Der Sohn des Friseurs
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Description
Simon, Mitte vierzig, führt ein ruhiges Leben. Wie bereits sein Vater und Großvater ist er Friseur. Er möchte nicht unbedingt zu viele Kunden, und wenn er mal einen Espresso braucht, dann geht er rasch in seine Wohnung über dem Salon. Zwei Poster von Schwimmern an der Wand erinnern an seine Jugendhelden, und dreimal die Woche zieht er selbst Bahnen – Simon mag seinen unaufgeregten Alltag und wenn er zwischendurch eine Strähne Einsamkeit an sich entdeckt, dann stört ihn das nicht weiter.
Als einer der Stammkunden, ein Schriftsteller, sich für die Geschichte seines Vaters interessiert, wird auch Simon neugierig. Er hatte den Vater nie kennengelernt, weil dieser, wie es hieß, 1977 bei einem Flugzeugunglück auf Teneriffa ums Leben gekommen war. Aber warum weiß Simon eigentlich so wenig darüber? Und noch etwas anderes treibt ihn um: Als Simon seiner Mutter beim Schwimmunterricht für Jugendliche hilft, lernt er den stummen Igor kennen – und verliebt sich in ihn.
In überraschenden Wendungen erzählt Bakker von einem Mann, dessen Leben wider seinen Willen Fahrt aufnimmt. Der Sohn des Friseurs ist ein berührender Roman über Sehnsucht, das Bedürfnis nach Nähe und die Notwendigkeit, die Grenzen des Bekannten zu durchbrechen.
Book Information
Author Description
Gerbrand Bakker, 1962 in Wieringerwaard geboren, ist Autor und Gärtner, hin und wieder auch Eisschnelllauftrainer. Für seine Romane, die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden, hat er zahlreiche Preise erhalten. Bakker lebt in Amsterdam und in der Eifel.
Posts
Simon führt ein beschauliches Leben. Von seinem Opa hat er einen kleinen Friseursalon und die Wohnung darüber übernommen. Viele Kunden braucht und will er nicht, er kommt gut über die Runden. "Ich glaube, es wäre mir zu anstrengend, am laufenden Band Kunden zu haben. Kunden sind Menschen und Menschen saugen Energie auf." Seinen Vater hat Simon nie kennengelernt. Er starb bei einem Flugzeugunglück 1977auf Teneriffa. Dieses Unglück gab es wirklich, auch den runden Gedenkstein mit den Namen der getöteten Menschen darauf kann man in Amsterdam auf dem Friedhof Westergaarde besuchen. Im Roman werden diese wahren Begebenheiten interessant mit eingeflochten. Ruhig begleiten wir Simon bei seiner Arbeit, seinen Schwimmeinheiten und seit neuesten auch an den Samstagen wo er seine Mutter bei der Betreuung von Behinderten im Schwimmbad unterstützt. Einer dieser jungen Männer sieht aus wie sein Idol Alexander Popow und Simon fühlt sich sehr von ihm angezogen, wohl wissend wie unethisch das ist. Er fühlt sich "wie ein Kormoran in einer Schar Möwen." Obwohl der Roman so vor sich hin plätschert, auch bei Simons Affären, und bei der Recherche zu dem Flugzeugunglück, um seinem Vater irgendwie näher zu kommen, entwickelt sich ein Sog und man wird immer tiefer in dieses Buch reingezogen.
„Es gibt Orte, an denen die Zeit sich weigert, weiterzugehen. Der Friseursalon war so ein Ort.“
Simon ist Mitte vierzig und – wie schon sein Vater und sein Großvater – Friseur. Er liebt das leichte, alltägliche Leben. Doch über seinen Vater weiß er wenig, da dieser 1977 bei einem Flugzeugunglück ums Leben kam. Simon war damals noch nicht geboren. Die Fragen eines Stammkunden wecken schließlich seine eigene Neugier, und er beginnt zu recherchieren. Gerbrand Bakker schreibt über das Alltägliche mit Leichtigkeit und feinem Humor, ohne dabei albern zu wirken oder zu überzeichnen. Die Familiengeschichte, eingebettet in die sehr gut recherchierte größte Passagierflugzeugkatastrophe überhaupt, ist überzeugend inszeniert. Die Figuren sind lebensecht gezeichnet, was diesen Roman zu einem echten Pageturner macht.

