Das Geschenk

Das Geschenk

Hardback
4.0726

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Nach »Trophäe« der neue Roman von Gaea Schoeters – über die unausweichlichen globalen Fragen aus europäischer Perspektive Elefanten mitten in der Großstadt, und es werden immer mehr. Was geht hier vor? Rasch muss der Bundeskanzler erkennen, dass die Tiere nicht aus dem Zoo entkommen, sondern ein Geschenk des Präsidenten von Botswana sind. 20 000 Elefanten hat er nach Deutschland geschickt, nachdem die deutsche Regierung ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen beschlossen und damit den armen Regionen Botswanas die Lebensgrundlage entzogen hat. »Ihr Europäer wollt uns vorschreiben, wie wir zu leben haben. Vielleicht solltet ihr es einmal selbst versuchen …« Gaea Schoeters nähert sich nach ihrem Sensationserfolg »Trophäe« den existenziellen Themen des globalen Zusammenlebens aus einer anderen Richtung – und mit blitzgescheitem Humor. Ein neues Lese- und Nachdenkvergnügen!

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
144
Price
22.70 €

Author Description

Gaea Schoeters, geboren 1976, ist eine flämische Autorin, Journalistin, Librettistin und Drehbuchautorin. 2012 hat sie den Großen Preis Jan Wauters für ihren kreativen Umgang mit Sprache gewonnen. Für »Trophäe« wurde sie mit dem Literaturpreis Sabam for Culture ausgezeichnet. 2024 ist ihr Roman »Trophäe« und 2025 »Das Geschenk«, beides aus dem Niederländischen von Lisa Mensing, bei Zsolnay erschienen.

Characteristics

14 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
26%
36%
4%
11%
48%
5%
50%
66%
48%
16%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
38%
55%
38%
30%

Pace

Fast57%
Slow0%
Moderate43%
Variable0%

Writing Style

Simple50%
Complex0%
Moderate50%
Bildhaft (67%)Minimalistisch (58%)Poetisch (8%)Außergewöhnlich (25%)

Posts

156
All
5

20.000 Elefanten bekommt Deutschland vom Präsidenten von Botswana geschenkt . Auslöser war ein Gesetz gegen die Einfuhr von Elfenbein- wobei die wirtschaftlichen & ökologischen Auswirkungen von Botswana keine Beachtung fanden und, das ja auch kein ursächlicher deutsches Thema betrifft . Einfach so tauchen dann die Elefanten auf und wir verfolgen ( zirka 1Jahr), was das mit der Regierung, der Hauptstadt, Bundesländern so macht. Alles mit feiner Satire und Humor und extrem gut lesbar. Hat man vorher den Debütroman von Gaea Schoeters gelesen, zeigt sich, dass eine schwarz/weiß Sicht solcher Probleme wohl nicht die Lösung ist.

Alle Personen + deren getroffenen Entscheidungen, Folgen,alle Situationen / Ereignisse erscheinen einem real und durchaus möglich. …. Was es irgendwie noch krasser macht. Der Schreibstil ist so stark, detailreich und bildhaft. Das Buch regt mich stark zum Nachdenken an , vor allem, als ich in meiner Recherche las, dass das Buch auf einer ironische Geschenkidee von Mokgweetsi Masisi, dem Präsident Botswanas , die im April 2024 durch die Medien ging, beruht . ( Bestrebungen von Deutschland und andere europäische Länder, den Import von Jagdtrophäen zu stoppen)

4

Kurzweilige Politsatire!

Stell dir vor, der Präsident von Botswana schenkt der deutschen Regierung 20.000 afrikanische Elefanten, die ganz plötzlich im Berliner Stadtbild auftauchen. Zunächst baden ein paar in der Spree, später werden sie aber auch im brandenburgischen entdeckt. Im weiteren Verlauf der Geschichte begleiten wir Bundeskanzler Winkler bei der Bewältigung der Krise, die sich zunehmend zuspitzt. Insbesondere auch weil die Ausscheidungen der Elefanten Samen von invasiven Arten beinhalten, die Berlin in eine grüne Oase verwandeln. Nach Beratung durch die Ex-Kanzlerin Erika Lange gibt es nur einen Ausweg - er muss eine Person einsetzen, die für ihn die Kohlen aus dem Feuer holt. Seine Wahl fällt auf Hannelore Herrmann die als Elefantenministerin eingesetzt wird und mit der Biologin Ackermann die Krise bewältigen soll. Sie haben auch einen Plan, um die Elefantenkacke zu Gold zu machen. Man benötigt nicht viel Phantasie, um die Flüchtlingskrise mit der Krise der Elefanten gleich zu setzen. Der Streit mit den Bundesländern, die sich weigern Elefantenpopulationen aufzunehmen, erinnert sehr an das Tauziehen in der Migrationspolitik mit den Ministerpräsident*innen. Auch die Parallelen zum Stimmengewinn rechter Parteien ist klar erkennbar. Die Reaktionen sowohl in der Realität, als auch in der Fiktion vorhersehbar und nur darauf aus, die eigene Macht zu erhalten. Egal wir groß das Opfer für die Gesellschaft. Zitat: Die ist für die Opposition und vor allem für die Populisten ein gefundenes Fressen: Ein Freifahrtschein, um alles was schiefgeht, zu kritisieren, ohne selbst Lösungsvorschläge für etwas machen zu müssen, das faktisch unlösbar ist. Der perfekte Nährboden für eine Partei, die nur Pheasen drischt und von der Unzufriedenheit der Bürger lebt. Das Buch hält auf wunderbare Weise den Spiegel vor. Ein gutes Leseerlebnis etwas außerhalb meiner Komfortzone.

4

Tebogo schmunzelt belustigt. "Magic, my dear friend. Aber lassen Sie mich deutlich werden: Kommen Sie bloß nicht auf die Idee, sie einzusperren. Jeder Elefant, dem auch nur ein einziger Stein in den Weg gelegt wird, wird sich verdoppeln. Sie müssen sich frei bewegen können und so viel Platz bekommen, wie sie brauchen. Die Bevölkerung muss sich eben anpassen. Alles für die Elefanten. Schließlich stehen diese Tiere unter Artenschutz, also ist ihr Wohlbefinden von allergrößter Wichtigkeit. Viel Spaß damit!" Er grinst noch ein letztes Mal, dann wird der Bildschirm schwarz. - Zitat, Seite 35 20.000 Elefanten in Berlin? - Gaea Schoeters zieht in ihrem aktuellen Roman das Gedankenexperiment durch, wenn politische Entscheidungen plötzlich ungeahnte Konsequenzen haben. Denn schließlich fühlen sich die Europäer noch immer in der Position, afrikanischen Staaten vorschreiben zu können, wie diese zu leben haben. Aber wie wird ein europäisches Land wie Deutschland damit umgehen, wenn es selbst mit Megafauna zurechtkommen muss? Im Zentrum des Romans steht der fiktive Bundeskanzler Hans Christian Winkler, der den passenden Namen für seine Rolle in dieser Geschichte erhalten hat. Eben noch hatte er sich für das eben verabschiedete Elfenbeingesetz, welches von seiner Warte aus nicht viel verändern, aber das Ansehen seiner Regierung aufpolieren kann, innerlich auf die Schulter geklopft. Und jetzt wird er von dem unerwarteten Geschenk aus Botswana völlig überrumpelt. Was wird dieses Geschenk bewirken? Wird es die rechtspopuläre Partei von Politiker Fuchs stärken? Wie wird die Gesellschaft die Elefanten und vor allem auch die miteingeführten Neophyten integrieren? Und welche politischen Entscheidungen werden dir Zukunft der Dickhäuter, aber auch die der Menschen bestimmen? Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach und klar verständlich gehalten. Fakten und Informationen werden auf sehr natürlich wirkende Art in die Geschichte integriert, die einen schnellen und dem Thema angepassten Rhythmus folgt. Es gibt nur wenige Figuren in dem kurzen Roman und eine feste und sehr dichte Erzählstruktur. Auch eine humorvolle Note darf nicht fehlen und so drängt sich der Eindruck auf, dass es ein Anliegen der Autorin ist, möglichst viele Lesende anzusprechen und zu erreichen. Viele sprechen von einer Politsatire, wenn sie das Buch betrachten und sicherlich kann ein Szenario, in dem plötzlich 20.000 Elefanten in einer europäischen Hauptstadt auftreten, nur als überspitzt bezeichnet werden. Auch scheint sich die Autorin intensiv mit dem politischen System Deutschlands beschäftigt zu haben, so wird z.B. dem Tanz der verschiedenen Bundesländer Beachtung geschenkt. Insgesamt erscheint diese Geschichte trotz ihres absurden Ausgangsszenario erschreckend realistisch. Und die Frage steht im Raum: geht es bei der aktuellen Politik wirklich noch um Menschen (oder auch Tiere) und um deren Wohl und Zukunft? Oder haben wir es vielmehr mit einem ziemlich abstrakten System zu tun, welches von Prestige und Geld dominiert wird? FAZIT Die Erwartungen waren nach der Lektüre des absolut erschütternden und zugleich anspruchsvollen Romans "Trophäe" an dieses aktuelle Werk der niederländischen Autorin sehr hoch. Von daher war erst einmal die Enttäuschung da, dass dieser Roman rein literarisch nicht mit dem vorherigen Werk mithält. Aber nach der Erkenntnis, dass dies wahrscheinlich auch nicht der Intention der Schriftstellerin entspricht, war ich milde gestimmt. Und die Übersetzung von Lisa Mensing ist wunderbar geschmeidig. Diese Geschichte kann (und sollte vielleicht auch) von jedem gelesen werden: sie ist brisant, hoch aktuell, und dabei prägnant und leicht lesbar! Eine klare Leseempfehlung.

