Strandgut
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Description
Book Information
Author Description
BENJAMIN MYERS, geboren 1976, ist Journalist und Schriftsteller. Für seine literarischen Arbeiten hat er mehrere Preise erhalten. Sein Roman ›Offene See‹ (DuMont 2020) stand wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde mit dem Preis des unabhängigen Buchhandels als Lieblingsbuch des Jahres ausgezeichnet. 2021 erschien ›Der perfekte Kreis‹, 2022 ›Der längste, strahlendste Tag‹, 2024 ›Cuddy‹ und 2025 ›Strandgut‹ (alle DuMont). Er lebt mit seiner Frau in Nordengland.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Trauer und Liebe
Dieser Autor hat mich noch nie enttäuscht. Die Geschichte wurde zum Ende immer besser und hat mich sehr berührt. Ich habe nicht nur eine neue Musikrichtung entdeckt die mir wirklich gut gefällt sondern ebenfalls so eine Liebe gefunden und Angst welche Trauer sie verursachen könnte aber wie im Buch beschrieben kann es sich nur lohnen.
Es ist nie zu spät für ein Comeback
Das wäre jetzt mein Fazit. Die Geschichte von Bucky, dem Opioide-abhängigen Soulsänger aus den USA, zieht sich. Dabei hat das Buch nur 288 Seiten. Er ist zu einem Soulfestival in England eingeladen, obwohl er seit Jahrzehnten weder gesungen noch aufgetreten ist. Parallel dazu die Geschichte von Dinah, die ihn nach England geholt hat. Bucky trauert noch um seine vor einem Jahr verstorbene Frau und Dinah hat zuhause einen Alkoholiker als Mann und einen erwachsenen Sohn, der nichts auf die Reihe kriegt (ganz der Vater). Das Buch plätschert so vor sich hin und das Ende war ganz nett.
Berührend – poetisch – hoffnungsvoll
Strandgut hat mir genauso gut gefallen wie Der perfekte Kreis und erinnerte mich stellenweise an Offene See. Benjamin Myers erzählt die Geschichte von Bucky, einem gealterten Soulsänger, und Dinah, einer Frau, die selbst im Leben feststeckt. Zwei gestrandete Seelen, die sich in Scarborough begegnen und einander neue Hoffnung geben. Die Sprache ist wieder unglaublich poetisch, mit wunderschönen Vergleichen, und man ist sofort mitten in der Geschichte. Ich mochte die Figuren sehr und hätte gerne noch mehr Zeit mit ihnen verbracht. Für mich ein berührendes Buch, das ich mir sofort als Film vorstellen könnte.
Ich habe „Offene See“ von Benjamin Myers geliebt und wollte jetzt sein neues Buch auch lieben. Es hat mir gut gefallen, aber ein Highlight ist es leider nicht geworden. Es ist sehr ruhig geschrieben und geht um Trauer und Neuanfänge. Der Schreibstil ist wieder wirklich sehr gut und mit einer eleganten, schönen Sprache. Die Haupt-Charaktere sind so gut geschrieben, dass man einfach mit ihnen mitfühlen muss und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Das Setting gefällt mir mit am besten. Die Natur und die Tiere sind so toll und detailliert beschrieben, das man unbedingt selbst in diese kleine Küstenstadt reisen möchte. Das Ende fand ich leider kam viel zu schnell und nicht überraschend. Hier hat mir leider irgendwas gefehlt und ich hätte mir noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Aber im Großen und Ganzen hat es mir gut gefallen und ich werde auf jeden Fall noch seine anderen Werke lesen.

Ich empfand dieses Buch als extrem traurig und deprimierend und empfehle es nicht unbedingt Leuten, die trauern oder generell in einer schwierigen Phase stecken. Der Soulsänger und One-hit-wonder Bucky betrauert den Tod seiner Frau und kämpft mit Schmerzen und Opiatabhängigkeit. Er wird nach England eingeladen ein Konzert zu geben und wird von Dinah an die Hand genommen. Es wird unterschwellig viel Kritik am "amerikanischen Traum" und am Rechtssystem geübt. Und es geht viel um Trauer, um Verarbeitung von Traumata, um ungelebte Träume und allem haftet eine für mich sehr ausgeprägte Melancholie an. Nichts für dunkle Stunden und nicht zu vergleichen mit Offene See vom Autor.
Enttäuschend 😔
Enttäuschend Benjamin Myers hat vor einigen Jahren mit seinem Roman „Offene See“ einige Türen bei mir eingerannt, waren doch die Sprache und das Setting eine wahre Wonne, die (nicht nur) mich zu allgemeinen Begeisterungsströmen hinreißen ließ. Nun, um es vorweg zu nehmen: die Zeiten sind (leider) – zumindest für mich - vorbei. Eigentlich hatte ich mich nach der Leseprobe von „Strandgut“ auf das neue Werk von Benjamin Myers (im Juni 2025 in der Übersetzung von Werner Löcher-Lawrence im DuMont Verlag erschienen) gefreut, versprach die Geschichte doch tragikomisch zu werden. Doch leider… Earlon „Bucky“ Bronco ist ein Wrack: nicht nur seelisch, sondern auch körperlich. Ersteres wird während der knapp 300 Seiten meist in Rückblenden erzählt; das körperliche erleben die Leser:innen hautnah mit. Während eines Fluges von Amerika nach England, wo Bucky bei einem Soulfestival in Scarborough seine in seiner Heimat längst vergessenen, doch in England umso frenetischer seit Jahrzehnten abgefeierten Hits singen soll, vergisst er seine Tabletten gegen seine Arthrose, was bei ihm einen kalten Entzug auslöst. Hier sind wir schon bei einem großen Problem des Romans: die Entzugserscheinungen nehmen viel, sehr viel Raum ein – irgendwann hat es mich nur noch gelangweilt. Ja, es kommt zu der ein oder anderen „witzigen“ Szene, die mit dem Entzug und den „Ersatzdrogen“ zu tun haben und auch der ein oder andere kritische Gedanke (insbesondere zur Gesundheitsversorgung in den USA) schleicht sich ein, aber insgesamt gesehen war mir das zu wenig, um mich bei Laune halten zu können. Auch die Geschichte von Dinah, Buckys Betreuerin vor/ während/ nach dem Festival ist von Tragik geprägt, hat man aber auch schon zigfach in anderen Romanen gelesen. Natürlich machen Bucky und Dinah im Laufe des Romans eine (vorhersehbare) Entwicklung durch und die Passagen über das Wesen bzw. den Kern der Soul-Musik konnten mich als Musikfreak begeistern und werden auch noch Einzug in mein persönliches „Tolle Zitate aus meinen gelesenen Büchern“-Notizbuch finden. Das alles reicht aber nicht, dass sich die Geschichte nachhaltig in meinem Gedächtnis einprägt. Zumal mich noch etwas tierisch genervt hat. Der inflationäre Gebrauch Buckys, Frauen stets oder sehr häufig „Honey“ oder „Sweetie“ zu nennen. Was soll so etwas? Wenn es humorvoll sein sollte, ist dieser Humor bei mir nicht angekommen. Vom „alten“ Benjamin Myers ist in „Strandgut“ meiner Meinung nach leider nicht mehr viel übriggeblieben, auch wenn es poetisch-schöne und auch stimmungsvolle Passagen (insbesondere die vom Hotel Majestic mit seinen fast schon Labyrinth artigen Fluren) gibt, aber für eine bedingungslose Leseempfehlung reicht das alles nicht aus. Zweifellos wird das Buch seine Leser:innen finden; ich jedoch werde wohl in Zukunft einen Bogen um Herrn Myers machen – zu enttäuscht bin ich von „Strandgut“. Darum vergebe ich mit einem weinenden Auge 2,5*. ©kingofmusic
📝 „Es war so schwer, positiv zu denken, wenn es sich anfühlte, als wäre die Sonne ein für alle Mal verloschen.“ (S.16) 📝 „Trauer ist der Preis der Liebe“ (S.79) 📝 „Ganz still lag sie in ihrem Bett und studierte die Dunkelheit, bis sie voller Farben zum Leben erwachte, die hinter ihren geschlossenen Lidern zu tanzen begannen.“ (S. 109) 📖 Der vom Leben gezeichnete und medikamentenabhängige Earlon „Bucky“ Bronco wird nach England eingeladen, um dort seinen einzigen Hit zu singen. Doch diesen hat der bescheidene Soulsänger Jahrzehnte lang nicht mehr gesungen. Vor Ort ist ihm ihr Fan Dinah behilflich. Sie selbst hat mit großen Problemen in ihrer Familie zu kämpfen. Dennoch versucht auch sie, zu sich selbst zurückzufinden. 💭 Benjamin Myers bringt Bucky‘s Gemütszustand exzellent rüber. Dieses vom-Leben-gezeichnet-sein, diese von den Gegebenheiten zurückgedrängte Kreativität des Soulsängers hat mich berührt. Gleichzeitig ermöglichte Myers es mir, mich in Dinah hineinzuversetzen, die bereits zu Beginn des Romans an ihrer Familie zu scheitern droht, aber in der Aufgabe, ihrem musikalischen Idol zu helfen, ihre wahre Natur hervorbringen kann. Eine Geschichte über die Klarheit der Musik, über das Leben im hier und jetzt und über einen unerschütterlichen Funken Hoffnung.

Ich mag den Schreibstil von Benjamin Myers sehr, weil er die Charaktere so beschreibt, dass man sich gut einfühlen kann. In Strandgut geht es um verpasste Chancen, ganz viel um Trauer und ein bisschen zuviel um Drogensucht, mit der der Protagonist Bronco kämpft um damit seine Schmerzen zu betäuben. Die Geschichte hat mir nicht sonderlich gefallen, aber es gibt wunderbare Sätze in diesem Roman z. B. „Trauer ist der Preis der Liebe“ .
Bucky Bronco ist siebzig Jahre alt und lebt in Chicago. Als er jung war, hatte er eine Karriere als Soulsänger in Aussicht, zwei Songs wurden ziemlich erfolgreich veröffentlicht. Jetzt trauert er um seine Frau und hält sich mit Medikamenten über Wasser. Die Hüfte schmerzt und und Opiate und Alkohol sind sein ständiger Begleiter. Unerwartet wird er nach England zu einem Soul-Festival eingeladen. Die Kosten werden alle übernommen. So überlegt er nicht lange und bricht auf, auf eine Reise ins Ungewisse. In England wird er von Dinah erwartet. Ihr Leben ist ähnlich trist wie seins. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn zusammen, erträgt sie aber schon lange nicht mehr. Hier haben sich zwei verlorene Seelen gefunden, die ehrlich und offen miteinander reden können. Ein berührendes, feinfühliges Buch, dass für mich durch seine poetische Sprache glänzt. Melancholisch und hoffnungsvoll kommt es daher, hüllt uns ein ins triste Dasein der Protagonisten. Wir erfahren vom bewegten Leben von Bucky, begleiten ihn durch seinen kalten Entzug (im Flugzeug hatte er seine Medikamente vergessen) und fiebern seinem Auftritt entgegen. Dinah hat ihre Familie längst aufgegeben. Als Leser frag Ich mich wie sie das so lange aushalten konnte. Buckys innere Zerrissenheit tat mir fast selbst weh. Das hat Benjamin Myers schon toll erzählt. Manchmal wird etwas mit den Klischees gespielt, meistens aber stimmungsvoll und unterhaltsam die Geschichte zweier Menschen erzählt, die sich eigentlich schon aufgegeben hatten. Empfehle ich sehr gern weiter.
Ich habe jede Seite in diesem Buch genossen, flapsig und doch tiefgründig geschrieben, unterhält der Autor Benjamin Mayers den Leser sehr gut.
Strandgut ist das neue Buch von Benjamin Myers. Seinen letzten Roman, „Offene See“, habe ich nicht gelesen, wusste nur, dass alle davon geschwärmt haben. So habe ich mich auf das neue Buch „Strandgut“ sehr gefreut. In seinem neuen Roman spielt Earlon „Bucky“ Bronco, ein über 70-jähriger Amerikaner, die Hauptrolle. Er hat vor vielen Jahren nur 2 Musik-Singles veröffentlicht. Selber sieht er sich allerdings nicht als Soulsänger. Sein Leben in den Staaten war sehr bescheiden, und nur seine unendliche Liebe zu seiner Frau Maybelle hielt ihn immer auf der geraden Spur. Aber Maybelle lebt nicht mehr und für Bucky ist die Welt nur noch düster und schmerzerfüllt. In den Staaten kennt man seine Musik gar nicht mehr, nicht so in England. Dort feierte man seine Singles. Und so kam es, dass man ihn viele Jahre nach der Veröffentlichung einlud, in Scarborough aufzutreten. Earlon "Bucky" Bronco, King of Soul, gehört wohl zum Strandgut des Lebens. Er ist schon seit einiger Zeit Witwer und vermisst seine geliebte Frau sehr. Er mäandert durchs Leben und versucht seine eigenen Schmerzen mit Medikamenten zu betäuben. Gute Medikamente, die so manchen Junkie eifersüchtig machen könnte. Bucky war einmal Musiker, aber das Leben hat ihm übel mitgespielt. Und nun bekommt auf seine alten Tage nochmal eine Einladung nach England. Wann hatte er seine Heimat Amerika wohl das letzte Mal verlassen? Er lässt sich auf das Abenteuer ein und fliegt in das Land der Könige und Königinnen, zu den Erfindern der Gurkensandwiches. Tiefgründig, flapsig Ich habe jede Seite in diesem Buch genossen, flapsig und doch tiefgründig geschrieben, unterhält der Autor Benjamin Mayers den Leser sehr gut. Die Sätze sind angenehm und unterhaltsam. Und doch ist man manchmal genervt, wenn Bucky zum wiederholten Male jammert, dass er keine Medikamente mehr hat. Denn die sind ihm auf dem Flug nach England abhandengekommen. Bucky ist einsam und findet in dem alten Königreich England plötzlich Menschen, die ihn mögen und seine Musik sowieso. Einsamkeit ist nie ein guter Freund. Der alte Musiker bekommt eine zweite Chance und um die zu ergreifen, bekommt er charmante Hilfe von Dinah. Die mittelalte Frau hat selber einige Hürden in ihrem Leben zu überwinden, aber scheint nie den Mut und vor allem nicht den Humor zu verlieren. Und sie liebt es sich allen Ärger in der Nordsee abzuwaschen und geht einmal am Tag in die eiskalten Fluten. Auch sie bekommt eine weitere Chance, ihr Leben zu kippen und etwas Besseres daraus zu machen. Manchmal wünsche ich mir auch Ton zum Buch, denn ich hätte gerne die beiden Musik-Titel, die Bucky irgendwann einmal aufgenommen hat, gehört.

Titel und Cover passen wirklich hervorragend zur Geschichte. "Strandgut" ist eine Geschichte über Trauer, neue Chancen und die Kraft der Musik. Der Schreibstil des Autors ist fesselnd und die Charaktere waren super beschrieben. Die Stimmung und Gefühle wurden sehr gut transportiert und ich habe mit Bucky und Dinah mitgefühlt. Ein tolles Buch.
STRANDGUT Benjamin Myers Wie durch ein Wunder bekommt der 70-jährige Earlon „Bucky“ Bronco eine Einladung nach Scarborough in England – zu einem Weekender Soulfestival. Zunächst hält er das Ganze für einen schlechten Scherz. Schließlich kennt heute kaum jemand seine Musik, geschweige denn seinen Namen. Die zwei Songs, die er in jungen Jahren aufgenommen hat, sind längst in Vergessenheit geraten – zumindest in Amerika. Doch die Einladung ist echt: gut bezahlt, Flugticket inklusive. Bucky, unser liebenswerter Protagonist, nimmt das Angebot an – obwohl er physisch als auch psychisch am Ende ist. Man könnte sagen, Bucky ist ein Wrack: Er lebt allein, pendelt zwischen Bett und Apotheke, betäubt sich mit Opiaten und Alkohol. Eine neue Hüfte könnte er dringend brauchen, doch die Kosten sind für ihn untragbar. Und ausgerechnet an dem Tag, an dem sein Auftritt stattfinden soll, jährt sich der Todestag seiner geliebten Frau May. Trotz aller Zweifel tritt Bucky die Reise an. Am Flughafen in England wird er von Dinah abgeholt, einer warmherzigen Frau in ihren Fünfzigern, die ihn während der Tage in York begleitet. Doch kaum hat er sich eingerichtet, merkt er, dass er seine Tabletten im Flugzeug vergessen hat. Von Dinah erfährt er, dass seine Songs in England Kultstatus haben. Für viele gilt er als der „King of Soul“, und man erwartet sehnsüchtig seinen Auftritt. Zwischen Dinah und Bucky entsteht schnell eine stille, berührende Verbindung – zwei verlorene Seelen, die sich gegenseitig Halt geben. Benjamin Myers erzählt diese Geschichte ganz langsam, beinahe zögerlich. In den ersten hundert Seiten passiert sehr wenig, aber genau das schafft Raum für feine Beobachtungen und liebevoll gezeichnete Figuren. Besonders Dinah wächst einem mit ihrem trockenen Humor ans Herz – ich musste mehr als einmal lachen. Die zweite Hälfte, vor allem das Ende, ist berührend und versöhnlich. Schön sind auch die atmosphärischen Beschreibungen – ich hatte das Gefühl, selbst im Hotel Majestic abgestiegen zu sein, den leicht muffigen Geruch in der Nase. Besonders bewegt hat mich der Brief, den der Autor vor Erscheinen des Buches an alle Buchhändler*innen geschrieben hat. Und sollte ich je nach Yorkshire kommen, nehme ich seine Einladung zu einer Tasse Tee garantiert an. ❤️ Fazit: Ein stilles Buch über zweite Chancen, Musik und Menschlichkeit. Empfehlenswert für alle, die ruhige, detailverliebte Romane mögen. 3½/ 5 TW: Drogen und Alkoholmissbrauch.

