal brauchen wir solche Bücher, um uns selbst ein Stück weit zu heilen. Kennt ihr das Gefühl? Ein Buch kann uns traurig machen, und trotzdem möchten wir es lesen, weil es uns auf eine besondere Art Trost spendet. Genau das hat dieser Roman für mich getan. Ein leises, wertvolles Buch, das lange nachklingt.
Ein atmosphärisch dichter Roman auf nur knapp 180 Seiten der von dem erzählt, was von Außen betrachtet wie eine Idylle wirkt. Worüber man nicht spricht, das gibt es nicht. So war es schon immer im Dorf. Und sterben die Menschen, dann sterben die Geschichten mit ihnen. „Das Dorf […] eine Idylle? Es war ein Rattennest.“ Ein Buch für alle, die eigenwillige Charaktere sowie ein besonderes Setting mögen und eine langsame Geschichte zu schätzen wissen.
Characteristics
3 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Von der Schönheit und der Härte des einfachen Lebens, von der Gnade der Freundschaft und dem Moment des Verlusts
Der alte Max hat alle Zeit. Draußen vor dem Fenster legt sich der Schnee wie eine Decke über das Dorf. Da dringt das Läuten des Totenglöckchens durch die Stille. Es schlägt für den Schorsch, der viel mehr war als nur ein Freund, ein Leben lang. So macht sich Max am Abend auf zur Totenwacht, wo die Alten zusammenkommen, um des Verstorbenen zu gedenken und sich zu erinnern.
Eine ganze Nacht erzählen sie von den Freuden bei der Ernte, von Abenden in der Wirtsstube, vom kleinen Glück. Und vom Schorsch. Aber auch von der Enge im Dorf und dem eisigen Schweigen. Erst im Morgengrauen kehrt der Max heim. Im Licht des neuen Tages ist ihm klar: Nichts davon wird wiederkommen. Nur die Erinnerungen an dieses Leben bleiben, solange er da ist...
»Ein großes kleines Buch« Bayerischer Rundfunk
»›Im Schnee‹ von Tommie Goerz macht einfach glücklich. Die Geschichten und Anekdoten bringen eigene Erinnerungen zum Vorschein. Diesem Autor möchte man tagelang, ach was, ein Leben lang zuhören, weil er etwas in uns berührt, wie kaum ein anderer.« WDR 4 – Bücher
Book Information
Author Description
Tommie Goerz war gebürtiger Erlanger. Über Jahre machte er sich als mehrfach ausgezeichneter Krimiautor einen Namen. Auch sein literarisches Debüt »Im Tal« (2023) wurde von Publikum und Kritik begeistert aufgenommen. Der literarische Durchbruch gelang Tommie Goerz mit seinem Roman »Im Schnee«, der einhelliges Lob erfuhr und wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand.
Posts
Ein Buch über Verlust, den Wandel der Zeit und dem Dorfleben . Anschaulich werden die Dorfbewohner dargestellt. Mit viel Atmosphäre wird deren Leben geschildert. Über Ärger, Wut, Arbeit, Fröhlichkeit, Geselligkeit,Trauer und Traditionen geschrieben. Die wichtigste Botschaft allerdings ist die Freundschaft, die bis zum Ende und auch darüber hinaus bleibt. Ein sehr empfehlenswertes Buch.
Die lebenslange Freundschaft von Schorsch und Max endet, als Schorsch plötzlich stirbt und der alte Max zurückbleibt. Viele der alten Dorfbewohner sind inzwischen gestorben, dafür gibt es unliebsame Neubürger. Bei der Totenwache erinnert sich Max an früher ... Ein Buch über Gemeinschaft, den Wandel der Zeit und den Wert von Erinnerungen, das einige kluge Gedanken enthält. Zu 100% authentisch fand ich es nicht. Als Hörbuch sehr angenehm, wobei Sprecher Thomas Loibl leider auch manchmal zu sehr den Märchenonkel-Ton annimmt.
