Halbinsel

Halbinsel

Hardback
4.11272

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Description

Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2025!
Ein Haus am Wattenmeer. Eine Mutter und ihre Tochter. Und der Versuch einer Annäherung zwischen den Generationen. Für Leser*innen von Judith Hermanns »Daheim«, Anne Rabe »Die Möglichkeit von Glück«, Daniela Krien »Die Liebe im Ernstfall«und Elizabeth Strout »Am Meer«.


Eine Halbinsel im nordfriesischen Wattenmeer. Hier, an der Nordsee, lebt Annett, Ende vierzig, seit vielen Jahren, hier hat sie nach dem frühen Tod ihres Mannes ihre Tochter Linn allein großgezogen. Linn, Mitte zwanzig, ist nach dem Abitur voller Energie in die Welt gezogen, hat sich in schwedischen und rumänischen Wäldern als Umweltvolontärin engagiert, arbeitet für ein Aufforstungsprojekt. Für Annett ist ihre Tochter die Verkörperung von Hoffnung, Sinn und Zukunft. Doch auf einer Tagung, während eines Vortrags kippt Linn um, Kreislaufzusammenbruch, Erschöpfung. Annett holt sie für eine Woche zu sich nach Hause, ans Meer, nahe Husum. Aus einer werden zwei, dann drei Wochen, dann Monate. Zerrieben zwischen Leistungsdruck und Sinnsuche, scheint Linn mit Mitte Zwanzig an einem Nullpunkt. Annett fühlt sich hilflos angesichts der Antriebslosigkeit ihrer Tochter. Mit der Zeit brechen Konflikte auf, zwischen Mutter und Tochter, aber auch zwischen zwei Generationen. Die eine muss die Lebenswirklichkeit der anderen neu verstehen lernen.

Mit großem Gespür für das Zwischenmenschliche lotet Kristine Bilkau die drängenden Fragen unserer Zeit aus - die Frage nach der Verantwortung der Älteren für den Zustand der Welt sowie der Wunsch der Jüngeren, das eigene Leben mit Sinn zu füllen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
224
Price
24.70 €

Author Description

Kristine Bilkau, 1974 geboren, zählt zu den wichtigen Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur. Sie studierte Geschichte und Amerikanistik in Hamburg und New Orleans. Bereits ihr Romandebüt »Die Glücklichen« fand ein begeistertes Medienecho, wurde mit dem Franz-Tumler-Preis, dem Klaus-Michael-Kühne-Preis und dem Hamburger Förderpreis für Literatur ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Mit »Nebenan« stand sie auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Ihr neuer Roman »Halbinsel« wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2025 ausgezeichnet. Kristine Bilkau lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Characteristics

18 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
45%
11%
7%
2%
40%
16%
41%
77%
45%
49%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
76%
86%
78%
62%

Pace

Fast17%
Slow33%
Moderate44%
Variable6%

Writing Style

Simple44%
Complex6%
Moderate50%
Bildhaft (67%)Minimalistisch (40%)Poetisch (13%)Außergewöhnlich (13%)

Posts

261
All
5

Die Ich - Erzählerin Annett(49 Jahre) erzählt, wie es ist/ war, als ihre 25 jährige Tochter Linn wieder bei ihr einzieht, nachdem sie bei einem Vortrag einen Schwächeanfall erlitt. Der gesamte Tages-Lebensrhythmus der allein lebenden ( und auch alleinerziehenden) Annett gerät durcheinander. Sie rutscht automatisch wieder in die Mutter- Rolle ( mit Besorgnis, Fragen, Projizierungen, Zukunftsängste- aber auch- Freude, Liebe, Fürsorge, Lösungsvorschläge, Pragmatismus..etc).

Schwer ist es für sie, Linn‘s Verhalten/ Reaktionen zu verstehen. Sie einfach machen oder nicht machen zu lassen… Und nebenbei sind da auch noch die neuen Nachbarn und Levin, ein Hotel mit einem Gemäldeschaden zu ihren Kosten, der verstorbene Ehemann und die Klimakrise. Alles sehr leicht erzählt- obwohl die Themen so unterschiedlich und schwierig sind. Ich hätte gerne Annett und Linn noch länger begleitet. Ich las über ihre Probleme , Liebe, Sorge, Trauer und fühlte mich verstanden.

3.5

Interessanter Roman, mit tollem Sprachstil und wichtigen Themen.

Auf den Roman bin ich über die READO-App gekommen. Als Vater von zwei erwachsenen Töchtern hat mich der Generationenkonflikt zwischen der Mutter (die etwa in meinem Alter ist) und ihrer Tochter interessiert. Überzeugt hat mich vor allem der unaufgeregte, sachliche und minimalistische Schreibstil der Autorin, der einen gewissen Sog entwickelt und es trotzdem ermöglicht sich mit den Figuren zu identifizieren bzw. mit den Figuren mitzufühlen. Sehr gut gelingt es darüberhinaus aktuelle Themen wie Generationenkonflikt, Klimawandel, elterliche Fürsorge bzw. Überfürsorge, Schuld, Mitlifekrise, die Suche nach einem erfüllten Leben usw. zu vereinen, ohne dass es gewollt wirkt. Leider rückt im Verlauf allein die Figur der Mutter in den Vordergrund, die Tochter „verkommt“ zum blassen Sidekick und „Gewissen“. Die Beziehung der Mutter zu dem 3o Jahre jüngeren Nachbarn hätte es für mich auch nicht unbedingt gebraucht (bei männlichen Autoren würde man von „Altherrenfantasien“ sprechen). Insgesamt ein kurzweiliger und interessanter Roman, mit tollem Sprachstil und wichtigen Themen. Ich werde von der Autorin definitiv noch einen weiteren Roman lesen.

5

"Ich zweifelte daran, ob ich mich irgendwo anders zugehörig fühlen würde. Ob das wirklich gelingen könnte. Wo würde die Einsamkeit lauern? Hinter der Veränderung oder dem Vertrauten?" "Nun schien jede kleine Frage, die ich ihr stellte, anstrengend für sie zu sein. Es war, als würde ich vor einem verschlossenen Haus stehen, an Türen und Fenstern klopfen, doch nirgendwo ließ sich etwas öffnen." "Der Fluss war glatt und friedlich, das Ufer spiegelte sich darin. Ich bewegte sachte die Arme und Beine, schaute umher, war umgeben von diesem Blau, ich musste nichts tun, als in diesen Farben zu baden, zu schwimmen, mich treiben zu lassen, ich fühlte mich so leicht wie lange nicht mehr." "Diese Kartons, was sind die eigentlich wirklich? Trauer, die aus dem Weg geräumt und weg gepackt wurde?" Die Geschichte von der alleinerziehenden Anett und ihrer Tochter Linn, die nach einem Schwächeanfall ins elterliche Haus zurückkehrt, um sich zu erholen und über ihre Zukunft nachzudenken. Johan, der Vater, ist gestorben, als Linn fünf Jahre alt war. Anett hat es geschafft ihrer Tochter die Ausbildung zu ermöglichen, Perspektiven geschaffen, die sie sich für ihre Zukunft gewünscht hat. Das unerwartete, neuerliche Zusammenleben läuft nicht reibungslos ab, einige Ansichten gehen in verschiedene Richtungen. Was folgt ist ein erneutes Annähern, Kennenlernen, Tolerieren. Ein leiser Mutter-Tochter-Roman, der verschiedene Themen aufgreift. "Der Blick auf das Kind -was davon ist Projektion der eigenen Ängste, der eigenen unerfüllten Wünsche, der im eigenen Leben nicht erreichten Ziele und Ideale?" Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung ☀️

5

Hat mich zu Tränen gerührt und BERÜHRT. Ich glaube, weil auch ich bereits einen Erwachsenen Sohn habe und all das so fühlen konnte!

