Das dritte Licht
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Description
Book Information
Author Description
Claire Keegan, geboren 1968, wuchs auf einer Farm in der irischen Grafschaft Wicklow auf. Sie hat in New Orleans, Cardiff und Dublin studiert. Bei Steidl sind von der vielfach ausgezeichneten Autorin bereits die Erzählungsbände Wo das Wasser am tiefsten ist und Durch die blauen Felder (in einem Band: Liebe im hohen Gras, 2022) erschienen. Ihre Erzählung Kleine Dinge wie diese (2022) stand auf der Shortlist des Booker Prize.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Leise erzählt, stark gefühlt! Mehr als nur eine Geschichte über eine Farm
Das dritte Licht hat mich wirklich überrascht, weil das Buch mit sehr wenigen Worten unglaublich viel Gefühl erzeugt. Claire Keegan schreibt ruhig und schlicht, aber genau dadurch wirken die Szenen so intensiv und echt. Besonders schön fand ich, wie die Geschichte aus der Sicht des Kindes erzählt wird und wie kleine Gesten plötzlich eine grosse Bedeutung bekommen. Die Atmosphäre auf der Farm fühlt sich warm und gleichzeitig traurig an, weil man merkt, dass die Hauptfigur dort zum ersten Mal echte Aufmerksamkeit erlebt. Die Handlung selbst ist unspektakulär, aber die kleinen Alltagsmomente und die Atmosphäre tragen das ganze Buch. Es geht weniger um grosse Ereignisse als um Gefühle, Nähe und das, was nicht gesagt wird. Obwohl das Buch sehr kurz ist, bleibt die Geschichte lange im Kopf und wirkt noch nach dem Lesen nach.
Minimalistisch und sehr berührend Gewaltig wie ein Roman, doch ist es „nur“ eine Erzählung, die es aber in sich hat. Irland in den 80er Jahren, ein sechsjähriges Mädchen verbringt den Sommer bei entfernten Verwandten auf dem Hof. Ihren Eltern scheint alles zu viel, die Mutter schon wieder schwanger, der Vater unzufrieden so viele Mäuler stopfen zu müssen. Zum ersten Mal erfährt das Mädchen Aufmerksamkeit, Zuwendung, Interesse und Fürsorge. Das Staunen, die Freude und das Neuentdecken der Protagonistin ist herzerweichend und bringt große Freude Keegan nutzt das Unausgesprochene, lässt die Lesenden zwischen den Zeilen lesen und fordert unsere Fantasie mit ihrem offenen Ende. Große Erzählkunst, ein literarischer Leckerbissen und auch als Hörbuch wundervoll gelesen von Laura Maire.
Eine leise Geschichte mit tiefer Bedeutung ❤️🩹
In der Erzählung geht es um ein kleines Mädchen, das von seinem Vater für einige Zeit zu entfernten Verwandten gebracht wird, weil zu Hause wieder ein Baby unterwegs ist. Ohne große Worte lässt er sie dort zurück. Bei dem kinderlosen Ehepaar erlebt sie zum ersten Mal echte Aufmerksamkeit, Ruhe und Wärme. Dinge, die sie aus ihrer eigenen Familie kaum kennt. Der Sommer zeigt ihr, wie sich ein Zuhause anfühlen kann, wenn jemand dich wirklich sieht. Als das Mädchen schließlich in ihr eigenes, emotional karges Zuhause zurückkehrt, macht eindringlich spürbar, wie sehr das Leben eines Kindes von der Liebe und Fürsorge der Erwachsenen abhängt.

So wenig Seiten und soviel Gefühl 🩷
Eine wunderbare Geschichte, die einem wieder zeigt, wie wichtig es ist Kindern die Liebe, Aufmerksamkeit und das ehrliche Interesse zu vermitteln, dass es verdient. Das auch jeder erwachsene Mensch verdient. Tolle Erzählung, ich hab richtig mitgefühlt, wie betroffen sie war, dass sie wieder zurück musste. Das Ehepaar ist so liebevoll, verständnisvoll und unterstützend, solche Leute braucht man im Leben und die kleine ist durch den Aufenthalt menschlich bestimmt sehr gewachsen. 💕 Kann ich jedem nur empfehlen ♥️

Perfektes Verhältnis von Lesezeit zu Unterhaltung.
Das dritte Licht ist eine Essenz aus Gefühl und Interpretationsmöglichkeiten, bei denen es 400+ Seiten lange Romane schwer haben, das Gleiche zu erreichen und genau deshalb lese diese dann auch so ungern. 95 Seiten in einem komplett anderen Leben, ohne „Kampf" und ohne Füllphasen. Werde auf jeden Fall auch Kleine Dinge von Claire Keegan lesen.
Das Cover und die Kürze des Buches haben mich gelockt. Es war die richtige Entscheidung.
"Wo es Geheimnisse gibt, da gibt es Scham und Scham ist etwas, worauf wir verzichten können. " Das Hörbuch wird mit sehr kindlicher Art vorgelesen und anfangs war es etwas irritierend. Aber es ließ die Geschichte um das namenslose Mädchen noch viel realer wirken. Die kindliche Darstellung von Vernachlässigung und dem plötzlichen, glücklichen Gefühl von Nähe und Aufmerksamkeit ist sehr gut in Worte gefasst.
Bezaubernd
Eine behutsam aufgebaute Erzählung über ein Kind, dass Zuneigung und Liebe erst spät erfahren darf. Die sanfte Erzählweise von Keegan hat mich teilweise eine schlimme Wendung vermuten lassen, aber nichts da. Einfach ein ehrliches und eindrucksvolles Buch, das gern länger und ausführlicher hätte sein dürfen.
Ein Mädchen zwischen zwei Welten
Das dritte Licht von Claire Keegan kann ich klar empfehlen. Die Sprache ist feinfühlig, leise und sanft, was mir sehr gefallen hat. Ich konnte gut mit dem Mädchen mitfühlen, das vor der Herausforderung steht, mit zwei sehr unterschiedlichen Welten zurechtzukommen. Gerade diese Gegensätze und die Veränderung, die das Mädchen durchmacht, sind für mich überzeugend und einfühlsam erzählt.