Die Hoffnung stirbt zuletzt
Bucky ist 70 Jahre alt, Amerikaner, verwitwet und hat noch nie das Meer gesehen. Als junger Mann war er Sänger und hat ein paar Soul-Lieder geschrieben. Es erreicht ihn plötzlich eine Einladung nach England, zu einem Festival, auf dem er singen soll. Bucky hat Fans und er versteht gar nicht wieso, da sich in seiner Heimat keiner für ihn interessiert. Genau an dem ersten Todestag seiner geliebten Frau soll er auftreten. Er setzt sich ins Flugzeug an die britische Küste und lernt dort Dinah kennen. Eine lebenskluge Frau, Mitte 50, die sich während seines Aufenthalts um Bucky kümmert. Es entsteht eine tiefe Freundschaft mit viel Vertrauen. „Trauer ist Liebe zu dem, den man verloren hat.“ Die Erzählweise ist total ruhig, was ich total faszinierend finde. Der Autor schafft es, dass man selbst bei dieser Geschichte entspannt und dran bleibt, obwohl es viel um das körperliche und geistige Leid von Bucky und seine traurigen Erfahrungen wie der Tod seines Bruders und einer Frau geht. Es begleitet einen eine gewisse Melancholie, die mich aber zu keiner Sekunde erdrückt hat. Bucky ist ein toller, liebevoller alter Mann, der viel erlebt hat. Ich habe das Buch echt gerne gelesen und habe Bucky und Dinah sehr lieb gewonnen.
Strandgut ist nach Offene See das zweite Buch von dem Autoren, das ich lese. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich den Riesen Hype um Offene See nicht nachvollziehen konnte, wobei ich es nicht verkehrt fand. Daher war ich nun gespannt auf Strandgut. Ich mochte es mehr und habe viele gute und schöne Sätze darin gefunden! „Dass Maybellene, die ihn verstanden und akzeptiert hatte, nicht mehr war, hatte auch Bucky weniger werden lassen, als wäre er ohne ihre Augen, die ihn betrachteten, ohne ihr tadelndes Lachen irgendwie weniger sichtbar.“ „Er sah zu, wie die Wolken um die Spitzen der Tragflächen wirbelten, und fragte sich, wie viele von den Passagieren wussten, wie Fliegen überhaupt funktionierte. Er sicher nicht.“ „Eine Flugbegleiterin bot ihm eine kleine Flasche Wein an mit einem Lächeln, dachte er, das ihn selbst ein Todesurteil akzeptieren lassen würde.“ Ich könnte ewig so weiter machen! Sprachlich wirklich toll - mal still und traurig, dann wieder lustig, selbstironisch und…ja, einfach witzig. Nur letztlich hat das Buch mich nicht ganz abgeholt. Wortgewandt wurde hier eine einigermaßen interessante Geschichte leider unnötig in die Länge gezogen. Earlon »Bucky« Bronco - eine Legende des Soul wird nach England eingeladen, um in einer kleinen englischen Stadt auf einem Festival sein Comeback zu feiern. Betreut wird er vor Ort von der Soul-Verrückten Dinah, die unglücklich mit einem ewig alkoholisierten Versager verheiratet ist und zudem noch einen arbeitsfaulen und ewig bekifften Sohn zuhause ertragen muss, betreut Bucky während seines Aufenthalts und hilft ihm, sich auf seinen Auftritt vorzubereiten. „Die mütterliche Bindung war schwächer geworden, seit Lee in die Pubertät gekommen und zu einem mundfaulen Klumpen geworden war.“ Das Problem ist, dass Bucky seine Opioid-Tabletten, von denen er seit Jahren abhängig ist, im Flugzeug vergessen hat. Diese Tabletten retten ihn und seine schreiende Hüfte eigentlich durch den Tag - doch nun fällt er in einen kalten Entzug und muss zusätzlich die Schmerzen ertragen. Dann ist da noch die aus Afghanistan stammende Rapperin (eigentlich Studentin), die in dem ominösen Hotel, in dem Bucky untergebracht ist, die Zimmer putzt; sie weist Bucky auf etwas hin, womit er nie gerechnet hatte. Während sich nun Dinah über ihr verschwendetes Leben klar wird, taumelt Bucky - trotz Entzugserscheinungen und schmerzender Hüfte auf sein Comeback zu. Es sei erwähnt, dass er in seinem Leben lediglich zwei Lieder aufgenommen hat und seine Auftritte aus den Plattenaufnahmen und dem Mitwirken in Background- und Kirchenchören bestanden; vor fast 60 Jahren. Aber, was soll‘s - mit Whisky-Cola, einem Joint und ein paar unbekannten Tabletten, ist die Situation absolut zu meistern. Auch ein Interview mit einer Musikjournalistin ist kein Ding - erinnert er sich doch darüber auch noch an seinen Bruder, der zu Unrecht ins Gefängnis kam und… Sorry, da ist zu viel zu dick aufgetragen und dabei dehnt sich die Story noch unnötig lang. Für mich wurde hier die Story zu sehr konstruiert (auch das Ende - na ja…) ABER sprachlich ist das Buch ganz weit vorne und erhält von mir 3 von 5 Sternen. „Die Wörter, dachte er, haben mit dem Tod noch nicht gleichgezogen. Sie sind zu limitiert. Der Tod entzog sich jeder Beschreibung.“ Empfehlenswert für die Leser, die auch Offene See mochten. Für mich ganz sicher keine vergeudete Lesezeit - aber ich würde auch nicht missen, es nicht gelesen zu haben.
Leider enttäuschend
Ich habe „Offene See“ geliebt und wollte dies hier so sehr mögen. Leider für mich enttäuschend. Bucky ist abhängig von Tabletten und wohl auch Alkohol und das dominiert sein Handeln und das Buch. Seine Art, Frauen mit Sweetie und Honey anzusprechen, hat genervt. Die Rückblenden waren wichtig, um ihn besser verstehen zu können, haben mich aber nicht positiver gestimmt. Kommt bei Weitem nicht an die Atmosphäre von Offene See heran.
Ein Roman, der ans Herz geht und nachwirkt. 🌊
„Strandgut“ ist kein Buch, das man einfach nur liest – man erlebt es. Es geht um Verlust, Überleben, die Zerbrechlichkeit des Menschen und die Schönheit in den einfachsten Dingen. Der malerische und poetische Schreibstil ist wunderschön zu lesen und hat "Strandgut" zu einem meiner Lieblingsbücher gemacht.
Eine stille, schwere Geschichte über Identität und Hoffnung(slosigkeit), die nicht ganz das war, was ich erwartet hatte
Ich bin vermutlich mit den falschen Erwartungen an dieses Buch herangegangen – und vielleicht konnte es mich deshalb nicht vollständig überzeugen. Strandgut ist ruhig, grau, manchmal fast schon drückend in seiner Atmosphäre. Beim Lesen fühlte ich mich stellenweise müde, beinahe erschlagen. Die Aber genau das scheint gewollt zu sein: Das Leben des Protagonisten Bucky ist geprägt von Einsamkeit, Schmerzen und Hoffnungslosigkeit – und die Stimmung des Buches spiegelt das eindrücklich wider. In diesem Sinne ist der Titel Strandgut sehr passend: Bucky wirkt wie ein Stück Treibholz, das vom Leben hin und her geworfen wird. Einige Passagen empfand ich als verwirrend, was mir das Lesen zusätzlich erschwerte – gleichzeitig passt auch das wieder zur zerrissenen, suchenden Figur Buckys. Was mir jedoch gefehlt hat, war die Natur, von der ich mir erhofft hatte, dass sie eine größere Rolle spielt und mir kleine Momente des Wegträumens schenkt. Stattdessen bleibt sie eher im Hintergrund, ein leiser Nebendarsteller. Trotz allem: Die letzten Seiten haben in mir doch noch etwas versöhnt und ein leises, gutes Gefühl hinterlassen. Irgendwie würde ich tatsächlich gerne wissen, wie es mit Bucky weitergeht.

»Strandgut« sollte eine Geschichte über Hoffnung sein, wurde aber schnell zu einer Mischung aus Trauer und Traumata, die nur von Buckys kaltem Entzug von Schmerzmitteln getragen wurde. Leider konnte ich für mich keinen Mehrwert finden. Die Geschichte kam nie wirklich auf den Punkt, verharrte eigentlich schon kurz nach dem Start auf einem Plateau. Anders als bei »Offene See« konnte mich auch nicht mal Benjamin Myers' Schreibstil überzeugen. Die Poesie, der Zauber, den er mit Worten schafft, hat gefehlt; stattdessen wurde das triste und trostlose Leben Buckys und Dinahs beschrieben. Die Eintönigkeit hat stellenweise Längen geschaffen, sanfte Melancholie war allgegenwärtig. Für mich das "Schlimmste": Der Roman war voll mit Musik, jedoch waren es nur leere Worte. Ich habe die Lebendigkeit vermisst, dieses gewisse Gefühl. Seit dem Tod seiner Frau stolpert Bucky mehr oder weniger durch das Leben, ist dabei sich aufzugeben und landet auf eine Einladung hin im englischen Scarborough bei einem Soul-Musikfestival - und ist dort aufgrund seiner Vergangenheit ein gefeierter Musikstar. Der eigentliche Star des Romans war für mich jedoch Dinah. Mit ihr steht und fällt alles und trotzdem ist sie nur eine Randerscheinung, deren Leistungen keine Beachtung fanden. Dinah hätte strahlen können, stattdessen begleitet man als Leser:in nur Bucky während seines Entzuges und liest von seinen Zweifeln und Gebrechen. So traurig ich darüber bin, aber »Strandgut« konnte mich nicht überzeugen. Mir hat es durchweg an Handlung, Sprache und Atmosphäre gefehlt. Ich finde das wirklich bedauerlich, denn das Potenzial war eindeutig da.

Der alte Mann und das britische Meer Wenn ich Benjamin Myers lese oder an sein Werk denke, dann schiebt sich ein Wort vor allen anderen in mein Bewusstsein: zeitlos. Sein hierzulande wohl berühmtester, meist gelesener und besprochener Roman “Offene See” spielt in der Vergangenheit, sein aktuelles Buch “Strandgut” in der Gegenwart. Aber irgendwie ist das nebensächlich, denn der individuelle Erzählton des britischen Autors ist immer derselbe: poetisch, klassisch, auf den Punkt. Myers Erzählen wird die Zeiten überdauern, seinen Status als “moderner Klassiker” mit jedem neuen Werk untermauern. Neben dem besonderen Erzählton vor allem auch deshalb, weil er zeitlose Menschheitsthemen zum Gegenstand seiner Bücher macht, mit denen sich praktisch jeder und jede identifizieren kann: Liebe, Verlust/Tod/Trauer, Schicksal, Neuanfang bzw. “das Danach”. Der Phönix, der aus den verbrannten Trümmern seines Lebens aufsteigt, ist in “Strandgut” (Originaltitel: “Rare Singles”) der Amerikaner Earlon “Bucky” Bronco. Der Name könnte klischeehafter nicht sein. Am Anfang erleben wir den ehemaligen Soulsänger und mittlerweile Ü-70-Jährigen in seiner Heimat Chicago, wo er uns als gebrochener Mann und gebeutelte Seele entgegen humpelt: Er holt sich in der Apotheke/Drogerie seine Opiate, denn ohne sie kann er nicht mehr leben - genauso wenig wie ohne seine Frau Maybellene, die allerdings vor fast einem Jahr an Krebs verstarb. Ein Süchtiger, einer, der seine Trauer betäubt. Hier wäre die Geschichte eigentlich nur noch aus der Retrospektive relevant, wenn da nicht die Zukunft wäre, die Bucky ruft: Er soll seine wenigen alten Hits, die er als Teenager eingesungen hat und mit denen er nichts verdient hat, bei einem Festival im englischen Küstenort Scarborough singen und bekommt alles bezahlt. Hauptsächlich geht es jetzt also darum, wie er eine Woche in England verbringt und dort u.a. auf komische Mahlzeiten, englische Gebräuche und die Ü-50-Jährige Dinah trifft, die ein Fan von ihm zu sein scheint. Kann das “Hier und Jetzt” Bucky nochmal für sich begeistern? Benjamin Myers schafft es irgendwie immer mich mitzunehmen - egal welche Geschichte er erzählt. Seine Worte, seine lyrische Prosa machen selbst - setze ein unflätiges Wort, das Exkremente beschreibt - zu Gold. Wobei ich die Geschichte, den Plot, die etwas karge, manchmal spröde und oft herzerwärmend ruhige Handlung auf keinen Fall runtermachen möchte. Solche Geschichten haben ihren Platz, ihre Nische. Solche Geschichten berühren, auch wenn sie vielleicht nicht für jeden sind. “Strandgut” ist vielleicht nicht Benjamin Myers gefälligstes, schönstes Buch, aber es macht sein Gesamtwerk um eine wichtige Facette reicher. Der Roman atmet Musik und Leben, zeigt uns, dass - so negativ der Status auch sein möge - immer die Chance auf eine bessere Zukunft in unseren eigenen Händen liegt. Wir sind unseres Glückes Schmied - wir müssen nur die Augen aufmachen und das Eisen aufheben, das wir zu dem vielleicht schönsten Hufeisen schmieden werden, das wir jemals in der Hand gehalten haben. Empfehlenswert. Übersetzt von Werner Löcher-Lawrence.

Melancholisch und gefühlvoll - aber Achtung: kaum „Meer“
Ben Myers ist einer meiner Lieblingsautoren, seit ich „Offene See“ gelesen habe, das seither zu meinen Lebenslesehighlights gehört. Ihr könnt euch also vielleicht meine Vorfreude bzgl. seines neuesten Werks vorstellen ☺️… Der Titel des Romans lässt immerhin vermuten, dass es wieder um das Meer geht. Tatsächlich aber spielt das Meer zwar eine Rolle, allerdings keine wirklich große, was mich verwundert, aber letztendlich nicht gestört hat. Es geht um den siebzigjährigen Earlon „Bucky“ Bronco, der seit dem Tod seiner geliebten Frau vor einem Jahr nur noch körperlich existiert. Und nicht mal das so richtig. Er pendelt zwischen Daheim und der Apotheke, bei der er seine dringend benötigten opioiden Schmerzmittel bekommt. Nur sie verschaffen ihm für ein paar kurze Momente am Tag Erleichterung von seinen barbarischen Schmerzen in Beinen und Hüfte. Doch dann erhält Bucky, der in Chicago lebt, eine Einladung zu einem Soulfestival aus dem englischen Scarborough… Dort soll Bucky als Abschlussnummer auftreten. Denn tatsächlich hat er im Alter von siebzehn mal ein einen Soulsong veröffentlicht. Einen zweiten fast auch noch. In den USA will und wollte aber nie jemand etwas von ihm wissen. Wagemutig nimmt Bucky die Einladung an und muss verwundert feststellen, dass er in England eine Art Legende ist. Dinah ist eine seiner Bewunderinnen, die ihm außerdem für seinen Aufenthalt als Betreuerin zugeteilt wurde. Was Bucky alles in England erlebt, wie Dinah ihn begleitet und noch viel mehr verrate ich hier allerdings nicht. Benjamin Myers versteht es einfach sehr gut, Menschen zu beschreiben. Er bringt ihre Gefühle und Gedanken zu Papier, ohne dabei in den Kitsch abzudriften. Mich haben Buckys Lebensrückblicke, die im Verlauf der eigentlichen Handlung eingestreut werden, sehr berührt. Und Dinah, die mit einem absoluten A*loc* von Ehemann „gesegnet“ ist, hat mich fasziniert. Wie sie mit so viel Mut und Optimismus durchs Leben geht. Melancholie zieht sich durch das ganze Buch, was mir sehr gefallen hat. Ich habe für zwei Tage (es musste einfach schnell gelesen werden) mit Bucky gelebt, gehadert, gelitten und gehofft. Fazit: Diesen gefühlvollen Roman möchte ich euch ans Herz legen, wenn ihr in melancholischer Stimmung seid. Es ist dabei egal, ob ihr „offene See“ schon kennt, oder eben nicht. Ben Myers zeigt, dass man sich immernoch in die Fluten werfen kann, auch wenn man sich eigentlich schon als gestrandet ansah. Er lässt uns ein Stück mitleiden und schenkt uns dennoch Hoffnung, auch und vor allem für das eigene Dasein! Ich hab‘s echt gern gelesen. ⭐️⭐️⭐️⭐️✨/5 Werbung für Bücher - digitales Leseexemplar von Netgalley und Dumont
Gute Ansätze, aber der Funke sprang nicht über
Der neueste Roman Strandgut von Benjamin Myers handelt von zwei Menschen, die beide eine Geschichte haben. Da ist Bucky Bronco, ein in die Jahre gekommenen Sänger, mit gesundheitlichen Problemen. Und da ist Dinah, Mitte Fünfzig, deren familiäre Situation nicht sonderlich harmonisch wirkt. Die beiden Treffen aufeinander und wachsen, trotz aller Unterschiede und Herausforderungen, miteinander. Optisch kommt das Buch toll daher. Ein hübsches Cover umspannt das Buch - See, Strand, eher Kunst. Das gefällt mir. Aber inhaltlich wurde ich nicht so richtig warm mit der Geschichte. Mir hat ein wenig Herz und Humor gefehlt. Beide Hauptcharaktere sind nachvollziehbar gezeichnet. Aber es gibt auch viele Längen in denen nicht wirklich etwas für die Geschichte passiert. Das Ende war für mich gelungen, macht aber nicht die stellenweise zähe Geschichte wieder wett. Meine Erwartungen wurden somit leider nicht erfüllt.

