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Der 1982 erstmals erschienene Debüt-Roman des inzwischen berühmten und von mir sehr geschätzten T.C. Boyle erzählt die auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte des Arztes und Afrikaforschers Mungo Park, der sich Ende des 18. Jahrhunderts nach Westafrika aufmacht, mit dem Auftrag, den Verlauf des Nigers zu entdecken und vielleicht schon Handelsbeziehungen mit den dort lebenden Menschen aufzubauen. Das von sich aus schon beinahe unmögliche Unterfangen wird noch erschwert, da kaum jemand der afrikanischen Stämme jemals zuvor einen weissen Menschen gesehen haben und diesem eher mit Misstrauen oder Angst begegnen, sich aber auf vielfältige Arten gegen ihn zu wehren wissen. Boyle hält sich an die historische Vorlage, behält Namen bei, webt aber auch einige fiktive Personen mit ein, die der Geschichte so noch mehr Lebendigkeit einhauchen. Der insgesamt sehr erschütternde Verlauf der Geschichte wird immer wieder durch viel drastischem Humor aufgelockert, ohne das der Eindruck der Lächerlichkeit entsteht. Es ist sehr beeindruckend zu erleben, wie geschickt der Autor gerade auch in diesem Werk mit Sprache umgehen kann, er scheint mit Worten jonglieren zu können, spielt mit Vergleichen, die derart ausgefeilt wirken und dennoch immer wieder überraschen. Dabei nimmt Boyle keinesfalls ein Blatt vor den Mund, er nennt immer wieder schonungslos die Dinge beim Namen, so sehr, dass ich mich manchmal schon auch etwas über-stimuliert fühlte. Er findet wunderschöne Worte, um uns gleich darauf das abgrundtief Hässlichste, Drastischste oder Vulgärste um die Ohren zu schlagen. Lebendiger und greifbarer geht es nicht. Wir sind dabei, leiden mit Mungo und seinen Kumpanen in Afrika und Schottland. Aber auch die anderen Protagonisten bekommen eine würdige Bühne, die sie alle auch sehr gut ausfüllen. Hier handelt es sich um ein Meisterwerk, was zu Recht über all die Jahre gewürdigt wurde und wird. Ein Klassiker, der jede Minute des Lesens wert ist. Aber es kann auch schnell überwältigen und jetzt brauche ich als nächstes vielleicht etwas weniger intensives
Apr 15, 2026
Der 1982 erstmals erschienene Debüt-Roman des inzwischen berühmten und von mir sehr geschätzten T.C. Boyle erzählt die auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte des Arztes und Afrikaforschers Mungo Park, der sich Ende des 18. Jahrhunderts nach Westafrika aufmacht, mit dem Auftrag, den Verlauf des Nigers zu entdecken und vielleicht schon Handelsbeziehungen mit den dort lebenden Menschen aufzubauen. Das von sich aus schon beinahe unmögliche Unterfangen wird noch erschwert, da kaum jemand der afrikanischen Stämme jemals zuvor einen weissen Menschen gesehen haben und diesem eher mit Misstrauen oder Angst begegnen, sich aber auf vielfältige Arten gegen ihn zu wehren wissen. Boyle hält sich an die historische Vorlage, behält Namen bei, webt aber auch einige fiktive Personen mit ein, die der Geschichte so noch mehr Lebendigkeit einhauchen. Der insgesamt sehr erschütternde Verlauf der Geschichte wird immer wieder durch viel drastischem Humor aufgelockert, ohne das der Eindruck der Lächerlichkeit entsteht. Es ist sehr beeindruckend zu erleben, wie geschickt der Autor gerade auch in diesem Werk mit Sprache umgehen kann, er scheint mit Worten jonglieren zu können, spielt mit Vergleichen, die derart ausgefeilt wirken und dennoch immer wieder überraschen. Dabei nimmt Boyle keinesfalls ein Blatt vor den Mund, er nennt immer wieder schonungslos die Dinge beim Namen, so sehr, dass ich mich manchmal schon auch etwas über-stimuliert fühlte. Er findet wunderschöne Worte, um uns gleich darauf das abgrundtief Hässlichste, Drastischste oder Vulgärste um die Ohren zu schlagen. Lebendiger und greifbarer geht es nicht. Wir sind dabei, leiden mit Mungo und seinen Kumpanen in Afrika und Schottland. Aber auch die anderen Protagonisten bekommen eine würdige Bühne, die sie alle auch sehr gut ausfüllen. Hier handelt es sich um ein Meisterwerk, was zu Recht über all die Jahre gewürdigt wurde und wird. Ein Klassiker, der jede Minute des Lesens wert ist. Aber es kann auch schnell überwältigen und jetzt brauche ich als nächstes vielleicht etwas weniger intensives
Apr 15, 2026