Keegan hat ein Gespür für Emotionen und braucht nicht viele Worte, um Großes auszudrücken ❣️
Ich liebe es, wenn ein Roman simpel ist, an der Oberfläche fast schon spärlich erscheint, aber dann durch die Feinheiten von Emotionen eine tiefe Bedeutung offenbart, je mehr man in jede Szene eintaucht. In diesem Fall treffen einen die Gefühle direkt ins Herz. Claire Keegans „Das dritte Licht“ ist so ein Buch, das mit perfekter Prosa kurz und prägnant ist, aber eine emotionale Resonanz liefert, die seine kurzen 104 Seiten bei weitem übertrifft. Ursprünglich 2010 in Irland veröffentlicht, wo es Auszeichnungen und Einzug in Schullehrpläne erhielt, ist Foster endlich in den Deutschen Regalen angekommen, zweifellos begründet durch den Erfolg ihrer jüngsten Novelle „Kleine Dinge wie diese“, die für den Booker Prize nominiert wurde, und sogar verfilmt wurde. Keegans Schreiben führt mich zurück in die Zeit, als ich zum ersten Mal den spürbaren Nervenkitzel erlebte, in die Welt eines Autors abzutauchen. Ihre Sätze sind so kunstvoll geschliffen, aber so frei von Künstlichkeit, dass sie sich wie ein geschliffener Diamant anfühlen. "Das dritte Licht" handelt von einem kleinen Mädchen aus einer armen irischen Familie. Da ihre Mutter wieder schwanger ist und ihr Vater nicht in der Lage ist, so viele Münder zu stopfen, wird das Mädchen den Kinsellas, einem kinderlosen Paar in einem anderen Dorf, übergeben. Die Übergabe ist abrupt; ihr Vater lässt sie ohne eine Umarmung oder einen Kuss oder irgendeinen Hinweis darauf dort, wann er zurück sein könnte. Obwohl das Mädchen nervös ist, sind ihre neuen Aufpasser zärtlich und freundlich. Sie ist von der ungewohnten Atmosphäre ihres Hauses überwältigt . "Hier gibt es Raum und Zeit zum Nachdenken", sagt sie. "Es kann sogar Geld übrig bleiben ". Nachdem sie in ihrer ersten Nacht das Bett nass gemacht hat, räumt Frau Kinsella ihre Scham beiseite, entfernt das Chaos und besteht darauf, dass nur die Matratze „weint“. Wenn Herr Kinsella mit ihr spazieren geht, "macht er kürzere Schritte, damit wir nebeneinander gehen können". Sie merkt plötzlich: "Mein Vater hat noch nie meine Hand gehalten". Mit den einfachen Umständen des Dorflebens fängt Keegan den Geist eines Mädchens ein, das auf eine Weise geliebt und geschätzt wird, an die sie so gar nicht gewöhnt ist. "Ich fühle mich so sprachlos", sagt sie, "aber dies ist ein neuer Ort, und neue Worte werden benötigt". Unsere Perspektive beschränkt sich auf die Eindrücke des Mädchens, aber man kann sagen, dass die Zuneigung der Kinsellas von Trauer und dem Wissen, dass dieses Kind nur für kurze Zeit bei ihnen sein wird, geprägt ist. Es gibt eine Schönheit in der Art und Weise, wie „Das dritte Licht“ am meisten in unangenehmen Situationen aufblüht , in der Stille zwischen Wörtern, im Raum zwischen Dunkelheit und Licht . "Alles ändert sich zu etwas anderem", bemerkt die Erzählerin, "verwandelt sich in eine Version dessen, was es vorher war". Dies ist ein sehr liebevoller Haushalt, einer, der sowohl Offenheit als auch das Wissen schätzt, wann es keiner Worte bedarf. Frau Kinsella ist von Anfang an offen darüber: "Wo es ein Geheimnis gibt", sagt sie, "gibt es Scham - und Scham ist etwas, auf das wir verzichten können". Dies scheint ein Gegensatz zum Leben der Erzählerin zu stehen, von der wir annehmen, dass sie dort gelandet ist, weil der Vater zu viel trinkt und spielt und sie mehr Münder haben, als sie füttern können und es keinen anderen Weg gibt um die Versorgung der Familie sicherzustellen. Obwohl es sich um einen kurzen und prägnanten Roman handelt, zeigt uns Keegan die Schönheit der irischen Landschaften und hat ein Gespür für Dialoge, die diese Geschichte zum Leben erwecken und uns das Gefühl geben, dort bei ihnen zu sein, während sie zum Irischen Meer laufen oder Karten inmitten der Nacht spielen und lachen. Während es nur wenige Szenen des häuslichen Lebens gibt - ein Einkaufsausflug, das Leben rund um das Haus, das gemeinsame Erledigen von Hausarbeiten, Spaziergänge durch die Natur - explodiert eine ganze Welt der Emotionen in jedem Satz, auch wenn die Erzählerin sie nicht ganz in Worte fassen kann. Ich kann nicht genug betonen, wie schön und emotional aufgeladen „Das dritte Licht“ für mich war. David Mitchell hat es mit Anton Tschechow verglichen, was nicht falsch ist, da jeder Satz einfühlsam formuliert ist in dieser Konstruktion einer kurzen und prägnanten kleinen Geschichte, die eine so tiefe Kraft wie Bücher hat, die dreimal so lang sind. Keegan hat ein Gespür für Dialoge und macht uns das Geschenk von perfekten Sätzen. „Das dritte Licht“ ist eine wundervolle Novelle über die Art und Weise, wie sich Liebe einschleichen und unsere Herzen füllen kann.
Ich weiß nicht, welche Worte ich benutzen soll. Auf nicht mal 100 Seiten wird eine Geschichte erzählt, die so wenig Worte braucht, um kopfkino in Gang zu setzen. Ein namenlosen Mädchen wird von ihren Eltern zu Verwandten gebracht, denn ein weiteres Baby ist auf dem Weg. Sie kommt dort an und ist sich nicht ganz sicher, was sie zu erwarten hat. Die Story spielt in Irland, ich denke zu Beginn der 1980er Jahre. Ein einfaches Leben mit vielen Entbehrungen. Das buch ist bereits 2013 auf deutsch erschienen, hat aber nichts an Aktualität verloren. Manchmal braucht es gar nicht so viele Seiten, um großen Eindruck zu hinterlassen.
Ergreifend
Irland in den 1980er Jahren aus den Augen eines vielleicht 8-jährigen Mädchens. Sie wird von ihrem Vater für einen Aufenthalt zu entfernten Verwandten gebracht, da ihre Mutter hochschwanger und mit Hof und weiteren Geschwistern beschäftigt ist. Die Verwandten sind kinderlos. Beschrieben aus der Sicht des Mädchens erleben wir den neuen Alltag. Sie stellt Vergleiche zwischen den Haushalt an, wundert sich etwas, dass manches ganz anders abläuft. Am Ende der Ferien hat sie sich verändert. Manches bleibt unausgesprochen, und doch wird alles gesagt. Die Stimmung der Erzählung überzeugt in ganzer Linie. Durchgehend hatte ich ein Gefühl von Bedrohung, man wartet auf ein Unheil. Die Charaktere sind so lebhaft vor meinen Augen, als hätte ich einen ganzen Sommer mit ihnen verbracht. Von Anfang an war ich ergriffen. Die Beschreibungen der Alltagssituationen sind so auf den Punkt und voller Menschenkenntnis. Das Buch wirkt nach. Ein Lesehighlight!