5

Die Geschichte von Anett und ihrer Tochter Linn hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich konnte auch gar nicht mehr aufhören zu lesen.

4.5

Anett und Linn, Mutter und Tochter, sind sich in diesem ruhigen und feinfühligen Roman plötzlich wieder viel näher, als man meinen könnte. Linn, Mitte 20, ist ihren Weg gegangen, hat im Ausland studiert, die ersten Jobs gemeistert und setzt sich für Wiederaufforstungsprojekte ein. Annett ist stolz auf Ihre Tochter. Sie selbst lebt recht zurückgezogen in einem kleinen Ort an der Nordsee, arbeitet in der Bibliothek. Als Linn eines Tages während eines Vortrags einen Schwächeanfall erleidet, zieht sie zunächst für eine Woche zurück zu ihrer Mutter. Aus dieser eine Woche werden Monate , durch die wir die beiden begleiten dürfen und in denen wir in die Vergangenheit blicken, das Jetzt erleben und Zukunftsthemen besprochen sehen. Es geht um Annäherung zwischen den Generationen. Den Erwartungen der Mutter, die ihre Tochter nach dem frühen Verlust des Vaters ins Leben schickt und doch sofort da ist, wenn sie gebraucht wird. Die Tochter, die Themen rund um den Klimawandel und den Umgang der Welt damit in den Fokus stellt. Ich mochte den Roman sehr gern. Kristine Bilkau schreibt wunderbar unaufgregt und zeichnet hier dennoch zwei charakterstarke Protagonistinnen, deren Geschichte einfach echt ist und mit leisen Tönen berührt, weil ich bedingungslose Liebe und Nähe zwischen den beiden spüre. Zusätzlich gelingt es, dass ich mich neu mit dem Blick auf Klimathemen beschäftige. Denn auch dafür gibt es in diesem Roman jede Menge Anreize.

5

Eine Erzählung vom Abschied, vom Erwachsenwerden einer Mutter-Tochter-Beziehung und vom Loslassen.

Eine Erzählung vom Abschied, vom Erwachsenwerden einer Mutter-Tochter-Beziehung und vom Loslassen. Kristine Bilkau erzählt mit „Halbinsel“ eine dichte Geschichte, die zum einen eines der wichtigsten Themen unserer Zeit, die Klimakrise, streift, und die Wachstumsschmerzen einer Mutter-Tochter-Beziehung beschreibt, eingebettet in die wohltuend ruhige Landschaft des norddeutschen Wattenmeers. Diese ruhige Landschaft wirkt wie ein Gegenpol zu den inneren Kämpfen der beiden Frauen. Beide arbeiten sich an sich selbst und ihren Erinnerungen und Lebenserfahrungen ab, beide geben sie im Lauf der Erzählung Kontrolle ab und öffnen sich. Spannend ist, dass der Großteil des Romans im Kopf von Anett, der Mutter und Erzählerin stattfindet. Anett hat Linn nach dem Tod des Vaters allein großgezogen, musste immer aufs Geld achten und hatte wenig Unterstützung. Linn war recht pflegeleicht und zielorientiert. Jetzt wird all das noch einmal auf den Prüfstand gestellt, denn Anett war sehr beschützend, nicht nur in Bezug auf Linn. Es geht bei beiden Frauen um die großen Fragen oder die eine große Frage, wo sie hinwollen mit ihrem Leben, ihren Hoffnungen, ihren Enttäuschungen. Linn ist ein Beispiel für so viele ihrer Generation, die versuchen, gegen die Klimakrise anzukämpfen und ausbrennen. Intelligent, enthusiastisch, engagiert und gut ausgebildet versuchen sie die Welt zu ändern und scheitern am System bzw. an den Menschen, denen der kurze Profit und Greenwashing wichtiger ist als ein ernsthafter Systemwechsel. Anett überlegt, was das Leben noch für sie an guten Überraschungen bereit hält. Will sie in dem kleinen Ort, der voller Erinnerungen ist, bleiben? Der Zusammenbruch ihrer Tochter und ihr Wieder-Einzug im alten Zuhause bringt so manches an Tageslicht, das viele Jahre im Keller der Erinnerungen verborgen war. Und hier spielt Kristine Bilkau ihre große Stärke aus. Sie formuliert so klare Sätze, die die Gedankenwelt von Anett spiegeln. Sie nimmt uns mit in die Ängste, als Mutter nicht zu genügen, nicht über die Runden zu kommen und in die Trauer um Johan, der einfach viel zu früh gestorben ist und den sie in Gedanken nie ganz losgelassen hat. Sie zieht Bilanz und muss sich entscheiden, wo sie ab jetzt hin will als Mutter und als Anett. Als Linn beginnt, in den Kisten aus dem Keller zu graben und auch Anett mit vielem Unerzähltem, Unausgesprochenem, Unerinnertem konfrontiert, lösen sich auch in Anett die Bänder, die vieles von ihr ferngehalten haben. Verstärkt wird dieses Aufarbeiten der Vergangenheit durch die Wattwanderungen, die sie unternehmen. Auch dort finden sich Stücke aus der Zeit vor der großen Flut, die die Landschaft völlig verändert hat und Ortschaften hat versinken lassen. Ein Pferd verschwindet und ist wie ein Sinnbild für das, was war und worüber die beiden noch sprechen müssen, was aber nur immer mal aus der Ferne auftaucht. Diese Wanderungen haben auch ein wenig die Funktion des Durchlüftens der Gedanken. Draußen in der Natur, mit den Gedanken allein, auch wenn es eine größere Gruppe ist. Etwas zusammen unternehmen und trotzdem in Gedanken ganz weit weg voneinander und der Lebensrealität der anderen. Es gibt Zweifel auf beiden Seiten, zwischendurch kippt die Stimmung immer mal wieder zwischen den Frauen durch das Ungesagte und Unverständnis füreinander. Anett projiziert ihre eigenen Zweifel auf ihre Tochter, schließlich wollte auch sie einmal etwas anderes vom Leben, fühlte sich auf der Durchreise und blieb dann in diesem kleinen Ort, was sie sich bei ihrer Tochter oder für sie nicht vorstellen mag oder kann. Kristine Bilkau schafft es, diese feinen Stimmungen mit gut durchdachten Sätzen zu zeichnen. Es ging mir bei „Halbinsel“ mal wieder so, dass ich einerseits weiterlesen wollte, um zu erfahren, wie sich die Beziehung von Mutter und Tochter entwickelt, andererseits konnte ich nicht genug bekommen von den Bilkauschen Sätzen. Der Roman spiegelt eine Geschichte, die so passieren könnte und skizziert so schön die Tiefen der Beziehung und zeigt auch, wie sich die Menschen, die versuchen, die Klimakrise aufzuhalten und mehr zu tun als Jutetaschen statt Plastik zu nutzen, daran aufreiben. Kristine Bilkau schafft es, ein gesellschaftlich wichtiges aktuelles Thema in einen Roman einzubetten ohne dabei den Zeigefinger zu erheben. Es ist eine Erzählung vom Abschied, vom Erwachsenwerden einer Mutter-Tochter-Beziehung und vom Loslassen – ganz großartig erzählt.