4

Ein spannendes Gedankenexperiment

Einen Tag, nachdem der Deutsche Bundestag das neue Elfenbeingesetz, angeblich zum Schutz der Elefanten in Botswana, beschlossen hat, tauchen plötzlich, wie durch Magie, 20.000 dieser bedrohten Tiere mitten in Berlin auf. Ein Geschenk aus Botswana für den Bundeskanzler. Durch das Gesetz droht die Balance des afrikanischen Landes außer Kontrolle zu geraten, da es auf westliche Wilderer, die teure Lizenzen zum schiessen der Tiere erwerben, angewiesen ist. Für den Bundeskanzler beginnt ein Rennen, um Kontrolle, x und um die Umfragewerte seiner Partei, denn die Rechten warten nur auf einen Fehler. Wie auch schon bei "Trophäe", das letztes Jahr vermutlich der Überraschungshit war, hat Gaea Schoeters es wieder geschafft, mich sofort in die Geschichte zu ziehen. Mit großen Zeitsprünge erzählt Schoeters, was nach der Ankunft der Elefanten passiert, wie sie unter den Bundesländern zwangsverteilt werden, um eine faire Belastung für alle zu garantieren und wie Populisten jeden Fehler der Verantwortlichen ausschlachten, um am nahenden Wahltag als Sieger rauszugehen. Schnell wird klar: Hier geht es eigentlich gar nicht um Elefanten, wie das Zitat der ehemaligen Bundeskanzlerin Mer- ähm Lange zeigt: "»Was hattest du denn er-wartet? Wir schaffen das. Elefanten sind keine Flüchtlinge. Das hier ist kein Problem der Wahrnehmung, sondern ein echtes Problem. Das kann man nicht mit ein bisschen Propaganda aus der Welt schaffen«." Auf ihre typische Art schafft die Autorin ein spannendes Gedankenexperiment das zeigt, das Politik ei Spiel ist und auch ein Bundeskanzler nicht davor gefeit ist, mit seinen eigenen Waffen geschlagen zu werden. Alles in diesem Roman ist sehr sinnbildlich aber manchmal war mir das too much und es hat sich angefühlt, als wäre das Sinnbild ein Vorschlaghammer. Auch wenn ich das Buch mochte und es mich gut unterhalten hat, war es nicht so gut wie "Trophäe" weil das eher unterschwellig kritisiert und gehittet hat. Dennoch ist "Das Geschenk" empfehlenswert und ein richtiger Snack zum weglesen

4

"Das Geschenk" ist ein satirisch-witziger und tiefgründiger Roman, der mich gut unterhalten hat und sehr zum Nachdenken anregt. Die belgische Autorin Gaea Schoeters hat mit ihrer Satire einen Nerv getroffen, indem sie in ihrer Geschichte die aktuelle politische Situation in Deutschland vortrefflich beschreibt. Auch baut sie viele aktuelle Themen ein, wie z.B. die Klimakrise, Globalisierung, Macht(mißbrauch) und Rassismus, um nur ein paar zu nennen. Wie gut, dass auf meinem SuB noch ihr Debutroman "Trophäe" liegt - darauf freue ich mich nun sehr!

4

Dieses Buch ist vom Umfang her die perfekte Sonntagnachmittagslektüre (für nen ganzen Tag reicht es bei mir nicht...). Und inhaltlich fand ich es auch toll. Nicht ganz so toll wie seinerzeit „Trophäe", das so überraschend und schonungslos anders war, als ich es erwartet hatte. Aber auch richtig toll!

5

Richtig toll

Über Nacht kommen 20.000 Elefanten als Geschenk aus Botswana in Berlin an. Wie gehen wir jetzt damit um, wie schützen wir sowohl Mensch als auch Tier? Wer passt sich wie an? Können wir Herden an andere Bundesländer geben? Die Metapher lässt sich wunderbar übertragen auf Klimakrise und Migration. Wirklich spannend und bezeichnend, wie die eine populistische Partei nur aufmuckt, ohne wirkliche Lösungsansätze zu bieten..Mit nur 144 Seiten ist das Buch kurz und schnell gelesen aber es steckt wirklich so viel drin!

4.5

Die Elefanten kommen 🐘🐘🐘🐘💩

"Das ist kein Scherz": Botswana will Deutschland angeblich 20.000 Elefanten schenken... schreibt der SPIEGEL am 04.04.2024. So absurd das klingt... und hier ist der Roman dazu... Dachte, das klingt alles etwas skurril, aber was wäre, wenn Deutschland tatsächlich Elefanten aufnimmt? 😁🙌 Schnell zu lesen... klare Empfehlung! 📚👍 Wenn du kurzweilige politische Romane kennst, freue ich mich über Empfehlungen. 😊

4.5

Elefantös Als gäbe es nicht schon genug Probleme , etwa die Klimakrise, oder das Erstarken der Rechten, sowie die schlechten Umfragewerte des Kanzlers, da tauchen mitten in Berlin plötzlich jede Menge Elefanten auf. Als Reaktion auf ein Gesetz, dass die Einfuhr von Jagdtrophäen verbietet, hat der Präsident von Botswana der Bundesregierung 20000 dieser Großtiere geschenkt. „Viel Spaß damit“! Diese plantschen jetzt in der Spree, sorgen hier und da für ein Verkehrschaos und produzieren Tonnen von Elefantenhaufen. Nach dem großen Erfolg ihres Roman‘s „Trophäe“ hat Gaea Schoeters jetzt eine bitter- böse Politsatire nachgelegt, die amüsant zu lesen ist und das politische Tagesgeschäft sehr gut widerspiegelt. Machtspielchen statt konstruktive Lösungen und eine populistische , rechte Opposition, die die Krise gnadenlos für ihre Zwecke ausnutzt, verhindern einige gute Ansätze mit dem Elefantenproblem umzugehen und vielleicht sogar einen Nutzen für Mensch und Natur daraus zu gewinnen. Genüßlich denkt die Autorin die kuriose Situation bis zum Ende durch. Die Elefanten sind natürlich auch eine Metapher für unseren Umgang mit Flüchtlingen . Nimmt man die Fremden (Elefanten) als Bedrohung war oder sind sie vielleicht doch auch eine Bereicherung für unsere Gesellschaft? Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn ich „Trophäe“ noch etwas eindringlicher und spannender fand. Mit seinen 144 Seiten ist die Geschichte ein interessanter Lesesnack für zwischendurch und auch als Hörbuch sehr zu empfehlen.