Sehr schöne Geschichte auf wenig Seiten
- Hörbuchversion - Die Geschichte hat mir wirklich sehr gut gefallen und hat mich sehr an Anne auf Green Gables oder auch Mathilda erinnert. Diese Geschichte hier ist aber etwas kürzer und zeigt einen kurzen Moment der Hoffnung und der Liebe eines Mädchens, was in ihrer Familie nie derartiges erfährt. Es war ein tolles Hörerlebnis und die Sprecherin hat einen super Job gemacht. Kann ich sehr empfehlen für Zwischendurch 🥰

Klein, aber fein
Diese kleine Erzählung ist nicht mehr als ein literarischer „Happs“. Dieser aber ist sehr gehaltvoll, so dass es für eine ganze Mahlzeit reicht. Ein kleines Mädchen bekommt ein weiteres Geschwisterchen. Da sie zu Hause sehr viele sind und irgendwie von der Hand in den Mund leben, wird sie vom Vater zu entfernten Verwandten gebracht, wo sie bleiben soll, von ihm aus, solange die Kinsellas es möchten. Das kleine Mädchen erfährt wenig, mus sich selbst einen Reim auf vieles machen. Doch sie genießt die Aufmerksamkeit, die sie bekommt. Neue Kleidung, ausreichend zu essen sogar Bücher! Ohne dass sie es sagen muss, merkt man, wie wohl sie sich fühlt, aber auch wie still sie ist. Die Unsicherheit, wie lang diese Situation dauern wird, überträgt sich auf uns Leser*innen. Es ist ein herantasten, ein beobachten und ein aushalten. Die Miniatur transportiert ganz viel, obwohl sie wenig Worte braucht. Und das ländliche Irland wird erlebbar ohne dass erzählt wird, wie es dort zugeht. Es sind die kleinen Beschreibungen am Rande, die mich die Atmosphäre haben spüren lassen. da quietscht eine Tür, das Licht scheint durch kleine Fenster, und es riecht nach Staub. Wir werden nicht dazu aufgefordert, ein Urteil abzugeben, moralisch zu bewerten oder Gut und Böse zu beurteilen. Das offene Ende macht die Geschichte perfekt. Auch wenn ich lieber eine Lösung gehabt hätte, ist diese Art des Erzählens besser. Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Variation mir am besten gefallen würde. Fantasie wird also definitiv angeregt. Eine Lektüre zum mehrfach lesen, die kurz ist aber ein ganzes Leben verändert. Ich empfehle sie ausnahmslos allen die Geschichten lieben.
Ihr habt zwei Stündchen Zeit und wollt ein Buch lesen, das euch berührt, sprachlich so präzise wie schön ist und euch aufgewühlt zurück lässt? Dann lege ich euch „das dritte Licht“ von Claire Keegan ans Herz.
In den nur knapp 100 Seiten ist alles enthalten, was ein gutes Buch braucht. Zumindest für mich. Hätte ich mir dennoch gewünscht, dass es länger geht? Absolut! Mag ich das Ende? Nein. Wäre es anders besser gewesen? Ganz sicher nicht! Es wird mir, genau wie „Kleine Dinge wie diese“ von der Autorin, lange in Erinnerung bleiben. Auch als Hörbuch (mit einer Hörzeit von 1 Std. 40) sehr zu empfehlen.
Eine schöne Erzählung aus der Sicht eines kleines Mädchen, dass für ein paar Tage bei einer anderen Familie ist. Spielt in Irland in 1980er Jahre, dass sollte man wissen um sich auf die Umgebung einstellen zu können.
Ein Hörbuch, dass keine zwei Stunden insgesamt geht. Es erzählt aus der Sicht eines kleines Mädchen, eine für sie neue Welt. Sie ist für ein paar Tage bei einem anderen Ehepaar, da sie ein Geschwisterchen erhält und ihre Eltern daher nicht um alles bzw auch um sie kümmern kann. Obwohl sie nicht das einzige Kind ist. Sehr authentisch erzählt und wirklich sehr schön und ein bisschen traurig. Denke, wenn ich es gelesen hätte, wäre es vielleicht emotionaler mitgenommen hätte.
Zwischen 2 Welten
Diese „Novelle“ ist zu kurz gehalten, um wirklich tief in sie eintauchen zu können, dennoch hinterlässt sie einen Eindruck, wenn auch eher flüchtig. Die Geschichte, aus der Sicht eines kleinen Mädchens erzählt, berichtet von einer kurzen „Auszeit“ bei Verwandten, in der das Mädchen plötzlich ganz anders behandelt wird, als in den sonst gewohnten ärmlichen und schwierigen Lebensbedingungen. Dies allein beinhaltet eine Tragik, die die Protagonistin leider noch nicht ganz erfassen kann und somit auch nur bruchstückhaft erzählt. Der Erzählstil insgesamt ist ungewöhnlich, lückenhaft, was den Leser herausfordert, sich oft selbst einen Reim machen zu müssen. Dies schafft aber auch Atmosphäre. Dennoch hätte ich es gern ein wenig ausführlicher und auch länger gehabt.
Berührende Geschichte, die mit wenigen Worten viel zu erzählen hat
Ich habe das Buch hier bei Reado vorgeschlagen bekommen und kurz darauf zufällig auch in der Bibliothek entdeckt. Was für ein kleiner Schatz! Die Autorin zeichnet mit wenigen Sätzen ein umfassendes Bild von Armut, Familie, Zugewandtheit und den guten und schlechten Aspekten von Nachbarschaft. Es steckt viel drin in diesem kleinen Büchlein - oft auch zwischen den Zeilen. Ich fand es interessant, berührend und nachdenklich machend. Von Claire Keegan möchte ich gern mehr lesen!
Mein zweites Buch von Keegan!
... und hoffentlich nicht das Letzte. Während "Kleine Dinge wie diese" mich nicht 100%-ig überzeugen konnte, habe ich "Das dritte Licht" geliebt, alles davon. Die Beschreibungen, den Schreibstil, den Inhalt und wie am Ende alles zusammenlief. Großer Herzschmerz inklusive. 💔

4,5/5 ⭐️ So wenige Worte auf so wenigen Seiten … drückten so viel für mich aus 😌, berührten mein Herz 🥰🥲, regen mich nachhallend zum Nachdenken an … Familie, Zugehörigkeit, Einsamkeit, Liebe, Geborgenheit, Schmerz, Hoffnung, Anerkennung . 🥰🥲… „Sieh mal, wo vorher nur zwei Lichter waren, sind jetzt drei.“ Ich blicke übers Meer. Dort blinken nach wie vor die beiden Lichter, doch dazwischen leuchtet jetzt auch noch ein anderes, stetiges Licht. „Kannst du‘s sehen?“, fragt er. „Ja“, sage ich. „Da drüben.“ Da legt er die Arme um mich und zieht mich an sich, als wäre ich sein eigenes Kind. … 🥲🥰 Das Ende der Kurzgeschichte kam plötzlich und bleibt offen, lässt sich frei interpretieren.
Bin ich zum „blöd“ für dieses Buch?
Zu Anfang war ich begeistert! Erzählt wird die Geschichte eines Mädchens aus der Ich Perspektive. Sie lebt in Irland und wird von ihren Eltern zu einer anderen Familie gebracht, weil bald noch ein Kind in ihre sowieso schon kinderreiche Familie geboren wird. Bei ihren „Zieheltern“ fühlt sie sich warm und geborgen. Ein Gefühl, das sie so bei ihren eigenen Eltern nicht in diesem Maße kennt. Mir hat der Schreibstil unglaublich gut gefallen. Er vermittelt die Liebe und Geborgenheit, die das Mädchen dort empfindet und, obwohl nicht wirklich viel passiert, wollte ich immer weiter hören. Dazu trug auch die Sprecherin Laura Maire mit ihrer perfekt passenden Stimme bei. Da das Buch nur sehr kurz ist und auch ruhig erzählt, möchte ich natürlich hier nicht zu viel verraten, was über den Klappentext hinausgeht. Gegen Ende ( die Szene mit dem Brunnen) dachte ich sogar, dass ich ein 5 Sterne Buch höre, weil ich eine Wendung erwartete, die wirklich überraschend gewesen wäre. Bevor diese Hoffnung bald wieder abflaute. Mich hat auch etwas gestört, dass die Geschichte zu keiner Zeit zeitlich einzuordnen war. Vom Erzählstil und der Beschreibung des bisherigen Lebens des Mädchens dachte ich zuerst Anfang des 20. Jahrhunderts. Aber dann wurden sehr schnell Autos, Strommasten, Fernseher und Tupper Dosen erwähnt. Könnte also alles ab den 60iger Jahren aufwärts sein. Dann hatte ich aufgrund des Klappentextes auch eine andere Situation erwartet, die dann aber wieder rückgängig gemacht wurde, obwohl die Kurzbeschreibung etwas anderes suggeriert. Das Ende habe ich dann schlicht und einfach nicht verstanden…
"Ihre Hände sind wie die meiner Mutter, aber sie haben noch etwas anderes an sich, etwas, das ich noch nie zuvor empfunden habe und wofür ich keinen Namen weiß. Mir fallen einfach keine Wörter ein, aber das hier ist ein neuer Ort, und ich brauche neue Wörter." Die kurze Erzählung des namenlosen jungen Mädchens, das für einen Sommer von ihrem Vater zu einer Pflegefamilie gebracht wird, ist in einer ganz einfachen, leisen Sprache geschrieben. Ohne Effekthascherei, mit großer Sensibilität, spürt der Leser das große Glück dieses kurzen Sommers und die tragische Traurigkeit, als das Kind wieder zurück muss in die Trostlosigkeit der eigenen Großfamilie, mit einem trinkenden und spielenden Vaters und einer gefühlskalten überforderten Mutter.