4

Mutter-Tochter-Beziehung mit ungelösten Konflikten

Der Roman Halbinse von Kristine Bilkau beschreibt die Beziehung der 49 Jährigen Erzählerin mit ihrer 25 jährigen Tochter Linn. Nach einem körperlichen Zusammenbruch während eines Vortrags in einem Luxushotel in der Nähe von Berlin zieht Linn zurück zu ihrer Mutter in ihre Heimat auf einer Halbinsel in Schleswig Hollstein in der Nähe von Husum. Die Mutter hatte, wie so oft im Leben, hohe Erwartungen, an die Tochter gestellt insbesondere während ihrer Kindheit und Adoleszenz. Diese unverarbeiteten Konflikte schweben zwischen den beiden Frauen. Das Thema ist sehr wichtig in der heutigen Zeit, aber der Roman hat es nicht geschafft mich tiefgründig zu beeindrucken. Die Handlung war stellenweise sehr gestellt und teilweise fehlt mir die Tiefe der Charaktere.

5

Ein leises und tiefgehendes Buch, das zum Nachdenken anregt. Wie leben wir Elternschaft, wie fühlen sich Eltern ihren Kindern gegenüber und wo stehen Eltern, wenn die Kinder erwachsen sind? Leseempfehlung.

5

Mit Halbinsel hat Kristine Bilkau ein stilles und beeindruckend berührendes Buch geschrieben. An der norddeutschen Küste angesiedelt – rau und ruhig zugleich – entfaltet sich eine Geschichte, die so atmosphärisch erzählt ist, dass man meint, das Salz in der Luft schmecken und die Sehnsucht der Figuren selbst spüren zu können. Nachdem Linn, nach Jahren des Reisens und ehrenamtlichen Engagements für Umweltthemen, bei einer Konferenz kurz vor ihrem Vortrag zusammengebrochen ist, kehrt sie zurück zu ihrer Mutter Annett an die nordfriesische Küste. Sie hat Linn dort nach dem Tod ihres Mannes allein groß gezogen und sich in ihrem Leben als Bibliothekarin eingerichtet. Die Rückkehr der sonst so leistungsbereiten Tochter, die plötzlich nach einer Richtung für ihr Leben sucht, sowie der Zuzug neuer Nachbarn bringen einiges in Annetts Verhältnis zu sich selbst als auch zu Linn in Bewegung… Bilkau schreibt in einer leisen, klaren und poetischen Sprache, die zwischen den Zeilen ebenso viel erzählt wie innerhalb dieser. Ihre Figuren sind fein gezeichnet, ihre Emotionen und inneren Konflikte absolut authentisch. Der Kontrast von Ruhe und Rauheit zieht sich durch das ganze Buch – spürbar sowohl in den Menschen als auch in der norddeutschen Landschaft, die mehr ist als nur Kulisse. Kristine Bilkau zeigt, wie auch schon in „Nebenan“, großes Gespür für das Ungesagte und das, was zwischen den Zeilen schwebt. Halbinsel ist literarisch ganz groß – ein stilles, kraftvolles Buch, das völlig zu Recht mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde. Absolut empfehlenswert!

5

Ein völlig unaufgeregtes Buch über einen Mutter-Tochter-Konflikt. Ich habe mich an vielen Stellen ertappt. Als Bonus kommt hinzu, dass die Handlung in Norddeutschland spielt und mir die Landschaft und Orte sehr vertraut waren. Noch nie sind mir die Begriffe Emissionshandel und CO 2 Zertifikate so einfach erklärt worden😁 wie auf S. 139f.

5

Vollkommen zurecht mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, ist Halbinsel von Kristine Bilkau ein kurzweiliges und gleichzeitig sehr intensives Buch.

In einer unaufgeregten, atmosphärischen Sprache erzählt Bilkau von einer komplexen Mutter-Tochter-Beziehung, die geprägt ist von Liebe und Vertrauen, aber auch von unausgesprochenen Konflikten, alten Verletzungen und tiefen Prägungen. Im Mittelpunkt steht Anett, eine zurückgezogen lebende Bibliothekarin in Nordfriesland, die nach einem Schicksalsschlag ihre Tochter Linn allein großgezogen hat. Als Linn – mittlerweile Mitte 20 und beruflich erfolgreich – nach einem Zusammenbruch wieder bei ihrer Mutter einzieht, beginnt ein leiser, manchmal schmerzhafter Prozess der Annäherung zwischen den beiden. Vor der Kulisse der nordfriesischen Wattenmeerlandschaft zeichnet Bilkau ein feinfühliges, nuancenreiches Porträt zweier Frauen aus unterschiedlichen Generationen, die sich mit dem Sinn des Lebens, familiären Erwartungen und ihrer gemeinsamen Vergangenheit auseinandersetzen. Mich hat dieser Roman – sowohl als Tochter als auch als Mutter – auf vielen Ebenen berührt.

Vollkommen zurecht mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, ist Halbinsel von Kristine Bilkau ein kurzweiliges und gleichzeitig sehr intensives Buch.
4

"Halbinsel" ist ein einfühlsamer Roman über eine Mutter-Tochter-Beziehung, über das Erwachsenwerden aber auch das Thema Trauerbewältigung nimmt viel Raum ein. Als alleinerziehende Mutter zweier Töchter habe ich mich sehr gut in der Konfrontation Mutter-Tochter einfühlen können was die unterschiedlichen Erwartungen, Perspektiven oder Prioritäten betrifft. Außerdem hat mir sehr gut gefallen, wie die Autorin aktuelle sozial- und umweltkritische Aspekte, wie z.B. der widersinnige Handel mit CO2-Zertifikaten in die Handlung einfließen lässt.

5

Ehrlich, klug, ruhig, aber an keiner Stelle langatmig, beschreibt Kristine Bilkau ein Leben, einen Verlust, eine Mutter-Tochter-Beziehung, die Gratwanderung zwischen Sicherheit und Freiheit und den Mut für Neuanfänge.

Angesiedelt im Wattenmeer und geschickt verwoben mit vergangenen Naturkatastrophen und der aktuellen und zukünftigen Thematik Klimawandel fügt sich alles zu einer Einheit zusammen – für mich ein Lesehighlight dieses Jahres. "Die Ungewissheit darüber, wie man das eigentlich machte, einen Menschen, den man geboren hatte, großzuziehen und auf diese Welt vorzubereiten, eine Welt, die so anders sein würde als jene, in der man selbst aufgewachsen war."

5

✨ Ganz große Leseempfehlung von Herzen! ✨ Ein Leseerlebnis, das mich zutiefst rührte, reflektieren lies, nachdenken lies, mich traurig gemacht, aber auch hoffnungsvoll gestimmt hat. Ein lebenskluges Buch, das einen festen Platz im Herzen und in meinen Bücherregal bekommt!

Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2025! Herzlichen Glückwunsch @kristinebilkau „Wo würde die Einsamkeit lauern? Hinter der Veränderung oder dem Vertrauen?“ Mutter-Tochter-Beziehung, Generationskonflikte, Fürsorge, Freiheit, Umweltbewusstsein und Verantwortung, Sinn des Lebens Mein Leseeindruck: Kristine Bilkau ist für mich nach diesem Buch die Meisterin der leisen, zarten, feinen aber sehr konkreten Töne und einem Gespür für das Zwischenmenschliche, was für mich schon mit dem Cover und dem Titel beginnt. Ich sah dieses Buch, hier auf Instagram und wusste sofort, das ist etwas für mich und so war es auch. Erhalten am 21.03.2025 und sofort durchgelesen. Wir lernen Annett kennen, deren Tochter Linn Mitte 20 nach erfolgreichem Studium und Festanstellung in Berlin, bei der sich für Umweltschutz einsetzt. Nach einem körperlichen Zusammenbruch zieht sie plötzlich und unerwartet wieder bei ihrer Mutter in das kleine Häuschen auf der Halbinsel in der Nähe von Husum ein. Annett kümmert sich liebevoll um ihre Tochter, so wie sie es immer getan hat, nachdem sie den Verlust ihres geliebten Mannes in jungen Jahren verschmerzen musste und Linn alleine großzog. Dennoch hinterfragt Annett permanent, ob es das Richtige ist. Das erneute enge Zusammenleben bleibt nicht ohne Konflikte und Unsicherheiten, so werden sie mit vielen Fragen konfrontiert und arbeiten die Vergangenheit auf. Wer bemuttert wen? Wie sehr darf sich Annett noch in Linns Leben einmischen? Projektion der eigenen Wünsche ist auch ein Thema. Aufgrund ihrer Verlustängste fällt es beiden Frauen sehr schwer loszulassen, finden aber schlussendlich heilsame, ehrliche Wege miteinander und für sich. Fazit: Ein Leseerlebnis, das mich zutiefst rührte, reflektieren lies, nachdenken lies, mich traurig gemacht, aber auch hoffnungsvoll gestimmt hat. Ein lebenskluges Buch, das einen festen Platz im Herzen und in meinen Bücherregal bekommt! Eure, Claudia

✨ Ganz große Leseempfehlung von Herzen! ✨

Ein Leseerlebnis, das mich zutiefst rührte, reflektieren lies, nachdenken lies, mich traurig gemacht, aber auch hoffnungsvoll gestimmt hat. Ein lebenskluges Buch, das einen festen Platz im Herzen und in meinen Bücherregal bekommt!
5

Mutter Tochter Geschichte über Erwartungen, Hoffnungen, Fürsorge und Freiheit

Ich habe mich in vielem sowohl als Tochter, wie auch als Mutter in dem Buch wiedergefunden. Tolles Buch! Hätte gerne noch weiter gelesen…

3.5

Leider hat es mich nicht so gepackt, wie anscheinend die Mehrheit der Rezensierenden. Ich fand Annett irgendwie anstrengend. Mit Linn wurde ich auch nicht warm. Die Geschichte mit dem Papa von Linn hat mich schon auch mitgenommen, aber alles andere drum herum war mir zu viel Geplätscher. Sehr schade! Ich hatte große Erwartungen!

4

Sanft in all seiner Schwere

Der Roman Halbinsel von Kristine Bilkau wurde dieses Jahr mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Ich hab das Buch sehr gerne gelesen. Es hatte aus meiner Sicht eine gewisse Sanftheit in all der Schwere, die durch Themen wie Trauer, den Klimawandel, die Ausnutzung von Macht und Überforderung im Beruf eingewoben und auf spannende Weise verarbeitet wurde. Ich habe mich im Setting sehr heimisch und wohl gefühlt. Ich mochte auch, dass es nur diesen einen bestimmten Ausschnitt der Biographie zeigt, so bleibt noch viel Raum, um die Geschichte in der eigenen Vorstellung weiterzuspinnen.

3

An dieses Buch hatte ich hohe Erwartungen, die sich leider nicht erfüllt haben. Der Schreibstil ist zwar gut und man kommt schnell voran. Inhaltlich hat es mich aber leider nicht überzeugen können. Die Geschichte wird aus der Sicht der Mutter Annett aus der Ich–Perspektive erzählt. Die Protagonistin Annett springt dabei gedanklich oft hin und her. Dies fand ich zunächst ein gutes Stilmittel, da man es ja aus eigener Erfahrung kennt, dass die Gedanken hin- und herspringen können. Im Laufe der Geschichte hat es mich aber zusehends genervt. Manche Gedankengänge/Szenen brachten die Geschichte nicht voran und führten ins Nichts. Szenen, die zunächst bedeutungsvoll erschienen, wurden nicht wieder aufgegriffen oder nur kurz abgehandelt. Die Heilung der beiden Protagonistinnen wird zwar erkennbar, lässt sich jedoch leider aufgrund der vielen Sprünge nicht im Einzelnen nachvollziehen. Das Buch war sicherlich nicht schlecht, hat jedoch meine hohen Erwartungen leider nicht erfüllen können - schade.

3

Hat mich nicht vom Hocker gehauen. Es las sich sehr leicht weg, plätscherte für mich aber zu sehr dahin. Wenig Spannung, wenig Neues, wenig Überraschendes. Einfach ein nettes Buch. Kann man lesen, muss man nicht. Gegen Ende wurden mit zu viele politische/gesellschaftskritische Themen aufgemacht.

5

Eine sehr berührende Geschichte. Eine Mutter, die bereit ist, über ihr Handeln nachzudenken und auch Kritik zuzulassen. Auch wenn die Tochter das ein oder andere Mal verletzend ist, finden sie ein Miteinander, füreinander.

4.5

Vollkommen verdient mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet! Kristine Bilkau ist für mich absolute Buchpreis-Kandidatin mit ganz feinem Gespür für zwischenmenschliche Nuancen auch abseits der primär thematisierten Mutter-Tochter- Beziehung bei zugleich wichtiger (zeigefingerfreier) Aufklärungsarbeit über Klimaschutz!

Vollkommen verdient mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet! Kristine Bilkau ist für mich absolute Buchpreis-Kandidatin mit ganz feinem Gespür für zwischenmenschliche Nuancen auch abseits der primär thematisierten Mutter-Tochter-
Beziehung bei zugleich wichtiger (zeigefingerfreier) Aufklärungsarbeit über Klimaschutz!
5

In ihrer Darstellung eines Generationskonflikts verleiht die Autorin dem oft schwer Wahrnehmbaren eine Vielzahl Gedanken anregender Worte mit vorwiegend leisen Tönen und trifft damit gezielt in Kopf und Herz!

5

Annetts Tochter Linn, die Mitte 20 ist und nach einem zielstrebigen Studium ihre erste Stelle angetreten hat, wird bei einem Vortrag ohnmächtig und erholt sich erstmal für ein paar Tage bei Annett. Aus den Tagen werden Monate, nachdem Linn ihre Stelle aufgegeben und ihre Berliner Wohnung gekündigt hat. Das alles läuft nicht ganz konfliktfrei ab, denn Annett, die Linn nach dem frühen Tod ihres Vaters allein großgezogen hat, projiziert doch allerlei Vorstellungen auf Linn, denen Linn wiederum nicht entsprechen will. Mir hat dieses Buch gut gefallen, gerade auch die Reflektionen von Annett zum Thema Elternsein und unterschiedlichen Vorstellungen der Generationen.

5

Wundervoll.

Für den Lesekreis hatte ich “Nebenan” von Kristine Bilkau gelesen und “Halbinsel” musste direkt hinterher kommen - ich liebe es, wie zart, gefühlvoll aber niemals gekünstelt oder kitschig die Autorin mit Sprache umgeht. Zu Recht mit Preisen ausgezeichnet!