Das war eine schöne, atmosphärische Geschichte. Ganz viel englische Küste ♡ Netter Protagonist, sympathisch.
Benjamin Myers Art zu schreiben ist ein kleiner Seelenfrieden für mich. Er behandelt seine Themen mit Bedacht , steigt tief ein und stattet sie mit so viel Atmosphäre aus, dass ich regelrecht darin versinken kann. Er benötigt dabei nicht viel Effekthascherei. Seine Worte stehen für sich und zeichnen sein Schreiben aus. In "Strandgut" geht es um Bucky, ein Amerikaner, der vor 50Jahren mal ein paar gute Soulnummern gerausbrachte und dann wieder in der Versenkung verschwand. Nicht so für die Engländer. Er kann es kaum glauben, dass er eines Tages eingeladen wird auf die Insel zu kommen, an die englische Küste, um dort ein Konzert zu geben. Da er chronisch knapp bei Kasse ist, sagt er zu. Auf dem Weg erfahren wir, dass Bucky chronische Schmerzen hat und allmählich auch, dass sein Leben einen nicht gerade erfolgreichen Verlauf genommen hat.. in England trifft Bucky zudem auf Dinah und Shabana, zwei Frauen, die den sympathischen Mann annehmen wie er ist und versuchen, seinen Selbstwert wieder aufzurichten. Ein melancholischer, hoffnungsvollen Roman, mit einem sehr sympathischen Protagonisten, dem man nur das Beste wünscht ♡ Ich habe mich in Scarborough sehr geborgen gefühlt und würde sowohl Buckys, als auch Dinahs Weg, der auch liebend gern weiterverfolgen, denn beiden gelingt ein Befreiungsschlag- auf die ein oder andere Weise.
Am Ende wird alles gut & wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende 💥
Ein Buch voll schmerzhafter Vergangenheit, Hoffnung, Musik, Gutmenschen & dem Weitermachen. Mit Bucky starten wir in das eintönige Leben eines 70jährigen Witwers. Ein Leben voller Schicksalschlägen und Schmerztabletten. Ein Leben, was sich durch eine Einladung ins kleine Scarborough, England ändern könnte. Nach einer lange Zeit zurückliegenden und erfolglosen Karriere als Soulmusiker, kommt der Brief umso überraschender, wer sollte Earlon “Bucky” Bronco schon kennen? Dinah, eine soulbegeisterte, eigentlich lebensfrohe, aber irgendwie im Trott gefangene Mittfünzigerin empfängt Bucky an der Küste Englands. Wir begleiten die beiden ein Wochenende & bekommen Einblicke in die Vergangenheit dergleichen. Ein Soulfestival mit einem erfolglosen viel zu alten Sänger als Mainact? Da täuscht sich Bucky & erfährt, wie viel Liebe und Emotionen es um seine wenigen Songs gibt, die ihn zum Kult des Souls machen. Die Geschichte ist anfangs etwas streng und hart, entwickelt sich aber in eine gefühlvollere & auch hoffnungsvollere Richtung, sobald man durch Buckys harte Schale gekommen ist. Durch Vergangenheitsrückblenden erschließt sich Buckys handeln und wir tauchen in eine melancholische Lebensgeschichte ein. Dieses Wochenende scheint das Leben des 70jährigen gegen Ende seines Seins aber nochmal einen gewaltigen Twist zu bescheren. Die Rohheit Buckys und auch Dinahs Lebens macht die Geschichte umso greifbarer & real erlebbar. Genau das führt dazu, dem Ende nochmal ein mehr Wichtung zu verleihen. Anfangs fiel es mir etwas schwer, in die Geschichte zu starten. Es ist relativ slow paced und begrenzt durch den zeitlichen Rahmen dieses Soul Fest Wochenendes. Wird man aber einmal warm, lohnt sich die Geschichte sehr & gibt einem einen sehr hoffnungsvollen Denkanstoß & viel Liebe (aber nicht im klassischen Sinne) mit an die Hand. Empfehlung für ein melancholisches, rohes Buch mit einem Happy End auch wenn man nicht mehr damit rechnet.

Ein musikalischer Roman mit guten Figuren und etwas Metaphorik
„Offene See“ von Benjamin Meyers war für mich ein wirklich bezauberndes Buch, gibt es doch die weite Landschaft Englands und die Macht des Meeres sehr berührend wieder. Ob das neue Buch in ähnlichem Outfit daran heranreichen kann, werdet ihr gleich erfahren. Earlon „Bucky“ Bronco aus Illinois, hatte vor etlichen Jahren einen Hit. Zu einem Zweiten hat es schon nicht mehr gereicht. Er wurde erst gar nicht veröffentlicht. Nun ist er 70, seine Frau Maybellene ist vor einem Jahr gestorben, und er hadert mit sich und seinem Leben. Die Schmerzen in seiner Hüfte sind unerträglich geworden, und so sind die kleinen Helferlein, die er täglich schluckt, unentbehrlich. Er lebt ein bescheidenes Leben in einem Landstrich, in dem die Leute sehr einfach sind und die Landschaft sich bis zum Horizont erstreckt. Über den schauen Sie auch selten hinaus, denn weiter geht ihr Empfinden für die Welt nicht. Bucky hat also nicht so wirklich eine Ahnung davon, wie es jenseits seiner Heimat zugeht. In Rückblicken erfährt man, warum Bucky so geworden ist, wie er jetzt scheint. Er wird zu einem Auftritt nach England eingeladen, und da ihm alles bezahlt wird und er auch noch Geld verdient, wagt er dieses kleine Abenteuer. Dinah lebt in Scarborough und personifiziert die schroffe, aber liebenswerte Britin, die regelmäßig im Meer schwimmt, ansonsten aber ein wenig erfrischendes Leben führt. Ihr Mann und ihr Sohn sind eine Vollkatastrophe und sie weiß, dass ihr Leben so nicht weitergehen kann. Aber sie darf Bucky betreuen. Sein Song bedeutet ihr alles. Und während der gealterte Sänger meint, dass dieses Lied niemanden mehr interessiert, ist seine Fangemeinde in England größer denn je. Wir erleben nun, wie die beiden sich kennen lernen und gemeinsam einen Weg finden, sich ihren Problemen zu stellen. Es gibt ein gemeinsames Ziel - den Auftritt von Bucky hinzuabekommen Wenn ich nun beurteilen muss wie ich den Roman fand, so könnte ich zwei ganz unterschiedliche Rezensionen schreiben In der ersten würde ich die unglaublich schöne Sprache von Benjamin Myers loben. Er schafft es sprachliche Bilder zu modulieren, die einem immer in Erinnerung bleiben. Das Trauer der Preis für Liebe ist, finde ich zum Beispiel eine Erkenntnis, die mich gleichzeitig glücklich und traurig macht. Die Figurenzeichnung ist dem Autor sehr geglückt. Bucky und Dinah kommen beide besonders und liebenswert daher, obwohl sie eher komplizierter Natur sind. Die Art, wie sie miteinander reden erfreut mein Herz. Man wünscht Ihnen von Anfang an nur Gutes und hofft, dass sie ihren Weg finden. Auch die Landschaft ist wunderschön beschrieben. Das raue und gastliche der Küste Englands gibt eine Realität wieder, die man wortwörtlich spüren kann. Der Plot an sich ist interessant. Ein Sänger, der um seinen Erfolg im Ausland nicht weiß und eine 20 Jahre jüngere Frau, die sich in ihr Schicksal gefügt hat, verspricht interessante Entwicklungen und eine Dynamik der besonderen Art. Die zweite Rezension würde einige Kritikpunkte in den Mittelpunkt stellen. Mir wurden zu viele Themen aufgemacht, die Trauer über den Verlust seiner Frau steht genauso Mittelpunkt wie die Sucht nach Schmerzmitteln und Alkohol und die Macht der Musik. Die Ehe von Dinah und ihre Situation kam mir allerdings ein bisschen zu kurz. Der Roman war mir zu metaphorisch, ich konnte die Rolle der Möwe nicht wirklich entschlüsseln. Das hat sich für mich nicht aufgelöst und war mir oft zu gewollt. Ob die Darstellung der Figuren mit Klischees überladen war, ist vielleicht Geschmackssache. Der wenig aufgeklärte Amerikaner, der ständig darüber staunt, wie anders es doch im Ausland ist und an jedes Satz Ende ein Kurse Wort setzt, und die robuste Briten, die nichts erschüttern kann und mit „Keep Calm and everthing will be allright“ stoisch alle Probleme löst, sowie der saufende Ehemann, könnte natürlich der Realität entspringen und diese Stereotype dienen dazu mehr Atmosphäre herzustellen. Aber es war schon sehr plakativ. Am Ende kriegt die Geschichte noch mal Fahrt auf und wird zum Pageturner. Mein Fazit: Ein sprachlich wunderbar geschriebener Roman mit liebenswerten Figuren, der zu viel will. Düster dramatisch liefert er Metaebenen, die manchmal ans „Café am Rande der Welt“ erinnern. Etwas weniger Möwe wäre mir lieb gewesen. Eine gute Plot-Idee die im Tempo variiert und bei dir es in der Ausführung noch Luft nach oben gibt.
Ich bin nur schwer reingekommen
Earlon ‚Bucky‘ Bronco hat sein Leben gelebt. Seit dem Tod seiner Frau findet sein Leben nur noch zwischen Wohnung, Supermarkt und Apotheke statt. Hier holt er sich sein Lebenselixier, Opiate, die seine Schmerzen betäuben sollen. Meist gelingt ihm das nur in Kombination mit Alkohol. Mitten in dieser Lebenskrise erreicht ihn die, schier unglaubliche Einladung zu einem Musikfestival in Scaborough, Nordengland. Hier soll er seine drei, vor über fünfzig Jahren produzierten, Songs singen, die in Amerika nie richtig bekannt wurden, aber in England Kultstatus erreicht haben. Noch nie war er außerhalb von Amerika, alles ist neu für ihn. Um ihm den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, wird ihm Dinah zur Seite gestellt, eine warmherzige und mit reichlich britischen Humor ausgestattete Frau. Gemeinsam entdecken sie, dass sie mehr verbindet als anfangs gedacht. Benjamin Meyers hat einen sehr atmosphärischen Roman geschrieben, der wunderbar die verschiedenen Settings beschreibt: das heruntergekommene Hotel, Chicago in den Sechzigerjahren, den Ort am Meer und die furchtbar nervigen Möwen. Die Gefühle, die er beschreibt sind jederzeit nachvollziehbar. Zu viel waren mir die unzähligen Beschreibungen seines Drogenkonsums und die damit verbundene Verharmlosung. Seine Lebensgeschichte ist bewegend, gekennzeichnet von einem gnadenlosen amerikanischen Rechtssystem. Alles in allem eine nette Lektüre für zwischendurch. Triggerwarnung: exzessiver Alkohol- und Drogenkonsum
Ein bewegendes Buch über zweite Chancen, Hoffnung, Menschlichkeit und die Kraft der Musik; ein Buch für Fans ruhiger, detailverliebter Romane.
🏝️STRANDGUT🏝️ von Benjamin Myers, erschienen im DuMont Verlag, ET 17.06.2025, 308 Seiten, aus dem Englischen von Werner Löchner-Lawrence Kraft der Musik, Hoffnung, zweite Chancen, Küste Englands Mein Leseeindruck Earlon »Bucky« Bronco, Amerikaner in Chicago lebend, landet einst in den 70iger Jahren einen erfolgreichen Hit, konnte daran aber nicht anknüpfen und wurstelt sich sein ganzes Leben mit Gelegenheitsjobs durch, nicht in der Lage sich krankenversicherungstechnisch abzusichern und seine Hüfte operieren zu lassen. Nach dem Tod seiner geliebten Maybell ist er verloren, hangelt sich nur noch von Opiat zu Opiat inklusive Abkoholabusus. Wie durch ein Wunder erhält er Nachricht aus UK, wo ihn die Supermarktverkäuferin Dinah seit je her vergöttert. Diese steckt in einer längst abgelebten Ehe fest und lädt ihn für ein Wochenende ein, um seinen Song in der englischen Küstenstadt zu spielen. Er macht sich auf den Weg, doch schon in Flugzeug verliert er seinen „Stoff“ und landet in einem muffigen alten Hotel…Wie wird es wohl weitergehen? Das Buch ist wie gewohnt in atmosphärischem, poetischem, detailverliebtem Schreibstil verfasst. Die Szenen sind berührend, authentisch, fast schon klischeehaft dargestellt. Bronco verhielt sich für mich leider nicht sehr amerikanisch etc., so dass die Geschichte für mich von Anfang an sehr konstruiert wirkte. Alles war mir persönlich etwas zu unglaubwürdig, bedrückend, langatmig und vorhersehbar, was sich für mich durch den gesamten Roman zog. Insgesamt blieb das Buch für mich hinter meinen Erwartungen. Im Original heißt das Buch übrigens„Rare Singles“. Fazit: Ein bewegendes Buch über zweite Chancen, Hoffnung, Menschlichkeit und die Kraft der Musik; ein Buch für Fans ruhiger, detailverliebter Romane. Eure, Claudia

„Strandgut“ ist ein Roman über Neuanfänge im Spätsommer des Lebens, über Musik als Erinnerung und Heilung, und über das Meer, das für beide Protagonisten zur Metapher für alles Ungesagte wird. Ein Buch, das ich mit einem Lächeln und einem leichten Seufzen aus der Hand gelegt habe.
Manche Bücher berühren einen leise, fast wie eine Meeresbrise, die über die Haut streicht, ohne großes Aufsehen, aber mit bleibendem Eindruck. „Strandgut“ ist so ein Buch. Benjamin Myers erzählt hier keine große, dramatische Geschichte, sondern eine stille, zutiefst menschliche, und gerade darin liegt ihre Kraft. Earlon „Bucky“ Bronco, ein vergessener Soulsänger, steht mit siebzig Jahren an einem Punkt im Leben, an dem er kaum noch etwas erwartet. Die Einladung zu einem Soul-Festival in England wirkt wie ein letzter Gruß aus einem Leben, das längst vorbei scheint, und doch ist es der Beginn von etwas Neuem. Die Begegnung mit Dinah, die ebenso gestrandet scheint wie er, entwickelt sich zu einer leisen, berührenden Verbindung zweier Menschen, die ihre Wunden nicht verstecken, sondern gerade darin eine tiefe Nähe finden. Myers’ Sprache ist zärtlich und zugleich klar. Er schreibt mit einer fast musikalischen Sensibilität – kein Satz ist zu viel, kein Bild zu laut. Besonders beeindruckt hat mich, wie unaufgeregt, ja fast beiläufig er von Themen wie Altern, Trauer, Vergänglichkeit und Hoffnung erzählt. Dabei gelingt es ihm, Melancholie und Lebensfreude nebeneinander stehen zu lassen, wie Ebbe und Flut. „Strandgut“ ist ein Roman über Neuanfänge im Spätsommer des Lebens, über Musik als Erinnerung und Heilung, und über das Meer, das für beide Protagonisten zur Metapher für alles Ungesagte wird. Ein Buch, das ich mit einem Lächeln und einem leichten Seufzen aus der Hand gelegt habe.
Leider etwas enttäuschend.
Nachdem mir „Offene See“ von Benjamin Myers so gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf sein neues Werk gefreut. Aber leider konnte „Strandgut“ nicht an „Offene See“ herankommen. Earlon Bronco ist ein in die Jahre gekommener Soul Sänger. Nach dem Tode seiner Frau führt ihn sein Weg nach England, in das er wegen eines Konzertes eingeladen wurde. Und anders als in den USA, wo sich niemand an ihn erinnert, scheint er in Europa sehr beliebt zu sein. Ihm wird Dinah an die Seite gestellt. Mitte fünfzig und ein großer Fan von Earlon. Sie hat, ich würde mal sagen, die Familie des Grauens daheim. Einen Mann und einen Sohn, die beide am Leben scheitern und sich mit Alkohol, Drogen, Fernsehen und Computerspielen vergnügen, während Dinah das Geld für die Familie ranschaffen muss. Der Einstieg in die Geschichte viel mir wieder leicht. Benjamin Myers kann einfach tolle Charaktere schreiben. Allerdings nahm die Geschichte einfach keine Fahrt für mich auf. Der Plot tröpfelte so vor sich hin und auch nach ca. der Hälfte des Buches, wusste ich noch nicht, wohin das Buch mit mir möchte. Sowohl Earlon, als auch Dinah habe ich als Protagonisten sehr gemocht. Beide Schicksale haben mich sehr berühren können und ich fand die Zwei einfach herrlich zusammen. Leider konnte mich auch das Musik Thema in diesem Buch nicht packen. Die Geschichte hatte wirklich ihre Momente, gar keine Frage. Und vielleicht hatte ich einfach zu hohe, oder andere Erwartungen an das Buch. Ich mochte das Majestic Hotel, in dessen Fluren man sich schon fast verlaufen konnte. Ich mochte Earlon und noch mehr mochte ich Dinah. Aber die Geschichte an sich, war leider nicht meines. Der Funke ist diesmal einfach nicht übergesprungen. Aber das ist natürlich nur meine subjektive Meinung zu dem Buch.