Klein, aber fein
Diese kleine Erzählung ist nicht mehr als ein literarischer „Happs“. Dieser aber ist sehr gehaltvoll, so dass es für eine ganze Mahlzeit reicht. Ein kleines Mädchen bekommt ein weiteres Geschwisterchen. Da sie zu Hause sehr viele sind und irgendwie von der Hand in den Mund leben, wird sie vom Vater zu entfernten Verwandten gebracht, wo sie bleiben soll, von ihm aus, solange die Kinsellas es möchten. Das kleine Mädchen erfährt wenig, mus sich selbst einen Reim auf vieles machen. Doch sie genießt die Aufmerksamkeit, die sie bekommt. Neue Kleidung, ausreichend zu essen sogar Bücher! Ohne dass sie es sagen muss, merkt man, wie wohl sie sich fühlt, aber auch wie still sie ist. Die Unsicherheit, wie lang diese Situation dauern wird, überträgt sich auf uns Leser*innen. Es ist ein herantasten, ein beobachten und ein aushalten. Die Miniatur transportiert ganz viel, obwohl sie wenig Worte braucht. Und das ländliche Irland wird erlebbar ohne dass erzählt wird, wie es dort zugeht. Es sind die kleinen Beschreibungen am Rande, die mich die Atmosphäre haben spüren lassen. da quietscht eine Tür, das Licht scheint durch kleine Fenster, und es riecht nach Staub. Wir werden nicht dazu aufgefordert, ein Urteil abzugeben, moralisch zu bewerten oder Gut und Böse zu beurteilen. Das offene Ende macht die Geschichte perfekt. Auch wenn ich lieber eine Lösung gehabt hätte, ist diese Art des Erzählens besser. Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Variation mir am besten gefallen würde. Fantasie wird also definitiv angeregt. Eine Lektüre zum mehrfach lesen, die kurz ist aber ein ganzes Leben verändert. Ich empfehle sie ausnahmslos allen die Geschichten lieben.
Ich gehöre wahrscheinlich zu denjenigen die die Geschichte nicht verstanden haben. Die Idee, dass es um Metaphern geht ist gut möglich aber mir erschließt sich der tiefere Sinn dahinter leider nicht. So wars einfach eine nette, rührende Geschichte die ich als Hörbuch hören konnte weil mir das Buch für die geringe Seitenzahl zu teuer gewesen wäre.
Ein junges Mädchen wird von ihrem Vater bei entfernten Verwandten auf deren Farm zurückgelassen, da die Mutter wieder schwanger ist und sich die Familie die Versorgung eines weiteren Kindes nicht leisten kann. Das Mädchen ist verängstigt, hat Angst Fehler zu machen und bestraft zu werden, erkennt aber bald, dass die Zustände und der Umgang zu Hause nicht allgegenwärtig sind und lernt erstmals ein Gefühl von Familie, von Anerkennung und Liebe kennen. - Keegan nimmt uns auf gerade mal ~ 100 Seiten mit in die komplexe Gedankenwelt eines Kindes. Eines Kindes, dessen Leben bis zu dem Eintreffen bei den Verwandten eher lieblos, gewaltsam und unerkannt war. So etwas wie Zuneigung oder Lob kannte es nicht, die bisherige Erziehung erfolgte über Maßregelungen. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Mädchen vorerst dem Frieden nicht traut, dass es auf der Hut ist und Strafe erwartet. Der Autorin ist das Einfangen des inneren Zwiespaltes gut gelungen, ich hätte mir aber ein bisschen mehr Emotion gewünscht. Der Schreibstil ist relativ nüchtern, was die Protagonisten unnahbar erscheinen lässt. Es ist als würde man aus einer sicheren Entfernung auf die Szenerie schauen, ohne sich wirklich einfühlen zu können. Ebenso hat mich das offene Ende gestört. Hier hätte ich mir ein bisschen Hoffnung oder zumindest etwas Auflösung gewünscht. Nach vielen begeisterten Besprechungen bin ich eventuell mit zu hohen Erwartungen an das Buch heran gegangen und wurde ein wenig enttäuscht. Es ist ohne Zweifel ein sehr gutes Buch, welches ich euch auch gern weiterempfehle, aber für ein Highlight fehlte mir der Tiefgang.
Claire Keegans "Das dritte Licht" ist ein leises und berührendes Buch. Die Geschichte spielt im ländlichen Irland Anfang der 1980er Jahre und wird aus der Sicht eines jungen Mädchens erzählt, das für einige Zeit bei entfernten Verwandten Leben muss. Zu Hause fehlt es an vielem, an Geld, an Zeit, an Zuwendung und so erlebt das Mädchen bei den Pflegeeltern zum ersten Mal, was es heißt, wirklich gesehen und umsorgt zu werden. Es sind kleine Dinge, wie ein warmes Bad, neue Kleidung oder eine freundliche Aufmerksamkeit, die in ihrer Summe eine große Veränderung auslösen. Die Autorin erzählt die Geschichte leise und fast zurückhaltend, trotzdem hat die Geschichte eine große Tiefe. Vieles wird nicht ausgesprochen, sondern nur angedeutet, was die Geschichte umso eindringlicher macht. Besonders gefällt mir an dem Buch wie viel Gefühl und Nachdenklichkeit in so wenigen Worten stecken ohne kitschig oder sentimental zu werden. Das dritte Licht ist ein Buch über Schmerz, Hoffnung und die kleinen Dinge, die manchmal den entscheidenden Unterschied machen. Wer ruhige, feinfühlige Literatur mag, dem wird dieses Buch auf jeden Fall gefallen.
Keine Freude ohne Kummer
Wie auch schon mit ‚Kleine Dinge wie diese‘ hat mich Claire Keegan mit ‚Das dritte Licht‘ zu Tränen gerührt. • So viele Stellen dieser Erzählung wühlten mich auf und ließen mich mit einem Kloß im Hals zurück. Selten habe ich einem Protagonisten so innig alles Glück der Welt gewünscht. Ich war schockiert, gerührt, erzürnt, einmal regelrecht erstarrt, dann erleichtert und wurde noch nie so verzweifelt von einem Buch zurückgelassen. • Claire Keegan ist wirklich eine ganz außergewöhnliche Autorin.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
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Book Information
Author Description
Claire Keegan, geboren 1968, wuchs auf einer Farm in der irischen Grafschaft Wicklow auf. Sie hat in New Orleans, Cardiff und Dublin studiert. Bei Steidl sind von der vielfach ausgezeichneten Autorin bereits die Erzählungsbände Wo das Wasser am tiefsten ist und Durch die blauen Felder (in einem Band: Liebe im hohen Gras, 2022) erschienen. Ihre Erzählung Kleine Dinge wie diese (2022) stand auf der Shortlist des Booker Prize.