Was für ein schönes Buch ☺️🤩 Ich habe etwas ganz anderes erwartet und bin dann versunken in den Charme eines kleinen Dorfes, in dem die Zeit stehen geblieben scheint und die Menschen miteinander reden, aber auch gut miteinander schweigen können...über Dinge, die dann doch nicht immer so harmonisch und Menschen, die nicht immer so freundlich sind. Man kommt dort meistens gut miteinander aus, wenn man des öfteren mal weg sieht oder weghört. Dieser Roman ist in einer ganz poetischen Sprache geschrieben, die ans Herz geht und viele wahre und tiefgründige Sätze möchte man sich abspeichern. Er hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht und ich kann euch nur empfehlen, diese 170 Seiten zu lesen und in eine komplett andere Welt einzutauchen, die es fast nicht mehr gibt !!!🥰
"Das Leben geht halt weiter, dachte er sich, und muss auch weitergehen, auch ohne den Schorsch, und er sah hinüber zu dem Aufgebahrten, wie er noch da war, aber schon weg." Seite 92 "Erinnerungen tragen dich weiter als jemals deine Füße, dachte er sich, und kehrte zum alten Schulhaus zurück." Seite 102 "Dieses Dorf", sagte er schließlich, nachdem er eine Zeit lang hin und her gedacht hatte, "ist wie jedes Dorf. Da wohnen Leute, und da gibt es Misthaufen. Und je näher man herankommt, desto mehr stinkt es " Seite 159 Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf, die Zeit scheint still zu stehen, es wird an Traditionen festgehalten, manches verheimlicht und Neubürger haben kaum eine Chance, in diesen inneren Kern vorzudringen. Das Totenglöckchen läutet und Max muss sich von Schorsch verabschieden, seinem besten Freund seit Kindertagen. Bei der traditionellen Totenwacht wird der Verstorbene geehrt, es werden Erinnerungen ausgetauscht. Dieses schmale Buch umfasst nur eine Zeitspanne von wenigen Tagen, ist aber durch die Rückblicke und die Geschichten der Dorfbewohner inhaltlich sehr dicht. Sehr atmosphärisch in der Sprache war ich sofort eingetaucht ins Dorfleben. Für mich eine ganz klare Leseempfehlung ⭐
Das Buch hat mich, im warsten Sinne des Wortes, eiskalt erwischt. Was für eine berührende und tragische Geschichte! Eine Dorfgeschichte. "Das Dorf, ein ruhiger See, eine Idylle? Es war ein Rattennest." Der 80-jährige Max lebt alleine in seinem alten Haus in einem Dorf und muss erfahren, das sein Freund aus Kindertagen gestorben ist. Sein Freund Schorsch mit dem er nicht nur sein Leben, sondern auch manchmal, ganz züchtig, die Chaiselonge geteilt hat. Still beobachtet Max das Leben um ihn herum, schaut in die Natur, sieht den Schnee fallen und hängt seinen Gedanken nach. "Erinnerungen tragen dich weiter als jemals deine Füße, dachte er sich... ." Es ist üblich, dass Totenwache gehalten wird und so geht Max am Abend zum Haus vom Schorsch und seiner Frau. Erst treffen sich bis Mitternacht die Männer, danach die Frauen. Max bleibt. Es werden Erinnerungen ausgetauscht, Geschichten zum wiederholten Male erzählt, Geschichten die mit dem letzten der sie kennt in Vergessenheit geraten werden. Aber es sind auch Geschichten des Schweigens. "Doch wenn man schweigt, kommt man sehr gut miteinander aus. Worüber man nicht spricht, gibt es nicht." Und es wird über vieles geschwiegen. Über die harten Zeiten, die harten Hände der Männer und manch harte Sitten. Das Leben auf dem Dorf mit seinen schönen und dunklen Seiten. "Dieses Dorf.... ist wie jedes Dorf. Da wohnen Leute, und da gibt es Misthaufen. Und je näher man herankommt, um so mehr stinkt es." Und es stinkt oft erbarmungslos, besonders für die Frauen. Mich hat der Autor mit dieser Geschichte, die oft auch so zärtlich schön ist, wirklich in seinen Bann gezogen. Kenne ich doch das Leben auf dem Dorf und konnte soviel total gut nachvollziehen. Richtig schön finde ich die Tradition der Totenwache. Dem Menschen nochmal würdigen, seiner gedenken. Ob ich das auch machen wollte? Das weiß ich nicht. Hier bin ich gerne dabei gewesen, bei der Wache und bei Max, der mir so sehr ans Herz gewachsen ist. Große, sehr große Leseempfehlung für dieses schöne Werk!
Leise, melancholisch, berührend
Tommy Goerz’ Im Schnee ist ein leises Buch. Damit fügt es sich perfekt in die Umgebung der Handlung und in das Handeln der Protagonisten ein. So entsteht eine Symbiose, die gefällt. Erzählt wird von Freundschaft, vom Dasein auf Zeit und von einer Welt, die irgendwie aus der Zeit gefallen scheint.Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Schorsch und Max, die nie ganz ausgesprochen, sondern eher angedeutet wird. Vieles bleibt zwischen den Zeilen, wirkt nach und hallt nach. Auf diese Weise wird der Schnee für den Leser förmlich spürbar. Geprägt ist ihre Verbindung von stiller Vertrautheit, aber auch von einer gewissen Melancholie, die das ganze Buch durchzieht. Als Ort der Handlung wirkt das Dorf ruhig und vertraut, doch unter der Oberfläche liegt spürbar viel Morast. Insgesamt bleibt die Atmosphäre ruhig und entrückt. Beim Lesen entsteht das Gefühl, in eine vergessene Zeit einzutauchen, in der alles etwas langsamer und zugleich bedeutungsvoller ist. So entwickelt sich eine Stimmung, die sich schwer greifen lässt: traurig und schön zugleich. Zu Beginn fiel es mir nicht leicht, in das Buch hineinzufinden. Vielleicht lag es an der zurückhaltenden Erzählweise oder daran, dass ich mich erst auf den Ton einlassen musste. Mit der Zeit hat mich die Geschichte jedoch immer mehr erreicht, sodass am Ende ein sehr stimmiger, nachdenklicher Eindruck blieb. Langsam entfaltet sich der Roman Im Schnee. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer stillen und berührenden Geschichte über Freundschaft und Vergänglichkeit belohnt.