4

Die Idee aus einer wahren Begebenheit, eine Geschichte zu schreiben die das Gedankenspiel weiterführt ist genial. Schoeters ist ein satirischer Roman gelungen, der viel zum Nachdenken über Politik anregt. Das Geschenk ist zwar „schwächer“ als Trophäen. Trotzdem eine Leseempfehlung!!

5

Was wäre, wenn plötzlich 20.000 Elefanten in Deutschland auftauchen? Eine skurrile Vorstellung. Das europäische Importverbot für Jagdtrophäen wird beschlossen um die Tiere zu schützen. Daraufhin schickt der Präsident von Botswana die zahlreichen Elefanten nach Deutschland und löst direkt eine Krise aus. Woher soll all das Futter für die Elefanten kommen? Wie sollen die Menschen mit ihnen umgehen? Eine bitterböse Satire über Macht, globale Ungerechtigkeit, Doppelmoral und soziale Verantwortung. Humorvoll und leicht geschrieben. Trotz der Leichtigkeit fehlt der Tiefgang nicht und die geschriebenen Zeilen regen zum nachdenken an. Spannend war für mich zu lesen wie die Politiker mit der „Elefantensituation“ umgehen. Wird doch daraus gleich wieder eine Challange für die neuesten Umfragen gemacht und die Machtverhältnisse werden neu geklärt und sortiert. Inwiefern es jetzt möglich ist, unbemerkt 20.000 Elefanten nach Deutschland einzuschleusen, wird unserer Fantasie überlassen. War für mich allerdings nicht störend. Messerscharf, klug und provokant ist dieser schmale Roman, den ich euch sehr gern weiterempfehle.

5

𝘋𝘢𝘴 𝘎𝘦𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯𝘬 ist klug, scharfzüngig, erschreckend – und dabei große Literatur. Ein weiteres Jahreshighlight.

🐘 𝘋𝘢𝘴 𝘩𝘪𝘦𝘳 𝘪𝘴𝘵 𝘬𝘦𝘪𝘯 𝘗𝘳𝘰𝘣𝘭𝘦𝘮 𝘥𝘦𝘳 𝘞𝘢𝘩𝘳𝘯𝘦𝘩𝘮𝘶𝘯𝘨, 𝘴𝘰𝘯𝘥𝘦𝘳𝘯 𝘦𝘪𝘯 𝘦𝘤𝘩𝘵𝘦𝘴 𝘗𝘳𝘰𝘣𝘭𝘦𝘮. 𝘋𝘢𝘴 𝘬𝘢𝘯𝘯 𝘮𝘢𝘯 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘮𝘪𝘵 𝘦𝘪𝘯 𝘣𝘪𝘴𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘗𝘳𝘰𝘱𝘢𝘨𝘢𝘯𝘥𝘢 𝘢𝘶𝘴 𝘥𝘦𝘳 𝘞𝘦𝘭𝘵 𝘴𝘤𝘩𝘢𝘧𝘧𝘦𝘯. ⁽ᵁᴺᴮᴱᶻᴬᴴᴸᵀᴱ ᵂᴱᴿᴮᵁᴺᴳ ⁻ ᴿᴱᶻᴱᴺˢᴵᴼᴺˢᴱˣᴱᴹᴾᴸᴬᴿ⁾ 💭 Danke an @vorablesen und @zsolnayverlag für das Rezensionsexemplar! Nachdem mich Gaea Schoeters bereits mit 𝘛𝘳𝘰𝘱𝘩𝘢̈𝘦 tief beeindruckt hat – es war eines meiner Jahreshighlights – war die Erwartung an ihren neuen Roman 𝘋𝘢𝘴 𝘎𝘦𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯𝘬 entsprechend hoch. Und was soll ich sagen: Sie hat es wieder geschafft. Noch einmal. Und vielleicht sogar noch eindrücklicher. Auf gerade einmal rund 140 Seiten entfaltet sich ein hochaktueller, bitterböser und zugleich erschreckend lebenswirklicher Text, der mit Wucht trifft. Schoeters bringt darin nicht nur die Mechanismen von Politik, Medien und öffentlicher Meinung auf den Punkt – sie entlarvt sie. 𝘋𝘢𝘴 𝘎𝘦𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯𝘬 ist eine messerscharfe Politsatire, die viele aktuelle Themen verwebt: Flüchtlingspolitik, Klimakrise, legislative Machtkämpfe, westliche Doppelmoral und mediale Inszenierung. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der Interventionsspirale, die stark an Ludwig von Mises’ Kritik am Interventionismus erinnert: Dass wohlmeinende politische Eingriffe oft nicht zu Ordnung führen, sondern neue Widersprüche erzeugen – und so ein System der sich steigernden Kontrolle hervorbringen. Aus dem Elfenbeingesetz wird ein Elefantenproblem, aus moralischem Aktivismus ein politischer Ausnahmezustand. Zwischen den Zeilen stecken unzählige Anspielungen, Zitate und Spiegelungen der Lebenswirklichkeit, die zum Nachdenken anregen. Schoeters gelingt es, dieses komplexe System in erzählerischer Form aufzublättern, ohne dabei belehrend zu wirken. Im Gegenteil: Ihre Sprache ist klar, pointiert, stellenweise ironisch – und trifft genau ins Mark. Was bleibt, ist eine bittere Erkenntnis: Was wie Satire klingt, ist vielleicht gar nicht so weit von der Lebenswirklichkeit entfernt. 𝘋𝘢𝘴 𝘎𝘦𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯𝘬 ist klug, scharfzüngig, erschreckend – und dabei große Literatur. Ein weiteres Jahreshighlight. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

𝘋𝘢𝘴 𝘎𝘦𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯𝘬 ist klug, scharfzüngig, erschreckend – und dabei große Literatur. 
Ein weiteres Jahreshighlight.
4.5

Schlaue, unterhaltsame politische Satire

Als die deutsche Regierung ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen beschließt, meldet sich kurz darauf der Präsident von Botswana überschwänglich dankend am Telefon bei Bundeskanzler Winkler und schickt ein Geschenk bzw. genauer gesagt 20.000 Geschenke in Form von Elefanten. Auch er übergibt sie nun umgekehrt mit genauesten Auflagen zu deren Schutz seitens seiner Regierung. Dieses Buch beschert nicht nur ein herrliches Kopfkino über sich tummelnde Elefanten vorm Bundeskanzleramt, badende Herden im Wannsee, Unmengen von entstehendem Elefantenkot…, sondern legt zudem messerscharf den Finger in die Wunde von politischen Machenschaften, parteipolitischen Entscheidungen und Verhinderung von richtigen Entscheidungen zugunsten von Machterhalt (kurz vor einer Bundestagswahl). Innenpolitischer Zirkus und außenpolitischer Tanz offenbaren sich in vollem Umfang. Schoeters gibt in ihrem zweiten Roman den Blick frei auf die Doppelmoral einer westlichen Regierung, die sich aufschwingt, ehemaligen Kolonien weiterhin Vorschriften zu machen, ohne die Auswirkungen auf die dortige Bevölkerung verstehen zu wollen. Das ist schelmische und schlaue Satire, die sich flüssig wegliest und mit einem konsequent schrägen Plot herrlich unterhält. Anregung zum Nach –/Weiterdenken inklusive.

4

Spannendes und sehr gut erzähltes Gedankenexperiment ohne Überraschungen

Die Elefanten sind los! Tauchen plötzlich in Berlin auf, gedacht als Denkzettel der botswanischen Regierung. Die deutsche Bundesregierung reagiert kopflos, parteipolitisch taktierend, kurzsichtig und von wirtschaftlichen Interessen gesteuert - immer mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen. Eine Krise! Analogien zur Coronapandemie und in Bezug auf Geflüchtete sind sicherlich beabsichtigt. Was spannend beginnt, flaut trotz des hervorragenden, schnellen Erzählstils und der pointierten Beobachtungen gegen Ende ab. Irgendwie kennt man es ja schon - der Umgang der Politik und Regierung mit Krisen. Leider nichts Neues. Super erzählt, ich hätte mir aber ein kreativeres Ende gewünscht.

