Hitze

Hitze

Softcover
3.671
CampingAussenseiterÜberforderungSelbstmord

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Description

Während seine Altersgenossen bei Rekordhitze feiern, trinken und unbedingt noch ein Mädchen klarmachen wollen, taumelt der 17-jährige Léonard alleine und übermüdet durch die letzten Stunden seiner Sommerferien auf einem französischen Campingplatz. Die Nacht zuvor steckt ihm in den Knochen: Er hat einem Jungen reglos beim Selbstmord zugesehen – ist dessen Tod also seine Schuld? Zugleich verwirrt ihn die verführerische Luce, hilflos und hingerissen ist er ihren schamlosen Spielchen ausgesetzt. Gefangen in seinen komplexen und gegensätzlichen Gefühlen, vermag Léonard seinem Delirium kaum zu entrinnen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Miscellaneous
Format
Softcover
Pages
160
Price
13.40 €

Author Description

Victor Jestin, 1994 geboren, verbrachte seine Kindheit in Nantes und studierte anschließend am Conservatoire européen d’écriture audiovisuelle in Paris, wo er heute auch lebt. Gemeinsam mit dem Regisseur Thomas Petit schrieb er Filmdrehbücher. »Hitze« ist sein Romandebüt.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
69%
N/A
N/A
N/A
100%
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N/A
100%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
100%
100%
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Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate100%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex100%
Moderate0%
Minimalistisch (100%)Poetisch (100%)

Posts

11
All
3.5

Ein Hitzschlag. Die Symptome des Hitzschlags beschreiben dieses Buch recht gut - Schwindelgefühl, Verwirrtheit, Halluzinationen, Müdigkeit, Erschöpfung. Genau das alles hab ich beim Lesen dieses Debüts von Victor Justin gefühlt. Léonard verbringt seine Ferien mit der Familie auf einem Campingplatz. Wirklich glücklich ist er nicht auf diesem Campingplatz. Die Partys machen ihm keinen Spaß und bis auf Louis hat er keine Freunde. Am letzten Abend beobachtet er auf dem Weg zu seinem Zelt, wie Oscar stirbt und er sieht einfach nur zu, ohne sich zu rühren. Oscar ist betrunken auf der Schaukel, die Seile um seinen Hals gewickelt. Es ist nicht klar, ob ich gemeinsam mit Léonard Oscar beim Selbstmord zuschaue, ob es ein Unfall ist oder sogar eine sexuelle Neigung, allerdings ohne Happy End. Und da sind wir auch schon irgendwie beim dauerpräsenten Thema, das über diesem Campingplatz schwirrt, Sex. Irgendwie ist nicht nur der Sommer heiß, sonder die ganzen jungen Menschen auf diesem Campingplatz sind heiß. Oscar findet Luce anziehend und diese hat kurz vor der Schaukelszene Oscar am Strand geküsst. Ist das der Grund, warum Léonard einfach nur zuschaut? Und könnte das auch sein irrationales Verhalten erklären und der Antrieb dafür, dass Léonard Oscar am Strand vergräbt? Der Morgen bricht an und Léonard läuft total übermüdet, den ganzen Tag ziellos über den Campingplatz begegnet Oscars Mutter, nähert sich Luce und verbringt Zeit mit Louis. Wie gesagt, dass hier war wie ein Sonnenstich kurz vor dem Hitzschlag. Ich war verwirrt, hab die Erschöpfung gespürt, wusste manchmal nicht, ob ich dem Protagonisten trauen kann. Es war wie ein Taumeln auf der Suche nach irgendwas, aber was? Lust, Liebe, Streit, Anerkennung, sich selbst? Die ganze Zeit spüre und sehe ich Hitzeflimmern - in der Luft und zwischen den jungen Menschen. Warte auf ein Gewitter von oben, von innen. Und dann ist das Ende nach knapp 160 Seiten auch schon da und es passt. Es lässt mich selbst darüber nachdenken, was noch passieren könnte. Schmal und gut für eine schnelle Geschichte zwischendurch. S.45 „Während ich so am Spülbecken lehnte, spürte ich manchmal eine leichte Aufregung, auf die dann immer Traurigkeit folgte, denn ich musste mir den heimlichen, verdrängten Wunsch eingestehen, zu den anderen zu gehen und tanzen zu können wie sie. Dennoch rührte ich mich nicht vom Fleck.“ S.91 „Danach waren wir immer noch zu zweit, aber ich hatte das Gefühl, dass wir uns über den ganzen Strand ausbreiteten und unser Glück wie Sonnenlicht zwischen all den Körpern hindurchströmte.“ S.121 „Oscar ist tot wegen mir, der sich nicht gerührt hat, und ich habe mich nicht gerührt, weil ich in dem Moment nicht konnte, ich wollte lieber sterben, so wie er, und wir sahen uns gegenseitig beim Sterben zu, während die anderen tanzten.“

4

Die HITZE hat mich in der Bibliothek spontan zu diesem Buch greifen lassen. Das Setting: Frankreich, Campingplatz, ein zu heißer Sommer. Léonard, 17, beobachtet den Tod eines Gleichaltrigen und verbringt die restliche Zeit zwischen dem Versuch zu verdrängen und Schuld. Die Geschichte ist rasant, die Gefühlsbeschreibungen nachvollziehbar, das 160 Seiten Buch schnell gelesen.

