Cinema Love

Cinema Love

Hardback
3.746

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Description

»Eine Geschichte mit echtem Herz« The Guardian

Ein herausragendes amerikanisches Debüt, das auf herzergreifende Weise von Liebe, Verlust und Migration erzählt. Zwei Männer, die einander lieben, und ihre Ehefrauen stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte, die vom post-sozialistischen China bis ins heutige New York führt. Ihre Leben, die von intimer Verbundenheit geprägt sind, machen dieses Buch zu einem einzigartigen Leseerlebnis.

Während in einem Kino in der chinesischen Provinz Fuzhou alte Kriegsfilme laufen, finden Old Second und Shun-Er in der Privatsphäre der Vorführräume eine große, aber verbotene Liebe. An der Kinokasse verkauft Bao Mei Tickets an nervöse Männer, hütet ihre Geheimnisse, berät sie in ihrem Liebesleben und findet schließlich ihr eigenes Glück. Doch als Shun-Ers Frau die Homosexualität ihres Ehemanns aufdeckt, trifft sie eine verhängnisvolle Entscheidung, die die Leben aller Beteiligten aus den Angeln hebt. Old Second und Bao Mei werden daraufhin in eine höchst ungewisse Zukunft in Amerika getrieben, wo sie feststellen, dass für viele Einwanderer der amerikanische Traum eben doch nur das ist: ein Traum. Zwischen den Reisfeldern Chinas und den Malls der USA entspinnt Jiaming Tang eine hochemotionale Geschichte um die Männer, die ihre Wahrheit nicht leben können, und die Frauen, die sie geheiratet haben.

»Nicht nur ein außergewöhnliches Debüt, sondern ein zukünftiger Klassiker« Jessamine Chan

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
304
Price
25.70 €

Author Description

Jiaming Tang ist ein chinesisch-amerikanischer Schriftsteller. Seine Texte sind in Publikationen wie Lit Hub und Joyland Magazine erschienen. Er lebt in Brooklyn, New York. Cinema Love ist sein erster Roman.

Posts

13
All
4

„Cinema Love“ ist ein starkes Debüt mit einem großartigen erzählerischen Kniff – denn es geht nicht nur um die queeren Männer, sondern auch um die oft vergessenen Geschichten ihrer Ehefrauen. Das hat mich wirklich beeindruckt.