Etwas langatmig zu Beginn. Zwei Menschen treffen aufeinander und schaffen es durch den jeweils anderen ihre Vergangenheit sowie Gegenwart zu verarbeiten. Eingestreute Rückblenden des Hauptcharakters helfen dem Storytelling, kommen gegen Ende des Buches aber an mMn. unpassenden Stellen und zu oft. Trotzdem hat das Ende des Buches mich mit dem langatmigen Anfang versöhnt.

Myers erreicht alte Glorie leider nicht mehr, erzählt aber dennoch eine recht schöne Geschichte, die einem auch den ein oder anderen Lacher entlockt. Auch wenn das Konzept und der Handlungsverlauf recht ähnlich zur "Offenen See" sind ( was ein absolutes Meisterwerk war, so ganz am Rande ), hat er mich hier allerdings nicht ganz so sehr überzeugen können wie zuvor. Im Fokus stehen Trauer, Einsamkeit, Selbstaufopferung und die Hoffnung auf einen Neuanfang. Es wird viel geplaudert über den Sinn des Lebens und ähnliche tiefe Philosophie, was allerdings bei ungefähr der Hälfte des Buches seinen Geschmack verliert. Von da an übernehmen Rückblenden und zahlreiche Alkohol und Drogen den Rest. Alles in allem ganz in Ordnung, jedoch nicht mehr als ein Schatten seiner früheren Werke.
Ein literarisch schön geschriebenes, aber inhaltlich schwer greifbares Buch, das mich leider nicht so berührt hat, wie ich es mir gewünscht hätte. Offene See reizt mich weiterhin – vielleicht irgendwann. Aber jetzt erstmal nicht.
Ich habe mich wirklich sehr auf „Strandgut" gefreut. Als Leserin, die schon seit einer ganzen Weile immer wieder um "Offene See" herumgeschlichen ist, war meine Vorfreude auf dieses neue Buch von Benjamin Myers groß – zumal ich so viel Gutes über seinen Schreibstil gehört hatte. Und tatsächlich: Die ersten Seiten haben mich sofort gepackt. Die Sprache ist feinfühlig, atmosphärisch dicht und voller Bedeutung. Es war genau diese Art von Stil, die mich in Büchern berührt – ruhig, poetisch, tief. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr habe ich gemerkt, dass sich diese sprachliche Kraft für mich leider nicht auf die Handlung übertragen hat. Der Inhalt zog sich für mein Empfinden sehr zäh dahin. Es fehlte mir an emotionaler Tiefe und echter Verbindung zu den Figuren. In manchen Momenten konnte ich zwar stark mit Bucky Bronco mitfühlen – besonders, wenn es um seine von der Vergangenheit beschwerte Seele ging. Diese Szenen waren eindringlich und haben mich berührt. Doch insgesamt konnte ich zu ihm keine echte Beziehung aufbauen. Er blieb mir fremd, fast wie hinter einer Glasscheibe. Auch mit Dinah bin ich nicht richtig warm geworden. Ihr familiärer Hintergrund – die Rücksichtslosigkeit ihres Umfelds und das Ausharren in einer lieblosen Beziehung – hat mich mehr abgestoßen als mitfühlen lassen. Ich weiß, dass es solche Lebensrealitäten gibt, und finde es grundsätzlich gut, dass sie literarisch sichtbar gemacht werden. Aber die Darstellung dieser Beziehung war für mich schwer auszuhalten und hat mich eher abgestoßen als bewegt. Die Annäherung zwischen Dinah und Bucky wirkte auf mich leider nicht so authentisch und emotional, wie ich es mir gewünscht hätte. Die poetischen, oft bildhaften inneren Monologe von Bucky haben mir sprachlich gefallen – aber sie haben mich nicht so sehr erreicht, wie ich gehofft hatte. Ich war oft außen vor, statt wirklich mitzuschwimmen im Fluss der Geschichte. Was ich allerdings sehr positiv hervorheben möchte: Die Gestaltung des Buches ist wunderschön und optisch wirklich gelungen. Das Cover, das Papier, das Gesamtbild – alles sehr hochwertig und ansprechend. Unterm Strich bleibt für mich ein literarisch schön geschriebenes, aber inhaltlich schwer greifbares Buch, das mich leider nicht so berührt hat, wie ich es mir gewünscht hätte. Offene See reizt mich weiterhin – vielleicht irgendwann. Aber jetzt erstmal nicht.
Sehr lesenswert: 👍👍👍👍 und im englischen Original vermutlich noch viel lesenswerter!
Ich habe Benjamin Myers erst kürzlich entdeckt (#offenesee 🤩) - und seither bin ich begeistert von diesem Autor, der sehr poetisch und mit starken, klaren Bildern aus dem Leben seiner Protagonisten erzählt. Hier: Aus dem verkorksten Leben von Earlon Bucky Bronco, dessen (fiktive) Geschichte an die Biografie von Sixto Rodríguez erinnert. Bucky hat mit seinen gut siebzig Jahren das Meer noch nie gesehen. Und doch, wie es im Klappentext heisst, «treibt er seit dem Tod seiner Frau durchs Leben wie ein Schiffbrüchiger». Der Amerikaner nimmt - ziemlich unüberlegt - eine Einladung nach England an, wo er auf einem kleinen Festival seine zwei (…) alten Hits spielen soll. Bucky und England präsentieren sich in Scarborough von ihrer rausten Seite. Bilder, Gefühle, Gerüche werden real. Eine umwerfende, zugleich traurige und versöhnliche Geschichte über das Leben der anderen.

„Es ist genau wie mit dem Leben, in das man hineingeboren wird, dachte er. Dinge werden dir genommen, nach und nach auf so subtile Weise abgetragen, dass du es womöglich nicht mal merkst, bis, was immer es ist, ganz verschwunden ist.“
Zum Cover: Schönes schlichtes Cover, welches auch wahnsinnig gut zum Buch passt. Zum Inhalt: In dem Buch „Strandgut“ geht es um Earlon „Bucky“ Bronco, der siebzig Jahre alt ist und in all seinen Jahren noch nie das Meer gesehen hat. Er lebt seit dem Tod seiner Frau nur noch wie ein Schiffbrüchiger in Chicago. Das Einzige, das er macht, ist, die Stunden bis zum Ende des Tages zu zählen, zwischendurch zur Apotheke zu gehen und dann wieder zurück ins Bett. Doch dann erhält er total unerwartet eine Nachricht, bei der er zuerst denkt, dass er veräppelt wird. Er wird zu einem Soul-Festival ins englische Scarborough eingeladen. Da Bucky eine Vergangenheit als Soulsänger hat, wird er eingeladen, was er nie erwartet hätte, da seine (wenigen) Songs in Amerika schon längst vergessen sind. Als er dann aber in Scarborough ankommt, stellt er schnell fest, dass er dort eine lebende Legende ist. Außerdem trifft er auf Dinah, welche Mitte fünfzig ist und ihren deprimierenden Alltag am besten vergessen kann, wenn sie Lieder von Bucky hört. Meine Meinung: Das Buch hat mir ganz gut gefallen. Mit dem Schreibstil hab ich mich auch recht schnell anfreunden können. Was ich allerdings etwas schwierig/ verwirrend fand, war, dass die Sichtweisen immer wieder gewechselt haben, ohne dass es so richtig angezeigt wurde. Hat einfach immer zwei, drei Sätze gebraucht zum Verstehen, aus welcher Sicht man liest. Sonst hat mir der Schreibstil aber wirklich gut gefallen. Der Anfang des Buchs lief tatsächlich eher etwas schleppend, da bis zur Seite 100 nicht so wirklich viel passiert. Man lernt viel über die Charaktere und diese hat man dann auch total gerne, bei mir war es vor allem Dinah mit ihrem Humor, aber auch unser Hauptprotagonist, Bucky mit seiner liebevollen Art. Auch die anderen Charakter waren für mich schnell überzeugend. Insgesamt ist „Strandgut“ ein sehr melancholisches, bewegendes Buch, das total schön über zweite Chancen, aber auch über die Kraft, die Musik erzeugen kann, erzählt.

Earlon »Bucky« Bronco führt mit seinen siebzig Jahren kein einfaches Leben. Seit dem Tod seiner Frau vor knapp einem Jahr fällt ihm es ihm zunehmend schwer, seinen Alltag zu bewältigen. Auch seine Hüfte macht ihm zu schaffen, doch die rettende Operation liegt dank fehlender Krankenversicherung in weiter Ferne. Da erreicht ihn eine Einladung ins englische Scarborough. Dort soll Bucky die einzigen beiden Soulhits performen, die er jemals hatte – doch wer sollte diese fast vergessenen Songs schön hören wollen? Mit „Offene See“ konnte Benjamin Myers mich begeistern. Nun liegt sein neuer Roman „Strandgut“ vor, der von Werner Löcher-Lawrence ins Deutsche übersetzt wurde. Erzählt wird sowohl aus der Perspektive von Bucky als auch der von Dinah, die ihn vor Ort in England betreut – jeweils in der dritten Person und der Vergangenheitsform. So können wir einen Blick in das Leben beider Figuren werfen, auch wenn Bucky dabei sicherlich im Mittelpunkt steht. Die Mittfünfzigerin Dinah ist ihrerseits in einem Leben mit einen Säufer als Ehemann und einem Incel als Sohn gefangen. Über einen großen Teil hinweg erzählt der Roman im Prinzip vom Scheitern des „American Dream“. Als junger Mann wurde Bucky um seinen Erfolg als Soulsänger betrogen und mit einem lächerlichen Honorar abgespeist. Auch in seiner Familie ist Schlimmes vorgefallen und inzwischen bleibt ihm gerade genug zum Überleben. Eine Krankenversicherung kann er sich nicht leisten und fristet so sein Dasein zwischen Alkohol und Opioiden. Mit der Reise nach England scheint sich jedoch sein Schicksal zu wenden. Zum ersten Mal erfährt Bucky, dass Menschen seine Musik lieben, dass sie ihnen Kraft gibt und eine deutsche Journalistin scheint den Schlüssel zu noch mehr Glück in der Hand zu halten. Buckys Geschichte inspiriert auch Dinah, doch noch einen Versuch zu unternehmen, etwas in ihrem Leben zu ändern. Gerade in den letzten Kapiteln schwindet für mich aber die starke Message der Geschichte, denn wir erleben nach einer Handlung voller Schmerzen, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch ein geradezu märchenhaftes Ende. Das war mir persönlich zu viel und zu unrealistisch – schade!
You get it or you don't. Myers ist wie immer sehr tiefgründig, aber auch einfach wunderschön. Klar, das Buch steckt voller Trauer, aber umso wichtiger ist wie Bucky damit weiterlebt und sich aus der Asche vergangener Tage erhebt. Man muss auch anmerken wie fantastisch hier die Nebencharaktere geschrieben sind. Meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Buch!
Holprige Übersetzung, es könnte ein gutes Buch sein.
Hannah und Dinah hören Bucky aufmerksam zu, vielleicht entrückt wirkte und nur mit einem Fuss in der Gegenwart zu stehen schien, mit dem anderen Knie tief im Sumpf seine Erinnerungen.. Dieses Zitat beschreibt Strandgut recht treffend. Es ist eine Hommage an den Soul, an die Musik, an Charaktere mit vielen Ecken und Kanten und die ewige Suche nach sich selbst, Identität und Vergangenheit. Das Thema Schuld können wir wohl alle, und deshalb fragt in dieser Roman, der grosse sind Fragen stellt, auch danach, wie wir uns selbst vergeben können. Earlon Bucky Bronco ist am Tiefpunkt seines Lebens angekommen, und dann kommt die Einladung nach England, Scarborough, ob er beim Soul-Weekender auftrete würde. In Amerika ist der ehemalige Sänger längst in der Versenkung verschwunden, in England wird er als Legende gefeiert. Soul, seine Seele ist es auch, die Rettung sucht. Der drogenabhängige Alkoholiker mäandert durch die Nächte. Etwas störend ist der Spannungsbogen, der darauf abzielt, ob er nun wirklich Drogen findet. Andererseits Saufen in Scarborough alle wie die Löcher. England ist eben die leidenden Nation. Wer schonmal in Scarborough war, weiss, dass es der Inbegriff des Verfalls ist, und deshalb passt es als Schicksalsort für Bucky. Strandgut könnte vielleicht ein gutes Buch sein, doch die Übersetzung funktioniert überhaupt nicht. Die Dialoge fliessen nicht, die Sätze in den Erzähplassagen wirken holprig. Es scheint mir allerdings so, als dass es nicht an der Qualität der Übersetzung liegt. Intensiver amerikanischer und englischer Slang sind unübersetzbar. The Full Monty funktioniert auch nicht auf Deutsch. Ich mag die gesellschaftlichen Fragen, die Strandgut aufwirft. Das Altwerden, die Auseinandersetzung mit dem Tod, mit der Trauer. Und mit dem System Amerikas, in dem jeder ohne Krankenversicherung sich selbst überlassen ist, in dem ein Miniprozentsatz die Sterne greifen darf und alle anderen Millionen in der Gosse landen. Die Sprache ist jedoch wirklich nahezu untragbar, und darunter leidet das Leseerlebnis sehr. Ich danke #netgallyde und dem DuMont Buchverlag für das Rezensionsexemplar. Das Meer war allgegenwärtig. Spiegel, Projektionsfläche, Metapherquell.
Die Sprache ist sehr metaphorisch. Aber es ist mir insgesamt zu depressiv . Zu viel Sucht, Schmerzen, Trauer.
Bucky kommt mit 70 zum ersten Mal nach England ans Meer und soll dort bei einem Weekender zwei 50 Jahre alte Soul Songs singen. Es gibt viele Soulfans, die sein Lied kennen obwohl er das nicht vermutet. Dinah ist absoluter Fan und kümmert sich. Bucky hat Schmerzen, leidet an Entzug und Traurigkeit. Seine Frau Maybell ist vor einem Jahr gestorben nach 50 Jahren Ehe. Er lernt aber auch interessante Frauen kennen. Hattie, die Journalistin und Shabana aus Afghanistan, die im Hotel arbeitet um ihr Studium zu finanzieren. Dann entdecken sie, dass sein alter Song auf TikTok gesamplet wurde….Insgesamt finde ich die Story ziemlich konstruiert . Das ,positive‘ Ende ahnt man früh, macht aber nicht an der pessimistischen Grundstimmung. Es gibt viele tolle Sätze wie: 😍Trauer ist der Preis der Liebe.