5

»Alles hängt davon ab, was du willst: das Richtige tun oder an der Macht bleiben.«

Weil die deutsche Bundesregierung unter Bundeskanzler Hans Christian Winkler den Import von Jagdtrophäen verboten hat, schickt der Präsident von Botswana 20.000 Elefanten nach Berlin. Dort sind alle überfordert und wissen nicht, wie man mit den Tieren, die man zuerst auf deutlich weniger schätzt, umgehen soll. Sie sind einfach überall und müssen auch irgendwie versorgt werden. Noch dazu muss jede Entscheidung genau abgewägt werden, um einerseits die deutsche Bevölkerung zu schützen und zweitens dem sowieso fortschreitenden Erstarken rechter Kräfte keine Angriffsfläche zu bieten. Das ist die Ausgangssituation des Romans. Wie geht man nun damit um? Genau damit beschäftigt sich der neue Roman von Gaea Schoeters und stößt dabei ein Interessantes Gedankenspiel an. Zwar stellt diese Situation eine Fiktion dar, doch beruht diese auf einer wirklichen Aussage von Mogkweetsi Masisi, dem Präsidenten von Botswana. Darüberhinaus lassen sich deutliche Parallelen zur hiesigen Politiklandschaft bemerken. Zwischen politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Unmut, steht der kommerzielle, der Wirtschaft dienende Nutzen, die Elefanten gewinnbringend zu vermarkten. Darf Deutschland andere Länder bevormunden, ohne sich der dortigen Probleme überhaupt bewusst zu sein, geschweige denn sie bewältigen zu können? Auch mit ihrem zweiten Roman hat Gaea Schoeters ein Buch geschrieben, dass die Grenzen der Moral auslotet und die Leser*innen zum Nachdenken anregt. Dabei habe ich ihre präzise Sprache sehr genossen und fand vor allem die exakten Beschreibungen der Elefanten besonders gelungen, die einem diese majestätischen Tiere bildlich vor Augen führen. Eine große Leseempfehlung! Ich freue mich schon auf viele weitere Bücher von ihr!

»Alles hängt davon ab, was du willst: das Richtige tun oder an der Macht bleiben.«
5

👍👍👍👍👍

Absolut lesenswert - danke Gaea Schoeters für dieses fantastische Buch! Botswana überrascht Deutschland mit einem besonderen Geschenk: 20‘000 Elefanten frei Haus geliefert als Reaktion auf den Entscheid der Bundesregierung, die Einfuhr von Jagdtrophäen zu verbieten - und damit den Regionen Botswanas die Lebensgrundlage zu entziehen. Eine fantastische Geschichte um die grossen Fragen, die Deutschland bzw. Westeuropa beschäftigen: «Das europäische Modell und der Wohlfahrtsstaat stehen unter Druck, die Demokratie ist bis in die Grundfesten erschüttert …» Ein fantastisches Lehrstück in Politik. Und endlich kenne ich die Glass-Cliff-Theorie. Von der ersten bis zur letzten Seite ein grosses Lesevergnügen, das ganz undogmatisch zum Nachdenken anregt.

4.5

Satire mit ernstem Kern

Im Jahr 2024 sorgte der botswanische Präsident mit einem ungewöhnlichen Vorschlag für Schlagzeilen: Er regte an, 20.000 Elefanten nach Deutschland zu schicken. Was zunächst wie ein schlechter Scherz klingt, hat einen ernsten Hintergrund und genau diesen nimmt Gaea Schoeters in ihrem neuen Buch Geschenk auf. Die Autorin spinnt aus dieser realen Begebenheit eine literarische Idee, die ebenso überraschend wie kraftvoll ist. Was würde passieren, wenn tatsächlich plötzlich 20.000 Elefanten in Berlin ankämen? Welche politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Fragen würde das aufwerfen? Schoeters verwebt dieses Gedankenexperiment zu einer scharfzüngigen politischen Satire, die über das humorvolle Gedankenspiel hinausgeht. Wie schon in ihrem Vorgänger Trophäe gelingt es ihr, die Leserinnen und Leser zum Nachdenken zu bringen: über Machtverhältnisse, über das Verhältnis zwischen Europa und Afrika und über die Frage, wie wir global zusammenleben wollen. Dabei bleibt Geschenk trotz seiner Kürze ungemein dicht, prägnant und treffsicher formuliert. Kurz gesagt: Geschenk ist eine kluge, pointierte und literarisch überzeugende Satire, die nicht nur aktuelle Debatten aufgreift, sondern auch die großen Fragen nach Verantwortung, Macht und Zusammenleben stellt.

3

Das Geschenk liest sich leicht, flüssig und schnell – nach zwei Abenden war ich durch. Die Geschichte lief wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Inhaltlich hat mich das Buch aber zwiegespalten zurückgelassen: Einerseits mochte ich die Kritik an der deutschen Politik und am Umgang mit der Flüchtlingskrise, andererseits wirkte die Handlung für mich oft an den Haaren herbeigezogen und ohne wirklichen Tiefgang. Im Vergleich zu Trophäe, das mich damals komplett begeistert hat, bleibt Das Geschenk deutlich schwächer. Ja, man kann über die Fehler der Politik und ihre „Spielchen“ nachdenken – aber ob das Buch wirklich etwas bewirkt, bezweifle ich. Für mich war es letztlich eine nette, stellenweise schmunzelige Lektüre, aber nicht mehr.

4

Spannendes Gedankenexperiment

Politik pur… so wie man es immer wahrnimmt. Das Elefanten dann einfach so auftauchen, mit Magie in ein anderes Land geschickt werden, ist das einzige woran ich mich etwas störe.

4

Eine wahnsinnig skurrile Idee. 20000 Elefanten für Deutschland. Welche Konsequenzen dieses Szenario hätte, macht dieses Buch mehr als deutlich. Besonders "lustig " fand ich zum Beispiel, dass jedes Bundesland verpflichtet werden sollte Elefanten aufzunehmen.

5

DAS GESCHENK Gaea Schoeters Bundeskanzler Hans Christian Winkler unterzeichnet ein neues Bundesgesetz, das den Import von Elfenbein ab sofort verbietet. Kurz darauf tauchen mehrere afrikanische Elefanten in der Hauptstadt Berlin auf. Zuerst glaubt man an einen Ausbruch aus dem Zoo – doch bald stellt sich heraus: Der Präsident von Botswana hat Deutschland „als Dankeschön“ für das neue Gesetz 20.000 Elefanten überlassen. Natürlich nicht aus echter Dankbarkeit – sondern eher als ironischer Kommentar darauf, dass sich Deutschland in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einmischt. Denn: Durch das Gesetz werden keine Jagdlizenzen mehr verkauft. Die Folge? Ein unkontrollierbares Wachstum der Elefantenpopulation. Die Tiere fressen Felder leer, die eigentlich dringend zur Versorgung der Bevölkerung gebraucht werden. Der Präsident Botswanas erklärt: Sein Volk hungert. Und nun? Was soll man in Berlin mit 20.000 Elefanten anfangen? Und viel dringlicher: Was macht man mit deren Ausscheidungen, die drohen, die Hauptstadt zu begraben? Gelangen Phosphate und Nitrate des Dungs etwa ins Grundwasser? Und furzen afrikanische Riesenkühe nicht auch CO₂? All das bringt Berlin an den Rand einer Krise – und was genau passiert, solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen! Die Idee allein verdient schon 5 ⭐️! Wie auch im Vorgänger Trophäe greift die Autorin ein brisantes Thema auf und fordert uns dazu auf, einmal die Perspektive zu wechseln und die Kehrseite vermeintlich richtiger Entscheidungen zu betrachten. Schreibstil und Thema ließen mich nur so durch die Seiten fliegen. Auch wenn ich in der zweiten Hälfte eine Mini-Länge empfunden habe und es mich kurz irritiert hat, dass eine Holländerin über deutsch Politik schreibt, gebe ich unbedingt 5 Lesemäuse und empfehle euch das Buch uneingeschränkt weiter. 5/5

5

Wahnsinn! Einfach nur genial!😃👍 Ich bin wirklich fasziniert davon, wie es Gaea Schoeters schafft auf so wenigen Seiten so viele aktuelle politische Themen zu beschreiben. Das Thema mit den 20.000 Elefanten und den damit verbundenen Problemen ist oft nur ein Synonym für die politische Lage in Deutschland und Europa. Die reinste politische Satire meisterhaft erzählt. Fand es schon bei "Trophäe" klasse wie die Autorin mit der Moral der Menschen spielt.