5

Ein Jahreshighlight - 6⭐️

In Jiaming Tangs Roman Cinema Love begleiten wir Old Second, der von seiner Familie und seinem Dorf aufgrund seiner Homosexualität verstoßen wird. Er geht nach Fuzhou, in der Hoffnung auf einen Neuanfang, auf ein Leben, in dem er einfach er selbst sein darf. Dort entdeckt er das Workers’ Cinema, ein altes, heruntergekommenes Kino, das für viele Männer wie ihn ein geheimer Zufluchtsort ist. Ein Ort, an dem sie sich nach Nähe und echter Berührung sehnen – nach etwas, das sie im Alltag nicht leben können. Dort trifft er auf Shun Er, und was als flüchtiger Blick und stille Sehnsucht beginnt, wird nach und nach zu etwas Tieferem. Doch Shun Er ist verheiratet. Seine Frau, Yan Hua, ist ihm gegenüber zwar dankbar, weil er sie respektvoll behandelt, ganz anders als viele andere Männer in arrangierten Ehen. Aber irgendwann merkt sie, dass etwas nicht stimmt. Und sie erwischt die beiden. In einer Gesellschaft, in der gleichgeschlechtliche Liebe nicht geduldet wird, bleiben vielen Männern nur Scheinehen, um ihre wahren Gefühle heimlich auszuleben. Doch auch diese Geheimnisse sind nicht sicher. Das Kino soll abgerissen werden. Die Regierung will Platz für moderne, profitablere Gebäude schaffen. Als die Besucher versuchen, das Kino zu retten, eskaliert die Situation und es endet tragisch. Nach diesem Teil der Geschichte wechseln wir zu Yan Hua, Shun-Ers Ehefrau, die später in die USA auswandert, in der Hoffnung, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Aber die Vergangenheit reist mit. Schuld, Erinnerungen, Geister – nichts davon lässt sie los. Gemeinsam mit anderen Frauen versucht sie, sich in New York ein neues Leben aufzubauen, während sie innerlich doch in alten Wunden gefangen bleibt. Was soll ich sagen? Dieses Buch hat mich an so vielen Stellen tief berührt. Diese Sehnsucht, einfach man selbst sein zu dürfen. Die zarte, stille Liebe zwischen Old Second und Shun Er. Die Suche nach echter Nähe. Und gleichzeitig die Perspektive der Frauen, die zwar oft wissen, dass ihre Männer ein Doppelleben führen, aber mit der Scham, dem Betrug und der Einsamkeit allein dastehen. Besonders bewegt hat mich, wie beide Seiten auf ihre Weise leiden. Die Männer, die sich verstecken müssen, und die Frauen, die betrogen werden, obwohl nie wirklich Liebe im Spiel war. Wie aus Verletzung und Verzweiflung Hass entstehen kann. Nichts ist einfach nur gut oder böse. Man spürt, wie viel Schmerz in jeder Figur steckt. Wir verfolgen auch den Weg der chinesischen Einwanderer nach New York. Unter welchen Bedingungen sie ins Land gelangen und wie sehr ihr Komfort von Geld abhängt. Wer mehr zahlen kann, reist etwas sicherer, während andere sich in überfüllte, gefährliche Boote drängen. Die ständige Bedrohung durch Kentern und Tod wird von vielen in Kauf genommen, im verzweifelten Streben nach einer besseren Zukunft. Man spürt das Elend, die Angst, die Hoffnung – und auch die bittere Enttäuschung, wenn die Realität eintrifft: Die USA sind nicht das Land, als das es ihnen versprochen wurde. Als illegale Einwanderer haben sie weder Papiere noch Zugang zu medizinischer Versorgung oder staatlicher Hilfe. Sie werden schlecht bezahlt, schuften oft ohne Pausen und kämpfen täglich ums Überleben. Cinema Love behandelt viele relevante, gesellschaftlich brisante Themen. Der Autor scheut nicht davor zurück, all dies mit großer Deutlichkeit ins Rampenlicht zu rücken. Der Roman begleitet die Figuren über Jahrzehnte hinweg. Besonders das letzte Kapitel und das Ende haben mich zu Tränen gerührt. Cinema Love war für mich eine emotionale Achterbahnfahrt – und ein Buch, das lange nachhallt. Kann man sich überhaupt eindeutig auf eine Seite stellen? Die betrogenen Ehefrauen sind zweifellos Opfer, doch wenn man tiefer blickt, erkennt man, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt. Auch heute gibt es noch Scheinehen. Auch heute verstecken sich viele Menschen, weil die Gesellschaft sie nicht akzeptiert. Weil Politik wegsieht. Das ist traurig. Und das macht dieses Buch so wichtig. Es zeigt, wie Liebe und Sehnsucht manchmal nur im Schatten stattfinden kann. Am Ende wollen wir doch alle nur eines: geliebt werden. Und in den Armen der Person sein, die wir wirklich lieben. Ohne Angst. Ohne Verstecken. Ganz klar: eine absolute Leseempfehlung und ein Jahreshighlight. *Unbezahlte Werbung- Rezensionsexemplar

4

"Weil mir klar geworden ist, wie einsam man sich fühlt, wenn man nicht über die Menschen sprechen kann, die man liebt"

Ein poetisches und mutiges Debüt, das mit großer emotionaler Tiefe von queerer Liebe, familiären Konflikten und Migration erzählt. Zwischen der heimlichen Intimität eines chinesischen Kinos und der Ernüchterung des amerikanischen Traums entfaltet sich eine berührende Geschichte über Männer, die einander lieben, aber nicht frei lieben dürfen und die Frauen die sie stattdessen heiraten. Jiaming Tang gelingt ein feinfühliges Porträt von Verlust, Verrat, Hoffnung und der Suche nach Zugehörigkeit – eindringlich, melancholisch und unvergesslich.