Irgendwie deprimierend…
Ich versteh schon, was das Buch von mir will. Ich finde die deprimierende Darstellung der deprimierenden Personen auf deprimierende Art und Weise nur irgendwie zu viel und dafür war mir das Ende ein wenig zu vorhersehbar. Und ich finde die Obsession des Autors mit Hüftarthrose sehr belastend. Es ist ein gutes Buch, kann man durchaus lesen, nur halt kein zweites Mal.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
BENJAMIN MYERS, geboren 1976, ist Journalist und Schriftsteller. Für seine literarischen Arbeiten hat er mehrere Preise erhalten. Sein Roman ›Offene See‹ (DuMont 2020) stand wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde mit dem Preis des unabhängigen Buchhandels als Lieblingsbuch des Jahres ausgezeichnet. 2021 erschien ›Der perfekte Kreis‹, 2022 ›Der längste, strahlendste Tag‹, 2024 ›Cuddy‹ und 2025 ›Strandgut‹ (alle DuMont). Er lebt mit seiner Frau in Nordengland.
Posts
Trauer und Liebe
Dieser Autor hat mich noch nie enttäuscht. Die Geschichte wurde zum Ende immer besser und hat mich sehr berührt. Ich habe nicht nur eine neue Musikrichtung entdeckt die mir wirklich gut gefällt sondern ebenfalls so eine Liebe gefunden und Angst welche Trauer sie verursachen könnte aber wie im Buch beschrieben kann es sich nur lohnen.
Es ist nie zu spät für ein Comeback
Das wäre jetzt mein Fazit. Die Geschichte von Bucky, dem Opioide-abhängigen Soulsänger aus den USA, zieht sich. Dabei hat das Buch nur 288 Seiten. Er ist zu einem Soulfestival in England eingeladen, obwohl er seit Jahrzehnten weder gesungen noch aufgetreten ist. Parallel dazu die Geschichte von Dinah, die ihn nach England geholt hat. Bucky trauert noch um seine vor einem Jahr verstorbene Frau und Dinah hat zuhause einen Alkoholiker als Mann und einen erwachsenen Sohn, der nichts auf die Reihe kriegt (ganz der Vater). Das Buch plätschert so vor sich hin und das Ende war ganz nett.
Berührend – poetisch – hoffnungsvoll
Strandgut hat mir genauso gut gefallen wie Der perfekte Kreis und erinnerte mich stellenweise an Offene See. Benjamin Myers erzählt die Geschichte von Bucky, einem gealterten Soulsänger, und Dinah, einer Frau, die selbst im Leben feststeckt. Zwei gestrandete Seelen, die sich in Scarborough begegnen und einander neue Hoffnung geben. Die Sprache ist wieder unglaublich poetisch, mit wunderschönen Vergleichen, und man ist sofort mitten in der Geschichte. Ich mochte die Figuren sehr und hätte gerne noch mehr Zeit mit ihnen verbracht. Für mich ein berührendes Buch, das ich mir sofort als Film vorstellen könnte.
Ich habe „Offene See“ von Benjamin Myers geliebt und wollte jetzt sein neues Buch auch lieben. Es hat mir gut gefallen, aber ein Highlight ist es leider nicht geworden. Es ist sehr ruhig geschrieben und geht um Trauer und Neuanfänge. Der Schreibstil ist wieder wirklich sehr gut und mit einer eleganten, schönen Sprache. Die Haupt-Charaktere sind so gut geschrieben, dass man einfach mit ihnen mitfühlen muss und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Das Setting gefällt mir mit am besten. Die Natur und die Tiere sind so toll und detailliert beschrieben, das man unbedingt selbst in diese kleine Küstenstadt reisen möchte. Das Ende fand ich leider kam viel zu schnell und nicht überraschend. Hier hat mir leider irgendwas gefehlt und ich hätte mir noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Aber im Großen und Ganzen hat es mir gut gefallen und ich werde auf jeden Fall noch seine anderen Werke lesen.

Ich empfand dieses Buch als extrem traurig und deprimierend und empfehle es nicht unbedingt Leuten, die trauern oder generell in einer schwierigen Phase stecken. Der Soulsänger und One-hit-wonder Bucky betrauert den Tod seiner Frau und kämpft mit Schmerzen und Opiatabhängigkeit. Er wird nach England eingeladen ein Konzert zu geben und wird von Dinah an die Hand genommen. Es wird unterschwellig viel Kritik am "amerikanischen Traum" und am Rechtssystem geübt. Und es geht viel um Trauer, um Verarbeitung von Traumata, um ungelebte Träume und allem haftet eine für mich sehr ausgeprägte Melancholie an. Nichts für dunkle Stunden und nicht zu vergleichen mit Offene See vom Autor.
Enttäuschend 😔
Enttäuschend Benjamin Myers hat vor einigen Jahren mit seinem Roman „Offene See“ einige Türen bei mir eingerannt, waren doch die Sprache und das Setting eine wahre Wonne, die (nicht nur) mich zu allgemeinen Begeisterungsströmen hinreißen ließ. Nun, um es vorweg zu nehmen: die Zeiten sind (leider) – zumindest für mich - vorbei. Eigentlich hatte ich mich nach der Leseprobe von „Strandgut“ auf das neue Werk von Benjamin Myers (im Juni 2025 in der Übersetzung von Werner Löcher-Lawrence im DuMont Verlag erschienen) gefreut, versprach die Geschichte doch tragikomisch zu werden. Doch leider… Earlon „Bucky“ Bronco ist ein Wrack: nicht nur seelisch, sondern auch körperlich. Ersteres wird während der knapp 300 Seiten meist in Rückblenden erzählt; das körperliche erleben die Leser:innen hautnah mit. Während eines Fluges von Amerika nach England, wo Bucky bei einem Soulfestival in Scarborough seine in seiner Heimat längst vergessenen, doch in England umso frenetischer seit Jahrzehnten abgefeierten Hits singen soll, vergisst er seine Tabletten gegen seine Arthrose, was bei ihm einen kalten Entzug auslöst. Hier sind wir schon bei einem großen Problem des Romans: die Entzugserscheinungen nehmen viel, sehr viel Raum ein – irgendwann hat es mich nur noch gelangweilt. Ja, es kommt zu der ein oder anderen „witzigen“ Szene, die mit dem Entzug und den „Ersatzdrogen“ zu tun haben und auch der ein oder andere kritische Gedanke (insbesondere zur Gesundheitsversorgung in den USA) schleicht sich ein, aber insgesamt gesehen war mir das zu wenig, um mich bei Laune halten zu können. Auch die Geschichte von Dinah, Buckys Betreuerin vor/ während/ nach dem Festival ist von Tragik geprägt, hat man aber auch schon zigfach in anderen Romanen gelesen. Natürlich machen Bucky und Dinah im Laufe des Romans eine (vorhersehbare) Entwicklung durch und die Passagen über das Wesen bzw. den Kern der Soul-Musik konnten mich als Musikfreak begeistern und werden auch noch Einzug in mein persönliches „Tolle Zitate aus meinen gelesenen Büchern“-Notizbuch finden. Das alles reicht aber nicht, dass sich die Geschichte nachhaltig in meinem Gedächtnis einprägt. Zumal mich noch etwas tierisch genervt hat. Der inflationäre Gebrauch Buckys, Frauen stets oder sehr häufig „Honey“ oder „Sweetie“ zu nennen. Was soll so etwas? Wenn es humorvoll sein sollte, ist dieser Humor bei mir nicht angekommen. Vom „alten“ Benjamin Myers ist in „Strandgut“ meiner Meinung nach leider nicht mehr viel übriggeblieben, auch wenn es poetisch-schöne und auch stimmungsvolle Passagen (insbesondere die vom Hotel Majestic mit seinen fast schon Labyrinth artigen Fluren) gibt, aber für eine bedingungslose Leseempfehlung reicht das alles nicht aus. Zweifellos wird das Buch seine Leser:innen finden; ich jedoch werde wohl in Zukunft einen Bogen um Herrn Myers machen – zu enttäuscht bin ich von „Strandgut“. Darum vergebe ich mit einem weinenden Auge 2,5*. ©kingofmusic
📝 „Es war so schwer, positiv zu denken, wenn es sich anfühlte, als wäre die Sonne ein für alle Mal verloschen.“ (S.16) 📝 „Trauer ist der Preis der Liebe“ (S.79) 📝 „Ganz still lag sie in ihrem Bett und studierte die Dunkelheit, bis sie voller Farben zum Leben erwachte, die hinter ihren geschlossenen Lidern zu tanzen begannen.“ (S. 109) 📖 Der vom Leben gezeichnete und medikamentenabhängige Earlon „Bucky“ Bronco wird nach England eingeladen, um dort seinen einzigen Hit zu singen. Doch diesen hat der bescheidene Soulsänger Jahrzehnte lang nicht mehr gesungen. Vor Ort ist ihm ihr Fan Dinah behilflich. Sie selbst hat mit großen Problemen in ihrer Familie zu kämpfen. Dennoch versucht auch sie, zu sich selbst zurückzufinden. 💭 Benjamin Myers bringt Bucky‘s Gemütszustand exzellent rüber. Dieses vom-Leben-gezeichnet-sein, diese von den Gegebenheiten zurückgedrängte Kreativität des Soulsängers hat mich berührt. Gleichzeitig ermöglichte Myers es mir, mich in Dinah hineinzuversetzen, die bereits zu Beginn des Romans an ihrer Familie zu scheitern droht, aber in der Aufgabe, ihrem musikalischen Idol zu helfen, ihre wahre Natur hervorbringen kann. Eine Geschichte über die Klarheit der Musik, über das Leben im hier und jetzt und über einen unerschütterlichen Funken Hoffnung.

Ich mag den Schreibstil von Benjamin Myers sehr, weil er die Charaktere so beschreibt, dass man sich gut einfühlen kann. In Strandgut geht es um verpasste Chancen, ganz viel um Trauer und ein bisschen zuviel um Drogensucht, mit der der Protagonist Bronco kämpft um damit seine Schmerzen zu betäuben. Die Geschichte hat mir nicht sonderlich gefallen, aber es gibt wunderbare Sätze in diesem Roman z. B. „Trauer ist der Preis der Liebe“ .
Bucky Bronco ist siebzig Jahre alt und lebt in Chicago. Als er jung war, hatte er eine Karriere als Soulsänger in Aussicht, zwei Songs wurden ziemlich erfolgreich veröffentlicht. Jetzt trauert er um seine Frau und hält sich mit Medikamenten über Wasser. Die Hüfte schmerzt und und Opiate und Alkohol sind sein ständiger Begleiter. Unerwartet wird er nach England zu einem Soul-Festival eingeladen. Die Kosten werden alle übernommen. So überlegt er nicht lange und bricht auf, auf eine Reise ins Ungewisse. In England wird er von Dinah erwartet. Ihr Leben ist ähnlich trist wie seins. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn zusammen, erträgt sie aber schon lange nicht mehr. Hier haben sich zwei verlorene Seelen gefunden, die ehrlich und offen miteinander reden können. Ein berührendes, feinfühliges Buch, dass für mich durch seine poetische Sprache glänzt. Melancholisch und hoffnungsvoll kommt es daher, hüllt uns ein ins triste Dasein der Protagonisten. Wir erfahren vom bewegten Leben von Bucky, begleiten ihn durch seinen kalten Entzug (im Flugzeug hatte er seine Medikamente vergessen) und fiebern seinem Auftritt entgegen. Dinah hat ihre Familie längst aufgegeben. Als Leser frag Ich mich wie sie das so lange aushalten konnte. Buckys innere Zerrissenheit tat mir fast selbst weh. Das hat Benjamin Myers schon toll erzählt. Manchmal wird etwas mit den Klischees gespielt, meistens aber stimmungsvoll und unterhaltsam die Geschichte zweier Menschen erzählt, die sich eigentlich schon aufgegeben hatten. Empfehle ich sehr gern weiter.
Ich habe jede Seite in diesem Buch genossen, flapsig und doch tiefgründig geschrieben, unterhält der Autor Benjamin Mayers den Leser sehr gut.
Strandgut ist das neue Buch von Benjamin Myers. Seinen letzten Roman, „Offene See“, habe ich nicht gelesen, wusste nur, dass alle davon geschwärmt haben. So habe ich mich auf das neue Buch „Strandgut“ sehr gefreut. In seinem neuen Roman spielt Earlon „Bucky“ Bronco, ein über 70-jähriger Amerikaner, die Hauptrolle. Er hat vor vielen Jahren nur 2 Musik-Singles veröffentlicht. Selber sieht er sich allerdings nicht als Soulsänger. Sein Leben in den Staaten war sehr bescheiden, und nur seine unendliche Liebe zu seiner Frau Maybelle hielt ihn immer auf der geraden Spur. Aber Maybelle lebt nicht mehr und für Bucky ist die Welt nur noch düster und schmerzerfüllt. In den Staaten kennt man seine Musik gar nicht mehr, nicht so in England. Dort feierte man seine Singles. Und so kam es, dass man ihn viele Jahre nach der Veröffentlichung einlud, in Scarborough aufzutreten. Earlon "Bucky" Bronco, King of Soul, gehört wohl zum Strandgut des Lebens. Er ist schon seit einiger Zeit Witwer und vermisst seine geliebte Frau sehr. Er mäandert durchs Leben und versucht seine eigenen Schmerzen mit Medikamenten zu betäuben. Gute Medikamente, die so manchen Junkie eifersüchtig machen könnte. Bucky war einmal Musiker, aber das Leben hat ihm übel mitgespielt. Und nun bekommt auf seine alten Tage nochmal eine Einladung nach England. Wann hatte er seine Heimat Amerika wohl das letzte Mal verlassen? Er lässt sich auf das Abenteuer ein und fliegt in das Land der Könige und Königinnen, zu den Erfindern der Gurkensandwiches. Tiefgründig, flapsig Ich habe jede Seite in diesem Buch genossen, flapsig und doch tiefgründig geschrieben, unterhält der Autor Benjamin Mayers den Leser sehr gut. Die Sätze sind angenehm und unterhaltsam. Und doch ist man manchmal genervt, wenn Bucky zum wiederholten Male jammert, dass er keine Medikamente mehr hat. Denn die sind ihm auf dem Flug nach England abhandengekommen. Bucky ist einsam und findet in dem alten Königreich England plötzlich Menschen, die ihn mögen und seine Musik sowieso. Einsamkeit ist nie ein guter Freund. Der alte Musiker bekommt eine zweite Chance und um die zu ergreifen, bekommt er charmante Hilfe von Dinah. Die mittelalte Frau hat selber einige Hürden in ihrem Leben zu überwinden, aber scheint nie den Mut und vor allem nicht den Humor zu verlieren. Und sie liebt es sich allen Ärger in der Nordsee abzuwaschen und geht einmal am Tag in die eiskalten Fluten. Auch sie bekommt eine weitere Chance, ihr Leben zu kippen und etwas Besseres daraus zu machen. Manchmal wünsche ich mir auch Ton zum Buch, denn ich hätte gerne die beiden Musik-Titel, die Bucky irgendwann einmal aufgenommen hat, gehört.

Titel und Cover passen wirklich hervorragend zur Geschichte. "Strandgut" ist eine Geschichte über Trauer, neue Chancen und die Kraft der Musik. Der Schreibstil des Autors ist fesselnd und die Charaktere waren super beschrieben. Die Stimmung und Gefühle wurden sehr gut transportiert und ich habe mit Bucky und Dinah mitgefühlt. Ein tolles Buch.
STRANDGUT Benjamin Myers Wie durch ein Wunder bekommt der 70-jährige Earlon „Bucky“ Bronco eine Einladung nach Scarborough in England – zu einem Weekender Soulfestival. Zunächst hält er das Ganze für einen schlechten Scherz. Schließlich kennt heute kaum jemand seine Musik, geschweige denn seinen Namen. Die zwei Songs, die er in jungen Jahren aufgenommen hat, sind längst in Vergessenheit geraten – zumindest in Amerika. Doch die Einladung ist echt: gut bezahlt, Flugticket inklusive. Bucky, unser liebenswerter Protagonist, nimmt das Angebot an – obwohl er physisch als auch psychisch am Ende ist. Man könnte sagen, Bucky ist ein Wrack: Er lebt allein, pendelt zwischen Bett und Apotheke, betäubt sich mit Opiaten und Alkohol. Eine neue Hüfte könnte er dringend brauchen, doch die Kosten sind für ihn untragbar. Und ausgerechnet an dem Tag, an dem sein Auftritt stattfinden soll, jährt sich der Todestag seiner geliebten Frau May. Trotz aller Zweifel tritt Bucky die Reise an. Am Flughafen in England wird er von Dinah abgeholt, einer warmherzigen Frau in ihren Fünfzigern, die ihn während der Tage in York begleitet. Doch kaum hat er sich eingerichtet, merkt er, dass er seine Tabletten im Flugzeug vergessen hat. Von Dinah erfährt er, dass seine Songs in England Kultstatus haben. Für viele gilt er als der „King of Soul“, und man erwartet sehnsüchtig seinen Auftritt. Zwischen Dinah und Bucky entsteht schnell eine stille, berührende Verbindung – zwei verlorene Seelen, die sich gegenseitig Halt geben. Benjamin Myers erzählt diese Geschichte ganz langsam, beinahe zögerlich. In den ersten hundert Seiten passiert sehr wenig, aber genau das schafft Raum für feine Beobachtungen und liebevoll gezeichnete Figuren. Besonders Dinah wächst einem mit ihrem trockenen Humor ans Herz – ich musste mehr als einmal lachen. Die zweite Hälfte, vor allem das Ende, ist berührend und versöhnlich. Schön sind auch die atmosphärischen Beschreibungen – ich hatte das Gefühl, selbst im Hotel Majestic abgestiegen zu sein, den leicht muffigen Geruch in der Nase. Besonders bewegt hat mich der Brief, den der Autor vor Erscheinen des Buches an alle Buchhändler*innen geschrieben hat. Und sollte ich je nach Yorkshire kommen, nehme ich seine Einladung zu einer Tasse Tee garantiert an. ❤️ Fazit: Ein stilles Buch über zweite Chancen, Musik und Menschlichkeit. Empfehlenswert für alle, die ruhige, detailverliebte Romane mögen. 3½/ 5 TW: Drogen und Alkoholmissbrauch.