4

Bei besagtem "Geschenk " handelt es sich um nichts weniger als 20.000 afrikanische Elefanten. Plötzlich tauchen sie überall in Berlin auf. Denn nachdem in Deutschland ein Gesetz zum Einfuhrverbot von Jagdtrophäen verabschiedet wird, ist der Präsident von Botswana der Meinung, Deutschland sollte einmal selbst ausprobieren, was es heißt mit den Gefahren der Überpopulation zurecht zu kommen und legt gleichzeitig offen, dass der Westen mal wieder mit zweierlei Maß misst. "Wenn wir die Überpopulation nicht aufhalten, führt das zu Konflikten. Elefanten töten Menschen und Menschen Elefanten. Wahllos. Damit ist niemandem geholfen. Die Jagd reguliert das Ganze. So macht ihr das doch auch? Deutschland schießt jedes Jahr zwei Millionen Hirsche." Mitten im Wahlkampf entspinnt sich mit dieser Ausgangslage eine großartige Satire auf die Machtspielchen in der deutschen Politiklandschaft. Vorschläge, wie mit der Situation umzugehen ist, spiegeln mit viel Humor und Witz die Themen um Migration und Klimawandel. Vom Elefantenministerium über Konzeptpapiere zum notwendig gewordenen "Kackegesetz" bis hin zu Vereinbarungen mit Drittstaaten zur Aufnahme von Elefanten. Erneut gelingt es der Autorin, dass ich die eigene Sichtweise hinterfrage und macht auf die ganz großen Zusammenhänge von Wirtschaft und Klima aufmerksam. Ein großes Lesevergnügen, bei dem einem das Lachen manchmal im Hals stecken bleibt.

4.5

Tolle Bearbeitung wichtiger Themen!

Ich fand Das Geschenk wirklich eine sehr spannende, dystopische Erzählung in der vor allen Dingen der Politikbetrieb aufs Korn genommen wird. Zwar werden die Themen relativ direkt und ohne Umschweife angegangen, dadurch verlieren sie aber nicht an Tragweite. Verschiedene Themen sind Misogynie, Propaganda, Kosten-Nutzen-Analysen in der Politik und das Prozess politischer Entscheidungsfindung. In dem Buch gewinnt man den Eindruck: Jeder ist sich selbst der Nächste und die eigene Karriere steht Allen voran. Durch das einflechten relativ aktueller Themen (Überflutungen, gestrandeter Wal, Hitzewelle), hat man sich immer wieder an Parallelen zum aktuellen in- wie äusländischem Geschehen erinnert gefühlt. Beim Lesen wird natürlich deutlich, dass die Grund-Prämisse überzogen ist. Sie wird auch nicht weiter erklärt, sondern einfach als „Zauber“ dargestellt, tut dem Inhalt aber keinen Abbruch. Zumindest lag mein Fokus nicht auf der Plausibilität des Romans. Die Frage bleibt spannend, wofür der „Zauber“ stehen könnte.

4

„Das Geschenk“ ist ein intelligenter, scharfer Spiegel für westliche Selbstzufriedenheit. Wer Lust auf politische Literatur mit Biss hat – unbedingt lesen.

Was für eine gelungene Satire! Gaea Schoeters trifft mit „Das Geschenk“ einen Nerv – scharfzüngig, bitterböse und zugleich erschreckend nah an der Realität. Ich habe das Buch mit einem gewissen Grinsen begonnen, aber schnell gemerkt: Hinter dem Witz steckt Abgrund. Und das macht es so gut. Im Zentrum steht der moralisch überhöhte Blick Europas – allen voran Deutschlands – auf den Rest der Welt. Wie oft wird von westlicher Seite mit erhobenem Zeigefinger durch andere Länder gereist, um dort Werte wie Demokratie, Meinungsfreiheit und Menschenrechte zu predigen? Schoeters dreht den Spieß um – und zeigt, was passiert, wenn genau dieser moralische Anspruch als Bumerang zurückkommt. Die Geschichte ist überspitzt, ja – aber genau das braucht gute Satire. Denn zwischen all dem Überzeichneten lauert eine unbequeme Wahrheit: Was, wenn sich der moralische Hochmut plötzlich gegen uns richtet? Wenn die Welt auf uns zurückschaut – und nicht nur kritisch, sondern aktiv eingreift? Der Ton ist bissig, pointiert, manchmal fast sarkastisch, aber nie platt. Die Figuren sind klar gezeichnet, vielleicht nicht tiefenpsychologisch fein austariert – aber das stört hier überhaupt nicht. Das Buch will zuspitzen, überzeichnen, provozieren. Und das gelingt ihm hervorragend. Warum keine fünf Sterne? An wenigen Stellen hat mir die sprachliche Wucht ein bisschen zu sehr mit dem Holzhammer gearbeitet – ich hätte mir da und dort etwas mehr Zwischentöne gewünscht. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

5

Knallt und zischt-absolut gelungene Erzählung!

Kurz und eindrucksvoll liefert uns Gaea Schoeters hier ihren 2.Roman ab und ich bin absolut geflasht! Sie bringt so viel Inhalt auf so wenigen Seiten in einer dermaßen klaren und pointierten Sprache aufs Papier und bringt ihre Lesenden so zum Grübeln. Wie schon in ihrem ersten Roman, rüttelt uns die Autorin durch, bringt unseren moralischen Kompass zum Glühen und fordert uns heraus den Blick zu schärfen und genau hinzusehen. Die "Elefanten-Frage", aka "Drittstaaten-Lösungen", "Deals"und "Greenwashing" kommen hier auf den Tisch und dabei ist die Frage, was man eigentlich mit der Sch** von 20Tausend Elefanten macht, eher nebensächlich 🤪 Was tun mit den populistischen Rechten, wenn am Ende doch jede Maßnahme ihnen in die Karten spielt? Eingebettet ins politische Berlin, ins gesellschaftliche Deutschland legt Schoeters mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus in dieser Parabel den Finger in eine Wunde. Es knallt und zischt. Eine Lesevergnügen, das sicherlich in Lesekreisen gut zum Diskutieren anregt!

5

„Tierische innere politische Angelegenheit“ als interessante und intelligent-humorvoll verfasste Gedankenspiel-Metapher - funktioniert in seiner Kürze prima!

3

Schon lange wollte ich "Trophäe" von der Autorin lesen, bin jetzt aber irgendwie über ihr neues Werk gestolpert welches sich für mich sehr interessant angehört hat. Leider war es mir dann aber deutlich zu politisch. Naja, hätte ich mir ja auch irgendwie denken können. 🙄 Nichtsdestotrotz regt das Buch definitiv zum Nachdenken an.

4

Die Geschichte hat mir größtenteils sehr gut gefallen. Die Bezüge zum Klimawandel, Erstarken der rechten Parteien sowie Verhältnis Europa-Afrika fand ich sehr spannend und äußerst gelungen dargestellt. Gerne hätte ich bei den Figuren und am Ende mehr Tiefe gehabt. Auch ein Nachwort hat mir gefehlt, in dem steht, dass die Grundidee (das "Geschenk" an Deutschland) auf realen Ereignissen beruht.