Ein eher leises Buch, in dessen Mittelpunkt Simon, homosexuell, Frisör in 3. Generation steht. der sich auf Spurensuche nach seinem vor Jahrzehnten vermeintlich bei einer Flugzeugkatastrophe verunglückten Vaters macht. Simon hat verschiedene skurrile Sexpartner ( insbesondere die zum "Schriftsteller" )...er blieb mir sympathisch bis zu dem Part, als es beinahe zum Missbrauch an Igor, einem psychisch gehandicapten Jungen aus der "Behinderten Schwimmgruppe" seiner Mutter, kommt. Hier habe ich mich schwer getan !
An zwei Tagen durchgelesen…
Ganz anders als der Klappentext mich erwarten lies und dennoch richtig gut und ein Pageturner. Mich hat die (Familien-) Geschichte rund um den ruhigen, introvertierten Simon gefesselt und war für mich in Eins wegzulesen. Wenn auch ein einzelner Erzählstrang für mich eine seltsame Stimmung erzeugte, hat mich Gerbrand Bakker dennoch dabei gehalten. Ein für mich wirklich gutes Buch!

Simon hat seinen Vater nie kennengelernt, da dieser vor seiner Geburt seine Mutter verlassen und in ein Flugzeug Richtung Kanaren stieg. Nun ist Simon erwachsen, führt ein ruhiges Leben als Friseur und will mehr über seinen Vater wissen. Die Handlung ist sehr reduziert, dennoch spricht der Autor die großen Fragen des Lebens an. Hat mir gut gefallen, auch wenn ich bei dem offenen Ende gerne gewusst hätte, wie es weitergeht.
Beeindruckend
Gerbrand Bakker schafft es, in dem Buch die ganz großen Lebensthemen und -fragen aufzuwerfen, dabei aber die ganze Zeit eine gewisse Leichtigkeit im Erzählton beizubehalten. Aus vielen Passagen heraus habe ich sogar eine richtiggehende Wärme gespürt, einfach aus der Beschreibung des Lebens heraus wie es gesehen werden sollte: mit allen schönen Momenten, aber auch den Päckchen, die wir mit uns rumtragen, die genauso dazugehören und das Gesamtbild erst komplett machen. Zur Handlung kann nicht viel gesagt werden ohne zu spoilern. Diese ist auch nicht immer konkret greifbar. Der Spannungsaufbau wird oft eher durch die Erwartungen des Lesers erzeugt als durch konkrete Wendungen der Geschichte. Und ich hatte den Eindruck, dass Bakker es genossen hat, hier seine augenzwinkernde, humorvolle Seite zu zeigen, um seine Leser mit genau diesen Erwartungen etwas an der Nase herumzuführen. Ich habe es sehr genossen, mich in diese Geschichte mitnehmen zu lassen.
Simons Vater ist bei einem Flugzeugunglück gestorben als seine Mutter mit ihm schwanger war. Er hat ihn nie kennengelernt. Warum er an diesem Tag heimlich verschwand und in ein Flugzeug Richtung Kanaren stieg ist ungeklärt und Simons Mutter wollte nie darüber sprechen. Viele Jahre später, als Simon Ende 30 ist und bereits den Friseursalon seines Großvaters übernommen hat, fängt er an zu dem Flugzeugunglück zu recherchieren, kann nicht mehr aufhören, sucht nach Spuren seines Vaters. Was ist damals geschehen? Es ist eine ruhige, unaufgeregte Erzählung. Den Teil bezüglich dem Flugzeugunglück auf Teneriffa und der Vatersuche fand ich sehr spannend und bewegend. Simon sucht nach seinen Wurzeln und irgendwie auch nach seiner eigenen Identität. Die Geschichte zwischen Simon und Igor ist dagegen etwas fragwürdig und war mir unangenehm zu lesen. Ich denke es soll Simons Sehnsucht nach Nähe und seine Unsicherheit zeigen, ist aber unter den gegebenen Umständen ziemlich grenzwertig und übergriffig.