„Wenn man schweigt, kommt man sehr gut miteinander aus. Worüber man nicht spricht, das gibt es nicht." Schorsch ist gestorben. Zurück bleibt sein Freund Max, den wir in diesem Buch für ein paar Tage begleiten dürfen. Max sinniert über die gemeinsame Zeit mit Max und auch das Leben im Dorf. Das Leben ist geprägt von Einfachheit und viel Arbeit. Traditionen sind wichtig, zum Beispiel die Totenwacht und das Läuten der Totenglocke. Viel ist passiert in den letzten Jahren auf dem Dorf aber darüber wird nicht gesprochen. In diesem Roman wurde eine ganz besondere Atmosphäre erschaffen. Leicht düster, traurig aber auch zart. Viele Themen werden hier angesprochen, z. B. häusliche Gewalt, ein Kind mit einer Behinderung, Alkoholmissbrauch. Das wurde alles sehr unaufgeregt in die Geschichte eingebaut. Leise, wie mit ganz viel Schnee bedeckt aber auch voller Kraft steht hier eigentlich das meiste zwischen den Zeilen. Jeder kennt jeden, jeder weiß alles über jeden. Nur die Zugezogenen, denen geht man lieber aus dem Weg. Sie sind ja erst seit ca. 30 Jahren da. Ein wunderbar authentischer Roman über das harte Leben auf dem Land, über Freundschaft, Tradition und Zusammenhalt. Für Fans der leisen Zwischentöne ein wahrer Lesegenuss.
Mikrokomplex ländliches Dorfleben mit viel Tiefe in einer ruhigen, einfühlsamen Erzählung.
Selbst in einem ländlichen Dorf aufgewachsen, erkennt man schnell typische Strukturen und Denkweisen wieder. Der Autor schafft es eine stimmige Erzählung aufzuziehen, sodass man in einen ruhigen Flow gerät und einfach weiterlesen möchte. Der Protagonist ist vielleicht nach außen und auch manchmal zu sich selbst im Gedanken etwas distanziert von der Emotionalität, jedoch reichen seine Beschreibungen aus, um uns Lesenden tief blicken zu lassen und das Wesentliche zu Erkennen. Besonders das Ende habe ich als sehr stimmig und emotional empfunden. Es wird viel zwischen den Zeilen vermittelt. Es kommen in dem Roman auch schwere Themen wie häusliche Gewalt, Alkoholmissbrauch und Straftaten zur Sprache - oder eben auch nicht. Denn im Dorf wird viel geschwiegen und man hält sich heraus. Eine klare Leseempfehlung und eines meiner Jahreshighlights! Es zeigt sich wieder: Gute Romane brauchen nicht übermäßig viele Seiten. "Wenn dann die Menschen starben, waren die Geschichten weg. Und damit alles, was sie wussten und immer verschwiegen hatten." - S. 165
Der Goerz Tommie und die kleine Welt
Wehmütig, nostalgisch und herzerwärmend. Ein kleines Dorf, eine schon immer dagewesene Nachbarschaft und eine Welt, die sich nach und nach auflöst. Der beste Freund vom Max ist verstorben, die traditionelle Nachtwache findet statt. Erst die Männer, dann ab Mitternacht die Frauen. Alte Geschichten werden erzählt, das Bier geöffnet und auch vieles im Stillen ausgemacht. In dieser fragilen Struktur, in der Schweigen Gold ist und Wegsehen das Zusammenleben bestimmt, findet Tommie Goerz die richtigen Worte und mit dem Max die berührende Hauptfigur. Sentimentale Gedanken und Erinnerungen kommen auf, werden aber auch wenn’s notwendig ist, schnell wieder beiseite gewischt. Dieses Dorf versinkt im Schnee, im Schweigen, irgendwann in der Vergangenheit. Was für eine berührende Geschichte, welche abschließt mit der Frage: Wofür die große Welt sehen, wenn man sie im kleinen schon kaum überblicken oder verstehen kann?
Im Schnee kann man sehr gut ganzjährig lesen.