4

„Ihr Europäer wollt uns vorschreiben, wie wir zu leben haben. Vielleicht solltet ihr es einmal selbst versuchen …“ 🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘

In Das Geschenk stellt sich eine absurde, aber faszinierende Ausgangslage. Der Präsident von Botswana schickt Deutschland 20 000 wilde Elefanten, als Antwort auf ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen. Plötzlich stehen die Tiere mitten in Berlin, trampeln über Straßen, und der Geruch von Elefantendung zieht durch die Hauptstadt. Gaea Schoeters nutzt diese skurrile Idee, um unsere Politik und Gesellschaft unter die Lupe zu nehmen. Anfangs reagieren viele mit Staunen und Begeisterung. Die Elefanten werden zu Stars, jeder will Selfies machen. Doch bald kippt die Stimmung! Straßen werden zerstört, Menschen kommen zu Schaden, und die Regierung steht unter enormem Druck. Besonders spannend ist, wie realistisch die Autorin das politische Spiel darstellt, mit einem Kanzler, der zwischen Krisenmanagement und PR jongliert, einer ehrgeizigen neuen Ministerin und einer Biologin, die um das Wohl der Tiere kämpft. Der Stil des Romans ist klar und präzise, gleichzeitig steckt viel feiner Humor darin. Trotz der Übertreibung wirkt vieles erschreckend glaubwürdig. Schoeters zeigt, wie schnell Sympathie in Ablehnung umschlagen kann und wie schwer es ist, in einer Krise zu händeln. Das Geschenk ist unterhaltsam, witzig und regt zum Nachdenken an. Es ist eine Satire, die zeigt, dass selbst die verrücktesten Szenarien manchmal gar nicht so weit von der Realität entfernt sind. 🐘 Fazit 🐘: Ein humorvoller und kurzweiliger Roman, mit interessanten politischen Ansätzen, von dem man allerdings nicht allzu viel tiefe erwarten darf.

„Ihr Europäer wollt uns vorschreiben, wie wir zu leben haben. Vielleicht solltet ihr es einmal selbst versuchen …“ 
🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘🐘
4

Witzig und aktuell!

Die ersten Seiten... WOW! So gut geschrieben, glatte 5 Sterne plus. Der nachfolgende Schreibstil ist locker leicht und flüssig zu lesen. Er unterscheidet sich jedoch stark von dem Anfang. Für eine Politsatire ist es aber passend. Witzig zu lesen, wie Gaea Schoeters aktuelle politische Themen und Vorkomnisse in ihr Gedankenexperiment (20 000 Elefanten in Deutschland) verwebt. Warum Winkler kurz vor Ende des Romans wilden Sex im Bundeskanzleramt haben und warum dies so detailliert beschrieben werden muss, ist mir unklar. Denn für den Plot hat es keine Relevanz. Aber Immerhin hat er diesen mit seiner eigenen Frau ;).

4

Thema & Idee: Schoeters nimmt ein absurdes reales Ereignis zur Grundlage, konstruiert daraus ein ebenso komisches wie verstörendes politisches Spektakel: 20.000 Elefanten in Berlin – ein Szenario, das Großstadt, Regierung, Klima und Gesellschaft herausfordert . Erzählstil & Wirkung: Sprachlich reduziert, scharf beobachtend und mit subtilem schwarzen Humor. Der Roman bleibt auf dem Niveau eines hochentwickelten Gedankenspiels, bei dem Politik, Machterhalt und moralische Ambivalenzen stets im Fokus stehen . Im Vergleich zu Trophäe ist Das Geschenk weniger emotional präsent, dafür strukturierter, analytischer. Hörbuchwertung: Die Lesung ist bewusst nüchtern und zurückhaltend – keine theatrale Performance, sondern präzise Klangarbeit, die den politischen Ton des Textes unterstreicht. Johann von Bülow lässt bewusst Raum für Reflexionen und unterstützt so die satirische Schärfe. Bewertung im Vergleich zu Trophäe: 💡 Idee & Konzeption: außergewöhnlich originell 📖 Erzählweise: weniger mitreißend, dafür intellektuell fokussiert 🎧 Hörbuch: überzeugend in Ton und Haltung, passend zur Distanz des Texts Fazit: Kraftvolle Satire auf 138 Seiten. Schoeters’ Konzept überzeugt durch Intelligenz, Mut und politische Schärfe – emotional vielleicht nicht so mitreißend wie Trophäe, in der Idee aber mindestens ebenbürtig. ⭐️ 4 von 5 Sternen – besonders für die originelle Idee, die politische Präzision und die literarische Form.

3

Vielleicht hätte ich Trophäe vorher lesen sollen.

Mir war klar, dass ich etwas von Gaea Schoeters lesen muss, nachdem ich sie auf der Buchmesse live erlebt habe. Sie war mir auf Anhieb so sympathisch. 'Die Trophäe' kam am diesen Tag mit und nun muss ich gestehen, dass ich dieses Buch immer noch nicht gelesen habe. Daher war es eine ideale Gelegenheit, dass ich 'Das Geschenk' lesen durfte. Vielleicht fehlt mir etwas Vorlauf, aber das Buch hat auch ohne Vorwissen seinen Reiz. Wie eine Utopie kommt diese kurze Geschichte daher, vielleicht auch wie eine schwarze Komödie. 20.000 Elefanten in Deutschland. Klingt witzig und irgendwie auch schön, ist aber in Wahrheit eine Katastrophe. Was steckt dahinter? Wie damit umgehen? Welche Konsequenzen hat die Situation? Übrigens auch ein feministisches Buch: "... ; Hartmann nimmt kein Blatt vor den Mund. Und sie kann zupacken. Zwei Gründe, warum sie es nie in die Führungsriege der Partei geschafft hat. Auch in der Politik wird von Frauen eine gewisse Demut und Unterwürfigkeit erwartet." Gaea Schoeters liefert keine Strategie oder perfekt Lösung, vielmehr stellt sie globale Zusammenhänge in Frage ohne anzuprangern. Eine Geschichte, die mehr Fragen als Antworten liefert, verwirrt, weird ist und genau dadurch Diskussionsstoff bietet. Ein Buch, dass für mich perfekt gewesen wäre für einen Buchclub. Wer gründet einen mit mir in Berlin?

5

Ein große Empfehlung!!! Überraschung des Jahres für mich.

3.5

Interessantes Gedankenspiel, sprachlich weit hinter „Trophäe“

Nach Trophäe habe ich mich sehr auf das neue Buch von Gaea Schoeters gefreut – vielleicht waren meine Erwartungen dadurch etwas zu hoch. Das Geschenk ist zweifellos ein cleveres, satirisches Gedankenspiel: 20 000 Elefanten, die plötzlich in Berlin stehen, sind ein starkes Bild und eröffnen damit interessante politische Vergleiche. Sprachlich bleibt das Buch präzise, und thematisch ist die Idee originell. Dennoch wirkt es im Vergleich zu „Trophäe“ weniger mitreißend. Wo der Vorgänger eine enorme erzählerische Wucht hatte, bleibt „Das Geschenk“ damit etwas weit zurück. Gerade in der zweiten Hälfte verliert es für mein Empfinden etwas an Spannung und Ideenreichtum. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis finde ich schwierig: 22 € für knapp 140 Seiten ist schon ordentlich. Bei dieser Kürze hätte ich mehr Tiefe und Nachhall erwartet. Unterm Strich: ein interessantes Gedankenspiel mit klugen politischen Spiegelungen, aber für mich kein literarisches Ereignis. Wer Schoeters kennt, könnte es lesen – nur die Erwartungen besser etwas herunterschrauben.

4

Spannendes Gedankenspiel

Mitten in Berlin tauchen immer mehr Elefanten auf. Schnell wird klar, dass diese ein “Geschenk” des Präsidenten von Botswana sind, nachdem Deutschland ein Einfuhrverbot für Jagdtrophäen erlassen hat. “Ihr Europäer wollt uns vorschreiben, wie wir zu leben haben. Vielleicht solltet ihr es einfach mal selbst versuchen ...” Der Umgang mit 20.000 Elefanten stellt alle in Deutschland vor (un)lösbare Probleme. In klarer, leichter Sprache mit einem humorvollen Unterton beschreibt Gaea Schoeters den Umgang deutscher Politiker mit der Situation. Im Spannungsfeld zwischen Populismus, Machterhalt, PR-Manövern und pragmatischen Lösungsansätzen fühlt man sich schneller als man denkt in deutsche Realpolitik hineinversetzen. Die Parallelen zur Politik während der Flüchtlingskrise drängen sich praktisch auf. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen, auch wenn es zwischendurch für mich kurze Längen hatte. Es war gut durchdacht und in sich stimmig und unterhaltsam. *Danke an netgalley für das Rezensionsexemplar*

5

Von 'Trophäe' von Gaea Schoeters war ich schon total begeistert, genau so ergeht es mir auch mit 'Das Geschenk'. Eine moderne Parabel über die Fragen unserer Zeit, einfach toll verpackt und zum Nachdenken anregend. Wirklich große klasse!