4

"Hitze" von Victor Jestin spielt mitten in den heißesten Sommertagen am Strand. Wir erleben gemeinsam mit dem 17jährigen Léo seinen letzten Ferientag, den er gemeinsam mit seiner Familie auf einem Campingplatz verbringt. 🏖 Der Urlaub war für ihn ziemlich sch.... Die Leute nerven ihn, die Partys nerven ihn, die Hitze nervt natürlich auch. Da sieht er, auf dem Rückweg von einer Standparty, wie ein anderer Junge versucht sich umzubringen. Léo beobachtet ihn und weiß, wenn er jetzt eingreift, dann rettet er ihn.🚑 Wie Léo sich entscheidet und wie der letzte Urlaubstag für ihn endet könnt ihr auf schmalen 160 Seiten selbst erleben. Für mich war es ein mitreißendes Buch. 👍👍👍

3

Spannende Story mit nicht ausgeschöpftem Potential..

„Oscar ist tot, weil ich ihm beim Sterben zugesehen habe, ohne mich zu rühren. Erdrosselt von den Seilen einer Schaukel, wie die Kinder in den vermischten Nachrichten. Oscar war kein Kind. Mit siebzehn stirbt man nicht so, nicht ohne Absicht. Man drückt sich die Kehle zu, um etwas zu fühlen. Vielleicht versuchte er, so zum Höhepunkt zu kommen. Deswegen waren wir doch alle hier. Wie auch immer, ich habe mich nicht gerührt. So kam das alles.“ Oscar steht eigentlich in der Blüte seines Lebens mit 17 Jahren, ebenso wie Léonard, unser Ich-Erzähler. Das grausame Ereignis trägt sich auf einem Campingplatz im Südwesten Frankreichs zu - am Ende eines Sommers im August. Als Einzelgänger macht Léonard einen Spaziergang, während seine Altersgenossen am Strand feiern, sich verlustieren, knutschen - einfach das Leben genießen. Als er an einem Spielplatz vorbeikommt entdeckt er den gerade Selbstmord begehenden Oscar - oder kann es doch ein Unfall gewesen sein?! Ich weiß es nicht, aber für mich deutet alles auf einen Suizidversuch hin. Was ich aber weiß ist, dass Léonard solange abwartet und nicht einschreitet, bis Oscar unwiederbringlich tot ist. Doch dann erst kommt es zu einer für mich absolut paradoxen und unerklärlichen Reaktion seitens Oscar: Er schleppt den toten Körper seines Kumpels über die Dünen und verbuddelt ihn am Strand. Warum hat er niemandem zu Hilfe gerufen oder versucht Oscar davon abzuhalten oder wenigstens ihn wiederzubeleben?! Dieses Geheimnis nimmt er mit in seinen von extremer Hitze geprägten letzten Urlaubstag am Meer. „Hitze“ ist das Debüt des jungen französischen Autors Viktor Jestin. Klingt erstmal nach einer fesselnden Coming-of-Age Story, oder?! Doch ist es das auch?! Der Autor kreiert auf den gerade mal 157 Seiten eine hitzige, fast glühende Atmosphäre in einer puristischen, fast schon nüchternen Sprache. Für Léonard ist der ganze Urlaub mehr Qual als Erholung, da ihm die ganze Geselligkeit auf dem Campingplatz zuviel ist. „Eine schreckliche Gegend. Die falsche Ruhe der Pinien, das Rauschen der Wellen, die bekanntermaßen schon getötet hatten und all das Lachen und die Freudenschreie, die zu einem dumpfen Echo verschmelzen, wie in den schlecht beleuchteten Hallen der Wellenbäder voller Chlor und Angst.“ Léonard ist kein Fan der schwitzenden Menschen (egal ob am Pool oder am Strand) - auch nicht des Essengehens mit seinen Eltern, des Partyanimateurs im rosa Kaninchenkostüm und erst recht nicht der bedauernswerten Sexstorys seines Kumpels Louis. Was er aber mag oder vielleicht sogar begehrt ist Luce, ein Mädchen, das seiner kompletten Ausdrucksweise einen lebensbejahenderen, fast schon musikalischen Klang verleiht. „Ich dachte an sie, ja. An ihre weiße Haut, deren heller Ton lauter war als der Rest. Die zwischen Louis Worten und dem Lärm am Strand klar zu hören war. Durch sie bekam ich Lust aufzustehen.“ Trotz seiner schier unerklärlichen Tat, ist Léonard noch eine kleine Lovestory vergönnt inklusive erster sexueller Erfahrung. Gerade seine in diesem Zusammenhang auftretenden Unsicherheiten und Ängste haben mir ihn als Figur näher gebracht, denn auch ich habe sie in meiner Pubertät durchlebt. Ich denke, genau das beabsichtigt Viktor Jestin auch mit dieser sehr nahbaren Romanfigur - wir bekommen mit Léonards Struggels die Chance, uns in ihn und sein Seelenleben einzufühlen. Durch die ganze Lektüre hinweg hadert der introvertierte Léonard damit, jemand in seine Tat einzuweihen, doch entscheidet sich stets dann doch fürs Schweigen. Ich habe „Hitze“ in einem Rutsch durchgelesen und empfand es durchaus als süffig, aber mir hat etwas gefehlt und leider sehe ich die durchaus vielversprechende Idee des Romans nicht als ausgeschöpft an. Hier wäre mehr möglich gewesen - sei es an Charakterentwicklung oder Tiefe. Da es sich bei dem Buch um ein Debüt handelt, möchte ich dem Autoren aber gerne noch eine zweite Chance geben und habe mir zu diesem Zwecke schon Nachschub in Form von „Der Tanzende“ besorgt und bin gespannt, ob es mein Bücherherz mehr erwärmen oder viel besser noch „erhitzen“ kann.