Was für eine schöne Geschichte über die Wandlung von Dörfern. Bei der Totenwache zusammen sitzen und über das Leben nachzudenken und die Erinnerungen zu teilen. Sehr friedlich und wünschenswert. Ps: Für alle nicht „Franken“ - die seltsam anmutenden Städte/Dorfnamen gibt es wirklich 😊
Berührende Geschichte
Von der Schönheit und der Härte des einfachen Lebens, von der Gnade der Freundschaft und dem Moment des Verlusts. Der alte Max hat alle Zeit. Draußen vor dem Fenster legt sich der Schnee wie eine Decke über das Dorf. Da dringt das Läuten des Totenglöckchens durch die Stille. Es schlägt für den Schorsch, der viel mehr war als nur ein Freund, ein Leben lang. So macht sich Max am Abend auf zur Totenwacht, wo die Alten zusammenkommen, um des Verstorbenen zu gedenken und sich zu erinnern. Wir begleiten Max über 2-3 Tage in diesem Buch und erfahren so viel aus seinem Leben und seinen Gedanken. Das Buch ist wirklich sehr Atmosphärisch geschrieben und berührt ein auf gute und schlechte Weise sehr. Es wird darüber berichtet, wie ein Dorf im Wandel ist, ein abgeschiedenes Dorf aus alten Zeiten und alten Werten mit alter Sichtweise. Die Neuzeit mit der alten Zeit kollidiert. Mich hat diese harte Einfachheit sehr berührt und auch geerdet und tatsächlich sehr zum Nachdenken angeregt. Das Buch ist eine klare Leseempfehlung!
IM SCHNEE Tommie Goerz Der Schorsch ist tot - die Totenglocke hat für ihn geläutet. Jahrelang haben sie sich begleitet - der Schorsch, der eigentlich Georg hieß - doch so nannte ihn keiner - und der Max. Im selben Dorf aufgewachsen, gemeinsam die Schulbank gedrückt - sogar auf dieselbe Frau hatten sie ein Auge geworfen. Doch sie entschied sich für Schorsch, und Max blieb allein. Eigentlich hätte es ein schöner Wintertag werden können, mit glitzerndem Schnee und klarer Luft. Doch ausgerechnet heute holte der Tod den Schorsch. Und so begleiten wir Max zur Totenwache. Die Männer dort erzählen Geschichten aus dem Dorf - über die, die gegangen sind, und die, die geblieben sind. Über alte Fehden, die selbst nach vierzig Jahren noch schwelen. Über die „Neuen“, die vor 30 Jahren hergezogen sind und noch immer „Neubürger“ genannt werden, aber nie wirklich dazugehören. Sie erinnern sich gemeinsam. Sie hielten zusammen und schwiegen, denn Geheimnisse blieben im Dorf, auch wenn jeder sie kannte. Doch das Dorf verändert sich. Die Jungen verkaufen die Höfe, das Land. Und die Neuen? Sie wollen keine Bauern sein, keine Felder bestellen. Sie wollen spazieren gehen und das Leben genießen. Was wird aus dem Dorf, wenn bald auch für sie die Totenglocke läutet? Tommie Goerz hat ein leises, eindringliches Buch geschrieben - eine Momentaufnahme des Dorflebens, das zwischen Tradition und Veränderung schwankt. Ein Ort, an dem jeder jeden kennt, an dem man seit Generationen zusammenlebt und füreinander einsteht. Gerne habe ich den Anekdoten und Erzählungen gelauscht. Die Stimme von Thorsten Loibl hat dazu beigetragen, dass ich mich fühlte, als säße ich selbst in einem kleinen Dorf, während es draußen stürmt und schneit. 4½/5

Unter den Apfelbäumen lag Schnee. Es schneite, und er musste nicht nach draußen. Er hatte alles.... Es hätte ein so schöner Tag werden können.
Ein kleiner Roman, aber große Literatur. Ein Buch über Trauer, aber nüchtern. Ein Dorfleben, eine Gemeinschaft, aber manchmal unbarmherzig und rauh. Ein idyllisches Dorf oder eher ein Rattennest, voller Dreck und Müll? Schorsch ist gestorben und Max trauert um ihn. Sie haben viel Zeit miteinander verbracht. Max geht zur Nachtwache. Bleibt die ganze Nacht. Die Anwesenden erzählen sich wehmütig alte Geschichten. Doch die meisten Geschichten sterben zusammen mit den Alten, die gehen. Ob man alles richtig gemacht hat? Nein. Aber: "Doch wenn man schweigt, kommt man sehr gut miteinander aus. Worüber man nicht spricht, das gibt es nicht. " Der Schrecken steckt zwischen den Sätzen. Aber die Dorfgemeinschaft hält zusammen. Es ist kein Krimi aber die nüchterne und schmerzhafte Beschreibung eines Dorflebens, das ausstirbt, das in seinem eigenen Mikrokosmos lebt. Hat mir sehr gut gefallen!