3

Etwas anderes erwartet Grosse Tiere machen große Probleme.

Toller Gedanke : Berlin bekommt 20000 Elefanten geschenkt, die nicht in den Zoo dürfen. Ich hätte gerne noch mehr Phantasien gehabt, was das im Alltag mit den Berlinern anrichtet. In den Außenbezirken haben die Berliner ja schon Erfahrung mit verfressenen wütenden Wildschweinen... So ist es hier bald nur eine Politsatire kaum mal ein Lacher... Ein Wirtschaft Umwelt und und und Problem und ein Elefantendüngerproblem. Natürlich aber die Politik....das ist mir zu ausführlich.

5

"Mitten in der Spree badet ein Elefantenbulle. Gemächlich lässt er seinen behäbigen Körper ins Wasser sacken, geht in die Knie und verschwindet unter der Wasseroberfläche." Berlin hat ein akutes Elefantenproblem. Tausende Dickhäuter benötigen nicht nur tonnenweise Futter, sie produzieren auch tonnenweise Ausscheidungen. Wohin damit? Jetzt ist die Politik gefragt und der Bundeskanzler gerät in arge Bedrängnis. Die großartige Gaea Schoeters nimmt uns in ihrer kurzen Fabel mit auf eine im ersten Moment sehr skurrile und humorvoll erscheinende Reise, bis einem klar wird, wie realistisch das ganze Szenario ist, wenn man z.B. 'Elefanten' mit 'Flüchtlingen' ersetzt. Ich liebe einfach Schoeters Stil, schon in 'Trophäe' konnte sie mich voll überzeugen.

3.5

Leider etwas enttäuschend

Ich hatte nach dem Vorgängerbuch ein ähnlich starkes und erschütterndes Buch erwartet. Dies konnte das zweite Buch von Gaea Schoeters leider nicht ganz erfüllen. Trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten und an vielen Stellen habe ich innegehalten, weil die Sätze so treffend und auf den Punkt zur aktuellen Politik gebracht worden. Der Vergleich, Elefanten wie Flüchtlinge zu betrachten, mit den wir hier „ein Problem“ haben, ist schon genial. Auch der Blick in den inner circle der Macht der Bundesrepublik mit all seinen Machtspielchen kann ich mir real genauso vorstellen. Am Ende siegt nicht der Blick in die weitere Zukunft sondern die Besänftigung der Wähler für die aktuelle und nächste Wahlperiode. So wird man dann auch die Elefanten- das Geschenk- wieder los. Die wenigen Personen sind sympathisch, charmant und witzig dargestellt, ich habe da auch Frau Merkel gesehen, wer noch? Insgesamt hätten es gern 100 Seiten mehr sein können, um noch mehr Tiefe zu erreichen.

5

So viel Bekanntes, Wahres neu und schlau verwoben. Als Hörbuch gehört und es sehr genossen!

4

Mit "Das Geschenk“ legt Gaea Schoeters eine pointierte Satire vor, die mich zum Lachen gebracht hat. Ausgangspunkt der Geschichte ist ein Einfuhrverbot für Elfenbein-Jagdtrophäen nach Deutschland. Weil in Botswana damit die Elefantenpopulation nur Jäger nicht mehr reguliert werden kann, erhält Deutschland tausende Elefanten von Botwana geschenkt. Im Buch folgen die Leser*innen dem deutschen Bundeskanzler dabei, wie er und sein Regierungsteam versucht, mit dem Geschenk und seinen Ausscheidungen zurecht zu kommen. Die Elefanten funktionieren hier wunderbar als Symbol für globale Abhängigkeiten. Die Geschichte befasst sich nicht nur mit den Folgen westlicher Politik auf die Länder des globalen Südens, sondern thematisiert auch Rechtspopulismus sowie die Klimakrise. Gaea Schoeters verbindet Ironie mit punktgenauer Analyse, arbeitet das Scheitern politischen Handelns und Versuche zur Imagepflege schonungslos heraus und hält auch uns Leser*innen einen Spiegel vor. Für mich ist "Das Geschenk" eine originelle Satire, die aktuelle Fragen mit Witz und Tiefgang behandelt.

5

Politische Satire

Und plötzlich sind sie da: Elefanten in Deutschland! Da die Bundesregierung beschlossen hat, ein Einführverbot für Jagdtrophäen zu erlassen, macht Botswana Deutschland ein Geschenk: 20.000 Elefanten. Die Regierung von Botswana ist verärgert, da durch das Verbot keine Gelder mehr fließen und die Probleme durch die Tiere zur Verarmung bei der Landbevölkerung führt. Soll Deutschland selbst erfahren, wie es ist mit den wilden Tieren zu leben! Auch wenn es anfangs noch mit viel gutem Willen nach einem möglichen Zusammenleben mit den Elefanten in Deutschland aussieht, so treten nach und nach immer mehr komplexe Themen auf, die gelöst sein wollen. Woher die Nahrung nehmen? Wohin mit den Hinterlassenschaften? Wie die Tiere in „geordnete Bahnen“ lenken? Wie eine positive Stimmung in der Bevölkerung erzeugen? Die deutsche Regierung hat alle Hände voll zu tun – allen voran der Kanzler. Von seinen Entscheidungen, gestützt durch ein Expertenteam, hängt alles ab. Das bringt nicht nur ihn sondern die gesamte Bevölkerung Deutschlands an persönliche und wirtschaftliche Grenzen. Gaea Schoeters greift in ihrem neuen Buch wieder aktuelle Themen auf: Was können unsere Entscheidungen bewirken? Hier habe ich das Bild vom „Sack Reis, der in China umfällt“ im Kopf. Eine für unsere Vorstellungen moralisch richtige Entscheidung zieht immer größere Wellen, bis sie uns letztlich auf die Füße fällt. Was ist moralisch richtig oder falsch und wer bestimmt darüber? Ethik, globale Verflechtungen, existenzielle Themen aber auch politische Machtspiele werden hier auf eine stets unterhaltsame und zum Nachdenken und Reflektieren über unsere ganz persönlichen Entscheidungen anregende Erzählweise angesprochen, die dieses Buch erneut zu einem macht, das in Erinnerung bleibt.

3

Crazy Idee mit wahrem Kern!!

Am Anfang hab ich mich gefühlt wie bei Benjamin Blümchen: Immer wieder hat jemand völlig entgeistert festgestellt, dass da tatsächlich ein echter Elefant vor ihm steht. 🤣 Die Geschichte wird von einem allwissenden Erzähler und zum großen Teil aus der Sicht eines fiktiven Deutschen Bundeskanzlers erzählt. Mir war erst nicht ganz klar, weshalb die flämische Autorin die Geschichte hierher versetzt hat. Aber Tatsache ist: Es gab 2024 tatsächlich die Debatte über das Verbot von Importen von Jagdtrophäen und Botswana hat tatsächlich mit diesem Geschenk „gedroht“! „Das Geschenk“ kommt nicht an seinen Vorgänger „Trophäe“ ran, allein schon, weil es nicht im Leben und Tod geht und, weil man nicht so tief mit einem ungewöhnlichen Protagonisten mitfühlt und seine Gedanken so intensiv verfolgt. Und auch, weil die Situation mit den Elefanten, die durch Deutschland trampeln, etwas Lustiges an sich hat. Diese Komik gab es in „Trophäe“ nicht. Im „Geschenk“ kommt sogar immer wieder etwas Pipi-Kaka-Humor auf, weil die Politiker Lösungen für die gewaltige Menge an Elefanten-Dung finden müssen. Im Grunde beschreibt die Autorin, genau wie in ihrem ersten Buch, wie die Einmischung von außen afrikanische Staaten in der Vergangenheit beeinflusst hat und immer noch beeinflusst. Aber die Strukturen sind jetzt da und die Menschen müssen irgendwie damit umgehen. Nur: Was ist wirklich gerecht? Problem-Bären werden zum Abschluss freigegeben, wenn sie den hiesigen Bauern Schaden zufügen. Aber den Botswanern wollen wir vorschreiben, wie sie mit den Elefanten umzugehen haben.