Description
Simon, Mitte vierzig, führt ein ruhiges Leben. Wie bereits sein Vater und Großvater ist er Friseur. Er möchte nicht unbedingt zu viele Kunden, und wenn er mal einen Espresso braucht, dann geht er rasch in seine Wohnung über dem Salon. Zwei Poster von Schwimmern an der Wand erinnern an seine Jugendhelden, und dreimal die Woche zieht er selbst Bahnen – Simon mag seinen unaufgeregten Alltag und wenn er zwischendurch eine Strähne Einsamkeit an sich entdeckt, dann stört ihn das nicht weiter.
Als einer der Stammkunden, ein Schriftsteller, sich für die Geschichte seines Vaters interessiert, wird auch Simon neugierig. Er hatte den Vater nie kennengelernt, weil dieser, wie es hieß, 1977 bei einem Flugzeugunglück auf Teneriffa ums Leben gekommen war. Aber warum weiß Simon eigentlich so wenig darüber? Und noch etwas anderes treibt ihn um: Als Simon seiner Mutter beim Schwimmunterricht für Jugendliche hilft, lernt er den stummen Igor kennen – und verliebt sich in ihn.
In überraschenden Wendungen erzählt Bakker von einem Mann, dessen Leben wider seinen Willen Fahrt aufnimmt. Der Sohn des Friseurs ist ein berührender Roman über Sehnsucht, das Bedürfnis nach Nähe und die Notwendigkeit, die Grenzen des Bekannten zu durchbrechen.
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Author Description
Gerbrand Bakker, 1962 in Wieringerwaard geboren, ist Autor und Gärtner, hin und wieder auch Eisschnelllauftrainer. Für seine Romane, die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden, hat er zahlreiche Preise erhalten. Bakker lebt in Amsterdam und in der Eifel.
Posts
Simon führt ein beschauliches Leben. Von seinem Opa hat er einen kleinen Friseursalon und die Wohnung darüber übernommen. Viele Kunden braucht und will er nicht, er kommt gut über die Runden. "Ich glaube, es wäre mir zu anstrengend, am laufenden Band Kunden zu haben. Kunden sind Menschen und Menschen saugen Energie auf." Seinen Vater hat Simon nie kennengelernt. Er starb bei einem Flugzeugunglück 1977auf Teneriffa. Dieses Unglück gab es wirklich, auch den runden Gedenkstein mit den Namen der getöteten Menschen darauf kann man in Amsterdam auf dem Friedhof Westergaarde besuchen. Im Roman werden diese wahren Begebenheiten interessant mit eingeflochten. Ruhig begleiten wir Simon bei seiner Arbeit, seinen Schwimmeinheiten und seit neuesten auch an den Samstagen wo er seine Mutter bei der Betreuung von Behinderten im Schwimmbad unterstützt. Einer dieser jungen Männer sieht aus wie sein Idol Alexander Popow und Simon fühlt sich sehr von ihm angezogen, wohl wissend wie unethisch das ist. Er fühlt sich "wie ein Kormoran in einer Schar Möwen." Obwohl der Roman so vor sich hin plätschert, auch bei Simons Affären, und bei der Recherche zu dem Flugzeugunglück, um seinem Vater irgendwie näher zu kommen, entwickelt sich ein Sog und man wird immer tiefer in dieses Buch reingezogen.
„Es gibt Orte, an denen die Zeit sich weigert, weiterzugehen. Der Friseursalon war so ein Ort.“
Simon ist Mitte vierzig und – wie schon sein Vater und sein Großvater – Friseur. Er liebt das leichte, alltägliche Leben. Doch über seinen Vater weiß er wenig, da dieser 1977 bei einem Flugzeugunglück ums Leben kam. Simon war damals noch nicht geboren. Die Fragen eines Stammkunden wecken schließlich seine eigene Neugier, und er beginnt zu recherchieren. Gerbrand Bakker schreibt über das Alltägliche mit Leichtigkeit und feinem Humor, ohne dabei albern zu wirken oder zu überzeichnen. Die Familiengeschichte, eingebettet in die sehr gut recherchierte größte Passagierflugzeugkatastrophe überhaupt, ist überzeugend inszeniert. Die Figuren sind lebensecht gezeichnet, was diesen Roman zu einem echten Pageturner macht.