Ich muss alles von Tommie Goerz lesen!!
Es ist ein schmales Buch, doch es hat so viel viel Inhalt. Es ist unglaublich winterlich, atmosphärisch. Wir nehmen Teil am Max (über 80 Jahre alt) Gedanken und Erinnerungen teil. Es ist so schön , ruhig und friedlich. Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt.
Freundschaft und Verlust
Der inzwischen über 80-jährige Max lebt in einem sehr kleinen Dorf, in dem die Zeit stehengeblieben scheint. Es ist Winter, das Totenglöckchen läutet für seinen besten Freund Schorsch, der mehr war als nur ein Freund. Am Abend sitzt Max bei der Totenwacht, wo die Alten und im Dorf übriggebliebenen dem Verstorbenen gedenken und sich beim Erzählen von Geschichten und Begebenheiten erinnern. Doch über sehr vieles wird geschwiegen, denn was es nicht geben durfte, wird nicht angesprochen, vertuscht, hat nicht stattgefunden…in Max Gedanken werden uns die totgeschwiegen Geheimnisse des Dorflebens offenbart. Der still fallende Schnee deckt alles zu. Eine beeindruckende, leise Erzählung von der Härte, aber auch der Schönheit des einfachen Lebens, die durch einen ruhigen und gleichzeitig intensiven Schreibstil berührt. Unbedingte Leseempfehlung! Thomas Loibl gibt der Geschichte in der Hörbuchfassung mit seiner klaren, ruhigen Stimme eine angenehme Intensität, sehr gut anzuhören!
Ein wundervolles Buch, sehr ruhig erzählt, über eine lebenslange Freundschaft zwischen Max und Schorsch. Mit dem Tod von Schorsch bleibt Max allein zurück. Es geht um Freundschaft, Tod, Trauer und Einsamkeit und vor allem geht es um viele Erinnerungen und Erlebnisse von Beiden. Max erzählt ebenso über das strenge und einfache und schwere Leben in seinem kleinen Dorf, wie man es sich heute nicht mehr vorstellen kann.
Sehr schöne Geschichte die zunächst sehr einfach daherkommt, aber dann doch vielschichtig und tiefgründig wird. Der Autor erzählt hier über das ruhige Dorfleben in seiner Einfachheit, die verschrobenen und eigenbrötlerischen Charaktere, über das Alt sein, das Sterben...und über Max als Protagonist , der schon seit 80 Jahren im Dorf lebt und in Erinnerungen schwelgt, ausgelöst durch den Tod seines besten Freundes. Es ist sehr anrührend in Max Gedanken- und Gefühlswelt einzutauchen und sich ein Stück weit entschleunigen und ruhig werden zu lassen.
Melancholisch „ Wenn man schweigt, kommt man sehr gut miteinander aus. Worüber man nicht spricht, das gibt es nicht.“ Wenn das Totenglöckchen klingelt, gibt es wieder einen weniger in Max‘s Heimatdorf, in dem es scheint, als wäre die Zeit stehengeblieben. Diesmal ist es der Schorsch, Max bester Freund. Er ist einfach eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht, ein schöner Tod. Auf der Totenwacht treffen sich zunächst die Männer, schwelgen in Erinnerungen und stoßen auf den Toten an. Max bleibt auch noch als die Frauen zur Ablösung kommen. Bei ihnen geht es weit weniger lustig zu. Sie sind gläubiger, andächtiger und tauschen dann aber doch Geschichten und Rezepte aus. Der über 80jährige Max fragt sich wer der Nächste ist, denkt über die Veränderungen im Dorf nach. Inzwischen gibt es hier kein Geschäft mehr und alle die ein Handwerk beherrschten sterben allmählich weg. Die Neubürger sind auch nach Jahrzehnten noch Fremde. Es ist ruhig und still im Dorf. Der Schnee deckt alles zu, auch die schlimmen Geschichten von häuslicher Gewalt oder Ausländerfeindlichkeit. Darüber spricht man nicht. Dann ist es fast so, als wären sie nicht geschehen. Tommie Görtz erzählt ruhig und intensiv vom einfachen Leben auf dem Land, melancholisch und ohne es zu romantisieren. Der Tod gehört zu Leben, zum ewigen Kreislauf der Natur. Das hat man hier akzeptiert und feiert es mit den Ritualen, die sich gehören. Auch sprachlich hat mir das Buch gut gefallen. Es ist komplett aus der Sicht von Max erzählt, an dessen Gedankenwelt wir als Leser teilhaben dürfen . Es ist ein Buch, dass zum Nachdenken anregt und zum Innehalten aufruft und passt perfekt in den Winter. Das Hörbuch wurde wunderbar vertont von Thomas Loibl.