Posts
Leise erzählt, stark gefühlt! Mehr als nur eine Geschichte über eine Farm
Das dritte Licht hat mich wirklich überrascht, weil das Buch mit sehr wenigen Worten unglaublich viel Gefühl erzeugt. Claire Keegan schreibt ruhig und schlicht, aber genau dadurch wirken die Szenen so intensiv und echt. Besonders schön fand ich, wie die Geschichte aus der Sicht des Kindes erzählt wird und wie kleine Gesten plötzlich eine grosse Bedeutung bekommen. Die Atmosphäre auf der Farm fühlt sich warm und gleichzeitig traurig an, weil man merkt, dass die Hauptfigur dort zum ersten Mal echte Aufmerksamkeit erlebt. Die Handlung selbst ist unspektakulär, aber die kleinen Alltagsmomente und die Atmosphäre tragen das ganze Buch. Es geht weniger um grosse Ereignisse als um Gefühle, Nähe und das, was nicht gesagt wird. Obwohl das Buch sehr kurz ist, bleibt die Geschichte lange im Kopf und wirkt noch nach dem Lesen nach.
Minimalistisch und sehr berührend Gewaltig wie ein Roman, doch ist es „nur“ eine Erzählung, die es aber in sich hat. Irland in den 80er Jahren, ein sechsjähriges Mädchen verbringt den Sommer bei entfernten Verwandten auf dem Hof. Ihren Eltern scheint alles zu viel, die Mutter schon wieder schwanger, der Vater unzufrieden so viele Mäuler stopfen zu müssen. Zum ersten Mal erfährt das Mädchen Aufmerksamkeit, Zuwendung, Interesse und Fürsorge. Das Staunen, die Freude und das Neuentdecken der Protagonistin ist herzerweichend und bringt große Freude Keegan nutzt das Unausgesprochene, lässt die Lesenden zwischen den Zeilen lesen und fordert unsere Fantasie mit ihrem offenen Ende. Große Erzählkunst, ein literarischer Leckerbissen und auch als Hörbuch wundervoll gelesen von Laura Maire.
Eine leise Geschichte mit tiefer Bedeutung ❤️🩹
In der Erzählung geht es um ein kleines Mädchen, das von seinem Vater für einige Zeit zu entfernten Verwandten gebracht wird, weil zu Hause wieder ein Baby unterwegs ist. Ohne große Worte lässt er sie dort zurück. Bei dem kinderlosen Ehepaar erlebt sie zum ersten Mal echte Aufmerksamkeit, Ruhe und Wärme. Dinge, die sie aus ihrer eigenen Familie kaum kennt. Der Sommer zeigt ihr, wie sich ein Zuhause anfühlen kann, wenn jemand dich wirklich sieht. Als das Mädchen schließlich in ihr eigenes, emotional karges Zuhause zurückkehrt, macht eindringlich spürbar, wie sehr das Leben eines Kindes von der Liebe und Fürsorge der Erwachsenen abhängt.

So wenig Seiten und soviel Gefühl 🩷
Eine wunderbare Geschichte, die einem wieder zeigt, wie wichtig es ist Kindern die Liebe, Aufmerksamkeit und das ehrliche Interesse zu vermitteln, dass es verdient. Das auch jeder erwachsene Mensch verdient. Tolle Erzählung, ich hab richtig mitgefühlt, wie betroffen sie war, dass sie wieder zurück musste. Das Ehepaar ist so liebevoll, verständnisvoll und unterstützend, solche Leute braucht man im Leben und die kleine ist durch den Aufenthalt menschlich bestimmt sehr gewachsen. 💕 Kann ich jedem nur empfehlen ♥️

Perfektes Verhältnis von Lesezeit zu Unterhaltung.
Das dritte Licht ist eine Essenz aus Gefühl und Interpretationsmöglichkeiten, bei denen es 400+ Seiten lange Romane schwer haben, das Gleiche zu erreichen und genau deshalb lese diese dann auch so ungern. 95 Seiten in einem komplett anderen Leben, ohne „Kampf" und ohne Füllphasen. Werde auf jeden Fall auch Kleine Dinge von Claire Keegan lesen.
Das Cover und die Kürze des Buches haben mich gelockt. Es war die richtige Entscheidung.
"Wo es Geheimnisse gibt, da gibt es Scham und Scham ist etwas, worauf wir verzichten können. " Das Hörbuch wird mit sehr kindlicher Art vorgelesen und anfangs war es etwas irritierend. Aber es ließ die Geschichte um das namenslose Mädchen noch viel realer wirken. Die kindliche Darstellung von Vernachlässigung und dem plötzlichen, glücklichen Gefühl von Nähe und Aufmerksamkeit ist sehr gut in Worte gefasst.
Bezaubernd
Eine behutsam aufgebaute Erzählung über ein Kind, dass Zuneigung und Liebe erst spät erfahren darf. Die sanfte Erzählweise von Keegan hat mich teilweise eine schlimme Wendung vermuten lassen, aber nichts da. Einfach ein ehrliches und eindrucksvolles Buch, das gern länger und ausführlicher hätte sein dürfen.
Ein Mädchen zwischen zwei Welten
Das dritte Licht von Claire Keegan kann ich klar empfehlen. Die Sprache ist feinfühlig, leise und sanft, was mir sehr gefallen hat. Ich konnte gut mit dem Mädchen mitfühlen, das vor der Herausforderung steht, mit zwei sehr unterschiedlichen Welten zurechtzukommen. Gerade diese Gegensätze und die Veränderung, die das Mädchen durchmacht, sind für mich überzeugend und einfühlsam erzählt.