5

Portrait zweier Frauen die sich so nah und doch so fremd sind

Was passiert, wenn die eigene Tochter ins Elternhaus zurückkehrt? Zurückkehrt in die eigene Einsamkeit, Lethargie und in einen Lebensabschnitt in dem man sich fragt, ob eine Veränderung sinnvoll oder abwegig ist. So passiert es Annett. Ein Ohnmachtsanfall bringt die 25jährige Tochter Linn wieder zurück in das beschauliche Dorf an der Nordsee. Linn, die inzwischen mitten im Berufsleben steht. Einen Job, den sie aus Überzeugung macht, aber bei dem auch etwas bröckelt. Es ist spannend, wie Mutter und Tochter umeinander kreisen..Annett, die die Mutterrolle nicht ablegen kann, die die Auszeit ihrer Tochter nur schwer akzeptieren kann. Die ihre Tochter fast bedrängt nicht stillzustehen. Als die Tochter sich entschließt im Dorf zu arbeiten, ist es Annett nicht gut genug. Anstatt ihrer Tochter zu sehen, fürchtet sie um den Ruf. Vermutlich ist es so, als Mutter fällt es schwer loszulassen. Im Falle von Annett noch einmal mehr, denn sie und Linn müssen schon lang alleine zurecht kommen. Und nun wird durch Linn vergangenes zu Tage gebracht aber auch bevorstehendes in Frage gestellt. Kristine Bilkau beschreibt auf eine so ruhige aber dafür sehr tiefe Weise die Gräben die sich bei Annett durch die Anwesenheit ihrer Tochter auftun. Gleichzeitig beginnt so etwas wie ein neues Leben. Was bietet das Leben, wenn die Kinder aus dem Haus sind? Ich habe das Gefühl, dass Annett genau diese Rückkehr ihrer Tochter gebraucht hat, um sich selbst aus einer anderen Perspektive betrachten zu können, um festzustellen dass da noch so viel vor ihr liegt. Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte trotz der Ruhe und Stille ebenso auf eine besondere Art Spannung bietet. Mein Schimmelreiter-Faible kam auch auf seine Kosten. Nebenbei erfährt man einiges über klimapolitische Machenschaften der Global Player. Ich habe 'Halbinsel' sehr gern gelesen und für mich ist es ein klarer Buchpreiskandidat.

5

Das Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ich finde es sehr realistisch geschrieben, da ich diese Diskussionen zwischen Mutter und Tochter persönlich kenne ebenso Missverständnisse, die aus dem Nichtreden resultieren. Interessant, dass dieser Generationenkonflikt auch in den Kommentaren deutlich wird. Danke für dieses tolle Buch !

5

Ein ruhiger, kluger Roman über den ich mich nach dem Lesen gerne mit jemandem austauschen würde. Das Buch wird aus der Sicht von Annett erzählt: 49 Jahre alt, Bibliothekarin, Widwe, Mutter einer 24jährigen Tochter, lebt mit Hund Bo in einem Haus in Husum. Ihre Tochter Linn hat Umweltmanagement in Schweden studiert, lebt nun in Berlin, hat einen guten Job. Nach einem Zusammenbruch während eines Vortrages zum Klimaschutz, kehrt sie nach Hause zu ihrer Mutter zurück. Aus ein paar Tagen werden Wochen, dann Monate. Wir verfolgen eine liebevolle und dennoch kontroverse Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Die jeweiligen Sorgen, Ängste, Enttäuschungen und Herausforderungen, die das Leben stellt. Anfangs konnte ich mich gut in Annetts Empfindungen einfühlen und ihre Bedenken gegenüber Linns Entscheidungen nachempfinden. Nach und nach habe ich aber auch Linns Sichtweise verstehen können. Nordsee, Wattwanderung, Strandritt, Muttersein, Klimalobbyismus, Trauer, Identitätsentwicklung, Generationen Z. Viele Themen, die mich inspiriert und nachdenklich gemacht haben.

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3

Der Klappentext beschreibt die Geschichte sehr gut. Die Geschichte spielt in der Nordsee. Die Tochter Linn bricht auf einer Konferenz in Berlin zusammen und zieht wieder bei ihrer Mutter ein, um sich zu erholen und neu zu finden. Beide Frauen, die jahrelang getrennt gelebt haben müssen nun wieder zusammen finden und sich arrangieren. Da sind Konflikte vorprogrammiert. Das Setting mochte ich sehr gern, die Ausflüge ins Watt haben mir gut gefallen. Der Schreibstil hat mich auch überzeugt, besonders die inneren Konflikte der Mutter kamen glaubhaft rüber. Generell wird die Geschichte nur aus Sicht der Mutter beschrieben. Leider bin ich mit beiden Personen, sowohl Mutter als auch Tochter nicht warm geworden. Die Tochter erschien mir trotz ihrer Erkrankung sehr phlegmatisch, vorwurfsvoll der Mutter gegenüber und auch ein stückweit undankbar. Die Mutter wiederum war in ihrem Denken und Handeln ihrer Erwachsenen Tochter gegenüber sehr übergriffig und teilweise ein bisschen lebensfremd, obwohl sie in ihren inneren Monologen immer wieder gut reflektieren konnte. An der Geschichte hat mich außerdem die Beziehung der Mutter zum Nachbarn gestört, die empfand ich als unnötig. Grundsätzlich wurden für die wenigen Sätzen zuviel Themen aufgerissen. Meiner Meinung nach hätte man sich besser nur auf den Generationskonflikt zwischen Mutter und Tochter konzentrieren sollen.

5

Ein echtes Lesehighlight – still, stark, nachwirkend Zurecht ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2025

Halbinsel von Kristine Bilkau ist ein leises, eindringliches Buch, das ich an einem einzigen Tag gelesen habe – so sehr hat es mich gepackt. Für mich gehört es zu den großen Lesehighlights der letzten Jahre. Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen einer Mutter und ihrer erwachsenen Tochter, die nach einem Zusammenbruch wieder ins Elternhaus zurückkehrt. Die Tochter zieht sich zurück – und öffnet sich zugleich auf ihre Weise. Diese Bewegung verändert auch die Mutter: Sie beginnt, ihre eigene Rolle zu hinterfragen, Erinnerungen neu zu betrachten und das Verhältnis zu ihrer Tochter neu zu denken. Für mich – als Mutter von zwei Kindern – war dieses Buch tief berührend. In vielen Gedankengängen der Mutter habe ich mich wiedergefunden, mitunter fast schmerzhaft genau. Und zum ersten Mal seit Langem habe ich wieder Sätze markiert – weil sie so klug, feinfühlig und nachhaltig formuliert sind. Halbinsel ist ein Roman über Nähe und Distanz, über Loslassen, Verantwortung und das stille Ringen um Verbindung. Ein stilles, starkes Buch, das lange nachhallt – und völlig zurecht mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2025 ausgezeichnet wurde.

Ein echtes Lesehighlight – still, stark, nachwirkend
Zurecht ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2025
4

Eine Mutter und ihre Tochter

Linn ist Mitte 20 und bricht auf einer Tagung während eines Vortrages um - Kreislaufzusammenbruch. Daraufhin holt die Mutter Annett ihre Tochter für eine Woche zu sich nach Hause ans Meer. Aus einer Woche, werden zwei, drei Wochen, dann Monate. Zwei Frauen - zwei Generationen - Mutter und Tochter, die mit der Zeit feststellen müssen, dass Konflikte aufbrechen. Es geht um das Verstehen und wieder zueinanderfinden. Ich bin ab der ersten Seite in einen ruhigen Roman mit einer modernen Thematik eingetaucht. Es werden generationsübergreifende Probleme angegangen, die gut umgesetzt werden. Einerseits die alleinerziehende Mutter, die sich ein Leben aufgebaut hat - andererseits die Tochter, die noch herausfinden muss, wohin ihre Reise geht. Mir hat vor allem die Sprache gefallen, welche direkt und authentisch daherkommt. Es geht um Beobachtungen, dem Zuhören, Verstehen und Akzeptieren - ein guter Mix für einen Roman, den ich gern weiterempfehle.