Ein eher leises Buch, in dessen Mittelpunkt Simon, homosexuell, Frisör in 3. Generation steht. der sich auf Spurensuche nach seinem vor Jahrzehnten vermeintlich bei einer Flugzeugkatastrophe verunglückten Vaters macht. Simon hat verschiedene skurrile Sexpartner ( insbesondere die zum "Schriftsteller" )...er blieb mir sympathisch bis zu dem Part, als es beinahe zum Missbrauch an Igor, einem psychisch gehandicapten Jungen aus der "Behinderten Schwimmgruppe" seiner Mutter, kommt. Hier habe ich mich schwer getan !
An zwei Tagen durchgelesen…
Ganz anders als der Klappentext mich erwarten lies und dennoch richtig gut und ein Pageturner. Mich hat die (Familien-) Geschichte rund um den ruhigen, introvertierten Simon gefesselt und war für mich in Eins wegzulesen. Wenn auch ein einzelner Erzählstrang für mich eine seltsame Stimmung erzeugte, hat mich Gerbrand Bakker dennoch dabei gehalten. Ein für mich wirklich gutes Buch!

Simon hat seinen Vater nie kennengelernt, da dieser vor seiner Geburt seine Mutter verlassen und in ein Flugzeug Richtung Kanaren stieg. Nun ist Simon erwachsen, führt ein ruhiges Leben als Friseur und will mehr über seinen Vater wissen. Die Handlung ist sehr reduziert, dennoch spricht der Autor die großen Fragen des Lebens an. Hat mir gut gefallen, auch wenn ich bei dem offenen Ende gerne gewusst hätte, wie es weitergeht.
Beeindruckend
Gerbrand Bakker schafft es, in dem Buch die ganz großen Lebensthemen und -fragen aufzuwerfen, dabei aber die ganze Zeit eine gewisse Leichtigkeit im Erzählton beizubehalten. Aus vielen Passagen heraus habe ich sogar eine richtiggehende Wärme gespürt, einfach aus der Beschreibung des Lebens heraus wie es gesehen werden sollte: mit allen schönen Momenten, aber auch den Päckchen, die wir mit uns rumtragen, die genauso dazugehören und das Gesamtbild erst komplett machen. Zur Handlung kann nicht viel gesagt werden ohne zu spoilern. Diese ist auch nicht immer konkret greifbar. Der Spannungsaufbau wird oft eher durch die Erwartungen des Lesers erzeugt als durch konkrete Wendungen der Geschichte. Und ich hatte den Eindruck, dass Bakker es genossen hat, hier seine augenzwinkernde, humorvolle Seite zu zeigen, um seine Leser mit genau diesen Erwartungen etwas an der Nase herumzuführen. Ich habe es sehr genossen, mich in diese Geschichte mitnehmen zu lassen.
Simons Vater ist bei einem Flugzeugunglück gestorben als seine Mutter mit ihm schwanger war. Er hat ihn nie kennengelernt. Warum er an diesem Tag heimlich verschwand und in ein Flugzeug Richtung Kanaren stieg ist ungeklärt und Simons Mutter wollte nie darüber sprechen. Viele Jahre später, als Simon Ende 30 ist und bereits den Friseursalon seines Großvaters übernommen hat, fängt er an zu dem Flugzeugunglück zu recherchieren, kann nicht mehr aufhören, sucht nach Spuren seines Vaters. Was ist damals geschehen? Es ist eine ruhige, unaufgeregte Erzählung. Den Teil bezüglich dem Flugzeugunglück auf Teneriffa und der Vatersuche fand ich sehr spannend und bewegend. Simon sucht nach seinen Wurzeln und irgendwie auch nach seiner eigenen Identität. Die Geschichte zwischen Simon und Igor ist dagegen etwas fragwürdig und war mir unangenehm zu lesen. Ich denke es soll Simons Sehnsucht nach Nähe und seine Unsicherheit zeigen, ist aber unter den gegebenen Umständen ziemlich grenzwertig und übergriffig.