"Weil mir klar geworden ist, wie einsam man sich fühlt, wenn man nicht über die Menschen sprechen kann, die man liebt"
2.5

“Cinema Love” von Jiaming Tang (ins Deutsche übersetzt von Nicolai Schweder-Schreiner) handelt von Old Second und Shun-Er, zwei schwulen chinesischen Männern, die sich in einem dafür designierten Kino begegnen sowie Shun-Ers Frau Yan Hua und der Ticketverkäuferin Bao Mei, die Old Second nach der Auswanderung in die USA heiraten wird. Alle vier Schicksale sind miteinander verknüpft und nehmen in New York nicht die erhoffte Wendung. Die Alltagsrealität chinesischer Auswanderer wird schonungslos offen gelegt, genau wie das Leben im Verborgenen der homosexuellen Männer. Eine Studie der chinesischen und us-amerikanischen Gesellschaft, die sich für mein Empfinden leider sehr zäh las, mich nur mäßig gefesselt hat und mich durch die nicht stringente Handlung immer wieder verloren hat, weil ich nicht wusste, wo der Text mit mir hin will. *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.

5

Sternebewertung fiktiv

Lange hat mich kein Buch mehr so tief berührt und aufgewühlt wie dieses. In einem kleinen Kino im China der 80er Jahre treffen sich homosexuelle Männer heimlich, viele von ihnen in arrangierten Ehen mit Frauen gebunden, um sich nach Liebe und Nähe zu sehnen, die sie in ihrem Alltag nicht offen leben dürfen. In der Dunkelheit des Kinos erforschen sie zaghaft ihre Gefühle, ihre Ängste, ihre Träume. Doch dieser fragile Zufluchtsort bleibt nicht lange unentdeckt und wird durch eine der Ehefrauen verraten, sowie anschließend gewaltsam zerstört. Die Geschichte teilt sich daraufhin in zwei Welten. Das Leben in China und später in den USA, wohin viele dieser Männer zusammen mit ihren Ehefrauen emigrieren. Dieses Buch hat mich an „Wovon wir träumten“ von Julie Otsuka erinnert. Gerade zu Beginn der Geschichte, als es um diese arrangierten Ehem geht. Auch hier gibt der Autor uns einen einfühlsamen Blick in die Leben verschiedenster Menschen, Männer und Frauen, gefangen in Beziehungen voller unausgesprochener Wahrheiten, Sehnsüchte und zerbrochener Träume. Die Figuren wirkten auf mich so echt, so verletzlich, dass ich förmlich ihren Schmerz und ihre Wut spüren konnte. Besonders die Frauen, die ihr ganzes Leben darauf vorbereitet wurden, „gute Ehefrauen“ zu sein, nur um festzustellen, dass sie gegen ein unausgesprochenes Begehren nicht bestehen können. Und die Männer, geprägt von Angst, Scham und dem verzweifelten Wunsch nach echter Liebe. Dieser Roman hat mich nicht nur berührt, er hat mich auch auf eine andere Art sehr aufgewühlt. Ich habe oft dieses Schmerz der Männer sehr stark empfunden. Kennt ihr das Gefühl, ein Buch zu lesen und euch so sehr zu wünschen, die Protagonisten könnten am Ende ihr Glück finden, weil sie euch so sehr ans Herz gewachsen sind? Genau so habe ich dieses Buch erlebt.

4

Verbotene Liebe – Eine Geschichte von Verstecken, Verrat und der Suche nach einem Platz in der Welt