4.5

Dieses Buch konnte ich nicht mehr weglegen und habe es in einem Rutsch gelesen! Eine leise und vielschichtige Erzählung über eine Mutter-Tochter-Beziehung. Viele weitere Themen werden angeschnitten, allen voran die unverarbeitete Trauer der Mutter über ihren verstorbenen Mann. Dieser starb überraschend als die Tochter noch ein Kleinkind war. Die Sehnsucht nach ihm wiederspiegelt sich in vielen Situationen; so führt sie etwa regelmäßig Zwiegespräche mit ihm. Sehr spannend auch, als Mutter und Tochter gleichsam über Themen wie Erwartungen und Fürsorge nachzudenken. „Der Blick auf das Kind - was davon ist Projektion der eigenen Ängste, der eigenen unerfüllten Wünsche, der im eigenen Leben nicht erreichten Ziele und Ideale?“

5

Das Buch ist völlig verdient mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2025 ausgezeichnet worden, eins meiner bisherigen Jahreshighlights 🥰 Kristine Bilkau beschreibt gekonnt die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, die Bewältigung von Trauer, Hoffnung, Verzweiflung, Antriebslosigkeit, Sehnsucht. Und alles vor der Kulisse des Wattenmeeres. Ein ruhiges, aber tiefgehendes Buch, das lange nachhallt.

4.5

Wohltuend!

Durch diese Mutter-Tochter-Geschichte bin ich nur so geflogen! Das Buch habe ich schlecht wieder aus der Hand legen können. Die neue Annäherung von der Mutter an die Tochter war berührend. Ich habe mir auch schon häufiger die Frage gestellt, warum sie man Kinder krisenssicher aufwachsen lässt und sie nicht zu mehr Selbstständigkeit erzieht. Halbinsel ist für mich eine absolute Leseempfehlung!

5

„Eine Generation übermässig fürsorglicher Eltern hat eine Generation von jungen Erwachsenen herangezogen, die nicht in der Lage sind, Krisen auszuhalten.“ (S.214) HALBINSEL Kristine Bilkau Ich muss es einfach sagen: Kristine Bilkaus Vorgängerroman Daheim hatte mich damals nicht überzeugt. Umso glücklicher bin ich, dass ich diesmal auf eure Empfehlungen gehört und ihrem neuen Buch eine Chance gegeben habe. Und was soll ich sagen? DIESES BUCH IST EIN ECHTES HIGHLIGHT! Es geht ums Erwachsenwerden, ums Loslassen – und um uns Mütter, die so viel für ihre Kinder wollen. Wir wünschen ihnen ein besseres Leben, investieren all unsere Kraft und verzichten still und leise. Aber was passiert, wenn das Kind nach einem erfolgreichen Studium plötzlich nicht mehr in die Welt hinausstrebt? Annett, 49 Jahre alt und Bibliothekarin, lebt auf einer kleinen Halbinsel bei Husum. Nach dem frühen Tod ihres Mannes hat sie ihre Tochter Linn allein großgezogen. Nun ist Linn erwachsen, das Studium abgeschlossen, der erste Job gefunden: Sie arbeitet für ein Unternehmen, das CO₂-Kompensationsprojekte verkauft, und engagiert sich voller Idealismus für den Umweltschutz. Annett, die sich weniger gebraucht fühlt, beginnt unterdessen, an ihrem Leben auf der Halbinsel zu zweifeln. Soll sie ihr Haus verkaufen und noch einmal in einer Stadt ganz von vorn anfangen? Doch plötzlich wird alles anders. Eine Klinik ruft an: Linn ist während eines Vortrags zusammengebrochen. Annett reist zu ihr – und bald kehrt Linn zur Erholung auf die Halbinsel zurück. Was als kurzer Aufenthalt geplant war, wird zu einem langen Stillstand. Linn fühlt sich ausgebrannt, unfähig, in ihr altes Leben zurückzukehren. Zwischen Mutter und Tochter entstehen Spannungen: Frustration, Sprachlosigkeit – und das unausgesprochene Drama einer Generation, die trotz aller Liebe aneinander vorbeilebt. Halbinsel ist ein stilles, kluges Buch. Ohne Zorn, ohne Anklage – aber mit einer Kraft, die lange nachhallt. Diverse Male habe ich mich in Annett erkannt. Verdient ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2025 – herzlichen Glückwunsch, Kristine Bilkau! 💫 5+/5

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5

Was für ein Buch überragend. Die Figuren so liebevoll erzählt und berührend. Ich konnte mich sehr gut hineinversetzen, besonders in die Figur der Mutter. Diese Erwartungen an die Kinder gerechtfertigt oder nicht generationsübergreifende Gespräche der Norden, das Watt. Diese wunderbare erzählte Muttertochter Geschichte großartig

4

Ein schönes, ruhiges Buch über die Beziehung zwischen einer Mutter und deren Tochter. Die Autorin beschreibt völlig unaufgeregt, welchen Schwierigkeiten man in der Erziehung gegenübersteht, wie die Beziehung zwischen Eltern und Kind geprägt wird und wie schwierig es ist im Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Freiheit geben zu sein. Dabei wird auch noch einmal deutlich wie unterschiedlich Generationen sind und wie wenig heute ein zementierter Weg jede Biografie füllen „muss“.

3.5

Endlich habe ich den preisgekrönten Roman 'Halbinsel' von Kristine Bilkau gelesen. Lange habe ich damit geliebäugelt und mich aufs Lesen gefreut. Das Buch ist in erster Linie ein schön geschriebener Mutter-Tochter-Roman, der die komplexe Beziehung zwischen den beiden Frauen auf eine ruhige, aber ehrliche Weise im Wandel der Zeit beleuchtet. Die Erzählung erfolgt aus Sicht von Annett, der Mutter, die sich in einer Phase ihres Lebens befindet, in der sie unsicher ist, wo sie steht und wohin ihr Weg führen soll. Ihre Tochter Linn ist bereits seit einigen Jahren ausgezogen und hat ihren eigenen Weg gefunden. Nach dem Schulabschluss zog es sie ins Ausland und später nach Berlin. Doch ein plötzlicher Zusammenbruch von Linn bringt Mutter und Tochter wieder zurück in alte Muster und in das gemeinsame Zuhause. Die Situation, wieder unter einem Dach zu leben, ist zunächst ungewohnt. Trotz ihrer Verbundenheit müssen die beiden Frauen erst wieder zueinanderfinden und alte Rollen hinter sich lassen. Besonders spannend fand ich die Art und Weise, wie Mutter und Tochter sich umkreisen und unausgesprochene Gefühle und Konflikte ans Tageslicht kommen. Den großen Teil des Romans, der sich mit Annett und Linns Reflextionsprozess beschäftigt, habe ich sehr genossen. Es hätte für mich absolut gereicht, die beiden auf ihrem Weg zu begleiten. Der Abschnitt, der sich mit Linns Beruf als Umweltmanagerin und dem Klimawandel befasst, hat mich dagegen weniger angesprochen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass dieser Teil kürzer oder weniger präsent im Fokus steht. Insgesamt ist 'Halbinsel' ein ruhiger, angenehmer Roman, der schöne Lesestunden verspricht. Für mich gab es kleinen Abzügen zum Ende hin, aber insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre.

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4.5

Ein leises, aktuelles, vielschichtiges und sehr gut zu lesendes Buch!