3.5

Teenie-Roman auf dem Campingplatz

nicht so tiefgründig wie gedacht aber angenehm zu lesen

3

Ich bin irritiert. Da der Autor sehr viel näher an der Gedankenwelt eines pubertierenden 16 jährigen Jungen dran ist als ich, muss ich das wohl so hinnehmen. Mir gefiel aber irgendwie nicht, was ich da las. Das Setting in einem Rekordhitzesommer auf einem Campingplatz in Frankreich dagegen, fand ich richtig gut dargestellt.

1

"Oscar ist tot, weil ich ihm beim Sterben zugesehen habe, ohne mich zu rühren." Mit diesem Satz fängt der Roman "Hitze" von Victor Justin an. In dem Roman geht es um den 17-jährigen Leo, der mit seiner Familie Ferien auf einem Campingplatz verbringt. Eines Nachts als er Spazieren ist, sieht er Oscar, einen beliebten Jungen, der sich mit den Seilen einer Schaukel erdrosselt hat. Leo sieht ihm beim Sterben zu und vergräbt anschließend seine Leiche. In den nächsten Stunden stellt sich Leo die Frage, ob er den Tod verhindern hätte können. Das Buch hinterlässt am Ende viele Fragen. Das kann einerseits zum Nachdenken anregen oder einen unbefriedigt stehen lassen. Ich kann leider nicht nachvollziehen, wieso Leo keinem Bescheid gegeben hat. Für mich hat sich das Ende sehr abrupt angefühlt. Ich hätte gerne noch erfahren, was mit Leo passiert und ob er sich jemanden anvertraut hat und wieso Oscar sich umgebracht hat.

4

3,5 Sterne. Ein sehr kurzer, intensiver Roman. Der 17 jährige Léo fährt mit seinen Eltern in den Sommerferien zelten. Dort begegnet er Oscar, jedoch anders als man denkt. Das verändert Léo und man begleitet ihn eine zeitlang. Ich konnte mit Léo mitfühlen, mit seinem unsicheren 17 jährigen Charakter. Er ist extrem auf der Suche nach sich selbst, löst sich von seiner Familie und fühlt sich mit sich sehr allein. Der Autor hat wohl diese Jahre selbst noch sehr gut im Gedächtnis, da es ihm wirklich gut gelungen ist, diesen Charakter zu zeichnen. Die Sprache ist aber sehr einfach und flüssig zu lesen. Das Ende der Geschichte war offen und regt mich sehr zum Nachdenken an. Wie könnte es weiter gehen? Wie geht es mit Léon und seiner ganzen Familie weiter? Das Buch ist gut für ein kurzes, mäßig intensives Leseerlebnis mit offenem Ende.

Wir haben es hier mit einem Roman zu tun, welcher für mich leider viel zu früh geendet hat bzw. zu kurz war mit 157 Seiten. Ich hätte gerne noch mehr und weitergelesen. Das Ende ist sehr abrupt gekommen und lässt so einige Fragen offen im Raum stehen, was für mich wiederrum einen gewissen Reiz ausmacht. Der Protagonist Leo, beobachtet durch Zufall den Suizid von Oscar, einem anderen Jugendlichen, schreitet jedoch nicht ein. Es stellt sich also die Frage, ob er ihn sterben lassen hat, um durch die Augen Oscars seinen eigenen Tod nahe zu sein, ohne selbst Schäden davon zu tragen, oder aber auch um sich selbst zu bestrafen… Mich hat der Schreibstil von Jestin sehr beeindruckt und ich bin schon gespannt auf weitere Werke von ihm. Daumen hoch also für seinen Debütroman 💙✨

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