"Kein Mensch hatte den Schorsch je Georg gerufen, nur in seinem Pass hatten sie es so geschrieben: "Georg Wenzel". Aber was wissen die am Amt schon von den Menschen.“ [S. 10] Als der Schorsch stirbt, treffen sich die Dorfbewohner zur Totenwacht und lassen das Leben ihres Freundes in ihren Erzählungen, Erinnerungen und Gedanken Revue passieren. Eine schöne Geschichte über eine alteingesessenene und traditionelle Dorfgemeinschaft, die ihrem "Freund" die letzte Ehre erweist.

Tiefsinnig, bewegend und einfach wunderschön 🥹. Tommie Goerz hat es wieder einmal geschafft, mich vollends zu begeistern. „Im Tal“ hat mir schon richtig gut gefallen und „Im Schnee“ steht diesem in keinster Weise nach. Wir begleiten Max für eine kurze Zeit und lernen das Leben im Dorf kennen, lesen über Freundschaft, Gemeinschaft und Zusammenhalt…aber auch über Dinge, vor denen gerne mal die Augen verschlossen werden. …& ab auf die Liste der Lieblingsbücher ❄️ 🫶🏼
Der Schorsch ist tot. Und wie in dem kleinen Dorf, in dem Tommie Goerz' Geschichte spielt, üblich, gibt es eine 24 stündige Totenwache. Erst die Männer, dann die Frauen. Schorschs bester Freund Max bleibt in großer Trauer zurück - er und Schorsch waren nicht wie die anderen Männer aus dem Dorf, sie packten zuhause mit an, liebten ihre Frauen und versuchten, das, was wir heute unter "toxischer Männlichkeit" verstehen, zu vermeiden so gut es ging. So bleibt Max auch nach der Totenwache der Männer noch bei der Totenwache der Frauen sitzen Und reflektiert die letzten Jahre und Jahrzehnte der Freundschaft zu Schorsch, aber auch die Vorkommnisse im Dorf gehen ihm durch den Kopf. Die Dorfgemeinschaft hat nämlich nicht immer moralisch richtig entschieden und gehandelt - ganz oft hat einfach das ganze Dorf weggeguckt, wenn ein Unrecht geschah. Und einmal haben sie sogar ganz aktiv Böses getan, als einige Männer aus der Dorfgemeinschfaft das alte Schulhaus angezündet haben, damit keine Geflüchteten im Dorf untergebracht werden können. Ein sehr ruhiges Buch, das einen aber immer wieder fast beiläufig mit irgendeiner Katastrophe oder Untat aus der dörflichen Vergangenheit aufschreckt. Ich mochte besonders die Unterschiede, die Max zwischen den Totenwachen der Männer und Frauen erlebt, diese ganz andere Stimmung und Nähe der Frauen im Vergleich zu den emotional unsicheren (und dadurch ungehobelt wirkenden) Männern. Lesenswert!
Ein wirklich tolles Buch (wunderbar gelesen von, Thomas Loibl) welches still in seinem Erzählstil daherkommt, jedoch ganz stark zwischen den Zeilen ist! „ … dann bimmelt irgendwann leise das Totenglöckchen. So erfährt man auf dem Dorf: Es ist jemand gestorben – einer von uns. Noch weiß der Max nicht, wer es ist. Aber als er es schließlich erfährt, verändert es seine Welt.“ Von einem Dorf, einer Totenwache und alten Erinnerungen - von einer Männerfreundschaft, hinter der mehr steckte! Und von einem schweren Verlust! Und über allem steht: Die alten Zeiten waren besser - oder nicht? Denn über das, was es nicht geben durfte, wurde nicht gesprochen, dann konnte man auch gut zusammenleben! Dieses Buch muss man selbst erleben - und dann darüber nachdenken. Von mir eine ganz klare Empfehlung für jeden, der auf den Zeilen dahingleiten möchte, die Seitenhiebe aber ebenfalls erträgt und einordnen kann.
Tommie Goerz schildert hier das idyllische und einfache Leben auf dem Dorf. Allerdings tun sich auch Abgründe auf, die für Zugezogene und Aussenstehende nicht sichtbar sind. Im Zuge der Totenwache für den verstorbenen Schorsch, werden viele Geschichten erzählt und so bekommt man als Außenstehender einen Einblick, wie das Leben im Dorf funktioniert. Die Geschichte ist sehr ruhig und unaufgeregt erzählt, man spürt, dass auch Max Leben nicht mehr von der Geschwindigkeit getrieben ist. Alt geworden ist er, nun muss er alleine weitergehen. Vieles wird nur angedeutet, manches endlich einmal angesprochen. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn einige Wiederholungen aufgefallen sind. Die Erzählweise ist ruhig und doch so lebendig. Zwischen den Zeilen.