Keegan hat ein Gespür für Emotionen und braucht nicht viele Worte, um Großes auszudrücken ❣️
Ich liebe es, wenn ein Roman simpel ist, an der Oberfläche fast schon spärlich erscheint, aber dann durch die Feinheiten von Emotionen eine tiefe Bedeutung offenbart, je mehr man in jede Szene eintaucht. In diesem Fall treffen einen die Gefühle direkt ins Herz. Claire Keegans „Das dritte Licht“ ist so ein Buch, das mit perfekter Prosa kurz und prägnant ist, aber eine emotionale Resonanz liefert, die seine kurzen 104 Seiten bei weitem übertrifft. Ursprünglich 2010 in Irland veröffentlicht, wo es Auszeichnungen und Einzug in Schullehrpläne erhielt, ist Foster endlich in den Deutschen Regalen angekommen, zweifellos begründet durch den Erfolg ihrer jüngsten Novelle „Kleine Dinge wie diese“, die für den Booker Prize nominiert wurde, und sogar verfilmt wurde. Keegans Schreiben führt mich zurück in die Zeit, als ich zum ersten Mal den spürbaren Nervenkitzel erlebte, in die Welt eines Autors abzutauchen. Ihre Sätze sind so kunstvoll geschliffen, aber so frei von Künstlichkeit, dass sie sich wie ein geschliffener Diamant anfühlen. "Das dritte Licht" handelt von einem kleinen Mädchen aus einer armen irischen Familie. Da ihre Mutter wieder schwanger ist und ihr Vater nicht in der Lage ist, so viele Münder zu stopfen, wird das Mädchen den Kinsellas, einem kinderlosen Paar in einem anderen Dorf, übergeben. Die Übergabe ist abrupt; ihr Vater lässt sie ohne eine Umarmung oder einen Kuss oder irgendeinen Hinweis darauf dort, wann er zurück sein könnte. Obwohl das Mädchen nervös ist, sind ihre neuen Aufpasser zärtlich und freundlich. Sie ist von der ungewohnten Atmosphäre ihres Hauses überwältigt . "Hier gibt es Raum und Zeit zum Nachdenken", sagt sie. "Es kann sogar Geld übrig bleiben ". Nachdem sie in ihrer ersten Nacht das Bett nass gemacht hat, räumt Frau Kinsella ihre Scham beiseite, entfernt das Chaos und besteht darauf, dass nur die Matratze „weint“. Wenn Herr Kinsella mit ihr spazieren geht, "macht er kürzere Schritte, damit wir nebeneinander gehen können". Sie merkt plötzlich: "Mein Vater hat noch nie meine Hand gehalten". Mit den einfachen Umständen des Dorflebens fängt Keegan den Geist eines Mädchens ein, das auf eine Weise geliebt und geschätzt wird, an die sie so gar nicht gewöhnt ist. "Ich fühle mich so sprachlos", sagt sie, "aber dies ist ein neuer Ort, und neue Worte werden benötigt". Unsere Perspektive beschränkt sich auf die Eindrücke des Mädchens, aber man kann sagen, dass die Zuneigung der Kinsellas von Trauer und dem Wissen, dass dieses Kind nur für kurze Zeit bei ihnen sein wird, geprägt ist. Es gibt eine Schönheit in der Art und Weise, wie „Das dritte Licht“ am meisten in unangenehmen Situationen aufblüht , in der Stille zwischen Wörtern, im Raum zwischen Dunkelheit und Licht . "Alles ändert sich zu etwas anderem", bemerkt die Erzählerin, "verwandelt sich in eine Version dessen, was es vorher war". Dies ist ein sehr liebevoller Haushalt, einer, der sowohl Offenheit als auch das Wissen schätzt, wann es keiner Worte bedarf. Frau Kinsella ist von Anfang an offen darüber: "Wo es ein Geheimnis gibt", sagt sie, "gibt es Scham - und Scham ist etwas, auf das wir verzichten können". Dies scheint ein Gegensatz zum Leben der Erzählerin zu stehen, von der wir annehmen, dass sie dort gelandet ist, weil der Vater zu viel trinkt und spielt und sie mehr Münder haben, als sie füttern können und es keinen anderen Weg gibt um die Versorgung der Familie sicherzustellen. Obwohl es sich um einen kurzen und prägnanten Roman handelt, zeigt uns Keegan die Schönheit der irischen Landschaften und hat ein Gespür für Dialoge, die diese Geschichte zum Leben erwecken und uns das Gefühl geben, dort bei ihnen zu sein, während sie zum Irischen Meer laufen oder Karten inmitten der Nacht spielen und lachen. Während es nur wenige Szenen des häuslichen Lebens gibt - ein Einkaufsausflug, das Leben rund um das Haus, das gemeinsame Erledigen von Hausarbeiten, Spaziergänge durch die Natur - explodiert eine ganze Welt der Emotionen in jedem Satz, auch wenn die Erzählerin sie nicht ganz in Worte fassen kann. Ich kann nicht genug betonen, wie schön und emotional aufgeladen „Das dritte Licht“ für mich war. David Mitchell hat es mit Anton Tschechow verglichen, was nicht falsch ist, da jeder Satz einfühlsam formuliert ist in dieser Konstruktion einer kurzen und prägnanten kleinen Geschichte, die eine so tiefe Kraft wie Bücher hat, die dreimal so lang sind. Keegan hat ein Gespür für Dialoge und macht uns das Geschenk von perfekten Sätzen. „Das dritte Licht“ ist eine wundervolle Novelle über die Art und Weise, wie sich Liebe einschleichen und unsere Herzen füllen kann.
Ich weiß nicht, welche Worte ich benutzen soll. Auf nicht mal 100 Seiten wird eine Geschichte erzählt, die so wenig Worte braucht, um kopfkino in Gang zu setzen. Ein namenlosen Mädchen wird von ihren Eltern zu Verwandten gebracht, denn ein weiteres Baby ist auf dem Weg. Sie kommt dort an und ist sich nicht ganz sicher, was sie zu erwarten hat. Die Story spielt in Irland, ich denke zu Beginn der 1980er Jahre. Ein einfaches Leben mit vielen Entbehrungen. Das buch ist bereits 2013 auf deutsch erschienen, hat aber nichts an Aktualität verloren. Manchmal braucht es gar nicht so viele Seiten, um großen Eindruck zu hinterlassen.
Ergreifend
Irland in den 1980er Jahren aus den Augen eines vielleicht 8-jährigen Mädchens. Sie wird von ihrem Vater für einen Aufenthalt zu entfernten Verwandten gebracht, da ihre Mutter hochschwanger und mit Hof und weiteren Geschwistern beschäftigt ist. Die Verwandten sind kinderlos. Beschrieben aus der Sicht des Mädchens erleben wir den neuen Alltag. Sie stellt Vergleiche zwischen den Haushalt an, wundert sich etwas, dass manches ganz anders abläuft. Am Ende der Ferien hat sie sich verändert. Manches bleibt unausgesprochen, und doch wird alles gesagt. Die Stimmung der Erzählung überzeugt in ganzer Linie. Durchgehend hatte ich ein Gefühl von Bedrohung, man wartet auf ein Unheil. Die Charaktere sind so lebhaft vor meinen Augen, als hätte ich einen ganzen Sommer mit ihnen verbracht. Von Anfang an war ich ergriffen. Die Beschreibungen der Alltagssituationen sind so auf den Punkt und voller Menschenkenntnis. Das Buch wirkt nach. Ein Lesehighlight!
Sehr schöne Geschichte auf wenig Seiten
- Hörbuchversion - Die Geschichte hat mir wirklich sehr gut gefallen und hat mich sehr an Anne auf Green Gables oder auch Mathilda erinnert. Diese Geschichte hier ist aber etwas kürzer und zeigt einen kurzen Moment der Hoffnung und der Liebe eines Mädchens, was in ihrer Familie nie derartiges erfährt. Es war ein tolles Hörerlebnis und die Sprecherin hat einen super Job gemacht. Kann ich sehr empfehlen für Zwischendurch 🥰

Klein, aber fein
Diese kleine Erzählung ist nicht mehr als ein literarischer „Happs“. Dieser aber ist sehr gehaltvoll, so dass es für eine ganze Mahlzeit reicht. Ein kleines Mädchen bekommt ein weiteres Geschwisterchen. Da sie zu Hause sehr viele sind und irgendwie von der Hand in den Mund leben, wird sie vom Vater zu entfernten Verwandten gebracht, wo sie bleiben soll, von ihm aus, solange die Kinsellas es möchten. Das kleine Mädchen erfährt wenig, mus sich selbst einen Reim auf vieles machen. Doch sie genießt die Aufmerksamkeit, die sie bekommt. Neue Kleidung, ausreichend zu essen sogar Bücher! Ohne dass sie es sagen muss, merkt man, wie wohl sie sich fühlt, aber auch wie still sie ist. Die Unsicherheit, wie lang diese Situation dauern wird, überträgt sich auf uns Leser*innen. Es ist ein herantasten, ein beobachten und ein aushalten. Die Miniatur transportiert ganz viel, obwohl sie wenig Worte braucht. Und das ländliche Irland wird erlebbar ohne dass erzählt wird, wie es dort zugeht. Es sind die kleinen Beschreibungen am Rande, die mich die Atmosphäre haben spüren lassen. da quietscht eine Tür, das Licht scheint durch kleine Fenster, und es riecht nach Staub. Wir werden nicht dazu aufgefordert, ein Urteil abzugeben, moralisch zu bewerten oder Gut und Böse zu beurteilen. Das offene Ende macht die Geschichte perfekt. Auch wenn ich lieber eine Lösung gehabt hätte, ist diese Art des Erzählens besser. Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Variation mir am besten gefallen würde. Fantasie wird also definitiv angeregt. Eine Lektüre zum mehrfach lesen, die kurz ist aber ein ganzes Leben verändert. Ich empfehle sie ausnahmslos allen die Geschichten lieben.