5

Geniale Parabel

Was passiert, wenn ein gut gemeintes deutsches Gesetz zum Schutz von Elefanten dazu führt, dass der botswanische Präsident kurzerhand 20.000 Tiere nach Deutschland schickt? In ihrer kürzlich erschienenen Parabel "Das Geschenk" wirft Gaea Schoeters auf wenigen, aber intensiven Seiten große Fragen auf: Wie weit reicht Verantwortung wirklich? Wer entscheidet, was moralisch richtig ist – und für wen? Und was passiert, wenn gute Absichten auf komplexe Realitäten treffen? Wie genau die Elefanten ihren Weg nach Europa finden, bleibt unklar – aber schnell wurde deutlich, dass das ansich unerheblich ist. Entscheidend ist, was dieses "Geschenk" auslöst: Irritation, Überforderung, politische Manöver und gesellschaftliche Debatten. Ein kluges, pointiertes Buch, das gleichermaßen provoziert und begeistert. Auch das Hörbuch ist übrigens klasse. Da mir freundlicherweise beides zur Verfügung gestellt wurde konnte ich "das Geschenk" heute in einem Schwung durchlesen- und hören. Vielen lieben Dank dafür! Da der Stil mich absolut überzeugt hat, traue ich mich in der nächsten Zeit auch endlich auch mal "Trophäe" heran.

4

Geniale Idee

Was passiert, wenn plötzlich mehrere tausend afrikanische Elefanten in und um Berlin auftauchen? Der Hintergrund ist real und ich finde die Idee von Gaea Schoeters, das aufzunehmen und weiterzuspinnen, genial. Wie auch schon in ihrem Buch "Trophäe" wird man dazu angehalten vermeintlich eindeutige Meinungen zu hinterfragen. In diesem Fall geht es um das Einfuhrverbot von Jagdtrophäen nach Deutschland. Was passiert in einem oder mehreren Ländern, die ggf. auch weit weg sind, wenn hier Vorgaben oder Gesetze beschlossen werden - und sei es nur aus politischem Kalkül? Und was passiert, wenn dann mal anders reagiert wird, so dass das Problem auch hier spürbar wird? Die Geschichte spielt im politischen Bereich und hat viele aktuelle Bezüge, ohne konkrete Parteien oder echte Personen zu benennen. Das ist gut gelungen und sehr unterhaltsam umgesetzt. Der Stil ist angenehm und locker zu lesen. Auch das Ende fand ich sehr passend. Ich hätte mir insgesamt aber wesentlich mehr Inhalt gewünscht. Die knapp 140 Seiten decken einen Zeitraum von über einem Jahr ab. Für mich wäre da mehr Platz für Details gewesen. Ich war sehr schnell fertig und hätte mir etwas mehr Tiefgang gewünscht. Dennoch ein gelungenes Buch mit einem interessanten Experiment und guten Denkanstößen.

5

Ein stilles, politisches Meisterstück – nicht laut, aber eindringlich.

„Das Geschenk“ ist ein Buch, welches mich zunächst ein wenig ratlos zurückgelassen hat. Doch genau darin liegt die große Stärke dieser Handlung. Mit gerade einmal 137 Seiten schafft es Gaea Schoeters, ein hochaktuelles, tiefgründiges und verstörendes Gedankenexperiment zu entwerfen, das über die letzte Seite hinaus nachhallt. Meine Erwartungen an diesen Roman waren hoch, denn ich wusste, dass Schoeters’ vorheriges Werk „Die Trophäe“ nicht nur äußerst beliebt, sondern regelrecht gefeiert wurde. Der Klappentext zu „Das Geschenk“ klingt vielversprechend: Elefanten, die plötzlich in der Großstadt auftauchen – immer mehr und bedrohlicher. Schnell wurde klar, dass es sich hier nicht bloß um ein kurioses Szenario handelt, sondern um eine vielschichtige Metapher. Die Elefanten stehen sinnbildlich für globale Herausforderungen wie die Klimakrise, Migration, gesellschaftliche Unzufriedenheit und moralisches Versagen. Schoeters verwebt diese Themen auf kluge Weise mit dem politischen Alltag und zeigt eindrücklich, wie nationale Entscheidungen internationale Konsequenzen nach sich ziehen können. Dabei wird auch deutlich, wie politisches Handeln oft durch Eigennutz, Machterhalt und Propaganda bestimmt ist und wie sehr moralische Kompromisse zur Tagesordnung gehören. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Vielschichtigkeit dieses kurzen Romans. Die Autorin streift nicht nur Themen wie Klimawandel und Fluchtbewegungen, sondern auch politische Manipulation und gesellschaftliche Verantwortung. Die Elefanten dienen dabei als „Brille“, die unseren Blick auf das eigene politische und gesellschaftliche Handeln schärfen sollen. All das entfaltet sich in einem leisen, eindringlichen Nachhall. Ich habe erst nach dem Lesen vollständig verstanden, worum es eigentlich geht und konnte viele der Botschaften erst mit etwas Abstand in ihrer Tiefe erfassen. Was „Das Geschenk“ so besonders macht, ist genau diese Ambivalenz: Es ist Fiktion, aber erschreckend nah an der Realität. Es ist provokant, aber nicht aufdringlich. Und es stellt unbequeme Fragen, die jede Leserin und jeden Leser auf eigene Weise weiterdenken lassen. Gaea Schoeters ist hier ein scharfsinniger, gesellschaftskritischer Roman gelungen, der in seiner Kürze eine große Wucht entfaltet. Ein Buch, das die Grenzen der Moral auslotet, zum Perspektivwechsel anregt und zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur im Kleinen, sondern auch im Großen Verantwortung zu übernehmen.

2.5

Nicht so wie erhofft

Leider konnte mich Das Geschenk nicht so sehr fesseln wie Schoeters anderes Werk Die Trophäe. Die Grundidee als Gedankenexperiment ist durchaus spannend, doch durch die Kürze des Buches wirkt die Ausarbeitung etwas oberflächlich und lässt für mich zu viele Möglichkeiten ungenutzt. Positiv hervorheben möchte ich jedoch, dass politisch viel Kritisches passiert, was dem Buch eine interessante Tiefe verleiht. Insgesamt hat mich die Geschichte trotzdem nicht so abgeholt, wie ich es mir erhofft hatte.

3

Kurzweiliges Gedankenexperiment.

Die Trophäe hat mich umgehauen. Das Geschenk ist gut für Zwischendurch, liest sich leicht und schnell und enthält mal wieder gut recherchierte Fakten über Flora und Fauna. Es spiegelt auch gut die aktuelle politische Lage wider. Wer Lust hat, dem humoristisch und metaphorisch verpackt zu begegnen, dem wird das Buch gefallen.

4.5

Die Autorin entwirft eine originelle Dystopie, die auf einem realen außenpolitischen Vorschlag basiert:

Botswana bietet Deutschland symbolisch 20.000 Elefanten an, im Roman erscheinen diese Tiere plötzlich über Nacht in Berlin. So startet die Geschichte spannend, und bleibt es bis zum Schluss. Zahlreiche gesellschaftspolitische Themen wie Klimawandel, Rechtsruck, Frauen in der Politik, Biodiversität oder Künstliche Intelligenz werden klug und subtil verhandelt. Trotz ernster Inhalte bleibt die Geschichte zugänglich. Der Bundeskanzler als Hauptfigur wirkt überraschend glaubwürdig, der Stil ist bildreich, pointiert und durchgehend einnehmend. Manches hätte mehr Tiefe oder Länge vertragen. Insgesamt ein kurzweiliger, aktueller Roman, der nachhallt. Von mir eine klare Empfehlung für alle mit Interesse an politischer Fiktion mit Relevanz.

Die Autorin entwirft eine originelle Dystopie, die auf einem realen außenpolitischen Vorschlag basiert:
Create Post