„Im Schnee“ von Tommie Goerz ist ein leiser, aber eindringlicher Roman, der mit klarer Sprache und eindrucksvoller Winterstimmung die Themen Freundschaft, Vergänglichkeit und den Wandel des Dorflebens erzählt.
„Im Schnee“ von Tommie Goerz hat mich durch seine ruhige, einfache Sprache und die dichte Winteratmosphäre beeindruckt. Die Geschichte um Max, der nach dem Tod seines Freundes Schorsch in Erinnerungen an das Dorfleben und dessen Wandel versinkt, erzählt von Freundschaft, Verlust und Vergänglichkeit, ohne kitschig zu wirken. Besonders gelungen finde ich, wie der Schnee als Symbol für das Vergessen und das Unausgesprochene dient – und wie Goerz das Landleben zwischen Melancholie und kritischer Distanz beschreibt. Ein nachdenklich stimmendes Buch, das lange nachhallt.
Schön wie ein stiller See. Doch den Grund, den sieht man nicht.
Tommie Goerz konnte mich schon mit seinem Roman "Im Tal" sehr begeistern. Nun hat er scheinbar seinen Weg zu einem Großverlag gefunden und "Im Schnee" veröffentlicht. Der Autor schreibt das, was er kennt. Geschichten aus einem kleinen fränkischen Dorf, also meiner Gegend hier. Außerdem schreibt er so, wie ein Dörfler eben sprechen würde. Tommie Goerz gelingt es wieder ganz hervorragend, eine dichte Atmosphäre und Stimmung zu erzeugen. Sowas genieße ich immer sehr gerne. In der Geschichte geht es um den Max, einem alten Mann in einem kleinen Dorf und dessen Freund Schorsch. Aber ist denn Schorsch ein Freund? Hm, da hat der Max nie so wirklich drüber nachgedacht. Es war halt einfach so... Schorsch ist gestorben und die Geschichte handelt "nur" von drei Tagen. Dem Tod, der Wacht, der Beerdigung. Man erfährt aber viel. Viel davon wie das Leben so war, in diesem kleinen Örtchen. Viel dunkles. Aber es war ja schon immer so. Darüber redete man nicht. Es geht nur ums Vieh und dem Acker. Wie gesagt, wieder eine ganz starke und dichte Atmosphäre und Stimmung die Goerz hier ausbreitet und entstehen lässt und so sind die schmalen 176 Seiten ein Genuss.
Wunderbar berührend
In Tommie Goerz` Buch „Im Schnee“ habe ich mich in vielerlei Hinsicht wiedergefunden. Das Sterben der alten Dörfer, wie die Alten sie noch kennen. Der damit einhergehende Wandel und die Anpassungsfähigkeit, die vielleicht fehlt. Auch wenn das Alte nicht immer gut war, vieles in Erinnerungen romantisiert wird, haftet dieser Vergangenheit doch oft ein Charme an, den die Neuerungen vertreiben. Ähnlich wie Max im Buch, geht es mir mit meinem Heimatdorf. Ich bin dort unheimlich gerne aufgewachsen. Die vielen, kleinen Geschäfte. Der Mischwarenladen, der Getränkehandel, die Metzgerei, der Wolladen im Dorf nebenan, der Blumenladen, die Mühle und noch viele mehr. Alle hatten ihr Auskommen, ihr Dasein. All das gibt es in meinem Heimatdorf nicht mehr. Dafür einen Discounter und ich bin ehrlich, ich möchte dort nicht mehr leben wollen. Alles so fremd, nicht mehr mein heimeliges Dörfchen. Mit ähnlichen Gedanken trägt unser älterer Protagonist Max sich nach dem Tode seines Freundes Schorsch. Viele Erinnerungen an früher treiben ihn im Dorf umher. Ein Blick auf das, was noch da ist und auf das was fehlt. Das abgeschiedene Leben auf dem Land. Reduziert auf das einfachste. Ein Tod, der eine Freundschaft beendete und das Leben im Dorf, und im Allgemeinen, verändert Ein Abschied von alten Traditionen. Bei manchen ist es gut, bei anderen Dingen bringt es Wehmut. Der Autor bringt mit diesem Buch eine Saite in mir zum klingen. Auf nicht mal 200 Seiten schafft er es, alles zu berichten, alles zu erklären. Und ich war von Seite eins an, gleich in der Geschichte. Ich habe Max sofort in mein Herz geschlossen. Diese Lektüre hat mich so berührt, ich würde am liebsten gleich noch mal von vorne beginnen. Ich war einfach sofort Teil dieser Dorfgemeinschaft. Ich war Teil der Gedanken und auch der Erinnerungen. Ich war Teil der Wehmut und der Sehnsucht nach dem Früher, .. dem Damals. Eine Freundschaft endet. Ein Miteinander, das so viel mehr war, als nur ein sich kennen. Es war ein geteiltes Leben. Mit all den Erinnerungen. Im Schnee ist ein Buch, dass mich wieder mitten ins Herz getroffen hat. Worte, über die ich noch lange nachgedacht habe. Die Bilder vor Augen. Ein großartiges Buch, dass ich sehr gerne empfehle. Ich besitze die Ausgabe der Büchergilde Gutenberg.