Die Hoffnung stirbt zuletzt
Bucky ist 70 Jahre alt, Amerikaner, verwitwet und hat noch nie das Meer gesehen. Als junger Mann war er Sänger und hat ein paar Soul-Lieder geschrieben. Es erreicht ihn plötzlich eine Einladung nach England, zu einem Festival, auf dem er singen soll. Bucky hat Fans und er versteht gar nicht wieso, da sich in seiner Heimat keiner für ihn interessiert. Genau an dem ersten Todestag seiner geliebten Frau soll er auftreten. Er setzt sich ins Flugzeug an die britische Küste und lernt dort Dinah kennen. Eine lebenskluge Frau, Mitte 50, die sich während seines Aufenthalts um Bucky kümmert. Es entsteht eine tiefe Freundschaft mit viel Vertrauen. „Trauer ist Liebe zu dem, den man verloren hat.“ Die Erzählweise ist total ruhig, was ich total faszinierend finde. Der Autor schafft es, dass man selbst bei dieser Geschichte entspannt und dran bleibt, obwohl es viel um das körperliche und geistige Leid von Bucky und seine traurigen Erfahrungen wie der Tod seines Bruders und einer Frau geht. Es begleitet einen eine gewisse Melancholie, die mich aber zu keiner Sekunde erdrückt hat. Bucky ist ein toller, liebevoller alter Mann, der viel erlebt hat. Ich habe das Buch echt gerne gelesen und habe Bucky und Dinah sehr lieb gewonnen.
Strandgut ist nach Offene See das zweite Buch von dem Autoren, das ich lese. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich den Riesen Hype um Offene See nicht nachvollziehen konnte, wobei ich es nicht verkehrt fand. Daher war ich nun gespannt auf Strandgut. Ich mochte es mehr und habe viele gute und schöne Sätze darin gefunden! „Dass Maybellene, die ihn verstanden und akzeptiert hatte, nicht mehr war, hatte auch Bucky weniger werden lassen, als wäre er ohne ihre Augen, die ihn betrachteten, ohne ihr tadelndes Lachen irgendwie weniger sichtbar.“ „Er sah zu, wie die Wolken um die Spitzen der Tragflächen wirbelten, und fragte sich, wie viele von den Passagieren wussten, wie Fliegen überhaupt funktionierte. Er sicher nicht.“ „Eine Flugbegleiterin bot ihm eine kleine Flasche Wein an mit einem Lächeln, dachte er, das ihn selbst ein Todesurteil akzeptieren lassen würde.“ Ich könnte ewig so weiter machen! Sprachlich wirklich toll - mal still und traurig, dann wieder lustig, selbstironisch und…ja, einfach witzig. Nur letztlich hat das Buch mich nicht ganz abgeholt. Wortgewandt wurde hier eine einigermaßen interessante Geschichte leider unnötig in die Länge gezogen. Earlon »Bucky« Bronco - eine Legende des Soul wird nach England eingeladen, um in einer kleinen englischen Stadt auf einem Festival sein Comeback zu feiern. Betreut wird er vor Ort von der Soul-Verrückten Dinah, die unglücklich mit einem ewig alkoholisierten Versager verheiratet ist und zudem noch einen arbeitsfaulen und ewig bekifften Sohn zuhause ertragen muss, betreut Bucky während seines Aufenthalts und hilft ihm, sich auf seinen Auftritt vorzubereiten. „Die mütterliche Bindung war schwächer geworden, seit Lee in die Pubertät gekommen und zu einem mundfaulen Klumpen geworden war.“ Das Problem ist, dass Bucky seine Opioid-Tabletten, von denen er seit Jahren abhängig ist, im Flugzeug vergessen hat. Diese Tabletten retten ihn und seine schreiende Hüfte eigentlich durch den Tag - doch nun fällt er in einen kalten Entzug und muss zusätzlich die Schmerzen ertragen. Dann ist da noch die aus Afghanistan stammende Rapperin (eigentlich Studentin), die in dem ominösen Hotel, in dem Bucky untergebracht ist, die Zimmer putzt; sie weist Bucky auf etwas hin, womit er nie gerechnet hatte. Während sich nun Dinah über ihr verschwendetes Leben klar wird, taumelt Bucky - trotz Entzugserscheinungen und schmerzender Hüfte auf sein Comeback zu. Es sei erwähnt, dass er in seinem Leben lediglich zwei Lieder aufgenommen hat und seine Auftritte aus den Plattenaufnahmen und dem Mitwirken in Background- und Kirchenchören bestanden; vor fast 60 Jahren. Aber, was soll‘s - mit Whisky-Cola, einem Joint und ein paar unbekannten Tabletten, ist die Situation absolut zu meistern. Auch ein Interview mit einer Musikjournalistin ist kein Ding - erinnert er sich doch darüber auch noch an seinen Bruder, der zu Unrecht ins Gefängnis kam und… Sorry, da ist zu viel zu dick aufgetragen und dabei dehnt sich die Story noch unnötig lang. Für mich wurde hier die Story zu sehr konstruiert (auch das Ende - na ja…) ABER sprachlich ist das Buch ganz weit vorne und erhält von mir 3 von 5 Sternen. „Die Wörter, dachte er, haben mit dem Tod noch nicht gleichgezogen. Sie sind zu limitiert. Der Tod entzog sich jeder Beschreibung.“ Empfehlenswert für die Leser, die auch Offene See mochten. Für mich ganz sicher keine vergeudete Lesezeit - aber ich würde auch nicht missen, es nicht gelesen zu haben.
Leider enttäuschend
Ich habe „Offene See“ geliebt und wollte dies hier so sehr mögen. Leider für mich enttäuschend. Bucky ist abhängig von Tabletten und wohl auch Alkohol und das dominiert sein Handeln und das Buch. Seine Art, Frauen mit Sweetie und Honey anzusprechen, hat genervt. Die Rückblenden waren wichtig, um ihn besser verstehen zu können, haben mich aber nicht positiver gestimmt. Kommt bei Weitem nicht an die Atmosphäre von Offene See heran.
Ein Roman, der ans Herz geht und nachwirkt. 🌊
„Strandgut“ ist kein Buch, das man einfach nur liest – man erlebt es. Es geht um Verlust, Überleben, die Zerbrechlichkeit des Menschen und die Schönheit in den einfachsten Dingen. Der malerische und poetische Schreibstil ist wunderschön zu lesen und hat "Strandgut" zu einem meiner Lieblingsbücher gemacht.
Eine stille, schwere Geschichte über Identität und Hoffnung(slosigkeit), die nicht ganz das war, was ich erwartet hatte
Ich bin vermutlich mit den falschen Erwartungen an dieses Buch herangegangen – und vielleicht konnte es mich deshalb nicht vollständig überzeugen. Strandgut ist ruhig, grau, manchmal fast schon drückend in seiner Atmosphäre. Beim Lesen fühlte ich mich stellenweise müde, beinahe erschlagen. Die Aber genau das scheint gewollt zu sein: Das Leben des Protagonisten Bucky ist geprägt von Einsamkeit, Schmerzen und Hoffnungslosigkeit – und die Stimmung des Buches spiegelt das eindrücklich wider. In diesem Sinne ist der Titel Strandgut sehr passend: Bucky wirkt wie ein Stück Treibholz, das vom Leben hin und her geworfen wird. Einige Passagen empfand ich als verwirrend, was mir das Lesen zusätzlich erschwerte – gleichzeitig passt auch das wieder zur zerrissenen, suchenden Figur Buckys. Was mir jedoch gefehlt hat, war die Natur, von der ich mir erhofft hatte, dass sie eine größere Rolle spielt und mir kleine Momente des Wegträumens schenkt. Stattdessen bleibt sie eher im Hintergrund, ein leiser Nebendarsteller. Trotz allem: Die letzten Seiten haben in mir doch noch etwas versöhnt und ein leises, gutes Gefühl hinterlassen. Irgendwie würde ich tatsächlich gerne wissen, wie es mit Bucky weitergeht.

»Strandgut« sollte eine Geschichte über Hoffnung sein, wurde aber schnell zu einer Mischung aus Trauer und Traumata, die nur von Buckys kaltem Entzug von Schmerzmitteln getragen wurde. Leider konnte ich für mich keinen Mehrwert finden. Die Geschichte kam nie wirklich auf den Punkt, verharrte eigentlich schon kurz nach dem Start auf einem Plateau. Anders als bei »Offene See« konnte mich auch nicht mal Benjamin Myers' Schreibstil überzeugen. Die Poesie, der Zauber, den er mit Worten schafft, hat gefehlt; stattdessen wurde das triste und trostlose Leben Buckys und Dinahs beschrieben. Die Eintönigkeit hat stellenweise Längen geschaffen, sanfte Melancholie war allgegenwärtig. Für mich das "Schlimmste": Der Roman war voll mit Musik, jedoch waren es nur leere Worte. Ich habe die Lebendigkeit vermisst, dieses gewisse Gefühl. Seit dem Tod seiner Frau stolpert Bucky mehr oder weniger durch das Leben, ist dabei sich aufzugeben und landet auf eine Einladung hin im englischen Scarborough bei einem Soul-Musikfestival - und ist dort aufgrund seiner Vergangenheit ein gefeierter Musikstar. Der eigentliche Star des Romans war für mich jedoch Dinah. Mit ihr steht und fällt alles und trotzdem ist sie nur eine Randerscheinung, deren Leistungen keine Beachtung fanden. Dinah hätte strahlen können, stattdessen begleitet man als Leser:in nur Bucky während seines Entzuges und liest von seinen Zweifeln und Gebrechen. So traurig ich darüber bin, aber »Strandgut« konnte mich nicht überzeugen. Mir hat es durchweg an Handlung, Sprache und Atmosphäre gefehlt. Ich finde das wirklich bedauerlich, denn das Potenzial war eindeutig da.

Der alte Mann und das britische Meer Wenn ich Benjamin Myers lese oder an sein Werk denke, dann schiebt sich ein Wort vor allen anderen in mein Bewusstsein: zeitlos. Sein hierzulande wohl berühmtester, meist gelesener und besprochener Roman “Offene See” spielt in der Vergangenheit, sein aktuelles Buch “Strandgut” in der Gegenwart. Aber irgendwie ist das nebensächlich, denn der individuelle Erzählton des britischen Autors ist immer derselbe: poetisch, klassisch, auf den Punkt. Myers Erzählen wird die Zeiten überdauern, seinen Status als “moderner Klassiker” mit jedem neuen Werk untermauern. Neben dem besonderen Erzählton vor allem auch deshalb, weil er zeitlose Menschheitsthemen zum Gegenstand seiner Bücher macht, mit denen sich praktisch jeder und jede identifizieren kann: Liebe, Verlust/Tod/Trauer, Schicksal, Neuanfang bzw. “das Danach”. Der Phönix, der aus den verbrannten Trümmern seines Lebens aufsteigt, ist in “Strandgut” (Originaltitel: “Rare Singles”) der Amerikaner Earlon “Bucky” Bronco. Der Name könnte klischeehafter nicht sein. Am Anfang erleben wir den ehemaligen Soulsänger und mittlerweile Ü-70-Jährigen in seiner Heimat Chicago, wo er uns als gebrochener Mann und gebeutelte Seele entgegen humpelt: Er holt sich in der Apotheke/Drogerie seine Opiate, denn ohne sie kann er nicht mehr leben - genauso wenig wie ohne seine Frau Maybellene, die allerdings vor fast einem Jahr an Krebs verstarb. Ein Süchtiger, einer, der seine Trauer betäubt. Hier wäre die Geschichte eigentlich nur noch aus der Retrospektive relevant, wenn da nicht die Zukunft wäre, die Bucky ruft: Er soll seine wenigen alten Hits, die er als Teenager eingesungen hat und mit denen er nichts verdient hat, bei einem Festival im englischen Küstenort Scarborough singen und bekommt alles bezahlt. Hauptsächlich geht es jetzt also darum, wie er eine Woche in England verbringt und dort u.a. auf komische Mahlzeiten, englische Gebräuche und die Ü-50-Jährige Dinah trifft, die ein Fan von ihm zu sein scheint. Kann das “Hier und Jetzt” Bucky nochmal für sich begeistern? Benjamin Myers schafft es irgendwie immer mich mitzunehmen - egal welche Geschichte er erzählt. Seine Worte, seine lyrische Prosa machen selbst - setze ein unflätiges Wort, das Exkremente beschreibt - zu Gold. Wobei ich die Geschichte, den Plot, die etwas karge, manchmal spröde und oft herzerwärmend ruhige Handlung auf keinen Fall runtermachen möchte. Solche Geschichten haben ihren Platz, ihre Nische. Solche Geschichten berühren, auch wenn sie vielleicht nicht für jeden sind. “Strandgut” ist vielleicht nicht Benjamin Myers gefälligstes, schönstes Buch, aber es macht sein Gesamtwerk um eine wichtige Facette reicher. Der Roman atmet Musik und Leben, zeigt uns, dass - so negativ der Status auch sein möge - immer die Chance auf eine bessere Zukunft in unseren eigenen Händen liegt. Wir sind unseres Glückes Schmied - wir müssen nur die Augen aufmachen und das Eisen aufheben, das wir zu dem vielleicht schönsten Hufeisen schmieden werden, das wir jemals in der Hand gehalten haben. Empfehlenswert. Übersetzt von Werner Löcher-Lawrence.

Melancholisch und gefühlvoll - aber Achtung: kaum „Meer“
Ben Myers ist einer meiner Lieblingsautoren, seit ich „Offene See“ gelesen habe, das seither zu meinen Lebenslesehighlights gehört. Ihr könnt euch also vielleicht meine Vorfreude bzgl. seines neuesten Werks vorstellen ☺️… Der Titel des Romans lässt immerhin vermuten, dass es wieder um das Meer geht. Tatsächlich aber spielt das Meer zwar eine Rolle, allerdings keine wirklich große, was mich verwundert, aber letztendlich nicht gestört hat. Es geht um den siebzigjährigen Earlon „Bucky“ Bronco, der seit dem Tod seiner geliebten Frau vor einem Jahr nur noch körperlich existiert. Und nicht mal das so richtig. Er pendelt zwischen Daheim und der Apotheke, bei der er seine dringend benötigten opioiden Schmerzmittel bekommt. Nur sie verschaffen ihm für ein paar kurze Momente am Tag Erleichterung von seinen barbarischen Schmerzen in Beinen und Hüfte. Doch dann erhält Bucky, der in Chicago lebt, eine Einladung zu einem Soulfestival aus dem englischen Scarborough… Dort soll Bucky als Abschlussnummer auftreten. Denn tatsächlich hat er im Alter von siebzehn mal ein einen Soulsong veröffentlicht. Einen zweiten fast auch noch. In den USA will und wollte aber nie jemand etwas von ihm wissen. Wagemutig nimmt Bucky die Einladung an und muss verwundert feststellen, dass er in England eine Art Legende ist. Dinah ist eine seiner Bewunderinnen, die ihm außerdem für seinen Aufenthalt als Betreuerin zugeteilt wurde. Was Bucky alles in England erlebt, wie Dinah ihn begleitet und noch viel mehr verrate ich hier allerdings nicht. Benjamin Myers versteht es einfach sehr gut, Menschen zu beschreiben. Er bringt ihre Gefühle und Gedanken zu Papier, ohne dabei in den Kitsch abzudriften. Mich haben Buckys Lebensrückblicke, die im Verlauf der eigentlichen Handlung eingestreut werden, sehr berührt. Und Dinah, die mit einem absoluten A*loc* von Ehemann „gesegnet“ ist, hat mich fasziniert. Wie sie mit so viel Mut und Optimismus durchs Leben geht. Melancholie zieht sich durch das ganze Buch, was mir sehr gefallen hat. Ich habe für zwei Tage (es musste einfach schnell gelesen werden) mit Bucky gelebt, gehadert, gelitten und gehofft. Fazit: Diesen gefühlvollen Roman möchte ich euch ans Herz legen, wenn ihr in melancholischer Stimmung seid. Es ist dabei egal, ob ihr „offene See“ schon kennt, oder eben nicht. Ben Myers zeigt, dass man sich immernoch in die Fluten werfen kann, auch wenn man sich eigentlich schon als gestrandet ansah. Er lässt uns ein Stück mitleiden und schenkt uns dennoch Hoffnung, auch und vor allem für das eigene Dasein! Ich hab‘s echt gern gelesen. ⭐️⭐️⭐️⭐️✨/5 Werbung für Bücher - digitales Leseexemplar von Netgalley und Dumont
Gute Ansätze, aber der Funke sprang nicht über
Der neueste Roman Strandgut von Benjamin Myers handelt von zwei Menschen, die beide eine Geschichte haben. Da ist Bucky Bronco, ein in die Jahre gekommenen Sänger, mit gesundheitlichen Problemen. Und da ist Dinah, Mitte Fünfzig, deren familiäre Situation nicht sonderlich harmonisch wirkt. Die beiden Treffen aufeinander und wachsen, trotz aller Unterschiede und Herausforderungen, miteinander. Optisch kommt das Buch toll daher. Ein hübsches Cover umspannt das Buch - See, Strand, eher Kunst. Das gefällt mir. Aber inhaltlich wurde ich nicht so richtig warm mit der Geschichte. Mir hat ein wenig Herz und Humor gefehlt. Beide Hauptcharaktere sind nachvollziehbar gezeichnet. Aber es gibt auch viele Längen in denen nicht wirklich etwas für die Geschichte passiert. Das Ende war für mich gelungen, macht aber nicht die stellenweise zähe Geschichte wieder wett. Meine Erwartungen wurden somit leider nicht erfüllt.