Ihr habt zwei Stündchen Zeit und wollt ein Buch lesen, das euch berührt, sprachlich so präzise wie schön ist und euch aufgewühlt zurück lässt? Dann lege ich euch „das dritte Licht“ von Claire Keegan ans Herz.
In den nur knapp 100 Seiten ist alles enthalten, was ein gutes Buch braucht. Zumindest für mich. Hätte ich mir dennoch gewünscht, dass es länger geht? Absolut! Mag ich das Ende? Nein. Wäre es anders besser gewesen? Ganz sicher nicht! Es wird mir, genau wie „Kleine Dinge wie diese“ von der Autorin, lange in Erinnerung bleiben. Auch als Hörbuch (mit einer Hörzeit von 1 Std. 40) sehr zu empfehlen.
Eine schöne Erzählung aus der Sicht eines kleines Mädchen, dass für ein paar Tage bei einer anderen Familie ist. Spielt in Irland in 1980er Jahre, dass sollte man wissen um sich auf die Umgebung einstellen zu können.
Ein Hörbuch, dass keine zwei Stunden insgesamt geht. Es erzählt aus der Sicht eines kleines Mädchen, eine für sie neue Welt. Sie ist für ein paar Tage bei einem anderen Ehepaar, da sie ein Geschwisterchen erhält und ihre Eltern daher nicht um alles bzw auch um sie kümmern kann. Obwohl sie nicht das einzige Kind ist. Sehr authentisch erzählt und wirklich sehr schön und ein bisschen traurig. Denke, wenn ich es gelesen hätte, wäre es vielleicht emotionaler mitgenommen hätte.
Zwischen 2 Welten
Diese „Novelle“ ist zu kurz gehalten, um wirklich tief in sie eintauchen zu können, dennoch hinterlässt sie einen Eindruck, wenn auch eher flüchtig. Die Geschichte, aus der Sicht eines kleinen Mädchens erzählt, berichtet von einer kurzen „Auszeit“ bei Verwandten, in der das Mädchen plötzlich ganz anders behandelt wird, als in den sonst gewohnten ärmlichen und schwierigen Lebensbedingungen. Dies allein beinhaltet eine Tragik, die die Protagonistin leider noch nicht ganz erfassen kann und somit auch nur bruchstückhaft erzählt. Der Erzählstil insgesamt ist ungewöhnlich, lückenhaft, was den Leser herausfordert, sich oft selbst einen Reim machen zu müssen. Dies schafft aber auch Atmosphäre. Dennoch hätte ich es gern ein wenig ausführlicher und auch länger gehabt.
Berührende Geschichte, die mit wenigen Worten viel zu erzählen hat
Ich habe das Buch hier bei Reado vorgeschlagen bekommen und kurz darauf zufällig auch in der Bibliothek entdeckt. Was für ein kleiner Schatz! Die Autorin zeichnet mit wenigen Sätzen ein umfassendes Bild von Armut, Familie, Zugewandtheit und den guten und schlechten Aspekten von Nachbarschaft. Es steckt viel drin in diesem kleinen Büchlein - oft auch zwischen den Zeilen. Ich fand es interessant, berührend und nachdenklich machend. Von Claire Keegan möchte ich gern mehr lesen!
Mein zweites Buch von Keegan!
... und hoffentlich nicht das Letzte. Während "Kleine Dinge wie diese" mich nicht 100%-ig überzeugen konnte, habe ich "Das dritte Licht" geliebt, alles davon. Die Beschreibungen, den Schreibstil, den Inhalt und wie am Ende alles zusammenlief. Großer Herzschmerz inklusive. 💔

4,5/5 ⭐️ So wenige Worte auf so wenigen Seiten … drückten so viel für mich aus 😌, berührten mein Herz 🥰🥲, regen mich nachhallend zum Nachdenken an … Familie, Zugehörigkeit, Einsamkeit, Liebe, Geborgenheit, Schmerz, Hoffnung, Anerkennung . 🥰🥲… „Sieh mal, wo vorher nur zwei Lichter waren, sind jetzt drei.“ Ich blicke übers Meer. Dort blinken nach wie vor die beiden Lichter, doch dazwischen leuchtet jetzt auch noch ein anderes, stetiges Licht. „Kannst du‘s sehen?“, fragt er. „Ja“, sage ich. „Da drüben.“ Da legt er die Arme um mich und zieht mich an sich, als wäre ich sein eigenes Kind. … 🥲🥰 Das Ende der Kurzgeschichte kam plötzlich und bleibt offen, lässt sich frei interpretieren.
Bin ich zum „blöd“ für dieses Buch?
Zu Anfang war ich begeistert! Erzählt wird die Geschichte eines Mädchens aus der Ich Perspektive. Sie lebt in Irland und wird von ihren Eltern zu einer anderen Familie gebracht, weil bald noch ein Kind in ihre sowieso schon kinderreiche Familie geboren wird. Bei ihren „Zieheltern“ fühlt sie sich warm und geborgen. Ein Gefühl, das sie so bei ihren eigenen Eltern nicht in diesem Maße kennt. Mir hat der Schreibstil unglaublich gut gefallen. Er vermittelt die Liebe und Geborgenheit, die das Mädchen dort empfindet und, obwohl nicht wirklich viel passiert, wollte ich immer weiter hören. Dazu trug auch die Sprecherin Laura Maire mit ihrer perfekt passenden Stimme bei. Da das Buch nur sehr kurz ist und auch ruhig erzählt, möchte ich natürlich hier nicht zu viel verraten, was über den Klappentext hinausgeht. Gegen Ende ( die Szene mit dem Brunnen) dachte ich sogar, dass ich ein 5 Sterne Buch höre, weil ich eine Wendung erwartete, die wirklich überraschend gewesen wäre. Bevor diese Hoffnung bald wieder abflaute. Mich hat auch etwas gestört, dass die Geschichte zu keiner Zeit zeitlich einzuordnen war. Vom Erzählstil und der Beschreibung des bisherigen Lebens des Mädchens dachte ich zuerst Anfang des 20. Jahrhunderts. Aber dann wurden sehr schnell Autos, Strommasten, Fernseher und Tupper Dosen erwähnt. Könnte also alles ab den 60iger Jahren aufwärts sein. Dann hatte ich aufgrund des Klappentextes auch eine andere Situation erwartet, die dann aber wieder rückgängig gemacht wurde, obwohl die Kurzbeschreibung etwas anderes suggeriert. Das Ende habe ich dann schlicht und einfach nicht verstanden…
"Ihre Hände sind wie die meiner Mutter, aber sie haben noch etwas anderes an sich, etwas, das ich noch nie zuvor empfunden habe und wofür ich keinen Namen weiß. Mir fallen einfach keine Wörter ein, aber das hier ist ein neuer Ort, und ich brauche neue Wörter." Die kurze Erzählung des namenlosen jungen Mädchens, das für einen Sommer von ihrem Vater zu einer Pflegefamilie gebracht wird, ist in einer ganz einfachen, leisen Sprache geschrieben. Ohne Effekthascherei, mit großer Sensibilität, spürt der Leser das große Glück dieses kurzen Sommers und die tragische Traurigkeit, als das Kind wieder zurück muss in die Trostlosigkeit der eigenen Großfamilie, mit einem trinkenden und spielenden Vaters und einer gefühlskalten überforderten Mutter.