Achtung, Spoiler!
“Im Schnee” beleuchtet, ausgehend von einem Todesfall mit anschließender Totenwache, die Dynamiken eines bayrischen Dorfs über mehr als ein halbes Jahrhundert aus der Perspektive des besten Freundes des Toten. Das Erzähltempo ist so gemächlich wie der Alte, aber nach und nach erinnert er sich an all das, was ungesagt blieb und in den Tiefen der sozialen Gemeinschaft verborgen wurde. Vieles kommt einem bekannt vor, wenn man aus ähnlichen räumlichen Strukturen kommt. Einige der Andeutungen und besonders das Ende lassen einen mit angeknackstem Herzen zurück. Eine Erzählung mit viel Liebe für ihre Figuren, die beim Lesen nachhallt und ein Zuhause- und Zugehörigkeitsgefühl auslöst. Wer “Ein ganzes Leben” von Robert Seethaler mochte, wird auch hieran gefallen finden.
Max & der Schorsch im Schnee ❄️
Im Schnee ist ein sehr tiefgründiges Buch, dass immer wieder um die Themen „Tod“, „Isolation“ und „Generationenkonflikt“ kreist. Max und Schorsch sind schon lange befreundet und leben in einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft. Als es dann eines Nachts zu schneien beginnt und die Totenglocke läutet ist es soweit - der Schorsch ist gestorben. Max begibt sich zur Totenwache und lässt die gemeinsame Freundschaft Revue passieren, oft schweifen die Geschichten auch ab und wir lernen andere Dorfbewohner und deren Geschichten kennen, während der Schnee alles in Stille eintaucht.
Sternebewertung fiktiv
Manchmal kommen Bücher genau zur richtigen Zeit, so wie dieses – knapp zwei Wochen vor Weihnachten, in einer Jahreszeit, die oft zwischen Besinnlichkeit und Melancholie schwankt. Die Freude an der Gemütlichkeit der kalten Tage mischt sich mit der Trauer um das vergangene Jahr und das Vermissen geliebter Menschen, die nicht mehr da sind. Es ist ein schmales Buch, doch der Inhalt ist tief und kraftvoll. Der Roman berührt mit einer stillen, intimen Atmosphäre und einem nachdenklichen Schreibstil, der einen direkt in die Gedankenwelt der Hauptfigur Max eintauchen lässt. Max, ein älterer Herr, dessen Leben sich auf kleinem Raum abspielt, ist Beobachter der Welt vor seinem Fenster: dem Dorf, den Bewohnern und den Geschehnissen, die das Leben im Winter mit sich bringt. Die Kälte des Winters, die Vergänglichkeit des Lebens und die Einsamkeit des Alters werden greifbar. Besonders berührend ist der Verlust von Max’ Freund Schorsch. Mit seinem Tod lernen wir die Dorfgemeinschaft und Max’ eigenen Charakter besser kennen – ihre kleinen Eigenheiten, ihre Sorgen und die Art, wie sie zusammenleben. Der Roman erzählt all das aus Max’ Sicht und zeigt dabei, wie kostbar und fragil das Leben ist. Dieses Buch hat mich sehr berührt, aber auch traurig zurückgelassen. Es ist eines dieser Werke, die melancholisch stimmen und dennoch eine reinigende Wirkung auf die Seele haben – fast wie ein stilles, befreiendes Weinen. Manchmal brauchen wir solche Bücher, um uns selbst ein Stück weit zu heilen. Kennt ihr das Gefühl? Ein Buch kann uns traurig machen, und trotzdem möchten wir es lesen, weil es uns auf eine besondere Art Trost spendet. Genau das hat dieser Roman für mich getan. Ein leises, wertvolles Buch, das lange nachklingt.
Ein atmosphärisch dichter Roman auf nur knapp 180 Seiten der von dem erzählt, was von Außen betrachtet wie eine Idylle wirkt. Worüber man nicht spricht, das gibt es nicht. So war es schon immer im Dorf. Und sterben die Menschen, dann sterben die Geschichten mit ihnen. „Das Dorf […] eine Idylle? Es war ein Rattennest.“ Ein Buch für alle, die eigenwillige Charaktere sowie ein besonderes Setting mögen und eine langsame Geschichte zu schätzen wissen.





















