Annett, Mitte 40 und Mutter von Linn, erzählt von einem Sommer mit ihrer Tochter. Linn ist eigentlich längst bei ihrer Mutter ausgezogen, hat sehr erfolgreich ihr Studium abgeschlossen und eine gute Anstellung als Umweltmanagerin erhalten. Nichts deutete darauf hin, dass irgendetwas im Leben von Linn nicht in Ordnung ist. Doch dann hat sie plötzlich einen Zusammenbruch und zieht wieder zurück zu ihrer Mutter nach Schleswig-Holstein. Was eigentlich nur für den Übergang im Genesungsprozess gedacht war, wird sehr schnell zur dauerhaften Lösung. Linn richtet sich häuslich ein, sucht sich einen Aushilfsjob und scheint gar nicht mehr in das alte Leben zurück zu wollen. Annett kann diese Situation nur schwer aushalten, versucht keinen Druck zu machen, kann aber nicht verstehen, wo der Enthusiasmus ihrer Tochter geblieben ist. Die Lesenden begleiten Annett bei ihrem Reflexionsprozess, den sie u.a. In Zwiegesprächen mit ihrem tragisch und viel zu früh verstorbenen Ehemann und Vater von Linn führt. Kristina Bilkau beschreibt die Annäherung von Mutter und Tochter in einer sehr unaufgeregten Art und Weise und nimmt dabei verschiedene Themenauf, ohne die Handlung zu überfrachten. Sukzessive versteht man die Hintergründe, die Linn in die Krise geführt haben und es ist schön zu lesen, dass auch Annett sich mit der neuen Situation zunehmend besser arrangieren kann und ihre eigen Wünsche und Bedürfnisse wieder in den Vordergrund treten. Das Buch hat auch bei mir dazu geführt stärker auf die Kinder und ihr Tempo zu hören. Sie werden ihren Weg machen auf ihre eigene Art. Wer gerne Bücher mit leisen Tönen liest, wird mit diesem Buch sicher eine große Freude haben.

5

"Ich dachte über Fürsorge nach, für das eigene Kind. Wie sehr stand diese Fürsorge der Freiheit des Kindes im Weg?" Annett ist alleinerziehende Mutter von Linn. Ihr Mann Johann kam eines morgens nicht vom Joggen zurück, gerade mal 32 Jahre alt und Annetts große Liebe. Als Linn mit Mitte Zwanzig einen Zusammenbruch erleidet zieht sie wieder von Berlin nach Husum in das kleine Häuschen zu ihrer Mutter. Vorsicht versucht Annett herauszufinden was zu dem Zusammenbruch Linns geführt hat und der daraus resultierenden Aufgabe ihrer Wohnung und ihrer Arbeit. In der gemeinsamen Zeit reflektiert Annett ihre Beziehung zueinander, hinterfragt ihre Erziehung. Versteht die Tochter nicht, die ihr Studium und die Zeiten im Ausland einfach nicht mehr nutzen will, für die Annett doch auf so viel verzichtet hat. So oft hat sie sich zerrissen gefühlt, als Linn noch klein war. "Du machst dir zu viel Gedanken. Hättest du doch besser aufgepasst." Kein Johann da, der ausgleichen und auffangen kann. Und dann die Frage der Zukunft. Verbaut sich Linn etwas durch ihr Zurückziehen. Und wo sieht sich Annett selbst eigentlich in 5 Jahren. Es st ein sehr komplexer Roman. Die Erziehung im Wandel der letzten Generationen, die Situation der jungen Erwachsenen mit ihren Herausforderungen im Job aber auch in Zeiten der Klimaerwärmung. Aber vor allem ist es ein wunderbarer und facettenreicher Mutter-Tochter Roman. Die etwas spröde Annett, die zurückhaltende Linn, die ihrer Mutter dann doch auch den Spiegel vorhält. Viele Fragen werden aufgeworfen, die auch ich mir stellen muss. Habe ich mein bestes gegeben, oder kann man "nur" mit Liebe handeln und hoffen das die Kinder ihren eigenen Weg finden? Große Leseempfehlung!

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5

Geschrieben ist das Buch aus der Perspektive von Annett. Sie ist eine 49jährige Bibliothekarin, die in Nordfriesland lebt und schon längere Zeit verwitwet ist. Ihr 25jährige Tochter Linn lebt in Berlin als Umweltvolontärin. Bei einem Vortrag in Brandenburg fällt sie in Ohnmacht und nach einem Krankenhausaufenthalt zieht sie vorübergehend wieder zurück in das Haus ihrer Mutter. So zart wie das Cover ist auch der einfühlsame Schreibstil von Kristine Bilkau. Sie schildert die beiden Hauptfiguren ausgesprochen lebensnah und lässt die Leserschaft an deren Gefühls- und Gedankenwelt teilhaben. Im Mittelpunkt der Geschichte, die einen Zeitraum von etwa fünf Monaten umfasst, steht die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, ihren Hoffnungen, Desillusionen und ihren Konflikten. Ihren Stärken, aber auch ihrer Zerbrechlichkeit. Thematisiert werden unter anderem Trauer, Zukunftsängste und Klimawandel mit beeindruckenden Natur- und Empfindungsbeschreibungen. Da das Buch nicht in Kapitel aufgeteilt ist, sondern lediglich Abschnitte genutzt werden, habe ich das Gefühl, dass sich umso mehr ein Sog aufbaut. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Autorin ist wieder einmal ein tiefgründiges, nachdenklich machendes und trotz nur 221 Seiten gehaltsvolles Werk gelungen.

4

"Der Blick auf das Kind – was davon ist Projektion der eigenen Ängste, der eigenen unerfüllten Wünsche, der im eigenen Leben nicht erreichten Ziele und Ideale?"

Ich habe leicht in das Buch hineingefunden und konnte den Protagonistinnen gut folgen. Ihr Leben, Handeln und Denkweisen waren ebenso gut wie die Stimmungen und Umwelt beschrieben, mit wenigen Worten wird Atmosphäre geschaffen, passend zur norddeutschen Landschaft. Besonders das Watt hat mir gefallen. Gefühle waren gut nachvollziehbar und man hat den Eindruck mit Mutter und Tochter durch die Tage zu huschen, die Situation spitzt sich zu und die Frage taucht auf, wie Verständnis füreinander aufgebaut und wie Konflikte und Versäumtes der Vergangenheit bewältigt werden können. Trotz alles Liebe füreinander müssen auch Unverständnis und Unstimmigkeiten verarbeitet werden. Annette versteht nicht, dass ihre Tochter hinter ihren Möglichkeiten bleibt und keiner gut honorierten Tätigkeit nachgehen will. Es geht auch um Loslassen und den eigenen Weg gehen und die Tochter gehen zu lassen. Probleme unserer Zeit werden angesprochen, ohne lehrmeisterhafte Lösungen aufzuzeigen. Alles in allem nicht perfekt aber lesenswert.

4.5

Dieses Buch haben wir für den Leseclub ausgewählt und ich bin sehr sehr gespannt, was die Anderen darüber denken! Ich fand es wahnsinnig gut und sehr dicht geschrieben! Die Mutter-Tochter-Beziehung wirkt erst harmonisch, doch nach und nach kommt auf beiden Seiten Fehlverhalten, auch vergangenes, ans Licht. Die Mutter fand ich eher schwierig-mit ihr konnte ich mich weniger identifizieren als mit der Tochter. Eine wirklich ausgesprochen interessante Lektüre, sehr gesellschaftskritisch- unbedingt lesen.!