Klein, aber fein
Diese kleine Erzählung ist nicht mehr als ein literarischer „Happs“. Dieser aber ist sehr gehaltvoll, so dass es für eine ganze Mahlzeit reicht. Ein kleines Mädchen bekommt ein weiteres Geschwisterchen. Da sie zu Hause sehr viele sind und irgendwie von der Hand in den Mund leben, wird sie vom Vater zu entfernten Verwandten gebracht, wo sie bleiben soll, von ihm aus, solange die Kinsellas es möchten. Das kleine Mädchen erfährt wenig, mus sich selbst einen Reim auf vieles machen. Doch sie genießt die Aufmerksamkeit, die sie bekommt. Neue Kleidung, ausreichend zu essen sogar Bücher! Ohne dass sie es sagen muss, merkt man, wie wohl sie sich fühlt, aber auch wie still sie ist. Die Unsicherheit, wie lang diese Situation dauern wird, überträgt sich auf uns Leser*innen. Es ist ein herantasten, ein beobachten und ein aushalten. Die Miniatur transportiert ganz viel, obwohl sie wenig Worte braucht. Und das ländliche Irland wird erlebbar ohne dass erzählt wird, wie es dort zugeht. Es sind die kleinen Beschreibungen am Rande, die mich die Atmosphäre haben spüren lassen. da quietscht eine Tür, das Licht scheint durch kleine Fenster, und es riecht nach Staub. Wir werden nicht dazu aufgefordert, ein Urteil abzugeben, moralisch zu bewerten oder Gut und Böse zu beurteilen. Das offene Ende macht die Geschichte perfekt. Auch wenn ich lieber eine Lösung gehabt hätte, ist diese Art des Erzählens besser. Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Variation mir am besten gefallen würde. Fantasie wird also definitiv angeregt. Eine Lektüre zum mehrfach lesen, die kurz ist aber ein ganzes Leben verändert. Ich empfehle sie ausnahmslos allen die Geschichten lieben.
Ich gehöre wahrscheinlich zu denjenigen die die Geschichte nicht verstanden haben. Die Idee, dass es um Metaphern geht ist gut möglich aber mir erschließt sich der tiefere Sinn dahinter leider nicht. So wars einfach eine nette, rührende Geschichte die ich als Hörbuch hören konnte weil mir das Buch für die geringe Seitenzahl zu teuer gewesen wäre.
Ein junges Mädchen wird von ihrem Vater bei entfernten Verwandten auf deren Farm zurückgelassen, da die Mutter wieder schwanger ist und sich die Familie die Versorgung eines weiteren Kindes nicht leisten kann. Das Mädchen ist verängstigt, hat Angst Fehler zu machen und bestraft zu werden, erkennt aber bald, dass die Zustände und der Umgang zu Hause nicht allgegenwärtig sind und lernt erstmals ein Gefühl von Familie, von Anerkennung und Liebe kennen. - Keegan nimmt uns auf gerade mal ~ 100 Seiten mit in die komplexe Gedankenwelt eines Kindes. Eines Kindes, dessen Leben bis zu dem Eintreffen bei den Verwandten eher lieblos, gewaltsam und unerkannt war. So etwas wie Zuneigung oder Lob kannte es nicht, die bisherige Erziehung erfolgte über Maßregelungen. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Mädchen vorerst dem Frieden nicht traut, dass es auf der Hut ist und Strafe erwartet. Der Autorin ist das Einfangen des inneren Zwiespaltes gut gelungen, ich hätte mir aber ein bisschen mehr Emotion gewünscht. Der Schreibstil ist relativ nüchtern, was die Protagonisten unnahbar erscheinen lässt. Es ist als würde man aus einer sicheren Entfernung auf die Szenerie schauen, ohne sich wirklich einfühlen zu können. Ebenso hat mich das offene Ende gestört. Hier hätte ich mir ein bisschen Hoffnung oder zumindest etwas Auflösung gewünscht. Nach vielen begeisterten Besprechungen bin ich eventuell mit zu hohen Erwartungen an das Buch heran gegangen und wurde ein wenig enttäuscht. Es ist ohne Zweifel ein sehr gutes Buch, welches ich euch auch gern weiterempfehle, aber für ein Highlight fehlte mir der Tiefgang.
Claire Keegans "Das dritte Licht" ist ein leises und berührendes Buch. Die Geschichte spielt im ländlichen Irland Anfang der 1980er Jahre und wird aus der Sicht eines jungen Mädchens erzählt, das für einige Zeit bei entfernten Verwandten Leben muss. Zu Hause fehlt es an vielem, an Geld, an Zeit, an Zuwendung und so erlebt das Mädchen bei den Pflegeeltern zum ersten Mal, was es heißt, wirklich gesehen und umsorgt zu werden. Es sind kleine Dinge, wie ein warmes Bad, neue Kleidung oder eine freundliche Aufmerksamkeit, die in ihrer Summe eine große Veränderung auslösen. Die Autorin erzählt die Geschichte leise und fast zurückhaltend, trotzdem hat die Geschichte eine große Tiefe. Vieles wird nicht ausgesprochen, sondern nur angedeutet, was die Geschichte umso eindringlicher macht. Besonders gefällt mir an dem Buch wie viel Gefühl und Nachdenklichkeit in so wenigen Worten stecken ohne kitschig oder sentimental zu werden. Das dritte Licht ist ein Buch über Schmerz, Hoffnung und die kleinen Dinge, die manchmal den entscheidenden Unterschied machen. Wer ruhige, feinfühlige Literatur mag, dem wird dieses Buch auf jeden Fall gefallen.
Keine Freude ohne Kummer
Wie auch schon mit ‚Kleine Dinge wie diese‘ hat mich Claire Keegan mit ‚Das dritte Licht‘ zu Tränen gerührt. • So viele Stellen dieser Erzählung wühlten mich auf und ließen mich mit einem Kloß im Hals zurück. Selten habe ich einem Protagonisten so innig alles Glück der Welt gewünscht. Ich war schockiert, gerührt, erzürnt, einmal regelrecht erstarrt, dann erleichtert und wurde noch nie so verzweifelt von einem Buch zurückgelassen. • Claire Keegan ist wirklich eine ganz außergewöhnliche Autorin.






















