Cinema Love - Jiaming Tang Dies ist die Geschichte von Old Second, seiner späteren Frau und Gefährtin Bao Mai – und von einer Liebe, die nie ganz ans Licht durfte. Gemeinsam fliehen sie als Migranten aus China nach Amerika, auf der Suche nach einem neuen Leben, fern einer Vergangenheit, die sie doch nie ganz loslässt. Der Blick zurück führt in die frühen Jahre von Old Second. Schon als Junge spürte er, dass er sich zu Männern hingezogen fühlte – ein Gefühl, das in seinem Umfeld mit Hass und Gewalt beantwortet wurde. Die erlittene Bestrafung hinterließ tiefe Spuren in ihm und raubte ihm das Vertrauen in eine Welt, in der er sich sicher fühlen könnte. Viele Jahre später begegnet er in Mawei – einem Stadtbezirk der bezirksfreien Stadt Fuzhou in der chinesischen Provinz Fujian – im schummrigen Licht eines Arbeiterkinos Shun Er, einem Mann, der seine Sehnsucht erwidert. Das Kino, ein geheimer Zufluchtsort für Männer, die ihre Liebe im Verborgenen leben müssen, wird zum Schauplatz ihrer leidenschaftlichen, aber gefährlichen Beziehung. Doch Shun Er ist verheiratet. Seine Frau schöpft Verdacht, folgt ihm – und entdeckt die Wahrheit. Die Entscheidung, die sie daraufhin trifft, wird sein Leben für immer beenden. Die Vergangenheit lässt niemanden los. Nicht Old Second, nicht Bao Mai, nicht Shun Ers Frau. Alle tragen sie Schuld, Sehnsucht, Verrat und Verlust mit sich – als Narben, die nie ganz verheilen. Bis zum Ende ringen sie mit ihren Entscheidungen, gefangen in Erinnerungen, aus denen es kein Entkommen zu geben scheint. Einfühlsam und bewegend erzählt Jiaming Tang in seinem Debütroman Cinema Love von geheimer Liebe, Schmerz und dem langen Schatten der Vergangenheit. Ich fand dieses Buch wirklich großartig – es hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Besonders das Ende hat mich sehr berührt und noch lange beschäftigt.

1

Forbidden Love

„Cinema Love“. Eine Geschichte, angesiedelt in den 1980ern in China. Auch hier, damals wie heute, spaltet das Thema Homosexualität mit dem bitteren Beigeschmack des Verbotenem. Shun-Er und Old Second entdecken ihre Liebe füreinander und müssen vorsichtig sein, denn die gleichgeschlechtliche Liebe ist nicht gestattet. Jedoch bietet das Provinz Kino im Arbeiterviertel Abhilfe und wird zum Treffpunkt queerer Paare. Die Kassiererin Bao Mei deckt derweil das Geheimnis der Männer und tischt den gehörnten Ehefrauen Notlügen auf. Jiaming Tang‘s Debüt erzählt schmerzlich von der Suche nach erfüllter Liebe und Akzeptanz. So überzeugend der Einstieg zu Beginn war und von der familiären Ablehnung erzählte, so zerfaserte der Text meines Erachtens im Mittelteil und verlor an Stärke. Zeitsprünge führten zu nicht-stringenter Handlung und verunsicherten mich beim Lesen und ließen kaum Nähe zu den Charakteren zu, was unerlässlich für ein immersives Lesevergnügen ist. „Cinema Love“ bietet ob der Thematik eine grundsolide Möglichkeit an Spannungsbögen. Leider verhob sich der Autor m.E. nach an der Vielfalt der Themen und der Sprung nach Amerika und einem zweiten Erzählstrang, erleichterten die Geschichte nicht. Wer Bücher mit regem Wechsel in Zeit und Thematik nicht scheut, wird sich in dieser Geschichte wohlfühlen. Ich, als Leserin mit Vorliebe zu strukturierten Geschichten, bin verloren gegangen.

3

Cinema Love von Jiaming Tang erzählt feinfühlig von queerer Liebe in einem repressiven Regime und verwebt dies mit der Migrationserfahrung chinesischer Communities in den USA. Die intime Darstellung der Beziehungen berührt, besonders im Kontrast zu den gesellschaftlichen Zwängen, die queere Identitäten unterdrücken. Die Figuren wirken lebendig und glaubwürdig, ihre Kämpfe und Hoffnungen sind spürbar. Die wechselnde Erzählperspektive war mir nicht immer klar, genauso wie die zeitlichen Sprünge in der Handlung. Dies hat mich öfter verwirrt und im Lesefluss gestört. Trotzdem überzeugt der Roman durch seine emotionale Tiefe und die politische Relevanz. Cinema Love macht Erfahrungen sichtbar, die oft marginalisiert werden und stellt eine kraftvolle Erzählung über Liebe und Widerstand dar. Eine wichtige Stimme, die noch etwas geschliffen werden darf!