3.5

Stimmungsstark, figurenstark, Spannung fehlt

Ruhige, stimmungsvolle Geschichte auf einer Halbinsel, in der der Konflikt eher angedeutet als ausgespielt wird. Das Setting ist sehr gelungen und die Figuren sind sorgfältig und glaubwürdig herausgearbeitet, was einen starken Sog entfaltet. Für mich persönlich fehlt jedoch das letzte Quäntchen Spannung, um mich völlig mitzureißen – andere Leserinnen und Leser werden gerade in diesem bedächtigen Erzähltempo die große Stärke des Buches sehen.

5

Ein Buch was mich wirklich hat Innehalten lassen. Eine Mutter Tochter Beziehung, die mich sehr bewegt hat.

5

Seitenwechsel

In vielen Büchern geht es um die bescheidene Kindheit und Abrechnung mit den Eltern. Hier ist es spannend, wie sich das Thema verkehrt , zumindest stellenweise. Als Tochter und als Mutter konnte ich mich das erste mal wirklich gut mit der Mutter identifizieren. Wie viel „investiert“ man in die Kinder und wie ist es, wenn die Kinder das „Investment“ als selber Schuld abtun??? Ich fand’s super, dass es mal einen anderen Blickwinkel gab. Keine Angst, die Generationen bleiben im Gespräch 😊

3

Oops, da hatte ich wohl zuviel erwartet. Das Buch plätscherte vor sich hin und die Protagonistin, mit der ich mich so gern identifiziert hätte, war sooo langweilig. Schade

4

Nicht umsonst ist Kristine Bilkau mit diesem Werk Preisträgerin des Leipziger Buchpreises! 👏🤩

Heute möchte ich Euch ein Buch vorstellen, das mich zunächst etwas irritiert hat, denn ich dachte mir: Was will mir die Autorin eigentlich sagen? Worum geht’s in „Halbinsel“? Denn ich empfand es mehr oder weniger als so „dahinplätschernd“ - aber genau für diese Erzählweise habe ich Kristine Bilkau am Ende ins Herz geschlossen. Im Zentrum des Romans, der sogar den Leipziger Buchpreis verliehen bekam, steht ein Mutter-Tochter-Duo: Annett mit ihrer bereits erwachsenen Tochter Linn. Ein Zusammenbruch während eines Vortrags bringt Umweltvolontärin Linn wieder zurück zu ihrer Mutter - was zunächst nur zur Erholung für eine Woche gedacht war, wird zu Monaten. Die beiden verbringen den Sommer zusammen auf einer Halbinsel im nordfriesischen Wattenmeer. Eigentlich waren sie mal ein eingeschworenes Team, denn das Leben hat ihnen einiges abverlangt durch den plötzlichen Tod des Vaters von Linn und Annett wurde zur Alleinerziehenden vor zwanzig Jahren. „Wir parkten in der Nähe des Kiosks am Deich und gingen los. Der feste, leicht gewellte Wattboden fühlte sich warm an unter meinen Füßen. Der Backstein lag schwer in meinem Rucksack, ich hatte ihn mitgenommen, um ihn an einer Stelle, die sich passend anfühlen würde, zurück ins Watt zu legen. In der Ferne bewegten sich wieder zwei Kutschen Richtung Hallig. Die Sonne glitzerte in den Wasser-lachen. Einige Male blieben wir stehen, um uns herum war es so still, dass wir ein leises Knistern aus dem Boden hören konnten, Organismen, Sedimente. »Erzähl uns noch mehr von der versunkenen Stadt«, sagte Linn zu Agnes. »Ich bin hier aufgewachsen - und weiß so gut wie nichts darüber.«“ In ihren Vierzigern fängt Annett an, sich immer intensiver mit den großen Fragen des Lebens, aber auch mit den Herausforderungen der Gesellschaft unserer Gegenwart auseinanderzusetzen wie dem Klimawandel, transgenerationaler Verantwortung, der Habgier von Unternehmen, aber auch persönliche Überlegungen wie ihre eigenen Erwartungen an die Zukunft, aber auch die ihrer Tochter Linn, treiben sie um. Die Suche nach dem Glück verbindet die beiden Figuren Annett und Linn - sie finden es, indem sie eher zurückgezogen, ruhig und bescheiden durchs Leben schreiten. Der frühe Tod des Vaters Johan bleibt für eine Fehlstelle, eine Lücke im Leben, für die es kein Füllmaterial gibt, was sie auch tun. Ich habe „Halbinsel“ vor allem wegen seines Vibes gerne gelesen - denn auf eine ebenso süffige wie sentimentale Weise erzählt Kristine Bilkau diese melancholische Mutter-Tochter-Story. Es war mein erstes Werk, das ich von der Autorin gelesen habe, aber da es mir so gut gefallen hat, habe ich bereits recherchiert, was bisher schon von ihr erschienen ist und habe mir „Nebenan“ auf meine Wunschliste gesetzt. Lasst mich gerne mal in den Kommentaren wissen, ob Ihr schon andere Bücher von Kristine Bilkau gelesen habt und Eure Leseerfahrungen damit. Für „Halbinsel“ spreche ich jedenfalls eine große Leseempfehlung aus - was für ein besonderes Buch!

4

Inzwischen habe ich begriffen, es grenzt an ein Wunder, wenn man geliebte Menschen um sich hat und sie nicht zu früh verliert. Ein noch größeres Wunder ist es, wenn es einem mehrmals im Leben gelingt, jemanden zu finden, der es gut mit einem meint. - Zitat, Seite 50 Dieser Roman von Kristine Bilkau, geboren 1974, ist eher ein Buch der leisen und sanften Töne, was man vielleicht nach dem Lesen des Klappentextes, der von aufbrechenden Konflikten zwischen zwei Generationen spricht, nicht erwartet. Das milde und behutsame Tempo, mit der die sehr sympathische Ich-Erzählerin Annett, Ende vierzig, sich ihrer erwachsenen Tochter Linn, die gerade einen Zusammenbruch unbekannter Ursache erlitten hat, annähert und dabei auch eigene Themen neu betrachtet, ist nicht nur angenehm beim Lesen, sondern trifft auch präzise den gewünschten Punkt. Dabei geht es auch weniger um einen Generationenkonflikt, sondern um die zarte und doch spürbare Entwicklung der Protagonistin, die interessant zu verfolgen ist. Von der Betrachtung existenzieller Fragen zu sprechen, wäre in diesem Kontext wohl zu hoch gegriffen, doch wir sehen deutlich eine Frau in ihrer Mitte, die sich zwar behaglich in ihrem Leben eingerichtet hat, aber sich doch die Frage stellt, was sie in den nächsten Jahren gerne für sich verwirklichen möchte - und dies ohne das ganz große Drama oder Dopamineskalationen. Eingebettet ist die Geschichte in die offenbar bezaubernde Landschaft einer Halbinsel im nordfriesischen Wattenmeeres, die bestimmt auch eine tolle Kulisse für eine Verfilmung bieten würde! Außerdem flicht die Autorin auch aktuelle Umweltthemen in ihren Roman ein, was jedoch nur ein ganz klein wenig aufgesetzt wirkt. FAZIT Diese Geschichte um eine Frau in ihrer Lebensmitte war für mich ein schöner Start in mein Lesejahr 2026. Es ist zwar keine hohe Literatur, aber eine durchaus kluge Erzählung mit vielen interessanten Details und einer sehr liebenswerten und reflektierten Ich-Erzählerin, die mir in jeder Zeile nahe war. Unbedingt lesenswert.

3

Die Mutter-Tochter-Beziehung fand ich interessant und das Buch hat mich auch nachdenklich gestimmt, aber irgendwie hat mir was gefehlt.

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