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In diesem Buch schildert Edouard Louis die Lebens- und Leidensgeschichte seines Vaters
Sep 29, 2025
In diesem Buch schildert Edouard Louis die Lebens- und Leidensgeschichte seines Vaters
Sep 29, 2025
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Ein zorniger junger Autor auf Erfolgskurs – ein emotionales, persönliches und hochpolitisches Buch
»Literatur muss kämpfen - für all jene, die selbst nicht kämpfen können.« Édouard Louis
»An meine Kindheit habe ich keine einzige glückliche Erinnerung« lautet der erste Satz in Édouard Louis‘ Roman »Das Ende von Eddy«. In seinem neuen Buch »Wer hat meinen Vater umgebracht« sieht Louis das anders, mittlerweile versteht er die Gewaltausbrüche seines Vaters, der unter der sozialen Ungerechtigkeit einer Gesellschaft leidet, die für Menschen wie ihn keinen Platz hat. Louis erinnert sich an einen liebevollen und fürsorglichen Vater, der seinem Sohn wünscht, aus den einfachen Verhältnissen auszubrechen. Édouard Louis hat es geschafft. Eine überwältigende Hommage an den eigenen Vater und dessen gescheiterte Träume.
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Sep 29, 2025
Sep 29, 2025

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Wer hat •meinen• Vater umgebracht (Brief an meinen Vater) “Wie oft ich mich gefragt habe, ob du mich liebst? Ob du dich für mich schämst? Ich kann mich nicht erinnern, dass du jemals zu mir “ich liebe dich” gesagt hast. Andererseits hast du es zu niemandem gesagt, zumindest nicht in meiner Anwesenheit. Ich wünschte, ich hätte es gehört, damit ich es zu allen anderen sagen kann, dass ich sie liebe. Aber ich schäme mich. Im Grunde wäre es ganz einfach gewesen, weil es sind nur drei Wörter: ich liebe dich. Ich frage mich oft, wie sehr du gelitten hast, und ob du noch leidest. Damals, als ich dich gefragt habe, was ‘Genozid’ bedeutete (im Nachrichtendienst haben sie es da gerade gesagt), warst du für paar Sekunden still. Du warst eigentlich immer still, aber es war ein anderes Schweigen. Es war kein Ignorieren oder dass du mich nicht gehört hättest. Jedenfalls meintest du “ein ganzes Volk vernichten”. Ich weiß nicht, ob das der genaue Wortlaut war, aber ich hatte es trotzdem nicht verstanden. Ich verstand nur, dass ich keine weitere Fragen stellen sollte, nicht mehr nachbohren, so wie ich es eigentlich immer tat. Danach haben wir das Thema nie gehabt. Auch nicht, als ich in der Schule über das Massaker in Srebrenica präsentieren musste. Ich frage mich, wie dein Leben sein würde, wenn du es wählen könntest. Für was würdest du dich entscheiden? Gäbe es Mutter? Wäre sie ein Teil deines Wahllebens? Und wäre ich ein Teil davon? Es gibt vieles, das ich mich frage, aber eines nicht. Ich habe mich nie gefragt, ob du Dich selbst liebst oder zumindest magst.”
Mar 16, 2024
Wer hat •meinen• Vater umgebracht (Brief an meinen Vater) “Wie oft ich mich gefragt habe, ob du mich liebst? Ob du dich für mich schämst? Ich kann mich nicht erinnern, dass du jemals zu mir “ich liebe dich” gesagt hast. Andererseits hast du es zu niemandem gesagt, zumindest nicht in meiner Anwesenheit. Ich wünschte, ich hätte es gehört, damit ich es zu allen anderen sagen kann, dass ich sie liebe. Aber ich schäme mich. Im Grunde wäre es ganz einfach gewesen, weil es sind nur drei Wörter: ich liebe dich. Ich frage mich oft, wie sehr du gelitten hast, und ob du noch leidest. Damals, als ich dich gefragt habe, was ‘Genozid’ bedeutete (im Nachrichtendienst haben sie es da gerade gesagt), warst du für paar Sekunden still. Du warst eigentlich immer still, aber es war ein anderes Schweigen. Es war kein Ignorieren oder dass du mich nicht gehört hättest. Jedenfalls meintest du “ein ganzes Volk vernichten”. Ich weiß nicht, ob das der genaue Wortlaut war, aber ich hatte es trotzdem nicht verstanden. Ich verstand nur, dass ich keine weitere Fragen stellen sollte, nicht mehr nachbohren, so wie ich es eigentlich immer tat. Danach haben wir das Thema nie gehabt. Auch nicht, als ich in der Schule über das Massaker in Srebrenica präsentieren musste. Ich frage mich, wie dein Leben sein würde, wenn du es wählen könntest. Für was würdest du dich entscheiden? Gäbe es Mutter? Wäre sie ein Teil deines Wahllebens? Und wäre ich ein Teil davon? Es gibt vieles, das ich mich frage, aber eines nicht. Ich habe mich nie gefragt, ob du Dich selbst liebst oder zumindest magst.”
Mar 16, 2024

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Sep 25, 2024
Sep 25, 2024
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Author
Édouard Louis wurde 1991 geboren. Sein autobiographischer Debütroman »Das Ende von Eddy«, in dem er von seiner Kindheit und Flucht aus prekärsten Verhältnissen in einem nordfranzösischen Dorf erzählt, sorgte 2015 für großes Aufsehen. Das Buch wurde zu einem internationalen Bestseller und machte Louis zum literarischen Shootingstar. Seine Bücher erscheinen in 30 Ländern und werden vielfach fürs Theater adaptiert und verfilmt. Über seine literarischen Positionen gab er u.a. Auskunft als Samuel Fischer-Gastprofessor an der Freien Universität Berlin (2018), bei der Mosse Lecture an der Humboldt-Universität Berlin (2019) oder 2023 bei den Tübinger Poetikvorlesungen. Zuletzt erschienen »Wer hat meinen Vater umgebracht«, »Die Freiheit einer Frau« sowie »Monique bricht aus«, der Gesprächsband mit Ken Loach »Gespräch über Kunst und Politik« sowie »Anleitung ein anderer zu werden«. Édouard Louis lebt in Paris.
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