3.5

Wichtiges Thema und empfehlenswert! Vielleicht hat der Lesespaß etwas durch die Übersetzung eingebüßt.

"Cinema Love" zeigte das Leben homosexueller Männer und ihrer nicht homosexuellen Partner auf einer ganz neuen Ebene. Tangs Debütroman ist eindrücklich und besonders. Am Anfang steht das Leben in China. Dort, wo Homosexualität nicht gerne gesehen wird und wurde. Ein Outing hatte Ausgrenzung zur Folge. Die Männer treffen sich im Arbeiterkino. Dort erleben sie, was Cinema Love ist. Doch Rückzugsorte für queere Menschen standen schon immer unter besonderer Beobachtung. Die Männer verlieren ein Stück ihrer Existenz, ein Stück ihrer Identität. Die Geschichte erlebt einen Cut. Das Land in dem alles möglich ist: In Amerika wird soviel versprochen, doch die Realität zeigt nur Elend und Schufterei. Der Hauptteil ist geschrieben aus der Sicht der Frauen der homosexuellen Männer. Sie verfolgen ihre ganz eigenen Ziele, haben besondere Partnerschaften. Ist das Leben mit dem homosexuellen Pendant die große Liebe? A- oder ebenfalls Homosexualität? Oder waren es Ehen für die Green Card? Die Sichtweise wechselt fließend. Durch fehlende Orientierung in den Kapitelüberschriften, wusste ich oft nicht, ob ich mich nun in der Gegenwart - der Coronazeit - oder der Vergangenheit - ab 1970 - befand. Und welche Perspektive wird gerade erzählt? Dies störte ungemein den Lesefluss und sorgte für Verwirrung. Zunächst war es spannend, die einzelnen Frauen kennenzulernen. Jedoch verlor sich das Buch in der Mitte in weniger relevanten Geschichten und so verlor ich im Mittelteil meine Aufmerksamkeit und Lust. Gegen Ende wurde es dann wieder spannend, als die Fäden zusammenführten. Teilweise fiel der homosexuelle Aspekt hinten weg und der Fokus lag auf dem Elend der Einwandererklasse. Wichtig, doch hier hätte der Fokus mehr auf dem Innenleben der homosexuellen Männer liegen können. Der Einblick in die Geschichte homosexueller Männer war spannend, lehrreich. Es eröffnete mir eine neue Perspektive, einen Teil der Geschichte und ich musste mich auf eine besondere Art und Weise mit dem Thema auseinander setzen. Es ist keine leichte Lektüre. Vieles ist vielleicht durch die Übersetzung verloren gegangen.

Wichtiges Thema und empfehlenswert! Vielleicht hat der Lesespaß etwas durch die Übersetzung eingebüßt.
4