Das war eine schöne, atmosphärische Geschichte. Ganz viel englische Küste ♡ Netter Protagonist, sympathisch.
Benjamin Myers Art zu schreiben ist ein kleiner Seelenfrieden für mich. Er behandelt seine Themen mit Bedacht , steigt tief ein und stattet sie mit so viel Atmosphäre aus, dass ich regelrecht darin versinken kann. Er benötigt dabei nicht viel Effekthascherei. Seine Worte stehen für sich und zeichnen sein Schreiben aus. In "Strandgut" geht es um Bucky, ein Amerikaner, der vor 50Jahren mal ein paar gute Soulnummern gerausbrachte und dann wieder in der Versenkung verschwand. Nicht so für die Engländer. Er kann es kaum glauben, dass er eines Tages eingeladen wird auf die Insel zu kommen, an die englische Küste, um dort ein Konzert zu geben. Da er chronisch knapp bei Kasse ist, sagt er zu. Auf dem Weg erfahren wir, dass Bucky chronische Schmerzen hat und allmählich auch, dass sein Leben einen nicht gerade erfolgreichen Verlauf genommen hat.. in England trifft Bucky zudem auf Dinah und Shabana, zwei Frauen, die den sympathischen Mann annehmen wie er ist und versuchen, seinen Selbstwert wieder aufzurichten. Ein melancholischer, hoffnungsvollen Roman, mit einem sehr sympathischen Protagonisten, dem man nur das Beste wünscht ♡ Ich habe mich in Scarborough sehr geborgen gefühlt und würde sowohl Buckys, als auch Dinahs Weg, der auch liebend gern weiterverfolgen, denn beiden gelingt ein Befreiungsschlag- auf die ein oder andere Weise.
Am Ende wird alles gut & wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende 💥
Ein Buch voll schmerzhafter Vergangenheit, Hoffnung, Musik, Gutmenschen & dem Weitermachen. Mit Bucky starten wir in das eintönige Leben eines 70jährigen Witwers. Ein Leben voller Schicksalschlägen und Schmerztabletten. Ein Leben, was sich durch eine Einladung ins kleine Scarborough, England ändern könnte. Nach einer lange Zeit zurückliegenden und erfolglosen Karriere als Soulmusiker, kommt der Brief umso überraschender, wer sollte Earlon “Bucky” Bronco schon kennen? Dinah, eine soulbegeisterte, eigentlich lebensfrohe, aber irgendwie im Trott gefangene Mittfünzigerin empfängt Bucky an der Küste Englands. Wir begleiten die beiden ein Wochenende & bekommen Einblicke in die Vergangenheit dergleichen. Ein Soulfestival mit einem erfolglosen viel zu alten Sänger als Mainact? Da täuscht sich Bucky & erfährt, wie viel Liebe und Emotionen es um seine wenigen Songs gibt, die ihn zum Kult des Souls machen. Die Geschichte ist anfangs etwas streng und hart, entwickelt sich aber in eine gefühlvollere & auch hoffnungsvollere Richtung, sobald man durch Buckys harte Schale gekommen ist. Durch Vergangenheitsrückblenden erschließt sich Buckys handeln und wir tauchen in eine melancholische Lebensgeschichte ein. Dieses Wochenende scheint das Leben des 70jährigen gegen Ende seines Seins aber nochmal einen gewaltigen Twist zu bescheren. Die Rohheit Buckys und auch Dinahs Lebens macht die Geschichte umso greifbarer & real erlebbar. Genau das führt dazu, dem Ende nochmal ein mehr Wichtung zu verleihen. Anfangs fiel es mir etwas schwer, in die Geschichte zu starten. Es ist relativ slow paced und begrenzt durch den zeitlichen Rahmen dieses Soul Fest Wochenendes. Wird man aber einmal warm, lohnt sich die Geschichte sehr & gibt einem einen sehr hoffnungsvollen Denkanstoß & viel Liebe (aber nicht im klassischen Sinne) mit an die Hand. Empfehlung für ein melancholisches, rohes Buch mit einem Happy End auch wenn man nicht mehr damit rechnet.

Ein musikalischer Roman mit guten Figuren und etwas Metaphorik
„Offene See“ von Benjamin Meyers war für mich ein wirklich bezauberndes Buch, gibt es doch die weite Landschaft Englands und die Macht des Meeres sehr berührend wieder. Ob das neue Buch in ähnlichem Outfit daran heranreichen kann, werdet ihr gleich erfahren. Earlon „Bucky“ Bronco aus Illinois, hatte vor etlichen Jahren einen Hit. Zu einem Zweiten hat es schon nicht mehr gereicht. Er wurde erst gar nicht veröffentlicht. Nun ist er 70, seine Frau Maybellene ist vor einem Jahr gestorben, und er hadert mit sich und seinem Leben. Die Schmerzen in seiner Hüfte sind unerträglich geworden, und so sind die kleinen Helferlein, die er täglich schluckt, unentbehrlich. Er lebt ein bescheidenes Leben in einem Landstrich, in dem die Leute sehr einfach sind und die Landschaft sich bis zum Horizont erstreckt. Über den schauen Sie auch selten hinaus, denn weiter geht ihr Empfinden für die Welt nicht. Bucky hat also nicht so wirklich eine Ahnung davon, wie es jenseits seiner Heimat zugeht. In Rückblicken erfährt man, warum Bucky so geworden ist, wie er jetzt scheint. Er wird zu einem Auftritt nach England eingeladen, und da ihm alles bezahlt wird und er auch noch Geld verdient, wagt er dieses kleine Abenteuer. Dinah lebt in Scarborough und personifiziert die schroffe, aber liebenswerte Britin, die regelmäßig im Meer schwimmt, ansonsten aber ein wenig erfrischendes Leben führt. Ihr Mann und ihr Sohn sind eine Vollkatastrophe und sie weiß, dass ihr Leben so nicht weitergehen kann. Aber sie darf Bucky betreuen. Sein Song bedeutet ihr alles. Und während der gealterte Sänger meint, dass dieses Lied niemanden mehr interessiert, ist seine Fangemeinde in England größer denn je. Wir erleben nun, wie die beiden sich kennen lernen und gemeinsam einen Weg finden, sich ihren Problemen zu stellen. Es gibt ein gemeinsames Ziel - den Auftritt von Bucky hinzuabekommen Wenn ich nun beurteilen muss wie ich den Roman fand, so könnte ich zwei ganz unterschiedliche Rezensionen schreiben In der ersten würde ich die unglaublich schöne Sprache von Benjamin Myers loben. Er schafft es sprachliche Bilder zu modulieren, die einem immer in Erinnerung bleiben. Das Trauer der Preis für Liebe ist, finde ich zum Beispiel eine Erkenntnis, die mich gleichzeitig glücklich und traurig macht. Die Figurenzeichnung ist dem Autor sehr geglückt. Bucky und Dinah kommen beide besonders und liebenswert daher, obwohl sie eher komplizierter Natur sind. Die Art, wie sie miteinander reden erfreut mein Herz. Man wünscht Ihnen von Anfang an nur Gutes und hofft, dass sie ihren Weg finden. Auch die Landschaft ist wunderschön beschrieben. Das raue und gastliche der Küste Englands gibt eine Realität wieder, die man wortwörtlich spüren kann. Der Plot an sich ist interessant. Ein Sänger, der um seinen Erfolg im Ausland nicht weiß und eine 20 Jahre jüngere Frau, die sich in ihr Schicksal gefügt hat, verspricht interessante Entwicklungen und eine Dynamik der besonderen Art. Die zweite Rezension würde einige Kritikpunkte in den Mittelpunkt stellen. Mir wurden zu viele Themen aufgemacht, die Trauer über den Verlust seiner Frau steht genauso Mittelpunkt wie die Sucht nach Schmerzmitteln und Alkohol und die Macht der Musik. Die Ehe von Dinah und ihre Situation kam mir allerdings ein bisschen zu kurz. Der Roman war mir zu metaphorisch, ich konnte die Rolle der Möwe nicht wirklich entschlüsseln. Das hat sich für mich nicht aufgelöst und war mir oft zu gewollt. Ob die Darstellung der Figuren mit Klischees überladen war, ist vielleicht Geschmackssache. Der wenig aufgeklärte Amerikaner, der ständig darüber staunt, wie anders es doch im Ausland ist und an jedes Satz Ende ein Kurse Wort setzt, und die robuste Briten, die nichts erschüttern kann und mit „Keep Calm and everthing will be allright“ stoisch alle Probleme löst, sowie der saufende Ehemann, könnte natürlich der Realität entspringen und diese Stereotype dienen dazu mehr Atmosphäre herzustellen. Aber es war schon sehr plakativ. Am Ende kriegt die Geschichte noch mal Fahrt auf und wird zum Pageturner. Mein Fazit: Ein sprachlich wunderbar geschriebener Roman mit liebenswerten Figuren, der zu viel will. Düster dramatisch liefert er Metaebenen, die manchmal ans „Café am Rande der Welt“ erinnern. Etwas weniger Möwe wäre mir lieb gewesen. Eine gute Plot-Idee die im Tempo variiert und bei dir es in der Ausführung noch Luft nach oben gibt.
Ich bin nur schwer reingekommen
Earlon ‚Bucky‘ Bronco hat sein Leben gelebt. Seit dem Tod seiner Frau findet sein Leben nur noch zwischen Wohnung, Supermarkt und Apotheke statt. Hier holt er sich sein Lebenselixier, Opiate, die seine Schmerzen betäuben sollen. Meist gelingt ihm das nur in Kombination mit Alkohol. Mitten in dieser Lebenskrise erreicht ihn die, schier unglaubliche Einladung zu einem Musikfestival in Scaborough, Nordengland. Hier soll er seine drei, vor über fünfzig Jahren produzierten, Songs singen, die in Amerika nie richtig bekannt wurden, aber in England Kultstatus erreicht haben. Noch nie war er außerhalb von Amerika, alles ist neu für ihn. Um ihm den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, wird ihm Dinah zur Seite gestellt, eine warmherzige und mit reichlich britischen Humor ausgestattete Frau. Gemeinsam entdecken sie, dass sie mehr verbindet als anfangs gedacht. Benjamin Meyers hat einen sehr atmosphärischen Roman geschrieben, der wunderbar die verschiedenen Settings beschreibt: das heruntergekommene Hotel, Chicago in den Sechzigerjahren, den Ort am Meer und die furchtbar nervigen Möwen. Die Gefühle, die er beschreibt sind jederzeit nachvollziehbar. Zu viel waren mir die unzähligen Beschreibungen seines Drogenkonsums und die damit verbundene Verharmlosung. Seine Lebensgeschichte ist bewegend, gekennzeichnet von einem gnadenlosen amerikanischen Rechtssystem. Alles in allem eine nette Lektüre für zwischendurch. Triggerwarnung: exzessiver Alkohol- und Drogenkonsum
Ein bewegendes Buch über zweite Chancen, Hoffnung, Menschlichkeit und die Kraft der Musik; ein Buch für Fans ruhiger, detailverliebter Romane.
🏝️STRANDGUT🏝️ von Benjamin Myers, erschienen im DuMont Verlag, ET 17.06.2025, 308 Seiten, aus dem Englischen von Werner Löchner-Lawrence Kraft der Musik, Hoffnung, zweite Chancen, Küste Englands Mein Leseeindruck Earlon »Bucky« Bronco, Amerikaner in Chicago lebend, landet einst in den 70iger Jahren einen erfolgreichen Hit, konnte daran aber nicht anknüpfen und wurstelt sich sein ganzes Leben mit Gelegenheitsjobs durch, nicht in der Lage sich krankenversicherungstechnisch abzusichern und seine Hüfte operieren zu lassen. Nach dem Tod seiner geliebten Maybell ist er verloren, hangelt sich nur noch von Opiat zu Opiat inklusive Abkoholabusus. Wie durch ein Wunder erhält er Nachricht aus UK, wo ihn die Supermarktverkäuferin Dinah seit je her vergöttert. Diese steckt in einer längst abgelebten Ehe fest und lädt ihn für ein Wochenende ein, um seinen Song in der englischen Küstenstadt zu spielen. Er macht sich auf den Weg, doch schon in Flugzeug verliert er seinen „Stoff“ und landet in einem muffigen alten Hotel…Wie wird es wohl weitergehen? Das Buch ist wie gewohnt in atmosphärischem, poetischem, detailverliebtem Schreibstil verfasst. Die Szenen sind berührend, authentisch, fast schon klischeehaft dargestellt. Bronco verhielt sich für mich leider nicht sehr amerikanisch etc., so dass die Geschichte für mich von Anfang an sehr konstruiert wirkte. Alles war mir persönlich etwas zu unglaubwürdig, bedrückend, langatmig und vorhersehbar, was sich für mich durch den gesamten Roman zog. Insgesamt blieb das Buch für mich hinter meinen Erwartungen. Im Original heißt das Buch übrigens„Rare Singles“. Fazit: Ein bewegendes Buch über zweite Chancen, Hoffnung, Menschlichkeit und die Kraft der Musik; ein Buch für Fans ruhiger, detailverliebter Romane. Eure, Claudia

„Strandgut“ ist ein Roman über Neuanfänge im Spätsommer des Lebens, über Musik als Erinnerung und Heilung, und über das Meer, das für beide Protagonisten zur Metapher für alles Ungesagte wird. Ein Buch, das ich mit einem Lächeln und einem leichten Seufzen aus der Hand gelegt habe.
Manche Bücher berühren einen leise, fast wie eine Meeresbrise, die über die Haut streicht, ohne großes Aufsehen, aber mit bleibendem Eindruck. „Strandgut“ ist so ein Buch. Benjamin Myers erzählt hier keine große, dramatische Geschichte, sondern eine stille, zutiefst menschliche, und gerade darin liegt ihre Kraft. Earlon „Bucky“ Bronco, ein vergessener Soulsänger, steht mit siebzig Jahren an einem Punkt im Leben, an dem er kaum noch etwas erwartet. Die Einladung zu einem Soul-Festival in England wirkt wie ein letzter Gruß aus einem Leben, das längst vorbei scheint, und doch ist es der Beginn von etwas Neuem. Die Begegnung mit Dinah, die ebenso gestrandet scheint wie er, entwickelt sich zu einer leisen, berührenden Verbindung zweier Menschen, die ihre Wunden nicht verstecken, sondern gerade darin eine tiefe Nähe finden. Myers’ Sprache ist zärtlich und zugleich klar. Er schreibt mit einer fast musikalischen Sensibilität – kein Satz ist zu viel, kein Bild zu laut. Besonders beeindruckt hat mich, wie unaufgeregt, ja fast beiläufig er von Themen wie Altern, Trauer, Vergänglichkeit und Hoffnung erzählt. Dabei gelingt es ihm, Melancholie und Lebensfreude nebeneinander stehen zu lassen, wie Ebbe und Flut. „Strandgut“ ist ein Roman über Neuanfänge im Spätsommer des Lebens, über Musik als Erinnerung und Heilung, und über das Meer, das für beide Protagonisten zur Metapher für alles Ungesagte wird. Ein Buch, das ich mit einem Lächeln und einem leichten Seufzen aus der Hand gelegt habe.
Leider etwas enttäuschend.
Nachdem mir „Offene See“ von Benjamin Myers so gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf sein neues Werk gefreut. Aber leider konnte „Strandgut“ nicht an „Offene See“ herankommen. Earlon Bronco ist ein in die Jahre gekommener Soul Sänger. Nach dem Tode seiner Frau führt ihn sein Weg nach England, in das er wegen eines Konzertes eingeladen wurde. Und anders als in den USA, wo sich niemand an ihn erinnert, scheint er in Europa sehr beliebt zu sein. Ihm wird Dinah an die Seite gestellt. Mitte fünfzig und ein großer Fan von Earlon. Sie hat, ich würde mal sagen, die Familie des Grauens daheim. Einen Mann und einen Sohn, die beide am Leben scheitern und sich mit Alkohol, Drogen, Fernsehen und Computerspielen vergnügen, während Dinah das Geld für die Familie ranschaffen muss. Der Einstieg in die Geschichte viel mir wieder leicht. Benjamin Myers kann einfach tolle Charaktere schreiben. Allerdings nahm die Geschichte einfach keine Fahrt für mich auf. Der Plot tröpfelte so vor sich hin und auch nach ca. der Hälfte des Buches, wusste ich noch nicht, wohin das Buch mit mir möchte. Sowohl Earlon, als auch Dinah habe ich als Protagonisten sehr gemocht. Beide Schicksale haben mich sehr berühren können und ich fand die Zwei einfach herrlich zusammen. Leider konnte mich auch das Musik Thema in diesem Buch nicht packen. Die Geschichte hatte wirklich ihre Momente, gar keine Frage. Und vielleicht hatte ich einfach zu hohe, oder andere Erwartungen an das Buch. Ich mochte das Majestic Hotel, in dessen Fluren man sich schon fast verlaufen konnte. Ich mochte Earlon und noch mehr mochte ich Dinah. Aber die Geschichte an sich, war leider nicht meines. Der Funke ist diesmal einfach nicht übergesprungen. Aber das ist natürlich nur meine subjektive Meinung zu dem Buch.

Etwas langatmig zu Beginn. Zwei Menschen treffen aufeinander und schaffen es durch den jeweils anderen ihre Vergangenheit sowie Gegenwart zu verarbeiten. Eingestreute Rückblenden des Hauptcharakters helfen dem Storytelling, kommen gegen Ende des Buches aber an mMn. unpassenden Stellen und zu oft. Trotzdem hat das Ende des Buches mich mit dem langatmigen Anfang versöhnt.

Myers erreicht alte Glorie leider nicht mehr, erzählt aber dennoch eine recht schöne Geschichte, die einem auch den ein oder anderen Lacher entlockt. Auch wenn das Konzept und der Handlungsverlauf recht ähnlich zur "Offenen See" sind ( was ein absolutes Meisterwerk war, so ganz am Rande ), hat er mich hier allerdings nicht ganz so sehr überzeugen können wie zuvor. Im Fokus stehen Trauer, Einsamkeit, Selbstaufopferung und die Hoffnung auf einen Neuanfang. Es wird viel geplaudert über den Sinn des Lebens und ähnliche tiefe Philosophie, was allerdings bei ungefähr der Hälfte des Buches seinen Geschmack verliert. Von da an übernehmen Rückblenden und zahlreiche Alkohol und Drogen den Rest. Alles in allem ganz in Ordnung, jedoch nicht mehr als ein Schatten seiner früheren Werke.
Ein literarisch schön geschriebenes, aber inhaltlich schwer greifbares Buch, das mich leider nicht so berührt hat, wie ich es mir gewünscht hätte. Offene See reizt mich weiterhin – vielleicht irgendwann. Aber jetzt erstmal nicht.
Ich habe mich wirklich sehr auf „Strandgut" gefreut. Als Leserin, die schon seit einer ganzen Weile immer wieder um "Offene See" herumgeschlichen ist, war meine Vorfreude auf dieses neue Buch von Benjamin Myers groß – zumal ich so viel Gutes über seinen Schreibstil gehört hatte. Und tatsächlich: Die ersten Seiten haben mich sofort gepackt. Die Sprache ist feinfühlig, atmosphärisch dicht und voller Bedeutung. Es war genau diese Art von Stil, die mich in Büchern berührt – ruhig, poetisch, tief. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr habe ich gemerkt, dass sich diese sprachliche Kraft für mich leider nicht auf die Handlung übertragen hat. Der Inhalt zog sich für mein Empfinden sehr zäh dahin. Es fehlte mir an emotionaler Tiefe und echter Verbindung zu den Figuren. In manchen Momenten konnte ich zwar stark mit Bucky Bronco mitfühlen – besonders, wenn es um seine von der Vergangenheit beschwerte Seele ging. Diese Szenen waren eindringlich und haben mich berührt. Doch insgesamt konnte ich zu ihm keine echte Beziehung aufbauen. Er blieb mir fremd, fast wie hinter einer Glasscheibe. Auch mit Dinah bin ich nicht richtig warm geworden. Ihr familiärer Hintergrund – die Rücksichtslosigkeit ihres Umfelds und das Ausharren in einer lieblosen Beziehung – hat mich mehr abgestoßen als mitfühlen lassen. Ich weiß, dass es solche Lebensrealitäten gibt, und finde es grundsätzlich gut, dass sie literarisch sichtbar gemacht werden. Aber die Darstellung dieser Beziehung war für mich schwer auszuhalten und hat mich eher abgestoßen als bewegt. Die Annäherung zwischen Dinah und Bucky wirkte auf mich leider nicht so authentisch und emotional, wie ich es mir gewünscht hätte. Die poetischen, oft bildhaften inneren Monologe von Bucky haben mir sprachlich gefallen – aber sie haben mich nicht so sehr erreicht, wie ich gehofft hatte. Ich war oft außen vor, statt wirklich mitzuschwimmen im Fluss der Geschichte. Was ich allerdings sehr positiv hervorheben möchte: Die Gestaltung des Buches ist wunderschön und optisch wirklich gelungen. Das Cover, das Papier, das Gesamtbild – alles sehr hochwertig und ansprechend. Unterm Strich bleibt für mich ein literarisch schön geschriebenes, aber inhaltlich schwer greifbares Buch, das mich leider nicht so berührt hat, wie ich es mir gewünscht hätte. Offene See reizt mich weiterhin – vielleicht irgendwann. Aber jetzt erstmal nicht.
Sehr lesenswert: 👍👍👍👍 und im englischen Original vermutlich noch viel lesenswerter!
Ich habe Benjamin Myers erst kürzlich entdeckt (#offenesee 🤩) - und seither bin ich begeistert von diesem Autor, der sehr poetisch und mit starken, klaren Bildern aus dem Leben seiner Protagonisten erzählt. Hier: Aus dem verkorksten Leben von Earlon Bucky Bronco, dessen (fiktive) Geschichte an die Biografie von Sixto Rodríguez erinnert. Bucky hat mit seinen gut siebzig Jahren das Meer noch nie gesehen. Und doch, wie es im Klappentext heisst, «treibt er seit dem Tod seiner Frau durchs Leben wie ein Schiffbrüchiger». Der Amerikaner nimmt - ziemlich unüberlegt - eine Einladung nach England an, wo er auf einem kleinen Festival seine zwei (…) alten Hits spielen soll. Bucky und England präsentieren sich in Scarborough von ihrer rausten Seite. Bilder, Gefühle, Gerüche werden real. Eine umwerfende, zugleich traurige und versöhnliche Geschichte über das Leben der anderen.

„Es ist genau wie mit dem Leben, in das man hineingeboren wird, dachte er. Dinge werden dir genommen, nach und nach auf so subtile Weise abgetragen, dass du es womöglich nicht mal merkst, bis, was immer es ist, ganz verschwunden ist.“
Zum Cover: Schönes schlichtes Cover, welches auch wahnsinnig gut zum Buch passt. Zum Inhalt: In dem Buch „Strandgut“ geht es um Earlon „Bucky“ Bronco, der siebzig Jahre alt ist und in all seinen Jahren noch nie das Meer gesehen hat. Er lebt seit dem Tod seiner Frau nur noch wie ein Schiffbrüchiger in Chicago. Das Einzige, das er macht, ist, die Stunden bis zum Ende des Tages zu zählen, zwischendurch zur Apotheke zu gehen und dann wieder zurück ins Bett. Doch dann erhält er total unerwartet eine Nachricht, bei der er zuerst denkt, dass er veräppelt wird. Er wird zu einem Soul-Festival ins englische Scarborough eingeladen. Da Bucky eine Vergangenheit als Soulsänger hat, wird er eingeladen, was er nie erwartet hätte, da seine (wenigen) Songs in Amerika schon längst vergessen sind. Als er dann aber in Scarborough ankommt, stellt er schnell fest, dass er dort eine lebende Legende ist. Außerdem trifft er auf Dinah, welche Mitte fünfzig ist und ihren deprimierenden Alltag am besten vergessen kann, wenn sie Lieder von Bucky hört. Meine Meinung: Das Buch hat mir ganz gut gefallen. Mit dem Schreibstil hab ich mich auch recht schnell anfreunden können. Was ich allerdings etwas schwierig/ verwirrend fand, war, dass die Sichtweisen immer wieder gewechselt haben, ohne dass es so richtig angezeigt wurde. Hat einfach immer zwei, drei Sätze gebraucht zum Verstehen, aus welcher Sicht man liest. Sonst hat mir der Schreibstil aber wirklich gut gefallen. Der Anfang des Buchs lief tatsächlich eher etwas schleppend, da bis zur Seite 100 nicht so wirklich viel passiert. Man lernt viel über die Charaktere und diese hat man dann auch total gerne, bei mir war es vor allem Dinah mit ihrem Humor, aber auch unser Hauptprotagonist, Bucky mit seiner liebevollen Art. Auch die anderen Charakter waren für mich schnell überzeugend. Insgesamt ist „Strandgut“ ein sehr melancholisches, bewegendes Buch, das total schön über zweite Chancen, aber auch über die Kraft, die Musik erzeugen kann, erzählt.

Earlon »Bucky« Bronco führt mit seinen siebzig Jahren kein einfaches Leben. Seit dem Tod seiner Frau vor knapp einem Jahr fällt ihm es ihm zunehmend schwer, seinen Alltag zu bewältigen. Auch seine Hüfte macht ihm zu schaffen, doch die rettende Operation liegt dank fehlender Krankenversicherung in weiter Ferne. Da erreicht ihn eine Einladung ins englische Scarborough. Dort soll Bucky die einzigen beiden Soulhits performen, die er jemals hatte – doch wer sollte diese fast vergessenen Songs schön hören wollen? Mit „Offene See“ konnte Benjamin Myers mich begeistern. Nun liegt sein neuer Roman „Strandgut“ vor, der von Werner Löcher-Lawrence ins Deutsche übersetzt wurde. Erzählt wird sowohl aus der Perspektive von Bucky als auch der von Dinah, die ihn vor Ort in England betreut – jeweils in der dritten Person und der Vergangenheitsform. So können wir einen Blick in das Leben beider Figuren werfen, auch wenn Bucky dabei sicherlich im Mittelpunkt steht. Die Mittfünfzigerin Dinah ist ihrerseits in einem Leben mit einen Säufer als Ehemann und einem Incel als Sohn gefangen. Über einen großen Teil hinweg erzählt der Roman im Prinzip vom Scheitern des „American Dream“. Als junger Mann wurde Bucky um seinen Erfolg als Soulsänger betrogen und mit einem lächerlichen Honorar abgespeist. Auch in seiner Familie ist Schlimmes vorgefallen und inzwischen bleibt ihm gerade genug zum Überleben. Eine Krankenversicherung kann er sich nicht leisten und fristet so sein Dasein zwischen Alkohol und Opioiden. Mit der Reise nach England scheint sich jedoch sein Schicksal zu wenden. Zum ersten Mal erfährt Bucky, dass Menschen seine Musik lieben, dass sie ihnen Kraft gibt und eine deutsche Journalistin scheint den Schlüssel zu noch mehr Glück in der Hand zu halten. Buckys Geschichte inspiriert auch Dinah, doch noch einen Versuch zu unternehmen, etwas in ihrem Leben zu ändern. Gerade in den letzten Kapiteln schwindet für mich aber die starke Message der Geschichte, denn wir erleben nach einer Handlung voller Schmerzen, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch ein geradezu märchenhaftes Ende. Das war mir persönlich zu viel und zu unrealistisch – schade!
You get it or you don't. Myers ist wie immer sehr tiefgründig, aber auch einfach wunderschön. Klar, das Buch steckt voller Trauer, aber umso wichtiger ist wie Bucky damit weiterlebt und sich aus der Asche vergangener Tage erhebt. Man muss auch anmerken wie fantastisch hier die Nebencharaktere geschrieben sind. Meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Buch!
Holprige Übersetzung, es könnte ein gutes Buch sein.
Hannah und Dinah hören Bucky aufmerksam zu, vielleicht entrückt wirkte und nur mit einem Fuss in der Gegenwart zu stehen schien, mit dem anderen Knie tief im Sumpf seine Erinnerungen.. Dieses Zitat beschreibt Strandgut recht treffend. Es ist eine Hommage an den Soul, an die Musik, an Charaktere mit vielen Ecken und Kanten und die ewige Suche nach sich selbst, Identität und Vergangenheit. Das Thema Schuld können wir wohl alle, und deshalb fragt in dieser Roman, der grosse sind Fragen stellt, auch danach, wie wir uns selbst vergeben können. Earlon Bucky Bronco ist am Tiefpunkt seines Lebens angekommen, und dann kommt die Einladung nach England, Scarborough, ob er beim Soul-Weekender auftrete würde. In Amerika ist der ehemalige Sänger längst in der Versenkung verschwunden, in England wird er als Legende gefeiert. Soul, seine Seele ist es auch, die Rettung sucht. Der drogenabhängige Alkoholiker mäandert durch die Nächte. Etwas störend ist der Spannungsbogen, der darauf abzielt, ob er nun wirklich Drogen findet. Andererseits Saufen in Scarborough alle wie die Löcher. England ist eben die leidenden Nation. Wer schonmal in Scarborough war, weiss, dass es der Inbegriff des Verfalls ist, und deshalb passt es als Schicksalsort für Bucky. Strandgut könnte vielleicht ein gutes Buch sein, doch die Übersetzung funktioniert überhaupt nicht. Die Dialoge fliessen nicht, die Sätze in den Erzähplassagen wirken holprig. Es scheint mir allerdings so, als dass es nicht an der Qualität der Übersetzung liegt. Intensiver amerikanischer und englischer Slang sind unübersetzbar. The Full Monty funktioniert auch nicht auf Deutsch. Ich mag die gesellschaftlichen Fragen, die Strandgut aufwirft. Das Altwerden, die Auseinandersetzung mit dem Tod, mit der Trauer. Und mit dem System Amerikas, in dem jeder ohne Krankenversicherung sich selbst überlassen ist, in dem ein Miniprozentsatz die Sterne greifen darf und alle anderen Millionen in der Gosse landen. Die Sprache ist jedoch wirklich nahezu untragbar, und darunter leidet das Leseerlebnis sehr. Ich danke #netgallyde und dem DuMont Buchverlag für das Rezensionsexemplar. Das Meer war allgegenwärtig. Spiegel, Projektionsfläche, Metapherquell.
Die Sprache ist sehr metaphorisch. Aber es ist mir insgesamt zu depressiv . Zu viel Sucht, Schmerzen, Trauer.
Bucky kommt mit 70 zum ersten Mal nach England ans Meer und soll dort bei einem Weekender zwei 50 Jahre alte Soul Songs singen. Es gibt viele Soulfans, die sein Lied kennen obwohl er das nicht vermutet. Dinah ist absoluter Fan und kümmert sich. Bucky hat Schmerzen, leidet an Entzug und Traurigkeit. Seine Frau Maybell ist vor einem Jahr gestorben nach 50 Jahren Ehe. Er lernt aber auch interessante Frauen kennen. Hattie, die Journalistin und Shabana aus Afghanistan, die im Hotel arbeitet um ihr Studium zu finanzieren. Dann entdecken sie, dass sein alter Song auf TikTok gesamplet wurde….Insgesamt finde ich die Story ziemlich konstruiert . Das ,positive‘ Ende ahnt man früh, macht aber nicht an der pessimistischen Grundstimmung. Es gibt viele tolle Sätze wie: 😍Trauer ist der Preis der Liebe.

Irgendwie deprimierend…
Ich versteh schon, was das Buch von mir will. Ich finde die deprimierende Darstellung der deprimierenden Personen auf deprimierende Art und Weise nur irgendwie zu viel und dafür war mir das Ende ein wenig zu vorhersehbar. Und ich finde die Obsession des Autors mit Hüftarthrose sehr belastend. Es ist ein gutes Buch, kann man durchaus lesen, nur halt kein zweites Mal.























