Dieses Debüt ist definitiv ein Wagnis. Es erzählt Geschichten, die viel zu selten Aufmerksamkeit bekommen und ist daher ganz besonders wertvoll. Der Schreibstil ist sehr speziell, ich brauchte eine Weile, um damit zurechtzukommen und ihn schätzen zu lernen. Denn er ist sehr einnehmend. Tang setzt auf klare, ungeschönte Sprache. Teilweise erscheint es wirr, doch das spiegelt die Gedanken- und Gefühlswelt der Charaktere perfekt wider. Die zahlreichen Zeitsprünge, die sich durch das ganze Buch ziehen und aus allen Perspektiven erzählt werden, verdeutlichen perfekt, wie sehr die Vergangenheit die Charaktere geprägt hat, egal, wie sehr sie auch versuchen, sie abzuschütteln und woanders Fuß zu fassen. Dieses Buch erzählt die Geschichte schwuler Männer, die ihre Liebe nicht offen leben konnten, die von ihrer Familie verstoßen wurden, die nur heimlich sie selbst sein konnten. Dieses Buch erzählt diese Geschichte jedoch hauptsächlich aus der Sicht der Frauen, die sie geheiratet haben und die in der Regel zunächst nichts von der wahren Sexualität ihrer Männer wussten. Dass der Fokus auf die Frauen gelegt wurde, gefällt mir sehr gut, denn darüber liest man eher seltener. Doch es betraf und betrifft auch heute noch so viele. Ich habe mir bisher wenig Gedanken über die Schicksale dieser Frauen gemacht, über ihren Schmerz, ihre Wut, das Gefühl, verraten worden zu sein. Tang gelingt es, all das perfekt einzufangen und zu formulieren. Dieses Buch reißt so viele Schicksale an, die sich teilweise überschneiden, über Jahrzehnte hinweg verknüpft sind, ohne dass es die Beteiligten ahnen. Dieses Buch ist so vielschichtig, so tiefgründig und so nahbar, die Charaktere so verschieden und gleichzeitig ähneln sie sich doch. Es ist gar nicht möglich, alle Facetten dieses Buchs in Worte zu fassen, man muss es selbst gelesen haben.

3

Cinema Love von Jiaming Tang ist ein leises, aber eindrucksvolles Debüt über queere Liebe, Scham, kulturelles Schweigen und das Leben im Schatten. Die Erzählweise schafft Melancholie, Nähe und fast filmische Intensität. Immer wieder tauchen Bildsätze auf, die wie Szenenausschnitte wirken. Cinema Love ist ein Roman, der lange nachklingt und Menschen in den Fokus rückt, die oft selbst unsichtbar bleiben.

4

Zwischen Erinnerung und Realität – eine berührende Reise mit Cinema Love

Cinema Love ist ein stilles, tiefgründiges Buch, das mit leiser Melancholie und emotionaler Wucht erzählt wird. Es geht um Erinnerungen, um das Verlorene und das, was bleibt – eingebettet in eine feinfühlige Geschichte über Liebe, Schmerz und Vergänglichkeit. Die Atmosphäre des Romans hat mich sehr berührt und lange beschäftigt. Was mir allerdings das Lesen erschwert hat, war die Vielzahl an Figuren: Die vielen Namen haben sich oft vermischt, und ich musste mehrfach zurückblättern, um den Überblick zu behalten. Auch die Zeitsprünge – so wichtig sie für die Geschichte sind – waren teilweise verwirrend, da sie nicht immer klar abgegrenzt wurden. Das hat meinen Zugang zur Handlung manchmal behindert. Nichtsdestotrotz überzeugt das Buch durch seine emotionale Tiefe und den besonderen Schreibstil des Autors. Seine Sprache ist poetisch, ohne überladen zu wirken – und genau darin liegt die Kraft des Romans. Erwähnenswert ist auch das wunderschöne Cover, das den melancholischen Ton der Geschichte perfekt einfängt und sofort neugierig macht. Cinema Love ist kein leichtes Buch, aber ein lohnendes – für alle, die bereit sind, sich auf eine emotionale, manchmal herausfordernde, aber zutiefst menschliche Geschichte einzulassen.

3

Cinema Love von Jiaming Tang erzählt feinfühlig von queerer Liebe in einem repressiven Regime und verwebt dies mit der Migrationserfahrung chinesischer Communities in den USA. Die intime Darstellung der Beziehungen berührt, besonders im Kontrast zu den gesellschaftlichen Zwängen, die queere Identitäten unterdrücken. Die Figuren wirken lebendig und glaubwürdig, ihre Kämpfe und Hoffnungen sind spürbar. Die wechselnde Erzählperspektive war mir nicht immer klar, genauso wie die zeitlichen Sprünge in der Handlung. Dies hat mich öfter verwirrt und im Lesefluss gestört. Trotzdem überzeugt der Roman durch seine emotionale Tiefe und die politische Relevanz. Cinema Love macht Erfahrungen sichtbar, die oft marginalisiert werden und stellt eine kraftvolle Erzählung über Liebe und Widerstand dar. Eine wichtige Stimme, die noch etwas geschliffen werden darf!

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